Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Von Orgelpfeifen, Zimbelspielern und Kantoren.

Moderator: taddeo

Was haltet ihr von protestantischen Liedern im katholischen Gottesdienst?

Das ist ein schönes Zeichen der Ökumene.
5
17%
Singen "die" auch "unsere" Lieder?
3
10%
So lange die Lieder nicht theologisch bedenklich sind ...
8
28%
Das bedeutet einen Einbruch der Reformation in das Herz der Katholizität.
2
7%
Sowas gibt es am Zelebrationsort meiner Wahl gar nicht.
1
3%
Mir doch egal.
2
7%
Ich singe sowieso nicht.
2
7%
Ich singe alles mit.
1
3%
Exkommunikation.
2
7%
Ich bin evangelisch und will nicht, dass ihr Katholen unsere Lieder singt.
3
10%
 
Abstimmungen insgesamt: 29

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Schwenkelpott
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Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Schwenkelpott » Montag 24. Oktober 2016, 11:56

An die Kreuzgänger:

Was ist eure Meinung zu Liedern aus der protestantischen Tradition, wie es sie ja häufig im Gotteslob gibt, im Rahmen von katholischen Gottesdiensten?
Der Katholik steht und will stehen in Allem auf historischem Boden; nur das Erdreich der Überlieferung gibt ihm Festigkeit und Nahrung; nur was sich an Überliefertes anschließt, gedeiht und treibt zu neuen Blüten und neuem Samen.
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Amanda
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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Amanda » Montag 24. Oktober 2016, 12:02

Solange sie mit dem katholischen Glauben vereinbar sind, sehe ich da praktisch kein Problem. Unbestreitbar ist, dass der Protestantismus einige wirklich großartige Liedtexte hervorgebracht hat. Insbesondere denke ich da an Paul Gerhardt und Jochen Klepper.
"Die Kirche scheint immer der Zeit hinterher zu sein,
obwohl sie doch in Wirklichkeit jenseits der Zeit ist;
sie wartet, bis der letzte Tick seinen letzten Sommer gehabt hat."
Gilbert Keith Chesterton

Dieter
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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Dieter » Montag 24. Oktober 2016, 12:15

Ich will ganz ehrlich sein:

Eine Spezialität des Protestantismus ist das evangelische Liedgut. Die Lieder von Luther, Paul Gerhard, Joachim Neander, Zinzendorf, J.S. Bach usw kommen aus der Tiefe der Seele. In ihnen spürt man das Ringen um einen gnädigen Gott und um die Rechtfertigung.

Katholiken singen ihre katholischen Kirchenlieder mit mehr Leichtigkeit. Sie grübeln dabei weniger um den Text und hinterfragen weniger als es Protestanten tun.

Wenn ich Lieder von Paul Gerhard oder Zinzendorf in einer katholischen Messe hören, ärgere ich mich oft. Ich habe das Gefühl, dass die Besucher diese Lieder singen, weil sie eben am Liederanzeiger angezeigt sind.

Die Tiefe des protestantischen Liedguts ist ein Schatz, der nicht so schnell aufgegeben werden darf.

taddeo
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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von taddeo » Montag 24. Oktober 2016, 12:36

Dieter hat geschrieben:Ich will ganz ehrlich sein:

Eine Spezialität des Protestantismus ist das evangelische Liedgut. Die Lieder von Luther, Paul Gerhard, Joachim Neander, Zinzendorf, J.S. Bach usw kommen aus der Tiefe der Seele. In ihnen spürt man das Ringen um einen gnädigen Gott und um die Rechtfertigung.

Katholiken singen ihre katholischen Kirchenlieder mit mehr Leichtigkeit. Sie grübeln dabei weniger um den Text und hinterfragen weniger als es Protestanten tun.

Wenn ich Lieder von Paul Gerhard oder Zinzendorf in einer katholischen Messe hören, ärgere ich mich oft. Ich habe das Gefühl, dass die Besucher diese Lieder singen, weil sie eben am Liederanzeiger angezeigt sind.

