Seite 1 von 2
25.6. = Tag der Augsburger Konfession
Verfasst: Montag 25. Juni 2007, 19:49
von SpaceRat
Nur mal so zur Info: Heute ist Tag der Augsburger Konfession

Glück gehabt
Verfasst: Montag 25. Juni 2007, 20:13
von sofaklecks
Ein früherer Sozius von mir hatte am 25.06. eine Notfrist (ist nicht verlängerbar) in Augsburg zu wahren.
Am 26.06. stellen wir fest: Er hat sie versäumt. Um einen Tag. Tiefe Bestürzung, aber irreparabel. Haftungsfall.
Und dann weitere Feststellung:
Der 25.06. ist in Augsburg ein Feiertag. Bis heute.
Am Feiertag laufen keine Fristen ab.
Könnt ihr Euch vorstellen, wie wir erleichtert waren?
Such is life. Und die Geschichte wahr. Versichere ich unter Berufung auf meinen Anwaltseid.
sofaklecks
Re: 25.6. = Tag der Augsburger Konfession
Verfasst: Montag 25. Juni 2007, 20:13
von Pit
Nun denn:
Herzlichen Glückwunsch zur Confessio Augustana.
Gruß, Pit
SpaceRat hat geschrieben:Nur mal so zur Info: Heute ist Tag der Augsburger Konfession

Re: 25.6. = Tag der Augsburger Konfession
Verfasst: Montag 25. Juni 2007, 20:25
von mitsch
Pit hat geschrieben:Nun denn:
Herzlichen Glückwunsch zur Confessio Augustana.
Gruß, Pit
SpaceRat hat geschrieben:Nur mal so zur Info: Heute ist Tag der Augsburger Konfession

Kann mich bitte jemand aufklären?
Mitsch, neugierig

Re: 25.6. = Tag der Augsburger Konfession
Verfasst: Montag 25. Juni 2007, 21:04
von Raimund J.
mitsch hat geschrieben:
Kann mich bitte jemand aufklären?
Mitsch, neugierig

siehe z.B. hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Confessio_Augustana
Re: Glück gehabt
Verfasst: Montag 25. Juni 2007, 21:07
von Raimund J.
sofaklecks hat geschrieben:
Der 25.06. ist in Augsburg ein Feiertag. Bis heute.
sofaklecks
Einspruch Euer Ehren.
Erst am 08. August wird das hohe Friedensfest zu Augsburg begangen.
Re: Glück gehabt
Verfasst: Dienstag 26. Juni 2007, 06:06
von SpaceRat
Raimund Josef H. hat geschrieben:sofaklecks hat geschrieben:
Der 25.06. ist in Augsburg ein Feiertag. Bis heute.
sofaklecks
Einspruch Euer Ehren.
Erst am 08. August wird das hohe Friedensfest zu Augsburg begangen.
Korrekt. Das macht Ausgsburg zur Stadt mit den meisten Feiertagen in Deutschland
1635: Augsburg hat nur noch 16.432 Einwohner: 4.415 Katholiken und 12.017 Protestanten.
1648: Ende des Dreißigjährigen Krieges. Einführung der Parität. Katholiken und Protestanten teilen sich die öffentlichen Ämter.
1650: Erstes Augsburger Friedensfest (Feiertag in Augsburg, immer am 8. August)
Worauf sich genau das Augsburger Hohe Friedensfest bezieht, ist nicht ganz sicher. Der offizielle Forschungsstrang führt das Fest auf die schließlich errungene Gleichstellung der Protestanten mit den Katholiken im Westfälischen Frieden zurück. Die Protestanten hätten das Fest aus diesem Anlass gestiftet. Seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts gibt es auch Forscher, die glauben, das Friedensfest gehe auf den 8. August 1629 zurück, also das Datum, zu dem die Augsburger Protestanten unter schlechten Bedingungen Augsburg verlassen mussten. Angeblich hätten die Protestanten am 8. August 1649 zum ersten Mal die 20. Wiederkehr dieses Tages gefeiert, woraus durch regelmäßiges Feiern das Friedensfest entstanden sei. Die offizielle Version der Forschung setzt das erste Augsburger Friedensfest jedoch immer noch am 8. August 1850 an. Damals wurde in allen evangelischen Kirchen Augsburgs die Gleichstellung der Protestanten mit den Katholiken im Westfälischen Frieden mit Dank- und Friedensgebeten gefeiert.
Quelle: AugsburgWiki
Einspruch stattgegeben
Verfasst: Dienstag 26. Juni 2007, 08:41
von sofaklecks
Einspruch stattgegeben.
Hab die Feste verwechselt. Weil ich die Anlässe verwechselt habe; ich dachte, das Fest gehe auf das Bekenntnis zurück
Aber die Geschichte mit der Frist stimmt.
sofaklecks
Verfasst: Donnerstag 28. Juni 2007, 21:20
von mitsch
Liabe Lüt,
davon mal abgsehn:
kann es nit sein, daß die Reformation damals die katholische Kirche vor weiterer Verwirrung bewahrt hat - wenn ich unser Buch über Kirchengeschichte so durchblätter, kann ich über die damolig Zit nur sagen: au weh!
Mitsch

