Interkommunion?

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Kilianus
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Kilianus » Sonntag 9. Januar 2011, 18:10

lutherbeck hat geschrieben: Nun bleiben wir doch mal auf dem Teppich!

Wenn man im Stande der Sünde gültig wandeln kann - warum sollte man dann im Stande der Sünde nicht auch kommunizieren dürfen?
Hrrrrg. Weil es letztlich Gott selber ist, der als Spender handelt und sich dabei auch nicht vom liederlichen Lebenswandel eines Priesters abhalten läßt.

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anneke6
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Re: Interkommunion?

Beitrag von anneke6 » Sonntag 9. Januar 2011, 18:13

@ Lutherbeck: Autsch.

Es geht hier um die Frage der Gültigkeit der Eucharistie, nicht um die Erlaubtheit. Wenn ein Priester unbußfertig im Stand der Todsünde die Messe feiert (und dabei auch kommuniziert) begeht er ein Sakrileg. Das gilt auch für den Laien, der sich im selben Stand befindet und die Kommunion empfängt…wobei die Realpräsenz genauso andauert.

Ich hatte mal gelernt: Wer den Herrn Jesus im Stand der Todsünde empfängt, der wirft ihn ins Verlies, wie die Juden am Gründonnerstag. — Das ist vielleicht etwas drastisch formuliert, aber damit wird ausgedrückt, daß die Realpräsenz bleibt, egal, wie sündig oder unbußfertig ein Mensch ist. Das ist keine Magie sondern die Demut Gottes.
???

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Re: Interkommunion?

Beitrag von lutherbeck » Sonntag 9. Januar 2011, 18:14

Nun - Gott ist dann aber bestimmt auch so großzügig einem armen Lutheraner dies Sakrament zu spenden!
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Re: Interkommunion?

Beitrag von anneke6 » Sonntag 9. Januar 2011, 18:15

Wenn er sich von seinen Irrlehren lossagt und sich der Kirche unterwirft. (Privatmeinung anneke6)
???

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lutherbeck
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Re: Interkommunion?

Beitrag von lutherbeck » Sonntag 9. Januar 2011, 18:17

anneke6 hat geschrieben:Wenn er sich von seinen Irrlehren lossagt und sich der Kirche unterwirft. (Privatmeinung anneke6)
Nun - ich hänge keinen Irrlehren an und bin in vielem katholischer als viele mir bekannte Katholiken - also sollte ich doch an der Eucharistie teilnehmen können!

:)
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Re: Interkommunion?

Beitrag von anneke6 » Sonntag 9. Januar 2011, 18:21

Ob und in welchem Grad Du Irrlehren anhängst, müßte überprüft werden. (Was Du hier über unwürdige Priester und die Gültigkeit gesagt hast, vergessen wir mal ganz schnell wieder ;))
???

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Sempre
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Sempre » Sonntag 9. Januar 2011, 18:35

lutherbeck hat geschrieben:Nun - ich hänge keinen Irrlehren an und bin in vielem katholischer als viele mir bekannte Katholiken - also sollte ich doch an der Eucharistie teilnehmen können!
Zur Frage, was Du solltest: Du solltest Dich bekehren, vom Protestantismus abschwören, ein Bekenntnis ablegen, dass Du alles und jedes glaubst, was die Kirche verbindlich zu glauben vorlegt, die Sakramente bei einem weniger zweifelhaften Priester empfangen, und dann Deine protestantischen Freunde überzeugen, dasselbe zu tun. Dann bist Du hinreichend katholisch.

Gruß
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Niemals sei gesagt es werde je zugelassen, daß ein zum Leben prädestinierter Mensch sein Leben ohne das Sakrament des Mittlers beendet. (St. Augustin, Gegen Julian, V-4)

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Re: Interkommunion?

Beitrag von lutherbeck » Sonntag 9. Januar 2011, 18:41

anneke6 hat geschrieben:Ob und in welchem Grad Du Irrlehren anhängst, müßte überprüft werden. (Was Du hier über unwürdige Priester und die Gültigkeit gesagt hast, vergessen wir mal ganz schnell wieder ;))
Sehr nett - danke! :)

Ich habe das ein oder andere natürlich wieder etwas überzeichnet; Fakt ist: ich bin katholischer also Du glaubst! :blinker:

Ich habe dennoch immer wieder das Gefühl, daß viele Menschen gerne einer elitären Gemeinschaft angehören wollen und daher andere als "in Irrlehren verhaftet" usf. ansehen; aber es kommt dabei natürlich immer auf den Standpunkt an: in dem von mir oben verlinktem Wikipediaartikel z. B. steht: "Römisch-Katholische Messfeiern widersprechen nach Ansicht der Lutherischen Bekenntnisschriften dem Stifterwillen Christi. Daher hat die römisch-katholische Kirche kein vollgültiges Abendmahl!"

