"Die Kirche und das liebe Geld"

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Lycobates
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Lycobates » Mittwoch 24. April 2019, 14:37

Petrus hat geschrieben:
Mittwoch 24. April 2019, 14:01
Soweit ich weiß, hat die Kirche nie jemanden verbrannt, sondern nach dem Ende des Prozesses die Verurteilten der weltlichen Obrigkeit zwecks Vollstreckung des Urteils übergeben.
Nicht ganz so.
Der Prozeß wegen Häresie bzw. Apostasie wurde (und wird) vor einem kirchlichen Gericht geführt und führt bei einer Verurteilung zu einer kirchlichen (geistlichen) Strafe. Das ist nie die Todesstrafe (Ecclesia abhorret a sanguine).

Da aber nach dem damaligen weltlichen Rechtsverständnis Häresie bzw. Apostasie auch ein strafrechtliches Vergehen war im weltlichen Forum, wurde der gestandene bzw. verurteilte Häretiker danach dem weltlichen Arm überantwortet, der den Prozeß übernahm.
Im christlichen Staat wird bzw. wurde Häresie mit Falschmünzerei gleichgesetzt und mit dem Tode bestraft. Daher die Todesstrafe, als weltliche Strafe.

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Libertas Ecclesiae
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Montag 6. Mai 2019, 15:28

Das Bayerische Kultusministerium hält laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung die Staatsleistungen an die beiden großen Kirchen als Ausgleich für Enteignungen in der Zeit der Säkularisation für überholt. Es gebe aber „angesichts der zu erwartenden Höhe der Ausgleichsbeträge“ augenblicklich „keine realistische Option“ für eine Ablösung dieser Staatsleistungen:

Bayern will raus aus alten Kirchen-Verträgen
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

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Petrus
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Petrus » Montag 6. Mai 2019, 16:24

neu war mir, dass der Staat staatseigene Gebäude zur kostenlosen Nutzung überlassen muß (naja, das mit dem Palais Holnstein wußte ich ja schon - aber welche anderen Gebäude?)
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Siard
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Siard » Dienstag 7. Mai 2019, 00:06

Enteignete Klöster zum Beispiel.

Vir Probatus
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 7. Mai 2019, 05:53

Petrus hat geschrieben:
Mittwoch 24. April 2019, 14:01
Soweit ich weiß, hat die Kirche nie jemanden verbrannt, sondern nach dem Ende des Prozesses die Verurteilten der weltlichen Obrigkeit zwecks Vollstreckung des Urteils übergeben.

Das kann man so nicht sehen, höchstens wenn ich zwischen Vatikan und Kirche differenziere.
Der Vatikan hat eigene Henker beschäftigt und einer davon hat allein 516 Urteile vollstreckt.

https://www.welt.de/geschichte/article1 ... pstes.html
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Niels
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Niels » Dienstag 7. Mai 2019, 07:05

Vir Probatus hat geschrieben:
Dienstag 7. Mai 2019, 05:53
Petrus hat geschrieben:
Mittwoch 24. April 2019, 14:01
Soweit ich weiß, hat die Kirche nie jemanden verbrannt, sondern nach dem Ende des Prozesses die Verurteilten der weltlichen Obrigkeit zwecks Vollstreckung des Urteils übergeben.

Das kann man so nicht sehen, höchstens wenn ich zwischen Vatikan und Kirche differenziere.
Der Vatikan hat eigene Henker beschäftigt und einer davon hat allein 516 Urteile vollstreckt.

https://www.welt.de/geschichte/article1 ... pstes.html
Ergänzung, keine Wertung: Weil der "Kirchenstaat" bis 1870 ein Staat mit weltlicher Gerichtsbarkeit war.
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CIC_Fan
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 7. Mai 2019, 13:31

Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Montag 6. Mai 2019, 15:28
Das Bayerische Kultusministerium hält laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung die Staatsleistungen an die beiden großen Kirchen als Ausgleich für Enteignungen in der Zeit der Säkularisation für überholt. Es gebe aber „angesichts der zu erwartenden Höhe der Ausgleichsbeträge“ augenblicklich „keine realistische Option“ für eine Ablösung dieser Staatsleistungen:

Bayern will raus aus alten Kirchen-Verträgen
das geht nur wenn der gesamte Staat das will und man vielleicht auch die Konkordate kündigt
die Zeit kommt wenn jemand wie Kard Burk Papst wird

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Petrus
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Petrus » Freitag 17. Mai 2019, 12:50

Amor Vincit Omnia.

Caviteño
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Freitag 17. Mai 2019, 13:22

Daraus:
Und dann hätte es, durchaus nicht untypisch für kirchliche und kirchennahe Betriebe, ein zu großes Vertrauen zwischen Vorstand, Risikomanagement und Revision gegeben.
So ist es - s. a. Limburg ua

Aber etwas Gutes hat der Vorgang auch: Jetzt wird man sehen können, was es mit dem Spruch der Kirchenleitungen über die "Solidarität" auf sich hat. Natürlich sind Caritas und Bistümer zwei verschiedene Rechtspersönlichkeiten - aber während bei denen einen die Pensionen durch fette Rücklagen ausreichend finanziert sind, muß bei der Caritas der kleine Arbeitnehmer für die Fehler der Leitung einstehen.
„Aber für viele unserer Versicherten sind 50 oder 60 Euro weniger im Monat ein spürbarer Einschnitt.“
https://www.faz.net/aktuell/finanzen/me ... 92006.html

Ich bin gespannt, welche Beträge Marx & Co überweisen werden, für die sog. "Flüchtlinge" ist ja Geld da...

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HeGe
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von HeGe » Donnerstag 13. Juni 2019, 15:35

HeGe hat geschrieben:
Donnerstag 16. Februar 2017, 14:55
kath.net hat geschrieben:
'Correctiv' verklagt das Erzbistum Köln auf Auskunft

Das umstrittene Journalistenportal möchte genau wissen, wo das Erzbistum die 2,5 Milliarden Euro anlegt [...]
Auf welche rechtliche Grundlage die hier einen gerichtlich durchsetzbaren Auskunftsanspruch stützen wollen, würde mich sehr interessieren. :hmm:
Offensichtlich war das VG Köln der gleichen Ansicht wie ich: Verwaltungsgericht Köln weist Klage ab
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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