Verfasst: Freitag 29. Juni 2007, 09:24
von holzi
mitsch hat geschrieben:Liabe Lüt,
davon mal abgsehn:
kann es nit sein, daß die Reformation damals die katholische Kirche vor weiterer Verwirrung bewahrt hat - wenn ich unser Buch über Kirchengeschichte so durchblätter, kann ich über die damolig Zit nur sagen: au weh!
Mitsch

Lieber Mitsch,
doch ich glaub auch, dass die Reformation dem selbstgefälligen Treiben der Renaissancepotentaten auf dem Papstthron die Einsicht beschert hat, dass es neben Jagden, Kriegen und Banketten auch noch sowas wie die Kirche gibt, um die man sich kümmern sollte. Der Pius V. hat ja ganz sauber die Kurve hingekriegt.
Verfasst: Freitag 29. Juni 2007, 09:37
von FioreGraz
@mitsch
Wie Holzi schon sagt stimmt das sicher, allerdings schafften es vor ihm schon genug Bewegungen immer wieder "Gottes Bodenpersonal" auf dem Teppich zurück zu holen ohne gleich in einer Spaltung zu enden. Das müsstest du eigentlich in deinem KG-Buch auch herauslesen können.
LG
Fiore
Verfasst: Samstag 30. Juni 2007, 19:59
von mitsch
Luther wollt die Spaltung gar nit - aber das "Bodenpersonal" ist ihm nicht entgegengekommen, obwohl die Umständ damals schon schlecht waren und einfach nit dem Evangelium entsprachen - oder?

Verfasst: Samstag 30. Juni 2007, 23:12
von ad_hoc
mitsch hat geschrieben:
Luther wollt die Spaltung gar nit....... - oder?
Das "
oder" geht schon mal in die richtige Richtung.
Gruß, ad_hoc
Verfasst: Sonntag 1. Juli 2007, 20:40
von mitsch
Er wollts nit, konnt aber irgendwann nit mehr anders... das isch mei Meinung!
Mitsch, evangelisch und bald katholisch verheiratet
Verfasst: Montag 2. Juli 2007, 06:21
von Linus
mitsch hat geschrieben:Er wollts nit, konnt aber irgendwann nit mehr anders... das isch mei Meinung!
Mitsch, evangelisch und bald katholisch verheiratet
Und wann wirds nicht nur die Ehe sein?

Verfasst: Montag 2. Juli 2007, 11:04
von mitsch
Darüber han ich noch nit nachgedacht...

Verfasst: Dienstag 10. Juli 2007, 12:29
von Lutheraner
mitsch hat geschrieben:Er wollts nit, konnt aber irgendwann nit mehr anders... das isch mei Meinung!
Luther wurde exkommuniziert. Wie auch beim großen abendländischen Schisma war leider abermals ein Papst für die Kirchenspaltung verantwortlich.
Um die von Papst Leo X. durchgeführte Kirchenspaltung zu verhindern, hätte Luther u. A. abschwören müssen, dass es falsch ist Häretiker zu verbrennen. Das konnte er als Christ nicht tun.
Verfasst: Dienstag 10. Juli 2007, 12:39
von Stephen Dedalus
Lutheraner hat geschrieben:mitsch hat geschrieben:Er wollts nit, konnt aber irgendwann nit mehr anders... das isch mei Meinung!
Luther wurde exkommuniziert. Wie auch beim großen abendländischen Schisma war leider abermals ein Papst für die Kirchenspaltung verantwortlich.
Die Sache ist leider komplizierter. Luthers Gesprächspartner auf der katholischen Seite hatten den Kern seiner Gnaden- und Rechtfertigungslehre ganz genau erfaßt und haben sie zurecht als unannehmbar für die Katholische Kirche eingestuft. Was hätten sie tun sollen? Ihn gewähren lassen? Wider besseres Wissen? Luther wollte von diesem Kernpunkt nicht abweichen, und damit war die Spaltung unabwendbar. Der Rest ist Macht und Gewalt, ganz im Stil der Zeit.
Verfasst: Dienstag 10. Juli 2007, 13:34
von Lutheraner
Stephen Dedalus hat geschrieben:Lutheraner hat geschrieben:mitsch hat geschrieben:Er wollts nit, konnt aber irgendwann nit mehr anders... das isch mei Meinung!
Luther wurde exkommuniziert. Wie auch beim großen abendländischen Schisma war leider abermals ein Papst für die Kirchenspaltung verantwortlich.
Die Sache ist leider komplizierter. Luthers Gesprächspartner auf der katholischen Seite hatten den Kern seiner Gnaden- und Rechtfertigungslehre ganz genau erfaßt und haben sie zurecht als unannehmbar für die Katholische Kirche eingestuft. Was hätten sie tun sollen? Ihn gewähren lassen? Wider besseres Wissen?
Die RKK hat selbst eingeräumt, dass es damals bezüglich der Rechtfertigungslehre Mißverständnisse gab. Daraus resultierte die "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre" 1999.
Davon abgesehen ging es der RKK wie fast immer in der damaligen Zeit in erster Linie um die Macht des Papsttums und nicht um theologische Positionen. Auch Johannes Huß wurde aus diesem Grund lebendig verbrannt. Sein einziger "Fehler" war, dass er Positionen des Papsttums in Frage stellte.
Den Text der päpstlichen Bulle Exsurge Domine, mit der Luther die Exkommunikation angedroht wurde, kannst du
hier nachlesen.
Verfasst: Dienstag 10. Juli 2007, 14:08
von Stephen Dedalus
Lutheraner hat geschrieben:Die RKK hat selbst eingeräumt, dass es damals bezüglich der Rechtfertigungslehre Mißverständnisse gab. Daraus resultierte die "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre" 1999.
Davon abgesehen ging es der RKK wie fast immer in der damaligen Zeit in erster Linie um die Macht des Papsttums und nicht um theologische Positionen.
Hallo Lutheraner,
ich denke, daß die GE nur möglich war, weil die Lutheraner theologisch von der Vorstellung Luthers in ihrer radikalen Form abgewichen sind. Ich sehe dies als Gewinn an.
Natürlich ging es in der Reformation auch um Macht. Jedoch nicht nur auf der Seite des Papsttums. Es wäre sicher naiv anzunehmen, daß die Landesfürsten, die sich auf die Seite der Reformation stellten, dies nicht auch deshalb getan haben, weil sie mit der Einrichtung von Landeskirchen unter ihrer Kontrolle einen weiteren Ausbau ihrer Territorialherrschaft erreichen konnten.
Wie bereits gesagt: Man kann an den Erklärungen der römischen Kirche jener Zeit sehr genau nachprüfen, daß es eine theologische Auseinandersetzung mit den Positionen Luthers gegeben hat. So spiegeln die Erklärungen zur Gnadenlehre des Trienter Konzils eins zu eins Luthers Positionen wieder.
Verfasst: Dienstag 10. Juli 2007, 14:26
von Lutheraner
Hallo Stephen,
Stephen Dedalus hat geschrieben:
ich denke, daß die GE nur möglich war, weil die Lutheraner theologisch von der Vorstellung Luthers in ihrer radikalen Form abgewichen sind.
Klar, deshalb wird in der "Gemeinsamen Erklärung" auch so häufig aus der "radikalsten" lutherischen Bekenntnisschrift- der Konkordienformel - zitiert
Die RKK hat in der "Gemeinsamen Erklärung" ihre Verurteilungen aus dem Konzil von Trient aufgehoben.
Es handelt sich bei dieser Erklärung nicht um eine 100%ige Lehrübereinstimmung zwischen beiden Kirchen, sondern um ein Konsenspapier. Die RKK lehrt teilweise weiterhin eine unbiblische Werkgerechtigkeit (z.B. im Rahmen der Ablaßtheologie), mit der wir nicht übereinstimmen können. Die GE wird deshalb von lutherischer Seite auch immer stärker in Frage gestellt.
Verfasst: Dienstag 10. Juli 2007, 14:42
von Stephen Dedalus
Lutheraner hat geschrieben:Hallo Stephen,
Stephen Dedalus hat geschrieben:
ich denke, daß die GE nur möglich war, weil die Lutheraner theologisch von der Vorstellung Luthers in ihrer radikalen Form abgewichen sind.
Klar, deshalb wird in der "Gemeinsamen Erklärung" auch so häufig aus der "radikalsten" lutherischen Bekenntnisschrift- der Konkordienformel - zitiert
Die Konkordienformel stammt ja auch nicht von Luther.

Verfasst: Dienstag 10. Juli 2007, 17:34
von mitsch
Es ist doch alles viel einfacher - schaut einfach ins Evangelium, da steht doch alles drin!
Mitsch

Verfasst: Dienstag 31. Juli 2007, 08:12
von Lutheraner
Stephen Dedalus hat geschrieben:Lutheraner hat geschrieben:Hallo Stephen,
Stephen Dedalus hat geschrieben:
ich denke, daß die GE nur möglich war, weil die Lutheraner theologisch von der Vorstellung Luthers in ihrer radikalen Form abgewichen sind.
Klar, deshalb wird in der "Gemeinsamen Erklärung" auch so häufig aus der "radikalsten" lutherischen Bekenntnisschrift- der Konkordienformel - zitiert
Die Konkordienformel stammt ja auch nicht von Luther.

Wie jetzt? Sprichst du über Martin Luther oder über die Theologie der Lutherischen Kirche? Das ist ein ziemliches Geeier bei dir
Da du doch ein paar Probleme mit lutherischer Theologie zu haben scheinst, möchte ich dir dieses Buch empfehlen:
http://ourworld.compuserve.com/homepages/vtr/860566.htm
Verfasst: Dienstag 31. Juli 2007, 11:19
von Stephen Dedalus
Lutheraner hat geschrieben:Stephen Dedalus hat geschrieben:Lutheraner hat geschrieben:Hallo Stephen,
Stephen Dedalus hat geschrieben:
ich denke, daß die GE nur möglich war, weil die Lutheraner theologisch von der Vorstellung Luthers in ihrer radikalen Form abgewichen sind.
Klar, deshalb wird in der "Gemeinsamen Erklärung" auch so häufig aus der "radikalsten" lutherischen Bekenntnisschrift- der Konkordienformel - zitiert
Die Konkordienformel stammt ja auch nicht von Luther.

Wie jetzt? Sprichst du über Martin Luther oder über die Theologie der Lutherischen Kirche? Das ist ein ziemliches Geeier bei dir
Lies meine Postings genau, dann wirst Du die Differenzierung erkennen. Ich spreche von Luther
und von der Theologie der lutherischen Kirche. Beide sind nicht deckungsgleich. Und die Konkordienformel ist ebe nicht von Luther, sondern Theologie der lutherischen Kirche.
Verfasst: Dienstag 31. Juli 2007, 11:44
von Petur
Eine "katholisch-lutherische"Kirche (Evangelical Community Church-Lutheran):
http://www.athanasian.org
Hier sind andere aehnliche Kirchen zu finden (unter "Evangelical Catholics"):
http://homepage.mac.com/pastorzip/uslutheranlinx.html
Für diese Gemeinschaften ist die apostolische Sukzession sehr wichtig, sie halten sich gleichzeitig für lutherisch und katholisch.
Sie haben Bischöfe, Priester und Diakone, 7 Sakramente usw.
Verfasst: Dienstag 31. Juli 2007, 14:14
von Lutheraner
Stephen Dedalus hat geschrieben:
Lies meine Postings genau, dann wirst Du die Differenzierung erkennen. Ich spreche von Luther und von der Theologie der lutherischen Kirche. Beide sind nicht deckungsgleich.
Worin siehst du hier konkrete Unterschiede?
Verfasst: Dienstag 31. Juli 2007, 19:02
von Stephen Dedalus
Lutheraner hat geschrieben:Stephen Dedalus hat geschrieben:
Lies meine Postings genau, dann wirst Du die Differenzierung erkennen. Ich spreche von Luther und von der Theologie der lutherischen Kirche. Beide sind nicht deckungsgleich.
Worin siehst du hier konkrete Unterschiede?
Zum Beispiel in der Rechtfertigungslehre. Es ist kein Geheimnis, daß Luther kein systematischer Denker war, sondern ein eher unsystematischer Bollerkopp mit einigen guten Einfällen. In der Radikalität seiner Rechtfertigungslehre, vor allem in der Frage, worin der rechtfertigende Glaube nun konkret bestehe und worin er sich gründe, sind ihm seine Schüler nicht gefolgt. In der Zeit zwischen Luthers Tod und dem Konkordienbuch fand ein intensiver Auswahl uns Systematisierungsprozeß der lutherischen Theologie statt, geprägt durch die spätere Auseinandersetzung zwischen Philippisten und Gnesiolutheranern. Das Ergebnis ist eine Theologie, die sich zwar auf Luther stützt, aber nicht mit seinem Denken immer übereinstimmt.
Eine sehr gute Analyse dazu findet man in dem bemerkenswerten BUch von Paul Hacker:
Das Ich im Glauben bei Martin Luther
Gleiches haben wir ja hier schon im Hinblick auf die Messe festgestellt. Luthers Liturgiereform war eine radikale Entrümpelung der mittelalterlichen Messe, die einige Element als Gerüst stehen ließ, aber den Kanon der Messe auf die Einsetzungsworte reduzierte. Es waren seine Schüler, die diese Reform behutsam auf die Liturgie der lutherischen Messe zurückführten, die heute wiederum als "genuin lutherisch" bezeichnet wird. Mit Luthers "Deutscher Messe" hat diese aber nicht so viel gemein, wie man denken sollte.
Gruß
SD
Verfasst: Mittwoch 1. August 2007, 16:23
von Lutheraner
Stephen Dedalus hat geschrieben:Lutheraner hat geschrieben:Worin siehst du hier konkrete Unterschiede?
Zum Beispiel in der Rechtfertigungslehre. Es ist kein Geheimnis, daß Luther kein systematischer Denker war, sondern ein eher unsystematischer Bollerkopp mit einigen guten Einfällen. In der Radikalität seiner Rechtfertigungslehre, vor allem in der Frage, worin der rechtfertigende Glaube nun konkret bestehe und worin er sich gründe, sind ihm seine Schüler nicht gefolgt. In der Zeit zwischen Luthers Tod und dem Konkordienbuch fand ein intensiver Auswahl uns Systematisierungsprozeß der lutherischen Theologie statt, geprägt durch die spätere Auseinandersetzung zwischen Philippisten und Gnesiolutheranern.
Ähm - hier wirfst du wohl (wieder) einiges durcheinander. Bei dieser Auseinandersetzung ging es um das Abendmahl und nicht um die Rechtfertigung. Entstanden ist dieser Konflikt durch eine veränderte Version der CA, die 1540 veröffentlicht wurde und wo die Realpräsenz gegenüber dem reformierten Abendmahlsverständnis relativiert wurde. Die Antwort drauf war die Konkordienformel (die meinst du hier wahrscheinlich und nicht das Konkordienbuch). Aber mit der Rechtfertigung hat das alles nichts zu tun.
Was hast du konkret selbst von Luther über die Rechtfertigung gelesen?
Verfasst: Mittwoch 1. August 2007, 16:47
von Stephen Dedalus
Lutheraner hat geschrieben:
Ähm - hier wirfst du wohl (wieder) einiges durcheinander. Bei dieser Auseinandersetzung ging es um das Abendmahl und nicht um die Rechtfertigung. Entstanden ist dieser Konflikt durch eine veränderte Version der CA, die 1540 veröffentlicht wurde und wo die Realpräsenz gegenüber dem reformierten Abendmahlsverständnis relativiert wurde. Die Antwort drauf war die Konkordienformel (die meinst du hier wahrscheinlich und nicht das Konkordienbuch). Aber mit der Rechtfertigung hat das alles nichts zu tun.
Muß ausgerechnet ich Dir Nachhilfe in lutherischer Kirchengeschichte geben?
Philippisten und Gnesiolutheraner waren natürlich zwei Parteien im Abendmahlsstreit, aber dieser war nur
ein Konfliktfeld von mehreren zwischen etwa 1540 und 1580, und da ging es keineswegs nur um das Abendmahlsverständnis.
Andere Konflikte wie das Verhältnis von Rechtfertigung und Heiligung (Osiander), die Fragen nach Synergismus, Antinomismus und der sog. Majoristische Konflikt, der sich mit der Rolle der guten Werke befaßte, betrafen alle sehr wohl die Rechtfertiungslehre und spielten sich ebenfalls zwischen Philippisten und Gnesiolutheranern ab.
Ich meinte schon das Konkordienbuch (1580). Allgemein wird immer das Konkordienbuch als Abschluß der innerlutherischen Lehrbildung und des Konfliktes zwischen Gnesiolutheranern und Philippisten angegeben, aber das ist eigentlich wurscht, weil die Formel ja auch nur drei Jahre früher ist und im Buch aufgenommen wurde.
Verfasst: Dienstag 18. September 2007, 17:37
von Raphaela
Der erste Eintrag auf Seite 1 hier lautete, dass der 25.06. der Tag der Konfessionen in Augsburg sei.
Da ich in Augsburg aufgewachsen bin und daher ziemlich viel weiß, möchte ich das Datum verbessern:
Am 08.08 wird jährlich der Augsburger Religionsfriede gefeiert (Confessio Augustana) Im ganzen Stadtgebiet Augsburg ist Feiertag, die Geschäfte haben zu.... Aber eben nur im Stadtgebiet, im Kreis Augsburg dann nicht mehr.
Seit einigen Jahren werden im Dom oder der Basilika St. Ulrich und Afra vom Augsburger Bischof und hohen Vertretern anderer christlicher Gemeinschaften an diesem Tag jeweils ökumensiche Gottesdienste gefeiert.
Verfasst: Dienstag 18. September 2007, 17:51
von Petur
Raphaela hat geschrieben:
Am 08.08 wird jährlich der Augsburger Religionsfriede gefeiert (Confessio Augustana)
Hallo!
Du warst ein bisschen unaufmerksam. Der Augsburger Religionsfrieden war im Jahre 1555, am 25. September. Du hast aber natürlich nicht daran gedacht, sondern wirklich an die Confessio Augustana von 1530.
Alles Gute!
Petur