"Die Kirche und das liebe Geld"

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HeGe
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von HeGe » Mittwoch 27. Dezember 2017, 13:55

Vir Probatus hat geschrieben:
Freitag 22. Dezember 2017, 06:23
http://www.kath.net/news/62151
Ausgerechnet der oberste Papstberater, Kardinal Maradiaga, soll jahrelang von seiner katholischer Universität ein monatliches (!) Gehalt von etwa 35.000 Euro erhalten haben. Bei Finanzspekulation soll er 1 Million Euro verloren haben.
Bei solchen Summen spielt es dann schon eine untergeordnete Rolle, welches Auto ein Pfarrer fährt oder was der Umbau eines Bischofshauses kostet.
Es ist wirklich wohltuend, daß solche Dinge heutzutage bekannt werden.
Kardinal Maradiaga bezeichnet die Vorwürfe als "Halbwahrheiten": http://www.kath.net/news/62188

Nicht gerade ein eindeutiges Bestreiten. :hmm: Aber in Wahrheit geht es ja angeblich auch um etwas anderes:
[...] Maradiaga meinte auch, dass es jetzt nur darum gehe, die Reformen von Papst Franziskus zu gefährden. [...]
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CIC_Fan
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 27. Dezember 2017, 14:36

das traue ich Burke und Co schon zu, wobei es für Burke in den nächsten 2 Jahren durchaus unterhaltsam werden könnte........

Caviteño
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 27. Dezember 2017, 15:16

HeGe hat geschrieben:
Mittwoch 27. Dezember 2017, 13:55
Kardinal Maradiaga bezeichnet die Vorwürfe als "Halbwahrheiten": http://www.kath.net/news/62188

Nicht gerade ein eindeutiges Bestreiten. :hmm:
Wenn nur die Hälfte stimmen sollte, böte sich eine gesichtswahrende Lösung an:
Cardinal Maradiaga turns 75 Dec. 29, and many will be looking to see if the Pope will accept the Honduran cardinal’s mandatory resignation which he is obliged to submit on turning 75.
Cardinal Maradiaga Denies Financial Allegations, But Questions Remain Unanswered

Infovaticana weist auf den "anderen Skandal von Maradiaga" hin: Dem "Verschwinden" des Katholizismus in dem Land.
Honduras gehöre mit Nicaragua, Guatemala und Uruguay zu den vier Ländern in Lateinamerika, in denen die kath. Kirche ihre Mehrheit in der Bevölkerung verloren habe. Der Anteil der Katholiken sei von 76% in 1996 auf 47% in 2013 gefallen. Dies könne man nur als "Kataklysmus" bezeichnen.

https://infovaticana.com/2017/12/26/esc ... -honduras/

Marienkind
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Marienkind » Mittwoch 27. Dezember 2017, 17:04

Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, wieso offenbar die Hierarchie in Guatemala nicht nur mit Mittelmäßigen, sondern offenbar auch mit Schurken durchsetzt ist.
>> Was lief da falsch? <<

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Vir Probatus » Mittwoch 27. Dezember 2017, 20:45

HeGe hat geschrieben:
Mittwoch 27. Dezember 2017, 13:55
Vir Probatus hat geschrieben:
Freitag 22. Dezember 2017, 06:23
http://www.kath.net/news/62151
Ausgerechnet der oberste Papstberater, Kardinal Maradiaga, soll jahrelang von seiner katholischer Universität ein monatliches (!) Gehalt von etwa 35.000 Euro erhalten haben. Bei Finanzspekulation soll er 1 Million Euro verloren haben.
Bei solchen Summen spielt es dann schon eine untergeordnete Rolle, welches Auto ein Pfarrer fährt oder was der Umbau eines Bischofshauses kostet.
Es ist wirklich wohltuend, daß solche Dinge heutzutage bekannt werden.
Kardinal Maradiaga bezeichnet die Vorwürfe als "Halbwahrheiten": http://www.kath.net/news/62188

Nicht gerade ein eindeutiges Bestreiten. :hmm: Aber in Wahrheit geht es ja angeblich auch um etwas anderes:
[...] Maradiaga meinte auch, dass es jetzt nur darum gehe, die Reformen von Papst Franziskus zu gefährden. [...]
Ach, und dazu braucht er diese Unsummen ?
Ablenkung vom Thema.
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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umusungu
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von umusungu » Mittwoch 27. Dezember 2017, 21:09

