ALG II, Sozialpolitik und Nächstenliebe

Allgemein Katholisches.
Stefan

Beitrag von Stefan »

Peter hat geschrieben:(Da kann ich dir andererseits auch wieder zustimmen …)
Du sollst mir aber nicht zustimmen :mrgreen: 8) :kratz:
Zuletzt geändert von Stefan am Freitag 18. Juni 2004, 10:08, insgesamt 1-mal geändert.

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Ulrich
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Beitrag von Ulrich »

otto hat geschrieben:
Meine konkreten Hilfen möchte ich nicht weiter ausführen, indem ich diesbezüglich mein Handeln nicht übergebühr aufwerten will. Zu dem zeigt meine Erfahrung dass dies auch die Gefahr birgt, dass ich als jemand gesehen werde der seine „Nächstenliebe“ vor sich her verkündet, und das will ich nicht.
Richtig Otto. Handele jeder so wie er nach seinen Möglichkeiten kann und protze nicht damit herum und beschäme andere Menschen mit seinen Leistungen, entsprechend ...

Mt 6,3 Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut.
Mt 6,4 Dein Almosen soll verborgen bleiben und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.


Vielleicht ist das auch ein oder der Grund, warum es weniger Beiträge zu deinen bevorzugten Themen gibt.

mfg
Ulrich

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otto
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Beitrag von otto »

Hallo Stefan

Stefan ich weiß, dass Du glaubst,
du wüsstest, was ich deiner Ansicht nach geschrieben habe.
Aber ich bin nicht sicher, ob dir klar ist, dass das, was Du gelesen hast, nicht das ist, was ich meinte.


Stefan hat geschrieben:Naja, man hat zwei Möglichkeiten:
Die Moderatoren verbieten die Diskussionen über Hand-/Mundkommunion
oder
Die Forenschreiber eröffnen mehr Themen zur christlichen Nächstenliebe.
Just do it.
Stefan mein Thema ist und war nicht ob ein Teilnehmer im Kreuzgang über die Hand-/Mundkommunion diskutiert oder nicht. Und noch viel weniger ist mein Anliegen ob ein Moderator diesbezüglich aktiv werden soll, die Moderatoren können dass im Zweifel so und so nicht beeinflussen. Aber und das schreibe ich nun zum dritten Male ich wollte den Kontrast aufzeigen der sich dabei in der Prioritätensetzung ergibt , und jene die sich so beharrlich und mit großem Eifer für das Thema einsitzen, zum nachdenken anregen warum sie die Gottesliebe hier im Kreuzgang höher bewerten als das ebenso wichtige zweite Weisung: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
Stefan hat geschrieben:Mit Sicherheit nicht. Ich kann (und muß) meinen Beitrag zu staatlichen Gesetzen leisten und das nur auf die Weise, daß ich dem Ziel der Armutsbekämpfung auf die Art und Weise gerecht werden, wie ich es für die Beste halte (es gibt dazu kein Patentrezept). Im Grundsatz vertrete ich dabei das Prinzip: So wenig Staat und so viel Nachbarschaftshilfe wie es nur geht. Das geht aber nur, wenn auch dies gilt:
Mein soziales Engagement leite ich also aus meiner Christeneigenschaft her, nicht aus meiner Eigenschaft als Staatsbürger.
Gut Stefan, aber der einzelne kann nie das leisten, dass eine Solidargemeinschaft leisten kann, diese - kann - muss aber nicht christlich geprägt sein
Stefan hat geschrieben:Da es nur ebensowichtig und nicht wichtiger ist als das erste Gebot, lassen wir also auch Diskussionen zur Hand/Mundkommunion zu (wenn es die Menschen hier möchten).

