Zölibat und Co.

Allgemein Katholisches.
Benutzeravatar
Edi
Beiträge: 11380
Registriert: Montag 12. Januar 2004, 18:16

Beitrag von Edi »

Raphaela hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:
Raphaela hat geschrieben:@ Edi
Dann ließ dir mal die Apostelgeschichte durch. - Auch da war Petrus nicht so Ohne und hatte noch bei meheren Situationen Angst (oder anders ausgedrückt: beging Verrat). Paulus hat deshalb mit ihm gestritten.
Gut und was ist die Schlussfolgerung? Jetzt sollen Bischöfe deswegen sich auch dem Zeitgeist anpassen dürfen? Oder sollen, müssen, dürfen wir den Paulus spielen, der andere auf ihre Fehler hinweist?
Nein, sondern so reagieren, wie es Jesus in Joh 8,7 auffordert......
Passt aber hier gar nicht und Paulus hat das dann lt. deiner eigenen Ausführung auch nicht beachtet.
Ich sehe leider oft genug, dass man diese Worte Jesu in Joh .8,7 allzu gerne dann anwendet, wenn man gewisse berechtigte Kritik unterbinden will. Dabei waren sie gegen die Pharisäer gerichtet und in einem ganz andern Zusammenhang ausgesprochen.

Benutzeravatar
cantus planus
Beiträge: 24273
Registriert: Donnerstag 20. Juli 2006, 16:35
Wohnort: Frankreich: Département Haut-Rhin; Erzbistum Straßburg

Re: die Pforte

Beitrag von cantus planus »

ieromonach hat geschrieben:Wenn ich das so alles lese, auch in anderern beiträgen so wundert mich schon folgendes. Es wird immer nur das negative in der kirche gesehen, z.b. die fehlgeleiteten zölibatäre. Das wir dürfen uns nicht von ca. 5% (?) schlechten erscheinungen im leben der kirche von den guten seiten abwenden.Die sicht ist falsch wenn wir nur das böse sehen. Schreiben wir doch alle einmal von den schönen und guten seiten in der kirche. +pth
Du nimmst mir die Worte aus dem Mund!

Und der passende Themenstrang dazu existiert auch schon.
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

Raphaela
Beiträge: 5483
Registriert: Dienstag 11. September 2007, 17:53
Wohnort: Erzbistum Freiburg;südlichster Südschwarzwald "Dreiland": CH-D-F

Beitrag von Raphaela »

Edi hat geschrieben: Passt aber hier gar nicht und Paulus hat das dann lt. deiner eigenen Ausführung auch nicht beachtet.
Ich sehe leider oft genug, dass man diese Worte Jesu in Joh .8,7 allzu gerne dann anwendet, wenn man gewisse berechtigte Kritik unterbinden will. Dabei waren sie gegen die Pharisäer gerichtet und in einem ganz andern Zusammenhang ausgesprochen.
Paulus hat nicht über andere gelästert, sondern mit anderen gesprochen. Und da Paulus auch zu den Aposteln gezählt wird, hat er mit seinesgleichen gespochen.

Dann noch ein Gegenbeispiel aus der heutigen Zeit: Ein Priester names Franz, der mir persönlich bekannt ist, war lange in Lateinamerika eingesetzt. Ein anderen Priester, der ihn nicht mochte und ihm eins "auswischen" wollte, sorgte mit Anschuldigungen dafür, dass Franz im Gefängnis gelandet ist, obwohl er unschuldig war.
Franz hat nicht gegen den anderen gelästert, sondern betend im Gefängnis meherer Monate mit verbunden Augen und zusammengebundenen Händen verbracht, bevor er entlassen wurde. - Auch als er entlassen wurde, hat er nicht auf den Priester geschimpft, der ihn denuziert hat.
Inzwischen sind sich die beiden nach vielen Jahren versöhnt begegnet. - Auch so kann man die Botschaft Jesu leben: Statt zu lästern einfach beten, das bringt viel mehr.

Noch ein zweites Beispiel: Über unseren Pfarrer hier sind die schlimmsten Sachen verbreitet worden, die auch nicht stimmen. Um ihn ganz nieder zu machen, fand in einem Dorf eine Versammlung statt, zu dem auch die Zeitung eingeladen war, wo nur Negatives gesagt wurde, was nicht stimmte. Zur gleichen Zeit der Versammlung war der Pfarrer in eucharistischer Anbetung. Bis zur Klärung - und auch danach - hat er nie ein böses Wort über die Situation verloren. Er lud einfach nur zur Anbetung ein, die bis heute wöchentlich anhält.

ad_hoc
Beiträge: 4877
Registriert: Mittwoch 14. Januar 2004, 12:14

Beitrag von ad_hoc »

