"Die Kirche und das liebe Geld"

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Niels
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Niels » Dienstag 20. November 2018, 11:36

Davon ist wohl auszugehen.
O Herr, verleih, dass Lieb' und Treu'
in dir uns all verbinden,
dass Hand und Mund zu jeder Stund'
dein' Freundlichkeit verkünden,
bis nach der Zeit den Platz bereit'
an deinem Tisch wir finden.

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Juergen
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Juergen » Dienstag 20. November 2018, 15:10

Das Metropolitan hat heute erstmals einen Finanzbericht veröffentlicht. Darin sind auch die Vermögenswerte (z.B. Immobilien) bewertet.

Der Hohe Don zu Paderborn hat einen Wert von 1,-€

Bericht: https://www.erzbistum-paderborn.de/38-N ... alten.html
Finanzbericht:https://www.dom-paderborn.de/Metropolit ... icht-2017/
Gruß
Jürgen

taddeo
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von taddeo » Dienstag 20. November 2018, 15:24

Juergen hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 15:10
Das Metropolitan hat heute erstmals einen Finanzbericht veröffentlicht. Darin sind auch die Vermögenswerte (z.B. Immobilien) bewertet.

Der Hohe Don zu Paderborn hat einen Wert von 1,-€

Bericht: https://www.erzbistum-paderborn.de/38-N ... alten.html
Finanzbericht:https://www.dom-paderborn.de/Metropolit ... icht-2017/
Das passiert mit allen Werten so, die sich nicht wirklich reell beziffern lassen. Mit Diözesanarchiven zum Beispiel ebenso. Da kann man zwar die Einrichtung bewerten, aber die Akten nicht. Und wenn man es versuchen würde - zB anhand des Aufwands für die Konservierung oder Restaurierung eines einzelnen Blattes alter Akten - dann kämen in einem größeren Archiv schnell Milliarden(!)beträge zusammen.

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Petrus
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Petrus » Dienstag 20. November 2018, 17:39

Juergen hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 15:10
Das Metropolitan hat heute erstmals einen Finanzbericht veröffentlicht. Darin sind auch die Vermögenswerte (z.B. Immobilien) bewertet.

Der Hohe Don zu Paderborn hat einen Wert von 1,-€

Buchwert.

ich hab mir das mal angekuckt. Erst mal: viel tralala, viele bunte Bilder.

ja.
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Petrus
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Petrus » Dienstag 11. Dezember 2018, 12:07

heute:
Zwei Nonnen verzocken 'ne halbe Million Dollar in Casinos in Las Vegas.

bittschön:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/k ... 43038.html

es wäre zum Lachen,
wenn es nicht so traurig wär'.
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Lycobates
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Lycobates » Dienstag 11. Dezember 2018, 12:35

Petrus hat geschrieben:
Dienstag 11. Dezember 2018, 12:07
heute:
Zwei Nonnen verzocken 'ne halbe Million Dollar in Casinos in Las Vegas.

bittschön:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/k ... 43038.html

es wäre zum Lachen,
wenn es nicht so traurig wär'.
Vielleicht wäre ihnen mit dem Hinweis auf die Sankt-Josephs-Kirche dortselbst (131 N 9th St, Las Vegas, NV 89101, USA) geholfen, bei Fr. Krier können sie beichten.

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 11. Dezember 2018, 12:39

das Leben mit Armutsgelübte dürfte in einigen Orden sehr komfortabel sein

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Petrus
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Petrus » Dienstag 11. Dezember 2018, 12:53

hmm …

jetzt weiß ich's:

die haben wohl "Sister Act" für 'ne Doku gehalten.

*scnr*
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Caviteño
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Freitag 14. Dezember 2018, 12:42

taddeo hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 15:24
Das passiert mit allen Werten so, die sich nicht wirklich reell beziffern lassen. Mit Diözesanarchiven zum Beispiel ebenso. Da kann man zwar die Einrichtung bewerten, aber die Akten nicht. Und wenn man es versuchen würde - zB anhand des Aufwands für die Konservierung oder Restaurierung eines einzelnen Blattes alter Akten - dann kämen in einem größeren Archiv schnell Milliarden(!)beträge zusammen.
Dagegen wird ist auch nichts einzuwenden, denn häufig sind diese Wirtschaftsgüter nicht verkäuflich. Wer sollte denn den Dom kaufen wollen? Da er unter Denkmalschutz steht, kann er nicht verändert werden. Insofern ist es mE schon fraglich, ob bedeutende Sakralbauten oder Kunstwerke überhaupt erfaßt werden sollten. Kunstwerke könnten zwar auf Auktionen versteigert werden. Das dürfte aber wohl nur eine theoretische Möglichkeit sein....

