"Die Kirche und das liebe Geld"

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Lycobates
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Lycobates » Samstag 7. Dezember 2019, 00:41

Ralf hat geschrieben:
Samstag 7. Dezember 2019, 00:33
Lycobates hat geschrieben:
Freitag 6. Dezember 2019, 23:13
Ich kenne Leute, die haben am 1. Dezember die Totenvesper gebetet für Ihre Hoheit die Infantin Isabella Clara Eugenia, Statthalterin der Niederlande, die an dem Tage des Jahres 1633 in Brüssel verstarb.
Kein Mensch hienieden weiß, ob die Allerhöchste Frau die Gebete selber noch gebraucht hat, oder nicht.
Verloren sind sie keineswegs: falls sie nicht gebraucht werden, dann wandern sie in den Schatz der Kirche.
Communio Sanctorum.
Richtig. Es ist nie ein Gebet umsonst. Total super.

Nur für die Heiligen brauchen wir nicht mehr zu beten - die dürfen für uns :-)
Auch die Armen Seelen im Fegefeuer können, dürfen und werden für uns beten, namentlich für jene, die an sie denken. Nur für sich selbst vermögen sie nichts mehr zu tun.
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Fac me Tibi semper magis credere, in Te spem habere, Te diligere
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Ralf
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Ralf » Samstag 7. Dezember 2019, 11:43

Lycobates hat geschrieben:
Samstag 7. Dezember 2019, 00:41
Auch die Armen Seelen im Fegefeuer können, dürfen und werden für uns beten, namentlich für jene, die an sie denken. Nur für sich selbst vermögen sie nichts mehr zu tun.
Zu denen habe ich mich nicht geäußert. Mit Deiner Aussage hast du natürlich Recht.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

Tinius
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Tinius » Samstag 7. Dezember 2019, 23:48

Lycobates hat geschrieben:
Freitag 6. Dezember 2019, 23:13

Ich kenne Leute, die haben am 1. Dezember die Totenvesper gebetet für Ihre Hoheit die Infantin Isabella Clara Eugenia, Statthalterin der Niederlande, die an dem Tage des Jahres 1633 in Brüssel verstarb.
Kein Mensch hienieden weiß, ob die Allerhöchste Frau die Gebete selber noch gebraucht hat, oder nicht.
Verloren sind sie keineswegs: falls sie nicht gebraucht werden, dann wandern sie in den Schatz der Kirche.
Communio Sanctorum.
Die Dame ist wegen ihrer vieler Straftaten, die sie zu verantworten hat, dort wo Gebete nichts mehr nützen...Beten sollten man lieber für ihre Opfer.

Vir Probatus
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Vir Probatus » Sonntag 8. Dezember 2019, 06:29

taddeo hat geschrieben:
Donnerstag 5. Dezember 2019, 16:06
Irmgard hat geschrieben:
Donnerstag 5. Dezember 2019, 15:29
Strafermittlungen gegen Aachener Weihbischof Bündgens

Weihbischof Bündgens zahlt Mittel zurück, die er zuvor auf sein Privatkonto hatte buchen lassen. Seufz...
Wenn man das liest - nicht verbrieftes "Wohnrecht", Bevollmächtigter bucht aufs Privatkonto um - dann fragt man sich echt, ob solche Typen so dreist sind oder so naiv. Eins wär so schlimm wie das andere. Wenn einer schon in weltlichen Dingen so ein Volltrottel ist, was kann man dem dann in geistlichen zutrauen? :hmm: :roll:
https://www.bild.de/regional/koeln/koel ... .bild.html

Laut Bild-Zeitung handelt es sich um die abgebildete Immobilie, die der Herr Weihbischof selbst bewohnt. Es wurden Nachbarn befragt.
Vermutlich ist es kein Zweifamilienhaus, die Absicht des Bischofs das Haus selbst zu nutzen, war wohl von Anfang an klar.
Kaufpreis über € 600000,--, gedacht als Altersruhesitz.
Die Sache mit dem Wohnrecht dürfte der Versuch einer Schutzbehauptung sein, noch dazu einer äusserst dummen.
(Aber das ist man ja in solchen Fällen gewohnt: "Businessclass sind wir geflogen!")
Da wird man hoffentlich genau nachschauen, wie die gesamte Finanzierung dieses Hauskaufs abgelaufen ist.
Ggf. gibt es da noch ein paar reiche Witwen.

