Neue Einheitsübersetzung

Allgemein Katholisches.

Moderator: taddeo

Was haltet ihr von der neuen Übersetzung?

Neu ist immer besser.
0
Keine Stimmen
Es ist eine Chance, die Bibel neu zu entdecken .
1
6%
Gut, solange man sich dem Urtext annähert.
4
24%
Von mir aus, hätte aber nicht sein müssen.
1
6%
Zeit- und Geldverschwendung.
6
35%
In der hl. Schrift herumzugendern ist häretisch.
0
Keine Stimmen
Ich mag gar keine Übersetzung, ich lese alles im Original.
0
Keine Stimmen
Ist gut für die Druckereien
5
29%
 
Abstimmungen insgesamt: 17

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Iuxta crucem
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Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Iuxta crucem » Mittwoch 20. Juni 2018, 11:10

Was haltet ihr von der neuen Einheitsübersetzung, die im Advent 2018 eingeführt wird? :hmm:
Es werden gleichzeitig die Lektionare und Evangeliare der neuen ÜS angepasst, es gibt also bald neue Lesungstexte. Auch die Breviertexte werden überarbeitet.
Ist das jetzt ein Verlust der Tradition und war völlig unnötig, oder kann es eine neue Chance sein, Menschen, die mit dem vorigen Sprachgebrauch nicht zurechtkamen, neu für die hl. Schrift zu begeistern? :hmm:
Was sagt ihr dazu ?

So stellt sich die neue Einheitsübersetzung selbst vor:
https://www.bibelwerk.de/sixcms/media.p ... etzung.pdf

Hier eine Gegenposition:
https://www.domradio.de/themen/bibel/20 ... bersetzung
Crux fidelis, inter omnes arbor una nobilis,
Nulla talem silva profert fronde, flore, germine,
Dulce lignum, dulce clavo dulce pondus sustinens. +

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HeGe
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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von HeGe » Donnerstag 21. Juni 2018, 13:33

Na ja, ob die Neuübersetzung als solche unbedingt Leute für die Bibel begeistern kann, weiß ich nicht. Ich kenne die Neuübersetzung noch nicht im Detail und habe auch nicht die Fachkenntnisse, um die Qualität der Übersetzung zu kennzeichnen. Aber die vorherige Ausgabe der EÜ war ja auch keineswegs unumstritten. :achselzuck:
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Petrus
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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Petrus » Donnerstag 21. Juni 2018, 18:26

nun,

ich brauche das nicht.

Die Bibel lese ich gern nach Luther (1534), die Psalmen singe ich nach dem Scheyrer Psalter, und einmal im Jahr (bei dem Altgeorgianertreffen) nach dem Münsterschwarzacher Psalter.

Meine (das ist jetzt kein Possesivpronomen) Familienbibel (aus dem Nachlaß meines Vaters geerbt, 1944 meinem Opa geschenkt, vom Fräulein Hacker, als die Familie X ausgebombt worden, war, ist mir kostbar. Sehr kostbar. Fast wie eine Reliquie.
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Siard
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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Siard » Donnerstag 21. Juni 2018, 18:32

Diese ständigen Neuübersetzungen und Liturgieänderungen sind ein Verfallssymptom.
Eine ständige Zwangsräumung derer, die dort ihre Heimat haben.
Und dann wundert man sich, daß es immer weniger werden ….

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Petrus
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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Petrus » Donnerstag 21. Juni 2018, 18:35

Siard hat geschrieben:
Donnerstag 21. Juni 2018, 18:32
Diese ständigen Neuübersetzungen und Liturgieänderungen sind ein Verfallssymptom.
Eine ständige Zwangsräumung derer, die dort ihre Heimat haben.
Und dann wundert man sich, daß es immer weniger werden ….
und, Siard, wo ist Deine Heimat?
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Juergen
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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Juergen » Donnerstag 21. Juni 2018, 21:26

Neue Bibelübersetzungen, die dann auch in der Liturgie benutzt werden, sind eine Lizenz zum Geld­drucken. Es hängt ja viel dran, das geändert und gedruckt werden muß:
- die Bibeln an sich
- Lektionare
- Stundenbücher
- Gesang- und Gebetbücher
- Meßbücher
- Benediktionale
- kurzum: alle liturgischen Bücher in denen biblische Text oder Zitate vorkommen.
Gruß
Jürgen

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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Siard » Donnerstag 21. Juni 2018, 22:58