Die Tiefe des protestantischen Liedguts ist ein Schatz, der nicht so schnell aufgegeben werden darf.
Es ist schon eine ziemlich fiese Unterstellung, daß Katholiken solche Lieder nicht mit der "richtigen Einstellung" singen würden. :aergerlich:
Aber gut, einen grundsätzlichen Unterschied seh ich auch: bei den Analog-Kirchen muß man sich zwangsläufig auch emotional auf das Kirchenlieder kaprizieren, weil ja sonst nichts von Substanz vorhanden ist. Für einen Katholiken sind Kirchenlieder im Grund doch immer nur "Zugabe" in der Messe, weil das Wesentliche auch ohne sie passiert, wenn auch nicht so feierlich.
Aus jahrzehntelanger Erfahrung weiß ich auch, daß es durchaus Kirchenlieder gibt, die bei Katholiken "aus der Tiefe der Seele" kommen und mit einer Inbrunst gesungen werden, daß es selbst einem Berufs-Kirchenmusiker immer wieder eiskalt den Buckel runterläuft. Aber Gottseidank sind das meistens keine protestantischen Songs.

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Juergen
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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Juergen » Montag 24. Oktober 2016, 12:38

In katholisch Lieder wird nicht „gerungen“. Warum auch? Der Glaube ist kristallklar.
Daher sind Lieder oft in Musik gefaßte feinste Dogmatik:

1. O Christ, hie´ merk, den Glauben stärk und schau dies Werk:
Das höchste Gut, Gott selbst, hier ruht mit Fleisch und Blut.
Ave Jesu, wahres Manhu, Christe Jesu! Dich Jesum süß ich herzlich grüß, o Jesu süß.

2. In der Monstranz ist Christus ganz, kein´ Brotsubstanz.
Vom Brot allein Gestalt und Schein sieht´s Auge dein.
Ave Jesu…

3. Kein Brot ist da noch bei noch nah in Hostia.
Das was da ist, Herr Jesu Christ, du selber bist.
Ave Jesu…

4. Nun beug die Knie, Gott selbst ist hie´, weißt du nicht wie?
Dem Sinn entflieht, wie das geschieht, der Glaub´ es sieht.
Ave Jesu…

5. Mit Cherubim und Seraphim erhebt die Stimm´
und preiset Gott, Gott Sabaoth, für dieses Brot!
Ave Jesu…

6. Vor meinem Tod zur letzten Not, mein Herr und Gott,
gib diese Speis´ mir auf die Reis´ zum Paradeis.
Ave Jesu…

:)
Gruß
Jürgen

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Amanda » Montag 24. Oktober 2016, 12:50

Juergen hat geschrieben:In katholisch Lieder wird nicht „gerungen“. Warum auch? Der Glaube ist kristallklar.
Daher sind Lieder oft in Musik gefaßte feinste Dogmatik:

1. O Christ, hie´ merk, den Glauben stärk und schau dies Werk:
Das höchste Gut, Gott selbst, hier ruht mit Fleisch und Blut.
Ave Jesu, wahres Manhu, Christe Jesu! Dich Jesum süß ich herzlich grüß, o Jesu süß.

2. In der Monstranz ist Christus ganz, kein´ Brotsubstanz.
Vom Brot allein Gestalt und Schein sieht´s Auge dein.
Ave Jesu…

3. Kein Brot ist da noch bei noch nah in Hostia.
Das was da ist, Herr Jesu Christ, du selber bist.
Ave Jesu…

4. Nun beug die Knie, Gott selbst ist hie´, weißt du nicht wie?
Dem Sinn entflieht, wie das geschieht, der Glaub´ es sieht.
Ave Jesu…