Der Sachverhalt "Strafermittlungen" stimmt nicht mehr. Inzwischen ist Anklage erhoben.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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kabelkeber
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von kabelkeber » Sonntag 8. Dezember 2019, 10:03

Och, in Trier hat man sich nen neuen Fuhrpark geleistet... Audi A4, A6 und A8

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Vir Probatus » Sonntag 8. Dezember 2019, 11:02

kabelkeber hat geschrieben:
Sonntag 8. Dezember 2019, 10:03
Och, in Trier hat man sich nen neuen Fuhrpark geleistet... Audi A4, A6 und A8
Da die Pfarreienreform jetzt erstmal nicht kommt, ist zu fragen, ob die Fahrzeuge überhaupt benötigt werden.
Aber "Nice to have" sagt man ja heute.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

Caviteño
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Sonntag 8. Dezember 2019, 11:38

Vir Probatus hat geschrieben:
Sonntag 8. Dezember 2019, 06:29
Die Sache mit dem Wohnrecht dürfte der Versuch einer Schutzbehauptung sein, noch dazu einer äusserst dummen.
(Aber das ist man ja in solchen Fällen gewohnt: "Businessclass sind wir geflogen!")
Da wird man hoffentlich genau nachschauen, wie die gesamte Finanzierung dieses Hauskaufs abgelaufen ist.
Ggf. gibt es da noch ein paar reiche Witwen.
Der Sachverhalt "Strafermittlungen" stimmt nicht mehr. Inzwischen ist Anklage erhoben.
Da hat sich der Herr Weihbischof wohl selbst ins Knie geschossen.
Sollte tatsächlich ein Wohnrecht vorliegen, das er der alten Dame für den Betrag eingeräumt hat, hätte er den Betrag versteuern müssen. Schließlich handelt es sich um eine Einmalzahlung für ein Wohnrecht und künftige Mieteinnahmen fallen dann nicht mehr an.

Man darf davon ausgehen, daß die Staatsanwaltschaft das wohl auch überprüft hat; in NRW ist die Zusammenarbeit zwischen Staatsanwaltschaft und dem zuständigen Strafsachen-Finanzamt sehr eng. Wurde nun Anklage wegen Veruntreuung erhoben, spricht dies dafür, daß es sich tatsächlich nur um eine Schutzbehauptung handelt.

Es ist schon unglaublich, ein Freund der Familie, ein Weihbischof versucht, sich am Vermögen der alten Dame zu bereichern. Er nimmt an, daß so etwas nicht auffällt und er in seiner hohen kirchlichen Stellung kaum angreifbar sei. Glücklicherweise hat der Betreuer richtig gehandelt und man kann nur hoffen, daß das Gericht auch durchgreift.

Petrus
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Petrus » Sonntag 8. Dezember 2019, 12:50

Caviteño hat geschrieben:
Sonntag 8. Dezember 2019, 11:38

Man darf davon ausgehen, daß die Staatsanwaltschaft das wohl auch überprüft hat
woher weißt Du das, Caviteño?

und - wer ist "Man"?

im Voraus dafür Dir herzlichen Dank.

(Du mußt aber nicht antworten).

Petrus.

Caviteño
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Montag 9. Dezember 2019, 02:57

Petrus hat geschrieben:
Sonntag 8. Dezember 2019, 12:50
Caviteño hat geschrieben:
Sonntag 8. Dezember 2019, 11:38

Man darf davon ausgehen, daß die Staatsanwaltschaft das wohl auch überprüft hat
woher weißt Du das, Caviteño?

und - wer ist "Man"?

im Voraus dafür Dir herzlichen Dank.

(Du mußt aber nicht antworten).

Petrus.
Aber lieber Petrus, ich beantworte doch immer gerne Deine Fragen und helfe beim Verständnis.

Zunächst einmal solltest Du genau lesen. Ich habe nicht geschrieben, daß es ich es "weiß", sondern das "man davon ausgehen kann". Warum?

Versetz Dich einmal in die Lage des Strafverfolgers. Der erhält eine Anzeige über die Veruntreuung von Geldern und -damit konfrontiert- behauptet der Beschuldigte, es habe sich um Gelder für ein "Wohnrecht" gehandelt. Zwar findet sich kein entsprechender Eintrag im Grundbuch, aber trotzdem kann ein Wohnrecht durch vertragliche Vereinbarung ohne dingliche Sicherung (= Eintragung im Grundbuch) vereinbart sein. Das würde aber in jedem Fall bedeuten, daß es sich um eine (Art) Mietvorauszahlung handelt, die im Zeitpunkt des Zuflusses versteuert werden muß. Eine solche Versteuerung wäre zumindest als Indiz zu werten, daß beide Parteien davon ausgingen, daß ein Wohnrecht mit der Zahlung erworben wurde.
Wie ich bereits oben ausführte, ist die Zusammenarbeit zwischen Staatsanwalt und Strafsachen-Finanzämtern in NRW im Bundesvergleich besonders gut und erfolgt auf "dem kurzen Dienstweg". Insofern ist eine Überprüfung naheliegend.

