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Alles rund um die Intinctio

Verfasst: Sonntag 10. Januar 2010, 23:41
von Tomek M
Dieses Thema wurde aus dem Strang "Empfang der hl. Eucharistie" in der Sakristei herausgetrennt.
W.

'Laien dürfen Hl. Eucharistie nicht in den Kelch eintauchen'
http://www.kath.net/detail.php?id=2394

In dem Artikel steht:
Seit 24 gilt ein Erlass für Sakramente, der das eintauchen des Leib Christi in das Blut Christi von Laien verbietet.

Dieser Erlass gilt für die ganze römisch-katholische Weltkirche oder? oder bezieht es sich nur auf das Erzbistum Köln ?

Wenn der Erlass für die ganze Weltkirche ist, würde ich gerne wissen wo ich diesen Text des Erlasses herbekomme, den in einem Krankenhaus meiner Gemeinde verteilt ein Priester heute noch die Kommunion indem er den Laien erlaubt die Kommunion selber zu nehmen und in das Blut Christi zu tauchen. Dies ist doch nach dem Erlass vollkommen verboten.

Ich habe vor dem Priester diesen Erlass vorzulegen, da er vielleicht davon nichts weiß und ich möchte ihm die Bücher " Dominus Est" und " Die Handkommunion" von .H. Pater Martin Lugmayr, FSSP (http://www.razyboard.com/system/morethr ... 36-.html) schenken.

Ist dies eine gute Idee?
Habt ihr noch andere Vorschläge was ich ihm schenken könnte?

Ich finde es halt wichtig das ich ihm halt auch direkt Fakten zeigen kann, dann kann ich ihm direkt zeigen wo es steht und ihm nicht nur erstmal davon erzählen.

Re: Empfang der hl. Eucharistie

Verfasst: Montag 11. Januar 2010, 00:03
von anneke6
Klar, Tomek, das gilt für die ganze römisch-katholische Kirche. Sprich den geistlichen Herrn doch mal drauf an. Papier ist nicht nötig, er wird es bereits wissen. Es kann aber nicht schaden, ihn daran zu erinnern.
Ansonsten…wir sind ja in der Sakristei (und Dein Post möglicherweise fehlgerutscht), dann kann ich Dich mal über die Weise informieren, in der Laien in der orthodoxen Kirche (und in manchen katholischen Kirchen) die Eucharistie den Laien gereicht wird. Die mit der heiligen Lanze zerteilten Stückchen vom Lamm werden in den Kelch gegeben. Aus diesem Kelch wird mit einem Löffel etwas herausgenommen und dem Kommunikanten in den Mund getan. Das geht eigentlich ganz reibungslos, ich habe schon oft dabei zugeschaut.
Da Dein Krankenhauskaplan wahrscheinlich nicht birituell ist, kann er aber trotzdem die Kommunion unter beiderlei Gestalt spenden, in dem er eine einzelne Hostie eintaucht und sie dem Gläubigen in den Mund legt. Das ist ökonomischer als alle aus dem Kelch trinken lassen…welches natürlich auch eine Option ist, eigentlich die naheliegendste.

Re: Empfang der hl. Eucharistie

Verfasst: Montag 11. Januar 2010, 00:08
von Sempre
Tomek M hat geschrieben:Wenn der Erlass für die ganze Weltkirche ist, würde ich gerne wissen wo ich diesen Text des Erlasses herbekomme [...]
Redemptionis sacramentum hat geschrieben: 103. Die Normen des Römischen Meßbuches kennen die Regelung, daß in den Fällen, in denen die Kommunion unter beiden Gestalten ausgeteilt wird, «das Blut Christi direkt aus dem Kelch oder durch Eintauchen der Hostie oder mit einem Röhrchen oder mit einem Löffel getrunken werden kann».[191] Was die Kommunionspendung für die christgläubigen Laien betrifft, können die Bischöfe die Kommunion mit einem Röhrchen oder einem Löffel ausschließen, wo dies nicht örtlicher Brauch ist, wobei aber immer die Möglichkeit der Kommunionspendung durch Eintauchen der Hostie bestehen bleibt. Wenn diese Form zur Anwendung kommt, sollen allerdings Hostien verwendet werden, die nicht zu dünn und nicht zu klein sind, und der Kommunikant darf das Sakrament vom Priester nur mit dem Mund empfangen.[192]

104. Es ist dem Kommunikanten nicht erlaubt, selbst die Hostie in den Kelch einzutauchen oder die eingetauchte Hostie mit der Hand zu empfangen. Die Hostie, die eingetaucht wird, muß aus gültiger Materie bereitet und konsekriert sein; streng verboten ist die Verwendung von nicht konsekriertem Brot oder anderer Materie.

