Zölibat und Co.

Allgemein Katholisches.
stine
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Beitrag von stine »

taddeo hat geschrieben: Und weil er seine "Träger" so über das "normale" Maß hinaus exponiert, werden auch alle Fehlschläge umso aufmerksamer registriert und entsprechend grausam ausgeschlachtet. Das liegt einfach in der Sache begründet.
Was heißt grausam ausgeschlachtet?
Einem Priester, der sich zu Frau und Kindern bekennt, wird nicht nur das Priesteramt aberkannt, er wird sogar exkommuniziert.
Dagegen wird ein Knderschänder von der Kirche gedeckt und woanders wieder eingesetzt in der Hoffnung, dass Gras über die Sache wächst.

So etwas MUSS an die Öffentlichkeit, weil hier die Verantwortlichen verantwortungslos handeln.
Das ist Lüge und falsch.
Jemand der sich an Kindern und am gleichen Geschlecht vergreift lebt genausowenig zölibatär, wie einer, der sich zu einer Frau bekennt.
Im Gegenteil, er ist sogar auf schmutzigsten Abwegen.

LG stine

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Linus
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Beitrag von Linus »

Ausgeschlachtet: Im Sinn von öffentlich bekannt daß er einen gewissen Lebenstil - eben zölibatär - lebt , und dann mal ordentlich draufgehauen. (Bei jenen wo das eben nicht öffentlich bekannt ist, wird nicht draufgehauen.)

Ein Priester darf sich auch problemlos zu Frau und Kindern bekennen - wenn er vor der Weihe geheiratet hat. Wars nach der Weihe hat er seine Berufung verfehlt. Und exkommuniziert ist man schneller als man glaubt, da muß man nichtmal eine Sünde öffentlich begangen haben und de Exkommunikaionsbulle empfangen haben. Die Exkommunikation ist im übrigen eine Strafe zur Heilung - nicht zur verdamnis.
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
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taddeo
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Beitrag von taddeo »

stine hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben: Und weil er seine "Träger" so über das "normale" Maß hinaus exponiert, werden auch alle Fehlschläge umso aufmerksamer registriert und entsprechend grausam ausgeschlachtet. Das liegt einfach in der Sache begründet.
Was heißt grausam ausgeschlachtet?
Einem Priester, der sich zu Frau und Kindern bekennt, wird nicht nur das Priesteramt aberkannt, er wird sogar exkommuniziert.
LG stine
Das kommt ganz darauf an, in welcher Weise er "sich zu Frau und Kindern bekennt". Er kann dies auch unter Einhaltung der kirchlichen Regeln tun, dann wird niemand von Exkommunikation reden. Die wird ihn nur treffen, wenn er gleichzeitig sein Priesteramt ausüben und öffentlich eine Familie haben will und sich hartnäckig weigert, auf eines davon zu verzichten.

Und grausam ist die Ausschlachtung solche Fälle durchaus: die ganze (auch bürgerliche) Existenz eines Priesters wird in solchen Fällen oft so verunglimpft, daß er künftig weder als Priester noch als Zivilperson ein halbwegs unbelastetes Leben führen kann. Wenn hingegen Verheiratete zu Tausenden fremdgehen, interessiert das höchstens mal aus statistischen Gründen eine "Umfrage" in billigen Klatschzeitschriften.

Und Kinderschänder sind unter Ledigen und Verheirateten genauso (wenn nicht viel öfter) zu finden wie unter Zölibatären. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Es wäre schön, wenn Du bitte auf pauschale Phrasendrescherei verzichten würdest, solange Du nicht über ausreichende Kenntnisse der Materie verfügst! In der Bildzeitung mag das angehen, im Kreuzgang halte ich es für etwas deplaziert.

stine
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Beitrag von stine »

taddeo hat geschrieben: Es wäre schön, wenn Du bitte auf pauschale Phrasendrescherei verzichten würdest, solange Du nicht über ausreichende Kenntnisse der Materie verfügst! In der Bildzeitung mag das angehen, im Kreuzgang halte ich es für etwas deplaziert.
Die Phrasendrescherei kannst du
hier
hier
hier
oder hier
nachlesen.
Und das ist nur ein Auszug aus einer schier endlosen Fülle die sich alleine im Inet auftut. Von der Dunkelziffer wahrscheinlich ganz zu schweigen. Und da habe ich die Bildzeitung noch gar nicht erwähnt.

