Neuapostolische Kirche

Rund um Anglikanertum, Protestantismus und Freikirchenwesen.
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cantus planus
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Beitrag von cantus planus »

Einige markante Sätze aus Marcus' Text rasch gegoogelt ergeben keinerlei Treffer. Der Text ist so nur im Kreuzgang zu finden.

Darüberhinaus halte ich die Behauptung, die NAK sei katholisch geprägt für einen verspäteten Faschingsscherz. Es mag wenige punktuelle Übereinstimmungen geben, doch interpretiert die NAK dabei alles falsch, was man falsch interpretieren kann. Diese Gemeinschaft ist weder katholisch, noch eine Kirche im katholischen Sinne.
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Melody
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Melody »

Immerhin benutzen sie eine Bibel mit Apokryphen.

Als 1997 mein Großonkel gestorben war, nahm mich eine neuapostolische Kollegin mal auf so einen Entschlafenengottesdienst mit, was ich damals als sehr tröstlich empfand.
Jedenfalls kam es dann zur Diskussion mit einer freikirchlichen Kollegin, dass "Beten für die Toten" nicht biblisch sei. Oder so.
Die waren beide bibelfester als ich und diskutierten das unter sich aus, aber hängengeblieben ist, dass die NAK-Kollegin mit Stellen argumentierte, die sich eben in meiner damaligen Lutherbibel nicht befanden. Makkabäer war es, glaub ich.
Also etwas, was ich erst in meiner katholischen Bibel wiederfand... ;-)

(aber das allein macht die NAK natürlich nicht katholisch... :blinker: )

Wobei ich gerade überlege, worum genau es gegangen war... ich glaube, es ging darum, dass die NAKlerin halt meinte, man könnte im Heute noch aktiv was für die Toten tun, und die Freikirchlerin sagte nein. Kann das sein? Bestreiten Freikirchen sowas?
(dann wäre das zumindest am Rande was Richtung "katholisch", denn wir lassen ja auch Hl. Messen für die Verstorbenen lesen oder wenden ihnen Ablässe zu, um ihre Qualen im Fegefeuer zu lindern, nur aus der Hölle könnten wir sie natürlich nicht mehr holen...)


Übrigens ging eine NAK-Schulfreundin in den 80ern z. B. auch nicht zur Kirmes oder sowas. Irgendwo hörte ich damals, sie hätte geäußert, "da steckt der Teufel drin".
Ich hatte sie allerdings direkt damit konfrontiert, und sie sagte, das habe sie nie gesagt, sondern sie hätte einfach kein Interesse daran.
Was es ja geben soll. :achselzuck:
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Edi
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Edi »

Melody hat geschrieben:I Wobei ich gerade überlege, worum genau es gegangen war... ich glaube, es ging darum, dass die NAKlerin halt meinte, man könnte im Heute noch aktiv was für die Toten tun, und die Freikirchlerin sagte nein. Kann das sein? Bestreiten Freikirchen sowas?
Ja, wohl die meisten. Nicht wenige sind sogar der Auffassung Beten für die Verstorbenen sei mehr oder weniger dasselbe wie das Reden mit ihnen, also Spiritismus, den die heiilige Schrift verwirft.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

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ifugao
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von ifugao »

(aber das allein macht die NAK natürlich nicht katholisch... )

In der Tat. :D
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Stephen Dedalus
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Stephen Dedalus »

Ich sehe kaum Überschneidungen zwischen der römisch-katholischen Kirche und der NAK. Allenfalls die zentrale Rolle des Stammapostels, der sozusagen ein neuapostolischer Papst ist - und die Häufigkeit des Abendmahls, das ja bei der NAK in jedem Gottesdienst gefeiert wird. Ansonsten ist die NAK in der heutigen Form schon sehr reformiert. Und die vielen Herren in den dunklen Anzügen erinnern mich immer ans Zentralkomitee einer sozialistischen Partei. :blinker:
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Sebastian
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Sebastian »

Marcus hat geschrieben:Später ging man dazu über, extra Räumlichkeiten für Mütter mit kleinen Kindern einzurichten, die dann hinter einer Glasscheibe sitzend den Gottesdienst über Lautsprecher mitverfolgen konnten.
Wir nannten "es" die Brüllbox :breitgrins:
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Clemens
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Clemens »

Edi hat geschrieben:
Melody hat geschrieben:I Wobei ich gerade überlege, worum genau es gegangen war... ich glaube, es ging darum, dass die NAKlerin halt meinte, man könnte im Heute noch aktiv was für die Toten tun, und die Freikirchlerin sagte nein. Kann das sein? Bestreiten Freikirchen sowas?
Ja, wohl die meisten. Nicht wenige sind sogar der Auffassung Beten für die Verstorbenen sei mehr oder weniger dasselbe wie das Reden mit ihnen, also Spiritismus, den die heiilige Schrift verwirft.
Ich würde sogar wagen zu sagen: alle (Protestanten)!