Re: Empfang der hl. Eucharistie

Verfasst: Montag 11. Januar 2010, 05:44
von songul
anneke6 hat geschrieben: ....
Ansonsten…wir sind ja in der Sakristei (und Dein Post möglicherweise fehlgerutscht), dann kann ich Dich mal über die Weise informieren, in der Laien in der orthodoxen Kirche (und in manchen katholischen Kirchen) die Eucharistie den Laien gereicht wird. Die mit der heiligen Lanze zerteilten Stückchen vom Lamm werden in den Kelch gegeben. Aus diesem Kelch wird mit einem Löffel etwas herausgenommen und dem Kommunikanten in den Mund getan. Das geht eigentlich ganz reibungslos, ich habe schon oft dabei zugeschaut.
....
Ich wüsste jetzt nicht, wo von Laien in der orth. Kirche die Hl. Kommunion ausgeteilt wird. Aber ich lass mich gern belehren.

LG Songul

Re: Empfang der hl. Eucharistie

Verfasst: Montag 11. Januar 2010, 10:38
von lifestylekatholik
songul hat geschrieben:
anneke6 hat geschrieben:dann kann ich Dich mal über die Weise informieren, in der Laien in der orthodoxen Kirche (und in manchen katholischen Kirchen) die Eucharistie den Laien gereicht wird.
Ich wüsste jetzt nicht, wo von Laien in der orth. Kirche die Hl. Kommunion ausgeteilt wird. Aber ich lass mich gern belehren.
Nee, Ännchen sagt, dass die Eucharistie »den Laien« gereicht wird, nicht »von den Laien«. (Sie hat die »Laien« aus Versehen zweimal im Satz, aber jedesmal im Dativ.)

Re: Empfang der hl. Eucharistie

Verfasst: Montag 11. Januar 2010, 13:27
von anneke6
Lifestylekatholik hat es erfaßt. ;)
Ich entschuldige mich für eventuell daraus entstandene Mißverständnisse.

Re: Empfang der hl. Eucharistie

Verfasst: Montag 11. Januar 2010, 23:56
von Nassos
Fragt doch mal Ursula van der Layen (sorry, konnte ich mir nicht verkneifen....).
Der Beitrag darf kommentarlos wieder gelöscht werden.

Re: Empfang der hl. Eucharistie

Verfasst: Dienstag 12. Januar 2010, 00:03
von Niels
Nassos hat geschrieben:Fragt doch mal Ursula van der Layen (sorry, konnte ich mir nicht verkneifen....).
Der Beitrag darf kommentarlos wieder gelöscht werden.
:panisch:

Re: Laien dürfen Hl. Eucharistie nicht in den Kelch eintauchen

Verfasst: Freitag 15. Januar 2010, 09:48
von Libertas Ecclesiae
Tomek M hat geschrieben:Seit 2004 gilt ein Erlass für Sakramente, der das eintauchen des Leib Christi in das Blut Christi von Laien verbietet.
Bei diesem Erlass handelt es sich um die römische Instruktion "Redemptionis sacramentum", die vom Sempre hier schon entsprechend zitiert wurde.

Ich möchte nur ergänzen, dass das Eintunkverbot nicht erst seit 2004 gilt, sondern immer schon, "Redemptionis sacramentum" hat dieses bestehende Verbot lediglich bestätigt bzw. bekräftigt.

Re: Laien dürfen Hl. Eucharistie nicht in den Kelch eintauchen

Verfasst: Freitag 15. Januar 2010, 11:10
von Firmian
Ist halt nur ein praktisches Problem: Das Eintauchen durch den Spender geht dann ja de facto nur mittels "Zwangsbeglückung" aller Kommunikanten. Nach meiner Erfahrung möchte die Mehrheit nur in einer Gestalt kommunizieren - aus den verschiedensten Gründen. Ich persönlich halte die Weingestalt für Laien keinsfalls häretisch, aber unnötig, dadurch wird's nicht mehr Christus als nur in einer Gestalt.

Jeden Kommunikanten einzeln zu fragen, ob er in einer oder zwei Gestalten kommunizieren möchte, ist wohl auch eher unwürdig. Bestenfalls könnte man getrennte "Ausgabestellen" einrichten.

Re: Laien dürfen Hl. Eucharistie nicht in den Kelch eintauchen

Verfasst: Freitag 15. Januar 2010, 13:00
von iustus
Tomek M hat geschrieben:Ich habe vor dem Priester diesen Erlass vorzulegen, da er vielleicht davon nichts weiß und ich möchte ihm die Bücher " Dominus Est" und " Die Handkommunion" von .H. Pater Martin Lugmayr, FSSP (http://www.razyboard.com/system/morethr ... 36-.html) schenken.

Ist dies eine gute Idee?
Ich würde mit Redemptionis Sacramentum und "Es ist der Herr" anfangen.

Aus Redemptionis Sacramentum (http://www.vatican.va/roman_curia/congr ... pitel%2IV) übrigens noch Folgendes (siehe Hervorhebungen von mir):
179. Die Straftaten gegen den Glauben und die bei der Feier der Eucharistie und der anderen Sakramente begangenen graviora delicta sind unverzüglich der Kongregation für die Glaubenslehre zur Kenntnis zu bringen, die sie «untersucht und, wo nötig, nach Maßgabe des allgemeinen oder des Eigenrechts zur Feststellung oder Verhängung der kanonischen Strafen schreitet».[288]

18. Andernfalls soll der Ordinarius nach Maßgabe der heiligen Canones vorgehen, gegebenenfalls die kanonischen Strafen anwenden und sich besonders die Vorschrift von can. 1326 vor Augen halten. Handelt es sich um schwerwiegende Angelegenheiten, soll er die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung benachrichtigen.
2. Die schwerwiegenden Angelegenheiten

173. Auch wenn das Urteil über die Schwere einer Sache gemäß der allgemeinen Lehre der Kirche und der von ihr festgesetzten Normen zu treffen ist, sind zu den schwerwiegenden Angelegenheiten objektiv immer jene zu rechnen, die die Gültigkeit und die Würde der heiligsten Eucharistie in Gefahr bringen, die also gegen die Regelungen verstoßen, die oben in den Nummern 48-52, 56, 76-77, 79, 91-92, 94, 96, 11-12, 14, 16, 19, 111, 115, 117, 126, 131-133, 138, 153 und 168 erläutert worden sind.
14. Es ist dem Kommunikanten nicht erlaubt, selbst die Hostie in den Kelch einzutauchen oder die eingetauchte Hostie mit der Hand zu empfangen.

Re: Laien dürfen Hl. Eucharistie nicht in den Kelch eintauchen

Verfasst: Freitag 15. Januar 2010, 13:48
von michaelis
@ Thomek:

Ich würde dann noch etwas in dieser Art hinterherschicken:
"Sie sollten diese Praxis daher lieber einstellen, denn Sie wollen bestimmt genausowenig wie ich, daß unsere Pfarrrei wegen einer derartigen Sache in römischen Akten auftaucht!" :pfeif:

Re: Laien dürfen Hl. Eucharistie nicht in den Kelch eintauchen

Verfasst: Freitag 15. Januar 2010, 17:34
von kephas
Firmian hat geschrieben:Ich persönlich halte die Weingestalt für Laien keinsfalls häretisch, aber unnötig, dadurch wird's nicht mehr Christus als nur in einer Gestalt.
Häretisch sicher nicht, sonst hätte die Kirche über 1000 Jahre eine Häresie "praktiziert", ganz abgesehen von der Ostkirche.

Unnötig? So unnötig etwa wie Weihrauch, Gesang, schöne Kirchen, etc.?
:hmm:

Re: Laien dürfen Hl. Eucharistie nicht in den Kelch eintauchen

Verfasst: Freitag 15. Januar 2010, 22:41
von anneke6
Ich bin ein absoluter Fan von Kommunionsspendung, da ich glaube, daß Christus dies so gewollt hat. Die Kommunionsspendung unter einer Gestalt sehe ich als eine Notlösung aus praktischen Gründen an. Wenn jemand nie die Kommunion unter beiderlei Gestalt empfangen hat — wie wohl die meisten Katholiken der letzten Jahrhundert — aber immer im Stand der Gnade ist das natürlich besser als…na, den Rest könnt ihr euch denken.