Na Stefan „nur“ eben so wichtig ist wohl nicht dass was in Mt 22,34-40 niedergeschrieben wurde.
Dort steht ohne jeden Zweifel „Ebenso wichtig ist das zweite“....
Und das ich hier gegen eine Diskussion zu dem Thema Hand-/Mundkommunion argumentiere, ist scheinbar als „fixe“ Idee in deinem Verständnis verankert. Die Polarisierung der Meinungen ist in diesen Zusammenhang zumindest unangebracht. Die Frage ist und war, warum ist das eine für manche Teilnehmer wichtiger als das andere. Und gerade weil mancher hier im Kreuzgang das Thema Hand-/Mundkommunion diskutieren darf, erlaube ich mir auch meine Frage der Prioritätengewichtung beider Gebote hier im Forum anzusprechen.



Stefan hat geschrieben:Das würde mich persönlich überfordern und ich nehme Dir das auch noch nicht ganz ab. *Das ist nicht mein Thema * Weißt du, mir kommt die deutsche Diskussion um Hartz IV, Ich AG und Rentenbesteuerung manchmal wie blanker Hohn vor angesichts der Tatsache, daß anderswo Menschen am Hunger krepieren. Hat man hier keine anderen Sorgen als eine Glotze und eine Waschmaschine zu haben?
Stefan ich fürchte du politisierst in die Gebote von Mt 22,34-40 zuviel hinein.
Die Schrift spricht nicht von Banalitäten, sondern sie spricht von Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Mancher „liebt“ lieber den übernächsten. Aber von erfrierenden Obdachlosen in D habe ich auch schon gehört. Stefan 350 €/Monat!



Der ehemalige CDU-Generalsekretärs Heiner Geißler:

Hat der katholischen Kirche vorgehalten, sie nehme es hin, dass Millionen Menschen arbeitslos seien, Managergehälter und Aktienkurse aber nach oben schnellten. Sie befinde sich daher in einem «Schlepptau neoliberaler Meinungsmache».

Die Frage nach dem wichtigsten Gebot
34 Als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie (bei ihm) zusammen.
35 Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn:
36 Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste?
37 Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken.
38 Das ist das wichtigste und erste Gebot.
39 Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
40 An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.

Matthäus 22,34- 40

Stefan noch deutlicher kann ich mein Anliegen nicht formulieren.


*Wurde von mir etwas deplaziert als Antwort eingefügt
Zuletzt geändert von otto am Freitag 18. Juni 2004, 12:13, insgesamt 3-mal geändert.
"Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." Matthäus 16,24

Ralf

Beitrag von Ralf »

otto hat geschrieben: Gut Stefan, aber der einzelne kann nie das leisten, dass eine Solidargemeinschaft leisten kann, diese - kann - muss aber nicht christlich geprägt sein
Wenn sich einzelne zusammentun, dann schon. Das hat aber mit dem Delegieren von Nächstenliebe nichts zu tun. Noch einmal: kann jemand Gott für mich mit-lieben?
Aber von erfrierenden Obdachlosen in D habe ich auch schon gehört. Stefan 350 €/Monat!
Und ich habe die frierenden Obdachlosen medizinisch versorgt. Aber gefroren haben sie nicht, weil sie "nur" 350 Euro bekamen.

Der ehemalige CDU-Generalsekretärs Heiner Geißler:

Hat der katholischen Kirche vorgehalten, sie nehme es hin, dass Millionen Menschen arbeitslos seien, Managergehälter und Aktienkurse aber nach oben schnellten. Sie befinde sich daher in einem «Schlepptau neoliberaler Meinungsmache».
Dem stimme ich übrigens zu. Sehe aber nicht, was das mit 350 Euro zu tun hätte.

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otto
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Beitrag von otto »

Ulrich hat geschrieben:
Richtig Otto. Handele jeder so wie er nach seinen Möglichkeiten kann und protze nicht damit herum und beschäme andere Menschen mit seinen Leistungen, entsprechend ...

Mt 6,3 Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut.
Mt 6,4 Dein Almosen soll verborgen bleiben und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.


