Ich weiß nicht, ob Deine Bilder das Zeigen. Schließlich zeigen beide Bilder die Heiligen beim Empfang der Stigmata oder zumindest in der durch die Stigmata zusätzlich betonten außerordentlichen Parallelität/Übereinstimmung zum gekreuzigten Christus. Das ist definitiv nicht die Normalsituation für die Orantenhaltung.Robert Ketelhohn hat geschrieben:Das wäre vielleicht noch nicht mal völlig falsch. Zeigen wollte ich allerdings, daß die Orantenhaltung als Gebetsgestus des Gläubigen über die Jahrhunderte niemals aus dem Bewußtsein des gläubigen Volks völlig verbannt war, auch als sie sich liturgisch ganz auf den Priester zurückgezogen hatte (was ich übrigens eher im 13. bis 14. Jht. ansetzen würde als schon vor tausend Jahren).Berolinensis hat geschrieben:Was möchtest du uns sagen, hast du die Stigmata empfangen?
Aber gerade damit haben diese Bilder mir möglicherweise geholfen, mein Unbehagen angesichts der Orantenhaltung (außer beim Priester und in den vorgeschriebenen Passagen der Messe) besser zu verstehen: Zumindest diese Bilder zeigen die Heiligen im Moment höchster Extase, in dem ihre Glieder schon nicht mehr ihnen gehören und gehorchen, sondern ganz von Christus an sich gezogen und ihm angeglichen sind. Bei Otto Normalbeter scheint mir da doch ein etwas schwärmerischer Beiklang in der Annahme dieser Haltung mitzuschwingen, eine Vorgabe von etwas, was vielleicht sein will, aber doch höchstwahrscheinlich nicht ist. Zudem zeigen die Bilder die Heiligen in diesem Augenblick in der Einsamkeit höchster Intimität und nicht in einer Gruppe.
