"Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

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Niels
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Niels » Montag 19. November 2012, 10:19

"Jugendkorbinian 212 - Bratwurstduft statt Weihrauch ": http://www.sueddeutsche.de/muenchen/fre ... -1.1526621
Es wird ziemlich schnell klar, was sich die Jugend von der katholischen Kirche wünscht, wenn man sie nach ihrer Meinung fragt. "Frischer Wind für die Kirche" nannte die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) dann auch ihr Pinnwand-Konstrukt aus einem offen Fenster und einem Pappkartonhintergrund, auf dem die Jugendkorbinians-Teilnehmer notieren konnten, was sie sich darunter vorstellen. Nämlich, dass "Pfarrer heiraten und Kinder bekommen sollen", dass sich die Kirche ändern muss, weil sie "zu dogmatisch und zu streng ist", dass der Zölibat aufgehoben werden soll und vor allem "Frauen als Priester" und "Frauen in der Kirche", die dann auch etwas zu sagen haben. "Genau!" stand dann noch in einer anderen Schrift hinter dieser Forderung.
"Das ist wirklich ein großes Thema bei uns", bestätigte eine junge Frau, die an diesem Tag am Stand der katholisch Landjugendbewegung mitarbeitete. "Aber erst heute früh in der Kirche hat mir der BDKJ-Diözesanvorsitzender Alois Obermaier versprochen, sie würden daran arbeiten", freute sie sich. Die Jugend hat also die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sich auch in ihrer Kirche etwas zum Positiven bewegen kann. Und darum sind sie am gestrigen Sonntag auch wieder zu Tausenden auf den Freisinger Domberg gepilgert, um an der 7. Jugendkorbinians-Wallfahrt teilzunehmen. (...)
Bild :emil:
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Juergen » Dienstag 20. November 2012, 12:35

http://invenimus.blogspot.de/212/11/de ... ktion.html

:patsch:

Da fragt man sich wirklich, was da für Leute im Ordinariat sitzen.
Gruß
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Maurus » Dienstag 20. November 2012, 13:17

Juergen hat geschrieben:http://invenimus.blogspot.de/2012/11/de ... ktion.html

:patsch:

Da fragt man sich wirklich, was da für Leute im Ordinariat sitzen.
Da lohnt sich ein Gang auf die Barrikaden.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Juergen » Dienstag 20. November 2012, 14:59

Der Wunschpfarrer:
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Niels » Dienstag 20. November 2012, 15:06

Maurus hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:http://invenimus.blogspot.de/2012/11/de ... ktion.html

:patsch:

Da fragt man sich wirklich, was da für Leute im Ordinariat sitzen.
Da lohnt sich ein Gang auf die Barrikaden.
Das denke ich auch.
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Niels » Donnerstag 22. November 2012, 10:12

"13 Katholiken aus dem Bistum Aachen haben am Freitag, 16. November 212, mit Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff über die Zukunft der Kirche gesprochen": http://startportal.kibac.de/seiten/nach ... c7ad74b7

Besondere Beachtung verdient der Mut, sich unerschrocken mit den "heißen Eisen" zu beschäftigen:
In der anregenden und zum Teil kontrovers geführten Diskussion scheuten sich die Katholiken nicht, die schwierigen Themen aufzugreifen, sei es die Rolle der Frau in der Kirche, die Berufung von Männern zum Priestertum, die sich in Ehe und Beruf bewährt haben oder der Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen.
:nuckel:

Es gab noch weitere positive Impulse:
Eine junge Katholikin wünschte sich, dass die Gottesdienste attraktiver gestaltet würden, damit sich auch Jugendliche stärker angesprochen fühlten. Ältere Katholiken stimmten ihr zu, ein Teilnehmer brachte es mit den Worten auf den Punkt: „In wünsche mir, dass die Kirche wieder jung wird und junge Leute erreicht.“
Dann steht regelmäßigen lateinischen Choralämtern ja wohl nichts mehr im Wege. Grünes Licht vom Bischof gibt es jedenfalls:
Bischof Heinrich Mussinghoff warnte davor, das Bild der Kirche im Bistum Aachen zu pessimistisch zu malen. Er ermunterte die Katholiken in die Zukunft zu schauen und Neues zu wagen. Er habe den pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Pfarreien empfohlen: „Halten Sie sich 1 Prozent ihrer Dienstzeit frei für pastorale Experimente und innovative Angebote.“
:daumen-rauf:
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von HeGe » Donnerstag 22. November 2012, 10:49

Apropos Zukunft der Kirche. Von den vielen LaiInnen-InitiativInnen wird ständig eine "Demokratisierung" der Kirche gefordert. Wir hatten am Wochenende in der Erzdiözese Köln Kirchenvorstandswahlen. Die Wahlbeteiligung lag bei uns nicht mal bei 5 %. Da fragt man sich doch, wer hier an den Interessen der Menschen vorbeilebt.
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von taddeo » Donnerstag 22. November 2012, 11:34

HeGe hat geschrieben:Apropos Zukunft der Kirche. Von den vielen LaiInnen-InitiativInnen wird ständig eine "Demokratisierung" der Kirche gefordert. Wir hatten am Wochenende in der Erzdiözese Köln Kirchenvorstandswahlen. Die Wahlbeteiligung lag bei uns nicht mal bei 5 %. Da fragt man sich doch, wer hier an den Interessen der Menschen vorbeilebt.
In Bayern waren auch Kirchenverwaltungswahlen, da ist es dasselbe.

In unserer Pfarrei wären ca. 1400 Leute wahlberechtigt gewesen, gewählt haben tatsächlich nicht mal 120.
Und das ist schon kein schlechter Schnitt, denn das war der Großteil derer, in am Wochenende in der Kirche waren.
Man muß allerdings auch dazusagen, daß bei uns die "Wahlwerbung" nicht mickriger hätte sein können.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Florianklaus » Donnerstag 22. November 2012, 13:00

taddeo hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:Apropos Zukunft der Kirche. Von den vielen LaiInnen-InitiativInnen wird ständig eine "Demokratisierung" der Kirche gefordert. Wir hatten am Wochenende in der Erzdiözese Köln Kirchenvorstandswahlen. Die Wahlbeteiligung lag bei uns nicht mal bei 5 %. Da fragt man sich doch, wer hier an den Interessen der Menschen vorbeilebt.
In Bayern waren auch Kirchenverwaltungswahlen, da ist es dasselbe.

In unserer Pfarrei wären ca. 1400 Leute wahlberechtigt gewesen, gewählt haben tatsächlich nicht mal 120.
Und das ist schon kein schlechter Schnitt, denn das war der Großteil derer, in am Wochenende in der Kirche waren.
Man muß allerdings auch dazusagen, daß bei uns die "Wahlwerbung" nicht mickriger hätte sein können.
Ist doch ein Super-Schnitt, bei uns: 275 Stimmen auf 8.800 Wahlberechtigte.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Maurus » Donnerstag 22. November 2012, 19:24

HeGe hat geschrieben:Apropos Zukunft der Kirche. Von den vielen LaiInnen-InitiativInnen wird ständig eine "Demokratisierung" der Kirche gefordert. Wir hatten am Wochenende in der Erzdiözese Köln Kirchenvorstandswahlen. Die Wahlbeteiligung lag bei uns nicht mal bei 5 %. Da fragt man sich doch, wer hier an den Interessen der Menschen vorbeilebt.
Auf eine Beschäftigung mit diesen Problemen kann man bis zum St. Nimmerleinstag warten. Auf diesem Gebiet darf es keine Schwierigkeiten und Probleme geben. Alles ist toll!