Mir aber greifen diese gegenseitigen Ausschlüsse zu kurz; ich traue Gott da mehr Liebe und Großherzigkeit zu! Auf unsere Streitereien hätte Jesus vermutlich mit den Fingern im Sand geschrieben und dann irgendetwas gesagt wie "wer ohne Sünde ist verwehre dem anderen die Teilnahme am Mahl" - und uns alle danach mit zum Tisch genommen!

Und noch ein Argument habe ich gehört: wer Christus wirklich ernst nimmt, wird nicht wagen jemanden in seinem Namen vom heiligen Mahl auszuschließen!

Wir werden in dieser Frage vermutlich irgendwann zu einem Konsenz finden - und sei es in 500 Jahren, wenn die letzten zwei Christen beieinander sitzen!

Euch allen einen gesegneten Sonntagabend!

Lutherbeck :)

Mein Vertrauen in Gott ist groß!
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Clemens
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Clemens » Montag 10. Januar 2011, 09:39

Kilianus hat geschrieben:
Clemens hat geschrieben: Die Intention, das Sakrament zu konsekrieren, kann aber nicht absolut erforderlich sein, sonst gäbe es auch in der katholischen Kirche keine Gewissheit, das Sakrament zu empfangen. Schließlich kann niemand wissen, ob der Priester gerade wirklich glaubt, was er glauben soll oder will, was er wollen soll.
Es ist richtig, im Zusammenhang mit der Intention kommt eine gewisse Ungewißheit rein. Aber die Latte ("Tun, was die Kirche will") liegt nun wirklich ganz weit unten. Bliebe die Intention ganz und gar außen vor, wären wir tatsächlich bei Magie.
Aber wo soll man nun die Grenze ziehen? Was heißt das, die Latte liegt ganz weit unten? Wie kannst du bei einem dir nicht näher bekannten Priester gewiss sein, dass er nicht heimlich ein Agnostiker oder Protestant ist? Wäre die eucharistische Gegenwart Christi dann in seinem Gottesdienst nicht mehr gegeben?
Genügt zur Feststellung der Intention das verbale Bekenntnis im Rahmen der Liturgie? Oder muss es doch ein bisschen mehr sein?
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Pelikan
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Pelikan » Montag 10. Januar 2011, 11:13

Clemens hat geschrieben:
Kilianus hat geschrieben:
Clemens hat geschrieben: Die Intention, das Sakrament zu konsekrieren, kann aber nicht absolut erforderlich sein, sonst gäbe es auch in der katholischen Kirche keine Gewissheit, das Sakrament zu empfangen. Schließlich kann niemand wissen, ob der Priester gerade wirklich glaubt, was er glauben soll oder will, was er wollen soll.
Es ist richtig, im Zusammenhang mit der Intention kommt eine gewisse Ungewißheit rein. Aber die Latte ("Tun, was die Kirche will") liegt nun wirklich ganz weit unten. Bliebe die Intention ganz und gar außen vor, wären wir tatsächlich bei Magie.
Aber wo soll man nun die Grenze ziehen? Was heißt das, die Latte liegt ganz weit unten? Wie kannst du bei einem dir nicht näher bekannten Priester gewiss sein, dass er nicht heimlich ein Agnostiker oder Protestant ist? Wäre die eucharistische Gegenwart Christi dann in seinem Gottesdienst nicht mehr gegeben?
Genügt zur Feststellung der Intention das verbale Bekenntnis im Rahmen der Liturgie? Oder muss es doch ein bisschen mehr sein?
Diese Gewißheit bekommst du auch dann nicht, wenn du die Intention ausklammerst. Ein böswilliger Priester kann auch heimlich den Ritus an Materie oder Form sabotieren.

