"Bekehrte Christen schiessen nicht"

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Lutheraner
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"Bekehrte Christen schiessen nicht"

Beitrag von Lutheraner »

"Bekehrte Christen schiessen nicht", behauptete der überzeugte Lutheraner und Evangelist Theo Lehmann (hier nachzulesen und zitiert auf IDEA).

Propst Gert Kelter (SELK) hat ihn dafür brüderlich ermahnt. Meiner Meinung nach zu Recht.

In Eislingen/Fils (Baden-Württemberg) hat offensichtlich ein 18-jähriger junger Mann an Gründonnerstag abends zusammen mit einem Freund seine beiden Schwestern erschossen und war anschließend mit seinen nichts ahnenden Eltern in einem Restaurant essen. Die beiden Freunde gingen nach dem Essen getrennt von den Eltern in die Wohnung der Familie und erschossen auch diese, als sie nach Hause kamen. Eine furchtbare und kaum vorstellbare Tat.

Der Freund des Sohns hat die Morde bereits gestanden, der Sohn schweigt bislang noch. Er war in der evang. Kirchengemeinde aktiv und pilgerte letzten Herbst auf dem Jakobsweg, worüber sogar die Lokalpresse berichtete.

Ein Evangelikaler würde sagen, dass der Sohn eben kein "bekehrter Christ" war. Aber das glaube ich nicht. Für die meisten 18-jährigen ist Kirche ziemlich uncool und man ist aus dem Alter raus der Familie zu liebe den kirchlich aktiven zu spielen. Ich kann mir gut vorstellen, dass er in gewisser Weise gläubig war.

Ich glaube, dass Satan uns allen ständig im Nacken sitzt. Den Ungläubigen genauso wie den Gläubigen. Wir können und müssen immer wieder versuchen unseren Glauben zu stärken und zu bewahren, durch Gebet, Bibellektüre, das Hören der Predigt und den häufigen Empfang der Sakramente. Und wir dürfen uns nie in falscher Sicherheit wiegen. Dann schlägt der Teufel zu. Denn auch "bekehrte Christen" schießen, morden und tun andere schlimme Dinge in schwachen Augenblicken wenn der Diabolos Macht über sie gewinnt.
"Ta nwi takashi a huga bakashi. Ta nwi takashi maluka batuka"

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anneke6
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Re: "Bekehrte Christen schiessen nicht"

Beitrag von anneke6 »

Lutheraner hat geschrieben:
Ein Evangelikaler würde sagen, dass der Sohn eben kein "bekehrter Christ" war. Aber das glaube ich nicht. Für die meisten 18-jährigen ist Kirche ziemlich uncool und man ist aus dem Alter raus der Familie zu liebe den kirchlich aktiven zu spielen. Ich kann mir gut vorstellen, dass er in gewisser Weise gläubig war.
Ich weiß, diese Meinung wird auch in dem Chick-Traktat (ich denke mal, jeder, der sich mit dem Evangelikalismus auseinandergesetzt hat, kennt diese) "Four Brothers" (ältere Version: "Four Angels) vertreten. Wenn man wieder zum Sünder wird, dann hat man sich nicht aufrichtig bekehrt.
Das scheint mir aber eine Vereinfachung des Phänomens zu sein.
Ich denke: Auch nach der Bekehrung (und wenn sie auch noch so herzerschütternd war) bleibt die Versuchung, und nur wenigen Menschen gelingt es, ihre Neigungen komplett zu überwinden. Manche fliehen sich dann in Todessehnsucht. Ein polnischer Dominikanerpater, dessen salbungsvolle Geschichten ich nicht immer schätze, kennt die Geschichte einer Prostituierte (wie alle Anekdoten, die in Predigten erzählt werden, ist diese natürlich war ;)), die, nachdem sie eine Generalbeichte abgelegt und die Kommunion empfangen hatte, erklärt hatte, sie würde es vorziehen zu sterben, damit sie nicht wieder in die Sünde fiele. Und sie starb dann auch.
Irgendwie kann ich damit nichts anfangen, da ich denke, daß wir unser ganzes Leben lang kämpfen müssen, und nur Gott entscheidet wie lange…
???

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cantus planus
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Re: "Bekehrte Christen schiessen nicht"

Beitrag von cantus planus »

Wir sehen exemplarisch, dass es nicht an der Konfession liegt, ob und wann jemand dummes Zeug redet...
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‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

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Edi
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Re: "Bekehrte Christen schiessen nicht"

Beitrag von Edi »

anneke6 hat geschrieben:Ich denke: Auch nach der Bekehrung (und wenn sie auch noch so herzerschütternd war) bleibt die Versuchung, und nur wenigen Menschen gelingt es, ihre Neigungen komplett zu überwinden.
Eine völlig richtige Feststellung.
Die Frage bleibt trotzdem, ob und wieso (vorausgesetzt jemand hat sich bekehrt, was ja in dem Falle nicht klar, eher unwahrscheinlich ist), jemand in so schwere Sünden fallen sollte. Eine Mensch, der sich bekehrt, lässt meistens wenigstens die groben Sünden, die weniger groben, die Neigungen, die Bindungen ans Irdische, die Charakterschwächen die bleiben und können nur nach und nach überwunden werden, komplett aber verschwinden sie bei den meisten Christen nie und diejenigen, die die Bibel als Überwinder bezeichnet, sind nur wenige.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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