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Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Sonntag 10. Januar 2010, 16:08
von Marion
Linus hat geschrieben:
Raphaela hat geschrieben: Er ist gut, aber es werden Nummern vergeben, damit man weiß, wann man drankommt. (Der muss wirklich sehr gut sein!)
Ob er gut ist? Die Beichten mit mir, wo er nicht eingeschlafen ist, kann ich an einem Finger abzählen.
Bernado hat geschrieben:Das dürfte seine Beliebtheit hinreichend erklären.
Das macht mich nachdenklich.

Gibt es überhaupt gute und schlechte Beichtväter?
Es wird weit gefahren um einen "guten Beichtvater" zu finden. Ist nicht ein guter Priester automatisch auch ein guter Beichtvater. Wenn er also auch bei anderen Aufgaben wie Wandeln, Predigen seine Aufgabe ernst nimmt und die Intention der Kirche hat?
Braucht ein "guter Beichtvater" noch besondere Talente, muss er sympatisch sein oder ruhig oder was auch immer?

Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein und derselbe Priester "gut" Messe feiert und "schlecht" Beichte abnimmt oder andersrum.

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Sonntag 10. Januar 2010, 17:05
von Petra
Du kannst diese Frage im Oratorium stellen. Das vermindert auch die Gefahr, dass hier rausrutscht, was mir zu Linus' Posting einfällt. :roll:

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Sonntag 10. Januar 2010, 17:28
von Jacinta
Naja, was heißt schlechter Beichtvater. Ich kenne einen Priester, dem wird nachgesagt in Beichten unangenehm nachzuhaken und Details der Sünden zu erfragen. Deshalb mache ich um ihn bezüglich Beichte einen großen Bogen.

Bei meiner allerersten Beichte empfand ich es als sehr negativ, dass der Priester weniger an meinen sehr umfangreichen Sünden (waren ja die von einigen Jahrzehnten) interessiert war, sondern mit mir ausführlich die Motive meiner Konversion erörtert hat. Das empfand ich damals als sehr nervend. Mittlerweile habe ich drei Priester "ausprobiert" und mich ausgerechnet für eine dauerhaft entschieden, bei dem ich ursprünglich nur mal aus Terminnot beichten war.

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Sonntag 10. Januar 2010, 17:37
von Raphaela
Marion hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:
Raphaela hat geschrieben: Er ist gut, aber es werden Nummern vergeben, damit man weiß, wann man drankommt. (Der muss wirklich sehr gut sein!)
Ob er gut ist? Die Beichten mit mir, wo er nicht eingeschlafen ist, kann ich an einem Finger abzählen.
Bernado hat geschrieben:Das dürfte seine Beliebtheit hinreichend erklären.
Das macht mich nachdenklich.

Gibt es überhaupt gute und schlechte Beichtväter?
Auf der einen Seite stimmt es, dass jeder etwas anderes unter einem guten Beichtvater versteht.
Aber trotzdem, auf die Frage, ob es schlechte Beichtväter gibt, antworte ich mit ja. Das ist im Verhalten des Priesters zu sehen. Wenn man von dem Priester z. B. nicht ernst genommen wird. Oder wenn eine halbe Stunde für die Beichte eingesetzt ist und der Priester geht, wenn nach zwei Minuten, nachdem die Beichtzeit begonnen hat geht, weil (noch) kein Pönitient gekommen ist. - Oder Priester, erst gar nicht zur Beichtzeit erscheinen....
Alles schon erlebt, bzw. von Priestern erzählen lassen, die so handeln.

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Sonntag 10. Januar 2010, 20:00
von Christine100
An meinem Beichtvater schätze ich, dass er mir genau zuhört. Das merke ich an seiner sehr persönlich gehaltenen Ermahnung.
Eine allgemeine Ermahnung, die für andere auch geeignet ist, kann auch hilfreich sein, aber so finde ich es besser.