Die äußere Handlung genügt, um eine zumindest habituelle Intention anzunehmen. Nach gängiger theologischer Meinung ist eine bewußte Täuschungsabsicht notwendig, um das Zustandekommen des Sakraments zu verhindern.

Glaubenszweifel oder Häresien haben mit der Intention gar nichts zu tun. Das sind nur Schauermärchen, die die Piusbrüder gern verbreiten, um Skrupulanten an sich zu binden.

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Clemens
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Clemens » Montag 10. Januar 2011, 11:53

Sehe ich auch so.
Vorausgesetzt, dass wir recht haben (wovon ich - wie gesagt - ausgehe), wäre dann auch klar, dass Sempres Unterstellung, ein Priester, der Protestanten zulasse, werde vermutlich auch keine gültige Eucharistie feiern, Unsinn ist. (Aber das hast du ja im Grunde schon geschrieben.)
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Re: Interkommunion?

Beitrag von cantus planus » Montag 10. Januar 2011, 11:55

Clemens hat geschrieben:Vorausgesetzt, dass wir recht haben (wovon ich - wie gesagt - ausgehe), wäre dann auch klar, dass Sempres Unterstellung, ein Priester, der Protestanten zulasse, werde vermutlich auch keine gültige Eucharistie feiern, Unsinn ist. (Aber das hast du ja im Grunde schon geschrieben.)
Alleine daran kann man es in der Tat nicht sicher festmachen.
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Marion » Montag 10. Januar 2011, 12:37

KKK http://www.vatican.va/archive/DEU35/_P39.HTM
1127 Die im Glauben würdig gefeierten Sakramente verleihen die Gnade, die sie bezeichnen [Vgl. K. v. Trient: DS 165 und 166.]. Sie sind wirksam, denn in ihnen ist Christus selbst am Werk: er selbst tauft, er selbst handelt in seinen Sakramenten, um die Gnade mitzuteilen, die das Sakrament bezeichnet. Der Vater erhört stets das Gebet der Kirche seines Sohnes, die in der Epiklese eines jeden Sakramentes ihren Glauben an die Macht des Heiligen Geistes zum Ausdruck bringt. Wie das Feuer alles, was es erfaßt, in sich verwandelt, so verwandelt der Heilige Geist das, was seiner Macht unterstellt wird, in göttliches Leben.



1128 Dies ist der Sinn der Aussage der Kirche [Vgl. K. v. Trient: DS 168], daß die Sakramente ex opere operato [wörtlich: „aufgrund der vollzogenen Handlung"] wirken. Das heißt, sie wirken kraft des ein für allemal vollbrachten Heilswerkes Christi. Daraus folgt: „Das Sakrament wird nicht durch die Gerechtigkeit des Menschen, der [das Sakrament] spendet oder empfängt, sondern durch die Kraft Gottes vollzogen" (Thomas v. A., s. th. 3,68,8). Sobald ein Sakrament der Absicht der Kirche gemäß gefeiert wird, wirkt in ihm und durch es die Macht Christi und seines Geistes, unabhängig von der persönlichen Heiligkeit des Spenders. Die Früchte der Sakramente sind auch von der inneren Verfassung ihres Empfängers abhängig.
Muss ein Priester nicht zumindest ein bisschen Schizophren sein (kann natürlich im Einzelfall), wenn er bei der Wandlung die Absicht der Kirche hat und bei der Austeilung der Kommunion plötzlich nicht mehr (und das über Jahre bei Priestern die das länger schon so handhaben). Es ist ja wirklich nicht im Sinne der Kirche, daß die Kommunion unabhängig von der inneren Verfassung des Empfängers verteilt werden. Das schadet dem Schäfchen doch.
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Clementine » Montag 10. Januar 2011, 12:54

Wenn die Frage schon gestellt und diskutiert wurde, dann ignoriert meine Frage einfach.

Aber kann mir bitte mal jemand erklären, warum man bei einer Religionsgemeinschaft, die nicht den eigenen Glauben hat, überhaupt "interkommunizieren" möchte? Und warum man meint ein Recht auf Interkommunion zu haben bzw. das diskutieren zu müssen?

Aber zu allererst und mit ganz großen Abstand zur zweiten Frage: Warum möchte irgend jemand so etwas überhaupt?
Es gibt drei Arten von Menschen: Haie, Haifischfutter und Menschen, die es gelernt haben mit den Haien zu schwimmen ohne gefressen zu werden.