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von taddeo » Donnerstag 22. November 2012, 19:58

Maurus hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:Apropos Zukunft der Kirche. Von den vielen LaiInnen-InitiativInnen wird ständig eine "Demokratisierung" der Kirche gefordert. Wir hatten am Wochenende in der Erzdiözese Köln Kirchenvorstandswahlen. Die Wahlbeteiligung lag bei uns nicht mal bei 5 %. Da fragt man sich doch, wer hier an den Interessen der Menschen vorbeilebt.
Auf eine Beschäftigung mit diesen Problemen kann man bis zum St. Nimmerleinstag warten. Auf diesem Gebiet darf es keine Schwierigkeiten und Probleme geben. Alles ist toll!
Man kann es aber auch so sehen: Die Wahlbeteiligung bei Kirchenverwaltungs- und PGR-Wahlen liegt meist etwas unter der Zahl der regelmäßigen Kirchgänger in einer Pfarrei. Das heißt, daß diese beiden Gremien auch tatsächlich nur von Leuten gewählt werden, die ein gewisses Interesse an der Pfarrei haben, und nicht von denen, denen alles eh am Allerwertesten vorbeigeht. Das ist nicht nur negativ zu sehen. In unserer Pfarrei weiß ich, daß die braven Kirchgänger gewählt haben, und nicht die Ignoranten. Und so ist die Wahl auch ausgegangen, und das ist gut so.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Maurus » Donnerstag 22. November 2012, 20:18

taddeo hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:Apropos Zukunft der Kirche. Von den vielen LaiInnen-InitiativInnen wird ständig eine "Demokratisierung" der Kirche gefordert. Wir hatten am Wochenende in der Erzdiözese Köln Kirchenvorstandswahlen. Die Wahlbeteiligung lag bei uns nicht mal bei 5 %. Da fragt man sich doch, wer hier an den Interessen der Menschen vorbeilebt.
Auf eine Beschäftigung mit diesen Problemen kann man bis zum St. Nimmerleinstag warten. Auf diesem Gebiet darf es keine Schwierigkeiten und Probleme geben. Alles ist toll!
Man kann es aber auch so sehen: Die Wahlbeteiligung bei Kirchenverwaltungs- und PGR-Wahlen liegt meist etwas unter der Zahl der regelmäßigen Kirchgänger in einer Pfarrei. Das heißt, daß diese beiden Gremien auch tatsächlich nur von Leuten gewählt werden, die ein gewisses Interesse an der Pfarrei haben, und nicht von denen, denen alles eh am Allerwertesten vorbeigeht. Das ist nicht nur negativ zu sehen. In unserer Pfarrei weiß ich, daß die braven Kirchgänger gewählt haben, und nicht die Ignoranten. Und so ist die Wahl auch ausgegangen, und das ist gut so.
OK, wenn das wirklich Pfarreien mit treuen Kirchgängern sind, dann trifft das wohl zu. Aber in etlichen Pfarreien sind die 9,5% vom 19.11. ja nicht die 9,5% vom 26.11., die Mengen sind nur teilidentisch, weil einige nicht wöchentlich gehen, aber zB monatlich, zweiwöchentlich etc. Und unter diesem Gesichtspunkt finde ich die Beteiligung schon schwach, aber das ist mE auch nur ein Problem, ein weiteres ist das Finden von Kandidaten, das unklare Profil und das oft fehlende Interesse der Räte, ihre Tätigkeit nach außen hin vorzustellen und umgekehrt das fehlende Interesse der Gemeinden an der Arbeit der Räte. Ich hab mir da zu meiner Zeit im PGR so meine Gedanken gemacht, aber ein Interesse bestand wohl nicht. Der Nachbar-PGR hat zwar auch moniert, dass sich kaum einer für die Arbeit des PGR interessierte, in der gleichen Sitzung hat er aben den öffentlichen Aushang der Protokolle abgelehnt. Da helfen dann auch keine Argumente mehr. Während meiner Amtszeit hat unser PGR sich auch nie mal mit der Frage auseinandergesetzt, warum gerade Neumitglieder nach einer Sitzungsperiode die Segel strecken. Bei dem System ist so viel im argen - selbst wenn man es nicht grundsätzlich in Frage stellt - dennoch höre ich bei jeder Wahl vorher und nachher nur irgendwelche Jubelarien. Das kann ich nicht nachvollziehen. Ein System, das sich nicht hinterfragt, geht auf Dauer kaputt.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von holzi » Donnerstag 22. November 2012, 21:16