Vielleicht ist das auch ein oder der Grund, warum es weniger Beiträge zu deinen bevorzugten Themen gibt.

mfg
Ulrich
Ja Ulrich vielleicht, vielleicht hat das aber auch aus diesen Grund:

Mt 23,1-13

Worte gegen die Schriftgelehrten und die Pharisäer

1 Darauf wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger
2 und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt.
3 Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.
4 Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen.
5 Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang,
6 bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben,
7 und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi (Meister) nennen.
8 Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder.
9 Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.
10 Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.
11 Der Größte von euch soll euer Diener sein.
12 Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

13 Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein; aber ihr lasst auch die nicht hinein, die hineingehen wollen.
...
"Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." Matthäus 16,24

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Ulrich
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Beitrag von Ulrich »

otto hat geschrieben:,Aber von erfrierenden Obdachlosen in D habe ich auch schon gehört. Stefan 350 €/Monat!

Du hast davon gehört.

Einen Obdachlosen der am erfrieren ist hast du, wenn du ihn dann gesehen hast auch geholfen und in das nächste Krankenhaus gebracht, wo ihm dann andere weitergeholfen haben.

Wenn in Köln ein Obdachloser erfriert, dann höchstens deshalb, da er irgendwo unauffindbar sturzbesoffen in der Ecke lag. Trifft übrigens auch auf Nichtobdachlose zu.

Ralf

Beitrag von Ralf »

Ulrich hat geschrieben:Wenn in Köln ein Obdachloser erfriert, dann höchstens deshalb, da er irgendwo unauffindbar sturzbesoffen in der Ecke lag. Trifft übrigens auch auf Nichtobdachlose zu.
1. zeigt das wie wenig Kenntnis Du von der Lebenssituation von Obdachlosen in Köln hast (ich kenne den Obdachlosenseelsorger ganz gut, einen Franziskaner) - in Düsseldorf ist sie nämlich ähnlich und

2. zeigt das wie Du Christus selbst, nämlich in seinen Geringsten Brüdern, beurteilst. Was Du ihnen tust, hast Du Ihm getan - warum fällst Du dann nicht vor ihnen auf die Knie?

Stefan

Beitrag von Stefan »

otto hat geschrieben:
Stefan hat geschrieben:Das würde mich persönlich überfordern und ich nehme Dir das auch noch nicht ganz ab. Das ist nicht mein Thema Weißt du, mir kommt die deutsche Diskussion um Hartz IV, Ich AG und Rentenbesteuerung manchmal wie blanker Hohn vor angesichts der Tatsache, daß anderswo Menschen am Hunger krepieren. Hat man hier keine anderen Sorgen als eine Glotze und eine Waschmaschine zu haben?
Das ist allerdings ein Zitat, welches ich so nicht verfasst habe. "Das ist nicht mein Thema " stammt nicht von mir.
Der ehemalige CDU-Generalsekretärs Heiner Geißler:

Hat der katholischen Kirche vorgehalten, sie nehme es hin, dass Millionen Menschen arbeitslos seien, Managergehälter und Aktienkurse aber nach oben schnellten. Sie befinde sich daher in einem «Schlepptau neoliberaler Meinungsmache».
Naja, ich halte das eher für publikumswirksames Blabla, dem sicherlich manche schnell zustimmen. Schlechter Stil und ein Hohn für die Leistung aller, die sich für andere einsetzen. Es würde mich nicht wundern, wenn Geißler mal wieder ein Buch zu veröffentlichen hat und sich so ins Gerede bringen möchte. Sei's drum. Jedenfalls fände ich es besser, etwas fundierter zu argumentieren als mit rhetorischen Worthülsen.

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Juergen
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Beitrag von Juergen »

Ulrich hat geschrieben:Wenn in Köln ein Obdachloser erfriert, dann höchstens deshalb, da er irgendwo unauffindbar sturzbesoffen in der Ecke lag.
Alkoholismus (und andere Süchte) sind eine Krankheit.
Wahrscheinlich hast Du es nicht so gemeint, aber mir kommt der Ausdruck "sturzbesoffen in der Ecke liegen" etwas ... naja: "von oben herab" vor; fast so als wolltest Du sagen "wer sich so besäuft, der darf sich nicht wundern, wenn er erfriert."
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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Ulrich
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Beitrag von Ulrich »

