Interkommunion?

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Granuaile
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Re: Der Papst, die Ökumene und Assisi

Beitrag von Granuaile »

Raphael hat geschrieben: Gilt also jetzt das Motto: "Werft das Heilige den Hunden vor!"? :hmm:
Ich finde es sehr nett, dass Raphael Menschen, die nicht in vollkommener Einheit mit der römisch-katholischen Kirche stehen, Hunden gleich setzt.
Nun, ich liebe Hunde ...

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Protasius
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Re: Der Papst, die Ökumene und Assisi

Beitrag von Protasius »

Granuaile hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben: Gilt also jetzt das Motto: "Werft das Heilige den Hunden vor!"? :hmm:
Ich finde es sehr nett, dass Raphael Menschen, die nicht in vollkommener Einheit mit der römisch-katholischen Kirche stehen, Hunden gleich setzt.
Nun, ich liebe Hunde ...
Der Bezug auf die Fronleichnamssequenz Lauda Sion ist mehr als deutlich, heißt es doch dort: Ecce panis angelorum, factus cibus viatorum, vere panis filiorum, non mittendus canibus. (Seht das Brot der Engel, das zur Speise der Pilger geworden ist; wahrlich das Brot der Kinder, das man nicht den Hunden geben darf.) Und diese Stelle bezieht sich wiederum auf die Evangelienstelle Mt 15, 21-28.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

Tinius
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Re: Der Papst, die Ökumene und Assisi

Beitrag von Tinius »

Protasius hat geschrieben: Und diese Stelle bezieht sich wiederum auf die Evangelienstelle Mt 15, 21-28.

Diese Stelle sollte man sich mal mit Verstand durchlesen.

Mary
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Re: Der Papst, die Ökumene und Assisi

Beitrag von Mary »

Protasius hat geschrieben: Der Bezug auf die Fronleichnamssequenz Lauda Sion ist mehr als deutlich, heißt es doch dort: Ecce panis angelorum, factus cibus viatorum, vere panis filiorum, non mittendus canibus. (Seht das Brot der Engel, das zur Speise der Pilger geworden ist; wahrlich das Brot der Kinder, das man nicht den Hunden geben darf.) Und diese Stelle bezieht sich wiederum auf die Evangelienstelle Mt 15, 21-28.
Im diesem Zusammenhang sehr interessant die Verse 27 und 28.

Übrigens habe ich kürzlich das Lauda Sion von Mendelssohn in einer reformierten Kirche von einer reformierten Kantorei - sehr schön! - aufführen gehört. War irgendwie eigenartig.
Who is so great a God as our God? You are the God who does wonders!

Tinius
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Re: Der Papst, die Ökumene und Assisi

Beitrag von Tinius »

Mary hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben: Der Bezug auf die Fronleichnamssequenz Lauda Sion ist mehr als deutlich, heißt es doch dort: Ecce panis angelorum, factus cibus viatorum, vere panis filiorum, non mittendus canibus. (Seht das Brot der Engel, das zur Speise der Pilger geworden ist; wahrlich das Brot der Kinder, das man nicht den Hunden geben darf.) Und diese Stelle bezieht sich wiederum auf die Evangelienstelle Mt 15, 21-28.
Im diesem Zusammenhang sehr interessant die Verse 27 und 28.

Übrigens habe ich kürzlich das Lauda Sion von Mendelssohn in einer reformierten Kirche von einer reformierten Kantorei - sehr schön! - aufführen gehört. War irgendwie eigenartig.
Ich frage mich, warum die das machen. :hae?: :hae?:

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lifestylekatholik
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Re: Der Papst, die Ökumene und Assisi

Beitrag von lifestylekatholik »

Tinius hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben: Und diese Stelle bezieht sich wiederum auf die Evangelienstelle Mt 15, 21-28.
Diese Stelle sollte man sich mal mit Verstand durchlesen.
Hab ich getan. Und jetzt?
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

heiliger_raphael
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Re: Der Papst, die Ökumene und Assisi

Beitrag von heiliger_raphael »

Moser hat geschrieben: Also: streiten wir nicht untereinander und gegeneinander, sondern miteinander gegen Schmidt-Salomon (sorry, der Typ ist für mich DAS Feindbild schlechthin...) und Konsorten!
Wer ist Schmidt-Salomon? :ja:

Tinius
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Re: Der Papst, die Ökumene und Assisi

Beitrag von Tinius »

heiliger_raphael hat geschrieben:
Moser hat geschrieben: Also: streiten wir nicht untereinander und gegeneinander, sondern miteinander gegen Schmidt-Salomon (sorry, der Typ ist für mich DAS Feindbild schlechthin...) und Konsorten!
Wer ist Schmidt-Salomon? :ja:
http://www.schmidt-salomon.de/homepage.htm

http://www.giordano-bruno-stiftung.de/

Das war doch der, der diesem Regensburger Bischof Müller wegen dessen "schlampiger" Predigt bis zum Bundesverwaltungsgericht eingeheizt hat.

Fragesteller
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Re: Der Papst, die Ökumene und Assisi

Beitrag von Fragesteller »

lifestylekatholik hat geschrieben:
Tinius hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben: Und diese Stelle bezieht sich wiederum auf die Evangelienstelle Mt 15, 21-28.
Diese Stelle sollte man sich mal mit Verstand durchlesen.
Hab ich getan. Und jetzt?
Die "Hunde" sind dort die Heiden(christen) im Unterschied zu den Juden(christen), nicht die Nichtkatholiken (oder sonst von der Kommunion ausgeschlossenen) im Unterschied zu den Katholiken. Und das Gleichnis geht dort zugunsten der "Hunde" aus. Hätte der Aquinate sich auf diese Stelle bezogen, wäre er also einer Fehlinterpretation aufgesessen. Es gibt die Formulierung allerdings auch bei Mt. 7,6 (wo auch von Perlen und Säuen die Rede ist), und dort passt die Deutung. Darauf scheint sich auch Raphael eher zu beziehen.

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Yeti
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Re: Papstreisen

Beitrag von Yeti »

Papst Franziskus gegen gemeinsame Eucharistiefeiern mit Protestanten Unglaublich. Am Ende kommt noch heraus, dass der Papst römisch-katholischer Priester ist.
Zugleich rief der Papst die Schweizer Bischöfe dazu auf, den Unterschied zwischen Priestern und Laien nicht zu verwischen. Es sei gut, das Engagement der Laien zu würdigen und zu unterstützen, allerdings müsse dies stets "unter klarer Wahrung des Unterschieds zwischen dem gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen und dem Priestertum des Dienstes" erfolgen. Die Bischöfe müssten ihren Gläubigen die Bedeutung der Glaubenswahrheiten für das liturgische, pfarrliche, familiäre und gesellschaftliche Leben vermitteln. Hierzu müssten sie ihre Mitarbeiter "sorgfältig" auswählen.
Ich freu mich schon auf seinen Deutschlandbesuch.
#gottmensch statt #gutmensch

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HeGe
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Re: Interkommunion?

Beitrag von HeGe »

Die Freude muss leider relativiert werden:
Radio Vatikan hat geschrieben:Schweizer Bischöfe: Schritte in Sachen Ökumene

[...] Das Stichwort „Eucharistische Gastfreundschaft“ kam [lt. Bischof Büchel] bei den Gesprächen mit Franziskus so nicht vor, auch wenn in dem Redetext des Papstes, das an die Bischöfe ausgeteilt wurde, das Thema angesprochen wird. [...]
Unglaublich auch, mit welcher Selbstverständlichkeit der letzte Absatz des Artikels verkündet wird. :nein:
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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overkott
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Re: Interkommunion?

Beitrag von overkott »

Albern.

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Gallus
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Gallus »

Unglaublich finde ich vor allem, wie da ein katholischer (?) Bischof einfach die Abendmahls-Terminologie der Protestanten übernimmt.

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Lupus
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Lupus »

Für Interessierte:
http://www.invenimus.blogspot.com
Der Blogger sophophilo fasst gut zusammen.
+L.
Christus mein Leben, Maria meine Hoffnung, Don Bosco mein Ideal!

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HeGe
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Re: Interkommunion?

Beitrag von HeGe »

kath.net hat geschrieben: Katholische Messe in Genfer Kathedrale – Einladung zur Interkommunion

Die Kathedrale St. Pierre ist die Hauptkirche der Reformierten in Genf. Bei der ersten katholischen Messe seit fast 500 Jahren sind die Protestanten eingeladen, die Kommunion zu empfangen. [...]
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HeGe
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Re: Interkommunion?

