Sakramentalität und Unauflöslichkeit der Ehe

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lutherbeck
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Sakramentalität und Unauflöslichkeit der Ehe

Beitrag von lutherbeck »

Dieser Strang wurde nicht von "Lutheraner" eröffnet, sondern aus dem Strang "Ökumene" abgespalten.
taddeo, Moderator

Lutheraner hat geschrieben:Warum sollte Wulff seine Kinder im Glauben einer Gemeinschaft erziehen, die ihn selbst ausschließt? Dafür scheint seine Bindung zur Kath. Kirche nicht stark genug zu sein.
Dies ist ein Problem, das nicht nur den Bundesaugust betrifft, sondern auch sehr viele Katholiken - ich könnte auf Anhieb mindestens ein Dutzend mir bekannter Menschen aufzählen, die ähnliche Probleme haben und daher mit der katholischen Kirche gebrochen haben; einige sind zwar noch formal Mitglied, innerlich jedoch emigriert, andere sind ausgetreten und ein weiterer Teil ist zu den Lutheranern konvertiert.

Ich persönlich glaube schon, daß sich die Kirche eine Lösung zu diesem Problem einfallen lassen muß; eine in jungen Jahren eingegangene Ehe, die in mittleren Jahren auseinandergeht kann doch nicht noch dem Hochbetagen die Teilnahme an der Eucharistie verwehren - Jesus selbst wäre da sicherlich gnädiger gewesen...
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

Amandus2
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Re: Ökumene

Beitrag von Amandus2 »

lutherbeck hat geschrieben:
Lutheraner hat geschrieben:Warum sollte Wulff seine Kinder im Glauben einer Gemeinschaft erziehen, die ihn selbst ausschließt? Dafür scheint seine Bindung zur Kath. Kirche nicht stark genug zu sein.
Dies ist ein Problem, das nicht nur den Bundesaugust betrifft, sondern auch sehr viele Katholiken - ich könnte auf Anhieb mindestens ein Dutzend mir bekannter Menschen aufzählen, die ähnliche Probleme haben und daher mit der katholischen Kirche gebrochen haben; einige sind zwar noch formal Mitglied, innerlich jedoch emigriert, andere sind ausgetreten und ein weiterer Teil ist zu den Lutheranern konvertiert.

Ich persönlich glaube schon, daß sich die Kirche eine Lösung zu diesem Problem einfallen lassen muß; eine in jungen Jahren eingegangene Ehe, die in mittleren Jahren auseinandergeht kann doch nicht noch dem Hochbetagen die Teilnahme an der Eucharistie verwehren - Jesus selbst wäre da sicherlich gnädiger gewesen...


In DIESEM Punkt stimme ich der RKK voll zu.

Wenn man die Ehe -wie die Katholiken- als ein Sakrament sieht, ist sie unauflöslich. Es wird ja auch keinem im hohen Alter die Teilnahme an der Eucharistie verwehrt, weil er sich hat scheiden lassen, sondern nur dann, wenn er wieder geheiratet hat.

In einer Zeit, in der jede zweite Ehe auseinander bricht, ist dies ein mutiges Zeichen der RKK, das sie unbedingt beibehalten sollte.

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ad-fontes
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Re: Ökumene

Beitrag von ad-fontes »

lutherbeck hat geschrieben: Ich persönlich glaube schon, daß sich die Kirche eine Lösung zu diesem Problem einfallen lassen muß; eine in jungen Jahren eingegangene Ehe, die in mittleren Jahren auseinandergeht kann doch nicht noch dem Hochbetagen die Teilnahme an der Eucharistie verwehren - Jesus selbst wäre da sicherlich gnädiger gewesen...
mit Ausnahme der Sterbestunde.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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cantus planus
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Re: Ökumene

Beitrag von cantus planus »

lutherbeck hat geschrieben:Ich persönlich glaube schon, daß sich die Kirche eine Lösung zu diesem Problem einfallen lassen muß; eine in jungen Jahren eingegangene Ehe, die in mittleren Jahren auseinandergeht kann doch nicht noch dem Hochbetagen die Teilnahme an der Eucharistie verwehren.
Tut es ja auch nicht. Du sitzt einem Irrtum auf, dem allerdings viele erliegen.
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Stephen Dedalus
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Re: Ökumene

Beitrag von Stephen Dedalus »

Amandus2 hat geschrieben: In DIESEM Punkt stimme ich der RKK voll zu.