Ralf hat geschrieben:
Ulrich hat geschrieben:Wenn in Köln ein Obdachloser erfriert, dann höchstens deshalb, da er irgendwo unauffindbar sturzbesoffen in der Ecke lag. Trifft übrigens auch auf Nichtobdachlose zu.
1. zeigt das wie wenig Kenntnis Du von der Lebenssituation von Obdachlosen in Köln hast (ich kenne den Obdachlosenseelsorger ganz gut, einen Franziskaner) - in Düsseldorf ist sie nämlich ähnlich und

2. zeigt das wie Du Christus selbst, nämlich in seinen Geringsten Brüdern, beurteilst. Was Du ihnen tust, hast Du Ihm getan - warum fällst Du dann nicht vor ihnen auf die Knie?
Es ist keine Beurteilung sondern eine Tatsachenfeststellung, die ich gut begründet auf 21 Jahre Kölner Innenstadterfahrung zurückführe.

Wenn ein sich im Zustand des Erfrierens befindender Mensch gefunden oder gesehen wird, sei er denn sesshaft oder nichtsesshaft, auf Platte lebend oder nichtlebend, wird er den entsprechenden hilfeleistenden Einrichtungen übergeben.


mit freundlichen Grüssen
Ulrich

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otto
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Beitrag von otto »

Stefan hat geschrieben:
otto hat geschrieben:
Stefan hat geschrieben:Das würde mich persönlich überfordern und ich nehme Dir das auch noch nicht ganz ab. Das ist nicht mein Thema Weißt du, mir kommt die deutsche Diskussion um Hartz IV, Ich AG und Rentenbesteuerung manchmal wie blanker Hohn vor angesichts der Tatsache, daß anderswo Menschen am Hunger krepieren. Hat man hier keine anderen Sorgen als eine Glotze und eine Waschmaschine zu haben?
Das ist allerdings ein Zitat, welches ich so nicht verfasst habe. "Das ist nicht mein Thema " stammt nicht von mir.
Ja , Entschuldigung dass habe ich etwas unglücklich als Antwort eingefügt. Ich denke aber das ist jedem aufgefallen. Wenn nicht weise ich jetzt darauf hin.
Zuletzt geändert von otto am Freitag 18. Juni 2004, 12:15, insgesamt 1-mal geändert.
"Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." Matthäus 16,24

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Ulrich
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Beitrag von Ulrich »

Juergen hat geschrieben:
Ulrich hat geschrieben:Wenn in Köln ein Obdachloser erfriert, dann höchstens deshalb, da er irgendwo unauffindbar sturzbesoffen in der Ecke lag.
Alkoholismus (und andere Süchte) sind eine Krankheit.
Wahrscheinlich hast Du es nicht so gemeint, aber mir kommt der Ausdruck "sturzbesoffen in der Ecke liegen" etwas ... naja: "von oben herab" vor; fast so als wolltest Du sagen "wer sich so besäuft, der darf sich nicht wundern, wenn er erfriert."

Gut - streiche " sturzbesoffen " setze " sturzbetrunken ". In trunkenem Zustand gestürzt.


mfg
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Ulrich
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Beitrag von Ulrich »

Juergen hat geschrieben: Alkoholismus (und andere Süchte) sind eine Krankheit.
Bin ich aufgrund anderer Erfahrungen anderer Meinung und gebe die Aussage eines ehemaligen Alkoholikers, den ich einige Zeit begleiten durfte, wieder:

" Ich war es ja selber Schuld ! "

Ich stimme dir zu, dass man durch übermässigen Alkoholgenuss krank werden kann, aber der Weg zum übermässigen, süchtig machenden Genuss keine Krankheit ist, sondern immer wieder ein inneres Akzept voraussetzt bis man schliesslich, leider an einem Punkt angekommen ist, an dem man auf fremde, vielfältigste Hilfe angewiesen ist.


mfg
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Ralf

Beitrag von Ralf »

Diesmal ein religiöses Dilemma: wer solche Ehrfurcht vor dem Herrn im Allerheiligsten Sakrament zeigt und sie dem Geringsten gegenüber, mit dem sich der Herr in einer exklusiven Weise voll identifiziert (sonst tut er das mit niemandem!), überhaupt nicht zeigt, ist für mich unglaubwürdig.