Die Vorstellung, man könne sinnvoll für Tote beten und ihnen damit etwas Gutes tun, ist Evangelischen völlig zuwider.
Ein Gebet für Tote in einem evang.Gottesdienst wäre für manche ein Grund, empört die Kirche zu verlassen.

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ifugao
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von ifugao »

Clemens hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:
Melody hat geschrieben:I Wobei ich gerade überlege, worum genau es gegangen war... ich glaube, es ging darum, dass die NAKlerin halt meinte, man könnte im Heute noch aktiv was für die Toten tun, und die Freikirchlerin sagte nein. Kann das sein? Bestreiten Freikirchen sowas?
Ja, wohl die meisten. Nicht wenige sind sogar der Auffassung Beten für die Verstorbenen sei mehr oder weniger dasselbe wie das Reden mit ihnen, also Spiritismus, den die heiilige Schrift verwirft.
Ich würde sogar wagen zu sagen: alle (Protestanten)!

Die Vorstellung, man könne sinnvoll für Tote beten und ihnen damit etwas Gutes tun, ist Evangelischen völlig zuwider.
Ein Gebet für Tote in einem evang.Gottesdienst wäre für manche ein Grund, empört die Kirche zu verlassen.


Dann aber wieder fast Aufstände von evangelischen Pfarrern, wenn die Mormonen versuchen ihre Kirchenbücher zu verfilmen. Es könnte ja sein, das irgendjemand ihre Toten tauft. :glubsch:
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Stephen Dedalus
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Stephen Dedalus »

Clemens hat geschrieben: Die Vorstellung, man könne sinnvoll für Tote beten und ihnen damit etwas Gutes tun, ist Evangelischen völlig zuwider.
Ein Gebet für Tote in einem evang.Gottesdienst wäre für manche ein Grund, empört die Kirche zu verlassen.
Das verändert sich gerade. Man muß nur einen Blick auf die Friedhöfe in evangelischen Gegenden werfen. Die Zunahme von Sepulkralkitsch, aber auch Kerzen und anderen 'katholischen' Dreingaben auf evangelischen Gräbern ist offensichtlich. Während vor 20 oder 30 Jahren die Evangelischen noch ganz klar von einer Grenze ausgingen, die der Tod markierte, ist das mittlerweile sehr aufgeweicht. Ich würde mich nicht wundern, wenn dies auch sehr bald zu eine Akzeptanz des Gebetes für Tote im liturgischen Rahmen führen würde.

Bei evangelischen Trauerfeiern ist ja jetzt schon zu beobachten, dass häufig der Tote selbst angesprochen wird, als sei er noch unter den Lebenden... Dies wird zwar in der Regel nicht vom Pfarrer oder der Pfarrerin so gehandhabt, aber von anderen, die am Grab sprechen.
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Marcus
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Marcus »

Aus dem Katechismus der NAK von 1992 (Fragen und Antworten zum neuapostolischen Glauben) möchte mal das Selbstbild der NAK sowie ihre Auffassung von der Entwicklung der Kirche im nachapostolischen Zeitalter bis zur Wiederherstellung des Apostelamtes darlegen:
167. Wer ist die Neuapostolische Kirche?

Die Neuapostolische Kirche ist die Kirche Jesu Christi, gleich den apostolischen Gemeinden zur Zeit der ersten Apostel. Als das wiederaufgerichtete Erlösungswerk des Herrn wird sie vom heiligen Geist regiert.

In dieser Kirche, die eine Gemeinschaft der Apostel, der Ämter und Glieder mit dem Herrn Jesus Christus ist, sind Liebe und Glaubensgehorsam die tragenden Kräften allen Handels und Strebens. Der Heilige Geist selbst ist die Lebenskraft der in Christo Wiedergeborenen.

Das durch den Heiligen Geist geoffenbarte Wort Gottes bewirkt den Glauben an den ewigen Gott, seinen Sohn Jesus Christus, den Heiligen Geist und die Kirche des Herrn mit ihren Sakramenten und Amtsgaben.

Ziel der neuapostolischen Glaubenslehre ist die Zubereitung gläubiger Seelen auf die Wiederkunft Christi.

146. Wie kam es zu einer Unterbrechung der Wirksamkeit von Aposteln?

Daß die Wirksamkeit der Apostel unterbrochen wurde, hatte seine Ursache in dem Verhalten der damaligen Gläubigen. Jesus hatte in seinem Sendschreiben laut Offenbarung 2, 4.5 gemahnt und gewarnt mit den Worten: ,,Ich habe wider dich, daß du die erste Liebe verlässet. Gedenke, wovon du gefallen bust, und tue Buße und tue die ersten Werke. Wo aber nicht, werde ich dir bald kommen und deinen Leuchter wegstoßen und von seiner Stätte, wo du nicht Buße tust.´´ Unter dem Leuchter ist die Gemeinde mit dem Apostelamt zu verstehen.