taddeo hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:Apropos Zukunft der Kirche. Von den vielen LaiInnen-InitiativInnen wird ständig eine "Demokratisierung" der Kirche gefordert. Wir hatten am Wochenende in der Erzdiözese Köln Kirchenvorstandswahlen. Die Wahlbeteiligung lag bei uns nicht mal bei 5 %. Da fragt man sich doch, wer hier an den Interessen der Menschen vorbeilebt.
In Bayern waren auch Kirchenverwaltungswahlen, da ist es dasselbe.

In unserer Pfarrei wären ca. 1400 Leute wahlberechtigt gewesen, gewählt haben tatsächlich nicht mal 120.
Und das ist schon kein schlechter Schnitt, denn das war der Großteil derer, in am Wochenende in der Kirche waren.
Man muß allerdings auch dazusagen, daß bei uns die "Wahlwerbung" nicht mickriger hätte sein können.
Das ist wirklich nicht so schlecht. Meine Pfarrei hätte auch so um die 1500 Leute, da haben grade mal 100 gewählt.
Die Zeit ist, bei Licht besehen, immer gleich gut und gleich schlecht am Ende vom Jahre wie am Anfange desselben, nur die besseren Menschen machen die Zeiten besser, und bessere Menschen macht nur das treu geübte Christentum.
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Robert Ketelhohn » Donnerstag 22. November 2012, 21:16

[quote="Juergen"]http://invenimus.blogspot.de/212/11/de ... ktion.html
:patsch:
Da fragt man sich wirklich, was da für Leute im Ordinariat sitzen.
http://www.visiantis.com/images/ecards/ ... oecher.jpg
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Protasius » Donnerstag 22. November 2012, 22:32

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:http://invenimus.blogspot.de/2012/11/de ... ktion.html
:patsch:
Da fragt man sich wirklich, was da für Leute im Ordinariat sitzen.
Und du wirfst mir vor, ich würde nicht genug vorwarnen? Soviele entblößte Hintern ohne Vorwarnung finde ich weitaus erschreckender als meine Phantasterei von der Abnahme des Amtseides des Bundespräsidenten durch EB Zollitsch.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Granuaile » Freitag 23. November 2012, 08:58

taddeo hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:Apropos Zukunft der Kirche. Von den vielen LaiInnen-InitiativInnen wird ständig eine "Demokratisierung" der Kirche gefordert. Wir hatten am Wochenende in der Erzdiözese Köln Kirchenvorstandswahlen. Die Wahlbeteiligung lag bei uns nicht mal bei 5 %. Da fragt man sich doch, wer hier an den Interessen der Menschen vorbeilebt.
Auf eine Beschäftigung mit diesen Problemen kann man bis zum St. Nimmerleinstag warten. Auf diesem Gebiet darf es keine Schwierigkeiten und Probleme geben. Alles ist toll!
Man kann es aber auch so sehen: Die Wahlbeteiligung bei Kirchenverwaltungs- und PGR-Wahlen liegt meist etwas unter der Zahl der regelmäßigen Kirchgänger in einer Pfarrei. Das heißt, daß diese beiden Gremien auch tatsächlich nur von Leuten gewählt werden, die ein gewisses Interesse an der Pfarrei haben, und nicht von denen, denen alles eh am Allerwertesten vorbeigeht. Das ist nicht nur negativ zu sehen. In unserer Pfarrei weiß ich, daß die braven Kirchgänger gewählt haben, und nicht die Ignoranten. Und so ist die Wahl auch ausgegangen, und das ist gut so.
Nun besteht die Christenheit nicht bloss aus den "braven Kirchengänger", und diese wiederum weisen einen Altersschnitt auf, der weit über dem Durchschnitt der Mitglieder der Kirche liegt. Mit anderen Worten, die von Taddeo so gelobten "braven Kirchengänger", die richtig wählen, sterben aus.
Ich gehe mit Taddeo in dem Sinn einig, als es zu begrüssen ist, dass an Wahlen diejenigen teilnehmen, welche ein wirkliches Interesse am Wohl der Kirche haben. Die Frage ist, wie dieses Interesse geweckt werden kann (also ein Interesse, welches über den "schönen Weihnachtsgottesdienst" und das Bereithalten von gepflegten Ritualien für Taufe, Heirat und Abschied vom lieben Verstorbenen und von weiteren Dienstleistungen hinausgeht). Darüber wurde schon viel diskutiert, und dies sehr kontrovers. Ich weiss einfach, dass etwas unternommen werden muss, aber was? Ich bin ratlos.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von taddeo » Freitag 23. November 2012, 11:34