Caviteño hat geschrieben:
Mittwoch 27. Dezember 2017, 15:16
Infovaticana weist auf den "anderen Skandal von Maradiaga" hin: Dem "Verschwinden" des Katholizismus in dem Land.
Honduras gehöre mit Nicaragua, Guatemala und Uruguay zu den vier Ländern in Lateinamerika, in denen die kath. Kirche ihre Mehrheit in der Bevölkerung verloren habe. Der Anteil der Katholiken sei von 76% in 1996 auf 47% in 2013 gefallen. Dies könne man nur als "Kataklysmus" bezeichnen.
Welchen Skandals hat sich der Kardinal schuldig gemacht? Hat er die Menschen aus der Kirche gezwungen?

Caviteño
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 28. Dezember 2017, 00:08

umusungu hat geschrieben:
Mittwoch 27. Dezember 2017, 21:09
Welchen Skandals hat sich der Kardinal schuldig gemacht? Hat er die Menschen aus der Kirche gezwungen?
Maradiaga ist seit 1996 Präsident der Bischofskonferenz seines Landes. Seit dem Zeitpunkt hat die Kirche in Honduras jeden dritten Gläubigen verloren.
Wenn ein Unternehmen ein Drittel seiner Kunden (bzw. eine Partei ein Drittel ihrer Wähler) verliert, sollte der Mann/die Frau an der Spitze eigentlich ein ganz gewaltiges Problem haben.

Gilt das nicht erst recht für einen Schäfer, der in seiner Hütezeit ein Drittel der ihm anvertrauten Lämmer und Schafe verliert? Das ist ja kein Naturgesetz, wie die Zahlen aus anderen Ländern beweisen. Warum ist ausgerechnet seine Herde betroffen? Was läuft da falsch?
Das ist kann ja nicht am bösen Wolf liegen - der dann bei anderen Herden nicht so erfolgreich ist.

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Edi
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Edi » Donnerstag 28. Dezember 2017, 00:34

umusungu hat geschrieben:
Mittwoch 27. Dezember 2017, 21:09

Welchen Skandals hat sich der Kardinal schuldig gemacht? Hat er die Menschen aus der Kirche gezwungen?
In Deutschland ist der Kirchenbesuch auch massiv zurückgegangen. Die Zahlen von 1950 bis heute sind ja bekannt. Man kann auch nur die Zahlen von 1990 bis heute nehmen.
Da wo die Kirche nur noch Sozialchristentum lehrt und lebt und die wesentlichen Dinge ausgeklammert bzw. nicht mehr deutlich genug gelehrt werden, geht die Zahlen der Gläubige zwangsläufig zurück. Warum nehmen die Freikirchen hierzulande zu, ganz unabhängig davon, daß sie manchmal auch Stuß lehren?
Man kann tausendmal in eine Messe gehen und doch nie vom heiligen Geist berührt werden. Ich gehe ab und zu in einen Gottesdienst von indischen Priestern, die auch u.a. Exerzitien halten, da wird der Glaube noch lebendig und spürbar. Die Messe herunterleiern aber kann jeder. Die Worte einer solchen Messe sind zwar die gleichen wie die einer Messe, bei der man berührt ist, aber die zweite ist wirksamer. Man denke nur an Pater Pio, der dieselbe Messe gelesen hat wie alle anderen Priester auch. Da war doch Gottes Geist spürbarer. Gut man kann Pater Pio freilich nicht mit anderen Priestern vergleichen, denn er war etwas Besonderes und durch ihn haben sich ja viel bekehrt. Trotzdem muss man sehen, daß es Unterschiede bei den Priestern gibt, die einen leiern im Extremfall etwas herunter und wollen möglichst schnell fertig sein, die anderen sind mehr dabei und man merkt auch, daß sie selber von dem, was sie verkündigen überzeugt sind.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von HeGe » Dienstag 2. Januar 2018, 14:08

HeGe hat geschrieben:
Freitag 15. Dezember 2017, 14:14
Mehrere deutsche Diözesen in finanziellen Schwierigkeiten
Erste Konsequenzen:

Erzbistum Hamburg erwägt Schließungen katholischer Schulen

Statt eine der wenigen, "niedrigschwelligen" Gelegenheiten zu schließen, bei denen Kinder überhaupt noch mit unserem Glauben in Kontakt kommen können, würde ich ja eher mal die meist völlig aufgeblähten Ordinariate zum Sparen zwingen oder irgendwelche überfinanzierte Bildungshäuser dichtmachen. :achselzuck:
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 2. Januar 2018, 14:16

HeGe hat geschrieben:
Dienstag 2. Januar 2018, 14:08
HeGe hat geschrieben:
Freitag 15. Dezember 2017, 14:14
Mehrere deutsche Diözesen in finanziellen Schwierigkeiten
Erste Konsequenzen:

Erzbistum Hamburg erwägt Schließungen katholischer Schulen

Statt eine der wenigen, "niedrigschwelligen" Gelegenheiten zu schließen, bei denen Kinder überhaupt noch mit unserem Glauben in Kontakt kommen können, würde ich ja eher mal die meist völlig aufgeblähten Ordinariate zum Sparen zwingen oder irgendwelche überfinanzierte Bildungshäuser dichtmachen. :achselzuck:
denkst Du daß das wirklich die gleichen Einsparungen bringt eine privatschule ist in Deutschland sehr Kostenintensiv
oder sagst Du das nur als eine der üblichen konservativen Phrasen ,die bösen Ordinariate und die Bildungshäuser wo man vielleicht auch mal Leute zu gast hat,die im übrigen ganz ordentliche Preise zahlen,
die eben über Themen referieren die nicht streng katholisch sind ?

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von HeGe » Dienstag 2. Januar 2018, 14:26

CIC_Fan hat geschrieben:
Dienstag 2. Januar 2018, 14:16
denkst Du daß das wirklich die gleichen Einsparungen bringt eine privatschule ist in Deutschland sehr Kostenintensiv
oder sagst Du das nur als eine der üblichen konservativen Phrasen ,die bösen Ordinariate und die Bildungshäuser wo man vielleicht auch mal Leute zu gast hat,die im übrigen ganz ordentliche Preise zahlen,
die eben über Themen referieren die nicht streng katholisch sind ?
Nachdem kirchliche Schulen meist zu etwa 95 % vom Staat refinanziert werden, dürften die eigentlich im Verhältnis zum Nutzen nicht so "kostenintensiv" sein.

Das hat aber auch nichts mit "üblichen konservativen Phrasen" zu tun, sondern mit einem für mich Sparen am falschen Ende. Wir hatten das Thema ja anderenorts schon mal. Das Münchner Ordinariat, das derzeit für einen dreistelligen (!) Millionenbetrag neu errichtet wird, hatte 1960 nur 45 Hauptangestellte und drei Nonnen als Belegschaft im Ordinariat. Heute sind es um die 1.000! Das mag vielleicht in Hamburg nicht so extrem sein, das weiß ich nicht, aber weniger Mitarbeiter werden es da auch nicht geworden sein. Jetzt kann man natürlich sagen, Hamburg ist Hamburg und München ist München, aber bevor ich das Geld in reichen Diözesen zum Fenster rauswerfe, sollte man es lieber den armen Diözesen geben, wenn die es für sinnvolle Dinge einsetzen können. Katholische Schulen, die einmal geschlossen wurden, werden kaum wiederkommen.
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Raphael » Dienstag 9. Januar 2018, 13:28

Nur zur Info: :emil:
Auch bei griechisch-orthodoxen Christen gibt es anscheinend Finanzskandale .........

Die Deals des Patriarchen Theophilos III.
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Petrus
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Petrus » Dienstag 9. Januar 2018, 14:24

HeGe hat geschrieben:
Dienstag 2. Januar 2018, 14:26
Das Münchner Ordinariat, das derzeit für einen dreistelligen (!) Millionenbetrag neu errichtet wird
nun, aus Sicht des Errichtenden macht das wohl Sinn.

Momentan sind viele Dienststellen des Ordinariats in der Münchner Innenstadt verteilt.

1) Wenn Reinhard Marx das alles in einem Bau vereint, hat er seine Mitarbeitenden viel besser "im Blick", um das mal dezent auszudrücken.