Die Nacht war hereingebracht, von der Jesu geweissagt hatte: ,,Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann´´ (Johannes 9,4).

147. Wer leitete und versorgte nach dem Tod der Apostel die Gemeinden?

Nach dem Tod der Apostel versuchten die Bischöfe und sonstigen Amtsträger, die vorhandenen Gemeinden zusammenzuhalten und zu pflegen sowie die Lehre von Christo weiterzuverbreiten. Zum Erlöserdienst fehlte ihnen jedoch das Apostelamt.

148. Welche Ereignisse waren in den ersten vier Jahrhunderten n. Chr. von besonderer Bedeutung für die christliche Kirche?

Von besonderen Bedeutung für die Entwicklung der christlichen Kirche waren die schweren Verfolgungswellen während der Regierungszeit der römischen Kaiser.

In der Auseinandersetzung mit den Heiden und im Suchen nach dem rechten Glauben wurde in Wort und Schrift ein geistiger Kampf um die Wahrheit geführt.

149. Welche Auswirkungen hatte die Zeit der Verfolgung für das Christentum?

Nach schweren Zeiten der Verfolgung setzte sich das Christentum schließlich in vielen Ländern als anerkannte Staatsreligion durch.

150. Wie vollzog sich die Entwicklung zur Staatsreligion?

Sie war das Ergebnis blutiger Kämpfe verschiedener Herrscher, die teils für, teils gegen die christliche Lehre kämpften.

151. Welche Entwicklungen nahmen die Gemeinden, nachdem das Christentum Staatsreligion geworden war?

Gestützt auf die staatliche Macht, breitete sich das Christentum weiter aus. Die führenden Geistlichen verhalfen sich gegenseitig zu Ämtern und Würden, die sie also nicht aus der Hand der Apostel empfingen, weshalb sie auch nicht in der Kraft des Heiligen Geistes wirken konnten. Das Streben nach weltlicher Macht und uneingeschränktem Einfluß und auf Menschen war die Triebfeder ihres Handelns und gipfelte in der Errichtung des Papsttums.

152. Was bedeudete diese Entwicklung für das Evangelium?

Die Machtkämpfe zwischen Kirchenoberhäuptern untereinander und daneben mit den weltlichen Fürsten ließen die Pflege christlicher Lehre und christlichen Lebens zur Nebensache werden. Die zur Schau gestellte Pracht und Machtentfaltung konnte auf Dauer über geistige Verirrungen nicht hinwegtäuschen.

In den folgenden Jahrhunderten kamen das Klosterwesen und das Mönchtum zur Blüte. Mehr und mehr gab man sich weltlicher Gelehrsamkeit hin und versuchte, die fehlende Kraft des Heiligen Geistes durch eifriges Studium der überlieferten Schriften zu ersetzen.

Aus dem Streit über Macht und Glaubensauffassungen spaltete sich die Kirche in eine römisch-katholische und eine griechisch-orthodoxe Richtung.

153. Wie wirkte sich die meist auf äußere Erfassung des Menschen gerichtete Verbreitung des Evangeliums aus?

Die Einführung des christlichen Glaubens und der Gottesdienste erfolgte fast immer zwangsweise. Somit blieb die zu erwartende Sinnesänderung der Menschen aus. Aufgrund dieser veräußerlichten Glaubensauffassung erschien es den Fürsten der damaligen Zeit auch notwendig, in blutigen und verlustreichen Kreuzzügen das in die Hände der Moslems gefallene ,,Heilige Land" zurückzuerobern. Diese Bemühungen blieben erfolglos.

154. Wurden alle Christen in der Zeit des Mittelalters Opfer der um sich greifenden Verweltlichung?

Hin und wieder erweckte Gott Menschen voll Glauben, Ehrlichkeit und Sehnsucht nach der Jesulehr, wodurch sie weiten Kreisen Vorbilder in christlichem Wandel und Leben wurden.

155. Wie erging es diesen Glaubenszeugen und ihren Gemeinschaften?

Sie wurden von der herrschenden Kirche und ihren Machthabern blutig verfolgt, und viele besiegelten ihre Überzeugung mit der Hingabe ihres Lebens.

156. Welche geistige Bewegung durchbrach die verderbliche Entwicklung der Kirche, die immer deutlicher zu einem Werkzeug weltlicher Macht- und Herrschaftsansprüche geworden war?

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts lösten die unhaltbar gewordenen Zustände in der römisch-katholischen Kirche eine Gegenbewegung aus, die unter dm Namen ,,Reformation´´ in die Geschichte einging. In Deutschland wurde sie eingeleitet von Luther (1483-1546) und Melanchthon (1497-1560), in der Schweiz und Frankreich von Zwingli (1484-1531) und Calvin (1509-1564), in England und Schottland von Cranmer (1489-1556), Knox (1515-1572) und Fox (1624-1691).