Wenn man die Ehe -wie die Katholiken- als ein Sakrament sieht, ist sie unauflöslich. Es wird ja auch keinem im hohen Alter die Teilnahme an der Eucharistie verwehrt, weil er sich hat scheiden lassen, sondern nur dann, wenn er wieder geheiratet hat.
Die Orthodoxen sehen die Ehe auch als unauflöslich an, verhängen aber nicht 'lebenslänglich', wenn jemand geschieden ist und eine neue Ehe eingeht.

Das Problem ist, daß hier eine Situation (Ausschluß vom Sakramentsempfang) zum Dauerzustand für viele Menschen wird, obwohl sie von ihrem Ursprung her ein Mittel zur Buße mit dem Ziel der Wiederaufnahme ist. Im Klartext: Jemand, der geschieden und wieder verheiratet ist, hat KEINE Möglichkeit, wieder zum Sakramentsempfang zugelassen zu werden, es sei denn er versucht über kirchliche Ehegerichte eine Annulierung der ersten Ehe oder er lädt neue Schuld durch die Auflösung der neuen Ehe auf sich.

Diese Situation ist nicht haltbar.
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ad-fontes
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Re: Ökumene

Beitrag von ad-fontes »

Stephen Dedalus hat geschrieben:Diese Situation ist nicht haltbar.
Gibt es ein Recht auf Kommunionempfang? :detektiv:
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Florianklaus
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Re: Ökumene

Beitrag von Florianklaus »

ad-fontes hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:Diese Situation ist nicht haltbar.
Gibt es ein Recht auf Kommunionempfang? :detektiv:

Soweit ich weiß, darf einem Katholiken, der daran nicht rechtlich gehindert ist, der Empfang der hl. Kommunion nicht verweigert werden.

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Florianklaus
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Re: Ökumene

Beitrag von Florianklaus »

Stephen Dedalus hat geschrieben:
Amandus2 hat geschrieben: In DIESEM Punkt stimme ich der RKK voll zu.

Wenn man die Ehe -wie die Katholiken- als ein Sakrament sieht, ist sie unauflöslich. Es wird ja auch keinem im hohen Alter die Teilnahme an der Eucharistie verwehrt, weil er sich hat scheiden lassen, sondern nur dann, wenn er wieder geheiratet hat.
Die Orthodoxen sehen die Ehe auch als unauflöslich an, verhängen aber nicht 'lebenslänglich', wenn jemand geschieden ist und eine neue Ehe eingeht.

Das Problem ist, daß hier eine Situation (Ausschluß vom Sakramentsempfang) zum Dauerzustand für viele Menschen wird, obwohl sie von ihrem Ursprung her ein Mittel zur Buße mit dem Ziel der Wiederaufnahme ist. Im Klartext: Jemand, der geschieden und wieder verheiratet ist, hat KEINE Möglichkeit, wieder zum Sakramentsempfang zugelassen zu werden, es sei denn er versucht über kirchliche Ehegerichte eine Annulierung der ersten Ehe oder er lädt neue Schuld durch die Auflösung der neuen Ehe auf sich.

Diese Situation ist nicht haltbar.
Aus katholischer Sicht ist die neue "Ehe" aber lediglich eine fortgesetzte ehebrecherische Beziehung, die durch die staatliche Trauung öffentlich gemacht wird. Der Terminus "wiederverheiratete Geschiedene" ist daher schon per se antikatholisch.

Stephen Dedalus
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Re: Ökumene

Beitrag von Stephen Dedalus »

Aus katholischer Sicht ist die neue "Ehe" aber lediglich eine fortgesetzte ehebrecherische Beziehung, die durch die staatliche Trauung öffentlich gemacht wird.
Genau darin liegt das Problem. M. E. sollte eine Möglichkeit bestehen, durch Buße und Anerkennen der schuldhaften Entwicklung, die zu diesem Zustand geführt hat, sowie der Prüfung durch einen Geistlichen eine Wiederzulassung zu den Sakramenten zu erlangen.
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Florianklaus
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Re: Ökumene

Beitrag von Florianklaus »

Stephen Dedalus hat geschrieben:
Aus katholischer Sicht ist die neue "Ehe" aber lediglich eine fortgesetzte ehebrecherische Beziehung, die durch die staatliche Trauung öffentlich gemacht wird.
Genau darin liegt das Problem. M. E. sollte eine Möglichkeit bestehen, durch Buße und Anerkennen der schuldhaften Entwicklung, die zu diesem Zustand geführt hat, sowie der Prüfung durch einen Geistlichen eine Wiederzulassung zu den Sakramenten zu erlangen.