2) Finanziell dürfte sich der Umzug rechnen. Wenn ich bloß an das große fünfstöckige Gebäude direkt am Marienhof denke, oder an das Gebäude in der Dachauer Strasse, gleich neben dem Münchner Hauptbahnhof ... die Mieteinnahmen solcher "Filetstücke" - und das in München - sind nicht ohne. :) Einen Überblick habe ich nicht, interessiert mich auch nicht. Ich erinnere mich aber an ein Telefonat mit der Immoblienreferentin im Ordinariat, als ich mich mal für eine Wohnung im Kirchenbesitz interessierte, die damals schon vergeben war. "Oh, Herr X, melden Sie sich doch gerne wieder mal - wir haben noch viieelle Objekte!"
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Petrus » Dienstag 9. Januar 2018, 14:27

Caviteño hat geschrieben:
Donnerstag 28. Dezember 2017, 00:08
umusungu hat geschrieben:
Mittwoch 27. Dezember 2017, 21:09
Welchen Skandals hat sich der Kardinal schuldig gemacht? Hat er die Menschen aus der Kirche gezwungen?
Maradiaga ist seit 1996 Präsident der Bischofskonferenz seines Landes. Seit dem Zeitpunkt hat die Kirche in Honduras jeden dritten Gläubigen verloren.
soweit ich sehe, ist dieses Phänomen in ganz Lateinamerika anzutreffen. Insofern scheint mir Honduras kein Sonderfall zu sein.
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Lycobates
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Lycobates » Dienstag 9. Januar 2018, 15:03

Petrus hat geschrieben:
Dienstag 9. Januar 2018, 14:27
Caviteño hat geschrieben:
Donnerstag 28. Dezember 2017, 00:08
umusungu hat geschrieben:
Mittwoch 27. Dezember 2017, 21:09
Welchen Skandals hat sich der Kardinal schuldig gemacht? Hat er die Menschen aus der Kirche gezwungen?
Maradiaga ist seit 1996 Präsident der Bischofskonferenz seines Landes. Seit dem Zeitpunkt hat die Kirche in Honduras jeden dritten Gläubigen verloren.
soweit ich sehe, ist dieses Phänomen in ganz Lateinamerika anzutreffen. Insofern scheint mir Honduras kein Sonderfall zu sein.
Frater Maradiaga auch nicht.

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Dienstag 9. Januar 2018, 23:25

Petrus hat geschrieben:
Dienstag 9. Januar 2018, 14:27
Caviteño hat geschrieben:
Donnerstag 28. Dezember 2017, 00:08
umusungu hat geschrieben:
Mittwoch 27. Dezember 2017, 21:09
Welchen Skandals hat sich der Kardinal schuldig gemacht? Hat er die Menschen aus der Kirche gezwungen?
Maradiaga ist seit 1996 Präsident der Bischofskonferenz seines Landes. Seit dem Zeitpunkt hat die Kirche in Honduras jeden dritten Gläubigen verloren.
soweit ich sehe, ist dieses Phänomen in ganz Lateinamerika anzutreffen. Insofern scheint mir Honduras kein Sonderfall zu sein.
Weiter oben hatte ich geschrieben:
Infovaticana weist auf den "anderen Skandal von Maradiaga" hin: Dem "Verschwinden" des Katholizismus in dem Land.
Honduras gehöre mit Nicaragua, Guatemala und Uruguay zu den vier Ländern in Lateinamerika, in denen die kath. Kirche ihre Mehrheit in der Bevölkerung verloren habe. Der Anteil der Katholiken sei von 76% in 1996 auf 47% in 2013 gefallen. Dies könne man nur als "Kataklysmus" bezeichnen.

https://infovaticana.com/2017/12/26/esc ... -honduras/
Zwar ist der Katholizismus in ganz Lateinamerika auf dem Rückzug - aber so extrem wie in Honduras ist es kaum in einem anderen Land. Da muß man schon fragen, warum es woanders besser läuft - zumal man ja dort einen charismatischen Oberhirten hat.

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Petrus » Montag 15. Januar 2018, 21:22

Caviteño hat geschrieben:
Dienstag 9. Januar 2018, 23:25


Zwar ist der Katholizismus in ganz Lateinamerika auf dem Rückzug
oh - in Argentinien auch schon?
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Freitag 19. Januar 2018, 04:10

Petrus hat geschrieben:
Montag 15. Januar 2018, 21:22
Caviteño hat geschrieben:
Dienstag 9. Januar 2018, 23:25


Zwar ist der Katholizismus in ganz Lateinamerika auf dem Rückzug
oh - in Argentinien auch schon?
Hattest Du nicht selbst vorher geschrieben "soweit ich sehe, ist dieses Phänomen in ganz Lateinamerika anzutreffen. Insofern scheint mir Honduras kein Sonderfall zu sein."

