Homosexualität und katholischer Glaube

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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Libertas Ecclesiae »

„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Libertas Ecclesiae »

Zur Relektüre empfohlen:

Ein Streitgespräch zwischen Volker Beck und Erzbischof Dyba über das Gleichstellungsgesetz für homosexuelle Paare aus dem Jahr 2000:

„Schritt in die Degeneration“
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

Peduli
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Peduli »

Gestern standen wir noch am Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter! :auweia: :auweia: :auweia:
Wer nicht weiß, wo er herkommt, weiß auch nicht, wo er hinwill.
Schauen wir dankbar zurück, mutig vorwärts und gläubig aufwärts!

(F.J.S.)

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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Dr.Hackenbush »

Priester feiern Sexparty – Polens Kirche in Erklärungsnot

In Polen ist die katholische Kirche nicht nur konservativer als anderswo, sie hat auch großen Einfluss. Kurz vor der Parlamentswahl erschüttert eine schwule Orgie ihr Selbstbild.


daraus:
"Kein Einvernehmen mit dem moralisch Bösen"
In einem Brief, der in allen Kirchen seines Sprengels verlesen wurde, verurteilte Grzegorz Kaszak die "schmerzhaften Ereignisse von Dąbrowa Górnicza" und die "beschämten Priester", die sich daran beteiligt hätten…
Er bete dafür, dass Pfarrer Tomasz Z. von seiner sexuellen Orientierung geheilt werde, schreibt Bischof Kaszak weiter. Allein dieser Satz zeigt das extrem konservative Weltbild der katholischen Kirche in Polen. In Deutschland sind sogenannte Konversionstherapien zur "Behandlung" von Homosexualität seit 2020 verboten.
und weil solche Konversionstherapien in Deutschland verboten sind, müssen sie auf der ganzen Welt auch verboten werden. Der Wille der Deutschen ist für die ganze Welt verbindlich - in der RKK sowieso!
Also:
In den Augen der Welt ist die Kirche schlecht und böse, wenn sie Homosexualität kritisiert und ablehnt, sie ist auch schlecht und böse, wenn sie Homosexualität in ihren Reihen dulden würde (weil dies heuchlerisch wäre, da Homosexualität nach der Lehre der RKK schwere Sünde sei – aber nicht in Deutschland, da hier der Vorsitzende der DBK etwas anderes behauptet ;) ) und sie ist schlecht und böse, wenn sie für Homosexuelle um Umkehr betet.

Wann ist die Kirche in den Augen der Welt gut?

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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Libertas Ecclesiae »

Robert Barron, Bischof von Winona-Rochester, Minnesota, in „offenem Widerspruch“ zum Abschlussbericht der Synode über die Synodalität
Wissenschaftliche Fortschritte sagen nichts darüber aus, ob eine Handlung gut oder schlecht ist. Das gelte auch für die Beurteilung homosexueller Handlungen, betont der Bischof.
Das eigentliche Problem sei [...] ein Kategorienfehler, welcher dieser Art der Argumentation zugrunde liege, nämlich der, dass Fortschritte in den Naturwissenschaften als solche eine Weiterentwicklung der Morallehre erfordern würden. Am Beispiel der Homosexualität werde deutlich, dass Evolutionsbiologie, Anthropologie und Chemie neue Einsichten in die Ursachen und leiblichen Dimensionen der gleichgeschlechtlichen Neigung geben können, sie aber nichts darüber sagen, ob homosexuelles Verhalten richtig oder falsch ist. Die Erörterung dieser Frage gehört zu einen anderen Art von Diskurs, schreibt der Bischof.
Quelle

Link zum Artikel von Bischof Robert Barron (englisch) auf der Internetseite von „Word in Fire“
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Dr.Hackenbush »

Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Montag 4. Dezember 2023, 07:00
Robert Barron, Bischof von Winona-Rochester, Minnesota, in „offenem Widerspruch“ zum Abschlussbericht der Synode über die Synodalität

