Marienverehrung

Allgemein Katholisches.

Moderator: taddeo

Anastasis

Beitrag von Anastasis » Montag 30. August 2004, 23:39

Geronimo hat geschrieben:Aber andererseits lesen ja auch Unbeteiligte und Unwissende in diesem Forum und man kann einfach nicht immer alles so stehenlassen ...wenns gar so schief ist ...

Ich denke auch, dass es wichtig ist, klarzustellen, wo es unseres Erachtens um rein persönliche Verehrungsformen geht und was kirchliche Lehre ist. Und dass da keine Grenzen verwischt werden können ...

Also, dass jemand klar sagt, wo die Grenze ist, das halte ich für nötig.
Ja - das sehe ich auch. Nur kommt dann wieder eine entsprechende Replik, die dann wieder "gradegrückt" wird, was weitere Erklärungen nach sich zieht, die auch wieder "schräg" sind... schönes Spiel... :/

Aber nun reicht's auch wieder mit Metakommunikation.

michel

Beitrag von michel » Dienstag 31. August 2004, 20:24

Frage:
Kann man sagen, dass der christliche Glaube keineswegs mit der Leugnung der Jungfrauengeburt als gynäkologischem Faktum fällt?


Antwort:

"Wir glauben, daß Maria, die allzeit Jungfrau blieb, die Mutter des menschgewordenen Wortes ist, unseres Gottes und Heilands Jesus Christus, und daß sie im Hinblick auf diese einzigartige Gnadenauserwählung und durch die Verdienste ihres Sohnes auf eine vollkommenere Art erlöst worden ist, indem sie von jedem Makel der Erbsünde bewahrt und mit dem Gottesgeschenk der Gnade mehr bedacht wurde als alle anderen Geschöpfe." (Credo des Gottesvolkes, P. Paul VI., 30. Juni 1968)

Dieser Glaubenssatz ist von jedem Katholiken zu glauben. http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?t=2199

Jungfrauengeburt = "die allzeit Jungfrau blieb".

michel

Beitrag von michel » Donnerstag 2. September 2004, 23:44

Antwort auf: Ralf Verfasst am: 29.08.2004, 10:16
Antwort auf: cathol01 Verfasst am: 29.08.2004, 16:00
Siehe: http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?p=46400#46400

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cathol01
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Beitrag von cathol01 » Sonnabend 4. September 2004, 11:35

Kardinal J. Ratzinger hat geschrieben:"Die Gottessohnschaft von Jesus beruht nach dem Glauben der Kirche nicht auf der Tatsache, dass Jesus keinen menschlichen Vater gehabt hat; die Lehre von der Divinität Jesu würde nicht in Frage gestellt, wenn Jesus aus einer normalen Ehe hervorgegangen wäre."

Quelle: J. Ratzinger, Foi chrétienne hier et aujourd'hui, Paris, Mame, 1969 (übers. von mir; leider habe ich das Zitat nur in Französisch)
P.S. Michel, das soll keine Replik auf dein Schreiben sein, sondern ein Einwurf, um die Diskussion ein wenig weiter zu treiben.
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
(Diogenes Laërcius)

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Sonnabend 4. September 2004, 12:32

Das ist doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit für jeden Gläubigen, was Ratzinger da schreibt. Worauf willst du hinaus, Thierry?
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rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Simon
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Beitrag von Simon » Sonnabend 4. September 2004, 17:54

Hallo michel, ich bitte um Stellenangabe, wo zu lesen ist, dass Jesus gesagt hat, Gott schenkt uns seine Gnade nur durch seine Mutter? Im NT konnte ich keine dafür brauchbare Stelle finden.
Sollte hier jemand Schriften verwenden, die nicht zur Bibel gehören?
An Privatoffenbarungen muss nicht allgemein geglaubt werden und wahrscheinlich sind sie meist kein Gottesgeschenk sondern eine Halluzination.

Freundliche Grüße
Simon
Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.
Zitat von Albert Schweitzer

michel

Beitrag von michel » Montag 6. September 2004, 21:18

Antwort auf die Fragen von Simon Verfasst am: 07.08.2004, 20:14


Siehe meinen Beitrag: Verfasst am: 07.08.2004, 20:14
http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php? ... &&start=50


Siehe meinen Beitrag: Verfasst am: 02.09.2004, 23:41
http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?p=46845#46845

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Simon
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Beitrag von Simon » Montag 6. September 2004, 21:46

Hallo michel, ich liebe und achte die Mutter Jesu und bin Jesus dankbar dafür, dass er uns seine Mutter als unsere Mutter geschenkt hat, aber was ich über sie glaube, beschränkt sich auf die Mariendogmen.
Persönliche Ansichten von Menschen, egal welchen Rang sie einnehmen mögen, interessieren mich nicht, denn erlöst hat uns Jesus, sonst niemand.
Natürlich hat Maria gelitten im Wissen, was Jesus bevorstand und während Jesus seinen schweren Gang bis zum Tod am Kreuz ging. Aber das war kein Miterlösen, wie es heute so oft zu hören ist.
Ich will Dir Deine Marienfrömmigkeit nicht ausreden, diese sollte Dich aber zu Jesus führen. Manche reden heute von Maria mehr als von Jesus. Und schiebe bitte Maria nicht zwischen Dich und Jesus, an Jesus dürfen wir uns nämlich auch direkt wenden, genau so wie an Gott, unseren Vater.
Freundliche Grüße
Simon
Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.
Zitat von Albert Schweitzer

michel

Beitrag von michel » Dienstag 7. September 2004, 12:45

Antwort auf den Beitrag von Simon Verfasst am: 06.09.2004, 21:46

Siehe meinen Beitrag Verfasst am: 07.09.2004, 12:39
http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?p=46929#46929

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Beitrag von cathol01 » Dienstag 7. September 2004, 13:47

Das ist doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit für jeden Gläubigen, was Ratzinger da schreibt. Worauf willst du hinaus, Thierry?
Ratzinger scheint sich hier doch nahe an der Irrlehre des Adoptianismus zu bewegen oder nicht? ;)
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
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Edi
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Beitrag von Edi » Dienstag 7. September 2004, 14:33

cathol01 hat geschrieben:
Das ist doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit für jeden Gläubigen, was Ratzinger da schreibt. Worauf willst du hinaus, Thierry?
Ratzinger scheint sich hier doch nahe an der Irrlehre des Adoptianismus zu bewegen oder nicht? ;)
Das muss nicht so sein. Eine biologische Abstammung von einem menschlichen Vater hätte Gott in seiner Größe wohl auch ins Auge fassen können. So wie es Heilige gab, die auch von Eltern gezeugt wurden, aber in denen Gottes Wesen in hohem Mass schon in jungen Jahren vorhanden war. Aber Gott hat wohl eine bestimmte Absicht mit der Jungfrauengeburt gehabt....

michel

Beitrag von michel » Donnerstag 9. September 2004, 02:24

Geronimo 30.08.2004, 23:19 hat geschrieben: Wir lassen ihn ja schreiben ...

Nein, es macht keinen Sinn, zu widersprechen, das weiß ich auch. Aber andererseits lesen ja auch Unbeteiligte und Unwissende in diesem Forum und man kann einfach nicht immer alles so stehenlassen ...wenns gar so schief ist ...

Ich denke auch, dass es wichtig ist, klarzustellen, wo es unseres Erachtens um rein persönliche Verehrungsformen geht und was kirchliche Lehre ist. Und dass da keine Grenzen verwischt werden können ...

Also, dass jemand klar sagt, wo die Grenze ist, das halte ich für nötig.

Und da ich es ja auch gesagt habe, ist es für mich auch abgeschlossen.

Geronimo

Mein Lieber Geronimo,

Da hast Du dich ja weit aus dem Fenster gelehnt. Ich denke ein bisschen zu weit.
Und da es ja auch "Unbeteiligte und Unwissende", laut Dir in diesem Forum geben soll, "kann mann einfach nicht immer alles so stehenlasssen ........wenns gar so schief ist."

So erlaubst Du mir doch sicher ein Beispiel zu bringen:
Geronimo 19.08.2004, 09:16 hat geschrieben:Im übrigen ist sie nicht die "Mutter" Gottes, sondern die Mutter des menschlichen Jesus. Gott hat keine Mutter. http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php? ... &&start=40
Urteile selber, ist dieses noch "kirchliche Lehre "?
Ist dieses noch katholische Lehre?
Im Katechismus der katholischen Kirche (Nr. 495) steht:
Die Gottesmutterschaft Marias ....Die Kirche bekennt, daß Maria wirklich Mutter Gottes [Theotokos, Gottesgebärerin] ist

Noch ein:
Ja, Michel, bete das ... aber erwarte nicht, dass ich das bete.(Geronimo,Verfasst am: 30.08.2004, 22:24)
Dieses Gebet (von mir Verfasst am: 30.08.2004, 22:14) stammt vom heiligen Augustinus. Der Heilige Augustinus gehört zu den Kirchen Vätern.
Wo habe ich Dich aufgefordert oder erwartet, dass Du ein Gebet, vom hl. Augustinus, beten sollst ?
Lese bitte doch noch einmal nach. Ich habe (Verfasst am: 30.08.2004, 22:14)
geschrieben:
"Und so bete ich mit dem hl. Augustinus zusammen:"


Wieso reitest du so darauf herum? Du wirst uns nicht davon überzeugen, dass dieser dein Weg der richtige Weg für uns ist ... und warum solltest du das auch versuchen? (Geronimo,Verfasst am: 30.08.2004, 22:24)
Es ist das Gegenteil der Fall - je mehr du darauf dringst, dass andere das alles so und so zu sehen haben und das mit Zitaten untermauerst, desto mehr empfinde ich deine Art der Marienverehrung als ...einengend, bedrückend und ...sorry, häretisch. Da kriegt man ja keine Luft mehr. (Geronimo,Verfasst am: 30.08.2004, 22:24)
Gehört dieses zu Deiner Angreiftaktik um (für Dich unbequeme Beiträge) zu verhindern?

Dieses ist ein katholisches Forum. Und es sollte selbstverständlich sein über katholische Marienverehrung zu schreiben!
Und dieses habe ich getan!
Wenn ich etwas geschrieben haben sollte was mit der katholischen Kirche und der katholischen Lehre nicht übereinstimmt so beweise dieses.
Was Du bis jetzt geschrieben hast waren keine Beweise.
Eigentlich tust Du mir ja Leid.

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Beitrag von cathol01 » Donnerstag 9. September 2004, 10:54

Michel, hör dieser Tage Radio Horeb. Dort wird die "Theologische" Sommerakademie Diessen zum Thema Maria übertragen.
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
(Diogenes Laërcius)

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Beitrag von Fichtel-Wichtel » Donnerstag 9. September 2004, 18:40

Petra hat geschrieben:
lancelot hat geschrieben:. Entsprechend haben wir eben kein Rosenkranz-Revival. Beten zu Maria, leben mit Maria, sich freuen an ihr und mit ihr, - das gibt es in weiten Kreisen, in vielen Pfarreien offiziell nicht mehr. Marianisch blutarm und minimalistisch.
In katholischen Foren kann man auch schon mal von hochkatholischen Gläubigen den Satz lesen, Rosenkranzgebete wären was für alte Frauen. *verschnupftguck*

@PETRA
Also bei den Protestanten gibt es recht viele Marienverehrer!
Man beneidet uns Katholiken sogar seitens der Evangelen um den Marienkult.

Mir derzeit bekennende evangelische Marienverehrerin ist Elsa von Elsas Nacht (B)revier und Wahlitalienerin auf 20six.de

Pastor hat neulich zu Maria Himmelfahrt in der Predigt erwähnt, daß vor dieser Pfarrstelle in einem Marienwallfahrtsort tätig war.Um welchen Marien-Wallfahrtsort es sich handelte,hab ich akustisch net mitbekommen.Und das für so manche Marienverehrer die Maria wichtiger ist als der Jesus.Die Meditation die er dann noch gehalten hat,war sehr elegant,hab noch überlegt ob er die selber verfasst hat, oder einen anderen Autoren verlesen hat. Und wenns mir gefallen hat, dann will das schon was heißen,bin nämlich auch kein Marienfan. Drum überlass ich das dann den Protestanten diesen katholischen Aufgabenbereich hab ich denen zu delegiert .
In den verschiedenen Kirchen der Gemeinde wird so weit mir bekannt ,in einer Kirche jeden Abend der Rosenkranz gebetet. So an jedem
Ort mag ich auch keinen Rosenkranzgebet hören.

Gruß,
Elisabeth
Zuletzt geändert von Fichtel-Wichtel am Donnerstag 9. September 2004, 19:42, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Fichtel-Wichtel » Donnerstag 9. September 2004, 18:45

lancelot hat geschrieben:
Peter hat geschrieben:
Als Argument wird dann oft genannt, Maria würde sich vor Christus schieben.
Aber dann kann man ihr doch sagen, dass sie das nicht tun soll! :mrgreen:
Zu ihr was sagen wäre aber schon wieder beten, oder? Und das wollen/dürfen wir ja nicht...

@LANCELOT
Wieso darf man denn nicht zu Marie beten,was ist denn das wenn der Rosenkranz gebetet wird, und oder was ist mit den Maiandachten!
Außerdem ,wer kann denn schon wissen ob du zu Maria betest oder net.
Frag mal die jenigen die in Stalingrad oder in der Normandie gewesen sind,den dürfte das ziemlich sonstwie gewesen sein,mit diesem Gebot oder Verbot!

Gruß,
Elisabeth

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Beitrag von Fichtel-Wichtel » Donnerstag 9. September 2004, 18:47

lancelot hat geschrieben:
Dirk hat geschrieben:
lancelot hat geschrieben:
Peter hat geschrieben:Kann es eigentlich sein, dass man hierzulande vielleicht ein Problem mit dem Mutterbild hat? :kratz:
Eher mit dem Frauenbild. Und mit dem Männerbild auch.

Ganz schön übel, was? :roll:
Dazu eine Geschichte vom letzten Katholikentag:
Wir von "Totus Tuus" hatten einen Stand - und dem Namen gerecht gab's dort natürlich auch ein Marienbild. Eine Passantin (so alt-68er Jahrgang) sah das Bild und meinte sowas wie: "Also bei diesem Bild - da kann ich gar nicht mehr atmen (wobei sie wohl auch einen angestrengten Gesichtsausdruch machte). So demütig - das entspricht überhaupt nicht mehr unserem modernen Frauenbild."

Es war übrigens ein ganz normales Marienbild - nichts besonderes.

Gottes Segen,
Dirk
Jetzt stell' Dir vor, sie hätte das von uns Schönstättern gesehen:

Bild

Schock Deine Oma - häng' ein MTA-Bild auf!
Naja ,ein wenig orientalisch und die Kopftuchmode war halt zu den damaligen Zeiten eine andere!


Gruß,
Elisabeth

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Beitrag von Fichtel-Wichtel » Donnerstag 9. September 2004, 18:51

Athanasius hat geschrieben:Ist es eigentlich für einen Katholiken vorgeschrieben, daß dieser Maria verehrt? Als jemand, der erst vor einigen Jahren überhaupt erst zum Glauben an Christus gekommen ist, habe ich nämlich nach wie vor einige Schwierigkeiten mit der Marienverehrung.
Also ich bin ohne so eine Marienverehrung aufgewachsen!
Durch die rheinische Seite jedenfalls.
Geht mir gut damit,fehlt mir ach in keinster Weise!

Gruß,
Elisabeth

Bernd
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Beitrag von Bernd » Freitag 10. September 2004, 07:00

Dirk hat geschrieben: Eine Passantin (so alt-68er Jahrgang) sah das Bild und meinte sowas wie: "Also bei diesem Bild - da kann ich gar nicht mehr atmen (wobei sie wohl auch einen angestrengten Gesichtsausdruch machte). So demütig - das entspricht überhaupt nicht mehr unserem modernen Frauenbild."
Die Leute verwechseln ja sogar "demütig" mit "gedemütigt".
Was soll man da machen?

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cathol01
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Beitrag von cathol01 » Freitag 10. September 2004, 10:08

Auf der Theologische SOmmerakademie in Diessen hat Anton Ziegenaus die Verehrung Mariens als Gradmesser gläubigen Lebens bezeichnet. Wenn das stimmt, dann bin ich sozusagen ungläubig. Sowieso frage ich mich mittlerweile, ob ich nicht Deist bin.
:kratz:
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
(Diogenes Laërcius)

Cicero
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Beitrag von Cicero » Freitag 10. September 2004, 10:41

cathol01 hat geschrieben:Auf der Theologische SOmmerakademie in Diessen hat Anton Ziegenaus die Verehrung Mariens als Gradmesser gläubigen Lebens bezeichnet. Wenn das stimmt, dann bin ich sozusagen ungläubig. Sowieso frage ich mich mittlerweile, ob ich nicht Deist bin.
:kratz:
Ich kann es nur immer wieder empfehlen:

Carlo Carretto, Gib mir deinen Glauben. Gespräche mit Maria von Nazareth.

(leider nur antiquarisch erhältlich - aber es lohnt sich)

und das mit dem Deisten vergiß mal ganz schnell.......wir werden Deinen Nick nicht in deist01 ändern

Geronimo

Beitrag von Geronimo » Freitag 10. September 2004, 20:11

Vielleicht sollte man die Beziehung zu Maria ...einfach probieren, Thierry. Beziehungen entwickeln sich nur durch Dialog ... das ist bei Maria genauso. Und wie weit diese Beziehung geht, wie tief sie wird oder wie distanziert sie bleibt ...das zeigt sich.

Lass es dir zum Trost gereichen, dass Maria selbst sich nicht in den Mittelpunkt stellt und sehr gut versteht und auch vertragen kann, wenn jemand sie zugunsten ihres Sohnes wenig beachtet. Sie nimmt das nicht übel. Ihr ist wichtiger, dass wir ihrem Sohn gehorchen.

Und wie oft ist das auch eine Frage von indivuellem Temperament ... oder ob man durch eine bestimmte Situation, ein Bild, ein Gebet zu etwas herangeführt wird. Bei mir war's der Rosenkranz, der mich in seinen Bann zog.

Geronimo

michel

Beitrag von michel » Freitag 10. September 2004, 22:17

cathol01 erfasst am: 09.09.2004, 10:54 hat geschrieben:Michel, hör dieser Tage Radio Horeb. Dort wird die "Theologische" Sommerakademie Diessen zum Thema Maria übertragen.

Hallo cathol01,

Danke für den Hinweis.

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cathol01
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Beitrag von cathol01 » Freitag 10. September 2004, 22:38

Ad Rosenkranz: Da hatte ich vor einigen Tagen ein komisches Erlebnis. Als Ex-Seminarist habe ich das Rosenkranzbeten natürlich drauf, auch wenn ich es schon länger nicht mehr gebetet habe. Nun ist meine Oma im Krankenhaus und durch die Narkose total dement und durcheinander. Vorgestern habe ich mit ihr Rosenkranz gebetet. Das war irgendwie eine total komische Situation, weil ich während dem Gebet gar nicht bei der Sache war, sondern nur meine Oma beobachte, wie sie das noch so gut hinkam, ich gleichzeitig aber merkte, dass es nur ein instinktives Tun war und sie eigentlich gar nicht mitbekam, was da ablief.
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
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ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc » Sonnabend 11. September 2004, 00:21

In aller Offenheit, Cathol1

Ich habe mich bisher dagegen gewehrt, auf Ihre Einräge zu antworten, da es zunächst mal nicht meine Aufgabe ist, für Sie Ihre persönliche Zerrissenheit wieder in die Reihe zu bekommen.

Ihre Schilderung, mit welcher Einstellung und Problematik (und Hilflosigkeit?) Sie mit Ihrer Oma den Rosenkranz gebetet haben, läßt für mich nur den Schluß zu, daß Sie Ihrem religiösen Leben (?) mit der gleichen Einstellung und Problematik gegenüberstehen. Sie leben Religiosität nicht, Sie betrachten diese so, als würden Sie außen stehen.

Ich persönlich betrachte Maria als unsere eigentliche Mutter, da sie uns von Jesus als solche hinterlassen wurde. "Durch Maria zu Jesus" sagt man gerne, ist der einfachste Weg zu Jesus, ihrem Sohn, zu ihrem Gott und zu unserem Gott. Die gleiche Liebe und Verehrung, die Jesus seiner Mutter entgegengebracht hat, sollen und dürfen wir auch ihr entgegenbringen.

Wenn ich mit dem Oberbürgermeister unserer Stadt ein persönliches Gespräch führen will, dann weiß ich, daß ich zunächst Schwierigkeiten dabei haben werde, überhaupt vorgelassen zu werden. Wende ich mich aber zwecks Fürsprache an seinen Bürochef (z.B.), dann kann ich davon ausgehen, daß ich schneller vorgelassen werde.
Ich weiß, der Vergleich hinkt etwas (Gott ist für jedermann zu sprechen), aber Sie wissen, worauf ich hinaus will.

Weshalb glauben Sie denn, kam überhaupt die Heiligenverehrung auf? Die Heiligen waren und sind nicht nur Vorbilder auf dem Weg zur Heiligkeit, sondern sie wurden und werden besonders verehrt und angerufen als große Fürsprecher vor Gott, in dessen Nähe sie waren und sind.

Mit besonderem Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

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Simon
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Beitrag von Simon » Sonnabend 11. September 2004, 07:25

Es will doch keiner irgendjemandem die Anrufung eines Heiligen oder der Hl. Maria verwehren, schon gar nicht, so lange sie sich innerhalb der Grenzen hält, wie es auch die Kirche selbst macht.
Liest man aber manche Werbeschrift für Marienverehrung oder auch den Inhalt von Homepages mit dem Thema Maria, dann ist von Jesus oft überhaupt nichts zu lesen.
Und der Weg zu Gott ist nun einmal Jesus, das sagt Jesus selbst!
Jesus sagte nirgends, der Weg zu Gott führt über meine Mutter.

Freundliche Grüße
Simon
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Zitat von Albert Schweitzer

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roncalli
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Beitrag von roncalli » Sonnabend 11. September 2004, 09:58

Die Liturgie der Kirche (mit den offiziellen Texten der Marien- und Heiligenfeste/-gedenktage) kann uns helfen, die rechte Weise und das rechte Maß der Heiligenverehrung zu finden.

All unser Beten, vom Hl. Geist angeregt und von der Gemeinschaft der Heiligen mitgetragen und unterstützt, geht "durch Christus, mit Christus und in Christus" zum Vater.

Dr. Dirk
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Beitrag von Dr. Dirk » Mittwoch 15. September 2004, 18:48

Du mein liebster Meister, ist es da nicht verwunderlich und traurig, wenn man sieht, mit welcher Unwissenheit, in welch geistigem Dunkel die Menschen hier auf Erden deiner heiligen Mutter gegenüberstehen? Ich spreche da nicht einmal von den Götzendienern und Heiden, die deine Mutter nicht zu erkennen suchen, weil sie dich ja nicht kennen. Ich spreche auch nicht von den Irrgläubigen, die sich nicht um die Verehrung deiner heiligen Mutter kümmern, weil sie sich von dir und deiner heiligen Kirche getrennt haben.

Nein, ich spreche von den katholischen Christen, sogar von den Lehrern unter den Katholiken, deren Aufgabe es ist, andere in die Wahrheit einzuführen, und die doch dich und deine heilige Mutter überhaupt nicht kennen. Sie haben höchstens eine rein verstandesmäßige, trockene und unfruchtbare Vorstellung von ihr, die sich nicht auf ihr Leben auswirkt. Diese Herren sprechen nur selten von deiner heiligen Mutter und von der Verehrung, die man ihr schuldet, weil sie angeblich fürchten, dass es zu Missbräuchen führt und dass man dir Abbruch tut, wenn man deine heiligste Mutter zuviel ehrt.
...
Manchmal kann man diese Herren zwar von der Marienverehrung reden hören, aber nicht, um sie zu verbreiten und zu empfehlen, sondern um die Missbräuche auszurotten, die damit getrieben werden. Dabei sind sie selbst ohne Frömmigkeit und ohne innige Verehrung für dich, eben weil sie keine für Maria haben....


Hl. Ludwig Maria, Grundwahrheiten über die Marienverehrung

michel

Beitrag von michel » Donnerstag 16. September 2004, 09:41

Antwort ( Maria - Miterlöserin?) auf roncalli Verfasst am: 15.09.2004, 22:17
http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php? ... &start=130
Die Verehrung der Mutter Gottes


KKK 971
II Die Verehrung der heiligen Jungfrau



971 "Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter" (Lk 1,48. Die Verehrung der Kirche für die selige Jungfrau Maria gehört zum Wesen des christlichen Gottesdienstes" (MC 56). "Maria wird ... mit Recht ... von der Kirche in einem Kult eigener Art geehrt. Schon seit ältester Zeit wird die selige Jungfrau unter dem Titel der "Gottesgebärerin" verehrt, unter deren Schutz die Gläubigen in allen Gefahren und Nöten bittend Zuflucht nehmen



Dieser Kult ... ist zwar durchaus einzigartig, unterscheidet sich aber wesentlich vom Kult der Anbetung, der dem menschgewordenen Gott gleich wie dem Vater und dem Heiligen Geist dargebracht wird, und er fördert diesen gar sehr" (LG 66). Er findet seinen Ausdruck in den der Gottesmutter gewidmeten liturgischen Festen [Vgl. SC 103] und im marianischen Gebet - etwa im Rosenkranz, der "Kurzfassung des ganzen Evangeliums" [Vgl. MC 42].



Pia, dulcis et benigua
Nullo prorsus luctu digna
Si fletum hinc eligeres
Ut compassa Redemptori
Captivato transgressori
Tu Coredemptrix
Gebet aus dem 14 Jahrhundert, gefunden (liturgisches Buch) in der Petruskierche in Salzburg
Zuletzt geändert von michel am Freitag 17. September 2004, 01:30, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag von cathol01 » Donnerstag 16. September 2004, 22:15

Petra hat geschrieben:Der Rückgang der Marienverehrung hierzulande liegt doch an der Ökumene, oder? Alles was allzu originär katholisch erscheint, wird etwas gedämpft.
Nein, es ist etwas anders: Zur Zeit der Reformation wurde alles, was "allzu originär katholisch" erschien, besonders unterstrichen und hervorgehoben, um sich von den Protestanten abzusetzen. Heute entdeckt man wieder mehr das wesentliche Gemeinsame.
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
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Beitrag von Dr. Dirk » Donnerstag 16. September 2004, 23:58

cathol01 hat geschrieben:
Petra hat geschrieben:Der Rückgang der Marienverehrung hierzulande liegt doch an der Ökumene, oder? Alles was allzu originär katholisch erscheint, wird etwas gedämpft.
Nein, es ist etwas anders: Zur Zeit der Reformation wurde alles, was "allzu originär katholisch" erschien, besonders unterstrichen und hervorgehoben, um sich von den Protestanten abzusetzen. Heute entdeckt man wieder mehr das wesentliche Gemeinsame.
Marienverehrung als Protest gegen den Protestantismus? Das werde ich nie glauben.

"Heute entdeckt man wieder mehr das wesentliche Gemeinsame."

Wieder so ein Allgemeinplatz. Auf dem ökumenischen Kirchentag wurde ein gemeinsames Abendmahl gefeiert, zelebriert von einem Menschen, der nicht einmal mehr an einen (personalen) Gott glaubt, und Hunderte von katholischen und evangelischen Christen fallen auf diese Show rein.
Wo Glaube und Frömmigkeit auf allen Seiten verloren gegangen ist, findet man schnell einen gemeinsamen Nenner. Ist es das, was Du mit dieser Floskel "Heute entdeckt man wieder mehr das wesentliche Gemeinsame." sagen willst?

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Beitrag von Steffen » Freitag 17. September 2004, 06:46

Na ja, Dirk, daß man in gegenreformatorischer Überspitzung Werke, Ablaß, Maria usw. mehr betont hat, die Kirchen extra schön und bombastisch geschmückt und gestaltet hat, daß man besonders die Heiligen, die für ihren kath. Glauben eingetreten und gestorben sind betont hat (geh mal nach Ettal und schau Dir mal die Altäre an), stimmt ja wohl.

Erst mit dem II.Vatikan.Konzil trat eine offizielle Änderung ein und das Anliegen der Ökumene hat Eingang in die Kirche gefunden. Seitdem gibt es eine Reihe gemeinsamer Erklärungen und v.a. gemeinsamer Handlungen. In den Gemeinden helfen sich die Mitglieder untereinander bei Pfarrfesten und beschimpfen sich nicht mehr wie früher.
Den Unterschied brachte bei der Einführung unseres neuen Pfarrrers der prot. Pfarrer so auf den Punkt:
In diesem Jahr waren zum ersten Mal Sternsinger bei ihm und haben ihm den Haussegen an die Tür geschrieben.
Früher wären sie vorbeigegangen, hätten ein Kreuz geschlagen und ein wenig Weihwasser in Richtung Pfarrhaus gespritzt, in der Hoffnung, daß es zischt.
Zuletzt geändert von Steffen am Freitag 17. September 2004, 07:06, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag von Steffen » Freitag 17. September 2004, 07:05

"Wo Glaube und Frömmigkeit auf allen Seiten verloren gegangen ist, findet man schnell einen gemeinsamen Nenner. Ist es das, was Du mit dieser Floskel "Heute entdeckt man wieder mehr das wesentliche Gemeinsame." sagen willst?"


Dieses wesentlich Gemeinsame wäre dann, daß die Menschen vernünftig sind und ihrer weltlichen Alltagslogik folgen. Mit noch mehr Leuten könnte man dann einig werden, wenn man den Glauben ganz sein lassen würde und sich auf das pure Laissez-faire-Prinzip einigen würde.
Darin besteht auch mE das große Problem.
Auch schient es mir eine religionsübergreifende Erfahrung zu sein, daß, wenn eine Religion zu liberal wird, sie sich ziemlich schnell verflüchtigt. Dieses Problem hat z.B. das Reformjudentum. Wer im Grunde genommen nur eine theologische Legitimation dafür sucht, daß das, was er in der Gesellschaft als normal empfindet (Abtreibung, Verhütung, Demokratie i.d. Kirche usw), auch theologisch gerechtfertigt sein muß, der macht seinen Glauben nur zum bloßen Überbau seiner eigenen Weltlichkeit (was jetzt nicht gegen die Beschäftigung mit diesen Themen sprechen soll,sondern nur eine Gefahr aufweist). Damit wird er dann aber auch überflüssig, denn zu dem selben Ergebnis kann man ohne Glauben auch schneller kommen. Dann wird der Glaube Wohlfühlzutat des Lebens, aufgestockt als höchstes Bedürfnis auf die Bedürfnispyramide. Ansonsten kann, muß und soll alles beim Alten bleiben. Der alte Mensch wird nicht abgelegt, sondern verklärt. Die gefallene Natur wird ausschlaggebendes Kriterium für die kirchliche Moral. Die Kirche soll ihre Moral dem Menschen anpassen, heißt es dann. Das ist dann auch so eine theologische Mogelpackung dafür, dem alten Menschen die Herrschaft zu überlassen.
Gott wird zum Konsumgut und wehe der Religion, die etwas anderes verbreitet.
Das scheint mir das eigentliche Problem des heutigen Liberalismus zu sein.

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