Übrigens: mit Deiner "Krankheit=nicht selbst schuld"-Definition kann man rund 80% der Krankheitsfälle in Deutschland aus dem Leistungskatalog der Kassen streichen.

Micha

Beitrag von Micha »

leer
Zuletzt geändert von Micha am Donnerstag 3. Februar 2005, 01:48, insgesamt 1-mal geändert.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Wollt ihr hier besserwisserisch einander euer Gutmenschentum um die Ohren hauen? Der ganze Strang ist verkorkst, um ich empfehle, dies Gezänk einzustellen. Geht es um Sozialpolitik, dann redet darüber. Geht es um Werke der Nächstenliebe – eine völlig andere Sache, die mit der ersten nichts zu tun hat –, dann redet darüber anderswo – oder am besten gar nicht, denn ihr sollt euch nicht brüsten, und solltet ihr euch selber bezichtigen wollen, dann tut das im Beichtstuhl.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Juergen
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Beitrag von Juergen »

*zustimm*
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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Ulrich
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Beitrag von Ulrich »

Ralf hat geschrieben:Diesmal ein religiöses Dilemma: wer solche Ehrfurcht vor dem Herrn im Allerheiligsten Sakrament zeigt und sie dem Geringsten gegenüber, mit dem sich der Herr in einer exklusiven Weise voll identifiziert (sonst tut er das mit niemandem!), überhaupt nicht zeigt, ist für mich unglaubwürdig.
Nur die geringsten meiner [Punkt] Brüder würden niemals versuchen auf helfende Hände einzustechen oder nach ihnen zu schlagen. Ich bin davon überzeugt, dass der HERR diese Art von Brüdern nicht exklusiv gemeint haben kann und sich auch mit ihnen nicht voll identifiziert.

Auch erwarten die geringsten meiner !! Brüder nicht, dass ich vor Ihnen auf die Knie falle, obwohl wenn es ihnen helfen würde, hätte ich auch damit kein Problem. Nur das erwarten meine ! Brüder nicht von mir.

Es ist natürlich möglich, dass dir bisher nur Menschen begegnet sind, die die Bezeichung Bruder und Schwester auch verdient haben. Mir leider nicht, obwohl es schön wäre, wenn es denn so wäre.
Ralf hat geschrieben: Übrigens: mit Deiner "Krankheit=nicht selbst schuld"-Definition kann man rund 80% der Krankheitsfälle in Deutschland aus dem Leistungskatalog der Kassen streichen.
Es war nicht meine Definition. Es war der Ausspruch eines Alkoholikers. Wirst du wahrscheinlich überlesen haben. Kann auch sein, dass ich mich etwas undeutlich ausgedrückt habe.


mit freundlichen Grüssen
Ulrich

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Juergen
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Beitrag von Juergen »

Ulrich hat geschrieben:Es war nicht meine Definition. Es war der Ausspruch eines Alkoholikers.
Halte ich trotzdem für Unsinn.
Gruß Jürgen

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Ulrich
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Beitrag von Ulrich »

Micha hat geschrieben:
Ulrich hat geschrieben:Wenn ein sich im Zustand des Erfrierens befindender Mensch gefunden oder gesehen wird, sei er denn sesshaft oder nichtsesshaft, auf Platte lebend oder nichtlebend, wird er den entsprechenden hilfeleistenden Einrichtungen übergeben.
mit freundlichen Grüssen
Ulrich
Also Ulrich, "den entsprechenden hilfeleistenden Einrichtungen" möchte ich nicht "übergeben" werden, wenn ich Hilfe brauche. Das klingt sehr nach Einsortierung und Bevormundung, Bürokratie.

Man kann es auch hilfeleistende Institution nennen, wenn dir der Audruck eher zusagt. Dazu zählen Krankenhäuser, psychiatrische Einrichtungen usw ...

Eine von der Polizei hilflos aufgefundene Person wird " übergeben ". Da findet wirklich eine Übergabe statt, welche auch als solche dokumentiert wird.

