Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

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Juergen
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Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Juergen »

In der Zeitschrift "Sauerland" (Nr.2/Juni 2010) gibt es einen Artikel von Prof. Dr. Hubertus Halbfas. Insgesamt überzeugt mich der Artikel zwar in seinen Schlußfolgerungen bzw. Anregungen nicht wirklich - hätte mich bei dem Autor auch gewundert - aber ich will hier nur einen kleinen Absatz mal zur Diskussion stellen.
...Dramatische als diese Zahlen [Anm. Kirchenaustritte, Kirchenbesuche etc.] - weil in Reichweite und Bedeutung tiefer greifend - ist die hinter allem stehende Glaubenskrise, welche weit über die katholische Kirche hinausgreift und fragen lässt, ob die Menschen von der gängigen Begrifflichkeit der Bekenntnisformeln überhaupt noch existenziell berührt werden. Beispielsweise stößt im Apostolischen Glaubensbekenntnis nahezu jeder tragende Begriff (wie der "allmächtige Vater"; der "eingeborene Sohn ... geboren von Maria der Jungfrau", "auferstanden von den Toten"; "aufgefahren in den Himmel", "von dannen kommen zu richten...") auf Unverständnis, so dass Satz für Satz theologiegeschichtliche Kommentare nachzuliefern wären, wollte man verständlich machen, was gemeint ist und was nicht. Das Verfallsdatum der traditionellen Glaubensdarstellung ist überschritten, doch entzieht sich dieser Vorgang dem innerkirchlichen Bewusstsein immer noch. Hier "verkündet" man weiterhin in tradierter Katechismussprache wonach die Menschen nicht fragen, und die Formelhaftigkeit der Sprache lässt schon lange nicht mehr zuhören...
:hmm:
Gruß Jürgen

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HeGe
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von HeGe »

Also doch die Volx-Bibel? :D
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cantus planus
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von cantus planus »

Ist die Sprache das Problem? Womöglich auch. Ich selber habe in meiner kirchenmusikalischen Arbeit immer wieder erlebt, dass Kinder und Jugendliche in normalen Gotteslobliedern, die für mich normale hochdeutsche Schriftsprache sind, tatsächlich kein Wort mehr verstehen.

(Was ich nicht für ein kirchliches Problem halte, sondern für ein erbärmliches Versagen des Deutschunterrichts in der Schule.)

Ich habe allerdings eher die Beobachtung gemacht, dass gar keine Antworten mehr gegeben werden können. Egal, wen Jugendliche fragen und ansprechen: die meisten Gläubigen sind in ihrem Glauben dermaßen verwirrt und unsicher, dass sie keine Auskunft geben können. Hier wären wir einmal mehr beim desaströsen Niedergang der Katechetik, die es heute ja in Reinform nicht einmal mehr gibt.

Das pflanzt sich natürlich fort. Und wenn es die dritte bzw. vierte Generation erreicht, und das erleben wir soeben, darf man sich nicht wundern, wenn Kinder aus "gut katholischem Elternhaus" in der Erstkommunionsvorbereitung zum ersten Mal die rudimentärsten Glaubensgrundlagen erfahren. Die werden bis zur Firmung vergessen. Dort wird wieder nur rudimentär aufgefrischt ... und dann kommt nichts mehr.

Wundert sich da jemand über die kirchliche Situation unserer Tage? Ich nicht. Schon lange nicht mehr.
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ifugao
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von ifugao »

cantus planus hat geschrieben:Ist die Sprache das Problem? Womöglich auch. Ich selber habe in meiner kirchenmusikalischen Arbeit immer wieder erlebt, dass Kinder und Jugendliche in normalen Gotteslobliedern, die für mich normale hochdeutsche Schriftsprache sind, tatsächlich kein Wort mehr verstehen.

(Was ich nicht für ein kirchliches Problem halte, sondern für ein erbärmliches Versagen des Deutschunterrichts in der Schule.)

Ich habe allerdings eher die Beobachtung gemacht, dass gar keine Antworten mehr gegeben werden können. Egal, wen Jugendliche fragen und ansprechen: die meisten Gläubigen sind in ihrem Glauben dermaßen verwirrt und unsicher, dass sie keine Auskunft geben können. Hier wären wir einmal mehr beim desaströsen Niedergang der Katechetik, die es heute ja in Reinform nicht einmal mehr gibt.

Das pflanzt sich natürlich fort. Und wenn es die dritte bzw. vierte Generation erreicht, und das erleben wir soeben, darf man sich nicht wundern, wenn Kinder aus "gut katholischem Elternhaus" in der Erstkommunionsvorbereitung zum ersten Mal die rudimentärsten Glaubensgrundlagen erfahren. Die werden bis zur Firmung vergessen. Dort wird wieder nur rudimentär aufgefrischt ... und dann kommt nichts mehr.

Wundert sich da jemand über die kirchliche Situation unserer Tage? Ich nicht. Schon lange nicht mehr.


Weia Cantus, ich hätte nicht gedacht einmal so einer Meinung mit dir zu sein. ;)
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cantus planus
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von cantus planus »

ifugao hat geschrieben:Weia Cantus, ich hätte nicht gedacht einmal so einer Meinung mit dir zu sein. ;)
Das tut mir wirklich leid. :daumen-rauf:
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cantus planus
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von cantus planus »

cantus planus hat geschrieben:Ist die Sprache das Problem? Womöglich auch. Ich selber habe in meiner kirchenmusikalischen Arbeit immer wieder erlebt, dass Kinder und Jugendliche in normalen Gotteslobliedern, die für mich normale hochdeutsche Schriftsprache sind, tatsächlich kein Wort mehr verstehen.
"Kein Wort" meine ich hier übrigens wörtlich. Mir ist mehr als einmal vor Entsetzen die Luft weggeblieben, nach welchen Wörten sie fragen mussten... :patsch:
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Gamaliel
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Gamaliel »

Ich stimme cantus zu!

Hier liegt kein Sprachproblem vor, sondern ein Verkündigungsproblem, angefangen vom mangelhaften/fehlenden katholischen Umfeld der eigenen Familie, über den modernistischen Religionsunterricht bis hin zu den ohnehin nur noch von wenigen besuchten Predigten, mit ihrem schalen Inhalt.

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cantus planus
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von cantus planus »

Gamaliel hat geschrieben:Ich stimme cantus zu!
Du auch noch! Gleich trifft ifuago der Schlag. :breitgrins:
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Galilei
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Galilei »

Halbfas hat geschrieben:"von dannen kommen zu richten..."
Ist das eigentlich ein älterer Artikel? Diese Formulierung ist mir noch nie begegnet. :achselzuck:


Im Übrigen stimme ich Cantui weitgehend zu. Die Sprache ist nicht das wesentliche Problem. Weder die Eltern, noch die Religionslehrer, noch die Pfarrer erklären Kindern heute im nötigen Umfang Glaubensinhalte.
Wenn man da nicht zum theologischen Autodidakten wird, ist man verloren (und schreibt „Fronleichnam“ als „Frohen Leichnam“ etc.).
cantus planus hat geschrieben:(Was ich nicht für ein kirchliches Problem halte, sondern für ein erbärmliches Versagen des Deutschunterrichts in der Schule.)
Mit vier oder fünf Stunden Deutschunterricht kann ein Lehrer schwerlich das ausgleichen, was im Elternhaus versäumt wird (Gespräche, vorlesen, selber lesen).

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ifugao
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von ifugao »

cantus planus hat geschrieben:
Gamaliel hat geschrieben:Ich stimme cantus zu!
Du auch noch! Gleich trifft ifuago der Schlag. :breitgrins:

Ich ertrage es mannhaft. ;D
Obwohl....... sorg :panisch:
Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.
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Juergen
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Juergen »

Gamaliel hat geschrieben:Hier liegt kein Sprachproblem vor, sondern ein Verkündigungsproblem, angefangen vom mangelhaften/fehlenden katholischen Umfeld der eigenen Familie, über den modernistischen Religionsunterricht bis hin zu den ohnehin nur noch von wenigen besuchten Predigten, mit ihrem schalen Inhalt.
Halbfas macht ja gleichsam eine doppelte Aussage
- einerseits "passe" die Sprache nicht mehr
- andererseits werde verkündigt, wonach die Leute nicht fragen (und das auch noch in einer unpassenden Sprache)