Klar passieren solcherlei schändliche Dinge auch unter Otto-Normalverbraucher, aber der behauptet nicht von sich, ein Diener Gottes zu sein.

LG stine

Stephen Dedalus
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Beitrag von Stephen Dedalus »

Linus hat geschrieben:Die Exkommunikation ist im übrigen eine Strafe zur Heilung - nicht zur verdamnis.
Das sollte so sein, ist aber leider derzeit in der RKK nicht der Fall. Wir haben das hier schon diskutiert. Es gibt einige Gruppen von Menschen, die nach offizieller Lehre und Praxis der RKK vom Empfang der Kommunion ausgeschlossen sind und die daran eben nichts ändern können. (Oder dies nur tun könnten, indem sie neue Schuld auf sich laden...). Dieser Zustand ist nicht gut und sollte überdacht werden.
If only closed minds came with closed mouths.

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taddeo
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Beitrag von taddeo »

stine hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben: Es wäre schön, wenn Du bitte auf pauschale Phrasendrescherei verzichten würdest, solange Du nicht über ausreichende Kenntnisse der Materie verfügst! In der Bildzeitung mag das angehen, im Kreuzgang halte ich es für etwas deplaziert.
Die Phrasendrescherei kannst du
hier
hier
hier
oder hier
nachlesen.
Und das ist nur ein Auszug aus einer schier endlosen Fülle die sich alleine im Inet auftut. Von der Dunkelziffer wahrscheinlich ganz zu schweigen. Und da habe ich die Bildzeitung noch gar nicht erwähnt.
LG stine
Mit Deiner "Quellen"auswahl bestätigst Du allerdings den Vorwurf der Phrasendrescherei ziemlich eindrucksvoll, denn tatsächlich steht keines der angeführten Medien im Ruf, in puncto Kirchenberichterstattung besonders objektiv zu sein. Jeder "Sündenfall" eines (katholischen) Geistlichen wird nur zu gerne zum Anlaß genommen, die Institution Kirche als ganze und die Zölibatäre im besonderen (und damit im Grunde alle Priester, auch die untadeligen) pauschal als verklemmte Sexualneurotiker darzustellen.

(Wenn hingegen ein evangelischer Pfarrer oder eine Pfarrerin oder gar eine Bischöfin Mann oder Weib verläßt und sich neuen geschlechtlichen Freuden zuwendet, wird das meist noch als Vorbild hingestellt oder zumindest wie bei anderen "Normalsterblichen" auch wohlwollend toleriert - sollte das nach Deiner Logik dann etwa ein unbeabsichtiger Hinweis darauf sein, daß diese Geistlichen keine echten "Diener Gottes" sind, weil man auf ihnen in so einem Fall nicht gnadenlos herumhackt?)

Raphaela
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Beitrag von Raphaela »

stine hat geschrieben:[Dagegen wird ein Knderschänder von der Kirche gedeckt und woanders wieder eingesetzt in der Hoffnung, dass Gras über die Sache wächst.

So etwas MUSS an die Öffentlichkeit, weil hier die Verantwortlichen verantwortungslos handeln.
Das ist Lüge und falsch.


LG stine
Ist dir eigentlich bekannt, wieviele Kinderschänder, die in der eigenen Familie dies begehen gedeckt werden? - Wo die Partner wegschauen, weil so etwas nicht sein kann und nicht sein darf? - Wo noch geleugnet wird, wenn es schon ans Tageslicht kommt.

Also nochmals die Bitte, nicht einfach einseitig zu sehen.
Ich habe den Eindruck, du bastelst dir ein Bild zusammen, in dem du nur das Negative der Kirche sehen willst und wenn das Gleiche woanders passiert, dann verschließt du die Augen.
Schau dich mal um, wie es in Wirklichkeit aussieht.

stine
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Beitrag von stine »

[quote="taddeo"]
Mit Deiner "Quellen"auswahl bestätigst Du allerdings den Vorwurf der Phrasendrescherei ziemlich eindrucksvoll, denn tatsächlich steht keines der angeführten Medien im Ruf, in puncto Kirchenberichterstattung besonders objektiv zu sein. [/quote]

Welche Quellenauswahl hättest du denn gerne?
Würde mich jetzt echt interessieren.

