Ökumene

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Florianklaus
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Re: Ökumene

Beitrag von Florianklaus »

Niels hat geschrieben:Präsidiale "Ökumene": http://www.kna.de/webnews/kwn9/21112 ... 2KE-1.html
Bundespräsident Christian Wulff (51) und seine Frau Bettina (37) besuchen wegen ihrer unterschiedlichen Konfessionszugehörigkeit gemeinsam Gottesdienste in verschiedenen Gemeinden. Sie verstünden sich als "ökumenische Ehe und Familie" und wechselten zwischen katholischen und evangelischen Feiern (...) Er gab an, der gemeinsame zweijährige Sohn des Paares sei evangelisch getauft worden, aber in einem heute evangelischen Kloster, das lange katholisch gewesen sei. (...)

Amelungsborn?

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Clemens
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Re: Ökumene

Beitrag von Clemens »

Eher Loccum?

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cantus planus
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Re: Ökumene

Beitrag von cantus planus »

Niels hat geschrieben:Präsidiale "Ökumene": http://www.kna.de/webnews/kwn9/21112 ... 2KE-1.html
Bundespräsident Christian Wulff (51) und seine Frau Bettina (37) besuchen wegen ihrer unterschiedlichen Konfessionszugehörigkeit gemeinsam Gottesdienste in verschiedenen Gemeinden. Sie verstünden sich als "ökumenische Ehe und Familie" und wechselten zwischen katholischen und evangelischen Feiern (...) Er gab an, der gemeinsame zweijährige Sohn des Paares sei evangelisch getauft worden, aber in einem heute evangelischen Kloster, das lange katholisch gewesen sei. (...)
Aus katholischer Sicht eine mehr als interessante Auffassung, noch dazu öffentlich kundgetan, die eigentlich den zuständigen Bischof auf den Plan rufen sollte. Da der aber Bode heißt und in Osnabrück sitzt, könnte Wulff auch den kompletten Katechismus verwerfen, ohne das es jemand merken würde. :roll:
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Jacinta
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Re: Ökumene

Beitrag von Jacinta »

cantus planus hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Präsidiale "Ökumene": http://www.kna.de/webnews/kwn9/21112 ... 2KE-1.html
Bundespräsident Christian Wulff (51) und seine Frau Bettina (37) besuchen wegen ihrer unterschiedlichen Konfessionszugehörigkeit gemeinsam Gottesdienste in verschiedenen Gemeinden. Sie verstünden sich als "ökumenische Ehe und Familie" und wechselten zwischen katholischen und evangelischen Feiern (...) Er gab an, der gemeinsame zweijährige Sohn des Paares sei evangelisch getauft worden, aber in einem heute evangelischen Kloster, das lange katholisch gewesen sei. (...)
Aus katholischer Sicht eine mehr als interessante Auffassung, noch dazu öffentlich kundgetan, die eigentlich den zuständigen Bischof auf den Plan rufen sollte. Da der aber Bode heißt und in Osnabrück sitzt, könnte Wulff auch den kompletten Katechismus verwerfen, ohne das es jemand merken würde. :roll:
Ich hoffe doch, dass der Herr Bundespräsident an den Sonn- und Feiertagen, an denen er seine Frau begleitet, zusätzlich noch eine Hl. Messe besucht...

Ist man als Katholik denn nicht verpflichtet, seine Kinder auch in einer Mischehe katholische zu erziehen (und taufen zu lassen)?
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"Man muss sich aber klarmachen, dass Krisenzeiten des Zölibats auch immer Krisenzeiten der Ehe sind." BXVI.

HeGe
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Re: Ökumene

Beitrag von HeGe »

Jacinta hat geschrieben:Ich hoffe doch, dass der Herr Bundespräsident an den Sonn- und Feiertagen, an denen er seine Frau begleitet, zusätzlich noch eine Hl. Messe besucht...

Ist man als Katholik denn nicht verpflichtet, seine Kinder auch in einer Mischehe katholische zu erziehen (und taufen zu lassen)?
Ja, deswegen sprach Cantus Planus ja auch davon, dass eigentlich der Bischof tätig werden müsste.