Anders sieht es dagegen bei der Kirchensteuer aus. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf die Zahlen des Finanzministeriums berichtet, ist das Aufkommen 2017 um 500 Mio € gegenüber dem Vorjahr gestiegen, obwohl die Zahl der Gläubigen sinkt:

Kirchen verzeichnen trotz Mitgliederschwund höhere Steuereinnahmen

In einer Studie führt das Institut der Deutschen Wirtschaft dazu aus:
Im Durchschnitt zahlt ein Katholik im Jahr 2018 in Deutschland Steuern in Höhe von 291 Euro an die Kirche, ein Protestant 278 Euro. Im kommenden Jahr wird der Kirchensteuerbeitrag im Schnitt annähernd doppelt so hoch sein wie noch im Jahr 2004. Allerdings entrichtet weniger als jeder dritte Katholik überhaupt Kirchensteuer.
(...)
Erfreulich ist aus Sicht der Kirchen, dass der Trend zu steigenden Einnahmen in den kommenden fünf Jahren anhalten dürfte, selbst wenn weiterhin jedes Jahr die Mitgliederzahl um 400.000 bis 500.000 Personen sinken sollte. Mit Blick auf die katholische Kirche werden sich die Einnahmen bis 2023 schätzungsweise gegenüber dem Jahr 2004 mehr als verdoppelt haben, die evangelische Kirche wird bis dahin eine Steigerung gegenüber 2004 um gut 90 Prozent erreichen.
Kirchensteuereinnahmen trotzen dem Mitgliederschwund

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Amigo
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Amigo » Freitag 14. Dezember 2018, 13:58

Kirchensteuereinnahmen trotz Mitgliederschwund? Find ich krass! Das kann ja nur daran liegen, dass die Steuergrundlage - das ist doch auch in Deutschland das Brutto-Einkommen (oder nicht?) - des durchschnittlichen Beitragszahlers schneller ansteigt als die Beitragsbasis (Zahl der Beitragspflichtigen, nicht ausgetretenen) sinkt. Oder gibts da noch andere Faktoren, die hineinspielen? (Im verlinkten Artikel steht ein Verweis auf die Kapitalertragsteuer; mir ist nicht klar, welche Rolle die da hätte.)

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von taddeo » Freitag 14. Dezember 2018, 16:41

Amigo hat geschrieben:
Freitag 14. Dezember 2018, 13:58
Kirchensteuereinnahmen trotz Mitgliederschwund? Find ich krass! Das kann ja nur daran liegen, dass die Steuergrundlage - das ist doch auch in Deutschland das Brutto-Einkommen (oder nicht?) - des durchschnittlichen Beitragszahlers schneller ansteigt als die Beitragsbasis (Zahl der Beitragspflichtigen, nicht ausgetretenen) sinkt. Oder gibts da noch andere Faktoren, die hineinspielen? (Im verlinkten Artikel steht ein Verweis auf die Kapitalertragsteuer; mir ist nicht klar, welche Rolle die da hätte.)
Es ist bekannt (und wird in den verlinkten Texten auch erwähnt), daß nur knapp ein Drittel aller Katholiken in Deutschland überhaupt Kirchensteuer zahlen muß. Die anderen gut zwei Drittel liegen unterhalb des kirchsteuerpflichtigen Einkommens.

Wenn nun überdurchschnittlich viele Katholiken dieser 2/3-Gruppe austreten würden (das weiß ich nicht), dann würde sich das auf das Kirchensteueraufkommen überhaupt nicht auswirken. Beim "oberen" Drittel dürften die Einkommenssteigerungen der letzten Jahre größere Auswirkungen auf die Steuerprogression haben, so daß deren Kirchensteueranteil überdurchschnittlich ansteigt. Auch auf Kapitalerträge wird Kirchensteuer fällig, was dazu führt, daß gerade die besonders Wohlhabenden hier zusätzlich einzahlen.