LG stine

Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo »

Vermutlich Medien, die nicht gerade darauf angewiesen sind, mit reißerischen Meldungen möglichst viele Leser anzuziehen - :/
User inaktiv seit dem 05.06.2018.
Ihr seid im Gebet ... mal schauen, ob/wann ich hier wieder reinsehe ...

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taddeo
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Beitrag von taddeo »

stine hat geschrieben:Welche Quellenauswahl hättest du denn gerne?
Würde mich jetzt echt interessieren.

LG stine
Eigentlich brauche ich gar keine Quellen, ich kenn unseren Verein seit langem so gut von innen, daß ich mir selber ein ziemlich realistisches Bild davon machen kann. (Ich hab mich etwa 8 Jahre lang auf ein Leben mit dem Zölibat vorbereitet und bin mittlerweile seit fast 13 Jahren verheiratet, deswegen denke ich, in diesen Dingen eine einigermaßen kompetente eigene Meinung haben zu können.)

Medien sind in derlei Angelegenheiten grundsätzlich keine allzu gute Informationsquelle, da jedes Medium per se darauf angewiesen ist, Inhalte zugunsten der Attraktivität für das Publikum zu kürzen. Daraus entsteht zwangsläufig eine Art von Manipulation, die selten sachdienlich ist. Ich lese mir z. B. durch, was in der Zeitung steht, und versuche dann mit meinen eigenen Kenntnissen und etwas "Quellenkritik" zu erschließen, was realistisch sein könnte. Das gilt aber nicht nur für Kirchen- und kirchliche Hosentürl-Angelegenheiten, sondern generell.

stine
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Beitrag von stine »

taddeo hat geschrieben:Ich lese mir z. B. durch, was in der Zeitung steht, und versuche dann mit meinen eigenen Kenntnissen und etwas "Quellenkritik" zu erschließen, was realistisch sein könnte. Das gilt aber nicht nur für Kirchen- und kirchliche Hosentürl-Angelegenheiten, sondern generell.
Die Meldungen auf den Kern reduzieren heißt aber nicht, dass der Kern nicht wahr ist.

LG stine
Zuletzt geändert von stine am Dienstag 11. März 2008, 08:52, insgesamt 2-mal geändert.

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overkott
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Beitrag von overkott »

stine hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Ich lese mir z. B. durch, was in der Zeitung steht, und versuche dann mit meinen eigenen Kenntnissen und etwas "Quellenkritik" zu erschließen, was realistisch sein könnte. Das gilt aber nicht nur für Kirchen- und kirchliche Hosentürl-Angelegenheiten, sondern generell.
Die Meldungen auf den Kern reduzieren heißt aber nicht, dass der Kern nicht wahr ist.

LG stine
Dabei verwechseln wir auch häufig wahr mit war, also ethisch mit faktisch.

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taddeo
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Beitrag von taddeo »

stine hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Ich lese mir z. B. durch, was in der Zeitung steht, und versuche dann mit meinen eigenen Kenntnissen und etwas "Quellenkritik" zu erschließen, was realistisch sein könnte. Das gilt aber nicht nur für Kirchen- und kirchliche Hosentürl-Angelegenheiten, sondern generell.
Die Meldungen auf den Kern reduzieren heißt aber nicht, dass der Kern nicht wahr ist.

LG stine
Das ist schon richtig. Was ich mit "Quellenkritik" meinte, ist aber dies: Gerade bei den von Dir genannten Medien ist nicht immer garantiert, daß die Autoren auch tatsächlich den "Kern" der Sache treffen wollen oder können. Sie nehmen als Kern nur allzu gerne das, was die Leser interessieren könnte und die Auflage fördert. Außerdem findet man in den Redaktionsstuben nur höchst selten Leute, die über eine fundierte Kenntnis dessen verfügen, worüber sie da berichten (spätestens, wenn da von evangelischen "Priestern" und "Messen" die Rede ist, weiß man, woran man ist). Es reicht halt für die fachlich korrekte Beurteilung kirchlicher Angelegenheiten nicht ganz aus, selber als Baby getauft worden zu sein, wenn man seither die Kirche nur noch von außen gesehen hat.

Der Ehrlichkeit halber sei gesagt, daß es durchaus auch Journalisten gibt (meistens "Quereinsteiger" aus anderen Ausbildungswegen), die tatsächlich über eine hohe Kompetenz in kirchlichen Dingen verfügen. Bei der Passauer Neuen Presse, die in meiner Gegend die wichtigste Zeitung ist, liefert z. B. Karl Birkenseer stets hervorragende Kommentare und Berichte. Aber, wie gesagt, es bleibt einem bei jeder Meinungsbildung nie erspart, vorher zu schauen, mit welchen Absichten und mit welcher Fachkompetenz ein Medienbericht erstellt worden ist. Sonst geht man eben leicht irgendwelchen Ideologen auf den Leim, die ihre subjektive Sicht der Dinge als Tatsachen verkaufen wollen, um eine bestimmte Stimmung zu erzeugen.

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overkott
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Beitrag von overkott »

taddeo hat geschrieben:Sie nehmen als Kern nur allzu gerne das, was die Leser interessieren könnte und die Auflage fördert.
Mann beißt Hund. Das ist eine Nachricht: was anders ist. Das lernen Journalisten in der Theorie. Aber die Praxis sieht häufig anders aus. Manchmal tut es auch schon die Geschichte eines kleinen Eisbären. Was wirklich anders ist, entscheidet die Emotion der Zuschauer, Hörer und Leser. Auch in Politik und Wirtschaft. Wer den Nerv trifft, macht die Auflage. Und der erste Nerv der getroffen wird, ist der Nerv des Journalisten. Seine Auswahl aus den Fakten schafft Bedeutung. Ob das die Zuschauer, Hörer und Leser genauso sehen, wird sich dann zeigen.

Fakten an sich sind bedeutungslos.

stine
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Beitrag von stine »

taddeo hat geschrieben: Bei der Passauer Neuen Presse, die in meiner Gegend die wichtigste Zeitung ist, liefert z. B. Karl Birkenseer stets hervorragende Kommentare und Berichte. Aber, wie gesagt, es bleibt einem bei jeder Meinungsbildung nie erspart, vorher zu schauen, mit welchen Absichten und mit welcher Fachkompetenz ein Medienbericht erstellt worden ist. Sonst geht man eben leicht irgendwelchen Ideologen auf den Leim, die ihre subjektive Sicht der Dinge als Tatsachen verkaufen wollen, um eine bestimmte Stimmung zu erzeugen.
Das könnte bei der Passauer neuen Presse schon auch der Fall sein.
:freude:

LG stine

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taddeo
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Beitrag von taddeo »

stine hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben: Bei der Passauer Neuen Presse, die in meiner Gegend die wichtigste Zeitung ist, liefert z. B. Karl Birkenseer stets hervorragende Kommentare und Berichte. Aber, wie gesagt, es bleibt einem bei jeder Meinungsbildung nie erspart, vorher zu schauen, mit welchen Absichten und mit welcher Fachkompetenz ein Medienbericht erstellt worden ist. Sonst geht man eben leicht irgendwelchen Ideologen auf den Leim, die ihre subjektive Sicht der Dinge als Tatsachen verkaufen wollen, um eine bestimmte Stimmung zu erzeugen.
Das könnte bei der Passauer neuen Presse schon auch der Fall sein.
:freude:

LG stine
Durchaus, vor allem bei politischen bzw. landespolitischen Themen. Und auch nicht alles, was über kirchliche Themen drinsteht, zeugt von großer Kompetenz - aber als rühmliche Ausnahme eben die Beiträge von Birkenseer schon. Dennoch würde ich mich immer hüten, meine Informationen ausschließlich aus einer Zeitung zu beziehen. (Ist ja dank Internet auch kein Problem mehr, sich schnell mit verschiedenen Sichtweisen eines Sachverhalts vertraut zu machen.)

Raphaela
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Beitrag von Raphaela »

stine hat geschrieben:Klar passieren solcherlei schändliche Dinge auch unter Otto-Normalverbraucher, aber der behauptet nicht von sich, ein Diener Gottes zu sein.

LG stine
Nein, von normalen Menschen wird nicht gesagt, dass sie Diener Gottes sind, aber vielleicht, dass sie Familienväter sind, die keiner Seele etwas zu Leide tun können, dass sie die besten Ehemänner sind, dass sie die besten Söhne sind....
Wo ist da der Unterschied für den Betreffenden? - Darin, dass man eine Intsitution braucht, die man beschimpfen kann?

Was ich mich persönlich aufgrund deiner Aussagen schon lange frage:
Welches Gottesbild wurde dir beigebracht?
Welche Erfahrungen hast du mit Kirche gemacht?
Wie sehr bist du von der Kirche ( oder Leuten, die dir Kirche nahebringen wollten) verletzt worden? Was ist da genau passiert?
Dein Groll kommt nicht von irgendwo her, da steckt was dahinter

stine
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Beitrag von stine »

Raphaela hat geschrieben: Welches Gottesbild wurde dir beigebracht?
Welche Erfahrungen hast du mit Kirche gemacht?
Wie sehr bist du von der Kirche ( oder Leuten, die dir Kirche nahebringen wollten) verletzt worden? Was ist da genau passiert?
Dein Groll kommt nicht von irgendwo her, da steckt was dahinter
Mein Gottesbild war immer ein persönlicher Gott.
Ich glaubte an ihn, wie kleine Kinder an das Christkind. Ich wünschte, hoffte, betete, klagte mein Leid und dankte für viele schöne Dinge in meinem Leben.

Aber der liebe Gott hat mich mit mathematischen, logischen Verstand ausgestattet und mich lernen lassen, dass es keine mystischen Dinge gibt, dass die Welt so ist, wie wir sie sehen und dass wir auf unserer blauen Kugel alleine zurecht kommen müssen. Er hat mich wissen lassen, dass menschliche Regelwerke keine Aussage machen über ihn und sein Reich. Dass nirgendwo geschrieben steht, wie es wirklich ist.
Nur unser Glaube ist wahr.
Nur im Vertrauen auf unseren Glauben können wir sicher sein.

Als ich als Erwachsener ein zweites Mal anfing ihn zu suchen, stieß ich überall auf den Satz: Wer mich aus ganzem Herzen sucht, von dem werde ich mich finden lassen. Und ich war überzeugt davon, dass Gott eine in uns wohnende Allmacht ist, die wir dann spüren und erkennen, wenn wir uns auf ihn einlassen und dass wir seine Kraft immer dann umsetzen, wenn wir beginnen uns selbst zu helfen.

Und gerade als ich anfing, ganz neu mit der Kirche anzubandeln, als ich glaubte in ihr Gleichgesinnte zu treffen, hat er mich in ein Amt gesetzt, wo ich erfahren mußte, wie menschlich Pfarrer und seinesgleichen sind, wie sich auch in der Kirche alles über Geld regelt, wie Menschen ausgenutzt werden, um anderen Gutes zu tun. Ein Hin- und Hergeschiebe von Geld und guten Taten.

Es heißt: Nicht Gott ist fern, sondern wir sind es manchmal. Das stimmt, das kann ich ganz und gar unterstreichen. Ich glaube nicht, dass Gott mir gezeigt hätte, wie menschlich es in den großen Amtskirchen zugeht, wenn dies nicht Teil seines Planes mit mir wäre.

Und ich frage mich, was soll ich jetzt mit diesem Wissen tun?

LG stine

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tantum ergo
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Beitrag von tantum ergo »

stine hat geschrieben:Und ich frage mich, was soll ich jetzt mit diesem Wissen tun?
Liebe Stine,
jetzt hoffe ich, dass der folgende Satz nicht herablassend oder ironisch klingt, beides ist nicht so gemeint, aber eine andere Formulierung fällt mir nicht ein:

Ich glaube, dass uns Gott auf unterschiedlichsten, uns angemessenen Wegen auf seine Spur führt, und manche von denen erscheinen uns ganz und gar abwegig oder vielleicht sogar als Umwege oder Sackgassen. Ich bete für Dich, dass Gott Dir hilft, Deinen persönlichen Weg zu ihm und mit ihm zu finden - und dass Du die Menschen auf dem Weg dahin als Unterstützung begreifen kannst, egal ob sie Dir im Weg zu stehen oder Dir zu helfen scheinen und egal, mit welchen Themen Du Dich auf Deinem Weg auseinandersetzen musst!

Gottes Segen,
tantum ergo
„Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“ (Lk 12,49)

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overkott
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Beitrag von overkott »

stine hat geschrieben:Mein Gottesbild war immer ein persönlicher Gott.
Ja, wie ist es auch anders möglich? Wenn der Mensch das Abbild des Vaters ist, dann kann der Mensch nicht nur eine mathematische Formel sein. Sicher glaube ich, dass der Mensch aus Molekülen besteht. Aber was wären die Moleküle ohne die Liebe? Gott hat sich in Christus offenbart. Wenn das ein Nachtmoderator im ZDF nicht versteht und sagt: Mein Gott existiert nicht. Dann vermute ich, hat er recht. Aber ich glaube nicht, dass er Gott verstanden hat. Er wollte auch diesem Psychotherapeuten nicht so richtig zuhören. Dabei war der gar nicht so ungeschickt. Ich denke, er hat viel vom heiligen Bonaventura gelernt.

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Linus
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Beitrag von Linus »

Stine, Buchtipp G.K Chesterton: Orthodoxie. Leider sauteuerm gubts aber auch in Bibliotheken. einige deiner Fragen werden da sehr gut beantwortet.
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
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Raphaela
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Beitrag von Raphaela »

stine hat geschrieben: Als ich als Erwachsener ein zweites Mal anfing ihn zu suchen, stieß ich überall auf den Satz: Wer mich aus ganzem Herzen sucht, von dem werde ich mich finden lassen. Und ich war überzeugt davon, dass Gott eine in uns wohnende Allmacht ist, die wir dann spüren und erkennen, wenn wir uns auf ihn einlassen und dass wir seine Kraft immer dann umsetzen, wenn wir beginnen uns selbst zu helfen.

Und gerade als ich anfing, ganz neu mit der Kirche anzubandeln, als ich glaubte in ihr Gleichgesinnte zu treffen, hat er mich in ein Amt gesetzt, wo ich erfahren mußte, wie menschlich Pfarrer und seinesgleichen sind, wie sich auch in der Kirche alles über Geld regelt, wie Menschen ausgenutzt werden, um anderen Gutes zu tun. Ein Hin- und Hergeschiebe von Geld und guten Taten.


LG stine
Unser Pfarrer predigt immer wieder, dass Christen nicht unbedingt bessere Menschen als andere sind, aber dass sie eine lebendige und liebende Beziehung zu Gott haben.

Vergleich doch das einfach mal mit dem Verliebt-Sein in einen Menschen. Du bist glücklich, du lebst mit ihm die Beziehung, du machst vieles mit ihm gemeinsam, aber du bleibst du selbst.

Ja, auch die Diener Gottes sind Menschen und gerade in ihrem Menschsein empfinde ich diese als glaubwürdig.
Stell die mal vor, sie hätten gar keine Fehler mehr, wären vollkommen, würdest du mit deinen Anliegen zu ihnen kommen? - Hättest du nicht den Eindruck, die können dich nicht verstehen, weil sie "nicht von dieser Welt" sind?

Und du selber wirst ja auch an dir merken, dass du menschlich bleibst, selbst wenn du Gott suchst, eine Beziehung mit Ihm leben willst.
Heilige waren auch nicht unbedingt viel besser als andere, aber sie hatten ein unermessliches Vertauen zu Gott und lebten diese Beziehung.

Raimund J.
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Beitrag von Raimund J. »

Jetzt werden schon Neupriester bei ihrer Primiz von kirchenfeindlichen Organisationen (WsK und "Lila Stola") mit der Botschaft konfrontiert, daß ihre Entscheidung zum Priestertum "unmenschlich" sei :sauer:

Neue westfälische Zeitung:
"Ein Leben im Zölibat ist unmenschlich"
Friedlicher Protest mit der Aktion "Lila Stola" nach der Priesterweihe
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore

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cantus planus
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Beitrag von cantus planus »

Umso mehr brauchen die jungen Priester und die jungen Leute, die ernsthaft auf der Suche nach ihrer Berufung sind, unser Gebet!
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

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cantus planus
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Beitrag von cantus planus »

P.S.:
Bild
Anbetracht der Alterstruktur ist diese Aktion mal wieder nicht überraschend. :mrgreen:
Typisches WsK-Klientel.
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

Stephen Dedalus
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Beitrag von Stephen Dedalus »

Ich finde diese Art der Agitation widerwärtig und abstoßend. Wie kann man jungen Priestern nur derartig in die Festtags-Suppe spucken?
:nein:
If only closed minds came with closed mouths.

Raphaela
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Beitrag von Raphaela »

Raimund Josef H. hat geschrieben:Jetzt werden schon Neupriester bei ihrer Primiz von kirchenfeindlichen Organisationen (WsK und "Lila Stola") mit der Botschaft konfrontiert, daß ihre Entscheidung zum Priestertum "unmenschlich" sei :sauer:

Neue westfälische Zeitung:
"Ein Leben im Zölibat ist unmenschlich"
Friedlicher Protest mit der Aktion "Lila Stola" nach der Priesterweihe
Es gibt bei uns in der Region zwei große Tageszeitungen, nämlich die "Neue westfälische Zeitung" und das "Westfälische Volksblatt". Erstere ist dafür bekannt, dass sie schnell alles schreibt, was gegen die Kirche ist.
Im Westfälsichen Volksblatt steht so etwas nicht, habe ich auch in den letzten Tagen keinen Artikel zu diesem Protest gefunden.
(Da stehen aber unter anderm eher christliche Berichte drin, auch Leserbriefe mit christlichem Inhalt.

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tantum ergo
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Beitrag von tantum ergo »

Stephen Dedalus hat geschrieben:Ich finde diese Art der Agitation widerwärtig und abstoßend. Wie kann man jungen Priestern nur derartig in die Festtags-Suppe spucken?
:nein:
Wenn nur noch "mein Wille geschehe"n soll, kommt sowas dabei raus :nein: Unterschiedliche Einstellung zum Thema Zölibat hin oder her: hier fehlt es auch noch an Stil und Taktgefühl :sauer:

Gottes Segen für die jungen Priester!
„Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“ (Lk 12,49)

Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo »

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Ihr seid im Gebet ... mal schauen, ob/wann ich hier wieder reinsehe ...

ieromonach
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Zölibat

Beitrag von ieromonach »

Wo ist eigentlich das Problem? Niemand wird gezwungen röm. kath. Priester zu werden. Niemand hat ein Anrecht darauf Priester zu sein. Ein Mann solle erkennen ob er diesen Lebensweg einschlagen kann oder n icht. Wenn er sich selbst betrügt dann darf er sich spätr nicht beklagen, denn dann hat er Gott, Kirche und Volk Gottes belogen. Die ganze Diskussion um den Zölibat der röm. Priester ist verlogen.

+P. Theodoros

Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo »

Tja... wenn das nur die Leute, die sich da betroffen fühlen, auch so sähen... :hmm: :/
User inaktiv seit dem 05.06.2018.
Ihr seid im Gebet ... mal schauen, ob/wann ich hier wieder reinsehe ...

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anneke6
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Beitrag von anneke6 »

Die Kirche wird von Außenstehenden nonstop als verlogen bezeichnet…für mich hat es schon jede Bedeutung verloren. :D
Ohne jetzt ins Detail gehen zu wollen, kann ich sagen, daß mehr als ein Priester körperlich interessiert war, und einer mit einer Beharrlichkeit, die man auf Englisch "disgusting" nennen würde.
Es ist mir ein Rätsel, wie man, obwohl man ein Gelübde abgelegt hat und es nach außen hin auch lebt, ein junges Mädchen verführen will, daß auch noch darauf beharrt, einen festen Freund zu haben.
Aber weshalb es verlogen ist, über solche Probleme zu diskutieren, kann ich nicht verstehen.
???

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