Über unseren Pfarrer hier sind die schlimmsten Sachen verbreitet worden, die auch nicht stimmen. Um ihn ganz nieder zu machen, fand in einem Dorf eine Versammlung statt, zu dem auch die Zeitung eingeladen war, wo nur Negatives gesagt wurde, was nicht stimmte. Zur gleichen Zeit der Versammlung war der Pfarrer in eucharistischer Anbetung. Bis zur Klärung - und auch danach - hat er nie ein böses Wort über die Situation verloren. Er lud einfach nur zur Anbetung ein, die bis heute wöchentlich anhält.
Bewundernswert - Nachahmenswert. Wer kann das?
Ich würde, zur Verteidigung eines solchen Pfarrers, in einem solchen Fall am liebsten mit der Peitsche in eine solche Bande hineinfahren und zwar so lange, bis diese ausreichend nur mit sich selber beschäftigt ist.
Ersatzweise stattdessen neben dem Pfarrer zu knien - das ist schwer.

Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

Benutzeravatar
Edi
Beiträge: 11380
Registriert: Montag 12. Januar 2004, 18:16

Beitrag von Edi »

Raphaela hat geschrieben:Statt zu lästern einfach beten, das bringt viel mehr.
O weia, lästern, darunter verstehe ich etwas ganz anderes. Gelästert m. W.. nur der Spiegel mit seinen Bildern und den dazugehörigen Sprüchen. Zudem woher will jemand wissen, wer in solchen Fällen betet und wer nicht?
Ich habe hier manchmal den Eindruck, dass manches, was hier auch kritisch geschrieben wird, in die eigene Seelenverfassung mancher derart eindringt, dass sie dementsprechend reagieren und das andern unterstellen, was sie bei gleicher kritischer Schreibweise selber empfinden würden, ohne dass sie denjenigen kennen, der hier etwas Kritisches schreibt.
Weiterhin gilt: Gebet und wo nötig auch scharfe Kritik schliessen sich ja nicht aus.
Manche müssten sich auch mal fragen warum da und dort so deutlich kritisiert wird und welchen geistlichen Hintergrund eine solche Kritik auch haben kann. Das Ganze hängt nämlich oft auch mit Leiden zusammen.
Zuletzt geändert von Edi am Mittwoch 27. Februar 2008, 09:29, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Romuald
Beiträge: 46
Registriert: Sonntag 10. Februar 2008, 15:06

Beitrag von Romuald »

ad_hoc hat geschrieben:
Über unseren Pfarrer hier sind die schlimmsten Sachen verbreitet worden, die auch nicht stimmen. Um ihn ganz nieder zu machen, fand in einem Dorf eine Versammlung statt, zu dem auch die Zeitung eingeladen war, wo nur Negatives gesagt wurde, was nicht stimmte. Zur gleichen Zeit der Versammlung war der Pfarrer in eucharistischer Anbetung. Bis zur Klärung - und auch danach - hat er nie ein böses Wort über die Situation verloren. Er lud einfach nur zur Anbetung ein, die bis heute wöchentlich anhält.
Bewundernswert - Nachahmenswert. Wer kann das?
Das erinnert mich an den Heiligen Thomas von Aquin, der mal als junger Mönch beim Vorlesen im Refektorium von einem Mitbruder korrigiert worden sein soll, und das Gelesene daraufhin wider besseren Wissens demütig falsch aussprach.

Benutzeravatar
Edi
Beiträge: 11380
Registriert: Montag 12. Januar 2004, 18:16

Beitrag von Edi »


Benutzeravatar
Chiara
Beiträge: 650
Registriert: Montag 23. August 2004, 21:03

Beitrag von Chiara »

Ein guter Artikel.

[Zynismus an] Man könnte vielleicht den Zölibatskritik-Fanatikern einen Gegenvorschlag machen: Da bekanntlich viel mehr Ehen scheitern als Priester den Zölibat brechen, sollte man folgerichtig nur noch diejenigen zur kirchlichen Trauung zulassen, die ein gescheites halbjährliches Brautseminar, ein saftiges Brautexamen und natürlich eine zweijährige keusche Verlobungszeit hinter sich gebracht haben. Denn diese Voraussetzungen erhöhen doch die Wahrscheinlichkeit des Bestehens einer Ehe ganz enorm... Und wir wollen doch nicht, dass hier jemand so ahnungslos wie ein sich sieben Jahre vorbereitender Alumne in ein Sakrament stolpert... ;D [Zynismus aus]
"Scio cui credidi"

Raimund J.
Beiträge: 6092
Registriert: Dienstag 3. April 2007, 09:33

Beitrag von Raimund J. »

Kein Ende der Zölibatsdebatte :roll:

http://ooe.orf.at/stories/259969/
Jeder kenne zumindest einen Priester, der eine Freundin hat, sagt der Obmann des Pfarrgemeinderates, der Augenarzt Helmut Schneiderbauer.
[...]
Schreiben an Bischof
In dem Schreiben an Bischof Ludwig Schwarz schlagen die Katholiken in Dorf die Weihe von bewährten verheirateten Männern zu Priestern vor.