Im gleichen Artikel wird auch der Erzbischof von Paderborn zitiert, der u.a. folgendes sagt, was in die Richtung Deiner Aussage geht.
Wir sollten ohne Beschönigung anerkennen: Unsere bisherigen Mittel und Wege, insbesondere im Bereich der Pfarrgemeinden, reichen ganz offensichtlich nicht aus, um den Glauben an den Gott Jesu Christi zu bezeugen und an andere Menschen - jungen wie älteren - vermitteln zu können. Mittlerweile lebt ja die dritte (!) Generation von getauften Katholiken, von denen wir sagen müssen, dass sie in der großen Mehrheit "nicht praktizierende Christen" sind.
Das hat er wohl richtig gesehen.... allein fehlen ihm - so scheint es - die Ideen was zu ändern.
:glubsch:
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Petra
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Petra »

Galilei hat geschrieben:
Halbfas hat geschrieben:"von dannen kommen zu richten..."
Ist das eigentlich ein älterer Artikel? Diese Formulierung ist mir noch nie begegnet. :achselzuck:
Mir ist dieser Wortlaut auch fremd. Noch nie gehört. Es heißt: "von dort wird Er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten"
:hmm:

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cantus planus
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von cantus planus »

Juergen hat geschrieben:
Gamaliel hat geschrieben:Hier liegt kein Sprachproblem vor, sondern ein Verkündigungsproblem, angefangen vom mangelhaften/fehlenden katholischen Umfeld der eigenen Familie, über den modernistischen Religionsunterricht bis hin zu den ohnehin nur noch von wenigen besuchten Predigten, mit ihrem schalen Inhalt.
Halbfas macht ja gleichsam eine doppelte Aussage
- einerseits "passe" die Sprache nicht mehr
Da stimme ich zu, verwahre mich aber entschieden gegen das Ansinnen, das Niveau dauernd der allgemeinen Verblödung anzupassen.
Juergen hat geschrieben:- andererseits werde verkündigt, wonach die Leute nicht fragen (und das auch noch in einer unpassenden Sprache)
Das ist so nicht richtig. Alle Seelsorger berichten übereinstimmend, dass es eine ungeheure Sehnsucht nach Gott und Religion gibt. Ein Trend freilich, der an der Kirche vollkommen vorbeigeht. Das Ärgernis der mangelhaften Verkündigung kann man jeden Sonntag erleben: in meine Heimatgemeinde gehe ich nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Dort kommt man in 10 Minuten Predigt ohne jeglichen religiösen Bezug aus. Anders habe ich es in Oxford im Oratorium erlebt: lange Predigten selbst an Werktagen, komplexer Inhalt in verständlicher Weise ausgedrückt, katechetische Unterweisung ebenso wie Phasen mit durchaus akademischen Anspruch. Jeder kann dort etwas mitnehmen. Keiner wird durch minutenlange Rezitation von Zeitungsartikeln genervt, die man selbst schon vor drei(!) Tagen gelesen hat, mit jahrealten Witzchen malträtiert oder sauertöpfischer Ideologie verquasst.

Ich bleibe dabei: das Problem ist ein reines Katecheseproblem. Wo man ganz einfach nichts mehr zu sagen weiss, hilft einem eine geschliffene Sprache auch nicht weiter.
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cantus planus
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von cantus planus »

Galilei hat geschrieben:Wenn man da nicht zum theologischen Autodidakten wird, ist man verloren (und schreibt „Fronleichnam“ als „Frohen Leichnam“ etc.).
Seit Jahren fällt mir in der Karwoche auf, dass in Pfarrbriefen immer häufiger ein "K-Freitag" auftaucht. Auch Literneien, Minnestranten, Rohrrate-Messen und Fahrfeste sieht man öfters (so, oder in noch kreativeren Schreibweisen). Tendenz deutlich steigend. Vom Laib Christi mal ganz zu schweigen, was sich allerdings damit deckt, dass ja in der Kirche nur noch "Heiliges Brot angebetet" wird.
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Juergen
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Juergen »

Petra hat geschrieben:
Galilei hat geschrieben:
Halbfas hat geschrieben:"von dannen kommen zu richten..."
Ist das eigentlich ein älterer Artikel? Diese Formulierung ist mir noch nie begegnet. :achselzuck:
Mir ist dieser Wortlaut auch fremd. Noch nie gehört. Es heißt: "von dort wird Er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten"
:hmm:
http://www.google.de/search?q=von+danne ... +die+Toten

Die Form scheint es wohl auch zu geben
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cantus planus
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von cantus planus »

Juergen hat geschrieben:
Petra hat geschrieben:
Galilei hat geschrieben:
Halbfas hat geschrieben:"von dannen kommen zu richten..."
Ist das eigentlich ein älterer Artikel? Diese Formulierung ist mir noch nie begegnet. :achselzuck:
Mir ist dieser Wortlaut auch fremd. Noch nie gehört. Es heißt: "von dort wird Er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten"
:hmm:
http://www.google.de/search?q=von+danne ... +die+Toten

Die Form scheint es wohl auch zu geben
Scheint die Neuapostolische Variante zu sein... :auweia: :hmm:
(Würd' mich bei Halbfas noch nicht einmal überraschen.)
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Gamaliel
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Gamaliel »

Juergen hat geschrieben:Halbfas macht ja gleichsam eine doppelte Aussage
- einerseits "passe" die Sprache nicht mehr
- andererseits werde verkündigt, wonach die Leute nicht fragen (und das auch noch in einer unpassenden Sprache)
Zur passenden Sprache: "Feldversuche" im Tradimilieu zeigen, daß die Sprache auch heute noch sehr gut und ohne jegliche Probleme verstanden wird, solange die Katechese - insbesondere im Kreis der Familie - gegeben ist.

Zum Fragen der Leute: Das ist so eine modernistische Flause, daß Verkündigung immer Antwort sein muß. Ich meine Rahner hat das unter anderem propagiert. Diese Sichtweise hat sehr viel Schaden angerichtet, bedarf aber meiner Meinung nach, nicht wirklich eines Kommentars.

Petra
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Petra »

Warum kennt ein vielbeschäftigter Religionsbuchautor und Prof für kath. Theologie den Wortlaut des Glaubensbekenntnisses nicht genau? Auch "Maria, der Jungfrau" kommt in keiner Fassung vor. :hmm:

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Juergen
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Juergen »

cantus planus hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:http://www.google.de/search?q=von+danne ... +die+Toten

Die Form scheint es wohl auch zu geben
Scheint die Neuapostolische Variante zu sein... :auweia: :hmm:
(Würd' mich bei Halbfas noch nicht einmal überraschen.)
Ne... es stammt von Luther (kleiner Katechismus)
Petra hat geschrieben:Warum kennt ein vielbeschäftigter Religionsbuchautor und Prof für kath. Theologie den Wortlaut des Glaubensbekenntnisses nicht genau? Auch "Maria, der Jungfrau" kommt in keiner Fassung vor. :hmm:
Vielleicht hatte er eine fränkische Fassung im Kopf
http://www.heinrich-tischner.de/21-th/1 ... ankisk.htm
:D

Gamaliel hat geschrieben:...ohne jegliche Probleme verstanden wird, solange die Katechese - insbesondere im Kreis der Familie - gegeben ist.
Wie der Erzbischof schrieb, ist nun das Kind schon in den Brunnen gefallen und wir haben die 3. Generation von Leuten, die man nur noch als "Taufscheinchristen" bezeichnen kann. Da ist also nicht zu erwarten, daß in der Familie irgendwas weitertradiert wird.

Wo soll also Katechese erfolgen und durch wen?
:hmm:

Falls wer meint, das könnten die Priester machen, so gebe ich zu bedenken, daß die Zahl der Priesterweihen in Dtl. im Jahre 28 erstmals unter 1 lag. Das sind bei 27 Diözesen drei bis vier Neupriester/Diözese...
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Bernado
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Bernado »

Petra hat geschrieben:Warum kennt ein vielbeschäftigter Religionsbuchautor und Prof für kath. Theologie den Wortlaut des Glaubensbekenntnisses nicht genau? Auch "Maria, der Jungfrau" kommt in keiner Fassung vor. :hmm:
Leute, Leute, da liegt ihr vollkommen falsch.

Halbfas zitiert - vermutlich um des Verfremdungseffektes willen, die Fassung des apostolischen Glaubensbekenntnisses, die in der katholischen Kirche im deutschen Sprachraum vor dem Konzil üblich und allgemein verbindlich war:
Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
der empfangejn ist vom Heiligen Geiste,
geboren aus Maria der Jungfrau,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben, abgestiegen zu der Hölle,
am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten.
Aufgefahren in den Himmel, sitzet zur Rechten Gottes des allmächtigen Vaters,
von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen, Nachlaß der Sünden,
Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben.
So nachzulesen in jedem Gebet und Gesangbuch, in jedem Katechismus bis in die 60er Jahre.

Dieses Glaubensbekenntnis wurde im Religionsunterricht früh auswendig gelernt - von allen! - und seine einzelnen Verse bildeten für etwa ein Jahr den inhaltlichen Schwerpunkt des Unterrichts.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)

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Juergen
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Juergen »

Bernado hat geschrieben:Halbfas zitiert - vermutlich um des Verfremdungseffektes willen, die Fassung des apostolischen Glaubensbekenntnisses, die in der katholischen Kirche im deutschen Sprachraum vor dem Konzil üblich und allgemein verbindlich war
Die Zeitschrift wird ja vermutlich auch eher von der älteren Generation gelesen. :D


Ich sehe übrigens gerade, daß der komplette Artikel im Internet verfügbar ist.
http://www.sauerlaender-heimatbund.de/h ... eiben.html
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Gamaliel
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Gamaliel »

Juergen hat geschrieben:
Gamaliel hat geschrieben:...ohne jegliche Probleme verstanden wird, solange die Katechese - insbesondere im Kreis der Familie - gegeben ist.
Wie der Erzbischof schrieb, ist nun das Kind schon in den Brunnen gefallen und wir haben die 3. Generation von Leuten, die man nur noch als "Taufscheinchristen" bezeichnen kann. Da ist also nicht zu erwarten, daß in der Familie irgendwas weitertradiert wird.

Wo soll also Katechese erfolgen und durch wen?
:hmm:
Nicht anders als bei den "Tradis" auch. Die rekrutieren sich ja nicht aus Personen von einem anderen Planeten.

Die Diözesen haben genug Geld um alles Notwendige für einen Sinneswandel zu veranlassen (z.B. Druck katholischer Religionsbücher, Ausbildung katholischer Religionslehrer, Abhaltung von Bildungsveranstaltungen in den verschiedenen Bildungshäusern zwecks Ausbildung von Katecheten, vernünftige Predigt, insbesondere Sonntagskatechese, Anhaltung von Volksmissionen, Exerzitien,...). Also an Mitteln und Möglichkeiten zur Bildung der Gläubigen fehlt es nicht, nur am Willen.

Für die Familien hat sich übrigens im Kreis der Tradition sehr gut das System des "Fernkatechismus" bewährt. Auch eine profunde Vorbereitung auf den Empfang der einzelnen Sakramente - auch das der Ehe - ist sehr hilfreich.

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Bernado
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Bernado »

Gamaliel hat geschrieben:Zur passenden Sprache: "Feldversuche" im Tradimilieu zeigen, daß die Sprache auch heute noch sehr gut und ohne jegliche Probleme verstanden wird, solange die Katechese - insbesondere im Kreis der Familie - gegeben ist.
Exakt das ist es. Die Sprache ist überhaupt kein Problem. Jedes Kind eignet sich im Lauf des fortgeschrittenen Spracherwerbs - etwa frühe und mittlere Grundschulzeit - eine Reihe von Fachausdrücken und spezifischen Wendungen aus den verschiedensten Gebieten an, deren Bedeutung es in der Regel nicht präzise definieren, aber "ungefähr richtig" einordnen, verstehen und auch umschreiben kann. Soweit das nicht bereits in der Familie erfolgt - hängt natürlich davon ab, worüber und ob überhaupt zuhause gesprochen wird - ist es Aufgabe des Schulunterrichts, diesen Grundvorrat an sprachlichen Konzepten zur Orientierung in der gesellschaftlichen Welt zu vermitteln.

Die Kirche - und der Religionspädagoge Halbfas dürfte in Deutschland einer der Hauptverantwortlichen dafür sein - hat es jahrzehntelang versäumt, in ihrem Anteil am Unterricht, also in "Religion", diese Aufgabe wahrzunehmen. Sie hat das sogar ausdrücklich zurückgewiesen.

Gleichzeitig haben religiöse / metaphysische Konzepte, die über die verwaschensten und beliebigsten Aussagen hinausgehen, auch in der gesellschaftlichen Welt dramatisch an Bedeutung verloren - nicht nur auf der sprachlichen, sondern auf der inhaltlichen Ebene. Da ist einfach nichts mehr. Also degenerieren die früher vertrauten Worte und Formeln der Grundgebete zum "weißen Neger Wumbaba" - und das wird dann zum Anlaß genommen, die "Unvermittelbarkeit" der Grundkonzepte des Glaubens festzustellen und inhaltliche Revision zu fordern.

Das ist ein Stück aus der Werkstatt des Teufels.
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von cantus planus »

Bernado hat geschrieben:Die Kirche - und der Religionspädagoge Halbfas dürfte in Deutschland einer der Hauptverantwortlichen dafür sein - hat es jahrzehntelang versäumt, in ihrem Anteil am Unterricht, also in "Religion", diese Aufgabe wahrzunehmen. Sie hat das sogar ausdrücklich zurückgewiesen.
[...]
Da ist einfach nichts mehr. Also degenerieren die früher vertrauten Worte und Formeln der Grundgebete zum "weißen Neger Wumbaba" - und das wird dann zum Anlaß genommen, die "Unvermittelbarkeit" der Grundkonzepte des Glaubens festzustellen und inhaltliche Revision zu fordern.

Das ist ein Stück aus der Werkstatt des Teufels.
Schön, dass du Ursache und Wirkung mal so klar herausstellst. In der Tat sind Halbfas' Tränen Krokodilstränen.
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Bernado »

Gamaliel hat geschrieben:Für die Familien hat sich übrigens im Kreis der Tradition sehr gut das System des "Fernkatechismus" bewährt. Auch eine profunde Vorbereitung auf den Empfang der einzelnen Sakramente - auch das der Ehe - ist sehr hilfreich.
Ja. Die Mittel für eine Wiederbelebung der Katechese liegen sämtlich bereit, und ihr Einsatz würde auch finanziell nicht auf unüberwindbare Hindernisse stoßen.

Es ist schlichtweg so, daß es dem normalen Religionslehrer und Prediger peinlich ist, von Gegenständen wie "Maria, die Jungfrau" oder "Auferstehung des Fleisches" zu sprechen - denn für ihn / sie sind das vielfach keine geoffenbarten und eindeutig ausgesprochenen Wahrheiten, sodnern "Konzepte" (oder gar "Konstrukte"), über die zu sprechen ihm in einer "aufgeklärten" Umwelt peinlich ist, insbesondere, wenn er selbst nicht wirklich daran glaubt. Halbfas ist doch selbst das beste Beispiel dafür.
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Juergen »

Gamaliel hat geschrieben:Die Diözesen haben genug Geld um alles Notwendige für einen Sinneswandel zu veranlassen (z.B. Druck katholischer Religionsbücher, Ausbildung katholischer Religionslehrer, Abhaltung von Bildungsveranstaltungen in den verschiedenen Bildungshäusern zwecks Ausbildung von Katecheten, vernünftige Predigt, insbesondere Sonntagskatechese, Anhaltung von Volksmissionen, Exerzitien,...). Also an Mitteln und Möglichkeiten zur Bildung der Gläubigen fehlt es nicht, nur am Willen.
Religionsbücher -- OK

Religionslehrer -- kann man vernünftig ausbilden, wenn man entsprechende Profs hätte. Und man kann nur schwer jetzige Religionslehrer rausschmeißen. Das ist ein Projekt, das sich über so viele Jahre hinziehen wird, daß es zu dem Zeitpunkt, wenn es greift, Jahrzehnte zu spät kommt.

Bildungsveranstaltungen für Katecheten -- prinzipiell OK

Predigt -- OK, aber hört nur, wer im Gottesdienst ist (Komm-Struktur)

Sonntagskatechese -- OK, aber hört nur, wer auch hingeht (Komm-Struktur)

Volksmissionen -- OK, aber hört nur, wer auch hingeht (Komm-Struktur)

Exerzitien -- OK, aber hört nur, wer auch hingeht (Komm-Struktur)

... -- OK, aber vermutlich auch 99% "Komm-Struktur"
Bernado hat geschrieben:Die Kirche - und der Religionspädagoge Halbfas dürfte in Deutschland einer der Hauptverantwortlichen dafür sein - hat es jahrzehntelang versäumt, in ihrem Anteil am Unterricht, also in "Religion", diese Aufgabe wahrzunehmen. Sie hat das sogar ausdrücklich zurückgewiesen.
Nicht umsonst wurde ihm die Lehrerlaubnis entzogen und auch nicht und wieder doch und wieder nicht...
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Robert Ketelhohn
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Galilei hat geschrieben:
Halbfas hat geschrieben:"von dannen kommen zu richten..."
Ist das eigentlich ein älterer Artikel? Diese Formulierung ist mir noch nie begegnet. :achselzuck:
»… von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten« – so habe ich das auch gelernt.

Abgesehen davon liegt hier natürlich kein Sprach-, sondern ein Begriffs- und Sachproblem vor. Die Kinder kennen die Sache nicht, ihnen fehlt jeder Begriff dafür.

Dagegen hilft aber nicht, deren Begriffe zu übernehmen – denn sie drücken völlig anderes aus –, sondern wir müssen sie die Begriffe des Glauben lehren. Katechismusartig, nur so geht das. Wie bei klassischer Mission. Es ist ja klassische Mission.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von cantus planus »

Juergen hat geschrieben:Religionsbücher -- OK

Religionslehrer -- kann man vernünftig ausbilden, wenn man entsprechende Profs hätte. Und man kann nur schwer jetzige Religionslehrer rausschmeißen. Das ist ein Projekt, das sich über so viele Jahre hinziehen wird, daß es zu dem Zeitpunkt, wenn es greift, Jahrzehnte zu spät kommt.

Bildungsveranstaltungen für Katecheten -- prinzipiell OK

Predigt -- OK, aber hört nur, wer im Gottesdienst ist (Komm-Struktur)

Sonntagskatechese -- OK, aber hört nur, wer auch hingeht (Komm-Struktur)

Volksmissionen -- OK, aber hört nur, wer auch hingeht (Komm-Struktur)

Exerzitien -- OK, aber hört nur, wer auch hingeht (Komm-Struktur)

... -- OK, aber vermutlich auch 99% "Komm-Struktur"
Das ist in Ordnung so, wenn der Appetit erstmal geweckt ist. Das kalte Buffet läuft ja auch nicht hinter dem Gast her.
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‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

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Robert Ketelhohn
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Bernado hat geschrieben:
Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
der empfangejn ist vom Heiligen Geiste,
geboren aus Maria der Jungfrau,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben, abgestiegen zu der Hölle,
am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten.
Aufgefahren in den Himmel, sitzet zur Rechten Gottes des allmächtigen Vaters,
von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen, Nachlaß der Sünden,
Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben.
Immer diese Modernismen! :ikb_taz:
Es muß heißen: »Aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes …«
So habe ich das gelernt. :regel:
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Juergen
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Juergen »

cantus planus hat geschrieben:Das ist in Ordnung so, wenn der Appetit erstmal geweckt ist. Das kalte Buffet läuft ja auch nicht hinter dem Gast her.
Womit wir wieder bei dem Problem sind, daß viele Menschen meinen, daß ihnen die Kirche keine Antworten mehr geben kann (sondern eher der Gugu Mugelmuck aus Indien im Nachbarhaus, dritte Etage, zweite Tür links).
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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Gamaliel
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Gamaliel »