5. Mit Cherubim und Seraphim erhebt die Stimm´
und preiset Gott, Gott Sabaoth, für dieses Brot!
Ave Jesu…

6. Vor meinem Tod zur letzten Not, mein Herr und Gott,
gib diese Speis´ mir auf die Reis´ zum Paradeis.
Ave Jesu…

:)
Das habe ich mal auf einer Fronleichnamsprozession bei der FSSPX gesungen... aber in welchen "modernen" Gesangbüchern ist das noch drin? Haben es bestimmte Bistümer in ihrem Eigenteil im Gotteslob?
Weißt Du darüber etwas, Jürgen?
"Die Kirche scheint immer der Zeit hinterher zu sein,
obwohl sie doch in Wirklichkeit jenseits der Zeit ist;
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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Tinius » Montag 24. Oktober 2016, 12:52

taddeo hat geschrieben: Es ist schon eine ziemlich fiese Unterstellung, daß Katholiken solche Lieder nicht mit der "richtigen Einstellung" singen würden. :aergerlich:
Typisch "Dieter" mit seinem Verallgemeinerungen und Behauptungen, die er über Millionen Christen aufstellt.
Es wird eben nicht wahrer.

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von taddeo » Montag 24. Oktober 2016, 12:53

@ Juergen: :daumen-rauf: Ein sehr gutes Beispiel!

Und deine Bemerkung kann ich aus der Praxis nur bestätigen. Am liebsten werden die Lieder gesungen, die den Glauben bestärken und die Freude darüber ausdrücken. Hingegen kommen (v. a. neuere) Lieder überhaupt nicht gut an, die nichts als "Zweifelscheißerei" enthalten - als Musterbeispiel denk ich da etwa an "Ich steh vor die mit leeren Händen, Herr". Das ist für den gottesdienstlichen Alltag in einer Pfarrei absolut unbrauchbar, weil es nicht die Glaubenswirklichkeit der Menschen widerspiegelt.

@ Amanda: Im Regensburger Diözesanteil des neuen GL ist es drin, ich mein auch im Passauer.

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Dieter » Montag 24. Oktober 2016, 12:54

taddeo hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Ich will ganz ehrlich sein:

Eine Spezialität des Protestantismus ist das evangelische Liedgut. Die Lieder von Luther, Paul Gerhard, Joachim Neander, Zinzendorf, J.S. Bach usw kommen aus der Tiefe der Seele. In ihnen spürt man das Ringen um einen gnädigen Gott und um die Rechtfertigung.

Katholiken singen ihre katholischen Kirchenlieder mit mehr Leichtigkeit. Sie grübeln dabei weniger um den Text und hinterfragen weniger als es Protestanten tun.

Wenn ich Lieder von Paul Gerhard oder Zinzendorf in einer katholischen Messe hören, ärgere ich mich oft. Ich habe das Gefühl, dass die Besucher diese Lieder singen, weil sie eben am Liederanzeiger angezeigt sind.

Die Tiefe des protestantischen Liedguts ist ein Schatz, der nicht so schnell aufgegeben werden darf.
Es ist schon eine ziemlich fiese Unterstellung, daß Katholiken solche Lieder nicht mit der "richtigen Einstellung" singen würden. :aergerlich:
Aber gut, einen grundsätzlichen Unterschied seh ich auch: bei den Analog-Kirchen muß man sich zwangsläufig auch emotional auf das Kirchenlieder kaprizieren, weil ja sonst nichts von Substanz vorhanden ist. Für einen Katholiken sind Kirchenlieder im Grund doch immer nur "Zugabe" in der Messe, weil das Wesentliche auch ohne sie passiert, wenn auch nicht so feierlich.
Aus jahrzehntelanger Erfahrung weiß ich auch, daß es durchaus Kirchenlieder gibt, die bei Katholiken "aus der Tiefe der Seele" kommen und mit einer Inbrunst gesungen werden, daß es selbst einem Berufs-Kirchenmusiker immer wieder eiskalt den Buckel runterläuft. Aber Gottseidank sind das meistens keine protestantischen Songs.
Aus jahrzehntelanger Erfahrung weiß ich auch, daß es durchaus Kirchenlieder gibt, die bei Katholiken "aus der Tiefe der Seele" kommen und mit einer Inbrunst gesungen werden, daß es selbst einem Berufs-Kirchenmusiker immer wieder eiskalt den Buckel runterläuft.
Könntest du einige Beispiele nennen?