Granuaile hat geschrieben:Nun besteht die Christenheit nicht bloss aus den "braven Kirchengänger", und diese wiederum weisen einen Altersschnitt auf, der weit über dem Durchschnitt der Mitglieder der Kirche liegt. Mit anderen Worten, die von Taddeo so gelobten "braven Kirchengänger", die richtig wählen, sterben aus.
Da würde ich Dir nicht ganz rechtgeben.
Die notorischen Nicht-Kirchgänger würde ich nicht als "Christenheit" bezeichnen. Wer nicht das mindeste für sein Christsein tut, kann sich auch nicht so nennen. Von diesen "anonymen Christen" halte ich nix, das ist ne faule Ausrede für Atheisten und Agnostiker.
Daß die Kirchgänger nen höheren Altersdurchschnitt haben, stimmt. Aber warum? Es ist ne Beobachtung, die man seit ewigen Zeiten machen kann und die auch heut noch gilt, daß Leute zwischen (grob gerundet) 10 und 50 Jahren weniger in die Kirche gehen. Davor gehen sie noch manchmal wegen Erstkommunion, Firmung und Oma, dann ist erstmal der Ofen aus, doch danach kommen sie wieder, wenn auch in eher geringer Zahl - aber sie kommen.
Das Kirchenvolk bestand immer schon vorwiegend aus älteren Leuten. Ich denke nicht, daß die aussterben. Es gibt da nen stabilen Bestand auf zugegeben zu niedrigem Niveau.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Ecce Homo » Freitag 23. November 2012, 13:06

taddeo hat geschrieben: Die notorischen Nicht-Kirchgänger würde ich nicht als "Christenheit" bezeichnen. Wer nicht das mindeste für sein Christsein tut, kann sich auch nicht so nennen. Von diesen "anonymen Christen" halte ich nix, das ist ne faule Ausrede für Atheisten und Agnostiker.
*unterschreib*
Aber sag das mal den betreffenden notorischen Nicht-Kirchgängern und nicht-tätigen Christen. Die werden Dich sofort verteufeln, wie Du so was nur behaupten kannst, dass sie nicht Christen seien... :roll: :|
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von taddeo » Freitag 23. November 2012, 13:20

Ecce Homo hat geschrieben:... Die werden Dich sofort verteufeln, ...
Ach, Ecce, "verteufeln" tun die sich in erster Linie selber. Mich "verteufeln" kann ich allein, dafür braucht ich keine Hilfe. :(
Ich kenn soviele Leute, auch in meiner engsten Verwandtschaft, bei denen kann man eigentlich nur darauf hoffen, daß die Gnade Gottes alles menschliche Begreifen übersteigt ... und ich selber gehör wahrscheinlich sogar dazu. :bedrippelt:

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Ecce Homo » Freitag 23. November 2012, 14:10

(Frag mal mich... :bedrippelt: Da ist nicht viel zu retten, sonst müsst ich nicht ständig beichten *schäm*)
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Pilgerer » Freitag 23. November 2012, 14:52

Granuaile hat geschrieben:Nun besteht die Christenheit nicht bloss aus den "braven Kirchengänger"
nicht zu vergessen die Zahl der Kirchenschläfer :schnarch:
taddeo hat geschrieben:Das Kirchenvolk bestand immer schon vorwiegend aus älteren Leuten. Ich denke nicht, daß die aussterben.
Ein Minimum an Glauben muss da sein, damit jemand im Alter in die Kirche geht. Freilich schafft Gott manchmal Zeichen und Wunder, die den einen oder anderen Glaubensbanausen innerlich umkehren lassen.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von taddeo » Freitag 23. November 2012, 14:58

Pilgerer hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Das Kirchenvolk bestand immer schon vorwiegend aus älteren Leuten. Ich denke nicht, daß die aussterben.
Ein Minimum an Glauben muss da sein, damit jemand im Alter in die Kirche geht. Freilich schafft Gott manchmal Zeichen und Wunder, die den einen oder anderen Glaubensbanausen innerlich umkehren lassen.
Das sind nicht nur bekehrte Banausen. Das sind Leute, die den Glauben nie ausdrücklich abgelehnt haben, die aber während der heißen Phase des Berufs- und Familienlebens für alles mögliche Zeit hatten, nur nicht für Gott, und denen dann um die Midlifecrisis rum oft genug gesundheitliche oder andere Schläge klarmachen, daß das Leben endlich ist und nicht nur an materiellen Dingen zu messen. Ich weiß zB von Priestern an vielbesuchten Wallfahrtsorten, daß solche Leute einen nicht zu unterschätzenden Teil der Beichtstuhlklientel ausmachen.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von iustus » Sonnabend 1. Dezember 2012, 13:30

Moser hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Die können sich mit dem Abt aus Einsiedeln zusammentun. Der ist ganz "mutig"... und "konservative Tabus" "bricht" er auch: http://www.sonntagonline.ch/ressort/aktuell/268/
Bild
Ein sehr bedenkenswerter Text.
:ja: http://demut-jetzt.blogspot.de/212/12/ ... icker.html
Frankfurt am Main/Einsiedeln: Gerüchten zufolge soll der Abt von Einsiedeln den Vorschlag gemacht haben, Kinder, Omas und Hunde zu Kardinälen auf Zeit zu machen. Diesen Bericht kann die Redaktion nicht bestätigen, wir sind ja kein Satirelabel.
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Fridericus » Sonnabend 1. Dezember 2012, 14:39

Abt Martin Werlen, (k)ein Dialog und 1. Petrus, Kapitel 3 http://www.kath.net/detail.php?id=3991
Ich gebe auch nicht vor, welche Fragen man mir stellen darf und welche nicht. ... Soweit ich mich erinnere, habe ich noch nie den Dialog verweigert mit Menschen, die meine Gedanken kritisch sehen.
Von seinen eigenen Aussagen hält Werlen wohl selbst nicht viel :hmm:

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von HeGe » Dienstag 4. Dezember 2012, 13:55

Diözesanrat im Erzbistum Köln: 32 Kölner Thesen :nuckel:
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von civilisation » Dienstag 4. Dezember 2012, 14:01

Hier sind diese 9532 Thesen im Originalwortlaut:

http://www.dioezesanrat.de/aktuelles/ve ... _Koeln.pdf

Die Thesen stammen allerdings schon aus dem September. Warum die Presse die erst jetzt bringt ...