Re: Laien dürfen Hl. Eucharistie nicht in den Kelch eintauchen

Verfasst: Freitag 15. Januar 2010, 23:36
von Firmian
kephas hat geschrieben:
Firmian hat geschrieben:Ich persönlich halte die Weingestalt für Laien keinsfalls häretisch, aber unnötig, dadurch wird's nicht mehr Christus als nur in einer Gestalt.
Häretisch sicher nicht, sonst hätte die Kirche über 1000 Jahre eine Häresie "praktiziert", ganz abgesehen von der Ostkirche.
Immerhin war zur Zeit der Hussitenkriege das aus Sicht der katholischen Kirche der größte Anklagepunkt. Was natürlich nicht heißt, daß es damals tatsächlich eine Häresie gewesen sei.
Unnötig? So unnötig etwa wie Weihrauch, Gesang, schöne Kirchen, etc.?
:hmm:
Naja, natürlich bin ich nicht ganz unbeeinflußt von der westkirchlich-katholischen Tradition, klar. Wenn das im Katholizismus immer üblich gewesen wäre, würde ich sicher anders reden - selbst wenn theologisch klar wäre, daß der ganze Christus auch in einer Gestalt enthalten ist.

Aus: Fragen zum außerordentlichen Kommunionspender

Verfasst: Montag 6. Januar 2014, 18:59
von taddeo
Christine100 hat geschrieben:Gibt es in euren Pfarreien auch den Kommunionempfang unter beiderlei Gestalt?
Bei uns in der Pfarrei niemals.
In einer anderen Kirche, in der ich gelegentlich orgelspiele, gibt es das ein-, zweimal im Jahr, aber leider grundsätzlich in verbotener Form (Selbsteintauchen der Gläubigen).

Re: Fragen zum außerordentlichen Kommunionspender

Verfasst: Montag 6. Januar 2014, 21:11
von Kai
Bei uns auch nicht.

N.B.: In einer schönen Form habe ich es mal erlebt in der Abbaye Saint Martin du Canigou in den Pyrenäen. Intinctio mit Mundkommunion. Wer Handkommunion möchte, bekommt "nur" eine Hostie. Und der austeilende Priester passt auf, dass die Hostie von den Handkommunikanten vor seinen Augen in den Mund gesteckt wird.

Re: Fragen zum außerordentlichen Kommunionspender

Verfasst: Montag 6. Januar 2014, 22:16
von Lilaimmerdieselbe
Intinctio gilt in meiner Pfarrei als verboten. Eucharistie in beiderlei Gestalt wird in jeder Werktagsmesse ausgeteilt. Für die 20 Leute braucht man aber keine Kommunionhelfer.

Re: Fragen zum außerordentlichen Kommunionspender

Verfasst: Montag 6. Januar 2014, 22:44
von taddeo
Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:Intinctio gilt in meiner Pfarrei als verboten. Eucharistie in beiderlei Gestalt wird in jeder Werktagsmesse ausgeteilt. Für die 20 Leute braucht man aber keine Kommunionhelfer.
Intinctio ist dann richtig und sogar empfohlen, wenn der Kommunionspender selbst (!) die Hostie in das Blut Christi taucht und dann dem Kommunikanten als Mundkommunion reicht. Da der Kommunionspender dabei im Normalfall die Hostienschale in der Hand hält, kann und soll er diese dabei gleichzeitig als "Patene" benutzen, um ein Abtropfen des Blutes Christi auf den Boden o. ä. zu vermeiden. Dabei ist allerdings ein Kommunionhelfer fast zwingend nötig, der neben dem Priester steht und den Kelch hält.
Als Mißbrauch ausdrücklich verboten ist die Unsitte, daß die Hostie als Handkommunion ausgeteilt wird und jeder Kommunikant selbst die Hostie in den Kelch taucht.

Re: Fragen zum außerordentlichen Kommunionspender

Verfasst: Dienstag 7. Januar 2014, 00:28
von umusungu
taddeo hat geschrieben:Als Mißbrauch ausdrücklich verboten ist die Unsitte, daß die Hostie als Handkommunion ausgeteilt wird und jeder Kommunikant selbst die Hostie in den Kelch taucht.
Und die entsprechende Kongregation wird sich auch mal in die Niederungen der normalen Pfarreien bewegen - und dann praktikable Anweisungen schreiben.
Bis dahin leben wir ganz gut katholisch auch so .......