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Re: Interkommunion?

Beitrag von Clemens » Montag 10. Januar 2011, 13:08

Ich versuche mal, das aus protestantischer Sicht (die nicht meine [Punkt]) zu beantworten (das "Ich" ist hier ein [Punkt]):

Das Abendmahl/Eucharistie ist Ausdruck der Gemeinschaft mit Christus und mit den anderen Gläubigen.
Christus selbst lädt dazu ein, nicht die Kirche. Deshalb hat auch die Kirche nicht das Recht, diejenigen, die Christus einlädt, auszuladen.
Deshalb ist es Ausdruck meiner Wertschätzung der anderen Konfession als Mit-Gläubige, an ihrem Gottesdienst teilzunehmen - und zwar ganz! Dass wir in diversen Fragen leider verschieden denken (weil die Katholiken einfach noch nicht so weit in der Erkenntnis sind), hebt die Verbundenheit in Christus nicht auf.
Deshalb wird es von mir als unverschämte Lieblosigkeit empfunden, wenn meine Freundlichkeit und Wertschätzung der Katholiken (oder Orthodoxen) von diesen zurückgewiesen wird und man mir deutlich macht, dass man mit mir gar keine Gemeinschaft will.
Deshalb finde ich es gut, wenn die herzlosen und antichristlichen Verbote aus Rom wenigstens an der "Basis" nicht mehr befolgt werden und ich wirke mit Freuden an der Protestantisierung der RKK mit.
Zuletzt geändert von taddeo am Dienstag 11. Januar 2011, 16:00, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Beitrag in Absprache mit dem Autor gekürzt.

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Re: Interkommunion?

Beitrag von lifestylekatholik » Montag 10. Januar 2011, 13:12

Clemens hat geschrieben:Deshalb wird es von mir als unverschämte Lieblosigkeit empfunden, wenn meine Freundlichkeit und Wertschätzung der Katholiken (oder Orthodoxen) von diesen zurückgewiesen wird und man mir deutlich macht, dass man mit mir gar keine Gemeinschaft will.
Ah! Das ist nachvollziehbar. :hmm:
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Moser
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Moser » Montag 10. Januar 2011, 13:25

Clementine hat geschrieben:Wenn die Frage schon gestellt und diskutiert wurde, dann ignoriert meine Frage einfach.

Aber kann mir bitte mal jemand erklären, warum man bei einer Religionsgemeinschaft, die nicht den eigenen Glauben hat, überhaupt "interkommunizieren" möchte? Und warum man meint ein Recht auf Interkommunion zu haben bzw. das diskutieren zu müssen?

Aber zu allererst und mit ganz großen Abstand zur zweiten Frage: Warum möchte irgend jemand so etwas überhaupt?
Das ist genau die Frage, die ich mir auch immer stelle.
Ich will hier mal einen Vergleich anstellen, der zugegebenermassen hinkt, aber die Problematik vielleicht ein wenig veranschaulicht:
Ich als Schwabe mag Linsen lieber wie Bohnen (für alle Nichtschwaben: Linsen mit Spätzle ist das schwäbische "Nationalgericht"). Wenn ich die Wahl habe zwischen Linsen und Bohnen, ziehe ich Linsen vor. Das passt zu meiner "schwäbischen Seele". Nun soll mir aber ständig eingeredet werden, ich habe die Bohnen gefälligst gleich gern zu mögen wie die Linsen, und ich soll doch, obwohl ich Linsen haben kann, dauernd nach Bohnen verlangen...

So ähnlich ist es auch mit dem Abendmahl. Zu mir als Protestant passt das evangelische Abendmahl, und daher komme ich nicht auf die Idee, mit Gewalt die katholische Eucharistie (man beachte schon die unterschiedliche Begrifflichkeit - der Begriff "gemeinsames Abendmahl" stimmt per se schon nicht, weil es katholischerseits nicht Abendmahl heisst) einzufordern.
Ich bin Konvertit, kenne also beides. Und ich habe, nachdem die evangelische Kirche meine Heimat geworden ist, ein Verlangen nach dem Abendmahl und eine Zufriedenheit damit, die ich bei der kath. Eucharistie so nie hatte. Und einem Katholiken mag es andersrum genauso ergehen. Warum beides also mit Gewalt vermischen und nicht jedem das lassen, was ihm lieb und wichtig ist?