Anliegen wird überdacht
In dem bereits vorliegenden Antwortschreiben verspricht Bischof Ludwig Schwarz, das Anliegen bei der nächsten Bischofskonferenz im März zur Sprache zu bringen.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore

Ecce Homo
Beiträge: 9540
Registriert: Montag 28. März 2005, 14:33

Beitrag von Ecce Homo »

Hier ist der Brief an den Bischof uif Wortlaut - und ratet mal, auf welcher Seite:
Die melden echt nur, was ihnen in den Kram passt:
[...]
3. Daher wenden wir uns vertrauensvoll mit diesem Brief an Sie, sehr geehrter Herr Bischof, mit der Bitte unsere Sorge
ernst zu nehmen. Wenn unser Herr Pfarrer in Pension geht – voraussichtlich in sieben Jahren –, möchten wir nicht, dass uns
die darauf folgenden "sieben mageren Jahre" ohne regelmäßige Eucharistie-Feiern beschert werden. Die Empfehlung des
Papstes an Gemeinden in solchen Situationen "einen wahren 'Hunger' nach der Eucharistie lebendig zu halten"(„Ecclesia
de Eucharistia, Nr. 33) finden wir lächerlich, und als mündige Christen lehnen wir dies als billigen Trost ab.

4. Wir sind aber davon überzeugt, dass es den Priestermangel in Wirklichkeit nicht gibt – zumindest nicht in dem heutigen
Ausmaß. Priestermangel ist ein hausgemachtes Problem. Wir hätten Laisierte Priester, die gerne wieder ihre
Priesterberufung ausüben würden. Wir hätten genug "viri probati" (Bewährte Männer), aber auch Frauen, die sich berufen
fühlen, die Priesterweihe zu empfangen. Interessant wäre auch zu wissen, wie die Gemeinden in der Urkirche ihre
sonntägliche Eucharistiefeier ohne geweihte Priester gefeiert haben: Frauen und Männer durch Gemeindebeauftragung?
Der Kirchenvater Tertullian berichtet im Jahre 207, dass in der Kirche von Karthago Laien der Eucharistie vorstanden,
wenn es kei-ne Priester gab. Wäre dieses heute als Ausnahme nicht auch möglich?

[...]

8. Wie wünschten wir uns, sehr geehrter Herr Bischof, dass unsere Bischöfe mindestens denselben Mut hätten wie die
belgischen Bischöfe! Im November 2004, beim „Ad limina“ – Besuch beim Papst, forder-ten die belgischen Bischöfe mit
Hinweis auf den ka-tastrophalen Priestermangel in der westlichen Welt die Aufhebung des Zölibatgesetzes. Der Brüsseler
Kardinal Godfried Daneels hat Aufsehen erregt, als er den Zugang der Frauen zu allen Ämtern, besonders auch zur
Spitze der Diözese und zur Gesamtkirche, forderte. Auch in der Schweiz ist der Notstand in der Pfarrseelsorge der Anlass
für eine zu Recht Aufsehen erregende Erklärung der „Synode der römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Luzern“.
Mit Datum vom 9. November 2003 forderte die Landessynode die „Aufhebung der Zölibatsverpflichtung“ für die katholischen
Pfarrer sowie die „Ordination von Frauen.“

9. In ihrem Vortrag bei einer Kirchenrechtstagung in Regensburg (März 2002), plädiert die Regensburger
Kirchenrechtsprofessorin Sabine Demel für Aufhebung des Pflichtzölibats wie auch der Nichtzulassung von Frauen zum
Priesteramt: „Beides stellt einen kleineren Traditionsbruch dar als die so genannten priesterlosen Gemeinden und der
immer häufiger werdende Verzicht auf die sonntägliche Eucharistiefeier wegen Priestermangels. “Im Gegensatz zur regelmäßigen
Messfeier insbesondere am Sonntag, die ein Wesenselement der katholischen Kirche darstelle, gehöre die
Geschlechterfrage beim Weiheamt eher zur Peripherie.“ (Herder Korrespondenz, Mai 2002, S. 260).

[...]