157. Welchen Verlauf nahm die Reformationsbewegung?

Die Reformation führte zu erbitterten geistigen Auseinandersetzungen mit dem Papsttum und seinem Anhang, die schließlich in langwierigen Kriegen ihre Fortsetzung fanden. Aus den verheißungsvollen Anfängen zu einer Erneuerung des religiösen Lebens war ein Kampf um Glaubenssätze, Lehrmeinungen und politischer Macht geworden. Dementsprechend waren Rückwirkungen auf die Gläubigen beider Richtungen weniger tief und gesinnungsändernd, als es ursprünglich den Anschein gehabt hätte.

158. Was war das Ergebnis der jahrzehntelangen Glaubenskämpfe?

Als äußeres Ergebnis der langwierigen Kämpfe um Lehre und Form zeichnete sich in den sogenannten christlichen Staaten eine tiefgehende Spaltung der Bekenntnisse ab. Neben der katholischen und orthodoxen Kirche hatte sich nun auch die protestantische Kirche durchgesetzt, die ihrerseits wieder in verschiedene Glaubensrichtungen zerfielt.

159. Welche Vorteile brachten die Auseinandersetzungen der Reformation dennoch mit sich?

Unter den Auswirkungen der Reformation wurden die größten Mißbräuche der geistlichen Gewalt im Lauf der Zeit abgestellt und auch größere Freiheiten in Glaubens- und Gesinnungsfragen eingeräumt.

160. Welche gläubigen Männer haben in der Zeit nach der Reformation segensreich gewirkt?

Unter vielen anderen waren Johann Arnd, Spener, Francke, Zinzendorf und Wesley, die sich bemühten, ihre und anderer Gesinnung und Wesen zu bessern und zu erneuern.

161. Wie sind diese gläubigen Bestrebungen zu beurteilen?

Diese Bestrebungen sind Zeichen der Sehnsucht edler Menschenseelen nach jener Stufe des Glaubens, der Erkenntnis und der herzlichen Liebe, wie sie unter der Pflege des Heiligen Geistes erreicht wird.

Allerdings blieben sie nur Vorbilder der im Ratschluß Gottes vorgesehenen Schlußkirche. Ihr menschliches Streben, so edel es auch gewesen sein war, konnte den Heiligen Geist und die erlösenden Kräfte Jesu nicht ersetzen.

So mußten sich ihre Bemühungen in der Unzulänglichkeit ihrer eigenen Kräfte und Mittel erschöpfen.

162. Welche Kräfte stellte der Teufel diesen gläubigen Bestrebungen entgegen?

Die politischen und geistigen Revolutionen jener Zeit bedingten einen mehr und mehr um sich greifenden Unglauben, der seine Rechtfertigung dem Stückwerk neuer, oft trügerischer Erkenntnisse der aufblühenden Wissenschaften entlieh.

163. Welche Vorgänge geben dem Beginn der neunzehnten Jahrhunderts sein besonderes Gepräge?

Die staatlichen Umwälzungen und die geistigen Strömungen der Zeit ließen wahrheitssuchende Gläubige um neue Gottesoffenbarungen bitten wie auch um die Erfüllung der Verheißungen des Herrn für die als letzte Zeit erkannte Gegenwart.

164. Womit erfüllte Gott zunächst diese bittende Verlangen?

In der Erweckung der bezeugenden Geistesgaben gab Gott seine Absicht kund, sich selbst wieder durch den Heiligen Geist zu offenbaren und sich der gläubigen Menschheit anzunehmen.

165. Wo konnte sich dieses neue göttliche Geisteswirken zuerst öffentlich entfalten?

Zuerst verwirklichte Gott seine Absichten in England, das damals mit den größten Freiheiten ausgestattet war.

166. Was war die wichtigste Auswirkung dieser göttlichen Geistestätigkeit?

Das wichtigste Ergebnis dieser göttlichen Geistestätigkeit war die Wiederaufrichtung des Apostelamtes Jesu Christi.
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Marcus
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Marcus »

Zum Entschlafenenwesen empfehle ich mal Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Entschlafe ... hen_Kirche

Dort ist das nämlich anschaulich dargestellt und wird auch kritisch durchleuchtet.
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Sebastian
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Sebastian »

Danke.

"Abendmahl für Entschlafene" - das hatte ich schon vollends wieder verdrängt. Das wurde von Zeit zu Zeit immer gruseliger. Man konnte aber den Beginn dieses Ritus' gut daran erkennen, wenn dem Stammapostel plötzlich die Nase anschwoll, er sein Taschentuch zücken musste und seine Stimme diesen unvergleichlich weinerlichen Ton annahm: "und nun sind auch jene im jenseitigen Bereich eingeladen, ..."
Marcus hat geschrieben:Zum Entschlafenenwesen empfehle ich mal Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Entschlafe ... hen_Kirche

Dort ist das nämlich anschaulich dargestellt und wird auch kritisch durchleuchtet.
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Melody
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Melody »

Ich habe für mich damit als Katholikin jedenfalls nicht das Riesenproblem.
Es ist mir ja auch wichtig, Hl. Messen für Verstorbene lesen zu lassen und für meine Verstorbenen Ablässe zu gewinnen (und dann wende ich ihnen auch meine empfangene Hl. Kommunion zu) in der Hoffnung, damit ihren Aufenthalt im Fegefeuer zu verkürzen.

Ich weiß schon, warum ich katholisch und nicht mehr evangelisch bin... ;)
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Sebastian
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Sebastian »

Melody hat geschrieben:Es ist mir ja auch wichtig, Hl. Messen für Verstorbene lesen zu lassen und für meine Verstorbenen Ablässe zu gewinnen (und dann wende ich ihnen auch meine empfangene Hl. Kommunion zu) in der Hoffnung, damit ihren Aufenthalt im Fegefeuer zu verkürzen.
Isst Du dann die Kommunion auch stellvertretend für die "armen Seelen im Fegefeuer"? Wirst Du zum eucharistischen Medium ? :hmm:
-> das ist nämlich die Lehre des "Abendmahls für Entschlafene", bei der lebende Mitglieder der NAK Abendmahl für Verstorbene aufnehmen.
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Melody
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Melody »

Ich bin kein geborener Katholik und finde manches schwer zu verstehen (so eben das mit dem "aufopfern"), aber ich sag dann halt einfach, dass die Gnaden aus dieser Hl. Kommunion nicht mir sondern meinen Verstorbenen zufließen sollen... :achselzuck:


Das mag natürlich was anderes sein als die Entschlafenenlehre.
Aber schocken tut mich diese halt trotzdem nicht.
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Sebastian
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Sebastian »

Melody hat geschrieben:Ich bin kein geborener Katholik und finde manches schwer zu verstehen (so eben das mit dem "aufopfern"), aber ich sag dann halt einfach, dass die Gnaden aus dieser Hl. Kommunion nicht mir sondern meinen Verstorbenen zufließen sollen...
Der liebenswürdige Gedanke etwas Gutes für Verstorbene zu tun, ehrt Dich natürlich. Wir Orthodoxe Gedenken unserer Verstorbenen Brüder und Schwestern neben Totengebeten besonders in der Proskomidie, wo die Namen der Toten kommenmoriert werden. Dabei wird ein Partikel Brot der Prosphore auf den Diskos getan, der später dann konsekriert und dem Kelch beigemischt wird.
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Pilgerer
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Pilgerer »

Welche Lehre hat die Neuapostolische Kirche bezüglich der Rechtfertigung und Erlösung?
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Seraphina
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Seraphina »

Mach alles so, wie es dir die Apostel vordiktieren (und denk dabei möglichst nicht, das wäre nämlich Sünde) dann wirst du in den Himmel kommen.
Abgesehen davon gibt es in jedem Gottesdienst die Absolution, womit dann einfach alles vergeben und vergessen (und mit vergessen ist auch wirklich vergessen gemeint...im Sinne von Gott weiß dann nix mehr von unseren Sünden) ist, was man bis dahin getan hat...
Okay, an Reue ist es schon gebunden, aber wie das auszusehen hat, weiß da selber keiner...und von Buße oder so haben die auch noch nix gehört...wobei dir natürlich je nach Laune der Amtsträger entweder erzählt wird "Gott ist soooo gütig, wir werden alle in den Himmel kommen" oder "wir Menschen sind soooo schlecht, Gott wird dich verdammen, wenn du nicht endlich aufhörst zu zweifeln"...es wird halt immer zu einem Extrem zugespitzt...

...einen anständigen Katechismus haben die übrigens nicht , nur so ein total schwammig formuliertes Fragen-und-Antworten-Büchlein...wobei ja dieses Jahr ein Katechismus rauskommen soll...
also macht man sich nach 200 Jahren oder so auch mal Gedanken, welche Lehre man eigentlich vertritt...da sagt nämlich eh jeder was anderes...
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Seraphina
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Seraphina »

Was die Predigten dort angeht: es wird viel geredet, aber nix gesagt...
außerdem wird jahrelang immer zietiert, was Stammapostel xy mal irgendwann gesagt hat...
Es gibt keine Lesungen, sondern ein Textwort, wobei da egal ist, um was es darin geht, die Predigten haben eh immer die gleichen Themen und wenn man es darauf anlegt, schafft man es halt auch immer einen Kontext zu dem herzustellen, wovon man gerade reden will...ob das jetzt was mit der Bibelstelle zu tun hat oder nicht, ist dann ja auch egal :/

Wie schon erwähnt: Einigkeit über die Lehre herrscht innerhalb der Nak nicht.

Was Öffnung und Ökumene angeht: Fehlanzeige: Man versucht immernoch zu missionieren, ruft dazu auch in den Gottesdiensten immer wieder auf: man soll Freunde, Arbeits- oder Schulkameraden mit zu den Gottesdiensten bringen. Es wird immerwieder betont, dass man stolz darauf sein müsse, neuapostolisch zu sein, dass die "Apostel" heilnotwendig seien und dass es außerhalb der Nak eigentlich kein Heil gibt...
außerdem gibt es den Hl. Geist nur in der Nak...

jede ihrer Veranstaltungen dient zum Missonieren, zu mpnix sonst. Das steht vllt niergendwo so explizit, aber es ist so, dass wird den Mitgliedern eindeutig so gesagt.
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Seraphina »

Wobei das keinesfalls ausschließt, dass es in der Nak sehr gläubige und gute Menschen gibt, das Problem ist, dass man da immer irgendwie reingezogen und dann manipuliert wird. Bis man irgendwann den Müll glaubt, der einem dort vorgesetzt wird. Vielen ist dort gar nicht klar, was da abgeht, sie sind einfach "normale" gottesfürchtige Menschen, die ihr Leben auf Gott ausrichten. Ob die Nak die richtige "Kirche" ist, hinterfragen sie dabei nicht, weil sie es so gelernt haben, nicht weil sie sich dagegen sperren.
Ich erinnere mich gut an ältere Menschen dort, die einfach nur an Gott glauben wollen und mit diesem Nak-spezifischen Kram auch nichts am Hut haben...aber es wär halt immer so und man fragt nicht.

Aber ich kenne auch viele Leute, zumeist ehemals evangelische (kp, ob die dafür anfälliger sind als Katholiken), denen die familiäre Atmosphäre dort einfach so gut gefallen hat und auch die Tatsache, dass es wirklich um Gott geht in den Gottesdiensten und die deshalb konvertiert sind...
Bei mir war es ähnlich: meiner Mama hat es dort so gut gefallen: die Leute waren so nett, haben sich nicht an lauten Kindern gestört, waren ao aufgeschlossen und herzlich, das war alles so persönlich...
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Seraphina »

Sobald man aber entweder anfängt zu denken oder auf sein Herz hört, merkt man, wie verlogen diese ganze Gemeinschaft ist und dass man dort Gott nicht wirklich findet.
Ich schreibe "nicht wirklich", weil es so nicht ganz stimmt, wenn man Gott wahrhaftig und ehrlich sucht, findet man ihn auch. Ich habe auch als ich noch Nak-Mitglied war sehr intensiv gebetet und bin auch oft genug von Gott erhört worden. Letztlich natürlich, indem er mich auf den rechten Weg gebracht hat, nachdem ich immer wieder darum gebeten habe, dass ich die vielen Zweifel verliere und ein wenig Klarheit in mein Glaubensleben bringen kann...
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Seraphina »

Gut, ich will jetzt hier nicht alles vollschreiben, aber für Fragen bin ich immer offen.
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Marcus
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Marcus »

Liebe Seraphina,

es hat mich sehr gefreut, dass Du uns auch Deine Eindrücke, die Du aus Deiner langjährigen Zugehörigkeit zur NAK gewonnen hast, geschildert hast.

Um die NAK wirklich beurteilen zu können, muss man ihr eigentlich selbst angehört haben. Denn dass sich die NAK darum bemüht, Ihr öffentliches Image aufzubessern, zeigen ja auch die vielen Stellungnahmen und offizielle Korrekturen an der einen oder anderen Glaubensaussage oder die Bemühungen, im Arbeitskreis Christlicher Kirchen aufgenommen zu werden. Letztlich ist es aber nicht entscheidend, was die NAK offiziell publiziert oder wie sie sich sonst nach außen gibt, sondern das, was intern in der NAK weiterhin gelehrt, gepredigt und geglaubt wird.

Deine Schilderungen zeugen ebenso davon, dass doch noch vieles so ähnlich ist, wie es andere Aussteiger einige Jahre vor Dir schon beschrieben haben. Wo es aber scheinbar gewisse Änderungen gegeben haben muss, ist in der Sache der Lebensführung. So gibt es ja auch mittlerweile die Regenbogen-NAK und nach deren Homepage auch spezielle Gottesdienste für homosexuelle Menschen, die eine eingetragene Lebenspartnerschaft miteinander eingegangen sind sowie spezielle Gottesdienste für Homo- und Transsexuelle in der NAK. So etwas wäre noch vor ein paar Jahren, wo man Homosexuelle allenfalls toleriert hatte, nicht denkbar gewesen. Hier ist man also offenbar deutlich liberaler geworden, leider eben an der falschen Stelle.

Würdest Du also auch meinen, dass es in der NAK zwar wichtig ist, der exklusiven Lehre um das Apostelamt und den Aposteln zu folgen, man aber ansonsten weniger Wert darauf legt, was die einzelnen Mitglieder sonst noch so individuell glauben?

Mir ist es zum Beispiel auch aufgefallen, dass sich die NAK mittlerweile zur Realpräsenzlehre bekennt, während im Katechismus von 1992 hingegen noch eine eher calvinistische Abendmahlsauffassung vertreten wurde. Also scheint man auch innerhalb der Kirchenführung nicht gerade eine beständige „Dogmatik“ hinsichtlich von Lehren zu haben, welche nicht den eigentlichen Kern der NAK berühren. Allerdings hat mir bislang noch niemand glaubhaft erklären können, weshalb in einer „Kirche“, die doch exklusiv vom Heiligen Geist geleitet würde und deren „Apostel“ das lebendige Wort Gottes predigen sollen, bereits innerhalb von recht wenigen Jahren Glaubenslehren überdenken bzw. korrigieren muss.

LG Marcus
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Seraphina »

Naja, die Regenbogen-Nak ist aber auch intern umstritten...ich meine mich zu erinnern mal gelesen zu haben, dass die Regenbogen-Nak zwar toleriert wird, aber ob Homosexualität nun korrekt ist oder nicht, letztlich eine Entscheidung ist, die bei Gott liegt und die wir Menschen nicht beantworten können...
...aber die Nak ist überall dort liberal, wo sie hofft Mitglieder zu gewinnen...

Sie ist allgemein sehr auf ihr Außenbild fixiert, was innen abgeht ist ihr eigentlich egal, solange sie Mitglieder hat, die irgendwie so gerade an den dreieinigen Gott glauben und grob dem Mist zustimmen, den die Nak verbreitet...
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Seraphina
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Seraphina »

Aber sooo lange war ich nicht Mitglied dort: von Ende April 2005 bis Mitte Februar 2012...soweit zumindest die offiziellen Daten, hingegangen ist meine Mutter schon früher mit mir...und verabschiedet habe ich mich da auch schon längere Zeit, bevor ich ofiziell ausgetreten bin...
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Seraphina
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Seraphina »

Aber gereicht hat das allemal um mir einen Teil meiner Kindheit zu zerstören...
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Pilgerer
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Pilgerer »

Seraphina hat geschrieben:Mach alles so, wie es dir die Apostel vordiktieren (und denk dabei möglichst nicht, das wäre nämlich Sünde) dann wirst du in den Himmel kommen.
Welche Bedeutung wird dem Glauben an Jesus Christus zugeschrieben? Hat er Heilsbedeutung?

Nach meinem Eindruck - viel kenne ich nun nicht - überlege ich, ob es sich bei der NAK um eine christliche Sekte handelt. Sie scheint an die Trinität zu glauben, sodass sie als "christlich" gelten kann. Was sie evtl. zur "Sekte" macht, ist das autoritäre Herrschaftssystem der Neu-Apostel und die Abgrenzung von der übrigen Christenheit.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Edi
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Edi »

Pilgerer hat geschrieben:
Seraphina hat geschrieben:Mach alles so, wie es dir die Apostel vordiktieren (und denk dabei möglichst nicht, das wäre nämlich Sünde) dann wirst du in den Himmel kommen.
Welche Bedeutung wird dem Glauben an Jesus Christus zugeschrieben? Hat er Heilsbedeutung?

Nach meinem Eindruck - viel kenne ich nun nicht - überlege ich, ob es sich bei der NAK um eine christliche Sekte handelt. Sie scheint an die Trinität zu glauben, sodass sie als "christlich" gelten kann. Was sie evtl. zur "Sekte" macht, ist das autoritäre Herrschaftssystem der Neu-Apostel und die Abgrenzung von der übrigen Christenheit.
Nur die Apostel und evl. ihre Beauftragten können durch Handauflegung die Gnade vermitteln, wird behauptet. Inzwischen räumt der jetzige Stammapostel aber vorsichtig ein, dass es evtl. auch möglich sei, dass Menschen, die nicht den Neuapostolischen angehören, auf welchen Wegen auch immer gerettet werden können. Früher war so eine Meinung völlig undenkbar.

Die Geschichte mit der angeblichen Prophetie von Stammapostel Bischoff, die zu seiner Zeit als Dogma galt, wird vom jetzigen Stammapostel auch nicht mehr als Dogma gesehen, aber auch nicht als Irrlum bezeichnet. Damals haben sich etliche Bezirksapostel von der NAK abgespalten oder sind rausgeschmissen worden und einige haben auch eine neue apostolische Richtung gegründet.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Seraphina
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Seraphina »

Sagen wir so: die Nak wirkt nicht mehr wirklich als Sekte, das muss wohl früher schlimmer gewesen sein.
Aber wenn man dazugehörte, weiß man, dass es eine ist.

Man ist sozusagen verpflichtet überall hinzugehen. Es gibt zwar kein Sonntagsgebot, dafür wird dir aber immerwieder die Bedeutung eines jeden Gottesdienstes eingetrichtert, das heißt, wenn man Mittwochsabends nicht kommt, weil man zu der Zeit Training hat oder die Busse so doof fahren, dass man eine Stunde hin und zwei zurück braucht, wird dir systematisch ein schlechtes Gewissen eingeredet. Das ist aber noch gar nicht so schlimm , ich sehe es ja nicht mal als falsch, die Bedeutung von Gottesdiensten zu betonen.
Schlimmer ist es, sobald man zur Jugend gehört, nach der Konfi, gibt es zwar keinen Wochentlichen Unterricht mehr, dafür aber Jugendstunden. Wenn man da einfach nicht hinmochte, weil man keinen Bock auf das flache Gelaber hat, oder eiknfach keinen vordiktierten Freundeskreis haben möchte, dann wird das mit Sünde gleichgesetzt. Natürlich nicht offiziell nach außen hin, aber intern.
Überhaupt, wenn man andere Freunde hat, nicht neuapostolische, wird dir immerwieder gesagt, ob es nicht auch möglich wäre, dass man mal mehr mit den Leuten aus der Jugend befreundet ist.
Außerdem solltge man zu jeder Veranstalzung hingehen. Also wenn Jugendgottesdienst in sonstwo ist, man aber lieber zum "normalen" Gottesdienst geht, weil man nicht soviel Zeit hat, weil man später noch nen Wettkampf hat, es einem aber trotzdem wichtig ist, zur Kirche zu gehen, dann ist das so auch nicht in Ordnunjg, weil man ja Jugendlichb ist und man ja sonst den Anschluss verliere. (auch wenn man vllt gar nichts mit den Leuten aus der Jugend zu tun haben möchte, die in der Schule über einen lästern oder so...)
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Seraphina
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Seraphina »

Natürlich hat Jesus Heilsbedeutung, das wird auch immer wieder, betont, aber eben nur durch das Medium Apostel.

Was das mit dem Heil außerhalb der Nak angeht...offiziell wird diese Möglichkeit nicht mehr bestritten, aber ich meine mich zu erinnern, dass vor einiger Zeit noch ein paar Priester und Diakone rausgeflogen sind, weil sie diese Meinung öffentlich vertreten haben.
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Marcus
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Marcus »

Seraphina hat geschrieben:Natürlich hat Jesus Heilsbedeutung, das wird auch immer wieder, betont, aber eben nur durch das Medium Apostel.

Was das mit dem Heil außerhalb der Nak angeht...offiziell wird diese Möglichkeit nicht mehr bestritten, aber ich meine mich zu erinnern, dass vor einiger Zeit noch ein paar Priester und Diakone rausgeflogen sind, weil sie diese Meinung öffentlich vertreten haben.
Das dürften diese Fälle aus dem Jahre 2007 gewesen sein. Damals - immerhin vor 5 Jahren noch - hatte man für solche „liberalen Ansichten" noch überhaupt kein Verständnis.
Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

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Seraphina
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Re: Neuapostolische Kirche

Beitrag von Seraphina »

Marcus hat geschrieben:
Seraphina hat geschrieben:Natürlich hat Jesus Heilsbedeutung, das wird auch immer wieder, betont, aber eben nur durch das Medium Apostel.

Was das mit dem Heil außerhalb der Nak angeht...offiziell wird diese Möglichkeit nicht mehr bestritten, aber ich meine mich zu erinnern, dass vor einiger Zeit noch ein paar Priester und Diakone rausgeflogen sind, weil sie diese Meinung öffentlich vertreten haben.
Das dürften diese Fälle aus dem Jahre 2007 gewesen sein. Damals - immerhin vor 5 Jahren noch - hatte man für solche „liberalen Ansichten" noch überhaupt kein Verständnis.
Ja, das werden sie gewesen sein. Aber viel geändert hat sich in der Nak nicht. Vielleicht offiziell, das mag sein. Aber intern herrschen diese Meinungen immernoch. Es wird sich auch keine Mühe gegeben, diese Ansichten, die auch den Gläubigen immer eingtrichtert wurden, irgendwie zu ändern.
Uns wurde es, wo wir jünger waren, im sogenannten "Religionsunterricht" auch so beigebracht, dass es das Heil nur in der Nak gibt. Schließlich hatten wir uns irgendwann mal getraut zu fragen, ob denn unsere evangelischen und katholischen Freunde auch mal in den Himmel kämen...
Man hat dann irgendwie drumherumgeredet, weil man kleine Kinder natürlich auch nicht zu sehr verletzen wollte, aber es lief natürlich darauf hinaus, dass man erstens: solche Fragen nicht stellt und zweitens: man seine Freunde, wenn man doch so sehr um sie besorgt sei, mit zur Nak bringen könne, denn dann sei ihr Heil ja sicher...

Geändert hat sich an dieser Vorstellung effektiv nichts.
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