Petrus hat geschrieben:
Donnerstag 21. Juni 2018, 18:35
und, Siard, wo ist Deine Heimat?
Ich habe mich in der Liturgie von der Luther- zur Einheitsübersetzung (alt) gequält, im Stundengebet danach noch zur Prämonstratenserübersetzung. Am häufigsten benutze ich das Stundenbuch, in der Fassung vor der Änderung des Magnificat.
Heimat … sehr schwer zu Beantworten, besonders wenn es um die Messe geht.
Am ehesten die gregorianische Liturgie (v/o Alte Messe), die Konzilsversammlung ist ja jedesmal anders und meist ein Theater im doppelten Wortsinn – aber nicht in dem vom theatrum sacrum.

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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Siard » Donnerstag 21. Juni 2018, 23:00

Juergen hat geschrieben:
Donnerstag 21. Juni 2018, 21:26
Neue Bibelübersetzungen, die dann auch in der Liturgie benutzt werden, sind eine Lizenz zum Geld­drucken. Es hängt ja viel dran, das geändert und gedruckt werden muß:
- die Bibeln an sich
- Lektionare
- Stundenbücher
- Gesang- und Gebetbücher
- Meßbücher
- Benediktionale
- kurzum: alle liturgischen Bücher in denen biblische Text oder Zitate vorkommen.
Loseblattsammlungen wären gut, wie bei Protestantens. :D
Eigentlich ist ein Neudruck eh Makulatur, da kaum einer diese Bücher wirklich benutzen wird. :hmm:

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Petrus
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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Petrus » Freitag 22. Juni 2018, 07:23

Siard hat geschrieben:
Donnerstag 21. Juni 2018, 23:00
Loseblattsammlungen wären gut, wie bei Protestantens. :D
ach ja - bei Lutheranern gibt es eigentlich(!) ja auch Bücher. Ein Freund von mir, lutherischer Pastor, der viele Vertretungen übernimmt, hat mir erzählt, dass das von der Landeskirche gelieferte Gottesdienstbuch (früher "Agende" genannt) oft in der Sakristei liegt. Wie geliefert. In Folie eingeschweißt.

Aber "Ringbuchpfarrer" gibt es bei uns auch.

Goldene Hochzeit im Verwandtenkreis, ich habe ministriert. Meßbuch lag an der Kredenz bereit, wurde nicht benötigt. Nun aber wurde mir zur Gabenbereitung vom Priester bedeutet, das Meßbuch zum Altar zu bringen. Oh - dachte ich mir, jetzt doch Meßbuch! Denkste. Er benötigte das Meßbuch als Stütze für sein Ringbuch. Ja.
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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Petrus » Freitag 22. Juni 2018, 07:29

Juergen hat geschrieben:
Donnerstag 21. Juni 2018, 21:26
Neue Bibelübersetzungen, die dann auch in der Liturgie benutzt werden, sind eine Lizenz zum Geld­drucken.
Da würde ich gern Mäuschen spielen, bei den Verhandlungen zwischen den Druckereien, den Verlagen und der Kirche …

Konkret weiß ich nur (mündlich überliefert, ist schon lange her, Quelle zuverlässig), dass für Komponisten oder solche, die sich dafür hielten, das Gotteslob eine Lizenz zum Gelddrucken war, und dass auch unter Pseudonym komponiert wurde. Damit das nicht so auffällt. Die Tantiemen fließen sicher heute noch.
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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Juergen » Freitag 22. Juni 2018, 10:33

Man kann den „Bedarf“ an neuen Büchern doch grob hochrechnen.

z.B. gibt es im Erzbistum Paderborn rund 600 Pfarreien. Je „braucht“ mindestens: Lektionare (derzeit gibt es m.W. 8 Bände + 1 Marienband). Der Preis liegt zwischen 40,-€ und 100,-€ je nach Band. Hinzu kommt noch ein Evangeliar – eine schöne Ausgabe für hohe Feste.
Macht also 6.000 neue liturgische Bücher. Da kommt man dann auf einen Umsatz von rund 1/2 Million Euro allein im Erzbistum Paderborn…

Dann denke man an die kleinen Lektionare als Beilage zum Stundenbuch. Pro Stück ist man rund 15,-€ los.
Insgesamt gibt es 16 Stück. Jeder Priester, der sich einen Komplettsatz zulegt gibt alleine für die Lektionare 240,-€ aus. Die 3 Stundenbücher liegen pro Stück bei rund 100,-€. Es sind also zusammen etwa 540,-€.
Würde sich jeder der 927 Priester hier im Erzbistum (Ordensschwestern und Konvente mal unberücksichtig) so etwas zulegen gibt das einen Umsatz von ebenfalls etwa 1/2 Mio. Euro.