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Petrus » Freitag 19. Januar 2018, 11:00

Caviteño hat geschrieben:
Freitag 19. Januar 2018, 04:10
Petrus hat geschrieben:
Montag 15. Januar 2018, 21:22
Caviteño hat geschrieben:
Dienstag 9. Januar 2018, 23:25


Zwar ist der Katholizismus in ganz Lateinamerika auf dem Rückzug
oh - in Argentinien auch schon?
Hattest Du nicht selbst vorher geschrieben "soweit ich sehe, ist dieses Phänomen in ganz Lateinamerika anzutreffen. Insofern scheint mir Honduras kein Sonderfall zu sein."
ich hatte darauf angespielt, dass sich der derzeitige Papst in Argentinien (ist das sein Heimatland?) bis heute nicht mehr sehen hat lassen.
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Juergen » Freitag 19. Januar 2018, 19:48

Wenn es ums Geld geht, ist die Kirche erfinderisch. Ach, würde sie doch nur die Hälfte an Erfindungsreichtum haben, wenn es um die Verkündigung des Glaubens ginge.
Erzbistum Paris testet kontaktloses Zahlen für Kollekte
Bald könnte es in französischen Klingelbeuteln nicht mehr klingeln: Das Erzbistum Paris startet einen Pilotversuch mit einem elektronischen Kollektenkorb – Gläubige können kontaktlos spenden.
Gruß
Jürgen

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 20. Januar 2018, 04:05

Petrus hat geschrieben:
Freitag 19. Januar 2018, 11:00
ich hatte darauf angespielt, dass sich der derzeitige Papst in Argentinien (ist das sein Heimatland?) bis heute nicht mehr sehen hat lassen.
Das ist in der Tat erstaunlich. In Kuerze ein Besuch in Chile und dabei kein stop-over in Buenos Aires... :hmm: :hmm:

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Dienstag 23. Januar 2018, 13:05

Ein sehr kritischer Artikel zu den finanziellen Zuständen im Erzbistum Hamburg:

Die Schulen fallen zuerst: Franziskus und die Kirche der Reichen – Katholischer Kahlschlag in Hamburg

Während die Solidaris-Revisions GmbH zum 31. 12. 2015 in ihrem Bericht noch folgendes bescheinigte:
Die Finanzanlagen – überwiegend krisensichere Staats- und Bankanleihen – wurden im Wirtschaftsbericht mit 162.014.472,42 Euro beziffern – zuzüglich Anlagen für den Priesterversorgungsfond in Höhe von 76.306.365,29 Euro. Addiert man allein diese Beträge ohne Forderungen aus Lizenzen und weitere Einnahmequellen zusammen, so verfügte das Bistum zum Ende des Jahres 2015 über ein Vermögen von deutlich über 260 Millionen Euro. Franziskanische Armut sieht anders aus.
kam Ernst & Young (E&Y) zu einem Ergebnis, das den Eindruck erweckte, das Erzbistum stehe kurz vor der Insolvenz. Als Ergebnis der "Feststellungen" von E&Y werden zunächst die kirchlichen Schulen geschlossen.
In ein Nacht- und Nebelaktion wurde den Leitern von acht katholischen Bildungseinrichtungen am 17. Januar mitgeteilt, dass ihre Schulen schließen werden.
(...)
Auch wird der kirchliche Kahlschlag nicht auf die Schulen beschränkt bleiben. Das E&Y-Papier nennt explizit nicht nur Pfarreien und Kirchen, sondern auch die kirchlichen Krankeneinrichtungen, die keine Gewinne abwürfen.
Süffisant wird zum Schluß bemerkt:
Selbstverständlich kann die Kirche, wenn sie ihres Glaubensauftrages überdrüssig ist und angesichts der zunehmenden Islamisierung Deutschlands sich ohnehin keine Chancen auf Wachstum und staatliche Subventionierung erhofft, zu einem reinen Wirtschaftsunternehmen werden. Dann allerdings sollte sie auch dazu stehen und Papst Franziskus über die Umorientierung in Kenntnis setzen.
;D

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Petrus » Dienstag 23. Januar 2018, 20:27

ja nu.