Re: Fragen zum außerordentlichen Kommunionspender

Verfasst: Dienstag 7. Januar 2014, 01:23
von Robert Weemeyer
Mir ist bekannt, dass das Eintauchen der Hostie durch den Kommunikanten unerlaubt ist. Nicht so richtig klar ist mir, warum. Geht es um Tropfen, die auf den Boden fallen könnten? In der Praxis scheint mir das kein wirkliches Problem zu sein: Die Kommunikanten passen auf, dass etwaige Tropfen in den Kelch zurückfallen. Ich hätte kein Problem damit, wenn die verbreitete Intinctio-Praxis erlaubt würde.

Etwas überrascht war ich vor einiger Zeit, als ich bei der Kelchkommunion von einer Kommunionhelferin darauf hingewiesen wurde, dass nur das Eintauchen der Hostie erwünscht sei, nicht das Trinken aus dem Kelch. Das geht dann doch ein bisschen weit. Zumindest solange das Eintauchen durch den Kommunikanten offiziell nicht erlaubt ist, sollte das Trinken aus dem Kelch ermöglicht werden. Das scheint aber ein Einzelfall gewesen zu sein, ich habe so etwas sonst nie erlebt.

Re: Fragen zum außerordentlichen Kommunionspender

Verfasst: Dienstag 7. Januar 2014, 01:30
von Vir Probatus
Intinctio wurde bei uns von einem konservativen Pfarrverwalter als "verboten" gebrandmarkt und abgeschafft. Ein Jahr später wurde es von seinem Nachfolger wieder eingeführt. Mich wundert nicht, daß niemand diese Dinge ernst nimmt, wenn sie so unterschiedlich gehandhabt werden.

Re: Fragen zum außerordentlichen Kommunionspender

Verfasst: Dienstag 7. Januar 2014, 01:44
von ad_hoc
Mir ist bekannt, dass das Eintauchen der Hostie durch den Kommunikanten unerlaubt ist.
Der Hintergrund ist, dass man die Hl. Kommunion sich nicht selbst spendet, sondern dass man sie empfangen muss.

Gruß, ad_hoc

Re: Fragen zum außerordentlichen Kommunionspender

Verfasst: Dienstag 7. Januar 2014, 01:49
von Reinhard
Robert Weemeyer hat geschrieben:Mir ist bekannt, dass das Eintauchen der Hostie durch den Kommunikanten unerlaubt ist. Nicht so richtig klar ist mir, warum. Geht es um Tropfen, die auf den Boden fallen könnten? ...
Der entscheidende Punkt ist das "sich-Selbst-nehmen" des Blutes Christi durch die Gläubigen, der evt. Verlust eines Tropfens ist sekundär.

Der Sinn der Eucharistie ist: "für Dich gegeben" - durch den Priester in persona Christi, ggf. auch über den Kommunionshelfer - aber nicht "ich nehme mir".
(frei nach dem Motto "ich kralle mir Christus" ...)
Dass es landauf - landab trotzdem so gehandhabt wird, weiß ich auch. Das macht es aber nicht richtiger, und ist eigentlich nur durch die allgemeine Unwissenheit zu verzeihen.
p.s.: ok, hat sich mit der gleichlautenden Antwort von ad_hoc überschnitten ... :)

Re: Fragen zum außerordentlichen Kommunionspender

Verfasst: Dienstag 7. Januar 2014, 07:51
von Raphaela
Robert Weemeyer hat geschrieben: Etwas überrascht war ich vor einiger Zeit, als ich bei der Kelchkommunion von einer Kommunionhelferin darauf hingewiesen wurde, dass nur das Eintauchen der Hostie erwünscht sei, nicht das Trinken aus dem Kelch. Das geht dann doch ein bisschen weit. Zumindest solange das Eintauchen durch den Kommunikanten offiziell nicht erlaubt ist, sollte das Trinken aus dem Kelch ermöglicht werden. Das scheint aber ein Einzelfall gewesen zu sein, ich habe so etwas sonst nie erlebt.
Kenn ich in einer Gemeinschaft in Zeiten von Erkältung, Grippe... - Da ist die Gefahr größer sich gegenseitig anzustecken, deshalb ist in dieser Zeit erwünscht, die Hostie einzutauchen.