Zusammenfassend:
• Nach „Redemptoris Sacramentum“ „Das christ-liche Volk hat … das Recht, dass am Sonntag, an gebotenen
Feiertagen und an den höheren Festtagen … die Eucharistie gefeiert wird“ (Nr. 162). Und in „Ecclesia de Eucharistia“
gehört es zu Ihrer Pflicht als Bischof, allen Gläubigen die Möglichkeit zu bieten, durch die Eucharistiefeier das
Sonntagsgebot zu erfüllen: „Den Hirten ist ihrerseits die Pflicht auferlegt, allen Gläubigen die Möglichkeit zu bieten, dieses
Gebot zu erfüllen“ (Nr. 41). Das wäre sicher möglich, wenn Sie sich, Herr Bischof, einsetzen würden im Sinne von Aussagen
von Kardinal König und im Sinne der Rede des Bischof Aichern bei der Weltbischofssynode (1987) durch einen Beschluss
der Bischofskonferenz Rahmenbedingungen zu schaffen, wobei das Pflichtzölibat für Österreich aufgehoben wird. Dabei
richten wir unsere Bitte an Sie und die anderen Bischöfe, den Glaubenssinn des Volkes Gottes in unserer Diözese bzw. in
Österreich zu respektieren, die Zeichen der Zeit zu erkennen und danach zu handeln.
• Wie schon erwähnt, steht gegen den "angemessenen", aber nicht notwendigen Zölibat (Presbytero-rum Ordinis, Nr.
16), das fundamentale Recht der Gläubigen auf den Empfang der Sakramente, zumal der Eucharistie (Redemptoris
Sacramentum, Nr. 162; Ecclesia de Eucharistia, Nr. 1). Wir, als Pfarrgemeinderat stellen die Frage, ob vor diesem Hintergrund
das Zölibatsgesetz in seiner jetzigen Form noch gerechtfertigt ist.
• In unseren sonntäglichen Gottesdiensten werden wir beten, dass unsere Bischöfe ihrer Berufung als Nachfolger der
Apostel treu bleiben, und nach dem Wort des Papstes „keine Speichellecker sind“ die „den Status quo rühmen“, sondern
„Menschen, die mutig jedem Streit entgegentreten und dagegen vorgehen, wie sie selbst Zeugnis geben. Menschen, die -
mit einem Satz – die Kirche mehr lieben als Bequemlichkeit und den ruhigen Verlauf ihres persönlichen Schicksals“.
Durch die plötzliche schwere Krankheit unseres Herrn Pfarrers, hat dieser Brief noch größere Dringlichkeit bekommen.

[...]
No comment...
User inaktiv seit dem 05.06.2018.
Ihr seid im Gebet ... mal schauen, ob/wann ich hier wieder reinsehe ...

Benutzeravatar
cantus planus
Beiträge: 24273
Registriert: Donnerstag 20. Juli 2006, 16:35
Wohnort: Frankreich: Département Haut-Rhin; Erzbistum Straßburg

Beitrag von cantus planus »

Manche Leute sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht.

In einem Punkt allerdings muss ich den Autoren des Briefes rechtgeben: das bisherige System, Pfarrvakanzen einfach dem Nachbarpfarrer aufzudrücken, ist bald ausgereizt. Da muss sich etwas ändern!

Ich halte übrigens diese Tatsache für eine viel stärkere Berufungsbremse als den Zölibat. Wer ergreift schon einen Beruf, von dem er als junger Mann weiss, dass er bis mind. 70 Jahren arbeiten muss, und dabei noch gnadenlos verheizt wird?
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

Raimund J.
Beiträge: 6092
Registriert: Dienstag 3. April 2007, 09:33

Beitrag von Raimund J. »

Ecce Homo hat geschrieben:Hier ist der Brief an den Bischof uif Wortlaut - und ratet mal, auf welcher Seite:
Die melden echt nur, was ihnen in den Kram passt:
"Zwei mal drei macht vier / widde widde witt und drei macht neune / ich mach' mir die Welt / widde widde wie sie mir gefällt..."
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore

Benutzeravatar
cantus planus
Beiträge: 24273
Registriert: Donnerstag 20. Juli 2006, 16:35
Wohnort: Frankreich: Département Haut-Rhin; Erzbistum Straßburg

Beitrag von cantus planus »

Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

Raphaela
Beiträge: 5483
Registriert: Dienstag 11. September 2007, 17:53
Wohnort: Erzbistum Freiburg;südlichster Südschwarzwald "Dreiland": CH-D-F

Beitrag von Raphaela »

Ecce Homo hat geschrieben:Hier ist der Brief an den Bischof uif Wortlaut - und ratet mal, auf welcher Seite:
Die melden echt nur, was ihnen in den Kram passt:


No comment...
Es gibt einen Kommentar, der sich dazu lohnt: Bitte beten.