Quelle

Link zum Artikel von Bischof Robert Barron (englisch) auf der Internetseite von „Word in Fire“
Bischof Barron sagt das, ein anderer Bischof sagt etwas anderes:
https://www.domradio.de/artikel/wir-bra ... et-aendern
oder:
https://www.katholisch.de/artikel/42474 ... eitgemaess

dazu hätte der Papst schon längst sein Machtwort gesprochen haben, auf den KKK 2357 hinweisen und die parteiischen Diskussionen beenden. Die biblische Offenbarung drückt die ablehnenden Haltung Gottes zur Homosexualität eindeutig aus und wenn jemand die unglücklich gewählten Worte im KKK (" „daß die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind“) ändern will, dann gibt es dafür nur eine Möglichkeit – „daß die homosexuellen Handlungen in sich sündhaft sind“ .
Die Tendenz in der heutigen Kirche ist aber eine andere – man will der (gottlosen/sündhaften) Welt entgegenkommen, weil man hofft, dass sie (die gottlose Welt) irgendwann Ruhe gibt und mit ihrem Gejammer aufhört. Sie wird aber keine Ruhe geben, weil sie etwas will, was nicht machbar ist und das weiß sie auch (warum kapieren das viele Bischöfe nicht!?). Am Ende will die gottlose Welt nur eins erreichen: Wenn sie schon untergehen und von Gott abgelehnt werden soll, dann nicht ohne der Kirche, die die Sünde mit der von Gott erhaltenen Vollmacht akzeptiert und für „Nichtsünde“ erklärt hat.

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Edi
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Edi »

Dr.Hackenbush hat geschrieben:
Montag 4. Dezember 2023, 11:13
Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Montag 4. Dezember 2023, 07:00
Robert Barron, Bischof von Winona-Rochester, Minnesota, in „offenem Widerspruch“ zum Abschlussbericht der Synode über die Synodalität

Quelle

Link zum Artikel von Bischof Robert Barron (englisch) auf der Internetseite von „Word in Fire“
Bischof Barron sagt das, ein anderer Bischof sagt etwas anderes:
https://www.domradio.de/artikel/wir-bra ... et-aendern
oder:
https://www.katholisch.de/artikel/42474 ... eitgemaess

dazu hätte der Papst schon längst sein Machtwort gesprochen haben, auf den KKK 2357 hinweisen und die parteiischen Diskussionen beenden. Die biblische Offenbarung drückt die ablehnenden Haltung Gottes zur Homosexualität eindeutig aus und wenn jemand die unglücklich gewählten Worte im KKK (" „daß die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind“) ändern will, dann gibt es dafür nur eine Möglichkeit – „daß die homosexuellen Handlungen in sich sündhaft sind“ .
Die Tendenz in der heutigen Kirche ist aber eine andere – man will der (gottlosen/sündhaften) Welt entgegenkommen, weil man hofft, dass sie (die gottlose Welt) irgendwann Ruhe gibt und mit ihrem Gejammer aufhört. Sie wird aber keine Ruhe geben, weil sie etwas will, was nicht machbar ist und das weiß sie auch (warum kapieren das viele Bischöfe nicht!?). Am Ende will die gottlose Welt nur eins erreichen: Wenn sie schon untergehen und von Gott abgelehnt werden soll, dann nicht ohne der Kirche, die die Sünde mit der von Gott erhaltenen Vollmacht akzeptiert und für „Nichtsünde“ erklärt hat.
Der Papst ist doch auch so ein Homosexuellenbefürworter, wenn auch bisher eher nur im Verborgenen, aber das kommt nun nach und nach auch ans Licht. Er hat seit langem die staatliche Anerkennung dieser Verbindungen gefordert, die zwar nicht der Ehe gleichzusetzen seien und überlässt die sog. Homosegnung, also die kirchliche Segnung dieser Verbindungen den einzelnen Bischöfen. Weil er im Grunde selber dafür ist, wird er auch nicht entscheiden, irgendetwas hier zu verbieten. Schon an seiner Antwort auf Kardinal Meisners Einwand zu seinen fragwürdigen Äusserungen dies Thema betreffend, war erkennbar, dass ihn die Kritik Meisners nicht die Bohne interessiert, denn seine Antwort, war gar keine. Der macht dasselbe wie der Olaf Scholz, der den Fragen der Leute mit Antworten, die gar keine sind, ausweicht.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Libertas Ecclesiae »