Hinzu kommen Konvente, Bildungshäuser und nicht zuletzt Privateleute, die sich das ein oder andere liturgische Buch zulegen.
Gruß
Jürgen

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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Siard » Freitag 22. Juni 2018, 18:04

Petrus hat geschrieben:
Freitag 22. Juni 2018, 07:23
ach ja - bei Lutheranern gibt es eigentlich(!) ja auch Bücher.
Als die Erneuerte Agende rauskam wurde sie auch (jedenfalls in einer EKU-Landeskirche) auch als Ringbuch angeboten.
Wenn man Gottesdienstbüchern keine eigene Würde mehr zuerkennt – was weitgehend inzwischen auch für Meßbücher gilt – ist dieser Schritt nicht nur folgerichtig, sondern ausgesprochen sinnvoll.

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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Siard » Freitag 22. Juni 2018, 18:05

Petrus hat geschrieben:
Freitag 22. Juni 2018, 07:29
Die Tantiemen fließen sicher heute noch.
Ganz sicher! Bis 70 Jahre nach dem Tod des Verfassers.

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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Petrus » Freitag 22. Juni 2018, 18:35

Siard hat geschrieben:
Freitag 22. Juni 2018, 18:04
in einer EKU-Landeskirche
oh - bekenntnisuniert oder verwaltungsuniert?
non moriar, sed vivam, et narrabo oeras Domini.

Marcus, der mit dem C
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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Marcus, der mit dem C » Freitag 22. Juni 2018, 18:44

Petrus hat geschrieben:
Freitag 22. Juni 2018, 18:35
Siard hat geschrieben:
Freitag 22. Juni 2018, 18:04
in einer EKU-Landeskirche
oh - bekenntnisuniert oder verwaltungsuniert?
Bekenntnislos und verwaltunguniert! :zirkusdirektor:
"Das katholische Modell ist ja seit 2000 Jahren am Scheitern und daher dringend ablösungsbedürftig"

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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Siard » Freitag 22. Juni 2018, 22:21

Petrus hat geschrieben:
Freitag 22. Juni 2018, 18:35
oh - bekenntnisuniert oder verwaltungsuniert?
APU, als verwaltungsuniert.

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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von marcus-cgn » Freitag 6. Juli 2018, 19:29

Insbesondere die Übersetzung der Psalmen dürfte bei den Brevierbetern kritisch gesehen werden. Abgehen von den horrenden Kosten für eine Neuanschaffung der liturgischen Bücher geht der vertraute Wortlaut des Gebets verloren. Gebet braucht aber Ruhe und Kontinuität, gerade im ewig Gleichen liegt die Stärke des Breviergebets. Eine Neuübersetzung wäre hier nur nötig gewesen, wenn es wirklich krasse Defizite beim alten Text gab: War das so?

Die neuen Breviere dürften frühestens 2021 vorliegen, Neupriester werden die Gunst der Stunde nutzen günstige Restposten zu ergattern, der etablierte Klerus wird ohnehin so lange wie möglich an den alten Exemplaren festhalten. Das Gotteslob soll nicht geändert werden. Es werden Jahrzehnte vergehen bis die neue Psalmenübersetzung einen Sitz im Leben gefunden hat.
Wahrscheinlich dann, wenn die nächste Neuübersetzung in Angriff genommen wird.

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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Juergen » Freitag 6. Juli 2018, 19:45

marcus-cgn hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 19:29
Wahrscheinlich dann, wenn die nächste Neuübersetzung in Angriff genommen wird.
Ei­ne wei­te­re Neu­ü­ber­set­zung wird es wohl kaum ge­ben, da bis da­hin die gläu­bi­gen Ka­tho­li­ken, die so et­was zum Be­ten noch bräuch­ten, in Deutsch­land aus­ge­stor­ben sein wer­den.… :pfeif:

OK, wird nie­man­den in den Or­di­na­ri­aten stö­ren und von einer Neu­ü­ber­set­zung ab­hal­ten. :D
Gruß
Jürgen

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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Protasius » Freitag 6. Juli 2018, 23:34

marcus-cgn hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 19:29
Insbesondere die Übersetzung der Psalmen dürfte bei den Brevierbetern kritisch gesehen werden. Abgehen von den horrenden Kosten für eine Neuanschaffung der liturgischen Bücher geht der vertraute Wortlaut des Gebets verloren. Gebet braucht aber Ruhe und Kontinuität, gerade im ewig Gleichen liegt die Stärke des Breviergebets. Eine Neuübersetzung wäre hier nur nötig gewesen, wenn es wirklich krasse Defizite beim alten Text gab: War das so?