Den großen Kirchenbann gegen ein deutsches Staatsoberhaupt hatten wir ja schon länger nicht mehr. 8)
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taddeo
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Re: Ökumene

Beitrag von taddeo »

Jacinta hat geschrieben:Ist man als Katholik denn nicht verpflichtet, seine Kinder auch in einer Mischehe katholische zu erziehen (und taufen zu lassen)?
Ohne das vertiefen zu wollen: Nein, vom Kirchenrecht her nicht (mehr) zwangsläufig.

HeGe
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Re: Ökumene

Beitrag von HeGe »

taddeo hat geschrieben:
Jacinta hat geschrieben:Ist man als Katholik denn nicht verpflichtet, seine Kinder auch in einer Mischehe katholische zu erziehen (und taufen zu lassen)?
Ohne das vertiefen zu wollen: Nein, vom Kirchenrecht her nicht (mehr) zwangsläufig.
Nicht? :hae?: Hatte ich eigentlich gedacht. Vertief mal. :detektiv:
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HeGe
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Re: Ökumene

Beitrag von HeGe »

Oder beziehst du dich nur auf die Taufe? Die Erziehung muss doch so weit ich mich erinnere katholisch sein. :hmm:
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cantus planus
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Re: Ökumene

Beitrag von cantus planus »

Davon war ich eigentlich auch ausgegangen. Sowohl für Taufe, als auch für Erziehung. Deshalb meine Aussage oben weiter. :|

Gilt das wirklich nicht mehr? Welcher vom Wahn gerittene kirchliche Obere hat das denn nun schon wieder abgeschafft?! :auweia:

(Für einen echten Katholiken kann man wohl nach wie vor selbstverständlich davon ausgehen, dass er Wert auf eine katholische Erziehung legt. Diese Kompromisse, wie im Falle Wulff erwähnt, sind Nullösungen.)
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Edi
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Re: Ökumene

Beitrag von Edi »

Jacinta hat geschrieben: Ist man als Katholik denn nicht verpflichtet, seine Kinder auch in einer Mischehe katholische zu erziehen (und taufen zu lassen)?
Als Katholik ist man auch verpflichtet, mindestens keine Zweitehe einzugehen, solange die erste Frau noch lebt. Ausnahme die erste Ehe sei ungültig gewesen.
Herr Wulff ist ein angestrichener Anpasser, der gleichzeitig in einer christlichen Organisation Mitglied ist (ProChrist), aber auch meint antichristliche Mohammedaner müssten bei uns Minister sein. Für mich sind die meisten Politiker nichts anderes als Oberheuchler. Wahrscheinlich muss man auch ein solcher sein bzw. werden, wenn man in der Politik ein hohes Amt anstrebt.

Was manche von denen wirklich halten, hat man ja jetzt an der Veröffentlichung von Wikileaks gesehen. Da wurde mal keine Diplomatensprache verwendet.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Jacinta
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Re: Ökumene

Beitrag von Jacinta »

Edi hat geschrieben:
Jacinta hat geschrieben: Ist man als Katholik denn nicht verpflichtet, seine Kinder auch in einer Mischehe katholische zu erziehen (und taufen zu lassen)?
Als Katholik ist man auch verpflichtet, mindestens keine Zweitehe einzugehen, solange die erste Frau noch lebt. Ausnahme die erste Ehe sei ungültig gewesen.
Stimmt, das hatte ich vergessen.

Es ist alles ein Trauerspiel... :heul: :heul: :heul:
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Berolinensis
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Re: Ökumene

Beitrag von Berolinensis »

taddeo hat geschrieben:
Jacinta hat geschrieben:Ist man als Katholik denn nicht verpflichtet, seine Kinder auch in einer Mischehe katholische zu erziehen (und taufen zu lassen)?
Ohne das vertiefen zu wollen: Nein, vom Kirchenrecht her nicht (mehr) zwangsläufig.
Ach?