„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
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holzi
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von holzi »

Diese Leute, die so viel Wert auf den Segen legen, sind nicht wirklich oft die regelmäßigen Kirchgänger und Kirchensteuerzahler. Es wird dann eher so sein, dass die gläubigen Noch-Kirchensteuerzahler dann austreten. Schau'mer mal, ob die Regenbogenbischöfe diese Sprache verstehen.

Die Wahrscheinlichkeit ist nicht so groß, dass auch unser Bischof in Regensburg da mitmacht, aber sollte das der Fall sein, werde ich auch austreten aus der Kirchensteuer.

Dr.Hackenbush
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Dr.Hackenbush »

holzi hat geschrieben:
Mittwoch 20. Dezember 2023, 09:21
Diese Leute, die so viel Wert auf den Segen legen, sind nicht wirklich oft die regelmäßigen Kirchgänger und Kirchensteuerzahler.
das mag so sein, aber sie (oder viel mehr deren Befürworter) machen die Stimmung in der Öffentlichkeit. Und so wie die ordinäre Handkommunion erfolgreich etabliert wurde (90% der deutschen Katholiken haben sie als obligatorisch angenommen), so wird sich auch die Homosegnung als quasi "Homoehe" etablieren und keiner von den noch Kirchgänger wird nach den Unterschieden fragen und ob das in Ordnung sei.


holzi hat geschrieben:
Mittwoch 20. Dezember 2023, 09:21
Es wird dann eher so sein, dass die gläubigen Noch-Kirchensteuerzahler dann austreten.
das wird aber nur die Minderheit innerhalb der Noch-Kirchensteuerzahler sein. Den Rest der Kirchensteuerzahler interessiert das eh nicht.


holzi hat geschrieben:
Mittwoch 20. Dezember 2023, 09:21
Die Wahrscheinlichkeit ist nicht so groß, dass auch unser Bischof in Regensburg da mitmacht, aber sollte das der Fall sein, werde ich auch austreten aus der Kirchensteuer.
wenn Du so weit bist, sag Bescheid - ich habe das auch ernsthaft vor. ;)

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TeDeum
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von TeDeum »

Meine Frau und ich sind kurzentschlossen jetzt noch in diesem Jahr ausgetreten. Die Homosegnung ist nicht der originäre Grund, aber es brachte das Fass zum überlaufen.

Ist ein schneller Prozess. Die Dame vom Amt hat uns in knapp 15 Minuten da beide durchgelotst. Unterschrift. Gebühr zahlen. Fertig. Keine Fragen. Aber auch keine Anmerkungen unsererseits möglich (dachte man könne da den "trete aus der Kirchensteuergemeinschaft aber nicht der RKK aus" Kommentar angeben, aber nichts da.)

Bin mal gespannt ob und wann eine Reaktion aus der Pfarrei kommt. Das wird zwar gesamtkirchlich in Deutschland nichts bewirken. Aber wir sind mit unserem Gewissen im Reinen.

Kann ich nur empfehlen.

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martin v. tours
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von martin v. tours »

Ich bin schon vor Jahren ausgetreten. Man kann ja auch als Ausgetretener finanziell glaubenstreue Organisationen oder Bedürftige unterstützen.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Libertas Ecclesiae »