Caviteño
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Samstag 15. Dezember 2018, 00:44

Amigo hat geschrieben:
Freitag 14. Dezember 2018, 13:58
Kirchensteuereinnahmen trotz Mitgliederschwund? Find ich krass! Das kann ja nur daran liegen, dass die Steuergrundlage - das ist doch auch in Deutschland das Brutto-Einkommen (oder nicht?) - des durchschnittlichen Beitragszahlers schneller ansteigt als die Beitragsbasis (Zahl der Beitragspflichtigen, nicht ausgetretenen) sinkt. Oder gibts da noch andere Faktoren, die hineinspielen? (Im verlinkten Artikel steht ein Verweis auf die Kapitalertragsteuer; mir ist nicht klar, welche Rolle die da hätte.)
Der Mitgliederschwund resultiert nicht nur aus den Austritten sondern auch aus den "natürlichen Abgängen", weil eben mehr Kirchenmitglieder sterben als neu getauft werden.
Allerdings dürfte sich das nur unwesentlich auf das Aufkommen auswirken, denn (noch) Rentner zahlen meist keine Steuern.

Der Anstieg des Kirchensteueraufkommens liegt unter dem Anstieg der Ertragssteuern, die ihre Grundlage bilden (Lohnsteuer, Einkommensteuer, Kapitalertrag- bzw. Zinsabschlagsteuer). Diese betrugen vor 20 Jahren (1997) = 143 Mrden €, in 2017 = 283 Mrden €. Ein Anstieg von fast 100%.
Die Zahlen für die Kirchensteuer:
In 1997 = 7,8 Mrden €, in 2017 = 12 Mrden € - also "nur" 55%.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Steuerauf ... utschland)
http://www.kirchensteuern.de/Kirchenfin ... esamt2.htm - hier ist die folgende Tabelle mit den KiSt-Einnahmen der Bistümer bis 2010 interessant (und verwirrend, da bis 2001 in DM und ab 2002 in € ausgewiesen wird)

Caviteño
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Dienstag 18. Dezember 2018, 03:23

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit gab es in den vergangenen Wochen weitere Negativschlagzeilen zum Thema Kirche und Geld.
Es handelt sich dabei um ein besonders sensibles Thema, nämlich um die Pensionskasse der Caritas und mit ihr um die Altersvorsorge vieler kirchlicher Mitarbeiter. Die Bafin hat der Pensionskasse der Caritas jedes Neugeschäft untersagt, weil der finanzielle Zustand zu Bedenken Anlaß gibt.

Bafin verbietet Caritas-Pensionskasse das Neugeschäft

Die Entscheidung der Bafin ist inzwischen rechtskräftig. Die Caritas Pensionskasse darf keine neune Verträge mehr abschließen, keine bestehende Verträge erhöhen und ekine weitere Personen aufnehmen. Ein gleichgelagertes Verfahren läuft auch gegen das Schwesterunternehmen, die Kölner Pensionskasse.

Während die BASF ihrer Pensionskasse mit einem Zuschuß iHv 317 Mio € half, "weisen sich die Träger aus den unterschiedlichen Bereichen der kath. Kirche gegenseitig die Schuld an dem finanziellen Dilemma zu."

Die Zinsflaute geht ersten Pensionskassen an die Substanz

Beim Geld hört die Nächstenliebe auf - heißt es. Dabei steigen die Kirchensteuereinnahmen (s.o.), die Bischöflichen Stühle verfügen über hohes Vermögen - aber die Altersansprüche für die eigenen Leute zu sichern, damit diese sich keine Sorgen machen müssen, das ist wohl zuviel verlangt.
Die Folgen können für die Begünstigten gravierend sein:
Anders ist es bei Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit wie der Pensionskasse der Caritas.
Kann hier die Kasse ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, muss der Arbeitgeber zahlen. Diesen Anspruch muss der Arbeitnehmer aber zivilrechtlich durchfechten.
Quelle: s.o. Bafin verbietet Caritas Pensionskasse das Neugeschäft.

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