suche alten Text des Liedes "Tauet Himmel"

Von Orgelpfeifen, Zimbelspielern und Kantoren.

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Falk
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suche alten Text des Liedes "Tauet Himmel"

Beitrag von Falk » Sonntag 27. November 2005, 15:14

Kann mir jemand helfen?
Ich suche den alten Text des Liedes "Tauet Himmel den Gerechten".
Die erste Strophe habe ich schon, sie lautet:

»Tauet, Himmel, den Gerechten,
Wolken, regnet ihn herab!
Also rief in bangen Nächten
einst die Welt, ein weites Grab.
In von Gott verhaßten Gründen
herrschten Satan, Tod und Sünden,
fest verschlossen war das Tor
zu dem Himmelreich empor


anstatt des jetzt üblichen Textes:

»Tauet, Himmel, den Gerechten,
Wolken, regnet ihn herab!
rief das Volk in bangen Nächten,
dem Gott die Verheißung gab:
einst den Mittler selbst zu sehen
und zum Himmel einzugehen.
Denn verschlossen war das Tor,
bis der Heiland trat hervor


Die Schluss-Strophen müssen - so habe ich es jedenfalls auf einer nicht allzu deutlichen CD-Aufnahme zu hören gemeint - eine Vertonung der klassischen Lesung aus Römer 13, 11-14 zum ersten Adventssonntag sein, die mit den Worten enden:

"...Das ist jetzt unsre Pflicht,
wie es sein Apostel spricht."


Weitere Wortfetzen aus diesem Teil, die ich gerade so verstehen konnte:

"...Fort mit allen Taten,
die die Nacht zur Mutter hatten. ..."

Falls also jemand diesen alten Text kennt, wäre es schön, wenn er ihn hier mal einstellen würde.

Viele Grüße
Falk

Ecce Homo
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Re: suche alten Text des Liedes "Tauet Himmel"

Beitrag von Ecce Homo » Sonntag 27. November 2005, 15:38

Kannst du das Lied als mp3 reinstellen, dass wir "mithören" können...? Vielleicht kriegen wir´s gemeinsam raus...

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Juergen
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Re: suche alten Text des Liedes "Tauet Himmel"

Beitrag von Juergen » Sonntag 27. November 2005, 16:23

Falk hat geschrieben:Kann mir jemand helfen?
Ich suche den alten Text des Liedes "Tauet Himmel den Gerechten".
Die erste Strophe habe ich schon, sie lautet:...
Also hier mal der Text von M. Denis 1774 (lt. Sursum Corda Gesangbuch):

1. "Tauet, Himmel, den Gerechten, Wolken regnet ihn herab!", rief das Volk in bangen Nächten, dem Gott die Verheißung gab: einst den Mittler selbst zu sehen und zum Himmel einzugehen; denn verschlossen war das Tor, bis der Heiland trat hervor.

2. Voll Erbarmen hört das Flehen Gott auf seinem hohen Himmelsthron! Alles Fleisch soll nunmehr sehen Gottes Heil durch Gottes Sohn. Schnell flog Gottes Engel nieder, brachte diese Antwort wieder: "Sieh, ich bin des Herren Magd, mir gescheh, wie du gesagt!"

3. Und in unsres Fleisches Hülle kommt zur Welt des Vaters Sohn. Leben, Licht und Gnadenfülle bringt er uns vom Himmelsthron. Erde, jauchze auf in Wonne bi dem Strahl der neuen Sonne. Bald erfüllt ist die Zeit, macht ihm euer Herz bereit.

4. Da die Botschaft angekommen, war Maria im Gebet; da das Wort Fleisch angenommen, ging sie zu Elisabeth. Von dem Gruße ganz durchdrungen, ist Johannes aufgesprungen, der von Gott geheiligt war, eh die Mutter ihn gebar.

5. Dieser ließ die Stimm erschallen: "Sünder, wacht vom Schlummer auf, denn es naht das Heil uns allen, hemmt euren Sündenlauf!" - Brüder, laßt zu diesen Zeiter unser Herz zur Buß bereiten, wandelt auf der Tugend Bahn, ziehet Jesum Christum an!



Im Paderborner Gotteslob findet sich diese Fassung nicht mehr, sondern nur eine Neufassung von Friedrich Kienecker von 1973. :(
Gruß
Jürgen

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Juergen
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Beitrag von Juergen » Sonntag 27. November 2005, 16:28

Die erste von Dir genannte Strophe findet man da:

http://gutenberg.spiegel.de/rosegger/wa ... ldb231.htm

(Peter Rosegger: "Als ich noch ein Waldbauernbub war.")
Gruß
Jürgen

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Beitrag von Ecce Homo » Sonntag 27. November 2005, 16:43

Eine abgewandelte Strophe habe ich in einem Gesangbuch gefunden, die so oben von Jürgen nicht genannt ist:
Lasst uns wie am Tage wandeln, /
allzeit für den Herrn bereit; /
suchet, um gerecht zu handeln, /
Wahrheit, Fried und Einigkeit! /
Lasset uns in diesen Zeiten /
unser Herz zur Buß´bereiten /
wandeln auf des Lichtes Bahn, /
ziehen Jesus Christus an!
Zuletzt geändert von Ecce Homo am Sonntag 27. November 2005, 16:49, insgesamt 1-mal geändert.

Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Sonntag 27. November 2005, 16:48

Gerade noch in einem "norddeutschen" Gesangbuch (Bistum Trier) nachgeschaut und noch zwei Strophen gefunden, die es oben auch in dieser Form noch nicht hatte:
Sankt Johannes lässt erschallen /
seinen Ruf: "Kehrt um, erwacht!" /
Denn es naht das Heil uns allen; /
es ist Tag, vorbei die Nacht. /
Lasset uns das Herz bereiten /
Gott in diesen Gnadenzeiten; /
wandeln auf des Lichtes Bahn, /
ziehet Jesus Christus an!

Vater, komm und hilf erfüllen, /
was dein Sohn uns kundgetan, /
dass die Welt nach deinem Willen /
allzeit sich erneuern kann! /
Komm, und bringe uns den Frieden, /
den du deinem Volk beschieden, /
bis nach allem Kampf und Streit /
wir dich schaun in Ewigkeit!

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Beitrag von Falk » Sonntag 27. November 2005, 19:36

Euch allen, die ihr gesucht und geantwortet habt, vielen Dank!
Das mit mp3 klappt bei mir leider nicht.
Vielleicht gelingt es mir ja, dass ich den gesuchten Text durch mehrmaliges Hören der erwähnten CD unter Berücksichtigung der hier von euch gegebenen Hinweise über weitere bzw. andere Strophen des besagten Adventsliedes doch noch richtig verstehe.
Sollte ich ihn zusammenbekommen, kann ich hier ja noch mal eine Info geben.

Einen schönen restlichen 1. Advents-Sonntag wünscht allen
Falk

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HeGe
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Beitrag von HeGe » Sonntag 27. November 2005, 20:40

In meinem Schott steht unter der Bezeichnung "Österreichisches Einheitslied" ( :hmm: ) noch folgende Version:

"Tauet, Himmel, den Gerechten, Wolken regnet ihn herab!"
Also rief in bangen Nächten einst die Welt, ein weites Grab. In
von Gott verfluchten Gründen herrschten Satan, Tod und Sün-
den. Fest verschlossen war das Tor zu des Heiles Erb' empor.

Doch der Vater ließ sich rühren, dass er uns zu retten sann;
und den Ratschluss auszuführen, trug der Sohn sich freudig an.
Gabriel flog schnell hernieder, kehrte mit der Antwort wieder:
"Sieh, ich bin die Magd des Herrn, was er will, erfüll' ich gern!"


Im Kölner Diözesanhang stehen nur die ersten beiden Strophen von der Version, die Jürgen bereits gepostet hat.
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Beitrag von Juergen » Sonntag 27. November 2005, 21:50

HeGe hat geschrieben:Im Kölner Diözesanhang stehen nur die ... Strophen von der Version, die Jürgen bereits gepostet hat.
Ebenso in der Kölner Vorgängerversion vom Gotteslob.
Gruß
Jürgen

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Beitrag von Falk » Sonntag 27. November 2005, 22:41

HeGe hat geschrieben:In meinem Schott steht unter der Bezeichnung "Österreichisches Einheitslied" ( :hmm: ) noch folgende Version:

"Tauet, Himmel, den Gerechten, Wolken regnet ihn herab!"
Also rief in bangen Nächten einst die Welt, ein weites Grab. In
von Gott verfluchten Gründen herrschten Satan, Tod und Sün-
den. Fest verschlossen war das Tor zu des Heiles Erb' empor.

Doch der Vater ließ sich rühren, dass er uns zu retten sann;
und den Ratschluss auszuführen, trug der Sohn sich freudig an.
Gabriel flog schnell hernieder, kehrte mit der Antwort wieder:
"Sieh, ich bin die Magd des Herrn, was er will, erfüll' ich gern!"


Im Kölner Diözesanhang stehen nur die ersten beiden Strophen von der Version, die Jürgen bereits gepostet hat.

Diese beiden Strophen sind offenbar identisch mit der Version, die ich auf der besagten CD gehört habe.
Gibt's unter dem "Österreichischen Einheitslied" eventuell noch weitere Strophen?

Viele Grüße
Falk

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Beitrag von HeGe » Sonntag 27. November 2005, 23:44

Nein, das waren die einzigen beiden, tut mir leid.
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Beitrag von ottaviani » Montag 28. November 2005, 09:27

ich ha nur grad keine ausgabe der "betenden gemeinde" zur hand da ist es drinnen bitte ein paar tage geduld

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Beitrag von Falk » Montag 28. November 2005, 10:27

Also ich habe nun aus dem mehrmaligen Anhören der fraglichen Version des Liedes "Tauet Himmel" folgenden Text - z. T. trotz aller Anstrengung beim Hinhören nur bruchstückhaft - verstanden:

1. Tauet, Himmel, den Gerechten,
Wolken regnet ihn herab!"
Also rief in bangen Nächten
einst die Welt, ein weites Grab.
In von Gott verfluchten Gründen
herrschten Satan, Tod und Sünden.
Fest verschlossen war das Tor
zu des Heiles Erb' empor.

2. Doch der Vater ließ sich rühren,
dass er uns zu retten sann;
und den Ratschluss auszuführen,
trug der Sohn sich freudig an.
Gabriel flog schnell hernieder,
kehrte mit der Antwort wieder:
"Sieh, ich bin die Magd des Herrn,
was er will, erfüll' ich gern!"


3. Dein Gehorsam ist mein Leben,
Jungfrau demutsvoll und keusch;
Gottes Geist wird dich umschweben,
und des Vaters Wort wird Fleisch.
Menschen betet an im Staube

(wider Höll' und ihren Glauben?)
Aber Adam (..?..)
weil mein Heiland kommen soll.

4. Einen Zuruf hör ich schallen:
Brüder wacht vom Schlummer auf!
Denn es naht das Heil uns allen,
Nacht ist fort der Tag im Lauf.
Darum fort mit allen Taten,
die die Nacht zur Mutter hatten!
Künftig ziehe jedermann
nur des Lichtes Waffen an.


5. Lasst uns wie am Tage wandeln,
allzeit auf den Herrn bereit,
nicht nach
(Fleisch Begehren?) handeln,
weit verbannt sei Zank und Neid (Streit?).
(...?...)
...dessen Ankunft wir erwarten.
Dieses ist nun unsre Pflicht,
so wie sein Apostel spricht.


Erinnert sich nun vielleicht doch noch jemand an diese Version des Liedes u. kann eventuell die Lücken mit dem richtigen Text füllen?

Gruß
Falk

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Beitrag von Juergen » Montag 28. November 2005, 10:38

Ich habe noch eine Version in einem Gebet- und Gesangbuch des Bistums Aachen gefunden. Das Buch stammt aus den 30er Jahren.
Es sind nur 2 Strophen abgedruckt. Die erste ist identisch mit der von mir oben schon geposteten Strophe aus dem "Sursum Corda", die zweite lautet:

2. Gott der Vater ließ sich rühren, daß er uns zu retten sann; und den Ratschluß auszuführen, bot der Sohn sich selber an. Schnell flog Gottes Engel nieder, brachte diese Antwort wieder: "Sieh, ich bin des Herren Magd, mir gescheh', wie du gesagt!"


Im Gesangbuch des Bistums Bamberg, findet sich die Version:

1) wie heute
2) wie im Gesangbuch des Bistums Aachen

3. Dein Gehorsam ist uns Leben, Jungfrau demutsvoll und keusch; als das Jawort du gegeben, ward das Wort des Vaters Fleisch. Erde jauchze auf in Wonne, bei dem Strahl der neuen Sonne; fernhin bis zum Niedergang werde alles Lobgesang.

4. Ja, er kommt in Menschenhülle, wie der Seher Mund versprach; Leben, Licht und Gnadenfülle folgen dem Verheißnen nach; seht, des Todes Schatten schwinden, nieder sinkt das Reich der Sünden, Und der Schuldgen Sklavenband bricht der Herr im Knechtsgewand.



Interessanterweise steht überall als Textdichter "M. Denis 1774" :hmm:
Gruß
Jürgen

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Beitrag von Falk » Montag 28. November 2005, 12:24

Juergen hat geschrieben:Ich habe noch eine Version in einem Gebet- und Gesangbuch des Bistums Aachen gefunden. Das Buch stammt aus den 30er Jahren.
Es sind nur 2 Strophen abgedruckt. Die erste ist identisch mit der von mir oben schon geposteten Strophe aus dem "Sursum Corda", die zweite lautet:

2. Gott der Vater ließ sich rühren, daß er uns zu retten sann; und den Ratschluß auszuführen, bot der Sohn sich selber an. Schnell flog Gottes Engel nieder, brachte diese Antwort wieder: "Sieh, ich bin des Herren Magd, mir gescheh', wie du gesagt!"


Im Gesangbuch des Bistums Bamberg, findet sich die Version:

1) wie heute
2) wie im Gesangbuch des Bistums Aachen

3. Dein Gehorsam ist uns Leben, Jungfrau demutsvoll und keusch; als das Jawort du gegeben, ward das Wort des Vaters Fleisch. Erde jauchze auf in Wonne, bei dem Strahl der neuen Sonne; fernhin bis zum Niedergang werde alles Lobgesang.

4. Ja, er kommt in Menschenhülle, wie der Seher Mund versprach; Leben, Licht und Gnadenfülle folgen dem Verheißnen nach; seht, des Todes Schatten schwinden, nieder sinkt das Reich der Sünden, Und der Schuldgen Sklavenband bricht der Herr im Knechtsgewand.



Interessanterweise steht überall als Textdichter "M. Denis 1774" :hmm:
Derselbe Text - also insgesamt 4 Strophen im zitierten Wortlaut - findet sich auch im letzten "vorkonziliaren" Gesang- und Gebetbuch des Bistums Berlin "Ehre sei Gott", Nr. 5, allerdings ohne Angabe eines Textdichters.

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Beitrag von Juergen » Montag 28. November 2005, 12:32

Falk hat geschrieben:Derselbe Text - also insgesamt 4 Strophen im zitierten Wortlaut - findet sich auch im letzten "vorkonziliaren" Gesang- und Gebetbuch des Bistums Berlin "Ehre sei Gott", Nr. 5, allerdings ohne Angabe eines Textdichters.
Das Lied findet sich im Stammteil des Gotteslobes nicht, sondern nur in den Diözesananhängen.

Es wäre mal interessant zu sehen, ob die einzelnen Bistümer bei diesem Lied ihre Eigentexte bewahrt haben.

:hmm:
Gruß
Jürgen

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Beitrag von Falk » Montag 28. November 2005, 14:02

Juergen hat geschrieben: ...Das Lied findet sich im Stammteil des Gotteslobes nicht, sondern nur in den Diözesananhängen.

Es wäre mal interessant zu sehen, ob die einzelnen Bistümer bei diesem Lied ihre Eigentexte bewahrt haben.

:hmm:
Im Liedhang des Gotteslobs für die Bistümer Dresden-Meißen, Erfurt, Görlitz und Magdeburg steht das Lied unter Nr. 802 mit folgendem Text:

1. "Tauet Himmel den Gerechten,
Wolken regnet ihn herab!",
rief das Volk in bangen Nächten,
dem Gott die Verheißung gab:
einst den Mittler selbst zu sehen
und zum Himmel einzugehen.
Denn verschlossen war das Tor,
bis der Heiland trat hervor.

2. Gott der Vater ließ sich rühren,
dass er uns zu retten sann;
und den Ratschluss auszuführen,
trug der Sohn sich selber an.
Schnell flog Gottes Engel nieder,
brachte diese Antwort wieder:
"Sieh, ich bin des Herren Magd,
mir gescheh', wie du gesagt."

3. In des Fleisches armer Hülle
steigt herab nun Gottes Sohn;
Leben, Licht und Gnadenfülle
bringt er uns vom Himmelsthron.
Erde, jauchze auf in Wonne
bei dem Strahl der neuen Sonne!
Fernhin bis zum Niedergang
werde alles Lobgesang!

4. Sankt Johannes lässt erschallen
seinen Bußruf: "Auf, erwacht!
Denn es naht das Heil uns allen.
Es ist Tag, vorbei die Nacht.
Lasset uns das Herz bereiten
Gott in diesen Gnadenzeiten.
Wandelt auf des Lichtes Bahn,
ziehet Jesus Christus an!"

5. Auf, bereitet nun die Wege
dem Erlöser, der euch naht!
Machet grade alle Wege,
machet eben jeden Pfad!
Lasse ab von seinen Sünden,
wer bei ihm will Gnade finden.
Kommt mit gläubigem Vertraun,
kommt das Heil der Welt zu schaun!

6. Komm, o Herr, hilf uns erfüllen
deines Dieners heilgen Rat.
Komm nach deines Vaters Willen,
wie sein Wort verkündet hat.
Komm herab und bring uns Frieden,
den du jenen hast beschieden,
die voll guten Willens sind.
Komm zu uns, o göttlich Kind.

T: nach Wien 1774
M: ortsüblich

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Beitrag von Falk » Montag 28. November 2005, 14:10

ottaviani hat geschrieben:ich ha nur grad keine ausgabe der "betenden gemeinde" zur hand da ist es drinnen bitte ein paar tage geduld
Könntest du den Text bis Freitag "besorgen"?
Das wäre prima, denn dann könnten wir ihn am Sonnabend in Familie beim Morgengebet mal singen und somit eine kleine private Rorate zum Advent machen.

Viele Grüße
Falk

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Beitrag von Juergen » Montag 28. November 2005, 14:13

Falk hat geschrieben:Könntest du den Text bis Freitag "besorgen"?
Das wäre prima, denn dann könnten wir ihn am Sonnabend in Familie beim Morgengebet mal singen und somit eine kleine private Rorate zum Advent machen.
Rorate? Guckst Du da:

http://www.schimmelpfeng.org/kantill/rorate01.htm
http://www.schimmelpfeng.org/kantill/rorate02.htm


Lat:
Rorate caeli desuper, et nubes pluant iustum.
Rorate caeli desuper, et nubes pluant iustum.

Ne irascaris Domine, ne ultra memineris iniquitatis: ecce civitas Sancti facta est deserta: Sion deserta facta est: Jerusalem desolata est: domus sanctificationis tuae et gloriae tuae, ubi laudaverunt te patres nostri.

Rorate caeli desuper, et nubes pluant iustum.

Peccavimus, et facti sumus tamquam immundus nos, et cecidimus quasi folium universi: et iniquitates nostrae quasi ventus abstulerunt nos: abscondisti faciem tuam a nobis, et allisisti nos in manu iniquitatis nostrae.

Rorate caeli desuper, et nubes pluant iustum.

Vide Domine afflictionem populi tui, et mitte quem missurus es: emitte Agnum dominatorem terrae, de Petra deserti ad montem filiae Sion: ut auferat ipse iugum captivitatis nostrae.

Rorate caeli desuper, et nubes pluant iustum.

Consolamini, consolamini, popule meus: cito veniet salus tua: quare maerore consumeris, quia innovavit te dolor? Salvabo te, noli timere, ego enim sum Dominus Deus tuus, Sanctus Israel, Redemptor tuus.

Rorate caeli desuper, et nubes pluant iustum.
Die Melodie für den lat. Text ist ähnlich der oben für den dt. Text verlinkten; leider habe ich für die lat. Fassung im Moment keine Noten da.
Gruß
Jürgen

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Beitrag von Linus » Montag 28. November 2005, 14:25

Die Betende Gemeinde 1948 Wien Verlag Herder: hat geschrieben:
1. Tauet, Himmel, den Gerechten,
Wolken regnet ihn herab!"
Also rief in langen Nächten
einst die Welt, ein weites Grab.
In von Gott verfluchten Gründen
herrschten Satan, Tod und Sünden.
Fest verschlossen war das Tor
zu des Heiles Erb' empor.

2. Doch der Vater ließ sich rühren,
dass er uns zu retten sann;
und den Ratschluss auszuführen,
trug der Sohn sich freudig an.
Gabriel flog schnell hernieder,
kehrte mit der Antwort wieder:
"Sieh, ich bin die Magd des Herrn,
was er will, erfüll' ich gern!"

3. Dein Gehorsam ist mein Leben,
Jungfrau demutsvoll und keusch;
Gottes Geist wird dich umschweben,
und des Vaters Wort wird Fleisch.
Menschen betet an im Staube
Weh' der Höll' und ihrem Raube
Über Adams Kinder wohl
weil ein Heiland kommen soll.

4. Einen Zuruf hör ich schallen:
Brüder wacht vom Schlummer auf!
Denn es naht das Heil uns allen,
Nacht ist fort der Tag im Lauf.
O dann fort mit allen Taten,
die die Nacht zur Mutter hatten!
Künftig ziehe jedermann
nur des Lichtes Waffen an.

5.Lasst uns wie am Tage wandeln,
nicht in Fraß und Trunkenheit,
nicht nach Fleischbegierden handeln,
weit verdammt sei Zank und Neid.
Jenem gänzlich nacxhzuarten,
dessen Ankunft wir erwarten,
dieses ist nun unsre Pflicht,
so wie sein Apostel spricht.

6. Welterlöser! Ich erfülle
Deines treuen Knechtes Rat
Komm in meines Fleisches Hülle
wie dein Brot verkündet hat
Komm und bringe mir den Frieden!
Menschen ist er nur beschieden,
die von gutem Willen sind,
komm ich bin es göttlich Kind!

Die 1959 Texfassung oder andere müsst ich mal nachsehen (Schwiegermama hat ungefähr drei vier Verschiedene Ausgaben der BG)- wenn erwünscht.
Linus
PS. Danke Ottaviani für die Betende Gemeinde!
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein

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Beitrag von Falk » Montag 28. November 2005, 14:55

Vielen Dank, Linus, genau das ist der Text, den ich gesucht habe.

Gruß
Falk

P.S. Die anderen Textfassungen wären aber sicher auch interessant.

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Beitrag von ottaviani » Montag 28. November 2005, 16:13

dank dem lieben linus und einer betenden gemeinde hat die sache ja nun einen guten abschluß gefunden :mrgreen: :mrgreen:

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Beitrag von Linus » Montag 28. November 2005, 16:21

ottaviani hat geschrieben:dank dem lieben linus und einer betenden gemeinde hat die sache ja nun einen guten abschluß gefunden :mrgreen: :mrgreen:
es ist das exemplar das ich von dir hab, ottaviani. :kiss:
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
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Beitrag von Linus » Dienstag 29. November 2005, 10:30

Falk hat geschrieben: P.S. Die anderen Textfassungen wären aber sicher auch interessant.
Zu 1960 hat sich nichts geändert (BG, Herder Ausgabe f. Wien)
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
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Beitrag von Benedictus » Mittwoch 30. November 2005, 16:54

Aber interessant ist es ja doch mal wieder, wie da ein Text im Laufe der Zeit "entschärft" wurde um "gefälliger" und "ansprechender" zu sein und damit elementare Aussagen des Liedes zerstört werden.

Benedictus

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Beitrag von Juergen » Mittwoch 30. November 2005, 18:26

Benedictus hat geschrieben:Aber interessant ist es ja doch mal wieder, wie da ein Text im Laufe der Zeit "entschärft" wurde um "gefälliger" und "ansprechender" zu sein und damit elementare Aussagen des Liedes zerstört werden.
Hast Du den Urtext, wie der Autor es geschrieben hat?
Kannst Du mal kurz die Stationen skizzieren in welcher Reihenfolge (am besten auch von wem) der Text "im Laufe der Zeit 'entschäft' wurde"?

Das ganze am besten schön chronologisch mit Jahreszahlen auflisten.

Vielen Dank.


Das Original findet sich vermutlich im Diözesangesangbuch Josephs II. bzw. im "Landshuter Gesangbuch"
http://www.erzbistum-muenchen-und-freis ... ewsID=7546
http://www.erzbistum-muenchen-und-freis ... ewsID=7502

Kannst Du Dir ja mal kaufen und uns dann Deine Erkenntnisse mitteilen.
Gruß
Jürgen

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Beitrag von Benedictus » Freitag 2. Dezember 2005, 14:38

Juergen hat geschrieben: Hast Du den Urtext, wie der Autor es geschrieben hat?
Nein..
Kannst Du mal kurz die Stationen skizzieren in welcher Reihenfolge (am besten auch von wem) der Text "im Laufe der Zeit 'entschäft' wurde"?

Das ganze am besten schön chronologisch mit Jahreszahlen auflisten.
Nein, dazu müsste man sich intensiv mit der textlichen Entwicklung dieses Liedes befassen, wozu ich weder Zeit noch Lust noch die erforderlichen Unterlagen habe. Ich gehe jedoch davon aus, dass die ältere Version näher am Urtext ist als die heute gebräuchliche.

Auch wenn ich das jetzt in diesem Fall nicht gezielt wissenschaftlich untermauern kann, so stelle ich doch allgemein fest, dass die Tendenz besteht, wie beispielsweise bei der Überarbeitung des Gotteslobes vor Jahren, Liedtexte zu verändern und den vermeintlich geänderten Gegebenheiten anzupassen. So wurden beispielsweise aus Brüdern Geschwister, Schwestern und Brüder, Gemeinde etc. oder aus dem Jammertal ein Erdental. Es wurden also Textänderungen vorgenommen, einerseits, um der Gleichberechtigung von Mann und Frau Rechnung zu tragen, andererseits aber auch, um eben allzu drastische Schilderungen, die man für nicht mehr zeitgemäß hält, zu beseitigen, zu "entschärfen". Und da es nunmal nicht mehr zeitgemäß erscheint, von der Erde als Jammertal zu sprechen, als einem Ort, an dem Sünde herrscht, der Mensch von Begierden geleitet wird, bietet es sich an derartige Passagen zu streichen und "gefälliger" zu gestalten. Oder, um ein Zitat aus dem Film "Die üblichen Verdächtigen" zu bemühen:
Kayser Soze hat geschrieben: „Der größte Trick den der Teufel je gebracht hat, war die Welt glauben zu lassen, es gäbe ihn gar nicht. ... und einfach so ist er weg."
In diesem Sinne,

Benedictus

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Beitrag von Uwe Schmidt » Sonntag 4. Dezember 2005, 01:01

Sehe gerade, dass RORATE COELI DESUPER nur die lateinische Fassung von Jesaiah 45,8 ist...
Und von wem stammt die herrliche Melodie?

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Juergen
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Beitrag von Juergen » Sonntag 4. Dezember 2005, 12:42

Benedictus hat geschrieben:Auch wenn ich das jetzt in diesem Fall nicht gezielt wissenschaftlich untermauern kann, so stelle ich doch allgemein fest, dass die Tendenz besteht, wie beispielsweise bei der Überarbeitung des Gotteslobes vor Jahren, Liedtexte zu verändern und den vermeintlich geänderten Gegebenheiten anzupassen. So wurden beispielsweise aus Brüdern Geschwister, Schwestern und Brüder, Gemeinde etc. oder aus dem Jammertal ein Erdental. Es wurden also Textänderungen vorgenommen, einerseits, um der Gleichberechtigung von Mann und Frau Rechnung zu tragen, andererseits aber auch, um eben allzu drastische Schilderungen, die man für nicht mehr zeitgemäß hält, zu beseitigen, zu "entschärfen". ...
Nunja,
andererseits hat man bei manchen Lieder den Text geändert um in "frommer" (um es mal so auszudrücken) klingen zu lassen.

Schönes Beispiel ist: "Stille Nacht, heilige Nacht"

Original: Nur das traute heilige Paar. Holder Knab im lokkigten Haar
Geändert in: Nur das traute hochheilige Paar. Holder Knabe im lockigen Haar

Original: Jesus in deiner Geburt!
Geändert in: Christ in deiner Geburt!


Aus einem "Bauchgefühl" heraus läßt sich wohl nicht entscheiden, was da die ältere Fassung ist. Nach Deiner Logik, müßte wohl die Originalform die jüngere sein....
Gruß
Jürgen

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Juergen
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Beitrag von Juergen » Sonntag 4. Dezember 2005, 13:00

Benedictus hat geschrieben:...Ich gehe jedoch davon aus, dass die ältere Version näher am Urtext ist als die heute gebräuchliche...
Aha!
Älter = näher am Urtext.

Oben hatte ich schon einen Text zitiert:
Juergen hat geschrieben:Ich habe noch eine Version in einem Gebet- und Gesangbuch des Bistums Aachen gefunden. Das Buch stammt aus den 30er Jahren.
Der Text aus "Betende Gemeinde" war von 1959.

Dann hier der Text aus der einer älteren Ausgabe des "Sursum Corda", die muß so um 1932 erschienen sein, da der kirchl. Kalender als erstes Jahr das Jahr 1932 aufführt. Ein Druckdatum ist nicht drin. Es ist die Version, die noch ohne Noten gedruckt war.

Jedenfalls älter als "Betende Gemeinde" und damit "näher am Urtext" :roll:
  1. "Tauet, Himmel, den Gerechten, Wolken, regnet ihn herab!" rief das Volk in bangen Nächten, dem Gott die Verheißung gab: einst den Mittler selbst zu sehen und zum Himmel einzugehen; denn verschlossen war das Tor, bis der Heiland trat hervor.
  2. Gott der Vater ließ sich rühren, daß er uns zu retten kann; und den Ratschluß auszuführen, trug der Sohn sich selber an. Schnell eilt Gabriel hernieder, bringt zurück die Antwort wieder: "Sieh, ich bin des Herren Magd, mir gescheh', wie du gesagt!"
  3. Da die Botschaft angekommen, war Maria im Gebet; als das Wort Fleisch angenommen ging sie zu Elisabeth. Von der Jungfrau Gruß durchdrungen, ist Johannes aufgesprungen, der von Gott geheiligt war, eh' die Mutter ihn gebar.
  4. Dieser ließ die Stimm' erschallen: "Sünder, wacht vom Schlummer auf; denn es naht das Heil uns allen, hemmet euren Sündenlauf!" Laßt denn, Brüder, uns beizeiten unser Herz zur Buß' bereiten, wandeln auf der Tugend Bahn, ziehen Jesum Christum an.
  5. LAßt uns wie am Tage wandeln allzeit auf den Herrn bereit, suchen, um gerecht zu handeln, Wahrheit, Fried und Einigkeit. Unserm Heiland laßt uns leben, der sich uns zum Trost gegeben, daß wir froh von hinnen geh'n, ihn im Himmel selber seh'n.
Du sagtest:
Benedictus hat geschrieben:...Ich gehe jedoch davon aus, dass die ältere Version näher am Urtext ist als die heute gebräuchliche...
Der Text aus "Betende Gemeinde" war von 1959. -- Die anderen Texte über 20 Jahre älter.

Du bist also einerseits generell der Meinung, daß ein älterer Text näher am Urtext ist als ein jüngerer Text, andererseits bist du im Falle dieses Liedes der Meinung, daß der jüngere Text von 1959 näher am Urtext ist. Das verstehe wer will.... :hmm:
Gruß
Jürgen

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Benedictus
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Beitrag von Benedictus » Montag 5. Dezember 2005, 09:34

Juergen hat geschrieben: Du bist also einerseits generell der Meinung, daß ein älterer Text näher am Urtext ist als ein jüngerer Text, andererseits bist du im Falle dieses Liedes der Meinung, daß der jüngere Text von 1959 näher am Urtext ist. Das verstehe wer will.... :hmm:

Na gut, na gut... Es liegen da also zwei Textfassungen vor, die etwa 30 Jahre auseinander liegen und stark voneinander abweichen. Es scheinen sich hier also tatsächlich parallel zwei verschiedene Texte entwickelt zu haben. Interessant wäre es sicherlich, mal einen Blick auf den wirklichen Urtext zu werfen, was aber leider ohne weiteres nicht möglich ist. Und ob nun tatsächlich der Text aus der Betenden Gemeinde von 1959 jünger ist als der aus Sursum Corda, läßt sich ja wiederum auch nicht beweisen, es wäre ja möglich, dass bei der Betenden Gemeinde auf eine ältere Textfassung zurückgegriffen wurde, auch wenn das Buch erst 1959 erschienen ist. Umgekehrt wäre es allerdings - das gebe ich zu, ebenfalls möglich, beweisen ließe sich das wohl nur nach ausgiebigen Recherchen.

Stimmst Du mir denn wenigstens zu, dass mein "Bauchgefühl" mich nicht trügt, wenn ich behaupte, dass generell die Tendenz besteht, Liedtexte "gefälliger" zu machen, sie an die vermeintlich geänderten Bedürfnisse anzupassen und sie damit nicht unbedingt besser werden?

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Montag 5. Dezember 2005, 10:36

Also, egal welche Fassung: Die einleitenden Verse
dieses Liedes sind eigentlich ein Etikettenschwindel.
Überdies finde ich insbesondere die zweite Strophe
anstößig.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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