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Re: Interkommunion?

Beitrag von Stephen Dedalus » Montag 10. Januar 2011, 13:49

Es gibt viele verschiedene Gründe, warum Menschen das Sakrament in einer anderen Kirche als ihrer Heimatkirche empfangen wollen. Darunter fallen zum Beispiel Familien, in denen die Eltern zwei unterschiedlichen Konfessionen angehören.

Es gibt zudem auch Menschen, die nicht so sehr auf die Unterschiede sehen oder denen sie nicht wichtig sind. Diese Menschen sehen, wenn sie am Gottedienst der anderen Tradition teilnehmen, nicht zuerst Rom oder den Priester oder Pastor oder sonstwas, sondern sie hören Christus selbst, der sie einlädt. Christus ist nicht zerteilt, es gibt ihn nicht als katholisch oder evangelisch. Wenn diese Menschen den Ruf hören und ihm folgen, weil sie eine Sehnsucht danach haben, Christus zu empfangen, dann ist das nicht die schlechteste Motivation für eine 'Interkommunion'.
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Melody
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Melody » Montag 10. Januar 2011, 13:55

Marion hat geschrieben:Es ist ja wirklich nicht im Sinne der Kirche, daß die Kommunion unabhängig von der inneren Verfassung des Empfängers verteilt werden. Das schadet dem Schäfchen doch.
Clementine hat geschrieben:Aber kann mir bitte mal jemand erklären, warum man bei einer Religionsgemeinschaft, die nicht den eigenen Glauben hat, überhaupt "interkommunizieren" möchte? Und warum man meint ein Recht auf Interkommunion zu haben bzw. das diskutieren zu müssen?

Aber zu allererst und mit ganz großen Abstand zur zweiten Frage: Warum möchte irgend jemand so etwas überhaupt?
Wenn es um diese Thematik geht, fühle ich mich in gewisser Weise auch immer davon betroffen. Denn genau das gehört zu meinem persönlichen Glaubensweg.

Ich war viele Jahre evangelisch, wobei ich schon lange nach "meiner Kirche" gesucht hatte. Dass ich überhaupt eine katholische Hl. Messe besucht habe, kam nur durch meinen damaligen Partner, und es wäre mir nie von selbst eingefallen, verbotenerweise an der Hl. Eucharistie teilzunehmen, obgleich mich der Gedanke von Beginn an fasziniert hatte, dass man sich auf diese Weise richtig mit Gott vereinigt... ja, eine Sehnsucht, das zu erleben, war durchaus da, aber wie gesagt, ich hätte es selbst nicht getan, und eine Konversion stand zum damaligen Zeitpunkt auch nicht zur Debatte, da ich ein Ehenichtigkeitsverfahren am Laufen hatte.

Als mir dann während einer mehrmonatigen katholischen Jugendveranstaltung die Hl. Kommunion von einem Priester angeboten worden war, gab ich meinem Verlangen nach. Meine erste Hl. Kommunion war "selbst genommen"...

Für mich war es trotzdem ein großartiges Erlebnis.
Danach hab ich einige Male die Hl. Kommunion noch als Protestant empfangen. Ich habe die Priester vorher um Erlaubnis gefragt.

Natürlich bin ich nicht dafür, irgendwelche Leute, die gar nicht wissen, worum es geht, an der Hl. Eucharistie teilnehmen zu lassen, da, wie ich bereits hier im Thread sagte, die Hl. Eucharistie nun mal das Wichtigste ist, was wir haben und wir sie schützen müssen.

Aber nur dadurch, dass ich sie bereits als Protestant empfing, konnte es dann an Karfreitag 2003 bei meinem letzten evangelischen Abendmahl, bei dem ich deutlich spürte, dass hier etwas fehlt und mir glasklar vor Augen stand, dass ich konvertieren MUSS, zu dieser Entscheidung kommen. Sie gehört zu meinem persönlichen Weg, darum darf ich Einzelfälle auch nicht für Unrecht erklären.

Nachdem der Termin einmal feststand, hatte ich auch meinen damaligen Ortspfarrer gefragt, ob ich an der Hl. Kommunion trotzdem schon teilnehmen dürfe. Er sagte, er fände es besser, wenn ich mir den "Hunger" darauf bewahre, bis es soweit ist. Oder so ähnlich.
Umso schöner war dann der Moment meiner "richtigen" Erstkommunion, bei dem auch noch überraschend mein Lieblingslied "Du bist das Licht der Welt" solistisch gesungen worden war.

