Taizegesänge im Gottesdienst - gut oder schlecht ?

Von Orgelpfeifen, Zimbelspielern und Kantoren.

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Pit
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Taizegesänge im Gottesdienst - gut oder schlecht ?

Beitrag von Pit » Sonntag 16. April 2006, 16:26

Hallo !

Ich habe immer mal wieder - auch hier im "Kreuzgang" - kritische bis ablehnende Reaktionen gelesen, wenn die Rede auf Taizegesänge im Gottesdienst (oder der Messe ;-) )kam.
Nun, was haben die Kritiker hier im Forum dagegen - und warum ?

Gruß, Pit
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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht » Sonntag 16. April 2006, 16:35

Taize kommt nicht von meinen Leuten, auch wenn Roger im Auftrag der Kriche die Evangelen unterwandert hat, sollen andere Leute Sachen von meinen Leuten annehmen anstatt umgekehrt. Somit soll Taize den Gesang der Kirche übernehmen und die Kirche behält ihren Gesang ohne fremde Eindringlinge.

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holzi
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Re: Taizegesänge im Gottesdienst - gut oder schlecht ?

Beitrag von holzi » Sonntag 16. April 2006, 18:38

Pit hat geschrieben:Hallo !

Ich habe immer mal wieder - auch hier im "Kreuzgang" - kritische bis ablehnende Reaktionen gelesen, wenn die Rede auf Taizegesänge im Gottesdienst (oder der Messe ;-) )kam.
Nun, was haben die Kritiker hier im Forum dagegen - und warum ?

Gruß, Pit
Die überwiegende moralische Mehrheit hier (Ewald, Knecht Rupprecht, Eldar und Ottaviani - hab ich noch jemanden der schweigenden Mehrheit übersehen?) hält solche protestantischen Auswüchse der modernistischen VII-Sekte für teuflisch! Und früher war sowieso alles besser - Punkt. :P

Ich selbst finde die lateinischen Taizegesänge durchaus passend, viel passender als bspw. schlecht gesungene denglische Gospelstücke, wie sie gestern in unserer Osternacht gesungen wurden, z.T. so verkreischt, dass sich beim Schlusslied meine Fussnägel aufgerollt hatten.
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Pit
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Beitrag von Pit » Sonntag 16. April 2006, 19:11

Hallo Holzi,

danke, ich finde die Taizegesänge auch sehr passend, schon deshalb, weil sie - Taizekritiker aufgepasst! - meistens (zumindest die älteren Gesänge auf Latein) Texte aus der Bibel enthalten, und sehr oft in der Melodie den gregorianischen Gesängen angeglichen sind.

Gruß, Pit

Beispiele, was die Texte betrifft:

Laudate omnes gentes
Magnificat anima mea dominum
Jubilate deo
Bless the Lord, my soul (and bless his holy name)


etc.
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Beitrag von holzi » Sonntag 16. April 2006, 21:05

Pit hat geschrieben:Hallo Holzi,

danke, ich finde die Taizegesänge auch sehr passend, schon deshalb, weil sie - Taizekritiker aufgepasst! - meistens (zumindest die älteren Gesänge auf Latein) Texte aus der Bibel enthalten, und sehr oft in der Melodie den gregorianischen Gesängen angeglichen sind.

Gruß, Pit

Beispiele, was die Texte betrifft:

Laudate omnes gentes
Magnificat anima mea dominum
Jubilate deo
Bless the Lord, my soul (and bless his holy name)


etc.
Aber hier kannst du schreiben was du willst, ein Paar Herrschaften - die moralische Mehrheit eben¹) - regen sich immer auf.

¹) Vorsicht- Ironie!
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Linus
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Beitrag von Linus » Sonntag 16. April 2006, 21:32

tja, ich gestehe, ich find die gesänge durchaus(und in aller Regel) einer Messe angemessen;angemessener als so manche "Joy and Low-price Songs"
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Beitrag von HeGe » Sonntag 16. April 2006, 23:32

Beim Weltjugendtag habe ich ja mal einige Lieder kennengelernt, die ich zum Teil gar nicht so schlecht fand.

In der Liturgie haben sie m.E. dennoch keinen Platz. Da gehört eigentlich nur die Gregorianik hin. Und der Gesang der Psalmen.

Ich merke auch immer wieder, dass ich gut auf Orgelbegleitung verzichten könnte. Orgelmusik als Konzert ist ja schön, aber in der Liturgie muss es nicht unbedingt sein.

Ist aber zugegebenermaßen Geschmackssache. ;)
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Beitrag von Linus » Montag 17. April 2006, 07:49

@HeGe du Purist :D ;)
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Beitrag von lumieredeux » Mittwoch 19. April 2006, 12:01

Linus hat geschrieben:tja, ich gestehe, ich find die gesänge durchaus(und in aller Regel) einer Messe angemessen;angemessener als so manche "Joy and Low-price Songs"
"Joy and Low-price Songs", watt'n Begriff, aber sehr passend.
Ich mag Taizelieder, manchmal passen sie gut in ne Messe, manchmal aber auch so gar nicht. Kommt wirklich auf Lied und Situation an. Furchtbar schrecklich fand ich eine Gemeinde, die Laudate omnes gentes immer abwechselnd auf Latein und Deutsch gesungen hat. brrrr, das geht ja gar nicht!

Liebe Grüße
lumie

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Beitrag von Linus » Mittwoch 19. April 2006, 12:59

wobei es geht nix über nen anständigen choral samt scola
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Beitrag von holzi » Mittwoch 19. April 2006, 13:52

Linus hat geschrieben:wobei es geht nix über nen anständigen choral samt scola
Das hatte ich am Palmsonnta, wo ich dann noch feststellen durfte, dass einige der Sänger Kollegen von mir sind. Leider hatte der Hauptzelebrant seine besten Zeiten schon hinter sich. Auf gut bairisch gesagt: "Beim Herrn Prälaten klappert's Schutzblech scho arg!"
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Beitrag von Benedictus » Mittwoch 19. April 2006, 16:28

HeGe hat geschrieben: In der Liturgie haben sie m.E. dennoch keinen Platz. Da gehört eigentlich nur die Gregorianik hin. Und der Gesang der Psalmen.
Sehe ich genau so. Ich bin auch ein großer Freund der Gregorianik und habe auch mal eine Zeitlang in einer Männerschola mitgesungen. Leider ging der Trend von Seiten des Scholaleiters jedoch stark in die Richtung "Nich so viel Latein" und mittlerweile ist die Schola zur reinen Anstimmgruppe (besonders während der Kartage) geworden, weil ja die Leute angeblich mit dem ganzen Latein überfordert sind. Maximal werden noch einige Psalmengesänge in deutscher Sprache von der Schola gesungen, aber damit hat sichs dann auch schon.

Taizelieder - da gibt es sicherlich Schlimmeres, auch wenn es nicht unbedingt mein Geschmack ist.

Benedictus

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Beitrag von Pit » Sonntag 23. April 2006, 16:52

Hallo "Knecht",

was hast Du denn konkret gegen die Taize-Gesänge ? Ich meine nicht, ob Du sie persönlich magst oder nicht, denn das ist eben persönlicher Geschmack. Aber falls Du die Taize-Gesänge als solche per se ablehnen solltest, wirst Du sicher auch einen konkreten Grund dafür haben.

Gruß, Pit
<><
Knecht Ruprecht hat geschrieben:Taize kommt nicht von meinen Leuten, auch wenn Roger im Auftrag der Kriche die Evangelen unterwandert hat, sollen andere Leute Sachen von meinen Leuten annehmen anstatt umgekehrt. Somit soll Taize den Gesang der Kirche übernehmen und die Kirche behält ihren Gesang ohne fremde Eindringlinge.
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Beitrag von Knecht Ruprecht » Sonntag 23. April 2006, 20:39

Der konkrete Grund gegen etwas zu sein ist dass ich Sachen meiner Leute den Sachen fremder Leute vorziehe.
Natürlich ziehe ich Taizelieder vor jüdischen, moslemischen oder chinduistischen Liedern vor. Aber da ich katholische Lieder habe, ziehe ich diese vor nicht katholischen Liedern vor.
Auch fände ich es gut, wenn Leute ihre Taizelieder gegen katholische Lieder austauschen würden.

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Beitrag von Pit » Sonntag 23. April 2006, 22:39

Hallo "Knecht",

sorry, aber ich verstehe immer noch nicht ganz, was Du meinst.
Lehnst Du die Taize-Gesänge - textlich oft auf katholische Komponisten zurückgehend oder sogar von Katholiken komponiert - ab, weil Dir diese Art der Gesänge nicht liegt (übrigens Gesänge, die oft die Art russisch-orthodoxer Choräle aufgreifen oder die mittelalterlichen Psalmodien als Vorbild haben), oder einfach, weil Du sowieso die Communaute (Gemeinschaft/Bruderschaft) von Taize ablehnst ?

Gruß, Pit
Knecht Ruprecht hat geschrieben:Der konkrete Grund gegen etwas zu sein ist dass ich Sachen meiner Leute den Sachen fremder Leute vorziehe.
Natürlich ziehe ich Taizelieder vor jüdischen, moslemischen oder chinduistischen Liedern vor. Aber da ich katholische Lieder habe, ziehe ich diese vor nicht katholischen Liedern vor.
Auch fände ich es gut, wenn Leute ihre Taizelieder gegen katholische Lieder austauschen würden.
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Beitrag von Knecht Ruprecht » Sonntag 23. April 2006, 23:12

Gruppengesang, besonders wenn er sich überschneidet, als eine Gruppe singt etwas anderes als die andere und das gleichzeitig, hört sich ja meistens gut an. Ansonsten interessiert mich Taize genau so viel wie der Chinduismus. Was ich bedenklich finde ist, dass es im deutschsprachigen Raum Katholiken gibt, die offensichtlich ein Besuch in Taize einem Besuch bei der Gottesmutter vorziehen.

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