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Niels » Dienstag 4. Dezember 2012, 18:52

Weil sie :schnarch: -mäßig sind?
O Herr, verleih, dass Lieb' und Treu'
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dein' Freundlichkeit verkünden,
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Protasius » Dienstag 4. Dezember 2012, 19:25

Simplex priests now
Ein Artikel aus dem "Homiletic and Pastoral Review" über hypothetische Priester ohne Seminarausbildung und ohne Erlaubnis zu predigen oder Beichte zu hören. Es klingt interessant und soweit ich als Hobbytheologe das beurteilen kann auch ganz vernünftig.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Maurus » Dienstag 4. Dezember 2012, 19:56

Protasius hat geschrieben:Simplex priests now
Ein Artikel aus dem "Homiletic and Pastoral Review" über hypothetische Priester ohne Seminarausbildung und ohne Erlaubnis zu predigen oder Beichte zu hören. Es klingt interessant und soweit ich als Hobbytheologe das beurteilen kann auch ganz vernünftig.
Ich bin da skeptisch. Warum soll der Priester keine Predigten halten oder Beichten hören? Doch wohl, weil ihm die nötige Bildung fehlt. Ein Priester aber würde ganz unabhängig von Beichte und Kanzel von seinen Gläubigen um Rat gefragt, was theologische Fragen angeht und den christlichen Lebensstil. Schließlich ist er ja Priester, für Spitzfindigkeiten interessieren sich die Leute nicht.

Solche Priester würden überall zum Lückenstopfen eingesetzt, ergo wäre es gar nicht vermeidbar, dass sie nicht auch seelsorgerisch tätig werden. Und dafür fehlte ihn dann die Ausbildung. Die Kirche hat auf dem Konzil von Trient nicht zuletzt wegen der schlechten Ausbildung des Klerus Maßnahmen zur Reform der Priesterbildung und -schulung ergriffen. Es ist - trotz Personalnot - mE der falsche Zeitpunkt, davon abzurücken. Wir brauchen nicht mehr Priester, sondern vor allen Dingen gute Priester.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Protasius » Dienstag 4. Dezember 2012, 21:34

Maurus hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben:Simplex priests now
Ein Artikel aus dem "Homiletic and Pastoral Review" über hypothetische Priester ohne Seminarausbildung und ohne Erlaubnis zu predigen oder Beichte zu hören. Es klingt interessant und soweit ich als Hobbytheologe das beurteilen kann auch ganz vernünftig.
Ich bin da skeptisch. Warum soll der Priester keine Predigten halten oder Beichten hören? Doch wohl, weil ihm die nötige Bildung fehlt. Ein Priester aber würde ganz unabhängig von Beichte und Kanzel von seinen Gläubigen um Rat gefragt, was theologische Fragen angeht und den christlichen Lebensstil. Schließlich ist er ja Priester, für Spitzfindigkeiten interessieren sich die Leute nicht.

Solche Priester würden überall zum Lückenstopfen eingesetzt, ergo wäre es gar nicht vermeidbar, dass sie nicht auch seelsorgerisch tätig werden. Und dafür fehlte ihn dann die Ausbildung. Die Kirche hat auf dem Konzil von Trient nicht zuletzt wegen der schlechten Ausbildung des Klerus Maßnahmen zur Reform der Priesterbildung und -schulung ergriffen. Es ist - trotz Personalnot - mE der falsche Zeitpunkt, davon abzurücken. Wir brauchen nicht mehr Priester, sondern vor allen Dingen gute Priester.
Wir sind aber doch in einer anderen Situation als das Tridentinum. Benefizien, um derentwillen man Altarist wird, gibt es ja nahezu gar nicht mehr, ergo fallen auch diejenigen weg, die als nachgeborener Adelssohn Kleriker wurden ohne es wirklich zu wollen.

Wie hältst du es denn dann mit den ständigen Diakonen, die nur den Fernkurs Theologie gemacht haben? Die sind auch Geistliche, werden die etwa von den Gläubigen nicht um Rat gefragt? Was ist mit den Katecheten? Meinereiner fungiert auch ohne theologische Ausbildung als solcher und den Fragen der Firmlinge war ich bis dato immer gewachsen.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Heinrich II
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Heinrich II » Freitag 14. Dezember 2012, 21:37

Gerade durch Zufall darauf gestossen. Die katholische Pfarrei Maria Himmelfahrt in Andernach schreibt auf http://www.maria-himmelfahrt-andernach. ... weltkirche:
Wir sind als Pfarrei ein Teil der Kirche von Andernach, der Kirche von Deutschland, ein Teil der Weltkirche. Probleme und Entscheidungen, die dort bestehen, lassen uns nicht unbeeinflusst. Das Verbot der Wiederheirat nach einer Scheidung, der Ausschluss von der Kommuniongemeinschaft in diesem Fall, die Verunmöglichung, ein Patenamt zu übernehmen, das Verbot für Frauen, Priester zu werden, das Verbot der Ehe für Priester sind großkirchliche Regelungen, die wir gerne anders hätten.

In diesen Regeln vermissen auch wir das Befreiende, Lebensbejahende, Zeitgemäße und sehen die Botschaft Jesu dadurch gefährdet. Im Umgang mit den betroffenen Menschen sind wir nicht nur um Verständnis bemüht, sondern ermöglichen manchmal auch das Unmögliche.

Dennoch anerkennen auch wir die Notwendigkeit von Regelungen und großkirchlichen Bestimmungen. Deshalb engagieren wir uns auch dafür, dass neue Lösungen gefunden werden und die Kirche zu anderen Standpunkten findet als derzeit.
:narr: :narr: :narr:
Wer euch ein anderes Evangelium verkündet, als ihr angenommen habt, der sei verflucht. Geht es mir denn um die Zustimmung der Menschen, oder geht es mir um Gott?

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Maurus
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Maurus » Freitag 14. Dezember 2012, 21:59

Protasius hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben:Simplex priests now
Ein Artikel aus dem "Homiletic and Pastoral Review" über hypothetische Priester ohne Seminarausbildung und ohne Erlaubnis zu predigen oder Beichte zu hören. Es klingt interessant und soweit ich als Hobbytheologe das beurteilen kann auch ganz vernünftig.
Ich bin da skeptisch. Warum soll der Priester keine Predigten halten oder Beichten hören? Doch wohl, weil ihm die nötige Bildung fehlt. Ein Priester aber würde ganz unabhängig von Beichte und Kanzel von seinen Gläubigen um Rat gefragt, was theologische Fragen angeht und den christlichen Lebensstil. Schließlich ist er ja Priester, für Spitzfindigkeiten interessieren sich die Leute nicht.

Solche Priester würden überall zum Lückenstopfen eingesetzt, ergo wäre es gar nicht vermeidbar, dass sie nicht auch seelsorgerisch tätig werden. Und dafür fehlte ihn dann die Ausbildung. Die Kirche hat auf dem Konzil von Trient nicht zuletzt wegen der schlechten Ausbildung des Klerus Maßnahmen zur Reform der Priesterbildung und -schulung ergriffen. Es ist - trotz Personalnot - mE der falsche Zeitpunkt, davon abzurücken. Wir brauchen nicht mehr Priester, sondern vor allen Dingen gute Priester.
Wir sind aber doch in einer anderen Situation als das Tridentinum. Benefizien, um derentwillen man Altarist wird, gibt es ja nahezu gar nicht mehr, ergo fallen auch diejenigen weg, die als nachgeborener Adelssohn Kleriker wurden ohne es wirklich zu wollen.

Wie hältst du es denn dann mit den ständigen Diakonen, die nur den Fernkurs Theologie gemacht haben?
Das ist immerhin eine - wenn auch verkürzte - Ausbildung.

Protasius hat geschrieben:Was ist mit den Katecheten? Meinereiner fungiert auch ohne theologische Ausbildung als solcher und den Fragen der Firmlinge war ich bis dato immer gewachsen.
Das mag ich gar nicht bestreiten und schon gar nicht den Wert und den Einsatz der Katecheten. Ein Katechet hat aber nicht dieselbe Autorität wie ein Priester.

Dennoch - ich will meine Skepsis auch nicht verabsolutieren. Vielleicht ist ein mutiger Schritt gefordert.

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