Raphaela hat geschrieben:
Welches Gottesbild wurde dir beigebracht?
Welche Erfahrungen hast du mit Kirche gemacht?
Wie sehr bist du von der Kirche ( oder Leuten, die dir Kirche nahebringen wollten) verletzt worden? Was ist da genau passiert?
Dein Groll kommt nicht von irgendwo her, da steckt was dahinter
Mein Gottesbild war immer ein persönlicher Gott.
Ich glaubte an ihn, wie kleine Kinder an das Christkind. Ich wünschte, hoffte, betete, klagte mein Leid und dankte für viele schöne Dinge in meinem Leben.
Aber der liebe Gott hat mich mit mathematischen, logischen Verstand ausgestattet und mich lernen lassen, dass es keine mystischen Dinge gibt, dass die Welt so ist, wie wir sie sehen und dass wir auf unserer blauen Kugel alleine zurecht kommen müssen. Er hat mich wissen lassen, dass menschliche Regelwerke keine Aussage machen über ihn und sein Reich. Dass nirgendwo geschrieben steht, wie es wirklich ist.
Nur unser Glaube ist wahr.
Nur im Vertrauen auf unseren Glauben können wir sicher sein.
Als ich als Erwachsener ein zweites Mal anfing ihn zu suchen, stieß ich überall auf den Satz: Wer mich aus ganzem Herzen sucht, von dem werde ich mich finden lassen. Und ich war überzeugt davon, dass Gott eine in uns wohnende Allmacht ist, die wir dann spüren und erkennen, wenn wir uns auf ihn einlassen und dass wir seine Kraft immer dann umsetzen, wenn wir beginnen uns selbst zu helfen.
Und gerade als ich anfing, ganz neu mit der Kirche anzubandeln, als ich glaubte in ihr Gleichgesinnte zu treffen, hat er mich in ein Amt gesetzt, wo ich erfahren mußte, wie menschlich Pfarrer und seinesgleichen sind, wie sich auch in der Kirche alles über Geld regelt, wie Menschen ausgenutzt werden, um anderen Gutes zu tun. Ein Hin- und Hergeschiebe von Geld und guten Taten.
Es heißt: Nicht Gott ist fern, sondern wir sind es manchmal. Das stimmt, das kann ich ganz und gar unterstreichen. Ich glaube nicht, dass Gott mir gezeigt hätte, wie menschlich es in den großen Amtskirchen zugeht, wenn dies nicht Teil seines Planes mit mir wäre.
Und ich frage mich, was soll ich jetzt mit diesem Wissen tun?
LG stine