Zum Begriff des Pronomens "man":

Schaust Du bitte hier - und dann weiter auf "Generalisierendes Personalpronomen" klicken.

Ich hoffe, es hat geholfen und die Verständnisschwierigkeiten sind damit erledigt.

Petrus
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Petrus » Montag 9. Dezember 2019, 08:51

Caviteño hat geschrieben:
Montag 9. Dezember 2019, 02:57

Ich hoffe, es hat geholfen
nein, Caviteño - nicht "es" hat geholfen, sondern Du hast mir geholfen.

danke Dir.

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Benedikt
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Benedikt » Freitag 13. Dezember 2019, 09:30

Auch die evgl. Kirche ist unbarmherzig, wenn es ums Geld geht:
https://www.rbb24.de/content/rbb/r24/pa ... ng-ab.html

Eine Rentnerin, gebürtig in Sachsen-Anhalt, heute wohnhaft in Berlin, muß einen vierstelligen Betrag Kirchensteuer nachzahlen. Ihre Eltern waren in den 1950ern aus der Kirche ausgetreten, hatten aber vergessen, den Austritt ihrer Tochter zu erklären. Die Tochter wußte von ihrer Mitgliedschaft nichts und bekam 11 Jahre nach der Wende Post vom Finanzamt. Sie hat versucht, sich auf Rechtsweg gegen diese Nachforderung zu wehren, hatte jedoch keinen Erfolg.
"Kommt ihm der Staatsumwälzer nicht wie Sisyphus vor? Die Last wird nie oben bleiben, wenn nicht eine Anziehung gegen den Himmel sie auf der Höhe schwebend erhält." - Novalis: Europa

Ralf
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Ralf » Freitag 13. Dezember 2019, 09:54

Benedikt hat geschrieben:
Freitag 13. Dezember 2019, 09:30
Auch die evgl. Kirche ist unbarmherzig, wenn es ums Geld geht:
https://www.rbb24.de/content/rbb/r24/pa ... ng-ab.html

Eine Rentnerin, gebürtig in Sachsen-Anhalt, heute wohnhaft in Berlin, muß einen vierstelligen Betrag Kirchensteuer nachzahlen. Ihre Eltern waren in den 1950ern aus der Kirche ausgetreten, hatten aber vergessen, den Austritt ihrer Tochter zu erklären. Die Tochter wußte von ihrer Mitgliedschaft nichts und bekam 11 Jahre nach der Wende Post vom Finanzamt. Sie hat versucht, sich auf Rechtsweg gegen diese Nachforderung zu wehren, hatte jedoch keinen Erfolg.
Je mehr so ein Urteil publik wird, desto negativer wird der "Return on Invest" - sprich desto eher treten Leute deswegen aus und der Verlust der vielen ist viel höher als der Gewinn bei der einen.

Anders gesagt: das beschleunigt das Schrumpfen, und das ist gut so.
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Lupus
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Lupus » Freitag 13. Dezember 2019, 10:57

...verständlich, ja;aber ...gut so?
Christus mein Leben, Maria meine Hoffnung, Don Bosco mein Ideal!

Ralf
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Ralf » Freitag 13. Dezember 2019, 11:02

Lupus hat geschrieben:
Freitag 13. Dezember 2019, 10:57
...verständlich, ja;aber ...gut so?
Ja, gut so, weil eine Kirche, deren Vertretern der Geldbeutel wichtiger ist als der Respekt vor der Freiheit des Einzelnen, keinen Pfifferling wert ist.
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Siard » Freitag 13. Dezember 2019, 12:45

Ralf hat geschrieben:
Freitag 13. Dezember 2019, 11:02
Lupus hat geschrieben:
Freitag 13. Dezember 2019, 10:57
...verständlich, ja;aber ...gut so?
Ja, gut so, weil eine Kirche, deren Vertretern der Geldbeutel wichtiger ist als der Respekt vor der Freiheit des Einzelnen, keinen Pfifferling wert ist.
Ich schließe mich Ralf an.
Diese Gemeinschaften kümmern sich nicht un das Seelenheil der Menschen, sondern um ihr Einkommen und ihr Image vor der Welt.
Superkalifragiliſtiſchexpialigetiſch

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Edi » Freitag 13. Dezember 2019, 21:20

Wenn die Kirchen nur noch Kirchensteuern von den wirklich Gläubigen bekommen würden und nicht auch von den vielen, die dem Glauben ferne und nur zahlende Mitglieder sind, könnten sie finanziell gesehen, weitgehend einpacken.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Montag 16. Dezember 2019, 09:48

Edi hat geschrieben:
Freitag 13. Dezember 2019, 21:20
Wenn die Kirchen nur noch Kirchensteuern von den wirklich Gläubigen bekommen würden und nicht auch von den vielen, die dem Glauben ferne und nur zahlende Mitglieder sind, könnten sie finanziell gesehen, weitgehend einpacken.
Angesichts der Rücklagen und der Vermögenswerte, die ggfs. veräußerbar wären, könnten sie sich mit dem "einpacken" aber viel Zeit lassen. :breitgrins:

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Montag 16. Dezember 2019, 10:22

Lupus hat geschrieben:
Freitag 13. Dezember 2019, 10:57
...verständlich, ja;aber ...gut so?
Ehrlich Lupus, ich weiß nicht, ob die Kirche sich da nicht verrannt hat. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Möglichkeit des Kirchenaustritts in der DDR und aufgrund welcher verwaltungstechnischen Maßnahmen überhaupt eine Steuerpflicht erkannt wurde:

Rasterfahndung nach Kirchensteuerflüchtlingen

Für mich ausschlaggebend ist z.B. dieser Sachverhalt:
Auch bei Standesbeamten (die in der DDR „Beauftragte für das Personenstandswesen“ hießen) konnte ausgetreten werden (gemäß der o.g. „Notariatsverfahrensordnung“, § 68). Dies wurde am 05. Februar 1976 in der „Arbeitsordnung“ der Staatlichen Notariate (Pkt. 3.8.) ausdrücklich bestätigt („ist zu Protokoll zu nehmen“). Die „Standesämter“ hatten die Notariate zu informieren – und diese entsprechenden Akten (nur!) zehn Jahre aufzubewahren. Das Recht war klar, aber auch: wer sein Dokument verbummelt, kann nach mehr als zehn Jahren nicht hoffen, sich den Kirchenaustritt noch einmal belegen zu lassen.
Im vorliegenden Fall sind die Eltern in den 50'iger Jahren ausgetreten - also vor beinahe 50 Jahre. Der Staat hat keine Akten mehr vorgehalten. Kann man von einem Bürger wirklich erwarten, daß er jedes amtliche Papierstück 50 Jahre aufbewahrt? Zumal in den 50'iger Jahren wohl niemand damit rechnen konnte, daß später einmal die Kirchensteuer nach westdeutschen Verfahren fällig würde.

Mich stört auch die Art der Ermittlungen:

Es wird nach wie vor – mit Hilfe staatlicher Kirchensteuerstellen – nach erwachsenen Personen gesucht, auf die zwei Merkmale zutreffen: Sie sollen erstens evangelisch getauft sein, denn mit der Taufe (hier: der Kindstaufe) wird die spätere, nahezu automatische Mitgliedschaft in der Kirche begründet. Das ist ein Rechtsakt, der für Rechtsunmündige abgeschlossen wird, der dann aber für religionsmündige und schließlich rechtsfähige Personen gilt. Zweitens soll auf diese Personen das Merkmal der Nichtkirchensteuerzahlung zutreffen.
Muß man wirklich aus den administrativen Abläufen in der DDR noch heute Kapital schlagen?
Süffisant wird auf den Fall des ehem. Ministerpräsidenten Platzeck hingewiesen. Der behauptete, als Jugendlicher nach vielen Gesprächen mit einem Pfarrer Flade, aus der Kirche ausgetreten zu sein - bevor er dann später wieder eintrat.
Verwirrung stiftete am Montag eine Mitteilung des Evangelischen Pressedienstes. Dort hatte Pfarrer Flade auf Nachfrage erklärt, Platzeck habe seine Mitgliedschaft - wie in der DDR oft üblich - über Jahre ruhen lassen, aber nie aufgekündigt. Er sei passives Mitglied gewesen und habe in dieser Zeit auch keine Kirchensteuer bezahlt. Flade wurde zitiert, die Kirche werde auf eine Nachzahlung der Kirchensteuer wie in anderen ähnlichen Fällen verzichten. "Eine ruhende Mitgliedschaft gibt es nicht", sagte der Sprecher der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, Markus Bräuer, am Dienstag. Auch in der DDR konnte die Kirchenmitgliedschaft nicht ruhen. "Wer austreten wollte, musste das vor Gericht erklären", sagte er. Die Mitgliedschaft sei nach der Wende mit der Erstausgabe der Lohnsteuerkarten noch einmal überprüft worden.
(...)
Nach Angaben der Kirchengemeinde hat sie keine Dokumente mehr über den Kirchenaustritt Platzecks. Deshalb konnte auch das genaue Datum des Austritts nicht eindeutig festgestellt werden.
http://www.kirchensteuern.de/Texte/Rast ... atzeck.htm

