Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

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cantus planus
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Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von cantus planus »

Bemerkenswert: http://www.erzdioezese-wien.at/content/artikel/a27292
Verschiedene Gruppierungen in der lateinischen Kirche Westeuropas berufen sich in der innerkirchlichen Kontroverse der letzten Jahre gerne auf die Tradition der katholischen Ostkirchen bezüglich des verheirateten Klerus, der geschiedenen und wiederverheirateten Personen und der Beziehung der Ortskirchen zu Rom. Wir wollen im Folgenden zu diesen drei Punkten Stellung nehmen, um eventuelle Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.
Hervorragend ausgeführt und nicht nur für die Unierten, sondern auch für die Gemeinschaft mit den Orthodoxen interessant, dass ihre Positionen nicht für eine neue protestantische Reformation mißbraucht werden dürfen. Es ist mehr als bedauerlich, dass unsere Bischöfe nicht imstande sind, so klare und trotzdem respektvolle Worte zu finden.
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martin v. tours
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von martin v. tours »

@ cantus planus
den letzten Satz deines Beitrages könnte ich so oft unterstreichen, das der Rest der Seite schwarz würde.
Das ist eine der grössten Tragödien der Kirche unserer Tage: Das Unvermögen (oder nicht wollen) der Bischöfe den Glauben einfach und unverkürzt zu verkünden.
martin v. tours
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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taddeo
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von taddeo »

Was noch viel interessanter wäre als diese Erklärung verheirateter Priester,
wäre eine entsprechende Stellungnahme von Ehefrauen ostkirchlicher Priester.

Ob sich die ganzen schrägen Weiber, die heute bei uns die Priesterehe propagieren,
auf das einlassen würden, was von einer Priesterfrau verlangt wird?
Kann ich mir, ehrlich gesagt, nicht vorstellen.

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lutherbeck
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von lutherbeck »

taddeo hat geschrieben:Was noch viel interessanter wäre als diese Erklärung verheirateter Priester,
wäre eine entsprechende Stellungnahme von Ehefrauen ostkirchlicher Priester.

Ob sich die ganzen schrägen Weiber, die heute bei uns die Priesterehe propagieren,
auf das einlassen würden, was von einer Priesterfrau verlangt wird?
Kann ich mir, ehrlich gesagt, nicht vorstellen.
Was denn, bitte?
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taddeo
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von taddeo »

Verzicht auf emanzipierte "Selbstverwirklichung", zum Beispiel.

Mary
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von Mary »

taddeo hat geschrieben:Verzicht auf emanzipierte "Selbstverwirklichung", zum Beispiel.
Wobei ich behaupten möchte, dass eine gute Matushka emanzipiert ist (Manche verdienen (einen Teil des) Familieneinkommens und ermöglichen so dem Mann den priesterlichen Dienst.)
Und sie ist auf eine gute Weise selbstverwirklicht, indem sie in ihrem Dienst ihr wahren Selbst (als Bild Gottes) lebt. So wie es, denke ich, auch viele Pastorenfrauen kennen.
Ich habe sogar mal gehört, dass ein Mann ohne Einwilligung seiner Ehefrau nicht zum Priester geweiht werden kann, weil eben auch auf sie selbst viel zukommt an Aufgaben.

Lg Mary
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martin v. tours
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von martin v. tours »

Mary, ob dein Satz mit der Einwilligung der Ehefrau stimmt weiss ich nicht, es wäre aber für mich sinnvoll es so zu handhaben.
Aber ich sehe es schon so wie taddeo, ich glaube nicht das orthodoxe Priesterfrauen viel gemeinsam haben mit "WisiKi-Kampfhühnern" unserer Breiten.
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Linus
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von Linus »

Hie die OTS wiedergabe http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_ ... stermangel

Das mit den Ehefrauen gilt ja auch bei den Römern - bezogen auf die Diakonatsweihe.

Was ich bei der Auflistung der Namen nicht versteh: ich dachte nur Verheiratete Priester/Diakone hätten unterschrieben. Mindestens drei davon sind aber zölibatär lebende (weil eigentlich Lateiner: Msgr. Schlegl und Hogan sowie Bonenberger) :hmm: Levko ist zwar nicht Lateiner, aber mW unverheiratet, wie's beim Geraser Abt genau aussieht kann ich nicht sagen, ich glaub er ist auch Birituell (vielleicht können die beiden Forenmitglieder die das genauer wissen was dazu sagen :pfeif: )
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Bernado
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von Bernado »

Linus hat geschrieben:wie's beim Geraser Abt genau aussieht kann ich nicht sagen, ich glaub er ist auch Birituell (vielleicht können die beiden Forenmitglieder die das genauer wissen was dazu sagen :pfeif: )
Als Abt , also als Mönch, sollte er in jedem Ritus unverheiratet sein.
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cantus planus
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von cantus planus »

Bei der Suche nach dem Posting des Monats hat Linus die aktuelle Messlatte schonmal recht hoch angelegt. :kugel:
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Linus
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von Linus »

Bernado hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:wie's beim Geraser Abt genau aussieht kann ich nicht sagen, ich glaub er ist auch Birituell (vielleicht können die beiden Forenmitglieder die das genauer wissen was dazu sagen :pfeif: )
Als Abt , also als Mönch, sollte er in jedem Ritus unverheiratet sein.

Ich bezog mich auf den "lateinischen Ursprung" beim Geraser Abt. Nicht auf sein Zölibat. Das ihr mich falsch verstehen müsst.... *seufz*

@Cantus

:motz: :ikb_hammer:
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Siard
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von Siard »

Bernado hat geschrieben:Als Abt , also als Mönch, sollte er in jedem Ritus unverheiratet sein.
Der Abt des Stiftes Geras ist selbstverständlich kein Mönch! :motz:
Auch, wenn er nicht unbedingt was dagegen hätte als solcher bezeichnet zu werden … ;D
Die Mörder sind wieder unter uns.

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cantus planus
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von cantus planus »

Nun, beweybte Canonici sind allerdings auch gar selten. :breitgrins:
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Florianklaus
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von Florianklaus »

Siard hat geschrieben:
Bernado hat geschrieben:Als Abt , also als Mönch, sollte er in jedem Ritus unverheiratet sein.
Der Abt des Stiftes Geras ist selbstverständlich kein Mönch! :motz:
Auch, wenn er nicht unbedingt was dagegen hätte als solcher bezeichnet zu werden … ;D
Die Prämonstratenser legen großen Wert auf die Tatsache, daß es sich bei Ihnen nicht um Mönche, sondern um Chorherren handelt.

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Bernado
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von Bernado »

Florianklaus hat geschrieben:
Siard hat geschrieben:
Bernado hat geschrieben:Als Abt , also als Mönch, sollte er in jedem Ritus unverheiratet sein.
Der Abt des Stiftes Geras ist selbstverständlich kein Mönch! :motz:
Auch, wenn er nicht unbedingt was dagegen hätte als solcher bezeichnet zu werden … ;D
Die Prämonstratenser legen großen Wert auf die Tatsache, daß es sich bei Ihnen nicht um Mönche, sondern um Chorherren handelt.
Gratuliere - meinen Punkt um 180 Grad verfehlt. Wenn die verehrten ChorHERREN so großen Wert darauf legen, keine Mönche zu sein - was ihnen keiner verwehren kann - wundert es mich (aber nur ein klein wenig), daß sie ihrem Präsiden einen Titel aus der Tradition des Mönchtums gegeben haben
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Siard
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von Siard »

Das ist natürlich historisch bedingt - eine Folge der monastisch geprägten Chorherrenreform und beim OPraem die engen Kontakte zum OCist. Die Prämonstratenser der westlichen Tradition haben den Abtstitel geführt, die der östlichen sind Pröbste geblieben.
Übrigens sind die Pröbste der österreichischen Augustiner-Chorherren ›Lateranensische Äbte‹.
Die Mörder sind wieder unter uns.

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ad-fontes
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von ad-fontes »

Siard hat geschrieben:›Lateranensische Äbte‹.
Ist das nur ein Titel oder haben (hatten?) sie ein Kanonikat an S. Giovanni?
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

Siard
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von Siard »

Schau mal dort: Stift Neustift.
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Protasius
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von Protasius »

Im Kapitelsaal der ehem. Prämonstratenserabtei Arnsberg-Wedinghausen steht aber unter dem Poträt des ersten Abtes post longam praepositorum regnum; kann man einfach so vom Prämonstratenserpropst zum Abt werden? Die können ja schlecht die Tradition gewechselt haben (östlich vs. westlich). Wobei wir uns mittlerweile thematisch ziemlich vom byzantinischen Ritus entfernt haben, wie mir gerade auffällt.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

Siard
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Re: Wien: Erklärung der Priester des byzantinischen Ritus

Beitrag von Siard »

@ Protasius: Habe Dir deswegen eine PN geschickt.
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