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Juergen » Montag 24. Oktober 2016, 12:57

Amanda hat geschrieben:Das habe ich mal auf einer Fronleichnamsprozession bei der FSSPX gesungen... aber in welchen "modernen" Gesangbüchern ist das noch drin? Haben es bestimmte Bistümer in ihrem Eigenteil im Gotteslob?
Weißt Du darüber etwas, Jürgen?
Bezüglich des neuen GL weiß ich es nicht.
In der Wikipedia liest man:
Die heutige Version ist die Fassung in der Liste der Einheitslieder der Fuldaer Bischofskonferenz im Jahr 1916 und ist fast mit dem Urtext identisch. Diese wurde auch in den Gotteslob (1975)-Eigenteil des Bistums Passau übernommen und später in den Diözesen Regensburg und Würzburg in den erweiterten Diözesananhang übernommen. Im Gotteslob (1975)-Eigenteil für das Bistum Hildesheim findet sich eine vierstrophige Fassung des Liedes.
Gruß
Jürgen

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von taddeo » Montag 24. Oktober 2016, 13:01

Dieter hat geschrieben:
Aus jahrzehntelanger Erfahrung weiß ich auch, daß es durchaus Kirchenlieder gibt, die bei Katholiken "aus der Tiefe der Seele" kommen und mit einer Inbrunst gesungen werden, daß es selbst einem Berufs-Kirchenmusiker immer wieder eiskalt den Buckel runterläuft.
Könntest du einige Beispiele nennen?
Gerne. Aus meinem regionalen Wirkungsbereich sind das zum Beispiel:
- "Großer Gott, wir loben dich" - DIE Hymne für alle höchstfestlichen Anlässe, jeder auch nur sporadische Kirchenbesucher kann da die ersten drei Strophen auswendig.
- Im Bistum Regensburg seit dem Papstbesuch 2006 von ähnlicher Qualität: "Wer glaubt, ist nie allein". Da wird geschmettert, was das Zeug hält.
- Vor allem auf dem Land: Die "Schubert-Messe". Emotionalität pur, mit diesen Texten identifizieren sich die Leute mehr als mit dem kompletten Rest des Gotteslobs.
- Marienlieder, hier vor allem "Wunderschön prächtige" und "Segne du, Maria", aber noch mindestens 5 weitere.
- Dann natürlich jahreszeitliche Lieder: "Tauet Himmel den Gerechten", "Stille Nacht", "O du fröhliche", "Der Heiland erstand", "Jesus lebt, mit ihm auch ich", "Ein Haus steht fest gegründet" und viele andere mehr.

Das sind jetzt wirklich nur willkürlich und auf die Schnelle ein paar Beispiele, jede Pfarrei hat normalerweise eine etwas eigene "Hitparade".

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Juergen » Montag 24. Oktober 2016, 13:11

Marienlieder gehen immer…

Interessant finde ich, daß viele das Lied „Rosenkranzkönigin“ gerne und gut mitsingen, obwohl es im alten GL nicht drin war und auch nicht in den Vorgängerbüchern (Sursum Corda). Im neuen GL ist es nun im PB-Eigenteil drin.
Gruß
Jürgen

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von taddeo » Montag 24. Oktober 2016, 13:13

Juergen hat geschrieben:Marienlieder gehen immer…

Interessant finde ich, daß viele das Lied „Rosenkranzkönigin“ gerne und gut mitsingen, obwohl es im alten GL nicht drin war und auch nicht in den Vorgängerbüchern (Sursum Corda). Im neuen GL ist es nun im PB-Eigenteil drin.
Das ist bei uns auch Standardrepertoire. Es ist ja noch nicht so alt; der Komponist Michael Haller stammt aus einem kleinen Kaff nur wenige Kilometer von meiner Dienstpfarrei entfernt, insofern ist das Lied bei uns hier sowas wie "Heimatkunst", genau wie "Segne du, Maria".