Juergen hat geschrieben:Religionslehrer -- kann man vernünftig ausbilden, wenn man entsprechende Profs hätte. Und man kann nur schwer jetzige Religionslehrer rausschmeißen. Das ist ein Projekt, das sich über so viele Jahre hinziehen wird, daß es zu dem Zeitpunkt, wenn es greift, Jahrzehnte zu spät kommt.
An den Religionslehrern soll es nicht scheitern. Wenn sich das in gewissen Gegenden nicht machen läßt (auch nicht durch Priester, die selbst unterrichten), dann wird man den Familien einfach empfehlen die Kinder durchgehend vom Religionsunterricht in der Schule abzumelden. Der Unterricht erfolgt dann in der Pfarre (Kirche, Pfarrhaus, Gemeindeheim,...) und ist hinsichtlich der Qualifikationserfordernisse seitens der Lehrpersonen nicht mehr an die staatlichen Vorgaben gebunden, sodaß der Pfarrer Personen die für diese Aufgabe geeignet sind, damit beauftragen und ungeeignete entfernen kann.


Allgemein:

50 Jahre Glaubenszerstörung kann man nicht in 5 Jahren flächendeckend rückgängig machen. Nicht nur weil das Niederreißen gewöhnlich schneller geht als das Aufbauen, sondern auch aufgrund des weltlichen Milieus in dem wir leben und das nicht wirklich besser zu werden scheint.

Die "Komm-Struktur" gehört nun einmal zur Kirche dazu. Der Glaubensakt ist zwar moralisch geboten, aber dennoch mit der psychischen Freiheit verbunden, d.h. niemand kann zum Glauben gezwungen werden. Die Erneuerung des religiösen Lebens kann im Hinblick auf den einzelnen Menschen weder verordnet noch durch irgendwelche Schnittstellen am Kopf ins Gehirn überspielt werden.

Die Neumissionierung unserer Heimatländer wird eine zähe Geschichte, ja ein Bemühen um jede einzelne Seele werden. Dennoch gibt es etwas das Mut macht, nämlich daß Gott es an seiner Gnade dort nicht fehlen läßt, wo ein ernsthaftes Bemühen vorhanden ist.

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Juergen
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Re: Sprache der Kirche vs. Sprache der Menschen (?)

Beitrag von Juergen »

Gamaliel hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Religionslehrer -- kann man vernünftig ausbilden, wenn man entsprechende Profs hätte. Und man kann nur schwer jetzige Religionslehrer rausschmeißen. Das ist ein Projekt, das sich über so viele Jahre hinziehen wird, daß es zu dem Zeitpunkt, wenn es greift, Jahrzehnte zu spät kommt.
An den Religionslehrern soll es nicht scheitern. Wenn sich das in gewissen Gegenden nicht machen läßt (auch nicht durch Priester, die selbst unterrichten), dann wird man den Familien einfach empfehlen die Kinder durchgehend vom Religionsunterricht in der Schule abzumelden. Der Unterricht erfolgt dann in der Pfarre (Kirche, Pfarrhaus, Gemeindeheim,...) und ist hinsichtlich der Qualifikationserfordernisse seitens der Lehrpersonen nicht mehr an die staatlichen Vorgaben gebunden, sodaß der Pfarrer Personen die für diese Aufgabe geeignet sind, damit beauftragen und ungeeignete entfernen kann.
1. Wer soll es machen?
2. Wenn es nicht unter dem "Zwang der Schulpflicht" erfolgt, ist es eine freiwillige Sache und man erreicht nur die, die der Kirche nahe stehen. Die anderen Kinder gehen zum Sport, Fernsehgucken, Playstationspielen, Mistbauen
Gruß Jürgen

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