Micha hat geschrieben: Was mir - und anderen wohl auch - ziemlich aufstößt, ist deine Sprache.
Ich persönlich bekomme da eine nicht gelinde Gänsehaut! :pale:
Das meine Sprache so unter die Haut geht - grübel ! Werde versuchen mich sprachlich anzupassen :mrgreen:

mit freundlichen Grüssen
Ulrich

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Beitrag von Ulrich »

Juergen hat geschrieben:
Ulrich hat geschrieben:Es war nicht meine Definition. Es war der Ausspruch eines Alkoholikers.
Halte ich trotzdem für Unsinn.

Wenn du die Einsicht eines Menschen, der sich noch Gedanken um die Ursache seine Zustandes machen konnte als Unsinn bezeichnest - akzeptiert.

Ich nenne es ERKENNTNIS ! Er hatte erkannt, dass er nicht hätte trinken müssen, sondern es selber so gewollt hatte, da er dem Laster nicht immer mit dem nötigen Widerstand entgegengetreten ist und sich masslos verhalten hat.

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Beitrag von Juergen »

Ulrich hat geschrieben:Ich nenne es ERKENNTNIS ! Er hatte erkannt, dass er nicht hätte trinken müssen, sondern es selber so gewollt hatte, da er dem Laster nicht immer mit dem nötigen Widerstand entgegengetreten ist und sich masslos verhalten hat.
Schwachsinn :motz:
Gruß Jürgen

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Ralf

Beitrag von Ralf »

Ulrich hat geschrieben:Es ist natürlich möglich, dass dir bisher nur Menschen begegnet sind, die die Bezeichung Bruder und Schwester auch verdient haben. Mir leider nicht, obwohl es schön wäre, wenn es denn so wäre.
Ich wusste gar nicht, dass man sich dies "verdient". Wo haste denn das her? :kratz:

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Ulrich
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Beitrag von Ulrich »

Juergen hat geschrieben:
Ulrich hat geschrieben:Ich nenne es ERKENNTNIS ! Er hatte erkannt, dass er nicht hätte trinken müssen, sondern es selber so gewollt hatte, da er dem Laster nicht immer mit dem nötigen Widerstand entgegengetreten ist und sich masslos verhalten hat.
Schwachsinn :motz:

Du hast ein Problem !


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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Ketelhohn hat geschrieben:»Wollt ihr hier besserwisserisch einander euer Gutmenschentum um die Ohren hauen? Der ganze Strang ist verkorkst, um ich empfehle, dies Gezänk einzustellen. Geht es um Sozialpolitik, dann redet darüber. Geht es um Werke der Nächstenliebe – eine völlig andere Sache, die mit der ersten nichts zu tun hat –, dann redet darüber anderswo – oder am besten gar nicht, denn ihr sollt euch nicht brüsten, und solltet ihr euch selber bezichtigen wollen, dann tut das im Beichtstuhl.«
Wenn ihr schon nicht auf meine Mahnung hören wollt, dann werfe doch jeder, der beim andern die Neigung zum Urteilen zu erkennen meint, zunächst einen Blick in den Spiegel.
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Beitrag von Ulrich »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Ketelhohn hat geschrieben:»Wollt ihr hier besserwisserisch einander euer Gutmenschentum um die Ohren hauen? Der ganze Strang ist verkorkst, um ich empfehle, dies Gezänk einzustellen. Geht es um Sozialpolitik, dann redet darüber. Geht es um Werke der Nächstenliebe – eine völlig andere Sache, die mit der ersten nichts zu tun hat –, dann redet darüber anderswo – oder am besten gar nicht, denn ihr sollt euch nicht brüsten, und solltet ihr euch selber bezichtigen wollen, dann tut das im Beichtstuhl.«
Wenn ihr schon nicht auf meine Mahnung hören wollt, dann werfe doch jeder, der beim andern die Neigung zum Urteilen zu erkennen meint, zunächst einen Blick in den Spiegel.

Ich sehe keine Neigung zum Urteilen. Wir haben nur einen sehr unterschiedlichen Verwandtschaftskreis an exklusiven Brüdern und Schwestern :mrgreen:

mfg
Ulrich - trotzdem Dank für den Rat !

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Juergen
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Beitrag von Juergen »

Ulrich hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Ulrich hat geschrieben:Ich nenne es ERKENNTNIS ! Er hatte erkannt, dass er nicht hätte trinken müssen, sondern es selber so gewollt hatte, da er dem Laster nicht immer mit dem nötigen Widerstand entgegengetreten ist und sich masslos verhalten hat.
Schwachsinn :motz:
Du hast ein Problem !
Ja,
in solchen Fällen habe ich mit Sprüchen wie "das hat er sich selbst zuzuschreiben" ein Problem! :motz:

Ich glaube die NASA sucht noch Leute, die zum Mond fliegen wollen, da wärest Du besser aufgehoben.
Gruß Jürgen

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Beitrag von Ulrich »

Juergen hat geschrieben:
Ulrich hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Ulrich hat geschrieben:Ich nenne es ERKENNTNIS ! Er hatte erkannt, dass er nicht hätte trinken müssen, sondern es selber so gewollt hatte, da er dem Laster nicht immer mit dem nötigen Widerstand entgegengetreten ist und sich masslos verhalten hat.
Schwachsinn :motz:
Du hast ein Problem !
Ja,
in solchen Fällen habe ich mit Sprüchen wie "das hat er sich selbst zuzuschreiben" ein Problem! :motz:
Dieser Spruch ist aber jetzt von dir.

Trotzdem gibt es Dinge die wir selbst beeinflussen und uns auch selbst zuschreiben können.

Wenn ich einen Fehler mache darf ich den auch bei mir suchen. Das ist nicht verboten. Wenn ich den Fehler dann bei mir finde und den Entschluss zur Umkehr fasse ist das eine von allen Seiten überaus unterstützenswerte Entscheidung.

Juergen hat geschrieben:Ich glaube die NASA sucht noch Leute, die zum Mond fliegen wollen, da wärest Du besser aufgehoben.
Du glaubst zu viel und weisst zu wenig. Die NASA sucht im Augenblick keine Mondfahrer.

Trotzdem werde ich mich jetzt an einen Ort begeben an dem ich besser aufgehoben bin. :sleep:

Euch allen und dir ein gutes Nächtle.

mfg Ulrich

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otto
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Beitrag von otto »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Wollt ihr hier besserwisserisch einander euer Gutmenschentum um die Ohren hauen? Der ganze Strang ist verkorkst, um ich empfehle, dies Gezänk einzustellen. Geht es um Sozialpolitik, dann redet darüber. Geht es um Werke der Nächstenliebe – eine völlig andere Sache, die mit der ersten nichts zu tun hat –, dann redet darüber anderswo – oder am besten gar nicht, denn ihr sollt euch nicht brüsten, und solltet ihr euch selber bezichtigen wollen, dann tut das im Beichtstuhl.
Robert müssen wir das jetzt als „ex cathedra“ Lehr- Entscheidung akzeptieren? ;)

Natürlich sollten wir nicht um banale Formulierungen diskutieren.

Aber die Sozial-Ethik der christlichen Kirche, ist Gesamtgesellschaftlich von großer Bedeutung. Also sollen wir Christen zu der Sozial-Ethik der christlichen Kirche eine Stellungnahme abgeben und im Alltag "Farbe" bekennen?

Oder doch lieber den Kopf in den Sand stecken, um dann später mit der Aussage dass habe ich nicht gewusst, dass habe ich nicht gewollt, einen „Persil-Schein“ beantragen?

Oder sollen wir nur innerkirchlich "Farbe" bekennen indem wir die Hand-Mundkommunion diskutieren?
"Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." Matthäus 16,24

Micha

Beitrag von Micha »

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Zuletzt geändert von Micha am Donnerstag 3. Februar 2005, 01:43, insgesamt 1-mal geändert.

Ralf

Beitrag von Ralf »

Was hat der Staat mit dem Evangelium zu tun?