Re: Fragen zum außerordentlichen Kommunionspender

Verfasst: Dienstag 7. Januar 2014, 08:40
von iustus
umusungu hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Als Mißbrauch ausdrücklich verboten ist die Unsitte, daß die Hostie als Handkommunion ausgeteilt wird und jeder Kommunikant selbst die Hostie in den Kelch taucht.
Und die entsprechende Kongregation wird sich auch mal in die Niederungen der normalen Pfarreien bewegen - und dann praktikable Anweisungen schreiben.
Bis dahin leben wir ganz gut katholisch auch so .......
Ihr lebt hochmütig und eitel, weil Ihr meint, besser zu wissen als die Kirche, wie Liturgie gefeiert werden soll. Das ist alles andere als gut katholisch.

Re: Fragen zum außerordentlichen Kommunionspender

Verfasst: Dienstag 7. Januar 2014, 08:45
von iustus
Robert Weemeyer hat geschrieben:Mir ist bekannt, dass das Eintauchen der Hostie durch den Kommunikanten unerlaubt ist. Nicht so richtig klar ist mir, warum. Geht es um Tropfen, die auf den Boden fallen könnten? In der Praxis scheint mir das kein wirkliches Problem zu sein: Die Kommunikanten passen auf, dass etwaige Tropfen in den Kelch zurückfallen.
Das tun sie nach meiner Erfahrung nicht. Hier sah es anschließend übel aus auf dem Boden.

Re: Fragen zum außerordentlichen Kommunionspender

Verfasst: Dienstag 7. Januar 2014, 08:49
von iustus
Raphaela hat geschrieben:
Robert Weemeyer hat geschrieben: Etwas überrascht war ich vor einiger Zeit, als ich bei der Kelchkommunion von einer Kommunionhelferin darauf hingewiesen wurde, dass nur das Eintauchen der Hostie erwünscht sei, nicht das Trinken aus dem Kelch. Das geht dann doch ein bisschen weit. Zumindest solange das Eintauchen durch den Kommunikanten offiziell nicht erlaubt ist, sollte das Trinken aus dem Kelch ermöglicht werden. Das scheint aber ein Einzelfall gewesen zu sein, ich habe so etwas sonst nie erlebt.
Kenn ich in einer Gemeinschaft in Zeiten von Erkältung, Grippe... - Da ist die Gefahr größer sich gegenseitig anzustecken, deshalb ist in dieser Zeit erwünscht, die Hostie einzutauchen.
Auch in dieser Gemeinschaft ist es ja mit Kirchentreue nicht weit her. Das Selbsteintauchen schwerwiegender Verstoß gegen die liturgischen Vorschriften, der die Würde der Eucharistie in Gefahr bringt und deshalb vom Bischof der Gottesdienstkongregation gemeldet werden muss.

Ich rege an, die Beiträge zum Selbst-Eintauchen in den Thread "Liturgische Missbräuche" zu verschieben.

Re: Fragen zum außerordentlichen Kommunionspender

Verfasst: Dienstag 7. Januar 2014, 10:10
von Robert Weemeyer
Reinhard schrieb auf Seite 20:
Robert Weemeyer hat geschrieben:Mir ist bekannt, dass das Eintauchen der Hostie durch den Kommunikanten unerlaubt ist. Nicht so richtig klar ist mir, warum.
Der entscheidende Punkt ist das "sich-Selbst-nehmen" des Blutes Christi durch die Gläubigen [...].

Der Sinn der Eucharistie ist: "für Dich gegeben" - durch den Priester in persona Christi, ggf. auch über den Kommunionshelfer - aber nicht "ich nehme mir".
Die Wandlungsworte lauten immerhin "nehmet und esset" bzw. "nehmet und trinket".

Wenn das Nehmen solch ein Problem ist, warum lässt man dann zu, dass der Kommunikant den Kelch in die Hand nimmt und daraus trinkt?