Benutzeravatar
Marcus
Beiträge: 3077
Registriert: Dienstag 13. Juni 2006, 14:48

Beitrag von Marcus »

Raphaela hat geschrieben:
Ecce Homo hat geschrieben:Hier ist der Brief an den Bischof uif Wortlaut - und ratet mal, auf welcher Seite:
Die melden echt nur, was ihnen in den Kram passt:


No comment...
Es gibt einen Kommentar, der sich dazu lohnt: Bitte beten.
Wieso nicht einfach die WSK-dominierten Gemeinden an die entsprechenden EKD-Gliedkirchen überweisen? Dort dürfen Nicht-Ordinierte eine Abendmahlsfeier leiten, Frauen sogar in einem Talar vor dem Alltag rumtanzen und für Ursulas Familienpolitik in den Gemeinden von der Kanzel aus werben, Pfarrer dürfen nicht nur heiraten, sondern sich auch wieder scheiden lassen und erneut heiraten. Und an die Jungfrauengeburt sowie an die leibliche Auferstehung Christi muss man auch nicht mehr zwingend glauben, wenn man von der Kirche Geld beziehen will etc...

Eigentlich müsste sich doch jeder WSKler dort wohlfühlen...

Hoffen wir, dass wenigstens eine Großkirche in Westeuropa sich dem modernen Zeitgeist nicht völlig hingibt. Die protestantischen Großkirchen sind jedenfalls dermaßen vom biblischen Weg abgekommen, dass sie schon beinahe dem „Verlorenen Sohn“ gleichen.

Ecce Homo
Beiträge: 9540
Registriert: Montag 28. März 2005, 14:33

Beitrag von Ecce Homo »

Du meinst das hier von Beinert:
*klick*
[...]
Angesichts der Sachlage muss die Frage gestellt werden und lauten: Ist die Ehelosigkeit des Diözesanpriesters noch angemessen? „Eng ist die Welt, und das Gehirn ist weit, / Leicht beieinander wohnen die Gedanken, / Doch hart im Raume stoßen sich die Sachen" (Schiller, „Wallensteins Tod" II/ 2, 787-789). Kürzlich veröffentlichte das Sekretariat der Bischofskonferenz die statis­tischen Daten der katholischen Kirche in Deutschland für 2006. Sie werden in Be­ziehung zu 1990 gesetzt. Alle Balken­diagramme für die Eckwerte weisen ­kontinuierlich abwärts: Mitgliederzahlen, Taufen, Erstkommunionen, Gottesdienstteilnahme… Bestürzend ist die Aussage: „In den Pfarrgemeinden sind Trauungen inzwischen zu seltenen Ereignissen geworden." Und die Priesterweihen desgleichen. Im Berichtsjahr wurden 121 Männer geweiht. 664 schieden aus unterschiedlichen Gründen aus dem aktiven Dienst aus. Nur ein knappes Fünftel wurde also rechnerisch ersetzt. De facto muss jeder Neupriester den Dienst von fast sechs anderen übernehmen.

Als die Bischöfe Familie hatten

Niemand wird behaupten wollen, das Zölibatsgesetz sei der einzige Grund für diese katastrophale Misere. Und niemand kann behaupten wollen, es spiele gar keine Rolle. Jeder Priester dürfte - einschlägige pastorale Erfahrung vorausgesetzt - junge Männer kennen, bei denen es so ist. Nun ist der Mangel nicht bloß außerordentlich beklagenswert. Er stellt den Grundauftrag der Kirche selbst in Frage. Das Dekret über das Laienapostolat des vergangenen Konzils fasst ihn knapp so zusammen: „Die Botschaft Christi der Welt durch Wort und Tat bekanntzumachen und ihr seine Gnade zu vermitteln. Das geschieht vorzüglich durch den Dienst des Wortes und der Sakramente." Dieser aber ist, ungeachtet aller Laienrechte, „in besonderer Weise dem Klerus anvertraut" (Priester-Dekret Nr. 6,1). Dessen geringe Zahl vermag ihm in weiten Teilen der Welt nicht mehr nachzukommen. Für unsere Region hat das inzwischen jeder aktive Katholik verinnerlicht.

Wenn es stimmt, dass dieser Zustand mangelnder Auftragserfüllung zu einem beträchtlichen Teil dem Zölibatsgesetz zuzuschreiben ist, dann ist schwer zu sehen, wie diesem noch Angemessenheit zugesprochen werden kann. Sicher wird es in der Linie der Tradition der halben Kirchengeschichte liegen, alles zu tun, damit diese Angemessenheit plausibel wird - übrigens nicht nur für die potenziellen Kleriker, sondern auch für ihr Umfeld (Eltern, Freunde). Das geschieht schon seit langem, ohne jeden relevanten Erfolg. Könnte es dann vielleicht in der Linie der Tradition der anderen Hälfte der Kirchengeschichte liegen, die ursprüngliche Regelung zu probieren? Da war es selbstverständlich, dass der Presbyter und der Bischof verheiratet waren. Erst wenn er eine Familie in Ordnung halten kann, meint der inspirierte Autor, besteht Aussicht, dass er auch die Gottesfamilie zu leiten in der Lage ist (1 Tim 3,2-5 und Tit 1,6).