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Dieter » Montag 24. Oktober 2016, 13:14

Das sind aber keine protestantischen Lieder...

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Juergen » Montag 24. Oktober 2016, 13:15

Apropos Marienlieder…

Da hätte ich noch eins für unsere protestantischen Freunde: ;D – Der Text sammt von einem gewissen Martin Luther.
Sie ist mir lieb, die werte Magd und kann ihr nicht vergessen,
Lob, Ehr und Zucht von ihr man sagt, sie hat mein Herz besessen.
Ich bin ihr hold, und wenn ich sollt
groß Unglück han, da liegt nicht an;
sie will mich des ergetzen mit ihrer Lieb und Treu an mir,
die sie zu mir will setzen und tun all mein Begier.

Sie trägt von Gold so rein ein Kron, da leuchten inn zwölf Sterne,
ihr Kleid ist wie die Sonne schon, das glänzet hell und ferne;
und auf dem Mon ihr Füße stohn;
sie ist die Braut, dem Herrn vertraut.
Ihr ist weh und muss gebären ein schönes Kind, den edlen Sohn
und aller Welt ein Herren, dem sie ist unterton.

Das tut dem alten Drachen Zorn und will das Kind verschlingen,
sein Toben ist doch ganz verlorn, es kann ihm nicht gelingen.
Das Kind ist doch gen Himmel hoch
genommen hin und lässet ihn
auf Erden fast sehr wüten. Die Mutter muss gar sein allein;
doch will sie Gott behütenund der recht Vater sein.
Gruß
Jürgen

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von taddeo » Montag 24. Oktober 2016, 13:22

Dieter hat geschrieben:Das sind aber keine protestantischen Lieder...
Nein, das ist mir schon klar. Ich suche pro Jahr für weit über 300 Gottesdienste die Lieder aus und nehme da natürlich auch laufend "protestantische" Lieder, die im GL stehen. Aber die sind mehr so für den "alltäglichen Hausgebrauch" und werden teilweise schon auch gern gesungen (zB "Wer nur den lieben Gott läßt walten"), mir fällt aber auf Anhieb kein einziges ein, das auch nur annähernd so einen "Identifikationswert" hätte wie die von mir genannten. (Und das ist gut so, möchte ich fast hinzufügen. ;D )

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Dieter » Montag 24. Oktober 2016, 13:24

Juergen hat geschrieben:Apropos Marienlieder…

Da hätte ich noch eins für unsere protestantischen Freunde: ;D – Der Text sammt von einem gewissen Martin Luther.
Sie ist mir lieb, die werte Magd und kann ihr nicht vergessen,
Lob, Ehr und Zucht von ihr man sagt, sie hat mein Herz besessen.
Ich bin ihr hold, und wenn ich sollt
groß Unglück han, da liegt nicht an;
sie will mich des ergetzen mit ihrer Lieb und Treu an mir,
die sie zu mir will setzen und tun all mein Begier.

Sie trägt von Gold so rein ein Kron, da leuchten inn zwölf Sterne,
ihr Kleid ist wie die Sonne schon, das glänzet hell und ferne;
und auf dem Mon ihr Füße stohn;
sie ist die Braut, dem Herrn vertraut.
Ihr ist weh und muss gebären ein schönes Kind, den edlen Sohn
und aller Welt ein Herren, dem sie ist unterton.