Can. 226 § 2 CJC:
Da die Eltern ihren Kindern das Leben geschenkt haben, haben sie die sehr schwerwiegende Pflicht und das Recht, sie zu erziehen; daher ist es vor allem Aufgabe der christlichen Eltern, für die christliche Erziehung ihrer Kinder gemäß der von der Kirche überlieferten Lehre zu sorgen.
Can. 793:
§ 1. Die Eltern und diejenigen, die ihre Stelle einnehmen, haben die Pflicht und das Recht, ihre Kinder zu erziehen; katholische Eltern haben auch die Pflicht und das Recht, die Mittel und Einrichtungen zu wählen, mit denen sie je nach den örtlichen Verhältnissen besser für die katholische Erziehung ihrer Kinder sorgen können.

§ 2. Die Eltern haben auch das Recht, jene von der weltlichen Gesellschaft zu leistenden Hilfen zu nutzen, die sie für die katholische Erziehung ihrer Kinder benötigen.
Can. 867 — § 1:
Die Eltern sind verpflichtet, dafür zu sorgen, daß ihre Kinder innerhalb der ersten Wochen getauft werden; möglichst bald nach der Geburt, ja sogar schon vorher, haben sie sich an den Pfarrer zu wenden, um für ihr Kind das Sakrament zu erbitten und um entsprechend darauf vorbereitet zu werden.
Und speziell zur Mischehe:

Can. 1124 und 1125:
Die Eheschließung zwischen zwei Getauften, von denen der eine in der katholischen Kirche getauft oder nach der Taufe in sie aufgenommen worden ist, der andere Partner aber einer Kirche oder kirchlichen Gemeinschaft zugezählt wird, die nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche steht, ist ohne ausdrückliche Erlaubnis der zuständigen Autorität verboten.

Eine solche Erlaubnis kann der Ortsordinarius gewähren, wenn ein gerechter und vernünftiger Grund vorliegt; er darf sie nur erteilen, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

1° der katholische Partner hat sich bereitzuerklären, Gefahren des Glaubensabfalls zu beseitigen, und er hat das aufrichtige Versprechen abzugeben, nach Kräften alles zu tun, daß alle seine Kinder in der katholischen Kirche getauft und erzogen werden;

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cantus planus
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Re: Ökumene

Beitrag von cantus planus »

Blöde Frage: das ist aus dem CIC 1983, oder? Dann gilt noch, was ich im Kopf hatte.

Ich dachte schon, ich hätte wirklich etwas derart Gravierendes komplett verpasst. :panisch:
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Berolinensis
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Re: Ökumene

Beitrag von Berolinensis »

cantus planus hat geschrieben:Blöde Frage: das ist aus dem CIC 1983, oder? Dann gilt noch, was ich im Kopf hatte.
Ja, natürlich.
Ich dachte schon, ich hätte wirklich etwas derart Gravierendes komplett verpasst. :panisch:

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taddeo
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Re: Ökumene

Beitrag von taddeo »

Berolinensis hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
Jacinta hat geschrieben:Ist man als Katholik denn nicht verpflichtet, seine Kinder auch in einer Mischehe katholische zu erziehen (und taufen zu lassen)?
Ohne das vertiefen zu wollen: Nein, vom Kirchenrecht her nicht (mehr) zwangsläufig.
Ach?
Ja. Du zitierst es ja selber:
... das aufrichtige Versprechen abzugeben, nach Kräften alles zu tun, daß alle seine Kinder in der katholischen Kirche getauft und erzogen werden;
Das heißt, daß unter Umständen auch eine nichtkatholische Taufe und Erziehung denkbar ist.
Daß das nicht gewünscht ist, ist schon klar. Aber rechtlich möglich ist es zweifellos.
Und mehr habe ich nicht gesagt.
"Nach Kräften" heißt, soweit es möglich ist. Ultra posse nemo tenetur.

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Berolinensis
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Re: Ökumene

Beitrag von Berolinensis »

Und du sagst es selber:
taddeo hat geschrieben:Ultra posse nemo tenetur.
Das gilt und galt natürlich schon immer. Danach war hier ja aber offenkundig nicht gefragt.