Was also nun? Hier wird für nichts plädiert als für ein unbefangenes und dialogbereites Nachdenken - um der Treue der Kirche zu ihrem Auftrag willen. Wie es der Vorsitzende der Bischofskonferenz für seine Pflicht hält.

Wolfgang Beinert war Professor für Dogmatik in Regensburg.
User inaktiv seit dem 05.06.2018.
Ihr seid im Gebet ... mal schauen, ob/wann ich hier wieder reinsehe ...

Ecce Homo
Beiträge: 9540
Registriert: Montag 28. März 2005, 14:33

Beitrag von Ecce Homo »

Übrigends haben die von dieser Pfarrei auf den Bischofsbrief wieder geantwortet:
Wir danken Ihnen für Ihren Brief vom 16. Februar. Wir möchten versuchen, einige für Sie, sehr
geehrter Herr Bischof, als verletzend empfundene Behauptungen und Ansichten zu erklären.
Wir sind nach wie vor überzeugt, dass die von Ihnen beim Treffen auf dem Tabor vorgebrachten
Argumente, die auch von anderen Bischöfen dargelegt werden, Ansichten der Kirche aus längst
vergangenen Zeiten sind und es dafür keine schlüssigen Beweise für unsere Zeit gibt. Wir können
auch aus Ihrem Antwortbrief schließen, dass es keine Gegenargumente für unsere Ansichten gibt.

[...]

Wir, als Pfarrgemeinderat, sind überzeugt, dass kein Christ wird den Wert und die Kraft des
Gebets auch für Berufungen leugnen. Aber wenn der Grund eines Priestermangels eine
"kirchliche Gesetzgebung" ist, die veränderlich ist und aus pastoralen Gründen im Lauf der Zeit
auch geändert werden kann, dann kann ein Appell zum Gebet als Alibi wirken, nämlich um dieses
Gesetz dann einfach nicht zu verändern.
Der Mittelteil, den ich weggeschnitten habe, dreht sich immer um die tausend vielfach schon gehörten Dinge... :roll:
User inaktiv seit dem 05.06.2018.
Ihr seid im Gebet ... mal schauen, ob/wann ich hier wieder reinsehe ...

Ecce Homo
Beiträge: 9540
Registriert: Montag 28. März 2005, 14:33

Beitrag von Ecce Homo »

Weitere Pfarreien wenden sich auch an den Bischof in derselben Angelegenheit...
Die, die sich dahin wenden, sieht man die auch auf den Knien liegen, um in der Kirche um Priesterberufungen zu beten?
User inaktiv seit dem 05.06.2018.
Ihr seid im Gebet ... mal schauen, ob/wann ich hier wieder reinsehe ...

ad_hoc
Beiträge: 4877
Registriert: Mittwoch 14. Januar 2004, 12:14

Beitrag von ad_hoc »

Es ist vollkommen klar, dass sich die Verfasser des Briefes an den Bischof und deren Anhänger noch absolut sicher fühlen in ihren vermeintlichen Erkenntnissen und nicht verstehen können, dass jemand anderer Meinung sein kann als diese selbst.

Das ist in der Regel kein Versehen, kein Irrtum, keine bewußte Verfälschung, sondern das ist die Konsequenz von mehr als vierzig Jahren Entzug dessen, was den wahren Glauben und die richtige Intention ausmacht, das ist die Folge der mangelnden Verantwortung der deutschen Bischöfe, klare Richtlinien den ihnen anvertrauten Priester und die Gläubigen zu geben, dass der Glaube so zu lehren und zu erkennen ist, wie er zuvor gelehrt und erkannt wurde, ohne Abstriche, denn der Glaube verändert sich nicht, es ist immer derselbe Glaube.

Die so um den wahren Glauben und um die Tiefe des Glaubens betrogenen Gläubigen erkennen und urteilen also entsprechend des ihnen verbliebenen kümmerlichen Inhalts des Überbleibsels eines vollen Glaubens.

Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

Ecce Homo
Beiträge: 9540
Registriert: Montag 28. März 2005, 14:33

Beitrag von Ecce Homo »

User inaktiv seit dem 05.06.2018.
Ihr seid im Gebet ... mal schauen, ob/wann ich hier wieder reinsehe ...

Benutzeravatar
Peregrin
Beiträge: 5422
Registriert: Donnerstag 12. Oktober 2006, 16:49

Beitrag von Peregrin »

Ecce Homo hat geschrieben:Was soll man dazu sagen?????? :/ *nerv*
Die These ist so vertrottelt, daß das eigentlich ein aufgelegter Elfmeter für die Gegenseite ist. Hoffentlich gibt es in dieser Diskussion eine solche.
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

Ecce Homo
Beiträge: 9540
Registriert: Montag 28. März 2005, 14:33

Beitrag von Ecce Homo »

User inaktiv seit dem 05.06.2018.
Ihr seid im Gebet ... mal schauen, ob/wann ich hier wieder reinsehe ...