wenn man bewährte Priester zwangsweise in den Ruhestand schickt,
wie meinen Freund, den Pastor Michael X,

würd ich do amol sach (auf fränggisch)

do liechd fei ka Sechen drauf.
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Yeti » Mittwoch 24. Januar 2018, 17:50

Caviteño hat geschrieben:
Dienstag 23. Januar 2018, 13:05
Ein sehr kritischer Artikel zu den finanziellen Zuständen im Erzbistum Hamburg:

Die Schulen fallen zuerst: Franziskus und die Kirche der Reichen – Katholischer Kahlschlag in Hamburg

Während die Solidaris-Revisions GmbH zum 31. 12. 2015 in ihrem Bericht noch folgendes bescheinigte:
Die Finanzanlagen – überwiegend krisensichere Staats- und Bankanleihen – wurden im Wirtschaftsbericht mit 162.014.472,42 Euro beziffern – zuzüglich Anlagen für den Priesterversorgungsfond in Höhe von 76.306.365,29 Euro. Addiert man allein diese Beträge ohne Forderungen aus Lizenzen und weitere Einnahmequellen zusammen, so verfügte das Bistum zum Ende des Jahres 2015 über ein Vermögen von deutlich über 260 Millionen Euro. Franziskanische Armut sieht anders aus.
kam Ernst & Young (E&Y) zu einem Ergebnis, das den Eindruck erweckte, das Erzbistum stehe kurz vor der Insolvenz. Als Ergebnis der "Feststellungen" von E&Y werden zunächst die kirchlichen Schulen geschlossen.
In ein Nacht- und Nebelaktion wurde den Leitern von acht katholischen Bildungseinrichtungen am 17. Januar mitgeteilt, dass ihre Schulen schließen werden.
(...)
Auch wird der kirchliche Kahlschlag nicht auf die Schulen beschränkt bleiben. Das E&Y-Papier nennt explizit nicht nur Pfarreien und Kirchen, sondern auch die kirchlichen Krankeneinrichtungen, die keine Gewinne abwürfen.
Süffisant wird zum Schluß bemerkt:
Selbstverständlich kann die Kirche, wenn sie ihres Glaubensauftrages überdrüssig ist und angesichts der zunehmenden Islamisierung Deutschlands sich ohnehin keine Chancen auf Wachstum und staatliche Subventionierung erhofft, zu einem reinen Wirtschaftsunternehmen werden. Dann allerdings sollte sie auch dazu stehen und Papst Franziskus über die Umorientierung in Kenntnis setzen.
;D
"Wer allein dem Weg des Franziskus folgt, der hat am Ende nur die Seelen, aber nichts mehr, um sie zu retten. Wer aber dem Weg des Geldes folgt, der hat am Ende vielleicht alles, aber nicht die Seelen, die es noch zu retten gäbe."
Ein hübsches Wort daraus. :ja:
Die katholische Elternschaft rebelliert auch:
"Angesichts bundesweit üppig sprudelnder Einnahmen aus der Kirchensteuer mahnen wir dringend die Solidarität der reichen, volkskirchlich geprägten Diözesen mit den finanziell schlechter gestellten Diaspora-Diözesen im Norden und Osten der Republik an." Es könne nicht sein, so Kastner weiter, dass es sich nur reiche Diözesen leisten könnten, missionarisch tätig zu sein.
Da dürfte die praktische "Solidarität" letzten Endes eine Phrase bleiben. Vielleicht erleben wir gerade den Beginn eines hässlichen Verteilungskampfes aus dem Kirchensteuertopf, der sich naturgemäß von Nord nach Süd vorfrisst.
#gottmensch statt #gutmensch

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Ralf » Mittwoch 24. Januar 2018, 21:56

Yeti hat geschrieben:
Mittwoch 24. Januar 2018, 17:50
Vielleicht erleben wir gerade den Beginn eines hässlichen Verteilungskampfes aus dem Kirchensteuertopf, der sich naturgemäß von Nord nach Süd vorfrisst.
So wird's kommen.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 24. Januar 2018, 23:54

Yeti hat geschrieben:
Mittwoch 24. Januar 2018, 17:50
Da dürfte die praktische "Solidarität" letzten Endes eine Phrase bleiben. Vielleicht erleben wir gerade den Beginn eines hässlichen Verteilungskampfes aus dem Kirchensteuertopf, der sich naturgemäß von Nord nach Süd vorfrisst.
Guter Gesichtspunkt.
Wird im politischen Bereich von der Kirche nicht immer die "Solidarität" eingefordert, mit den "Flüchtlingen", den Wohnungslosen (s. Predigt Woelki) usw.?

An ihren Früchen sollt ihr sie erkennen - heißt es doch in der Bibel......
Von anderen etwas fordern und selbst raffen, wenn sich dieses Bild in der Gesellschaft einmal richtig verbreitet hat, dürfte es zu spät sein.

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Yeti » Sonnabend 27. Januar 2018, 16:36

Caviteño hat geschrieben:
Mittwoch 24. Januar 2018, 23:54
Yeti hat geschrieben:
Mittwoch 24. Januar 2018, 17:50
Da dürfte die praktische "Solidarität" letzten Endes eine Phrase bleiben. Vielleicht erleben wir gerade den Beginn eines hässlichen Verteilungskampfes aus dem Kirchensteuertopf, der sich naturgemäß von Nord nach Süd vorfrisst.
Guter Gesichtspunkt.
Wird im politischen Bereich von der Kirche nicht immer die "Solidarität" eingefordert, mit den "Flüchtlingen", den Wohnungslosen (s. Predigt Woelki) usw.?

An ihren Früchen sollt ihr sie erkennen - heißt es doch in der Bibel......
Von anderen etwas fordern und selbst raffen, wenn sich dieses Bild in der Gesellschaft einmal richtig verbreitet hat, dürfte es zu spät sein.
katholisch.de hat geschrieben:Eine einmalige Finanzspritze könne die Strukturprobleme nicht lösen.
Die Solidarität könnte natürlich auch die Form einer "f(r)eindlichen Übernahme" annehmen (z.B. die Bistümer Osnabrück, Münster, Hildesheim zu Hamburg etc.), aber das würde die finanziellen Probleme sicher nicht lösen. Wir sind offenbar schon mitten im kirchlichen Strukturwandel:
Derzeit werde die Wirtschaftlichkeit von weiteren kirchlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Kitas geprüft. Auch dort werde es zu Schließungen kommen, so Thim.
Ich bin gespannt, wann der "Zug" im Süden ankommt. Es sind auch schon größere "Streich-Konzerte" geplant, die auch den Süden betreffen würden:
katholisch.de hat geschrieben:Massive Kürzungen bei Hochschultheologie geplant: Derzeit gibt es noch 19 katholisch-theologische Fakultäten in Deutschland. Bald sollen es nur noch vier oder fünf sein. Die Fakultäten warnen vor dieser massiven Ausdünnung.
Aus der vatikanischen Bildungskongregation war zu hören, dass die katholische Kirche in Deutschland künftig maximal noch vier oder fünf katholisch-theologische Fakultäten brauche. Derzeit gibt es bundesweit 19 solche Fakultäten und Hochschulen sowie 30 kleinere Institute. Die Zahl der Studierenden sinkt jedoch. Außerdem werden zunehmend Lehramtsstudiengänge dem theologischen Vollstudium vorgezogen.
#gottmensch statt #gutmensch

Caviteño
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Sonntag 28. Januar 2018, 01:45

Yeti hat geschrieben:
Sonnabend 27. Januar 2018, 16:36
Die Solidarität könnte natürlich auch die Form einer "f(r)eindlichen Übernahme" annehmen (z.B. die Bistümer Osnabrück, Münster, Hildesheim zu Hamburg etc.), aber das würde die finanziellen Probleme sicher nicht lösen.
Natürlich muß ein Bistumsmerger überlegt werden und darf nicht außerhalb jeder Diskussion sein. Das Bistum Essen ist dafür ein gutes Beispiel. Es wurde in der Hochzeit 1958 unter ganz anderen Annahmen (weiterer Anstieg der Katholikenzahlen im Ruhrgebiet) gegründet, ist jetzt finanziell "klamm" und hat sich im Grunde überlebt. Hier könnte eine Rückabwicklung zumindest die administrativen Kosten vermindern.