Beitrag von HeGe »

HeGe hat geschrieben:
Dienstag 11. Februar 2020, 14:04
kath.net hat geschrieben: Katholische Messe in Genfer Kathedrale – Einladung zur Interkommunion

Die Kathedrale St. Pierre ist die Hauptkirche der Reformierten in Genf. Bei der ersten katholischen Messe seit fast 500 Jahren sind die Protestanten eingeladen, die Kommunion zu empfangen. [...]
kath.net hat geschrieben: Hier wird sogenannte „eucharistische Gastfreundschaft“ praktiziert

Sprecherin des Bischofsvikariats Genf zur Messfeier in der reformierten Kathedrale Genf: Man werde all jene „willkommen“ heißen, „die sich zum Empfang des Leibes Christi melden“ [...]
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

Juergen
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Juergen »

Auf das Thema kriegt man sowieso keinen Deckel mehr drauf.

Ich schätze, daß mindestes 95% der Gläubigen (Katholiken wie Protestanten) im deutschsprachigen Raum den Unterschied zwischen Eucharistie und Abendmahl nicht kennen.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

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Bruder Donald
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Bruder Donald »

kath.net hat geschrieben:Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat am Dienstag eine Würdigung des Kontaktgesprächskreises ZUM umstrittenen Votum „Gemeinsam am Tisch des Herrn“ des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen veröffentlicht. Das Votum wurde zuletzt von der Glaubenskongregation kritisiert. Laut der DBK hat die Vollversammlung aus Respekt vor dem Einspruch des Vatikans keine Abstimmung über die „Würdigung“ des Kontaktgesprächskreises vorgenommen.
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Martina
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Martina »

Da hilft nur noch orthodox werden. Und diese Einsicht ist sehr schlimm, wenn ich bedenke, dass ich mich hier angemeldet habe, weil ich mir überlegte doch wieder in die Kirche einzutreten.
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holzi
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Re: Interkommunion?

Beitrag von holzi »

Martina hat geschrieben:
Mittwoch 7. Oktober 2020, 03:31
Da hilft nur noch orthodox werden. Und diese Einsicht ist sehr schlimm, wenn ich bedenke, dass ich mich hier angemeldet habe, weil ich mir überlegte doch wieder in die Kirche einzutreten.
Aber du hast ja selbst die Erfahrung gemacht, dass das Gras auf der anderen Seite des Zauns auch nicht viel grüner ist. Ich habe zu dieser Sache schon vor einigen Jahren vom Herrn das Wort bekommen: "Bleib, wo du bist!"
Und wir hoffen, wie es der selige Adolph Kolping geschrieben hat: "Tut jeder in seinem Kreis das Beste, wird's bald in der Welt auch besser aussehen."
Diese Nachricht wurde CO²-neutral, umweltfreundlich, aus wiederverwerteten Buchstaben von weggeworfenen E-Mails geschrieben und ist digital voll abbaubar.

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Sascha B.
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Sascha B. »

Martina hat geschrieben:
Mittwoch 7. Oktober 2020, 03:31
Da hilft nur noch orthodox werden. Und diese Einsicht ist sehr schlimm, wenn ich bedenke, dass ich mich hier angemeldet habe, weil ich mir überlegte doch wieder in die Kirche einzutreten.
Auch die Orthodoxie hat liberale Bischöfe und Priester. Und auch die Gläubigen dort sind religiös genau so ungebildet wie ihre westlichen Brüder und Schwestern und wollen schon mal seltsame Sachen.

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Martina
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Martina »

Auch die Orthodoxie hat liberale Bischöfe und Priester. Und auch die Gläubigen dort sind religiös genau so ungebildet wie ihre westlichen Brüder und Schwestern und wollen schon mal seltsame Sachen
Das verstehe ich jetzt überhaupt nicht.
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Sascha B.
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Sascha B. »

Martina hat geschrieben:
Mittwoch 7. Oktober 2020, 08:35
Auch die Orthodoxie hat liberale Bischöfe und Priester. Und auch die Gläubigen dort sind religiös genau so ungebildet wie ihre westlichen Brüder und Schwestern und wollen schon mal seltsame Sachen
Das verstehe ich jetzt überhaupt nicht.
Das Bild, welche viele Katholiken von der Orthodoxie haben, ist meistens falsch. Die orth. Kirche unterscheidet sich in der Realität kaum von der kath. Kirche. Die haben letztlich die selben Debatten und die selben Grabenkämpfe. Wobei dann bei den Russen noch ne ordentliche Portion Überheblichkeit dazu kommt, von wegen "die letzten Bewahrer der Orthodoxie".