Raimund J.
Beiträge: 6092
Registriert: Dienstag 3. April 2007, 09:33

Beitrag von Raimund J. »

Erzbischof Ludwig Schick bezieht in einer Fastenpredigt Stellung zur aktuellen Diskussion:
Bamberg. (bbk) Die Bedeutung des Zölibats für den Dienst der Kirche hat der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick unterstrichen. „Jesus Christus war ehelos, wer ihm durch die Priesterweihe ‚wesensähnlich’ wird und daraus handeln soll, für den wird der Zölibat angemessen“, sagte Schick in einer Fastenpredigt in Bamberg zum Thema Priesterweihe. Aus der Tiefendimension priesterlicher Existenz, der Verbindung mit Christus, dem Dienst am sakramentalen Leben der Kirche und einem Leben, das auf das Himmelreich verweisen soll, sei die priesterliche Ehelosigkeit verständlich. Der Bamberger Erzbischof bezog damit Position in einer aktuellen Diskussion zum Wert und Verständnis des priesterlichen Zölibats.

Der Priester sei als „Stellvertreter Christi“ für das sakramentale Leben, dem „Herzstück“ der Kirche bestellt, sagte Schick. Wenn Priester demgegenüber nur als kirchliche Funktionäre gesehen würden, bräuchte es keinen Zölibat. Für ein „innerweltliches Wellnessprogramm“, zu dem der Priester schöne menschengefällige Gottesdienste beisteuere, den Betrieb in der Pfarrei aufrecht erhalte und bei Festen und Feiern für kirchlichen Glanz sorge, sei die priesterliche Ehelosigkeit nicht nötig. Der Zölibat sei ein wichtiges Zeichen für den priesterlichen Dienst, „ein Hinweisschild auf das neue ewige Leben, das die Kirche vermittelt und auf den Himmel, in dem sich das menschliche Leben vollenden soll“, so Schick wörtlich.

Auch im Alltag sollte sich der Priester entsprechend seiner Aufgabe als „Stellvertreter Christi“ verhalten, sagte der Bamberger Erzbischof. Dazu gehöre die priesterliche Kleidung, ein Leben des Gebetes und der Heiligkeit sowie nicht bei allem mitzumachen, „was diese Welt losmacht und bietet.“ Schick bekräftigte, dass es Aufgabe der Priester sei, sich um die Menschen zu kümmern, „vor allen Dingen um die Kinder und Jugendlichen, um die Kranken und Alten, um Gerechtigkeit, Friede und Liebe.“ Priestertum sei Dienst am Leben, „aber nicht irgendwie und an irgendeinem Leben, sondern am Leben mit Jesus Christus zum ewigen Leben.“
Quelle: eo bamberg
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore

stine
Beiträge: 68
Registriert: Dienstag 4. März 2008, 13:14

Beitrag von stine »

Ich finde, einem Menschen die Sexualität abzuerkennen, wie es sich die katholische Kirche anmaßt, ist schon ziemlich vermessen. Ich glaube nicht, dass es katholischen Priestern schaden könnte, eine Ehe einzugehen. Die Köchin, die Ministranten und sonstige Schutzbefohlene wären dann wenigstens auf einer sichereren Seite und die Ratschläge innerhalb der Heiratsgespräche wären fundiert und nicht nur theoretisch.

Die Priesterschaft der katholischen Kirche hat inzwischen einen so schlechten Ruf, dass die Priesterseminare genau deshalb schon wieder Anziehungspunkt für junge Männer mit Angst vor erwachsenen Frauen geworden sind. (siehe Österreich)

Ich sage immer: Alles ist gut - bis zum nächsten Skandal.
Leider.

LG stine

Benutzeravatar
cantus planus
Beiträge: 24273
Registriert: Donnerstag 20. Juli 2006, 16:35
Wohnort: Frankreich: Département Haut-Rhin; Erzbistum Straßburg

Beitrag von cantus planus »

stine hat geschrieben:Ich finde, einem Menschen die Sexualität abzuerkennen, wie es sich die katholische Kirche anmaßt, ist schon ziemlich vermessen.
Welche Druckmittel verwendet die Kirche, um einen Mann die Priesterweihe aufzuzwingen?
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra »

stine hat geschrieben: Ich sage immer: Alles ist gut - bis zum nächsten Skandal.
Leider.
Bis du denn verheiratet? Oder könntest du deinem Nachbarn gefährlich werden? 8)

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra »

cantus planus hat geschrieben: Welche Druckmittel verwendet die Kirche, um einen Mann die Priesterweihe aufzuzwingen?
Geld?