Re: Fragen zum außerordentlichen Kommunionspender

Verfasst: Dienstag 7. Januar 2014, 11:46
von iustus
Nochmal zusammenfassend die Regelung der Kirche zum Empfang des heiligen Blutes:

Maßgeblich ist vor allem die Instruktion Redemptionis Sacramentum (http://www.vatican.va/roman_curia/congr ... um_ge.html). Darin heißt es:
14. Es ist dem Kommunikanten nicht erlaubt, selbst die Hostie in den Kelch einzutauchen oder die eingetauchte Hostie mit der Hand zu empfangen.
Es handelt sich bei einem Verstoß gegen diese Vorschrift nach Nr. 173 um eine "schwerwiegende Angelegenheit, die die Gültigkeit und die Würde der heiligsten Eucharistie in Gefahr bringt".

Wo es um eine schwerwiegende Angelegenheit geht, soll der Bischof nach Nr. 181 der Gottesdienstkongregation so bald wie möglich ein Exemplar der Akten bezüglich der Untersuchung und gegebenenfalls der verhängten Strafe übermitteln!

Wenn also Kelchkommunion, dann nur so:
13. Die Normen des Römischen Meßbuches kennen die Regelung, daß in den Fällen, in denen die Kommunion unter beiden Gestalten ausgeteilt wird, «das Blut Christi direkt aus dem Kelch oder durch Eintauchen der Hostie oder mit einem Röhrchen oder mit einem Löffel getrunken werden kann».[Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 245] Was die Kommunionspendung für die christgläubigen Laien betrifft, können die Bischöfe die Kommunion mit einem Röhrchen oder einem Löffel ausschließen, wo dies nicht örtlicher Brauch ist, wobei aber immer die Möglichkeit der Kommunionspendung durch Eintauchen der Hostie bestehen bleibt. Wenn diese Form zur Anwendung kommt, sollen allerdings Hostien verwendet werden, die nicht zu dünn und nicht zu klein sind, und der Kommunikant darf das Sakrament vom Priester nur mit dem Mund empfangen.[Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 285b und 287]

Re: Fragen zum außerordentlichen Kommunionspender

Verfasst: Dienstag 7. Januar 2014, 11:54
von iustus
Robert Weemeyer hat geschrieben: Wenn das Nehmen solch ein Problem ist, warum lässt man dann zu, dass der Kommunikant den Kelch in die Hand nimmt und daraus trinkt?
Das halte ich für eine sehr berechtigte Frage (die freilich nicht für den Kelch, sondern auch für die Hostie gilt). In der Instruktion Redemptionis Sacramentum heißt es dazu:
94. Es ist den Gläubigen nicht gestattet, die heilige Hostie oder den heiligen Kelch «selbst zu nehmen und noch weniger von Hand zu Hand unter sich weiterzugeben».[Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 118]
Für die Kirche ist offenbar maßgeblich, dass Hostie und Kelch empfangen ("hin-genommen" - "accipite!") werden.

Daher scheint mir für das Verbot des Selbsteintauchens der Aspekt des "Selbst-Nehmens" nicht maßgeblich zu sein: die Hostie wird übergeben, sie wird empfangen. Dass sie danach noch (verbotenerweise) selbst eingetaucht wird, ändert nichts daran, dass sie übergeben und empfangen wurde.

Näher scheint mir die Vermutung zu liegen, dass die Kirche durch das Verbot des Selbsteintauchens den Verlust von Tropfen des heiligen Blutes verhindern will.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Furcht davor sehr begründet ist. Es wird eben nicht überall darauf geachtet, dass die Hostie über dem Kelch (oder eine Hostienschale oder einer Patene) zum Mund geführt wird, so dass keine Tropfen auf die Erde kommen.

Re: Alles rund um die Intinctio

Verfasst: Dienstag 7. Januar 2014, 12:32
von Juergen
Die Kommunionspendung per Eintauchen haben ich bisher nur in der Privatkapelle im Erzbischöflichen Palais bei Erzbischof Degenhardt miterlebt. Der Kelch stand an der zum Volk zeigenden vorderen Kante auf dem Altar; Erzbischof Degenhardt taucht den Leib des Herrn ein; drehte sich um, die Hostie über die Hostienschale haltend, kam einen Schritt auf den Kommunikanten zu und sprach als Spendeformel: „Der Leib und das Blut Christi“. Selbstredend empfing man den Leib per Mundkommunion. Das geht ja auch gar nicht anders. Die Hostienschale diente als Ersatz für die Kommunionpatene.
Es war natürlich nur wenig Volk anwesend: Neben uns zwei Ministranten waren es zumeist nur noch der Privatsekretär, ein oder zwei Ordensschwestern und noch eine Schreibkraft aus dem Büro.