Nach einer Konversion hat man also das selbe wie vorher, nur mit mehr Weihrauch.

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Martina
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Martina »

Nach einer Konversion hat man also das selbe wie vorher, nur mit mehr Weihrauch.
:D Da hast du recht, was die Ebene der Debatten und Überheblichkeit betrifft, aber das mit dem Weihrauch sehe ich anders, obwohl mir diese Ironie von dir sehr gut gefällt.

Aber allzu viele unterschiedliche Orthodoxe Gottesdienste habe ich auch noch nicht erlebt.Die, in denen ich war, nahmen den Gottesdienst viel ernster und ich bin auch auf einen echten, tiefen Glauben gestoßen, und nicht auf diese zum Sozialarbeitertum/-club verkommenen Kirchengemeinden. Aber vielleicht habe ich ja auch, wie gesagt, nicht die Möglichkeit gehabt, einen echten Vergleich zu ziehen.

Aber gegen die Überheblichkeit habe ich einen recht guten Text gefunden :) https://www.oki-regensburg.de/primat.pdf.
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Skylark
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Skylark »

Martina hat geschrieben:
Mittwoch 7. Oktober 2020, 08:51
Nach einer Konversion hat man also das selbe wie vorher, nur mit mehr Weihrauch.
:D Da hast du recht, was die Ebene der Debatten und Überheblichkeit betrifft, aber das mit dem Weihrauch sehe ich anders, obwohl mir diese Ironie von dir sehr gut gefällt.

Aber allzu viele unterschiedliche Orthodoxe Gottesdienste habe ich auch noch nicht erlebt.Die, in denen ich war, nahmen den Gottesdienst viel ernster und ich bin auch auf einen echten, tiefen Glauben gestoßen, und nicht auf diese zum Sozialarbeitertum/-club verkommenen Kirchengemeinden. Aber vielleicht habe ich ja auch, wie gesagt, nicht die Möglichkeit gehabt, einen echten Vergleich zu ziehen.

Aber gegen die Überheblichkeit habe ich einen recht guten Text gefunden :) https://www.oki-regensburg.de/primat.pdf.
Nicht alles, was als Arroganz oder Überheblichkeit abgetan wird, ist es auch tatsächlich.

Eine gewisse Sturheit in den dogmatischen Fragen ist eine Eigenschaft, die der Christenheit den Weg durch die Jahrhunderte durchaus erleichtert hat. Es geht schließlich darum nachzuweisen, daß Christi Reich nicht von dieser Welt ist!

Das Problem ist innerhalb der Christenheit derzeit eher, daß man in den wirklich grundlegenden dogmatischen Fragen bereits Einigkeit erzielt hat. Nun dreht sich der "binnenkirchliche Diskurs" um solche Petitessen wie das Frauenpriestertum oder den Zölibat.
Auch die Filioque-Frage ist IMHO eine Scheindebatte, die immer dann hervorgekramt wird, wenn's mal wieder zu langweilig geworden ist. :pfeif:
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Petrus
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Petrus »

Martina hat geschrieben:
Mittwoch 7. Oktober 2020, 08:51

Aber allzu viele unterschiedliche Orthodoxe Gottesdienste habe ich auch noch nicht erlebt.Die, in denen ich war, nahmen den Gottesdienst viel ernster und ich bin auch auf einen echten, tiefen Glauben gestoßen, und nicht auf diese zum Sozialarbeitertum/-club verkommenen Kirchengemeinden. Aber vielleicht habe ich ja auch, wie gesagt, nicht die Möglichkeit gehabt, einen echten Vergleich zu ziehen.

Aber gegen die Überheblichkeit habe ich einen recht guten Text gefunden :) https://www.oki-regensburg.de/primat.pdf.
guten Morgen, Martina.

also: orthodoxe Gottesdienste habe ich auch nur wenige erlebt. Alle waren für mich eindrucksvoll.

1) Hamburg, 6. Januar. Mein Freund, lutherischer Pastor, der mich mitgenommen hatte, hatte mir schon vorher gesagt: "Petrus! Sing nicht zu laut! Sonst "verhaften" die dich gleich für den Chor!"

2) Osternacht - die Auferstehung. in Bayreuth. Die griechisch-orthodoxe Gemeinde von Nürnberg und ganz Süddeutschland hatte bei dem Evang.-luth. Dekanat in Bayreuth angefragt, ob man denen nicht eine Kirche zur Verfügung stellen könnte, für die Osternacht. nu - es kam, wie es kommen mußte. "Meine" kleine Kirche wurde zur Verfügung gestellt, den Orthodoxen. ich wurde informiert, nach dem Motto: "Der Peter kriegt das schon hin - oder?"

also. wir haben das "Triduum" miteiander gefeiert, sind durch die Straßen gezogen, mit dem Hl. Grab. ich war natürlich auch dabei, weil, ich kannte mich aus. dort.

Und dann - Punkt Mitternacht - "Christos aneste" - "ho alithos aneste".

Nach der Hl. Messe hat mir dann die Ehefrau des Priesters das "Antidoron" gegeben.

3) Auf Kreta.

Osternacht.

dazu später gern mehr.

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Sascha B.
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Sascha B. »

Martina hat geschrieben:
Mittwoch 7. Oktober 2020, 08:51
Aber allzu viele unterschiedliche Orthodoxe Gottesdienste habe ich auch noch nicht erlebt.Die, in denen ich war, nahmen den Gottesdienst viel ernster und ich bin auch auf einen echten, tiefen Glauben gestoßen, und nicht auf diese zum Sozialarbeitertum/-club verkommenen Kirchengemeinden. Aber vielleicht habe ich ja auch, wie gesagt, nicht die Möglichkeit gehabt, einen echten Vergleich zu ziehen.
Die göttliche Liturgie ist tatsächlich eine ernstere, tiefere Form und im Vergleich zum aktuellen Unfug im Katholizismus sehr attraktiv. Den selben Ernst findet man aber auch in tridentinischen Messen. Letztenendes kommt es im Katholizismus darauf an wohin man geht. Entweder in die normalen Pfarrgemeinden oder, wenn man es frömmer, konservativer mag, eben zu irgendwelchen Vereinigungen wie Petrus bzwPiusbrüder, SJM usw.

Der Katholizismus hat da eine Vielzahl an Möglichkeiten und Spiritualitäten zu bieten. Die Suche nach dem passenden Angebot kann nur etwas dauern.
Diese "Weite" hat die Orthodoxie zum Beispiel nicht.

Germanus
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Germanus »

Wer nur des Weihrauchs wegen oder des Chaos der römisch-kath. Kirche wegen orthodox wird, dürfte es bald bereuen. Wichtig ist doch das Fundament, auf das das Glaubensleben aufbauen darf. Das ist in der orthodoxen Kirche - trotz aller liberalen und extremen Meinungen - unangetastet, und zwar aus Gründen, die sich auch aus der Glaubenspraxis ergeben. Die unterschiedlichen "Strömungen" und "Spiritualitäten" sind in der r.-k. Kirche zwar gute Inseln im stürmischen Meer, sie teilen aber alle das gleich Schicksal: dass sie das mittlerweile bröckelig gewordene Fundament hübsch verkleiden, nicht aber dauerhaft konsolidieren können. Viele Streitpunkte in der r.-k. Kirche können nur deshalb entstehen, weil sich die Glaubenspraxis an etwas orientiert, was selbst schon wieder sehr fragwürdig zu nennen ist: Was ist denn die "Kommunion" überhaupt, wenn nicht das, was sie der Wortbedeutung nach vollumfänglich sein sollte (und nach orthodoxem Verständnis nur sein kann)? Es steckt in dem Wort ja sogar die lat. Wurzel "Vereinigung"! Dort sind die Wesenszüge der Kirche zu suchen, die dann sogar viel weiter ist, als man sich das hätte träumen lassen.
Gruß G.
"Her, denke an mui, wenn diu met duinem Ruike kümmes." (Lk 23,42)

Skylark
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Skylark »