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Sonntag 10. Januar 2010, 23:14
von PaceVeritas
Ich definiere mal ex negativo... Als "ungut" empfinde ich, wie schon mehrmals angesprochen wurde, wenn einem die gebeichteten Sünden vom Beichtvater ausgeredet werden. Kann im Einzelfall natürlich angebracht sein, wenn jemand zu skrupulös ist, aber wenn einem die ganze Beichte zerpflückt wird...
Schwatzhaftigkeit finde ich auch nicht so gut - es gibt Beichtväter, die mit irgendwelchen belanglosen Pläuschchen anfangen. "Und was machen Sie da genau? Ahja, sehr interessant, das ist ja schön. Und welche Fachrichtung/ wie lange dauert das noch / das ist sicherlich schwer / aber toll, da werden ja zur Zeit Leute gesucht...". Einer fragte sogar mal nach Freizeitaktivitäten und empfahl zum Joggen oder Schwimmen zu gehen, das bräuchten viele Menschen als Ausgleich für kopflastige Tätigkeiten. Ich war völlig platt, muss ich sagen. (Berufs- und Fitnessberatung in einem, hätte er noch eine Farbtypen- und Kleidungsstilanalyse durchgeführt, könnte er als Life-Coach arbeiten) Habe mir natürlich nichts anmerken lassen und mich artig für die Tipps bedankt. Er hat es ja nur gut gemeint...:roll:

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Montag 11. Januar 2010, 13:38
von Marion
Raphaela hat geschrieben:... ob es schlechte Beichtväter gibt, antworte ich mit ja. Das ist im Verhalten des Priesters zu sehen. Wenn man von dem Priester z. B. nicht ernst genommen wird. ...
PaceVeritas hat geschrieben:Ich definiere mal ex negativo... Als "ungut" empfinde ich, wie schon mehrmals angesprochen wurde, wenn einem die gebeichteten Sünden vom Beichtvater ausgeredet werden. ....
...
Schwatzhaftigkeit finde ich auch nicht so gut - es gibt Beichtväter, die mit irgendwelchen belanglosen Pläuschchen anfangen. "Und was machen Sie da genau? Ahja, sehr interessant, das ist ja schön. Und welche Fachrichtung/ wie lange dauert das noch / das ist sicherlich schwer / aber toll, da werden ja zur Zeit Leute gesucht...". Einer fragte sogar mal nach Freizeitaktivitäten und empfahl zum Joggen oder Schwimmen zu gehen, das bräuchten viele Menschen als Ausgleich für kopflastige Tätigkeiten. ....
Sind das überhaupt Beichtväter? Mir scheint sie fühlen sich wie Psychologen für Fromme.
Sie wollen wohl wirklich etwas heilen (meinen es gut) aber vertrauen nicht dem Sakrament der Beichte als Heilmittel, da sie zumindest zusätzlich (wenn nicht sogar als Ersatz) andere Heilmethoden anwenden.

Ich vertrau solchen Hirten nicht.

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Montag 11. Januar 2010, 17:07
von Linus
Wenn einer dir versucht deine Sünde kleinzureden, das ganz klar sagen, daß man es als Sünde empfindet bzw auch eine schwere Sünde (wichtige Sache, Freiwilligkeit & klare Zustimmung) ist.

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Montag 11. Januar 2010, 17:30
von Marion
Es kann nicht sein, daß ein Schaf den Hirten belehren muss.

Was Sünden sind muss doch ein Beichtvater gelernt haben :achselzuck:
Und daß das, was man im Beichtstuhl von sich gibt, als Sünde empfindet müsste eigentlich auch jedem klar sein. Zu was geht denn ein normaler Mensch da hin?

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Montag 11. Januar 2010, 17:55
von Jacinta
Linus hat geschrieben:Wenn einer dir versucht deine Sünde kleinzureden, das ganz klar sagen, daß man es als Sünde empfindet bzw auch eine schwere Sünde (wichtige Sache, Freiwilligkeit & klare Zustimmung) ist.
Wenn Ihr das so sagt, fällt mir ein, dass mir auch schon mal ein Priester einen "Vortrag" über das Pharisäertum gehalten hat... Leider kann ich erst jetzt drüber schmunzeln, nachdem ich eine gewissen Routine gewonnen habe. Damals war ich sehr verunsichert.

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Montag 11. Januar 2010, 22:15
von Linus
Marion hat geschrieben:Es kann nicht sein, daß ein Schaf den Hirten belehren muss.
ich belehre in dem Fall nicht, ich stelle klar.
Was Sünden sind muss doch ein Beichtvater gelernt haben :achselzuck:
Und daß das, was man im Beichtstuhl von sich gibt, als Sünde empfindet müsste eigentlich auch jedem klar sein. Zu was geht denn ein normaler Mensch da hin?
Manche Verwechseln die Beichte mit Psychosozialberatung, Bei mir gelingt das einem Priester meist nicht, weil ich nach dem (wenn ich den Priester nicht kenne) versuchten "unterbrechungsfreien Schnellschuß- Bekenntnis" noch den Actus Contritionis dranhäng:

Deus meus, ex toto corde pænitet me omnium meorum peccatorum, eaque detestor, quia peccando, non solum pœnas a te iuste statutas promeritus sum, sed præsertim quia offendi te, summum bonum, ac dignum qui super omnia diligaris. Ideo firmiter propono, adiuvante gratia tua, de cetero me non peccaturum peccandique occasiones proximas fugiturum. Amen.

oder deutsch

Mein Gott, aus ganzem Herzen bereue ich alle meine Sünden, nicht nur wegen der gerechten Strafen, die ich dafür verdient habe, sondern vor allem, weil ich dich beleidigt habe, das höchste Gut, das würdig ist, über alles geliebt zu werden. Darum nehme ich mir fest vor, mit Hilfe deiner Gnade nicht mehr zu sündigen und die Gelegenheiten zur Sünde zu meiden. Amen.
(zu finden im Anhang des K-KKK)

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Montag 11. Januar 2010, 22:44
von incarnata
Das kenne ich als nach den Akten des Glaubens,der Liebe und der Hoffnung im Chor von der
Gemeinde gesprochenes Gebet,während der alte Dorfpfarrer meiner Kindheit die Kanzel erklomm und sich dort oben noch ein wenig vor der Predigt verschnaufte !

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Montag 11. Januar 2010, 22:55
von incarnata
Zum Thema:ein guter Beichtvater ist einer, der mich auf meinem geistigen Wege weiter bringt; in kleinen
gangbaren Schritten mir hilft bestimmte,immer wieder vorkommende Sünden zu meiden-dann wenn dies an einem Punkt geschafft ist wieder einen Schritt weiter geht in der Schärfung des Gewissens aus Liebe zum HERRN.Einer der auch spontan ggf mal bereit ist ,eine Beichte aussehlb der "Beichtzeiten" anzuhören;einer der regelmässig geduldig Beichtzeiten einhält,auch wenn wenig Amdrang ist,z.B. im Sommer ausserhalb der Festzeiten.Einer,der einen ernst nimmt und insbesondere das sakrament ernst nimmt und nicht nur als Psychologiestunde begreift.

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Mittwoch 13. Januar 2010, 10:31
von overkott
Ein zuhörender Beichtvater ist ein guter Beichtvater.

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Donnerstag 11. Februar 2010, 01:42
von mtoto
Einer, der gut zuhört. Die innere Not erkennt. Die Absolution zuspricht und die Busse mit der Umkehr verbindet.

Und das ist keiner: Der über die Beichte lacht, der ohne Absolution und auch ohne Erklärung dazu einen rausschmeißt, merkwürdige Ratschläge erteilt, alà 1x pro Woche beten reicht, die Lederjacke zum Beichtehören nicht auszieht, der nicht aufhört zu reden...

LG mtoto

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Sonntag 28. März 2010, 19:19
von Hörnchen
Ich habe bisher hauptsächlich solche Beichtväter gehabt, die ich mir nach Sympathie ausgesucht hatte. Das waren mitfühlende Menschen, die mir aufgrund von schlimmen Dingen, die mir in meiner Vergangenheit zugefügt wurden, sehr viel nachsahen. Ich war das arme missbrauchte Opfer, da darf man nicht so streng sein.
Und am Dienstag habe ich bei einem Priester gebeichtet, der mich wirklich gefordert hat. Der es mir nicht erlaubte, mich auf die Opferrolle zurückzuziehen, der verlangte, dass ich trotz der übermächtigen Schuld des anderen auch meine eigene Schuld sehe, der erwartete, dass ich auch all das ausspreche von dem ich immer dachte ich würde tot umfallen, wenn ich es je sagen müsste. Einer, der nicht davor zurückschreckt, klare Worte zu sagen. "Das muss sofort aufhören!" fiel mehrmals. :pfeif:
Und nun ratet mal, wen ich als guten Beichtvater ansehe...

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Dienstag 30. März 2010, 22:57
von Debora
Ein Priester, welcher einen auch fordert Fortschritte im geistlichen Leben zu machen und sich auch nicht scheut nachzufragen, wie es einem damit geht.