Trotz der Perpetuierung des Ehebruchs?

Stephen Dedalus
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Re: Ökumene

Beitrag von Stephen Dedalus »

Florianklaus hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:
Aus katholischer Sicht ist die neue "Ehe" aber lediglich eine fortgesetzte ehebrecherische Beziehung, die durch die staatliche Trauung öffentlich gemacht wird.
Genau darin liegt das Problem. M. E. sollte eine Möglichkeit bestehen, durch Buße und Anerkennen der schuldhaften Entwicklung, die zu diesem Zustand geführt hat, sowie der Prüfung durch einen Geistlichen eine Wiederzulassung zu den Sakramenten zu erlangen.

Trotz der Perpetuierung des Ehebruchs?
Naja, das ist die Frage. Bewertet man vornehmlich das Zerbrechen der Ehe und das Eingehen einer neuen Partnerschaft als schuldhaftes Verhalten, oder sieht man vor allem die neue Partnerschaft als 'fortwährenden Ehebruch'. M. E. läge ebenso ein schuldhaftes Verhalten darin, eine erneut eingegangene Partnerschaft zu beenden. Diese bedeutet ja ebenso die Übernahme von Verantwortung, besonders wenn Kinder da sind. Mir kann niemand weismachen, daß es moralisch und ethisch richtig wäre, die neue Partnerin und die gemeinsamen Kinder in die Wüste zu schicken, weil es eine gescheiterte Ehe in der Vergangenheit gab.

Daher meine ich: Wenn sich jemand in einer solchen Situation findet und zur Anerkenntnis des Versagens und der Schuld kommt, die ihn in diese Situation gebracht hat, muß er eine Möglichkeit haben, durch entsprechende Buße dies zu berichtigen. Dann muß aber auch in den Augen der Kirche seine jetzige Lebenssituation als geordnet anerkannt werden können und eine Zulassung zu den Sakramenten wieder erfolgen können. So halten es m. W. die Orthodoxen - und so sehe ich es als richtig an. Damit wird weder das Grundprinzip kompromittiert, noch wird der Ehebruch sanktioniert, aber es entspricht der sündhaften menschlichen Natur, die eben auch 'fallen' kann.

So entspricht es m. E. auch den Schriftstellen im Neuen Testamtent, die sehr wohl zwischen Prinzip und Anspruch auf der einen Seite und der menschlichen Wirklichkeit auf der anderen Seite differenzieren.
Zuletzt geändert von Stephen Dedalus am Mittwoch 1. Dezember 2010, 12:44, insgesamt 1-mal geändert.
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taddeo
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Re: Ökumene

Beitrag von taddeo »

Florianklaus hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:
Aus katholischer Sicht ist die neue "Ehe" aber lediglich eine fortgesetzte ehebrecherische Beziehung, die durch die staatliche Trauung öffentlich gemacht wird.
Genau darin liegt das Problem. M. E. sollte eine Möglichkeit bestehen, durch Buße und Anerkennen der schuldhaften Entwicklung, die zu diesem Zustand geführt hat, sowie der Prüfung durch einen Geistlichen eine Wiederzulassung zu den Sakramenten zu erlangen.

Trotz der Perpetuierung des Ehebruchs?
Das Problem liegt da wohl in der Rechtsauffassung der Kirche, daß jede Ehe unter formalen Katholiken automatisch Sakrament und deshalb unauflöslich ist. Der Papst spricht dies in dem Seewald-Interview auch am Rande an, wenn er sagt:
Was man tun kann, ist zum einen, die Frage der Gültigkeit der Ehen genauer zu untersuchen. Bisher wurde vom Kirchenrecht vorausgesetzt, daß jemand, der eine Ehe eingeht, weiß, was Ehe ist. Dieses Wissen vorausgesetzt, ist die Ehe gültig und unscheidbar. In dem heutigen Gewirr der Meinungen, in der total veränderten Konstellation "weiß" man aber eher, daß es normal sei, die Ehe zu brechen.
Etwas skurril scheint mir dabei, daß man sich als Formalkatholik die Sakramentalität der Ehe praktisch "zuziehen kann", ohne dies tatsächlich zu wollen. Es ist das einzige Sakrament, das man nicht einmal von der Intention her bejahen muß, um es trotzdem "aufs Auge gedrückt" zu bekommen. Da, glaube ich, ist ein theologischer Haken, über den die berufenen Hirten noch mal nachdenken könnten.

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lutherbeck
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Re: Ökumene

Beitrag von lutherbeck »

Stephen Dedalus hat geschrieben:
Amandus2 hat geschrieben: In DIESEM Punkt stimme ich der RKK voll zu.

Wenn man die Ehe -wie die Katholiken- als ein Sakrament sieht, ist sie unauflöslich. Es wird ja auch keinem im hohen Alter die Teilnahme an der Eucharistie verwehrt, weil er sich hat scheiden lassen, sondern nur dann, wenn er wieder geheiratet hat.
Die Orthodoxen sehen die Ehe auch als unauflöslich an, verhängen aber nicht 'lebenslänglich', wenn jemand geschieden ist und eine neue Ehe eingeht.

Das Problem ist, daß hier eine Situation (Ausschluß vom Sakramentsempfang) zum Dauerzustand für viele Menschen wird, obwohl sie von ihrem Ursprung her ein Mittel zur Buße mit dem Ziel der Wiederaufnahme ist. Im Klartext: Jemand, der geschieden und wieder verheiratet ist, hat KEINE Möglichkeit, wieder zum Sakramentsempfang zugelassen zu werden, es sei denn er versucht über kirchliche Ehegerichte eine Annulierung der ersten Ehe oder er lädt neue Schuld durch die Auflösung der neuen Ehe auf sich.

Diese Situation ist nicht haltbar.
:klatsch:
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lutherbeck
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Re: Ökumene

Beitrag von lutherbeck »

Etwas skurril scheint mir dabei, daß man sich als Formalkatholik die Sakramentalität der Ehe praktisch "zuziehen kann", ohne dies tatsächlich zu wollen. Es ist das einzige Sakrament, das man nicht einmal von der Intention her bejahen muß, um es trotzdem "aufs Auge gedrückt" zu bekommen. Da, glaube ich, ist ein theologischer Haken, über den die berufenen Hirten noch mal nachdenken könnten.
Genau - und wieviel schlimmer wäre es für einen geschieden - wiederverheirateten Lutheraner, der von der katholischen Sakramentalität einer Ehe in jungen Jahren gar nichts wußte und in späten Jahren zum Katholizismus konvertieren wollte - auch er wäre doch von Vorne herein ausgeschlossen!
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Hubertus
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Re: Ökumene

Beitrag von Hubertus »

taddeo hat geschrieben:
Florianklaus hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:
Aus katholischer Sicht ist die neue "Ehe" aber lediglich eine fortgesetzte ehebrecherische Beziehung, die durch die staatliche Trauung öffentlich gemacht wird.
Genau darin liegt das Problem. M. E. sollte eine Möglichkeit bestehen, durch Buße und Anerkennen der schuldhaften Entwicklung, die zu diesem Zustand geführt hat, sowie der Prüfung durch einen Geistlichen eine Wiederzulassung zu den Sakramenten zu erlangen.

Trotz der Perpetuierung des Ehebruchs?
Das Problem liegt da wohl in der Rechtsauffassung der Kirche, daß jede Ehe unter formalen Katholiken automatisch Sakrament und deshalb unauflöslich ist. Der Papst spricht dies in dem Seewald-Interview auch am Rande an, wenn er sagt:
Was man tun kann, ist zum einen, die Frage der Gültigkeit der Ehen genauer zu untersuchen. Bisher wurde vom Kirchenrecht vorausgesetzt, daß jemand, der eine Ehe eingeht, weiß, was Ehe ist. Dieses Wissen vorausgesetzt, ist die Ehe gültig und unscheidbar. In dem heutigen Gewirr der Meinungen, in der total veränderten Konstellation "weiß" man aber eher, daß es normal sei, die Ehe zu brechen.
Etwas skurril scheint mir dabei, daß man sich als Formalkatholik die Sakramentalität der Ehe praktisch "zuziehen kann", ohne dies tatsächlich zu wollen. Es ist das einzige Sakrament, das man nicht einmal von der Intention her bejahen muß, um es trotzdem "aufs Auge gedrückt" zu bekommen. Da, glaube ich, ist ein theologischer Haken, über den die berufenen Hirten noch mal nachdenken könnten.
:hae?:
Wieso kann man sich die Ehe 'zuziehen, ohne es zu wollen'?
Bei defektem Ehewillen kommt doch gar keine zustande.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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lutherbeck
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Re: Ökumene

Beitrag von lutherbeck »

Nochmals:
"Genau - und wieviel schlimmer wäre es für einen geschieden - wiederverheirateten Lutheraner, der von der katholischen Sakramentalität einer Ehe in jungen Jahren gar nichts wußte und in späten Jahren zum Katholizismus konvertieren wollte - auch er wäre doch von Vorne herein ausgeschlossen!"
Beachtet den unterstrichenen Teil; und sagt nun bloß nicht ihr könnt ihr euch so etwas nicht vorstellen?!! :achselzuck:
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taddeo
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Re: Ökumene

Beitrag von taddeo »

Hubertus hat geschrieben: :hae?:
Wieso kann man sich die Ehe 'zuziehen, ohne es zu wollen'?
Bei defektem Ehewillen kommt doch gar keine zustande.
Nicht die Ehe, sondern die Sakramentalität der Ehe.
Es gibt genügend Leute, die auf dem Papier katholisch sind und deswegen in der Kirche heiraten,
aber mangels der geringsten Ahnung weder wissen, daß sie damit ein Sakrament eingehen,
noch das ausdrücklich wollen.

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overkott
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Re: Ökumene

Beitrag von overkott »

taddeo hat geschrieben:
Hubertus hat geschrieben: :hae?:
Wieso kann man sich die Ehe 'zuziehen, ohne es zu wollen'?
Bei defektem Ehewillen kommt doch gar keine zustande.
Nicht die Ehe, sondern die Sakramentalität der Ehe.
Es gibt genügend Leute, die auf dem Papier katholisch sind und deswegen in der Kirche heiraten,
aber mangels der geringsten Ahnung weder wissen, daß sie damit ein Sakrament eingehen,
noch das ausdrücklich wollen.
Albern, Pfaffen machten sich zum Affen, wenn sie sich für so etwas hergäben. Dafür gibt es schließlich Brautgespräche.

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taddeo
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Re: Ökumene

Beitrag von taddeo »

overkott hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
Hubertus hat geschrieben: :hae?:
Wieso kann man sich die Ehe 'zuziehen, ohne es zu wollen'?
Bei defektem Ehewillen kommt doch gar keine zustande.
Nicht die Ehe, sondern die Sakramentalität der Ehe.
Es gibt genügend Leute, die auf dem Papier katholisch sind und deswegen in der Kirche heiraten,
aber mangels der geringsten Ahnung weder wissen, daß sie damit ein Sakrament eingehen,
noch das ausdrücklich wollen.
Albern, Pfaffen machten sich zum Affen, wenn sie sich für so etwas hergäben. Dafür gibt es schließlich Brautgespräche.
Diese Albernheiten sind gang und gäbe.

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overkott
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Re: Ökumene

Beitrag von overkott »

taddeo hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
Hubertus hat geschrieben: :hae?:
Wieso kann man sich die Ehe 'zuziehen, ohne es zu wollen'?
Bei defektem Ehewillen kommt doch gar keine zustande.
Nicht die Ehe, sondern die Sakramentalität der Ehe.
Es gibt genügend Leute, die auf dem Papier katholisch sind und deswegen in der Kirche heiraten,
aber mangels der geringsten Ahnung weder wissen, daß sie damit ein Sakrament eingehen,
noch das ausdrücklich wollen.
Albern, Pfaffen machten sich zum Affen, wenn sie sich für so etwas hergäben. Dafür gibt es schließlich Brautgespräche.
Diese Albernheiten sind gang und gäbe.
Selbst bei geringem IQ müsste spätestens vor dem Ja-Wort auffallen, dass es um ein feierliches Versprechen vor Gott und Gemeinde geht.

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taddeo
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Re: Ökumene

Beitrag von taddeo »

overkott hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
Hubertus hat geschrieben: :hae?:
Wieso kann man sich die Ehe 'zuziehen, ohne es zu wollen'?
Bei defektem Ehewillen kommt doch gar keine zustande.
Nicht die Ehe, sondern die Sakramentalität der Ehe.
Es gibt genügend Leute, die auf dem Papier katholisch sind und deswegen in der Kirche heiraten,
aber mangels der geringsten Ahnung weder wissen, daß sie damit ein Sakrament eingehen,
noch das ausdrücklich wollen.
Albern, Pfaffen machten sich zum Affen, wenn sie sich für so etwas hergäben. Dafür gibt es schließlich Brautgespräche.
Diese Albernheiten sind gang und gäbe.
Selbst bei geringem IQ müsste spätestens vor dem Ja-Wort auffallen, dass es um ein feierliches Versprechen vor Gott und Gemeinde geht.
Die Kanonisten beklagen sich schon immer darüber, daß Dummheit leider kein Ehehindernis ist.
Dann wäre nämlich der Großteil des Eherechts überhaupt nicht nötig.

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Marion
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Re: Ökumene

Beitrag von Marion »

overkott hat geschrieben:Selbst bei geringem IQ müsste spätestens vor dem Ja-Wort auffallen, dass es um ein feierliches Versprechen vor Gott und Gemeinde geht.
Es gibt Leute, die wirklich überhaupt nicht an Gott glauben. Die "merken" das dann wirklich nicht, daß es um ein Versprechen vor Gott geht. Auch dann nicht, wenn der Priester ihnen das sagt.
Zuletzt geändert von taddeo am Mittwoch 1. Dezember 2010, 16:42, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat dem richtigen Autor zugeordnet.
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cantus planus
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Re: Ökumene

Beitrag von cantus planus »

taddeo hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
Hubertus hat geschrieben: :hae?:
Wieso kann man sich die Ehe 'zuziehen, ohne es zu wollen'?
Bei defektem Ehewillen kommt doch gar keine zustande.
Nicht die Ehe, sondern die Sakramentalität der Ehe.
Es gibt genügend Leute, die auf dem Papier katholisch sind und deswegen in der Kirche heiraten,
aber mangels der geringsten Ahnung weder wissen, daß sie damit ein Sakrament eingehen,
noch das ausdrücklich wollen.
Albern, Pfaffen machten sich zum Affen, wenn sie sich für so etwas hergäben. Dafür gibt es schließlich Brautgespräche.
Diese Albernheiten sind gang und gäbe.
Eben. Es ist einfach so, dass man in Weiß in der Kirche heiratet, mit Hochzeitsmarsch und Blumenkindern. Es ist nun einmal so, dass man auch in eigentlich katholisch sozialisierten Kreisen oft genug nicht das geringste bisschen kirchliches Verständnis mehr antrifft. Was die Ehe wirklich bedeutet, weiss kaum noch jemand. Die großteils albernen und unproduktiven "Eheseminare" bringen überhaupt nichts. Leider gibt es auch genug Priester, die bei den Vorgesprächen nur noch Einzeldetails wie Blumenschmuck, Lesungen und Musik abhaken, als ob Kirche professionelles Eventmanagement betriebe.
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Gamaliel
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Re: Ökumene

Beitrag von Gamaliel »

taddeo hat geschrieben:Es gibt genügend Leute, die auf dem Papier katholisch sind und deswegen in der Kirche heiraten, aber mangels der geringsten Ahnung weder wissen, daß sie damit ein Sakrament eingehen, noch das ausdrücklich wollen.
Das kann es nur dort geben, wo Pfarrer/Priester sich in schwerwiegender Weise gegen ihre Amtspflichten verfehlen und Leute zum Sakramentenempfang zulassen, die nicht hinreichend disponiert sind.

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lutherbeck
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Re: Ökumene

Beitrag von lutherbeck »

Marion hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Selbst bei geringem IQ müsste spätestens vor dem Ja-Wort auffallen, dass es um ein feierliches Versprechen vor Gott und Gemeinde geht.
Es gibt Leute, die wirklich überhaupt nicht an Gott glauben. Die "merken" das dann wirklich nicht, daß es um ein Versprechen vor Gott geht. Auch dann nicht, wenn der Priester ihnen das sagt.
So ist es! Und für viele ist all das einfach eine nette Folkloreveranstaltung, die man der künftigen Schwiegermama zuliebe einfach "mitnimmt".

Schwierig wird es dann, wenn nach 3 Jahrzehnten die Sache plötzlich anders aussieht: die Ehe ist kaputt und geschieden, eine neue Beziehung wird als "die Liebe des Lebens" erkannt und gelebt, zudem möchte man aus nun erwachtem Glauben kirchlich heiraten - und darf doch weder zur Eucharistie noch zum Traualtar...

Für solche Menschen muß es doch eine Lösung geben!

Und noch etwas: unzählige wurden von ihren Partnern verlassen, obwohl sie selbst diese Ehe als stabil ansahen - wo liegt nun deren Schuld? Müssen sie dennoch als schuldlos Geschiedene ihr Leben lang büßen? Ich kenne viele derartige Fälle...

:achselzuck:
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Berolinensis
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Re: Ökumene

Beitrag von Berolinensis »

1) Warum sprechen wir über all diese Ehefragen im Ökumene-Strang?

2) Ausgangspunkt war ja die Behauptung, viele Menschen "zögen" sich die sakramentale Ehe "zu" (ein befremdlicher Ausdruck, als ob ein Sakrament eine Krankheit wäre) ohne es zu wollen. Diesen Punkt verstehe ich nicht - soll das heißen, diese Leute wollen in Wirklichkeit gar nicht heiraten, oder gar, daß sie , obschon Christen, eine bloße Naturehe schließen wollen? Daß jemand tatsächlich so eine Absicht haben könnte, scheint mir äußerst unwahrscheinlich.

3) Mir leuchtet es überhaupt nicht ein, daß der Umstand, daß die Ehe nach kirchlicher Lehre unauflöslich ist, nicht jedem, der des Lesens und Schreibens kundig ist, bekannt sein soll. Darüber wird doch dauernd gerade auch von Akatholiken (s. etwa eben dieser Strang) lamentiert, es kommt auch in zig Filmen, Fernsehsendungen etc. vor. Wenn jemand etwas über die kirchliche Lehre weiß, dann m.E. das.
Zuletzt geändert von Berolinensis am Mittwoch 1. Dezember 2010, 17:01, insgesamt 1-mal geändert.

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cantus planus
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Re: Ökumene

Beitrag von cantus planus »

Berolinensis hat geschrieben:3) Mir leuchtet es überhaupt nicht ein, daß der Umstand, daß die Ehe nach kirchlicher Lehre unauflöslich ist, nicht jedem, der des Lesens und Schreibens kundig ist, bekannt sein soll. Darüber wird doch dauernd gerade auch von Akatholiken (s. etwa eben dieser Strang) lamentiert, es kommt auch in zig Filmen, Fernsehsendungen etc. vor. Wenn jemand etwas über die kirchliche Lehre weiß, dann m.E. das.
Mein Lieber, mach einmal ein Jahrespraktikum in einer normalen Pfarrgemeinde. Du wirst aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Es ist nichts mehr bekannt. Übrigens nicht nur bei den Laien. Auch das Diplom in Theologie schützt vor totalem Unwissen nicht, wie ich immer wieder konsterniert feststellen musste.
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Re: Ökumene

Beitrag von lutherbeck »

cantus planus hat geschrieben:
Berolinensis hat geschrieben:3) Mir leuchtet es überhaupt nicht ein, daß der Umstand, daß die Ehe nach kirchlicher Lehre unauflöslich ist, nicht jedem, der des Lesens und Schreibens kundig ist, bekannt sein soll. Darüber wird doch dauernd gerade auch von Akatholiken (s. etwa eben dieser Strang) lamentiert, es kommt auch in zig Filmen, Fernsehsendungen etc. vor. Wenn jemand etwas über die kirchliche Lehre weiß, dann m.E. das.
Mein Lieber, mach einmal ein Jahrespraktikum in einer normalen Pfarrgemeinde. Du wirst aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Es ist nichts mehr bekannt. Übrigens nicht nur bei den Laien. Auch das Diplom in Theologie schützt vor totalem Unwissen nicht, wie ich immer wieder konsterniert feststellen musste.
SO sieht es aus!
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Re: Ökumene

Beitrag von Berolinensis »

cantus planus hat geschrieben:
Berolinensis hat geschrieben:3) Mir leuchtet es überhaupt nicht ein, daß der Umstand, daß die Ehe nach kirchlicher Lehre unauflöslich ist, nicht jedem, der des Lesens und Schreibens kundig ist, bekannt sein soll. Darüber wird doch dauernd gerade auch von Akatholiken (s. etwa eben dieser Strang) lamentiert, es kommt auch in zig Filmen, Fernsehsendungen etc. vor. Wenn jemand etwas über die kirchliche Lehre weiß, dann m.E. das.
Mein Lieber, mach einmal ein Jahrespraktikum in einer normalen Pfarrgemeinde. Du wirst aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Es ist nichts mehr bekannt. Übrigens nicht nur bei den Laien. Auch das Diplom in Theologie schützt vor totalem Unwissen nicht, wie ich immer wieder konsterniert feststellen musste.
Insgesamt gebe ich dir völlig recht (dazu brauche ich kein Praktikum, meine Pfarrei - in der ich immerhin zwölf Jahr im PGR war - reicht mir völlig). Aber gerade in diesem Punkt sehe ich es anders, da es wie gesagt ja auch in der säkularen Welt dauernd vorkommt. So wie jeder Atheist weiß (oder bis vor kurzem wußte...), daß die katholische Kirche Kondome "verbietet".

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Re: Ökumene

Beitrag von taddeo »

Gamaliel hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Es gibt genügend Leute, die auf dem Papier katholisch sind und deswegen in der Kirche heiraten, aber mangels der geringsten Ahnung weder wissen, daß sie damit ein Sakrament eingehen, noch das ausdrücklich wollen.
Das kann es nur dort geben, wo Pfarrer/Priester sich in schwerwiegender Weise gegen ihre Amtspflichten verfehlen und Leute zum Sakramentenempfang zulassen, die nicht hinreichend disponiert sind.
Das bestreite ich nicht. Aber trotzdem gibt es das, und nicht zu selten.

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cantus planus
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Re: Ökumene

Beitrag von cantus planus »

taddeo hat geschrieben:
Gamaliel hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Es gibt genügend Leute, die auf dem Papier katholisch sind und deswegen in der Kirche heiraten, aber mangels der geringsten Ahnung weder wissen, daß sie damit ein Sakrament eingehen, noch das ausdrücklich wollen.
Das kann es nur dort geben, wo Pfarrer/Priester sich in schwerwiegender Weise gegen ihre Amtspflichten verfehlen und Leute zum Sakramentenempfang zulassen, die nicht hinreichend disponiert sind.
Das bestreite ich nicht. Aber trotzdem gibt es das, und nicht zu selten.
Ich halte das nach meiner Beobachtung eher für die Regel, denn für die Ausnahme. Ich habe allerdings nur Großstadterfahrung. Auf dem Land mag das alles anders sein.
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taddeo
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Re: Ökumene

Beitrag von taddeo »

Berolinensis hat geschrieben:2) Ausgangspunkt war ja die Behauptung, viele Menschen "zögen" sich die sakramentale Ehe "zu" (ein befremdlicher Ausdruck, als ob ein Sakrament eine Krankheit wäre) ohne es zu wollen.
So sollte es auch klingen. Für viele (auch Katholiken) ist die Sakramentalität und damit die Unauflöslichkeit der Ehe tatsächlich eine Krankheit, die man am liebsten vermeiden würde.
Diesen Punkt verstehe ich nicht - soll das heißen, diese Leute wollen in Wirklichkeit gar nicht heiraten, oder gar, daß sie , obschon Christen, eine bloße Naturehe schließen wollen? Daß jemand tatsächlich so eine Absicht haben könnte, scheint mir äußerst unwahrscheinlich.
Wenn man den Leuten die Wahl ließe, ob sie mit kirchlichen Segen eine wieder auflösbare "Naturehe" (auch wenn das natürlich nicht stimmt) schließen könnten oder eine unauflösliche "Sakramentalehe" - wieviele, denkst Du, würden sich für letzteres entscheiden?
Ich würde auf etwa 20% der formellen Katholiken tippen, eher weniger.

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