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Kirche in Europa: Weckruf eines afrikanischen Seminaristen
Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2009, 15:28
von cantus planus
Re: Kirche in Europa: Weckruf eines afrikanischen Seminaristen
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2009, 10:00
von Lioba
Gut, dieser Anrufung werden letztlich nur Einzelne und kleinere Gruppen folgen.
Ein Problem: jedes ding hat seine Zeit. Die selbstkritische Prüfung, die Mitte des letzten Jahrhunderts stattgefunden hat, hatte ihre Berechtigung, ihre Zeit. Und Selbstprüfung und Besinnung sollten immer wieder geschehen.Aber sie sollten nicht zum Dauerzustand werden, nicht in Masochismus oder "realsozialistische" Unterwefungsgeste ausarten.
Mal so als Beispiel die Kreuzzüge. Sicher ist da viel Unchristliches geschehen. Aber: wagt es irgendjemand heute noch gegen den mainstream zu sagen, dass sie eine Reaktion auf die islamische Expansionspolitik waren? Dass der erste grosse Zusammenstoss zwischen westlichen Christen und Muslimen wahrhaftig nicht im heiligen Jerusalem stattfand, sondern an den Grenzen des fränkischen Reiches?
Etc.Etc.
Re: Kirche in Europa: Weckruf eines afrikanischen Seminaristen
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2009, 10:16
von taddeo
Laßt alle in eurer Umgebung merken, das hier ein Christ ist.
Der beste Satz in dem o. g. Text.
Re: Kirche in Europa: Weckruf eines afrikanischen Seminaristen
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2009, 13:57
von civilisation
Sicher hat dieser Seminarist ansatzweise irgendwo schon den Kern getroffen.
Aaaaaaaaaaaaber:
Niemals darf dieser Seminarist vergessen, mit welchen finanziellen Mitteln er an der Hochschule des OCist in Heiligenkreuz studieren darf. - Oder finanziert er sein Studium selbst?
Viele Christen, die er jetzt so mal kurz in einen Topf mit dem "kirchenfeindlichen Klima" wirft und verallgemeinernd von der "Passivität" spricht, mit der die Christen "der sich zerstörerisch aufbauenden Welle eines Antichristentums begegnen" haben sicher für das Studium dieses Seminaristen in Österreich auch [finanzielle] Opfer gebracht.
Das darf dieser Nigerianer niemals vergessen, ob seiner Plattitüden.
Das ist meine Meinung. - Mag dieser Seminarist vermutlich ansatzweise was erkannt haben, aber seine Verallgemeinerung "stinkt" zum Himmel.
Re: Kirche in Europa: Weckruf eines afrikanischen Seminaristen
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2009, 14:03
von cantus planus
Ich teile seine Meinung vollkommen. Auch mein Gehalt kommt zu 100% aus der Kirchensteuer. Dennoch sehe auch ich, dass die jetzigen Verhältnisse eine Katastrophe sind, und dass eben die derzeitigen, steuerfinanzierten Strukturen in erheblichem Maße daran schuld sind. Als Honorarkraft käme kein Mensch auf die Idee, mich für so einen fachfremden Firlefanz zu bezahlen, der jetzt zu meinen Aufgaben gehört und die kirchenmusikalische Arbeit oft genug vollkommen behindert.
Daher kann ich sagen: ich sehe nichts, was da zum Himmel stänke. Ich glaube auch nicht, dass der Seminarist in Heiligenkreuz auf unsere Kosten studiert. Vermutlich wird die Heimatdiözese mitfinanzieren. Das Geld für die Priesterausbildung muss da sein, auch, wenn es keine anderen Einkünfte gibt. Das funktioniert ja in anderen Ländern auch.
Re: Kirche in Europa: Weckruf eines afrikanischen Seminaristen
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2009, 14:09
von civilisation
cantus planus hat geschrieben:Ich teile seine Meinung vollkommen. Auch mein Gehalt kommt zu 100% aus der Kirchensteuer. Dennoch sehe auch ich, dass die jetzigen Verhältnisse eine Katastrophe sind, und dass eben die derzeitigen, steuerfinanzierten Strukturen in erheblichem Maße daran schuld sind. Als Honorarkraft käme kein Mensch auf die Idee, mich für so einen fachfremden Firlefanz zu bezahlen, der jetzt zu meinen Aufgaben gehört und die kirchenmusikalische Arbeit oft genug vollkommen behindert.
Daher kann ich sagen: ich sehe nichts, was da zum Himmel stänke. Ich glaube auch nicht, dass der Seminarist in Heiligenkreuz auf unsere Kosten studiert. Vermutlich wird die Heimatdiözese mitfinanzieren. Das Geld für die Priesterausbildung muss da sein, auch, wenn es keine anderen Einkünfte gibt. Das funktioniert ja in anderen Ländern auch.
Du sagst es selbst ... "mitfinanzieren". Also ein "mit ...". Auch von den Christen, die der Seminarist in seinem Bericht "anprangert".
Lasst alle in eurer Umgebung merken, das hier ein Christ ist. Wo seid ihr? Was seht ihr? Was hört ihr? Was wisst ihr? Sprecht laut! Unser Schweigen ist unser Schmerz!"
Für mich eine sehr "eingeschränkte Sichtweise" dieses Seminaristen. - Ich wehre mich immer gegen Verallgemeinerungen.
Re: Kirche in Europa: Weckruf eines afrikanischen Seminaristen
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2009, 14:14
von cantus planus
Da hast du recht. Aber ich sehe das Problem schon: Wir haben nur noch Sonntagschristen. In wie vielen Ladengeschäften hängt denn noch ein Kreuz an der Wand? In meiner Heimatstadt gab es das früher in der Papierhandlung, beim Bäcker, in einem Modegeschäft, in einem Café und auch andernorts. Und alle Leute in der Stadt wussten, dass die Ladeninhaber entweder im kath. Kirchenvorstand oder im ev. Presbyterium engagiert waren. Niemand hat daran Anstoß genommen.
Sprich heute mal mit Pfarrgemeinderats- oder KV-Mitgliedern. Sobald es um katholische Kernthemen geht, wird relativiert, geleugnet, Desinteresse bekundet, um den heißen Brei geredet. Aber wer steht heute noch zu seinem Christsein? Wieder andere - wie die Bundeskanzlerin - gehen zwar gerne mit ihrer christlichen Prägung hausieren, lassen aber in der Praxis davon absolut nichts spürbar werden.
Ich sehe darin ein viel größeres Problem, als z. B. in liturgischen Mißbräuchen. Die sind auch ein echtes Ärgernis. Aber die Feigheit der Christen ist heute ein Schlimmes Übel.
Re: Kirche in Europa: Weckruf eines afrikanischen Seminaristen
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2009, 14:19
von Marion
civilisation hat geschrieben:Sicher hat dieser Seminarist ansatzweise irgendwo schon den Kern getroffen.
Aaaaaaaaaaaaber:
Niemals darf dieser Seminarist vergessen, mit welchen finanziellen Mitteln er an der Hochschule des OCist in Heiligenkreuz studieren darf. - Oder finanziert er sein Studium selbst?
Viele Christen, die er jetzt so mal kurz in einen Topf mit dem "kirchenfeindlichen Klima" wirft und verallgemeinernd von der "Passivität" spricht, mit der die Christen "der sich zerstörerisch aufbauenden Welle eines Antichristentums begegnen" haben sicher für das Studium dieses Seminaristen in Österreich auch [finanzielle] Opfer gebracht.
Das darf dieser Nigerianer niemals vergessen, ob seiner Plattitüden.
Das ist meine Meinung. - Mag dieser Seminarist vermutlich ansatzweise was erkannt haben, aber seine Verallgemeinerung "stinkt" zum Himmel.
Ich glaube es ist falsch zu meinen, daß Dankbarkeit zum schweigen verpflichtet. Und auch daß einer "Beschuldigung" oder einer Belehrung (ich persönlich verstehe aber was er sagt als Aufruf/Weckruf) mit der Suche ob der Aufrufer auch nen Fehler begeht zu begegnen.
Wenn man selber schon genug tut, braucht man sich den Schuh ja auch nicht anzuziehen und muss sich in dieser Hinsicht auch nicht bessern.
Re: Kirche in Europa: Weckruf eines afrikanischen Seminaristen
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2009, 14:21
von civilisation
cantus planus hat geschrieben:Da hast du recht. Aber ich sehe das Problem schon: Wir haben nur noch Sonntagschristen. In wie vielen Ladengeschäften hängt denn noch ein Kreuz an der Wand? In meiner Heimatstadt gab es das früher in der Papierhandlung, beim Bäcker, in einem Modegeschäft, in einem Café und auch andernorts. Und alle Leute in der Stadt wussten, dass die Ladeninhaber entweder im kath. Kirchenvorstand oder im ev. Presbyterium engagiert waren. Niemand hat daran Anstoß genommen.
Sprich heute mal mit Pfarrgemeinderats- oder KV-Mitgliedern. Sobald es um katholische Kernthemen geht, wird relativiert, geleugnet, Desinteresse bekundet, um den heißen Brei geredet. Aber wer steht heute noch zu seinem Christsein? Wieder andere - wie die Bundeskanzlerin - gehen zwar gerne mit ihrer christlichen Prägung hausieren, lassen aber in der Praxis davon absolut nichts spürbar werden.
Ich sehe darin ein viel größeres Problem, als z. B. in liturgischen Mißbräuchen. Die sind auch ein echtes Ärgernis. Aber die Feigheit der Christen ist heute ein Schlimmes Übel.
Ich kann Dir natürlich auch - aus eigener Erfahrung - zustimmen. Wenn man sich als einzelner Christ gegen Mißstände innerhalb der Kirche (sei es in Litugie- aber auch in Disziplin- und/oder Glaubensfragen) aufregt und dieses zur Sprache bringt, steht man sprichwörtlich wie der Ochse vor dem Berg.
Aber es gibt sie doch noch - diejenigen, die sich "aufregen" und auch "den Finger auf diverse Wunden legen". Auch wenn sie mit "Schweigen" oder "Nichtbeachtung" bedacht werden. Denn "eine Feigheit der Christen" gibt es nicht.
Nur darum geht es mir. Nicht darum, daß auch ein Seminarist aus Afrika in unseren Breiten sein Studium absolvieren kann.
Re: Kirche in Europa: Weckruf eines afrikanischen Seminaristen
Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2009, 14:28
von cantus planus
Re: Kirche in Europa: Weckruf eines afrikanischen Seminaristen
Verfasst: Donnerstag 8. Oktober 2009, 00:46
von ad_hoc
Ich würde als 'zivilisation' dem Afrikaner mal persönnlich und ganz schön die Leviten lesen. Wo kommen wir denn hin, wenn da ein jeder mal eben so die Wahrheit sagt. Er soll sich gefälligst hinter die Ohren schreiben: "Wessen Brot ich fress, dessen Lied ich sing."
Gruß, ad_hoc
Re: Kirche in Europa: Weckruf eines afrikanischen Seminaristen
Verfasst: Donnerstag 8. Oktober 2009, 00:47
von Niels
ad_hoc hat geschrieben:Ich würde als 'zivilisation' dem Afrikaner mal persöpnlich und ganz schön die Leviten lesen. Wo kommen wir denn hin, wenn da ein jeder mal eben so die Wahrheit sagt. Er soll sich gefälligst hinter die Ohren schreiben: "Wessen Brot ich fress, dessen Lied ich sing."
Gruß, ad_hoc