Das tut dem alten Drachen Zorn und will das Kind verschlingen,
sein Toben ist doch ganz verlorn, es kann ihm nicht gelingen.
Das Kind ist doch gen Himmel hoch
genommen hin und lässet ihn
auf Erden fast sehr wüten. Die Mutter muss gar sein allein;
doch will sie Gott behütenund der recht Vater sein.

Das stammt vom frühen Luther. Aus protestantischer Sicht theologisch unbedenklich. :)

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Juergen » Montag 24. Oktober 2016, 13:30

Dieter hat geschrieben:Das stammt vom frühen Luther.
Belege?
Gruß
Jürgen

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Dieter » Montag 24. Oktober 2016, 13:31

Juergen hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Das stammt vom frühen Luther.
Belege?

du kannst ja selbst gugeln.

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von taddeo » Montag 24. Oktober 2016, 13:36

Dieter hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Das stammt vom frühen Luther.
Belege?

du kannst ja selbst gugeln.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sie_ist_m ... werte_Magd
Gedruckt erschien es erstmals 1535 im Klugschen Gesangbuch und gehört damit zu den späteren Liedern Luthers.
:pfeif:

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Dieter » Montag 24. Oktober 2016, 13:41

taddeo hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Das stammt vom frühen Luther.
Belege?

du kannst ja selbst gugeln.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sie_ist_m ... werte_Magd
Gedruckt erschien es erstmals 1535 im Klugschen Gesangbuch und gehört damit zu den späteren Liedern Luthers.
:pfeif:

Danke!

Was die Marienverehrung betrifft unterscheidet sich der späte Luther nicht vom frühen Luther. Die Verehrung Marias wurde von den Reformatoren nie abgelehnt.

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Juergen » Montag 24. Oktober 2016, 13:53

Dieter hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Das stammt vom frühen Luther.
Belege?
du kannst ja selbst gugeln.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sie_ist_m ... werte_Magd
Gedruckt erschien es erstmals 1535 im Klugschen Gesangbuch und gehört damit zu den späteren Liedern Luthers.
:pfeif:
Danke!

Was die Marienverehrung betrifft unterscheidet sich der späte Luther nicht vom frühen Luther. Die Verehrung Marias wurde von den Reformatoren nie abgelehnt.
Wieder die gleiche Taktik wie heute an anderer Stelle auch schon: Erst was Falsches behaupten, dann Zurückrudern und gleichzeitig, sich vom Zurückrudern wieder distanzieren bzw. die Sache relativieren.

:kotz:


*PLONK*
Gruß
Jürgen

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Amanda » Montag 24. Oktober 2016, 14:54

Meine Highlights aus dem protestantischen Liedgut sind:

"Fröhlich soll mein Herze springen" (Paul Gerhardt)
"Befiehl du deine Wege" (Paul Gerhardt)
"In jeder Nacht, die mich bedroht" (Jochen Klepper)

Wir sollten darüber hinaus nicht vergessen, dass z.B. Gerhardt auch "O Haupt voll Blut und Wunden" sowie "Ich steh an deiner Krippen hier" geschrieben hat... und noch so manches andere, das Katholiken auch ohne weiteres singen (können).
"Die Kirche scheint immer der Zeit hinterher zu sein,
obwohl sie doch in Wirklichkeit jenseits der Zeit ist;
sie wartet, bis der letzte Tick seinen letzten Sommer gehabt hat."
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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Tinius » Montag 24. Oktober 2016, 15:02

Juergen hat geschrieben:[Wieder die gleiche Taktik wie heute an anderer Stelle auch schon: Erst was Falsches behaupten, dann Zurückrudern und gleichzeitig, sich vom Zurückrudern wieder distanzieren bzw. die Sache relativieren.