Da stellt sich schon die Frage: Mußte die evang. Kirche bei der Frau auf Zahlung der Beträge bestehen? :traurigtaps:

Tinius
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Tinius » Montag 16. Dezember 2019, 10:29

Das ist doch nur ein Urteil eines Verwaltungsgerichts. Da sollten obere Instanzen Klarheit schaffen.

Caviteño
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Montag 16. Dezember 2019, 12:14

Tinius hat geschrieben:
Montag 16. Dezember 2019, 10:29
Das ist doch nur ein Urteil eines Verwaltungsgerichts. Da sollten obere Instanzen Klarheit schaffen.
Lesen hilft - haben sie nämlich schon!
In dem verlinkten Artikel wird dazu folgendes ausgeführt:
Das vom HVD begleitete und unterstützte Berufungsverfahren von <Carmen Malling> ging am 6. September 2006 vor dem Oberverwaltungsgericht verloren, Revision wurde nicht zugelassen und eine Beschwerde beim OVG ist nicht nur teuer, sondern wohl aussichtslos.
s. auch hier:
Wer aus einer kirchensteuerberechtigten Religionsgemeinschaft austritt, ist gut beraten, den Nachweis darüber lebenslang aufzuheben. Meldet sich nämlich Jahre später das Finanzamt und fragt nach der Kirchenzugehörigkeit, so wird Kirchensteuerpflicht unterstellt, wenn nicht das Gegenteil bewiesen werden kann. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg entschied so im Fall einer Frau, die vor fast zwei Jahrzehnten aus der (hier: evangelischen) Kirche ausgetreten war, dies aber nicht mehr beweisen konnte. Sie musste im Rahmen der Festsetzungsverjährung für fünf Jahre Kirchensteuern nachzahlen. Begründung: "Die Feststellungslast für einen Kirchenaustritt trägt die Steuerzahlerin".
https://www.deutsche-apotheker-zeitung. ... t-aufheben

Deswegen stellt sich mE nur die Frage, ob ein Verzicht auf derartige Ermittlungsmaßnahmen und die folgende Festsetzung, also im Grunde eine Amnestie, durch die evang. Kirche nicht angezeigt gewesen wäre.

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Tinius » Montag 16. Dezember 2019, 15:02

Bundesverwaltunggericht sehe ich hier in der Pflicht.

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von HeGe » Montag 16. Dezember 2019, 16:31

Irmgard hat geschrieben:
Donnerstag 5. Dezember 2019, 15:29
Strafermittlungen gegen Aachener Weihbischof Bündgens

Weihbischof Bündgens zahlt Mittel zurück, die er zuvor auf sein Privatkonto hatte buchen lassen. Seufz...
Mittlerweile wurde die Anklage zugelassen und das Hauptverfahren beim Amtsgericht Kerpen eröffnet:

https://www.vaticannews.va/de/kirche/ne ... orten.html
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Vir Probatus » Montag 16. Dezember 2019, 19:34

https://www.katholisch.de/artikel/23932 ... rantworten


So werden Nachrichten manipuliert: Wenn ich mit Kontovollmacht das Geld einer anderen Person, die mir vertraut, auf mein eigenes Konto scheffele, dann ist das nicht "Geld angenommen haben" sondern "sich des Geldes der anderen Person bemächtigt haben".

Das hier ein Verfahren stattfindet, ist vollkommen in Ordnung.
Auch für Bischöfe gilt das Gesetzbuch.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 17. Dezember 2019, 10:21

Ich denke es wird hier und anderswo kaum jemand geben der das in Frage stellt

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von HeGe » Donnerstag 23. Januar 2020, 14:00

Der Präsident der AIF, Dr. Carmelo Barbagallo, hat heute bekanntgegeben, dass der Vatikan wieder Zugang zum Egmont-Netzwerk hat:

https://press.vatican.va/content/salast ... 00108.html
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von HeGe » Freitag 24. Januar 2020, 13:45

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 24. Januar 2020, 14:13

Wie ist das eigentlich gibts da etwas zum Thema Gläubige verklagen Bischof vorm weltlichen Gericht?

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