Germanus hat geschrieben:
Mittwoch 7. Oktober 2020, 09:39
..............
Viele Streitpunkte in der r.-k. Kirche können nur deshalb entstehen, weil sich die Glaubenspraxis an etwas orientiert, was selbst schon wieder sehr fragwürdig zu nennen ist: Was ist denn die "Kommunion" überhaupt, wenn nicht das, was sie der Wortbedeutung nach vollumfänglich sein sollte (und nach orthodoxem Verständnis nur sein kann)? Es steckt in dem Wort ja sogar die lat. Wurzel "Vereinigung"! Dort sind die Wesenszüge der Kirche zu suchen, die dann sogar viel weiter ist, als man sich das hätte träumen lassen.
Gruß G.
In der Tat wären dort die theologischen Orte des ökumenischen Dialoges zu suchen!
Nicht aber in wortreichen "Erklärungen" zur Rechtfertigungslehre. :/
Die Sprache ist das Lebenselixier des Menschen!

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Martina
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Martina »

Germanus hat geschrieben:
Mittwoch 7. Oktober 2020, 09:39
Wer nur des Weihrauchs wegen oder des Chaos der römisch-kath. Kirche wegen orthodox wird, dürfte es bald bereuen. Wichtig ist doch das Fundament, auf das das Glaubensleben aufbauen darf. Das ist in der orthodoxen Kirche - trotz aller liberalen und extremen Meinungen - unangetastet, und zwar aus Gründen, die sich auch aus der Glaubenspraxis ergeben. Die unterschiedlichen "Strömungen" und "Spiritualitäten" sind in der r.-k. Kirche zwar gute Inseln im stürmischen Meer, sie teilen aber alle das gleich Schicksal: dass sie das mittlerweile bröckelig gewordene Fundament hübsch verkleiden, nicht aber dauerhaft konsolidieren können. Viele Streitpunkte in der r.-k. Kirche können nur deshalb entstehen, weil sich die Glaubenspraxis an etwas orientiert, was selbst schon wieder sehr fragwürdig zu nennen ist: Was ist denn die "Kommunion" überhaupt, wenn nicht das, was sie der Wortbedeutung nach vollumfänglich sein sollte (und nach orthodoxem Verständnis nur sein kann)? Es steckt in dem Wort ja sogar die lat. Wurzel "Vereinigung"! Dort sind die Wesenszüge der Kirche zu suchen, die dann sogar viel weiter ist, als man sich das hätte träumen lassen.
Gruß G.
Da stimme ich dir voll zu.
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Martina
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Martina »

Sascha B. hat geschrieben:
Mittwoch 7. Oktober 2020, 09:32

Den selben Ernst findet man aber auch in tridentinischen Messen. Letztenendes kommt es im Katholizismus darauf an wohin man geht. Entweder in die normalen Pfarrgemeinden oder, wenn man es frömmer, konservativer mag, eben zu irgendwelchen Vereinigungen wie Petrus bzwPiusbrüder, SJM usw.
Leider halt nicht. Denn sonst hätte ich nicht weitergesucht. Es ist einfach die Heiligkeit verloren gegangen. Und der Ernst in der Piusbruderschaft und in der Petrusbruderschaft ist genau das, was den lebendigen Gott killt oder tiefkühlt. Es geht nicht um Ernst, sondern um Ernsthaftigkeit.
Sascha B. hat geschrieben:
Mittwoch 7. Oktober 2020, 09:32
Der Katholizismus hat da eine Vielzahl an Möglichkeiten und Spiritualitäten zu bieten. Die Suche nach dem passenden Angebot kann nur etwas dauern.
Diese "Weite" hat die Orthodoxie zum Beispiel nicht.
Es geht auch nicht darum, unendliche Weiten zu suchen. Oder in verschiedenen Absplitterungen Shopping zu gehen und Angebote zu vergleichen. Auch nichts mit sonstigen Äußerlichkeiten, obwohl sie alle durchaus Ausdruck der rechten Verehrung Gottes sind.
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Hubertus
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Re: Interkommunion?

Beitrag von Hubertus »

Martina hat geschrieben:
Mittwoch 7. Oktober 2020, 13:50
Und der Ernst in der Piusbruderschaft und in der Petrusbruderschaft ist genau das, was den lebendigen Gott killt oder tiefkühlt. Es geht nicht um Ernst, sondern um Ernsthaftigkeit.
Dafür bäte ich doch um genauere Eräuterung...!
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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