:kotz:


*PLONK*

Das ist doch die bekannte Methode von "Dieter".
Danke, Taddeo !! :klatsch: :klatsch:

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Schwenkelpott » Montag 24. Oktober 2016, 15:30

Dieter hat geschrieben:Die Verehrung Marias wurde von den Reformatoren nie abgelehnt.
Da ja gerne Wikipedia zitiert wird ... (Meine Hervorhebung):
https://de.wikipedia.org/wiki/Marienverehrung#Reformierte_und_baptistische_Kirchen hat geschrieben:In der reformierten Kirche akzeptierte Zwingli die Marienverehrung, soweit sie biblisch begründet ist. Calvin lehnte jegliche evangelische Marienverehrung ab, da sie immer in der Gefahr sei, zum Götzendienst zu werden.
Aber das ist hier nicht das Thema, also bitte zurück zu selbigem.
Der Katholik steht und will stehen in Allem auf historischem Boden; nur das Erdreich der Überlieferung gibt ihm Festigkeit und Nahrung; nur was sich an Überliefertes anschließt, gedeiht und treibt zu neuen Blüten und neuem Samen.
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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von taddeo » Montag 24. Oktober 2016, 15:47

Tinius hat geschrieben:Danke, Taddeo !! :klatsch: :klatsch:
Kein Grund zur "Dankbarkeit". Da hat Dieter einfach Pech gehabt, daß ich dieses Lied zufällig schon länger kenne. :pfeif:

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Raphael » Montag 24. Oktober 2016, 15:59

Juergen hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Das stammt vom frühen Luther.
Belege?
du kannst ja selbst gugeln.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sie_ist_m ... werte_Magd
Gedruckt erschien es erstmals 1535 im Klugschen Gesangbuch und gehört damit zu den späteren Liedern Luthers.
:pfeif:
Danke!

Was die Marienverehrung betrifft unterscheidet sich der späte Luther nicht vom frühen Luther. Die Verehrung Marias wurde von den Reformatoren nie abgelehnt.
Wieder die gleiche Taktik wie heute an anderer Stelle auch schon: Erst was Falsches behaupten, dann Zurückrudern und gleichzeitig, sich vom Zurückrudern wieder distanzieren bzw. die Sache relativieren.

:kotz:


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Er hadert halt immer noch mit seiner Konversionsentscheidung ...........................
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Hubertus » Montag 24. Oktober 2016, 16:41

Schwenkelpott hat geschrieben:An die Kreuzgänger:

Was ist eure Meinung zu Liedern aus der protestantischen Tradition, wie es sie ja häufig im Gotteslob gibt, im Rahmen von katholischen Gottesdiensten?
Ich lehne sie rundweg ab. Ohnehin ist das Lied der Liturgie fremd. Bei katholischen Kirchenlieder (so wie jetzt am Kirchweihsonntag "Ein Haus voll Glorie schauet - alter Text :breitgrins: ) nach der Kommunion oder Marienliedern nach dem Schlußevangelium bin ich schon bereit, eine Ausnahme zu machen und singe sie sehr gerne mit.
Am schlimmsten ist es, wenn auch noch das Ordinarium durch Lieder "ersetzt" wird. Das finde ich in beidem Formen des römischen Ritus einfach nur zum :kotz: .
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Amanda » Montag 24. Oktober 2016, 16:49

Hubertus hat geschrieben:
Schwenkelpott hat geschrieben:An die Kreuzgänger:

Was ist eure Meinung zu Liedern aus der protestantischen Tradition, wie es sie ja häufig im Gotteslob gibt, im Rahmen von katholischen Gottesdiensten?
Ich lehne sie rundweg ab. Ohnehin ist das Lied der Liturgie fremd. Bei katholischen Kirchenlieder (so wie jetzt am Kirchweihsonntag "Ein Haus voll Glorie schauet - alter Text :breitgrins: ) nach der Kommunion oder Marienliedern nach dem Schlußevangelium bin ich schon bereit, eine Ausnahme zu machen und singe sie sehr gerne mit.
Am schlimmsten ist es, wenn auch noch das Ordinarium durch Lieder "ersetzt" wird. Das finde ich in beidem Formen des römischen Ritus einfach nur zum :kotz: .
Ja ja... das Glorialied... das Credolied... und all das möglichst kreativ :breitgrins:
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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von Hubertus » Montag 24. Oktober 2016, 16:55

Amanda hat geschrieben:
Hubertus hat geschrieben:
Schwenkelpott hat geschrieben:An die Kreuzgänger:

Was ist eure Meinung zu Liedern aus der protestantischen Tradition, wie es sie ja häufig im Gotteslob gibt, im Rahmen von katholischen Gottesdiensten?
Ich lehne sie rundweg ab. Ohnehin ist das Lied der Liturgie fremd. Bei katholischen Kirchenlieder (so wie jetzt am Kirchweihsonntag "Ein Haus voll Glorie schauet - alter Text :breitgrins: ) nach der Kommunion oder Marienliedern nach dem Schlußevangelium bin ich schon bereit, eine Ausnahme zu machen und singe sie sehr gerne mit.
Am schlimmsten ist es, wenn auch noch das Ordinarium durch Lieder "ersetzt" wird. Das finde ich in beidem Formen des römischen Ritus einfach nur zum :kotz: .
Ja ja... das Glorialied... das Credolied... und all das möglichst kreativ :breitgrins:
Man sollte nicht unterschätzen, daß Glorialieder wie z.B. "Allein Gott in der Höh' sei Ehr" ja bereits protestantischer Tradition entstammen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Allein_Go ... 6h_sei_Ehr
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

taddeo
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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von taddeo » Montag 24. Oktober 2016, 16:58

Amanda hat geschrieben:
Hubertus hat geschrieben:
Schwenkelpott hat geschrieben:An die Kreuzgänger:

Was ist eure Meinung zu Liedern aus der protestantischen Tradition, wie es sie ja häufig im Gotteslob gibt, im Rahmen von katholischen Gottesdiensten?
Ich lehne sie rundweg ab. Ohnehin ist das Lied der Liturgie fremd. Bei katholischen Kirchenlieder (so wie jetzt am Kirchweihsonntag "Ein Haus voll Glorie schauet - alter Text :breitgrins: ) nach der Kommunion oder Marienliedern nach dem Schlußevangelium bin ich schon bereit, eine Ausnahme zu machen und singe sie sehr gerne mit.
Am schlimmsten ist es, wenn auch noch das Ordinarium durch Lieder "ersetzt" wird. Das finde ich in beidem Formen des römischen Ritus einfach nur zum :kotz: .
Ja ja... das Glorialied... das Credolied... und all das möglichst kreativ :breitgrins:
Das kommt sehr auf die "Lieder" an. Kyrie-Rufe gibt es ne ganze Reihe, die (auch liturgisch) völlig in Ordnung sind. Gloria-Lieder kaum (eines der besten ist ausgerechnet ein NGL, nämlich GL 169), Credo-Lieder noch weniger. Sanctus und Agnus im GL sind weitgehend brauchbar von den Texten her, dafür umso weniger von den Melodien.
Wenn man aber zB barocke Orchestermessen anschaut, dann waren da oft Gloria und Credo genauso eingedampft wie heute ein Gloria-Lied (wenn es nicht eine "Missa sollemnis" war), oder alles nach dem Gloria fehlte ganz (weil die Zelebration zu Ende war, bis Kyrie und Gloria gesungen waren - den Rest hat man dann gar nicht mehr komponiert). Es war freilich liturgisch egal, weil der Celebrans den Text ohnehin ganz gebetet hat.

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marcus-cgn
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Re: Protestantische Lieder im katholischen Gottesdienst

Beitrag von marcus-cgn » Montag 24. Oktober 2016, 17:01

Was ist mit
"So nimm denn meine Hände"
oder mit
"Näher zu dir Gott"
sind das auch protestantische Lieder? Im neuen GL wurden sie ja nicht aufgenommen obwohl die gut hineinpassen würden.

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