Mein Beichtvater zeigt mir in der hl. Beichte meistens 3 Dinge auf, auf die ich besonders achten soll bzw in welcher Tugend ich mich üben soll. Und in der nächsten hl Beichte verlangt er Rechenschaft darüber. Am Anfang ist mir das sehr schwer gefallen, aber ich merke wie gut mir das tut und wie ich dadurch auch Fortschritte machen darf. Er ist noch so ein richtiger Priester vom alten Schlag, aber das ist genau das was ich brauche. :ja: :ja: :ja:

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Dienstag 30. März 2010, 23:25
von Gamaliel
Zwischenbemerkung:

Aus verschiedenen Gründen sollte man klar zwischen Beichtvater/Beichte und Seelenführer/geistliche Leitung unterscheiden.
Ein Priester kann zwar in "Personalunion" beide Funktionen gegenüber derselben Person ausüben, dennoch handelt es sich um zwei "ganz" unterschiedliche Dinge/Aufgaben. Das muß nicht nur der Priester wissen, um seine jeweiligen Befugnisse nicht zu überschreiten, sondern das sollte auch auch das Beicht-/Seelenkind klar unterscheiden, um zu wissen, wer für was zuständig ist und was es von der jeweiligen Person erwarten kann.
Das subjektiv viel wichtigere Amt, hat der Seelenführer inne; bei seiner Auswahl sollte man große Klugheit walten lassen.

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Mittwoch 31. März 2010, 06:52
von Linus
Gamaliel hat geschrieben:Zwischenbemerkung:

Aus verschiedenen Gründen sollte man klar zwischen Beichtvater/Beichte und Seelenführer/geistliche Leitung unterscheiden.
Ein Priester kann zwar in "Personalunion" beide Funktionen gegenüber derselben Person ausüben, dennoch handelt es sich um zwei "ganz" unterschiedliche Dinge/Aufgaben. Das muß nicht nur der Priester wissen, um seine jeweiligen Befugnisse nicht zu überschreiten, sondern das sollte auch auch das Beicht-/Seelenkind klar unterscheiden, um zu wissen, wer für was zuständig ist und was es von der jeweiligen Person erwarten kann.
Das subjektiv viel wichtigere Amt, hat der Seelenführer inne; bei seiner Auswahl sollte man große Klugheit walten lassen.
Obwohl ich dir zustimme, und es bei mir selbst eine "funktionale Trennung" zwischen Beichte und geistlicher Begleitung gibt, kann beides auch Zusammenfallen. Das generelle Problem ist meist, daß Vielen wohl geistliche Begleitung fremd ist, und die dann in die Beichte mitbesorgt wird. Ich wette eine Beichtpraxis wie sie in vielen Beichtspiegeln dargestellt ist, die Verfehlungen nach Art und Zahl zu nennen - und nicht mehr - ist weitestgehend unüblich. Da werden idR heute vor und nachgeschichten miterwähnt.

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Mittwoch 31. März 2010, 07:57
von Gamaliel
Linus hat geschrieben:Ich wette eine Beichtpraxis wie sie in vielen Beichtspiegeln dargestellt ist, die Verfehlungen nach Art und Zahl zu nennen - und nicht mehr - ist weitestgehend unüblich. Da werden idR heute vor und nachgeschichten miterwähnt.
Da hast Du zweifelsohne Recht. Eine derartige Situation bedaure ich allerdings, da sie geeignet ist Wesen und Aufgabe der Beichte zu verstellen (sofern dies nach den negativen Reformen von/nach Vatikanum II überhaupt noch in weiterem Ausmaß möglich ist).

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Mittwoch 31. März 2010, 09:02
von Linus
Das Problem ist - ich merks ja selbst bei meinen Beichten - daß die Vorgeschichte nutze ist, die eigene Schuld zu relativieren. Ein "Ich hab meine Frau 3 mal angefaucht [weil ich nicht den Mund halten kann]" klingt halt hart. Ein "Ich hab meine Frau 3 mal angefaucht, zweimal, weil das Essen verkocht war und einmal weil sie ihre haushaltlichen Tätigkeiten nicht gemacht hat." nicht mehr. Man hat die Schuld gut abgeschoben. ;)

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Mittwoch 31. März 2010, 10:44
von Gamaliel
Linus hat geschrieben:Das Problem ist [...] daß die Vorgeschichte nutze ist, die eigene Schuld zu relativieren.
Das ist wohl war. Das eigentliche Problem aber ist, daß manche/viele Priester selbst nicht mehr wissen, wie man richtig beichtet und daher auch gar keine entsprechende Beichtkatechese oder individuelle Hilfestellung bieten können. Das ganze dann noch garniert mit dem "Argument", daß man ja froh sein müsse, wenn überhaupt noch jemand zur Beichte/"Beichtgespräch" komme, führt dann völlig zur falschen Auffassung von der Beichte bzw. dem Beichtvater.