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otto
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Beitrag von otto »

Ralf hat geschrieben:Was hat der Staat mit dem Evangelium zu tun?
Mt 22,15-22

Die Frage nach der kaiserlichen Steuer

15 Damals kamen die Pharisäer zusammen und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen.
16 Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und wirklich den Weg Gottes lehrst, ohne auf jemand Rücksicht zu nehmen; denn du siehst nicht auf die Person.
17 Sag uns also: Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht?
18 Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum stellt ihr mir eine Falle?
19 Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denar hin.
20 Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das?
21 Sie antworteten: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!
22 Als sie das hörten, waren sie sehr überrascht, wandten sich um und gingen weg.


Jesus sagt: "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist." Gebt ihm, was ihr zu geben verpflichtet seid, Steuern und all das, was nötig ist, damit das Kaisersystem funktioniert. Der "Kaiser" ist Symbol, er steht für alles, in das wir verflochten sind, wir Menschen, alle Nöte und Machtspiele, alle Verwirrungen und menschlichen Eitelkeiten, alle Egoismen und Geschäfte, und für die Systeme, die nötig sind, um all die Wirrnis einigermaßen zu ordnen. Also, für die politischen Systeme, seien sie nun wohltätig oder tyrannisch oder irgend etwas dazwischen, für all das steht der Kaiser.

Es gibt keinen Platz, auch die Kirche ist nicht solch ein Platz, in den wir wie in eine Nische flüchten könnten, ohne daß die Politik dorthin reicht. Stets tragen wir das Bild des Kaisers bei uns. Und wir zollen ihm Tribut, können Geld nicht für uns selber verwenden, ohne zugleich Verantwortung für die staatliche Ordnung zu tragen. "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist!" Jedem das Seine. Damit ist alles gesagt über den Kaiser - und über uns.

Leben können wir damit aber nur, wenn wir auch das andere hören: "Gebt Gott, was Gottes ist." Es gibt etwas, das dem Kaiser nicht zukommt, weil es Gottes ist. Es gibt etwas, das - wenn es nicht Gott zukommt - auch alles verdirbt, was dem Kaiser zukommt. Was wir Gott zu geben haben, können wir nicht aus der Tasche ziehen. Denn das sind wir selber, wir ganz, unser Leib und unsere Seele, wir gehören keiner Macht dieser Welt als Gott allein. "Gebt Gott, was Gottes ist." "Gebt euer Herz, den Dank für das Leben, für alle Kräfte, mit denen wir ausgestattet sind, für alle Menschen, die uns nahestehen. Den Dank für jeden neuen Anfang, den wir machen können. Den Dank für alle Kräfte des Geistes, für allen Trost in schweren Zeiten."

"Gott geben, was Gottes ist!" Die Botschaft Jesu ist nicht Selbstzweck. Sie dient nicht der Pflege des inneren Seelengemüts. "Gott geben, was Gottes ist!" Das ist der wichtige Faktor für das Leben der Welt. Daraus erwächst vielfältiges Engagement für unser soziales System. Denn Menschen werden von dieser Botschaft bewegt, ermutigt, den Dienst in der Welt zu tun.

"Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und gebt Gott, was Gottes ist!" Oft wird dieser Satz gebraucht, um eine Art Zweiteilung zu beschreiben, einen Bereich, in dem die Mächte der Welt am Werk sind, und einen anderen, in dem die Sache Gottes aufgehoben ist.

Aber diese Aufteilung ist nicht richtig. Es gibt keine Bereiche des Lebens, die nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren eigen wären. Die Heilige Schrift gibt uns nicht immer konkrete Handlungsanweisungen. Aber ihr grundlegendes Christuszeugnis schließt dieses ein: Glaube und öffentliches Leben dürfen nicht getrennt werden. Die Zweiteilung ist keine angemessene Beschreibung des Verhältnisses von Staat und Kirche. Auch deshalb, weil die Kirche ein weltliches Gebilde ist, dem die Strukturen der Welt anzumerken sind.


Quelle: Pr. Manfred Kock

"Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." Matthäus 16,24

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