Ich weiß außerdem von einem anderen Protestanten der damaligen Jugendveranstaltung, dass er noch Jahre später bereits "gebeichtet" und kommuniziert hat, ohne übergetreten zu sein. Ich hatte seinerzeit mit ihm diskutiert, dass ich es nicht gut fände, wenn er den letzten Schritt so lange hinauszögert. Er ist dann aber irgendwann auch noch konvertiert. Warum es bei ihm nicht früher ging, weiß ich nicht, er hatte wohl Gründe.

Auf jeden Fall hat mir das ganze also nicht, wie Marion meint, "geschadet", und Clementine habe ich erklärt, warum ich danach durchaus ein Verlangen hatte. Aber wie gesagt, ich hätte niemals von selbst diesen Schritt gewagt, sondern es wurde mir seinerzeit angeboten...
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Marion » Montag 10. Januar 2011, 14:57

Ob es Ausnahmen gibt und wie die aussehen, sodaß die Hl. Kommunion für jemand ein Heilmittel (oder auch nur was neutrales) sein kann, der "nur im Herzen" zum Katholischen Glauben konvertiert ist oder sich in diese Richtung gezogen fühlt, aber öffentlich den Schritt nicht tut, weiß ich nicht.

Hört sich auf jeden Fall merkwürdig an. Die Reihenfolge der Sakramente ist eigentlich ganz klar. Man darf und kann ja auch nicht beichten gehen bevor man "richtig" also offiziell Katholisch ist.

Wenn man nicht im Stande der Gnade die Kommunion zu sich nimmt ist es ja kein Heilmittel, sondern man ißt sich erstens die Verdammung und 2. sorgt man für ein Öffentliches Ärgernis.

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Katholisch ist kein Adjektiv das man steigern kann - katholisch und katholischer. Man ist es wenn man in die Kirche eintritt und man ist es nicht wenn man nicht eintritt. Du meinst wahrscheinlich ein guter Mensch und nen besseren Mensch, oder heiliger als jemand anderes. Das hat aber mit der Kommunion nichts zu tun. Da muss man "nur" im Stand der Gnade sein. Ich dachte das geht sowieso eben nur (bei Leuten die die Kirche kennen) wenn jemand auch eingetreten ist oder grad bewusst und mit Taten dabei ist reinzugehen.
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Granuaile » Montag 10. Januar 2011, 15:03

Ich bin zwar überzeugt, dass ein römisch-katholischer Priester sich ins Unrecht versetzt, wenn er mir (dem evanglischen Christ) den Zugang zum Tisch des Herrn verweigert, da Christus der Einladende ist und nicht der Priester oder einer seiner vorgesetzten Geistlichen. Aber ich respektiere die entgegengesetzte Überzeugung und ich verzichte deshalb darauf, mir die Teilnahme an einer römisch-katholischen Eucharistiefeier durch Verschweigen meiner Zugehörigkeit zu einer evanglischen Kirche zu "erschleichen" oder den Priester durch offene Anfrage, ob ich teilnehmen dürfe, in einen Gewissenkonflikt oder in eine peinliche Situation zu versetzen. Bislang fand ich immer die Möglichkeit, an den Tisch den Herrn zu treten, sei es in meiner eigenen Kirche (reformiert), in einer anderen evanglischen Kirche oder auch einige wenige Male in der anglikanischen Kirche - also in einer Kirche, welche mit meiner Kirche entweder Abendmahlsgemeinschaft oder zumindest Gastfreundschaft am Tisch des Herrn übt. Für mich ist die Frage der Teilnahme an einer römisch-katholischen Eucharistiefeier nicht "existentiell" und ich bin auch der Meinung, dass die Interkommunion nicht vordringliches Ziel, ja vermutlich nicht einmal zwingend Endziel eines ökumenischen Prozesses sein muss.
Bislang bin ich noch nie in die Situation gekommen, dass ein römisch-katholischer Priester mir die Teilnahme an der Eucharistiefeier ausdrücklich angeboten hätte, sei es persönlich oder im Sinne einer allgemeinen, lediglich die Taufe voraussetzenden Einladung an die anwesenden Gottesdienstteilnehmer (Stichwort: Hasenhüttl). Wie ich darauf reagieren würde, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Vermutlich würde ich eine solche Einladung nicht ausschlagen, weil sie eben nach meiner Auffassung im Einklang mit der Einladung durch Christus stehen würde.

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Re: Interkommunion?

Beitrag von Melody » Montag 10. Januar 2011, 15:21

Marion hat geschrieben:Hört sich auf jeden Fall merkwürdig an. Die Reihenfolge der Sakramente ist eigentlich ganz klar. Man darf und kann ja auch nicht beichten gehen bevor man "richtig" also offiziell Katholisch ist.
Für DICH hört es sich vielleicht "merkwürdig" an, für mich war es ein bedeutender Schritt auf meinem persönlichen Glaubensweg, der mich dann in die katholische Kirche geführt hat.
Ich zitiere immer wieder gern den Satz des damaligen Kardinals Ratzinger, dass es so viele Wege zu Gott gibt, wie es Menschen gibt...

(OT: Dass der dritte Satz die Ausnahme beinhaltet, dass Du sogar eine Erstbeichte ablegen musst, bevor Du wirklich aufgenommen bist, weißt Du sicherlich selbst. Oder bei Dir war die Aufnahme nicht gleichbedeutend mit einer Erstkommunion, das weiß ich natürlich nicht. Siehe "Feier der Aufnahme gültig Getaufter in die volle Gemeinschaft der katholischen Kirche" - http://www.sbg.ac.at/pth/links-tipps/pa ... fnahme.htm unter Punkt 9 /OT)
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Re: Interkommunion?

Beitrag von lifestylekatholik » Montag 10. Januar 2011, 15:28

Stephen Dedalus hat geschrieben:sondern sie hören Christus selbst, der sie einlädt.
Ja, sicherlich. Sie sind eingeladen. Aber wenn sie dem Ruf folgen wollen, müssen sie sich eben auch die Mühe machen und sich entsprechend vorbereiten. Das heißt: Sie müssen im Stand der Gnade sein. Das geht im Normalfall nur als Glied der Kirche.
Matthæus 22 hat geschrieben:Intravit autem rex ut videret discumbentes, et vidit ibi hominem non vestitum veste nuptiali. Et ait illi: Amice, quomodo huc intrasti non habens vestem nuptialem? At ille obmutuit. Tunc dicit rex ministris: Ligatis manibus et pedibus ejus, mittite eum in tenebras exteriores: ibi erit fletus et stridor dentium. Multi enim sunt vocati, pauci vero electi.
Matthäus 22 hat geschrieben:Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand eintreten? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Interkommunion?

Beitrag von Marion » Montag 10. Januar 2011, 15:41

Melody hat geschrieben:
Marion hat geschrieben:Hört sich auf jeden Fall merkwürdig an. Die Reihenfolge der Sakramente ist eigentlich ganz klar. Man darf und kann ja auch nicht beichten gehen bevor man "richtig" also offiziell Katholisch ist.
Für DICH hört es sich vielleicht "merkwürdig" an, für mich war es ein bedeutender Schritt auf meinem persönlichen Glaubensweg, der mich dann in die katholische Kirche geführt hat.
Ich habe schon von mehreren solchen Fällen gehört. Mich überzeugt die Richtigkeit der Sache aber erst wenn ich da irgendein verbindliches Papier von der Kirche dazu habe.
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Re: Interkommunion?

Beitrag von cantus planus » Montag 10. Januar 2011, 15:47

Ist es nicht überzeugend genug, wenn der Heilige Geist das Herz anrührt und jemand heim zur Kirche findet? Wozu bitte braucht du da ein Papier?!

Natürlich muss man betonen, dass das Ausnahmen sind. Und nicht die Regel. Aber das weiss Melody ja, wie ihren Beiträgen zu entnehmen ist.
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Re: Interkommunion?

Beitrag von lifestylekatholik » Montag 10. Januar 2011, 15:48

Marion hat geschrieben:Mich überzeugt die Richtigkeit der Sache aber erst wenn ich da irgendein verbindliches Papier von der Kirche dazu habe.
Es ist manchmal ganz gut, dass nicht jedes Schaf davon überzeugt werden muss, dass das, was der Hirte einem anderen Schaf aus Güte zukommen lässt, im Arbeitsvertrag genau geregelt ist. :blinker:
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Interkommunion?

Beitrag von Marion » Montag 10. Januar 2011, 15:52

cantus planus hat geschrieben:Ist es nicht überzeugend genug, wenn der Heilige Geist das Herz anrührt und jemand heim zur Kirche findet. Wozu bitte braucht du da ein Papier?!
Weil ich wissen will, was die Kirche lehrt.

Und ich weiß (bin felsenfest davon überzeugt), daß die Kirche auch früher schon gütig war, aber solcherlei eben (soweit ich informiert bin) nicht geschahen. Das muss ja irgendeinen Sinn haben.
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holzi
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Re: Interkommunion?

Beitrag von holzi » Montag 10. Januar 2011, 15:53

cantus planus hat geschrieben:Ist es nicht überzeugend genug, wenn der Heilige Geist das Herz anrührt und jemand heim zur Kirche findet? Wozu bitte braucht du da ein Papier?!

Natürlich muss man betonen, dass das Ausnahmen sind. Und nicht die Regel. Aber das weiss Melody ja, wie ihren Beiträgen zu entnehmen ist.
Wir sind halt Westkirchler. Und Deutsche auch noch. Da muß wirklich alles schriftlich sein. :roll:
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Gamaliel » Montag 10. Januar 2011, 15:53

Ich pflichte den Ausführungen Marions (in ihren letzten Beiträgen hier) durchaus bei! Subjektive Sichtweisen sind in diesen Fragen gänzlich irrelevant, sondern einzig die Lehre der Kirche.

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Re: Interkommunion?

Beitrag von Melody » Montag 10. Januar 2011, 15:54

@cp
Danke! :)

Natürlich weiß ich das.
Und natürlich hatte ich mir später, als ich von Dingen wie "schwerer Sünde" erfuhr, auch dementsprechende Gedanken gemacht und hatte zeitweise ein schlechtes Gewissen...
Aber es ist halt die Frage, ob ich ohne dieses Erlebnis konvertiert wäre. Das weiß ich nicht.
Deshalb kann man eben auch nicht beurteilen, ob das ganze nun "richtig" war.
Definitiv wäre es nicht "richtiger", wenn ich heute immer noch ein Protestant wäre, da zumindest sind wir uns wohl alle einig... :breitgrins:

(PS: Kennt Ihr den Spruch, dass Gott auch auf krummen Zeilen gerade schreiben kann?! Ich glaub, das hat Er in meinem Falle mehr als einmal getan...)
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Peti » Montag 10. Januar 2011, 16:23

cantus planus hat geschrieben:Ist es nicht überzeugend genug, wenn der Heilige Geist das Herz anrührt und jemand heim zur Kirche findet? Wozu bitte braucht du da ein Papier?!

Natürlich muss man betonen, dass das Ausnahmen sind. Und nicht die Regel. Aber das weiss Melody ja, wie ihren Beiträgen zu entnehmen ist.
Wir können nur spekulieren, was Gottes Gnade in Notfällen bewirken kann. Und hier, glaub ich, war sie am Werk.
Gleichfalls darf man die normale kirchliche Struktur in ihrer Geltung nicht relativieren.
Was für ein Glück für uns, dass wir wissen können, dass die Barmherzigkeit Gottes unendlich ist.
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Melody » Montag 10. Januar 2011, 16:29

Peti hat geschrieben:Gleichfalls darf man die normale kirchliche Struktur in ihrer Geltung nicht relativieren.
Was ich ja auch nicht tue, ich denke, das ist klar.
Keinesfalls bin ich für eine allgemeine Interkommunion, und keinesfalls bin ich dafür, dass z. B. konfessionsverschiedene Ehepartner zur Hl. Kommunion hinzutreten dürfen.
Dass eine Konversion ohne vorherigen Kommunionempfang natürlich "richtiger" gewesen wäre, gebe ich ebenfalls zu.

Nur kann (und darf) ich eben aufgrund meiner eigenen Lebensgeschichte die Interkommunion auch nicht in jedem Einzelfall für falsch erklären... das wäre sehr unredlich von mir oder auch "scheinheilig" (hihi, seit einem gewissen Buch hat dieses Wort plötzlich an Bedeutung gewonnen...)...
Das letzte Urteil über das, was richtig ist und was falsch, hat in diesem Falle wohl Gott...
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