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Mittwoch 31. März 2010, 13:00
von Raphaela
Wer lange genug sucht, findet sowhol gute geistliche Begleiter, als auch gute Beichtpriester. Bei meinem geistlichen Begleiter beichte ich nicht jedesmal, ganz einfach, weil ich z.B. kurz vorher gebeichtet habe oder auch öfter zum Beichten gehe, als ich bei ihm Termine habe. - Aber er sagt mir auch ziemlich deutlich, was eigentlich von dem, was ich erzähle, in die Beichte gehört.

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Mittwoch 31. März 2010, 20:49
von martin v. tours
ist vielleicht OT hier,aber
wie kommt man zu einem guten geistlichen begleiter?
ich habe so etwas nicht,kenne es auch erst aus diesem forum.
ich denke schon länger darüber nach, weiss aber nicht,wie ich vorgehen soll.
spricht man einfach einen priester, den man für gut hält und mag,darauf an ?
:achselzuck:
martin v. tours
(der noch viel lernen will und MUSS)

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Mittwoch 31. März 2010, 21:04
von Debora
@Martin


Ich habe meinen Seelenführer einfach gefragt, ob er meine Seelenführung übernehmen möchte und er hat ja gesagt. Und ich könnte keinen besseren Seelenführer als ihn haben, ich bin sehr froh, dass ich mich getraut habe, ihn anzusprechen.

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Mittwoch 31. März 2010, 21:11
von Gamaliel
Nach dem hl. Franz von Sales muß der geistliche Leiter vor allem 3 Eigenschaften besitzen: Liebe, Wissenschaft und Klugheit.

- Liebe: diese soll übernatürlich und väterlich sein, muß sich aber auch gleichzeitig mit Festigkeit und Offenheit verbinden
- Wissenschaft: d.h. er muß in der aszetischen Theologie bewandert sein und wird dementsprechend seine Urteile und auch seinen eigenen Lebenswandel gestalten
- Klugheit: er muß sehr klug und scharfsinnig sein, um die Seelen nicht nach seinen eigenen Ideen zu leiten, sondern nach den Anregungen der Gnade

Dies wären also wichtige Merkmale nach denen man sich einen geistlichen Leiter aussuchen sollte. Ansprechen kann man dazu jeden Priester, sollte man hingegen feststellen, daß man mit seiner Leitung nicht zufrieden ist oder daß er einen sogar schlecht leitet, dann sollte man ohne zu zögern den Leiter wechseln.
(Sakromanager, völlig verweltlichte Priester,... sollte man von vornherein ausschließen; fündig wird man vielleicht am ehsten noch im klösterlichen Bereich, sofern man ein Kloster in der Nähe und Kontakte dorthin hat.)

Ein überaus empfehlenswertes Büchlein mit großartigen und einfühlsamen Ratschlägen für jene, die sich mit Eifer um ihren geistlichen Fortschritt kümmern möchten ist die "Philothea" des hl. Franz von Sales. Ihre Lektüre kann ich nur wärmstens empfehlen. Dort kann man auch seine "Sinne" schärfen, um gegebenenfalls die richtige Wahl bzgl. einem geistlichen Leiter zu treffen.

(Wie ich gerade sehe gibt es hier sogar eine Onlineversion der Philothea, mit einem Inhaltsverzeichnis am Schluß; dennoch leider sehr unübersichtlich)

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Mittwoch 31. März 2010, 21:19
von Juergen
Wenn "Sakromanager" salonfähig ist, ist es "Herr Mixa" auch.