Die neuen Breviere dürften frühestens 2021 vorliegen, Neupriester werden die Gunst der Stunde nutzen günstige Restposten zu ergattern, der etablierte Klerus wird ohnehin so lange wie möglich an den alten Exemplaren festhalten. Das Gotteslob soll nicht geändert werden. Es werden Jahrzehnte vergehen bis die neue Psalmenübersetzung einen Sitz im Leben gefunden hat.
Wahrscheinlich dann, wenn die nächste Neuübersetzung in Angriff genommen wird.
Ein Defizit wäre die oftmals mangelnde Singbarkeit der alten Psalmtexte. Ob das mit der Neuübersetzung besser geworden ist, entzieht sich bislang meiner Kenntnis. Da das volkssprachliche Offizium nach meinen Beobachtungen selten nach dem Stundenbuch gesungen wird, sondern eher nach speziellen Publikationen wie dem Christuslob, ist das aber vermutlich nur von nachrangiger Bedeutung.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Siard » Sonnabend 7. Juli 2018, 00:16

Das ganze Durcheinander und Neumachen schadet dem Beten der Kirche, dem Glauben der Menschen und somit dem Leib Christi.
Man hat den Eindruck die römische Kirche ist wie ein Schlagerstar, der seine Karriere durch Schönheitsoperationen erhalten will. Irgendwann ist sein Aussehen entstellt, die Stimme weg und seine neuen Lieder niveaulos. Nur der Nachglanz der Vergangenheit hält ihn am Leben und im Bewustrsein der Menschen, aber er wird zur Karikatur seiner selbst. Schließlich wird er – zurecht – vergessen.

Nur die Leistungen seiner Vergangenheit habe vielleicht Bestand.

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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von martin v. tours » Sonnabend 7. Juli 2018, 08:25

Siard :daumen-rauf:
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Juergen » Sonnabend 7. Juli 2018, 13:48

:klatsch:
Gruß
Jürgen

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Re: Neue Einheitsübersetzung

Beitrag von Arkadi » Sonntag 8. Juli 2018, 21:57

Mir persönlich gefällt die neue Einheitsübersetzung überhaupt nicht, sie kommt mir bekannt und gleichzeitig fremd vor. Viele Verse wurden nur leicht verändert, auf ungewöhnliche, unharmonische Art und Weise.

Für ein Bibelstudium an der Uni vielleicht zeitgemäßer, um am Urtext zu arbeiten, aber für jemanden, der Zuhause aus Glauben die Bibel liest, weil er Spaß daran hat und sich dadurch wohler fühlt, eher ungeeignet.

Die alte Einheitsübersetzung ist einfach stimmiger. Ich denke es liegt nicht daran, dass ich mich an die alte Einheitsübersetzung gewöhnt habe, sondern viel mehr daran, dass die neue kein Mensch braucht. Ich habe schon viele Bibelübersetzungen versucht zu lesen, aber die alte Einheitsübersetzung ist einfach am schönsten geschrieben.

Ob die neue näher am Urtext ist, spielt für mich keine Rolle. Den Urtext kann man letztlich sowieso nicht wortwörtlich übersetzen bzw. man kann, aber dann würde es wahrscheinlich keiner mehr lesen.

Wichtig ist doch nicht, ob man den Urtext kennt, viel wichtiger ist doch, was zwischen den Zeilen liegt.

Ich finde es übrigens schade, dass die Einheitsübersetzung relativ teuer ist und es keine kostenlosen Bibeln gibt. Ich habe für meine Jerusalemer Bibel fast 40 Euro gezahlt und sie war auch jeden Euro wert, aber meines Erachtens sollte es mehr Vereine geben, die kostenlos Bibeln an Hilfsbedürftige verschenken. Die Protestanten kriegen es mit ihren Gideon Bibeln doch auch irgendwie hin und die Zeugen Jehovas auch, obwohl die Übersetzungen sicherlich sehr fragwürdig sind. Trotzdem wäre es schön auch für Katholiken kostenlose Einheitsübersetzungen zumindest vom NT zur Verfügung zu stellen.

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