TeDeum hat geschrieben:
Donnerstag 21. Dezember 2023, 14:35
Meine Frau und ich sind kurzentschlossen jetzt noch in diesem Jahr ausgetreten.
martin v. tours hat geschrieben:
Donnerstag 21. Dezember 2023, 17:42
Ich bin schon vor Jahren ausgetreten. Man kann ja auch als Ausgetretener finanziell glaubenstreue Organisationen oder Bedürftige unterstützen.
Wir schweifen zwar etwas vom Thema ab, aber eine kurze Frage in diesem Zusammenhang: Habt Ihr die Möglichkeit, weiterhin die Sakramente zu empfangen und am kirchlichen Leben der jeweiligen Ortsgemeinde teilzunehmen? Oder seid Ihr da ohnehin anderweitig orientiert, altrituell o. ä.?
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
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martin v. tours
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von martin v. tours »

Ich habe die Sakramente in meiner Heimatgemeinde empfangen /ob der Gemeindepriester eine Information über meinen Austritt erhalten hat weiß ich nicht). Aber ich habe mich dann ohnehin schon in andere Gemeinden (alte Messe) abgeseilt.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

Dr.Hackenbush
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Dr.Hackenbush »

die ersten Früchte der Erklärung „Fiducia supplicans“?
Zwei Mütter knien neben dem Jesuskind
Vitaliano della Sala, der Pfarrer der Gemeinde, ist in Italien bereits bekannt für seinen Einsatz für lesbische, schwule, bisexuelle, transgender und queere (LGBTQ) Menschen. Er verteidigt die Krippenszene in seiner Kirche.

Peduli
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Peduli »

Eine theologische Analyse der Erklärung "fiducia supplicans"

Daraus:
Er [gemeint ist Gerhard Kardinal Müller] erkennt in der – seiner Auffassung nach unrechtmäßigen – neuen Segensform eine Redundanz, da für Menschen in der in FS beschriebenen Lebenssituation bereits eine Segensform existiert: „Diese Erweiterung über die Sakramente hinaus vollzog sich nun tatsächlich bereits durch die Sakramentalien. Die Kirche verlangt nicht die gleichen moralischen Bedingungen für einen Segen wie für den Empfang eines Sakraments. Dies geschieht zum Beispiel für einen Büßer, der seine Sündensituation nicht aufgeben möchte, der aber demütig um einen persönlichen Segen bitten kann, damit der Herr ihm Licht und Kraft gibt, um eines Tages die Lehren des Evangeliums zu verstehen und zu befolgen. Dafür wäre keine neue Art von Segen erforderlich.“ Sündige Einzelpersonen könnten gesegnet werden, jedoch keine „Dinge, Orte oder Umstände, die der Norm oder dem Geist des Evangeliums widersprechen (FS 10, unter Berufung auf das Rituale Romanum)“ – somit also auch keine sündhafte Beziehung, auch nicht der gute Teil dieser Beziehung, so der ehemalige Glaubenspräfekt.
Mich beschleicht die Befürchtung, daß sich die causa zu einem Sturm im Wasserglas entwickelt! :hmm: :hmm: :hmm:
Wer nicht weiß, wo er herkommt, weiß auch nicht, wo er hinwill.
Schauen wir dankbar zurück, mutig vorwärts und gläubig aufwärts!

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Dr.Hackenbush
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Dr.Hackenbush »

Peduli hat geschrieben:
Donnerstag 11. Januar 2024, 06:44
Eine theologische Analyse der Erklärung "fiducia supplicans"
Ich gebe zu, ich habe (noch) nicht den ganzen Artikel von Frau Strauss gelesen, aber schon jetzt möchte ich etwas dazu schreiben:
Gibt es nicht viele Menschen, die den Segen wollen, um den Schandfleck der Sünde zu beseitigen? Um nicht mehr gebrandmarkt zu sein in einer „irregulären Beziehung“? Sie kommen nicht mit dem Bewusstsein, dass ihre Beziehung sündhaft ist und sie deshalb der Barmherzigkeit Gottes bedürfen. Sie kommen nicht, um die Gnade Gottes auf sich herabzurufen, um den Willen Gottes besser umsetzen zu können. Das würde ja bedeuten, dass sie sich trennen müssten. Aber genau diese Personengruppe soll mit dem neuen Segen angesprochen werden: die Paare, die im Grunde spüren, dass ihre Lebensführung in den Augen Gottes nicht gut ist. Die das aber noch nicht vollständig begreifen oder nicht die Kraft oder Möglichkeit haben, sich zu trennen. (Quelle)
Ich würde nicht sagen, dass diese Paare spüren, dass ihre Lebensführung in den Augen Gottes nicht gut ist, sondern dass sie es wissen (gehört haben, gesagt bekommen haben), aber ihr Gespür für das Göttliche und Heilige schon längst durch die Akzeptanz und Homopropaganda innerhalb der Gesellschaft getrübt wurde, wenn nicht ganz verschwunden ist. Solange die Gesellschaft und mittlerweile auch die Kirche (besonders die im deutschsprachigem Raum) sie akzeptiert und sich sogar mit ihnen freut über die Möglichkeit des Segnens, machen sich diese Paare keine großen Sorgen darüber.


Und doch bleiben einige Fragen. So ist zu überlegen, ob aus Nichts etwas kommen kann. Was bedeutet denn Gnade? Kann man bei einem Paar etwas Potenzielles segnen, was durch die Todsünde überdeckt wird? Maria 1.0 verneint dies in ihrer PM zu Fiducia supplicans: „Die hier vom Glaubensdikasterium vorgeschlagenen Segnungen sind invokativer Art, das heißt, dass sie zeitlichen Segen, Schutz, Gedeihen und aktuelle Gnaden ( auch „helfende Gnade“ genannt, Anmerkung M.S.) erwecken sollen. Dadurch sind sie auch abhängig sowohl von der frommen Gesinnung des Spenders als auch des Empfängers und das zu Segnende muss fähig sein, gesegnet zu werden, also begnadet zu werden, gedeihen zu können, was inhärent schlechte Akte nicht können, da jede sündige Handlung einen Verlust an Gottes heiligmachender Gnade bedeutet. (Quelle)
Ganz genau.
Was würden die Gesegneten sagen, wenn sich später herausstellen sollte, dass der Priester, der sie segnete, ein Kinderschänder war/ist (von dem man zum Zeitpunkt des Segnens noch nicht wußte, dass er das ist) ?
Würde die Kirche und die Gesegneten dann diesen Segen für ungültig/unwirksam erklären?
Weder noch – es wird niemanden mehr interessieren, weil in dem ganzen Theater um die Segnungen die fromme Gesinnung des Spenders, als auch die des Empfängers niemanden interessiert hat.

Peduli
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Peduli »

D'accord! :daumen-rauf:

Wenn das Gespür für das Heiligmachende - was ja inkludiert, daß etwas Heil gemacht * wird - verloren geht, können auch äußere Formalien nicht helfen. Denn mit dem Heiligmachenden soll der innere Mensch zu der Form gebracht werden, die Gott ihm zugedacht hat. Da ist das Mittun des Menschen nicht nur erwünscht, sondern erforderlich! :ja:


* Dies ist nicht im Sinne von ökonomischer Produktion zu verstehen, sondern von oikonomischer Herstellung!
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Siard
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Siard »

Dr.Hackenbush hat geschrieben:
Freitag 12. Januar 2024, 10:20
Weder noch – es wird niemanden mehr interessieren, weil in dem ganzen Theater um die Segnungen die fromme Gesinnung des Spenders, als auch die des Empfängers niemanden interessiert hat.
Wozu braucht ein Spender eine fromme Gesinnung?

Dr.Hackenbush
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Dr.Hackenbush »

Siard hat geschrieben:
Freitag 12. Januar 2024, 13:03
Dr.Hackenbush hat geschrieben:
Freitag 12. Januar 2024, 10:20
Weder noch – es wird niemanden mehr interessieren, weil in dem ganzen Theater um die Segnungen die fromme Gesinnung des Spenders, als auch die des Empfängers niemanden interessiert hat.
Wozu braucht ein Spender eine fromme Gesinnung?
eigentlich hättest Du die Maria 1.0 fragen müssen, die von Frau Strauss in ihrem Artikel zitiert wurde und hier im Forum von mir (ich bin nur ein Überbringer der Botschaft). Da Du aber offenbar den Artikel nicht gelesen hast, möchte ich Dir mit einer Gegenfrage antworten, um Dich nicht im Dunkeln stehen zu lassen:
Was spricht gegen authentisch fromme Gesinnung (in den Köpfen und Herzen aller Menschen) ?

Bei dieser Angelegenheit kommen andere Fragen auf, die ich jetzt Dir stelle ;D:
Kann ein katholischer Priester aus authentisch frommer Gesinnung ein Homo- oder irreguläres Paar segnen? (Nein, kann er nicht)
Warum tut er es dann und warum haben manche Priester das schon getan, bevor "Fiducia supplicans" erschienen ist?
Oder, warum werden katholische Priester um einen solchen Segen gebeten und nicht Pastoralreferenten (die Möchtegernprediger) ?
(wer bei den Nichtkatholiken den Segen spendet muss uns nicht interessieren)

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Edi
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Edi »

Bei diesem Papst ist alles möglich, denn Häresien interessieren den nicht, das hat er selber gesagt.

"Bringt das Heilige Jahr Homo-Segnungen im Petersdom?"

https://katholisches.info/2024/01/12/br ... c_comments
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Edi
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Edi »

Bei diesem Papst ist alles möglich, denn Häresien interessieren den nicht, das hat er selber gesagt.

"Bringt das Heilige Jahr Homo-Segnungen im Petersdom?"

https://katholisches.info/2024/01/12/br ... c_comments
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Dr.Hackenbush »

Edi hat geschrieben:
Samstag 13. Januar 2024, 10:04
Bei diesem Papst ist alles möglich, denn Häresien interessieren den nicht, das hat er selber gesagt.

"Bringt das Heilige Jahr Homo-Segnungen im Petersdom?"
Edi, um Dich (und uns alle) zu trösten... In unserem Nachbarland Polen sehen das die Journalisten ähnlich:
Paweł Lisicki und Wojciech Cejrowski kommentieren:
In der neuesten Sendung "Antisystem", die am Mittwoch Premiere feierte, beschäftigten sich Paweł Lisicki und Wojciech Cejrowski u.a. mit der neuen Lehrerklärung des Vatikans.
- Wir haben ein vom Papst genehmigtes Dokument von Kardinal Fernandez, das es Priestern erlaubt, homosexuelle Paare zu segnen. Was sagst du? – fragte der Chefredakteur von "Do Rzeczy" (deutsch: "zur Sache").
- "Du kannst kotzen", sagte Wojciech Cejrowski kurz.
- "Ich versuche, so viel Autorität und Hierarchie wie möglich zu retten, aber ich muss mitmachen. Ich habe schon lange mein Vertrauen in den Papst verloren, aber in den letzten zwei, drei Jahren habe ich den Respekt verloren. Ich behandle ihn wie einen Feind, einen Usurpator, der an die Spitze der Hierarchie aufgestiegen ist und die Kirche zerstört. Ich warte nur auf die nächsten verheerenden Aktionen", gab Paweł Lisicki zu.
Quelle: Google Übersetzung aus dem Polnischen

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Siard
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Siard »

Dr.Hackenbush hat geschrieben:
Samstag 13. Januar 2024, 08:28
Da Du aber offenbar den Artikel nicht gelesen hast, möchte ich Dir mit einer Gegenfrage antworten, um Dich nicht im Dunkeln stehen zu lassen:
Ein Segensspender braucht keine Intention, außer (höchstens) zu tun was die Kirche tut.
Siehe Ketzertaufstreit.

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Edi
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Edi »

Alle, alle,alle....... Lt. Papst sind auch alle Menschen Gotteskinder, die heilige Schrift sagt aber etwas ganz anderes. Dieser Mann will die Kirche in den Grundlagen mit Gewalt ändern und lässt sich auch nicht mehr belehren und ändern, das hat u.a. auch der verstorbene Kardinal Pell indirekt gesagt, denn man habe ihm schon oft gesagt, er soile die Kirche wieder auf einen richtigen Weg bringen, es habe ihn aber nicht interessiert. Er wird einmal seinen Lohn dafür erhalten.

https://katholisches.info/2024/01/15/pa ... alle-alle/
Zuletzt geändert von holzi am Montag 15. Januar 2024, 11:36, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Link repariert
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
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Dr.Hackenbush
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Dr.Hackenbush »

ein Artikel auf katn.net, der zu mehreren Themen passt:
"Das unpräzise Pontifikat"

Daraus:
Streit und Negativschlagzeilen schaden den Kirchen immer mehr – "Papst Franziskus stiftet zusätzlich Verwirrung statt Klarheit" - Vom evangelischen Pfarrer Jürgen Henkel

Wie zu erwarten war, zeigt sich vor allem der bundesdeutsche Amts- und Funktionärskatholizismus natürlich begeistert von „Fiducia supplicans“ und wittert Morgenluft für seine Reformagenda. Im Gegensatz dazu haben bereits etliche Katholische Bischofskonferenzen wie zum Beispiel aus Weißrussland, Polen und Ungarn, aber auch die gesamte Konferenz der Katholischen Bischofskonferenzen in Afrika und Madagaskar angekündigt, dem Vatikan hier Gefolgschaft und Gehorsam zu verweigern und diese Erklärung nicht umzusetzen. Dies dürfte kirchengeschichtlich ein einmaliger Vorgang sein. Das Internetportal „kath.net“ und die katholische Wochenzeitung „Die Tagespost“ dokumentieren seit Veröffentlichung dieser Erklärung die dadurch ausgelöste Diskussion umfangreich (und oft mit vollem Textlaut entsprechender Äußerungen oder Erklärungen) und seien jedem empfohlen, der sich hier hintergründiger informieren will als nur aus den sonstigen linksgrünen, kirchenfeindlichen und woken deutschen (Leit)Medien. Diese feiern „Fiducia supplicans“ von den Öffentlich-Rechtlichen „Staatssendern“ bis zu den Regionalzeitungen enthusiastisch und fordern nach protestantischem „Vorbild“ bereits lautkehlig die nächsten Schritte bis hin zur vollgültigen Trauung gleichgeschlechtlicher Paare.
...
Klar dürfte bei dieser Frage vor allem eines sein: dieses Dokument ist ein – wohl beabsichtigter – Dammbruch für die Katholische Kirche. Denn bei „außergottesdienstlichen“ und „nicht trauungsähnlichen“ Segnungen wird es sicher nicht bleiben, sollte sich diese Linie im Vatikan – auch beim nächsten Konklave – durchsetzen und diese Erklärung nicht wieder einkassiert werden. Auch in den protestantischen Kirchen war die einfache Segnung gleichgeschlechtlicher Paare immer nur der Auftakt zur theologischen Zeitenwende in der Neubewertung der Homosexualität und entsprechender Beziehungen und Handlungen bis hin zur kirchlichen Trauung für gleichgeschlechtliche Paare.

Peduli
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Peduli »

Eine solche "Nummer" wurde schließlich schon bei der Handkommunion nach dem 2. Vaticanum angewendet.

Daher: Holzauge sei wachsam! :pfeif: :pfeif: :pfeif:
Wer nicht weiß, wo er herkommt, weiß auch nicht, wo er hinwill.
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(F.J.S.)

Dr.Hackenbush
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Re: Homosexualität und katholischer Glaube

Beitrag von Dr.Hackenbush »

Das „Schlimmste“ und das Beste zugleich daran ist, dass ein evangelischer Pfarrer das alles so sieht, wie jeder katholischer Priester in Deutschland das sehen sollte und einen evangelischen Pastor kann man nicht in eine sedisvakant-traditionelle Ecke der RKK abstempeln, da er sowieso nicht zur RKK gehört.

Die idiotische Erfolgspropaganda innerhalb der RKK-Deutschlands nach dem Erscheinen von „Fiducia supplicans“ ist nur mit der, der ehemaligen DDR vergleichbar.

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