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Mittwoch 31. März 2010, 21:22
von Petra
Gamaliel hat geschrieben: Ein überaus empfehlenswertes Büchlein mit großartigen und einfühlsamen Ratschlägen für jene, die sich mit Eifer um ihren geistlichen Fortschritt kümmern möchten ist die "Philothea" des hl. Franz von Sales. Ihre Lektüre kann ich nur wärmstens empfehlen. Dort kann man auch seine "Sinne" schärfen, um gegebenenfalls die richtige Wahl bzgl. einem geistlichen Leiter zu treffen.
Die Philothea gibt es online (Leider ohne Inhaltsverzeichnis oder Stichwörter-Index)

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Mittwoch 31. März 2010, 21:54
von Linus
Gamaliel hat geschrieben:Dies wären also wichtige Merkmale nach denen man sich einen geistlichen Leiter aussuchen sollte. Ansprechen kann man dazu jeden Priester, sollte man hingegen feststellen, daß man mit seiner Leitung nicht zufrieden ist oder daß er einen sogar schlecht leitet, dann sollte man ohne zu zögern den Leiter wechseln.
(Sakromanager, völlig verweltlichte Priester,... sollte man von vornherein ausschließen; fündig wird man vielleicht am ehsten noch im klösterlichen Bereich, sofern man ein Kloster in der Nähe und Kontakte dorthin hat.)
Die hl Theresa von Avila empfiehlt - falls man die Wahl hat zwischen einem Heiligmässigen und einem Klugen den Klugen zu nehmen. Und nach einiger Zeit Bilanz zu ziehen: passt er, führt er mich gut, versteht er mich, ist der "Wanderstab" zu groß oder zu klein? Und gegebenenfalls die Konsequenzen zu ziehen.

Im übrigen: die geistliche Begleitung muß nicht unbedingt Priester sein. (geistliche Begleitung ist nicht (unbedingt) gleich Beichte[die kann Teil der Begleitung sein, muß es aber nicht.]) Im Grunde ist dazu jeder, der a) selbst in geistlicher Begleitung steht und b) schon einige Erfahrung auf dem Weg mit Gott hat machen. Die Diözesen (Pastoralamt) haben manchmal Listen mit "Geistlichen Begleitern mit Zertifikat" (es gibt ne Ausbildung dazu) aufliegen. Ich hab mir das am Anfang meiner Suche in Wien gegeben. Und davon Abstand genommen. Die Selbstdarstellungen/ Ziele der Begleitung sagen wirs höflich waren teils abenteuerlich. Die Suche kann dauern. Am besten wie schon oben erwähnt: Klöster, Priester oder Leute, wo du gerne bist und die du als wohltat für deine Seele empfindest.
Ein überaus empfehlenswertes Büchlein mit großartigen und einfühlsamen Ratschlägen für jene, die sich mit Eifer um ihren geistlichen Fortschritt kümmern möchten ist die "Philothea" des hl. Franz von Sales. Ihre Lektüre kann ich nur wärmstens empfehlen. Dort kann man auch seine "Sinne" schärfen, um gegebenenfalls die richtige Wahl bzgl. einem geistlichen Leiter zu treffen.
Ja definitiv, war mir stellenweise aber zu süßlich - gut ist wohl den Umständen geschuldet. Oder auch zeitgenössischer die Bücher von Jacques Philippe (Führer in das innere Gebet, Suche den Frieden und jage ihm nach, In der Schule des Heiligen Geistes, Innere Freiheit) oder Dom Eugene Boylan OCSO : Difficulties in Mental Prayer(1950) dt: Die Kunst des Freien inneren Betens 1956) Ebenso, aber deutlich für kontemplative oder klösterliche Leute geschrieben: Thomas von Kempen De imitatione Christi

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Mittwoch 31. März 2010, 22:00
von Juergen
Linus hat geschrieben:....Und davon Abstand genommen. Die Selbstdarstellungen/ Ziele der Begleitung sagen wirs höflich waren teils abenteuerlich...
Sowas kenne ich auch.
Irgendwann meint der mal, ich solle mein Gottesbild malen :vogel:

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Mittwoch 31. März 2010, 22:03
von Niels
Juergen hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:....Und davon Abstand genommen. Die Selbstdarstellungen/ Ziele der Begleitung sagen wirs höflich waren teils abenteuerlich...
Sowas kenne ich auch.
Irgendwann meint der mal, ich solle mein Gottesbild malen :vogel:
Au weia - das ist dann der Moment, in dem man weiß, dass man schleunigst Reißaus nehmen sollte... :panisch:

Re: Was ist ein guter Beichtvater?

Verfasst: Mittwoch 31. März 2010, 22:07
von Marion
Juergen hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:....Und davon Abstand genommen. Die Selbstdarstellungen/ Ziele der Begleitung sagen wirs höflich waren teils abenteuerlich...
Sowas kenne ich auch.
Irgendwann meint der mal, ich solle mein Gottesbild malen :vogel:
Was hast du dem denn vorher erzählt? :kugel: