Am Wenigsten braucht man wohl zu wissen und zu können, wenn man als Erwachsener in die Kirche eintreten will - und vielleicht noch nicht mal getauft ist.Ralf hat geschrieben:Jürgen, ich war damals froh, dass ich das Vaterunser konnte. Man muss auch nicht übertreiben. Ich wäre wiederum heute froh, wenn zumindest die Firmlinge das Apostolikum könnten.
Ich hab jetzt mal (angeregt durch das Lesen hier) ein bisschen auf der Seite meiner Kirchenprovinz nachgesehen und finde das insgesamt doch etwas bedenklich, also das muss ich schon sagen:
Zur Taufe:
"Ein Abend, vielleicht auch zwei" und da soll derjenige dann "alles Wichtige vom Glauben an Jesus Christus" erfahren? - Also ich weiß ja nicht....Getauft müssen Sie sein, um Mitglied in der evangelischen Kirche zu werden. Vor Ihrer Taufe wird Ihnen Ihre Pfarrerin, Ihr Pfarrer alles Wichtige erzählen: vom Glauben an Jesus Christus, der christlichen Religion und der evangelischen Kirche. Denn schließlich sollen Sie ja wissen, wo Sie Mitglied werden. – Dauer? Ein Abend, vielleicht auch zwei oder drei, bei einem Glas Wein bei der Pfarrerin, dem Pfarrer.
Zum Kircheneintritt:
http://www.kirchenprovinz.de/42663.htmKeine Angst, so ein Gespräch ist keine Glaubensprüfung. Das Aufnahmegespräch soll beraten und informieren. Ihre Fragen stehen im Mittelpunkt. Sie können offen über Ihre Erfahrungen mit Kirche sprechen, Frust abladen, sich Rat in Glaubensdingen holen, sich über Ihre Ortsgemeinde erkundigen und und und...
Das Gespräch war gut, alle Fragen sind geklärt - Sie wollen Mitglied werden! Dann müssen Sie nur noch einen Aufnahmeantrag schreiben. Den senden Sie an den Gemeindekirchenrat Ihrer neuen Gemeinde. Sie bekommen dann eine Einladung zu einem Gottesdienst mit Abendmahl. Die Feier des Abendmahls ist der krönende Abschluss Ihrer Aufnahme in die evangelische Kirche.
Also das geht ja noch, insofern es sich nur um das Aufnahmeverfahren selbst handelt, aber Formulierungen wie "ist keine Glaubensprüfung", das hätte man sich lieber sparen sollen, auch wenn die Aussage an sich ja nicht wirklich falsch ist.
So wie das da steht, bekommt man nämlich den Eindruck, Du kannst Samstagabend zum Pfarrer auf ein Glas Wein gehen, dich Sonntag taufen lassen und Montag in der Kirchgemeinde Mitglied werden.
Also *so* einfach gehts ja nun wieder nicht, auch nicht in der evangelischen Kirche. Es wird in 99 Prozent aller Fälle von Erwachsenentaufe und Eintritt bei uns im Kirchenkreis schon erwartet, das derjenige vorher einige Wochen an den Gottesdiensten und den Gemeindeversammlungen teilnimmt und auch ein gewisses Grundwissen mitbringt.
Gruß,
Andreas.