Im übrigen dürfte es sich bei den finanziellen Problemen um eine Art "Luxusproblem" handeln. Die Altersversorgung der Bediensteten ist durch Rückstellungen, denen entsprechende Bank- und Wertpapierguthaben gegenüberstehen, gedeckt. Das ist lobenswert, zeigt allerdings auch, daß hier eine Vorsorge betrieben wird, die der heutigen Gesellschaft leider fremd ist. Fast alle anderen Alterssicherungssysteme beruhen auf dem Umlageprinzip und da damit zu rechnen ist, daß die KiSt auch noch einigen Jahr(zehnt)en fließen wird, wird der Unterschied der "finanziellen Probleme" (z.B. in der Rentenversicherung) deutlich.

Die vermeintlich hohen Kosten liegen natürlich auch an der kirchlichen Infrastruktur, die aufrechterhalten wird, obwohl die Zahl der Gläubigen und der Gottesdienstbesucher immer weiter abnimmt. Von meiner Wohnung aus kann ich innerhalb von 20 Minuten zu Fuß fünf Kirchen (davon zwei in fünf Minuten) und ein Krankenhaus erreichen, in denen am Samstag/Sonntag eine (Vorabend-)Messe gelesen wird, tlw. für 20 - 30 Gottesdienstbesucher. Das ist seit Jahrzehnten so, obwohl sich die Zahl der Gläubigen dezimiert hat. Nur die sonntägliche Messe in einem Altenheim wurde gestrichen, als der dort wohnende Priester in ein anderes Heim wechselte.

Natürlich sind Kirchenschließungen immer mit Emotionen und Protesten verbunden. Sie wären allerdings leichter vermittelbar, wenn man auch "beim Kopf" einsparen würde. Da bietet sich der Zusammenschluß von Bistümern an - bevor man vor Ort die Pfarreien zusammenschließt. Ein Generalvikar, der die Kirche mehr als Wirtschaftsunternehmen betrachtet und auf Effizienz trimmen will, ist da nicht wirklich hilfreich.

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 31. Januar 2018, 00:38

Von Kirche zu Wirtschaftsbetrieb - Deutschlands Kirchen und das Ende der Kirchensteuer

Schulschließungen, Verkauf von Krankenhäusern - wie in HH - das dürfte der Anfang sein. Die Kirchen in D. bereiten sich auf das Überleben ohne Kirchensteuer vor.
Das Modell Kirchensteuer sei in der kirchlich gebotenen Perspektive nicht zuletzt deshalb ein Auslaufmodell, weil die früher als enge Verbündete wahrgenommenen C-Parteien sich längst als neue Sozialisten ohne Kirchenbindung etabliert hätten. Die traditionelle Gegnerschaft vor allem der Sozialisten und Liberalen zum kirchlichen Wesen nähme mittlerweile in der Gesellschaft einen derart breiten Raum ein, dass eine erneute Diskussion über Sinn und Zweck einer staatlich erhobenen Kirchensteuer nicht mehr auf Dauer zu vermeiden sein werde.

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 31. Januar 2018, 10:13

was sehr zu begrüßen wäre

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Petrus » Mittwoch 31. Januar 2018, 10:53

nun,

ich gehe davon aus,
dass "der Staat" in Deutschland derzeit kein Interesse hat, die Kirchensteuer abzuschaffen.

Zum einen werden die Kirchen (wie ich meine, zu Recht) vom Staat als systemstabilisierendes Element wahrgenommen.

Zum andern ist der Staat wohl froh, dass die freien Wohlfahrtsverbände ihm die Last der organisierten Wohlfahrtspflege abnehmen. Und zahlt viel Geld dafür.
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 31. Januar 2018, 12:30

Petrus hat geschrieben:
Mittwoch 31. Januar 2018, 10:53
ich gehe davon aus,
dass "der Staat" in Deutschland derzeit kein Interesse hat, die Kirchensteuer abzuschaffen.
Steuersenkungen sind allerdings das Letzte, was man erwarten kann und die Kirchensteuer-Abschaffung wäre ja eine solche. Andererseits wäre es auch möglich, das ein Land (Berlin?, Bremen?) den Vorreiter macht. Schließlich ist die Kirchensteuer reine Ländersache, eine bundeseinheitliche Regelung ist nicht notwendig.

Eine andere Möglichkeit wäre die bisherigen KiSt auf alle Steuerzahler auszuweiten und denen dann die Wahl zu geben, den entsprechenden Betrag den Kirchen oder anderen Institutionen zuzuweisen. Ich glaube in IT gibt es ein solches Modell.

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