Benutzeravatar
cantus planus
Beiträge: 24273
Registriert: Donnerstag 20. Juli 2006, 16:35
Wohnort: Frankreich: Département Haut-Rhin; Erzbistum Straßburg

Beitrag von cantus planus »

Petra hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben: Welche Druckmittel verwendet die Kirche, um einen Mann die Priesterweihe aufzuzwingen?
Geld?
Das sieht heute nur noch auf dem Papier gut aus. Glaub mir.

Dafür würde ich dieser Berufung nicht nachgehen wollen.
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

Raphaela
Beiträge: 5483
Registriert: Dienstag 11. September 2007, 17:53
Wohnort: Erzbistum Freiburg;südlichster Südschwarzwald "Dreiland": CH-D-F

Beitrag von Raphaela »

stine hat geschrieben: Ich sage immer: Alles ist gut - bis zum nächsten Skandal.
Leider.

LG stine
Nun ja, ich weiß von genügend verheirateten Männer, die nebenbei eine Freundin haben. Ist dafür die Ehe da? -
Warum als sich negativ über den Zölibat auslassen, wenn es Ehen gibt, in denen es nicht anders läuft? -

Ich kenne genügend zöliatär lebende Menschen, die den Zölibat fruchtbringend für die Kirche leben.

Der nächste Skandal muss also nicht unbedingt ein zölibatär lebender Mensch sein, da wird es nur hochgespielt. Warum wird eigentlich bei allen anderen Menschen ein Auge zugedrückt? Wenn nicht sogar [Punkt]

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra »

cantus planus hat geschrieben:
Petra hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben: Welche Druckmittel verwendet die Kirche, um einen Mann die Priesterweihe aufzuzwingen?
Geld?
Das sieht heute nur noch auf dem Papier gut aus. Glaub mir.

Dafür würde ich dieser Berufung nicht nachgehen wollen.
Mit "Geld?" hatte ich mir einen Scherz erlaubt.

Benutzeravatar
taddeo
Moderator
Beiträge: 19226
Registriert: Donnerstag 18. Januar 2007, 09:07

Beitrag von taddeo »

Raphaela hat geschrieben:Der nächste Skandal muss also nicht unbedingt ein zölibatär lebender Mensch sein, da wird es nur hochgespielt. Warum wird eigentlich bei allen anderen Menschen ein Auge zugedrückt? Wenn nicht sogar [Punkt]
Gerade daran sieht man aber auch, daß der Zölibat seinen eigentlichen Sinn durchaus noch erfüllt: Er ist ein unübersehbares Zeichen, dem widersprochen wird. Und weil er seine "Träger" so über das "normale" Maß hinaus exponiert, werden auch alle Fehlschläge umso aufmerksamer registriert und entsprechend grausam ausgeschlachtet. Das liegt einfach in der Sache begründet.

Benutzeravatar
Linus
Beiträge: 15072
Registriert: Donnerstag 25. Dezember 2003, 10:57
Wohnort: 4121 Hühnergeschrei

Beitrag von Linus »

stine hat geschrieben:Ich finde, einem Menschen die Sexualität abzuerkennen,
Ich zitier mal P. Johannes Lechner.csj: "Bloß weil ich zölibatär lebe, heißt das nicht daß ich keine Sexualität lebe oder gar asexuell bin. Es geht darum eine geglückte Integration - auch als Zölibatärer der Sexualität anzustreben und zu leben. Und das heißt in meinem Fall freiwilliger Verzicht. Darum [er sprach zu Verheirateten] heißt daß in Eurem Fall: Ihr dürft Euch einander nicht grundlos verweigern. Ich lebe in der allgemeinen Ganzhingabe an alle - ihr in der speziellen Ganzhingabe an euren Ehepartner. "
wie es sich die katholische Kirche anmaßt
, die Kireche maßt sich garnix an. Sie sagt nur "Gehe Deinen Weg. Ganz. Ohne Kompromisse. Du Zölibatär lebender wünsch dir keinen Partner, das ist nicht dein Weg zum Heil. Und du Verheiraterter hör mit der Schwarmgeisterei des Eremitentums auf. Durch deinen Ehepartner und deine Kinder wirst du Heil.
ist schon ziemlich vermessen.
Ganz und garnicht - es liegt weder in der Ehe noch im Zölibatären Stand Zwang zugrunde. Die Kirche mißt aber genau: Ob du deinen Weg kompromißlos gehst oder nicht.
Ich glaube nicht, dass es katholischen Priestern schaden könnte, eine Ehe einzugehen.
Eh nicht. Wenn die Ehe vor der Weihe geschlossen wird, ist das gar kein Problem. Wer aber seinen freiwillig uns selbstgewählten Weg verlässt, der geht in die Irre.
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema