Seite 1 von 1

Psalmgebete

Verfasst: Freitag 28. Mai 2010, 12:05
von thomasmoore
Hallo!

Ich habe vor kurzem zufällig zwei Leute abwechselnd einen Psalm rezitieren hören und fand das wirklich schön. Was haltet Ihr davon?

Re: Psalmgebete

Verfasst: Freitag 28. Mai 2010, 12:09
von Florianklaus
Psalmgebet im Wechsel finde ich sehr gut. Welche Übersetzung bevorzugt Ihr?

Re: Psalmgebete

Verfasst: Freitag 28. Mai 2010, 12:19
von Ecce Homo
thomasmoore hat geschrieben:Hallo!

Ich habe vor kurzem zufällig zwei Leute abwechselnd einen Psalm rezitieren hören und fand das wirklich schön. Was haltet Ihr davon?
Willkommen im Forum! :huhu:
Das genannte kenne ich aus Klöstern - "Seite gegen Seite", quasi... empfinde es in diesem Fall eifnach "fließend"... :unbeteiligttu:

Re: Psalmgebete

Verfasst: Freitag 28. Mai 2010, 12:45
von anneke6
Wir haben das früher immer mit einem Vorbeter gemacht, wobei dann von der Vorsteherin bestimmt wurde, wer der Vorbeter ist. Fließend wirkt das "aufgeteilte" Psalmbeten dann, wenn man es geschafft hat, lückenlos zu beten, d.h. ein Vers in den anderen übergeht. Da braucht man, wenn man Neuling ist, etwas Übung zu.

Re: Psalmgebete

Verfasst: Freitag 28. Mai 2010, 12:52
von Florianklaus
anneke6 hat geschrieben:Wir haben das früher immer mit einem Vorbeter gemacht, wobei dann von der Vorsteherin bestimmt wurde, wer der Vorbeter ist. Fließend wirkt das "aufgeteilte" Psalmbeten dann, wenn man es geschafft hat, lückenlos zu beten, d.h. ein Vers in den anderen übergeht. Da braucht man, wenn man Neuling ist, etwas Übung zu.

Genau, kaum einer weiß, daß die Pause nicht beim Seiten- sondern beim Zeilenwechsel im Vers gemacht wird.

Re: Psalmgebete

Verfasst: Freitag 28. Mai 2010, 13:34
von cantus planus
Florianklaus hat geschrieben:Psalmgebet im Wechsel finde ich sehr gut. Welche Übersetzung bevorzugt Ihr?
Münsterschwarzach.

Re: Psalmgebete

Verfasst: Freitag 28. Mai 2010, 14:03
von incarnata
Florianklaus hat geschrieben:
anneke6 hat geschrieben:Wir haben das früher immer mit einem Vorbeter gemacht, wobei dann von der Vorsteherin bestimmt wurde, wer der Vorbeter ist. Fließend wirkt das "aufgeteilte" Psalmbeten dann, wenn man es geschafft hat, lückenlos zu beten, d.h. ein Vers in den anderen übergeht. Da braucht man, wenn man Neuling ist, etwas Übung zu.

Genau, kaum einer weiß, daß die Pause nicht beim Seiten- sondern beim Zeilenwechsel im Vers gemacht wird.
Warum gibt es eigentlich da oft diese sinnentstellenden(oder mit neuem Sinn füllenden?) Pausen?
Die Stellen, wo die Pausensternchen stehen irritieren mich immer wieder:
z.B. Ehre sei dem Vater und dem Sohne-pause-und dem Heiligen Geiste
die gehören doch zusammen-warum die Pause ???

Re: Psalmgebete

Verfasst: Freitag 28. Mai 2010, 14:06
von HeGe
Dann versuche einen Psalm mal in einem durchgehend zu singen, ohne Pause. Irgendwann könntest du Luftprobleme bekommen. ;)

Re: Psalmgebete

Verfasst: Freitag 28. Mai 2010, 15:13
von Linus
Ecce Homo hat geschrieben:
thomasmoore hat geschrieben:Hallo!

Ich habe vor kurzem zufällig zwei Leute abwechselnd einen Psalm rezitieren hören und fand das wirklich schön. Was haltet Ihr davon?
Willkommen im Forum! :huhu:
Das genannte kenne ich aus Klöstern - "Seite gegen Seite", quasi... empfinde es in diesem Fall eifnach "fließend"... :unbeteiligttu:
Kenne ich aus dem Dom (Kapitelamt 7:15) furchtbar.

Kenne ich überall andersher: wunderschön. wenn auch nicht gregorianisch sondern auf einen Ton gesungen.

Gregorianisch kenn ichs natürlich auch: Heiligenkreuz

Re: Psalmgebete

Verfasst: Freitag 28. Mai 2010, 15:15
von Linus
HeGe hat geschrieben:Dann versuche einen Psalm mal in einem durchgehend zu singen, ohne Pause. Irgendwann könntest du Luftprobleme bekommen. ;)
Kein Problem. Mein mitgestoppter laut rezitierter "Rekord" für die Laudes (NO-Psalter) 6:45' ;)

Re: Psalmgebete

Verfasst: Freitag 28. Mai 2010, 15:16
von Niels
Linus hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:Dann versuche einen Psalm mal in einem durchgehend zu singen, ohne Pause. Irgendwann könntest du Luftprobleme bekommen. ;)
Kein Problem. Mein mitgestoppter laut rezitierter "Rekord" für die Laudes (NO-Psalter) 6:45' ;)
Gesungen? :auweia:

Re: Psalmgebete

Verfasst: Freitag 28. Mai 2010, 15:23
von Linus
nein: laut rezitiert.
Singen tu ich nicht allein. Das kann ich dem Herrgott nicht antun. Da nimmt Er freiwillig Ohropax, und zwar ne Jahresproduktion pro Ohr (ein Bundesbruder schafft die gesungene (auf einen Ton) Vetus Ordo Version in 8 Minuten)

Re: Psalmgebete

Verfasst: Freitag 28. Mai 2010, 17:25
von cantus planus
HeGe hat geschrieben:Dann versuche einen Psalm mal in einem durchgehend zu singen, ohne Pause. Irgendwann könntest du Luftprobleme bekommen. ;)
Einer meiner früheren Lehrer hat die gregorianische Atemtechnik mal so erklärt: Vor dem Pontifikalamt atmet man ein, und nach der Messe die restliche Luft ganz entspannt aus.

Re: Psalmgebete

Verfasst: Freitag 28. Mai 2010, 17:58
von Niels
Linus hat geschrieben:nein: laut rezitiert.
Singen tu ich nicht allein. Das kann ich dem Herrgott nicht antun. Da nimmt Er freiwillig Ohropax, und zwar ne Jahresproduktion pro Ohr (ein Bundesbruder schafft die gesungene (auf einen Ton) Vetus Ordo Version in 8 Minuten)
Respekt. :)

Re: Psalmgebete

Verfasst: Freitag 28. Mai 2010, 20:33
von Linus
Niels hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:nein: laut rezitiert.
Singen tu ich nicht allein. Das kann ich dem Herrgott nicht antun. Da nimmt Er freiwillig Ohropax, und zwar ne Jahresproduktion pro Ohr (ein Bundesbruder schafft die gesungene (auf einen Ton) Vetus Ordo Version in 8 Minuten)
Respekt. :)
Dafür verdien ich leider garkeinen Respekt, das entspringt einem pharisäerhaften "Ich muß Gott mit meinen Gebeten wie ein Hund ruhig halten" nicht einer liebenden und freiwilligen Hinwendung an den Schöpfer.

Sport im Gebet verträgt sich nicht

Re: Psalmgebete

Verfasst: Samstag 29. Mai 2010, 23:26
von Siard
Linus hat geschrieben:Sport im Gebet verträgt sich nicht
:klatsch:

Ich bevorzuge zum Gebet die Psalmen der Einheitsübersetzung, was aber am Gewöhnungseffekt liegen dürfte. (Die Probleme sind mir allerdings bewußt.)
Am Anfang fiel mir die Umgewöhnung von Luther auf EÜ ziemlich schwer, aber nach so vielen Jahren EÜ hakt es bei anderen Übersetzungen irgendwie.
Ich wechsel einfach nicht gerne die Übersetzung wenn ich mal außerhalb des Stundengebets Psalmen bete. Sonstige (nicht wissenschaftliche) Beschäftigung mit den Psalmen bleibt davon allerdings unberührt, da nutze ich dann gerne mehrere Übersetzungen im Vergleich.

Re: Psalmgebete

Verfasst: Sonntag 30. Mai 2010, 00:31
von anneke6
incarnata hat geschrieben:
Florianklaus hat geschrieben:
anneke6 hat geschrieben:Wir haben das früher immer mit einem Vorbeter gemacht, wobei dann von der Vorsteherin bestimmt wurde, wer der Vorbeter ist. Fließend wirkt das "aufgeteilte" Psalmbeten dann, wenn man es geschafft hat, lückenlos zu beten, d.h. ein Vers in den anderen übergeht. Da braucht man, wenn man Neuling ist, etwas Übung zu.

Genau, kaum einer weiß, daß die Pause nicht beim Seiten- sondern beim Zeilenwechsel im Vers gemacht wird.
Warum gibt es eigentlich da oft diese sinnentstellenden(oder mit neuem Sinn füllenden?) Pausen?
Die Stellen, wo die Pausensternchen stehen irritieren mich immer wieder:
z.B. Ehre sei dem Vater und dem Sohne-pause-und dem Heiligen Geiste
die gehören doch zusammen-warum die Pause ???
Psalmverse sind häufig so aufgebaut, daß der zweite Teil, also der nach dem Asterisk, den ersten Teil vertieft, z.B. "Kinder sind eine Gabe des Herrn * Die Frucht des Leibes ist ein Geschenk". Das "Ehre sei dem Vater" ist wohl aufgeteilt, um in den Psalm mit einfließen zu können, und ich denke die Zäsur an der Stelle zwischen "Sohn" und "und dem Heiligen Geist" markiert die Stelle bei der man nachdem man sich, wie es in der westlichen Tradition üblich ist, zu den Worten "Ehe sei" verbeugt hat, wieder "auftaucht". Wer das mal in Gemeinschaft erlebt hat, weiß daß das eine sehr tiefe Erfahrung sein kann, zu den Worten "und dem Heiligen Geist", der bekanntlich "lebendig macht", sich wieder aufzurichten.

Re: Psalmgebete

Verfasst: Sonntag 30. Mai 2010, 00:33
von cantus planus
Nee, aufgerichtet wird sich eigentlich erst nach dem Heiligen Geist. Aber viele Gemeinschaften machen die Verneigung etwas schlampig. :pfeif:

Re: Psalmgebete

Verfasst: Sonntag 30. Mai 2010, 11:56
von thomasmoore
Hallo

ich meine die Einheisübersetzung und dabei abwechselnd einen Vers. Die Benediktiner singen eine Antiphon, dann einen Psalm und dann wieder die Antiphon. Zumindest bei manchen Stundengebeten


Danke :huhu: Ecce Homo

Re: Psalmgebete

Verfasst: Sonntag 30. Mai 2010, 20:33
von Siard
Warum fühlen sich in der römisch-katholischen Kirche alle möglichen Leute dazu berufen eigene Psalmversionen für den liturgischen Gebrauch zu erstellen? (Fast hätte ich ›zu verbrechen‹ geschrieben)?
Formulierungen, die alles andere als gutes Deutsch sind (›Wir sind am Loben‹), und heute wurde z.B. aus ›Das Meer sah es und floh‹ ein ›Das Meer sah es und flüchtete‹ etc. (Ps. 114). Auch einige Umstellungen im Satzbau (auch scjhon beim Magnificat erlebt) durfte ich in der heutigen Vesper genießen. Mir rollen sich bei so etwas die Zehennägel hoch und ich verstehe überhaupt nicht, wozu solche Änderungen gut sind (außer einen Beter zum Stolpern zu bringen). Muß das wirklich sein?

Re: Psalmgebete

Verfasst: Sonntag 30. Mai 2010, 20:36
von Bernado
Siard hat geschrieben:Warum fühlen sich in der römisch-katholischen Kirche alle möglichen Leute dazu berufen eigene Psalmversionen für den liturgischen Gebrauch zu erstellen? (Fast hätte ich ›zu verbrechen‹ geschrieben)?
Formulierungen, die alles andere als gutes Deutsch sind (›Wir sind am Loben‹), und heute wurde z.B. aus ›Das Meer sah es und floh‹ ein ›Das Meer sah es und flüchtete‹ etc. (Ps. 114). Auch einige Umstellungen im Satzbau (auch scjhon beim Magnificat erlebt) durfte ich in der heutigen Vesper genießen. Mir rollen sich bei so etwas die Zehennägel hoch und ich verstehe überhaupt nicht, wozu solche Änderungen gut sind (außer einen Beter zum Stolpern zu bringen). Muß das wirklich sein?
Das mußt Du verstehen: Da wir seit dem Konzil endlich doch in das Dritte Zeitalter des hl. Geistes eingetreten sind, ist nicht nur jeder Katholik Priester und Lehramt, sondern auch noch Dichter in einer Person. Jeder kann alles besser machen als jeder andere.

Und tutet es auch.

Re: Psalmgebete

Verfasst: Sonntag 30. Mai 2010, 20:38
von cantus planus
Mich nervt am meisten, dass neuerdings jeder Priester, der überhaupt mal einen Psalm anstimmt, dass auf eine andere Melodie tun muss. Sofern man überhaupt noch Psalmen außerhalb der Klöster hört, verwendet niemand mehr die klassischen Psalmtöne, sondern irgendwelche französischen oder italienischen Importe. :roll:

Re: Psalmgebete

Verfasst: Freitag 18. Juni 2010, 19:09
von overkott
Psalmgebete sind eher so etwas wie eine Atemübung. Manche Priester als Gäste in Klöstern sind das nicht gewöhnt. Sie fallen dann auf, weil sie eine persönliche Art der Betonung haben. Aber ich denke, dass es vor allem auf Gleichklang und den Rhytmus ankommt, der dem Tag seine Struktur gibt und Kraft für die Arbeit.

Re: Psalmgebete

Verfasst: Freitag 18. Juni 2010, 19:22
von Niels
overkott hat geschrieben:Psalmgebete sind eher so etwas wie eine Atemübung. Manche Priester als Gäste in Klöstern sind das nicht gewöhnt. Sie fallen dann auf, weil sie eine persönliche Art der Betonung haben.
Weil sie japsen?

Re: Psalmgebete

Verfasst: Samstag 19. Juni 2010, 19:57
von overkott
Niels hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Psalmgebete sind eher so etwas wie eine Atemübung. Manche Priester als Gäste in Klöstern sind das nicht gewöhnt. Sie fallen dann auf, weil sie eine persönliche Art der Betonung haben.
Weil sie japsen?
Weil sie betonen.

Re: Psalmgebete

Verfasst: Sonntag 20. Juni 2010, 14:00
von Nassos
Habe am Freitag mein Psaltirion gekauft. Inzwischen hat mir holzi auch erklärt, warum es Unterschiede in der Indizierung gibt.
Natürlich habe ich meine Psalme in Altgriechisch - mit Übersetzung dabei. Und natürlich kann ich mir auf youtube die Psalmen gesungen (byzantinisch) anhören.

Asterisken habe ich bisher keine entdecken können. Ist da für Psaltbücher mit Noten vorgesehen (Gregorianik)?

Gruß,
Nassos

Re: Psalmgebete

Verfasst: Samstag 21. Januar 2012, 17:20
von Protopsaltis
Ist es richtig, dass der Asteriskus erst mit der Brevierreform unter Urban VIII. († 1644) eingeführt wurde, wie Josef Pascher schreibt? Ich dachte, die Pause hätte sich aus der Zweichörigkeit der gegenüberstehenden Mönchsgruppen entwickelt, die jeweils durch ihren eigenen Chorleiter zu einer Pause inmitten des von ihnen vorgetragenen Doppelverses angehalten wurden, bevor die andere Chorgruppe, ihnen gewissermaßen mit dem nächsten Vers ins Wort fiel.

Re: Psalmgebete

Verfasst: Samstag 21. Januar 2012, 19:22
von Protasius
Ob Urban den Asterisk eingeführt hat, weiß ich nicht, aber der Gesang läuft nicht so ab, daß ein Chor den ersten und einer den zweiten Teil macht. Der Asterisk gibt nur die Stelle für die Meditatio an, eine bestimmte melodische Formel gefolgt von einer Pause; der zweite Teil des Verses nach dem Asterisk wird vom selben Chor gesungen wie der erste. Das kannst du auch in Psalm- und Magnificatvertonungen beobachten, die nicht durchkomponiert sind:

Kantoren: Magnificat * anima mea Dominum.
Figuralchor: Et exsultavit spiritus meus * in Deo salutari meo.
Choralchor: Quia respexit humilitatem ancillae suae * ecce enim ex hoc beatam me dicent omnes generationes.
...

Hier ein Beispiel, bei dem man das schön hört:Magnificat @ Notre-Dame de Paris

Re: Psalmgebete

Verfasst: Donnerstag 26. Januar 2012, 16:27
von Protopsaltis
Das ist mir schon klar, war doch zu lesen:
Protopsaltis hat geschrieben:aus der Zweichörigkeit der gegenüberstehenden Mönchsgruppen entwickelt, die jeweils durch ihren eigenen Chorleiter zu einer Pause inmitten des von ihnen vorgetragenen Doppelverses angehalten wurden.
Weiß hier niemand, seit wann man die Asteriskus-Pause hält?

Re: Psalmgebete

Verfasst: Donnerstag 26. Januar 2012, 19:11
von Protasius
Die Pause hält man bestimmt schon länger; die Psalmtöne gibt es ja nicht erst seit gestern. Aber seit wann man die durch einen Asteriskus bezeichnet, weiß ich nicht; das ließe sich vllt. mithilfe alter Psalterien klären.