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anneke6
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Re: Ökumene

Beitrag von anneke6 »

Tja…wie weit man nach Kräften tatsächlich gehen muß…fällt mir schwer, das einzugrenzen. Ich kannte mal den Fall von einem Mann, der schon so weit war, daß er dem Priester erklärte, er würde gerne seine Kinder heimlich selbst taufen. Der Priester sagte ihm darauf, daß er seine Kinder nur im Notfall selbst taufen dürfe. Der Mann meinte: Aber sie können doch jeden Tag sterben.
:glubsch:
???

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overkott
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Re: Ökumene

Beitrag von overkott »

Extremformen des Allgemeinen Täufertums sind mit vornehmer Enthaltung zu beurteilen.

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taddeo
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Re: Ökumene

Beitrag von taddeo »

Berolinensis hat geschrieben:Und du sagst es selber:
taddeo hat geschrieben:Ultra posse nemo tenetur.
Das gilt und galt natürlich schon immer. Danach war hier ja aber offenkundig nicht gefragt.
Freilich war danach gefragt. Weil das den Umfang der Verpflichtung beschreibt, die Jacinta erwähnte.

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Berolinensis
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Re: Ökumene

Beitrag von Berolinensis »

taddeo hat geschrieben:
Berolinensis hat geschrieben:Und du sagst es selber:
taddeo hat geschrieben:Ultra posse nemo tenetur.
Das gilt und galt natürlich schon immer. Danach war hier ja aber offenkundig nicht gefragt.
Freilich war danach gefragt. Weil das den Umfang der Verpflichtung beschreibt, die Jacinta erwähnte.
Gefragt war, ob man verpflichtet ist, seine Kinder katholisch zu erziehen, und die Antwort heißt glasklar "ja". Daß grundsätzlich nie jemand zu mehr verpflichtet ist, als er zu leisten im Stande ist, bleibt unberührt.
Zuletzt geändert von Berolinensis am Montag 29. November 2010, 17:18, insgesamt 1-mal geändert.

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anneke6
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Re: Ökumene

Beitrag von anneke6 »

Am besten ist wohl, man einigt sich bereits vor der Eheschließung. Und wenn man so katholisch ist, daß man eine evangelische Taufe der Kinder absolut nicht akzeptieren könnte, der potentielle Ehepartner jedoch auf jeden Fall eine evangelische Taufe will…dann macht vielleicht die ganze Ehe keinen Sinn.
Das mag jetzt — vor allem aus dem Mund eines unverheirateten Nutzers — herzlos klingen. Aber was ist das für eine Ehe, wo ein Partner die Kinder heimlich taufen will um den anderen zu überlisten? Zu einer Ehe gehört doch — zwar kirchenrechtlich nicht wesentlich, aber doch als Merkmal wahrer Liebe — Vertrauen.
???

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Christiane
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Re: Ökumene

Beitrag von Christiane »

Niels hat geschrieben:Präsidiale "Ökumene": http://www.kna.de/webnews/kwn9/21112 ... 2KE-1.html
Bundespräsident Christian Wulff (51) und seine Frau Bettina (37) besuchen wegen ihrer unterschiedlichen Konfessionszugehörigkeit gemeinsam Gottesdienste in verschiedenen Gemeinden. Sie verstünden sich als "ökumenische Ehe und Familie" und wechselten zwischen katholischen und evangelischen Feiern (...) Er gab an, der gemeinsame zweijährige Sohn des Paares sei evangelisch getauft worden, aber in einem heute evangelischen Kloster, das lange katholisch gewesen sei. (...)
Das soll ja wohl 'n Witz sein. :vogel:
"Die Demokratie feiert den Kult der Menschheit auf einer Pyramide von Schädeln." - Nicolás Gómez Dávila

"Gott kann machen, dass eine Communio entsteht zwischen dem Idiot und dem Arschloch." (Ausspruch auf einem NK-Gemeinschaftstag)

Amandus2
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Re: Ökumene

Beitrag von Amandus2 »

eine taktische Aussage!

Als Bundespräsident meint er, den Katholiken und Protestanten jeweils zur Hälfte entgegen kommen zu müssen. Allerdings hat er das eine Drittel Nicht-Christen vergessen. Vielleicht sollte eines der Kinder einen humanistischen oder auch islamischen Kindergarten besuchen.....

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SpaceRat
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Re: Ökumene

Beitrag von SpaceRat »

taddeo hat geschrieben:
Berolinensis hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
Jacinta hat geschrieben:Ist man als Katholik denn nicht verpflichtet, seine Kinder auch in einer Mischehe katholische zu erziehen (und taufen zu lassen)?
Ohne das vertiefen zu wollen: Nein, vom Kirchenrecht her nicht (mehr) zwangsläufig.
Ach?
Ja. Du zitierst es ja selber:
... das aufrichtige Versprechen abzugeben, nach Kräften alles zu tun, daß alle seine Kinder in der katholischen Kirche getauft und erzogen werden;
Das heißt, daß unter Umständen auch eine nichtkatholische Taufe und Erziehung denkbar ist.
Daß das nicht gewünscht ist, ist schon klar. Aber rechtlich möglich ist es zweifellos.
Und mehr habe ich nicht gesagt.
"Nach Kräften" heißt, soweit es möglich ist. Ultra posse nemo tenetur.
Die Kirche sagt(e) hierzu übrigens:
Kirchliches Gesetz betreffend die Verkündung und Trauung der Ehen von Mitgliedern der evangelischen Kirche vom 23. November 1875 hat geschrieben: [...]
Art. 1. Die Genossen der evangelischen Landeskirche, welche eine Ehe geschlossen haben, sind verpflichtet, wie berechtigt, sich kirchlich trauen zu lassen.

Art. 2. Zur kirchlichen Verkündigung und Trauung sind diejenigen Ehen von Angehörigen der evangelischen Landeskirche zuzulassen, welche nach den Vorschriften des Reichsgesetzes vom 6. Februar 1875, betreffend die Beurkundung des Personenstandes und die Eheschließung und des Ausführungsgesetzes vom 7. August 1875 statthaft sind.

Ausgenommen sind:
1) Die Ehen mit Nichtchristen;
2) die Ehe eines evangelischen Mannes mit einer Angehörigen der katholischen Konfession, wenn die Erziehung sämmtlicher zu erwartender Kinder in der Konfession der Mutter im voraus zugesagt ist;
3) vor Ablauf von zwölf Wochen nach dem Tode des Ehegatten eine von dem anderen Teile geschlossene Ehe;
4) die Ehe mit Bruder oder Schwester des geschiedenen, noch am Leben befindlichen Gatten;
5) die Ehe zwischen einem wegen Ehebruchs Geschiedenen und seinem Mitschuldigen.

In den Fällen der Ziff. 4 und 5 kann eine Dispensation durch den evangelischen Landesherrn nach Anhörung der evangelischen Oberkirchenbehörde, in den Fällen der Ziff. 2 und 3 durch die letztere bewilligt werden.
Schmutziges Geschirr schimmelt nicht, wenn man es einfriert.

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Lutheraner
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Re: Ökumene

Beitrag von Lutheraner »

Warum sollte Wulff seine Kinder im Glauben einer Gemeinschaft erziehen, die ihn selbst ausschließt? Dafür scheint seine Bindung zur Kath. Kirche nicht stark genug zu sein.
"Ta nwi takashi a huga bakashi. Ta nwi takashi maluka batuka"

Thomas_de_Austria
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Re: Ökumene

Beitrag von Thomas_de_Austria »

Lutheraner hat geschrieben:Warum sollte Wulff seine Kinder im Glauben einer Gemeinschaft erziehen, die ihn selbst ausschließt? Dafür scheint seine Bindung zur Kath. Kirche nicht stark genug zu sein.
Weil zwar keine Rechte vorhanden bzw. strafweise entzogen sind (wenn sie es denn sind, was weiß ich, wie das mit Wulff ist, exkommuniziert, "wiederverheiratet" o. ä., keine Ahnung, ist mir auch egal, da ich keine kirchliche Behörde und Österreicher bin und er mich von daher nicht interessiert - in Österreich haben wir ohnehin den Agnostiker sitzen ...), aber die Pflichten deswegen an und für sich, trotzdem weiterhin bestehen.

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anneke6
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Re: Ökumene

Beitrag von anneke6 »

Thomas_de_Austria hat geschrieben:
Lutheraner hat geschrieben:Warum sollte Wulff seine Kinder im Glauben einer Gemeinschaft erziehen, die ihn selbst ausschließt? Dafür scheint seine Bindung zur Kath. Kirche nicht stark genug zu sein.
Weil zwar keine Rechte vorhanden bzw. strafweise entzogen sind (wenn sie es denn sind, was weiß ich, wie das mit Wulff ist, exkommuniziert, "wiederverheiratet" o. ä., keine Ahnung, ist mir auch egal, da ich keine kirchliche Behörde und Österreicher bin und er mich von daher nicht interessiert - in Österreich haben wir ohnehin den Agnostiker sitzen ...), aber die Pflichten deswegen an und für sich, trotzdem weiterhin bestehen.
Exkommuniziert ist er nach geltendem Kirchenrecht durch seine Zivilehe nicht, aber er ist vom Empfang der Kommunion ausgeschlossen. Er ist aber immernoch verpflichtet, die Sonntagspflicht einzuhalten, die gebotenen Fast- und Abstinenztage zu halten und seine Kinder katholisch zu erziehen.
Daß er das alles nicht macht, können wir wohl annehmen. :motz:
???

Ecce Homo
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Re: Ökumene

Beitrag von Ecce Homo »

"Kaum Differenzen" zwischen Abendmahl und Eucharistie:

http://www.theology.de/religionen/oekum ... renzen.php

Daraus:
...
Theologisch sei hingegen durch diverse Lehrgespräche ein „differenzierter Konsens“ zwischen Lutheranern und der römisch-katholischen Kirche erreicht. Man könne feststellen. dass in der Lehre vom Herrenmahl keine aktuellen Gegensätze von kirchentrennender Bedeutung vorlägen.
...
Daher wäre es aus seiner Sicht an der Zeit, einen Prozess zu einer Gemeinsamen Erklärung in Gang zu setzen, ähnlich wie dies schon durch die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre von 1999 geschehen sei. Erste Entwürfe lägen bereits vor. Eine solche Erklärung wäre laut Weber „weder überflüssig noch vergeblich“. Viele Vorurteile und Missverständnisse auf beiden Seiten ließen sich beheben, wenn die Öffentlichkeit verbindlich erfahre, dass theologisch ein differenzierter Konsens bestehe. Weber wies darauf hin, dass sich der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg), bereit erklärt habe, sich für den gemeinsamen Abendmahlsempfang für Eheleute unterschiedlicher Konfessionen einzusetzen."
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Ihr seid im Gebet ... mal schauen, ob/wann ich hier wieder reinsehe ...

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Christiane
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Re: Ökumene

Beitrag von Christiane »

Ecce Homo hat geschrieben:"Kaum Differenzen" zwischen Abendmahl und Eucharistie:

http://www.theology.de/religionen/oekum ... renzen.php

Daraus:
...
Theologisch sei hingegen durch diverse Lehrgespräche ein „differenzierter Konsens“ zwischen Lutheranern und der römisch-katholischen Kirche erreicht. Man könne feststellen. dass in der Lehre vom Herrenmahl keine aktuellen Gegensätze von kirchentrennender Bedeutung vorlägen.
...
Daher wäre es aus seiner Sicht an der Zeit, einen Prozess zu einer Gemeinsamen Erklärung in Gang zu setzen, ähnlich wie dies schon durch die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre von 1999 geschehen sei. Erste Entwürfe lägen bereits vor. Eine solche Erklärung wäre laut Weber „weder überflüssig noch vergeblich“. Viele Vorurteile und Missverständnisse auf beiden Seiten ließen sich beheben, wenn die Öffentlichkeit verbindlich erfahre, dass theologisch ein differenzierter Konsens bestehe. Weber wies darauf hin, dass sich der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg), bereit erklärt habe, sich für den gemeinsamen Abendmahlsempfang für Eheleute unterschiedlicher Konfessionen einzusetzen."
[Punkt] :aengstlich: :erschrocken:
"Die Demokratie feiert den Kult der Menschheit auf einer Pyramide von Schädeln." - Nicolás Gómez Dávila

"Gott kann machen, dass eine Communio entsteht zwischen dem Idiot und dem Arschloch." (Ausspruch auf einem NK-Gemeinschaftstag)

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Re: Ökumene

Beitrag von Berolinensis »

Christiane hat geschrieben:
Ecce Homo hat geschrieben:"Kaum Differenzen" zwischen Abendmahl und Eucharistie:

http://www.theology.de/religionen/oekum ... renzen.php

Daraus:
...
Theologisch sei hingegen durch diverse Lehrgespräche ein „differenzierter Konsens“ zwischen Lutheranern und der römisch-katholischen Kirche erreicht. Man könne feststellen. dass in der Lehre vom Herrenmahl keine aktuellen Gegensätze von kirchentrennender Bedeutung vorlägen.
...
Daher wäre es aus seiner Sicht an der Zeit, einen Prozess zu einer Gemeinsamen Erklärung in Gang zu setzen, ähnlich wie dies schon durch die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre von 1999 geschehen sei. Erste Entwürfe lägen bereits vor. Eine solche Erklärung wäre laut Weber „weder überflüssig noch vergeblich“. Viele Vorurteile und Missverständnisse auf beiden Seiten ließen sich beheben, wenn die Öffentlichkeit verbindlich erfahre, dass theologisch ein differenzierter Konsens bestehe. Weber wies darauf hin, dass sich der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg), bereit erklärt habe, sich für den gemeinsamen Abendmahlsempfang für Eheleute unterschiedlicher Konfessionen einzusetzen."
[Punkt] :aengstlich: :erschrocken:
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Gamaliel
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Re: Ökumene

Beitrag von Gamaliel »

Papst empfängt Lutheranerweltbund-Präsident Bischof Younan

Daraus:
Der neue Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Munib Younan, ist am Donnerstag von Papst Benedikt XVI. zu einem Antrittsbesuch im Vatikan empfangen worden.
[...]
In einem Grußwort vor der Delegation Younans lobte Benedikt XVI. die Vorbereitung einer gemeinsamen Erklärung anlässlich der Feiern zum Jubiläum "500 Jahre Reformation" im Jahr 2017. Diese soll von der lutherisch-katholischen Kommission für die Einheit ausgearbeitet werden. Katholiken und Protestanten seien angesichts dieses Jubiläums in besonderer Weise aufgerufen, über den gegenwärtigen Stand der Ökumene nachzudenken, sagte der Papst.
:roll:

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Nassos
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Re: Ökumene

Beitrag von Nassos »

Gamaliel hat geschrieben:Papst empfängt Lutheranerweltbund-Präsident Bischof Younan

Daraus:
Der neue Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Munib Younan, ist am Donnerstag von Papst Benedikt XVI. zu einem Antrittsbesuch im Vatikan empfangen worden.
[...]
In einem Grußwort vor der Delegation Younans lobte Benedikt XVI. die Vorbereitung einer gemeinsamen Erklärung anlässlich der Feiern zum Jubiläum "500 Jahre Reformation" im Jahr 2017. Diese soll von der lutherisch-katholischen Kommission für die Einheit ausgearbeitet werden. Katholiken und Protestanten seien angesichts dieses Jubiläums in besonderer Weise aufgerufen, über den gegenwärtigen Stand der Ökumene nachzudenken, sagte der Papst.
:roll:
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