Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

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incarnata
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Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von incarnata » Montag 12. September 2016, 21:56

Ich war am Samstag zu einer evangelischen Taufe eingeladen.Getauft wurde ein für sein Alter schon sehr verständiger
vierjähriger Junge.Die Taufe fand in einem Ortsteil von München statt,der noch ganz dörflichen Charakter hat und durch den noch bzw. wieder der Dorf/Stadtbach fliesst ( der" Hachinger Bach") Aus eben jenem unmittelbar vor der Kirche rauschendem Gewässer holten
die Taufpaten nach Aufforderung durch die Pastorin mittels eines Schöpfeimers am Seil Wasser,das dann in die Kirche getragen wurde
(Kommentar des Täuflings: "das ist aber nicht ganz sauber") und in das Taufbecken gefüllt.Ob in selbigem vorher schon geweihtes Wasser war-oder ob es leer war kann ich nicht sagen; habe vorher nicht hineingeschaut. Jedenfalls schritt die Pastoren anschliessend zügig
zur Taufhandlung,ohne vorher noch irgendeinen Weiheritus an dem Wasser zu vollziehen.
Nun meine Frage: bei Katholiken wird gewöhnlich mit in der Osternacht geweihtem Wasser getauft.Nottaufen können allerdings meines Wissens auch mit irgendeinem vorhandenen Wasser vollzogen werden.Wie ist das bei den Protestanten ?
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
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ad-fontes
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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von ad-fontes » Montag 12. September 2016, 22:04

incarnata hat geschrieben:Ich war am Samstag zu einer evangelischen Taufe eingeladen.Getauft wurde ein für sein Alter schon sehr verständiger
vierjähriger Junge.Die Taufe fand in einem Ortsteil von München statt,der noch ganz dörflichen Charakter hat und durch den noch bzw. wieder der Dorf/Stadtbach fliesst ( der" Hachinger Bach") Aus eben jenem unmittelbar vor der Kirche rauschendem Gewässer holten
die Taufpaten nach Aufforderung durch die Pastorin mittels eines Schöpfeimers am Seil Wasser,das dann in die Kirche getragen wurde
(Kommentar des Täuflings: "das ist aber nicht ganz sauber") und in das Taufbecken gefüllt.Ob in selbigem vorher schon geweihtes Wasser war-oder ob es leer war kann ich nicht sagen; habe vorher nicht hineingeschaut. Jedenfalls schritt die Pastoren anschliessend zügig
zur Taufhandlung,ohne vorher noch irgendeinen Weiheritus an dem Wasser zu vollziehen.
Nun meine Frage: bei Katholiken wird gewöhnlich mit in der Osternacht geweihtem Wasser getauft.Nottaufen können allerdings meines Wissens auch mit irgendeinem vorhandenen Wasser vollzogen werden.Wie ist das bei den Protestanten ?
Waschechte Protestanten (also alle außer Hochkirchler) kennen keine Sachbenediktionen und erst recht keine feierliche Taufwasserweihe.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von umusungu » Montag 12. September 2016, 22:36

Bei uns Katholen wird das in der Osternacht geweihte Wasser in der Osterzeit - also bis Pfingstsonntag - zur Taufe verwendet.
Zur feierlichen Taufe gehört ansonsten die Taufwasserweihe ... nicht geweihtes Wasser würde die Taufe allerdings nicht ungültig machen.

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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von Dschungelboy » Dienstag 13. September 2016, 08:18

Da wird nix geweiht. Oder war das Wasser im Jordan geweiht? :hmm:
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

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Jarom1
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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von Jarom1 » Dienstag 13. September 2016, 08:34

http://fragen.evangelisch.de/frage/2836 ... heneingang

Zitat: "Zunächst einmal muss ich Ihnen leider sagen: Eine evangelische Kirche mit Weihwasser werden Sie kaum finden können. Das liegt daran, dass wir keine Gegenstände segnen, sondern nur Lebendiges."
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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von umusungu » Dienstag 13. September 2016, 10:03

Jarom1 hat geschrieben:Zitat: "Zunächst einmal muss ich Ihnen leider sagen: Eine evangelische Kirche mit Weihwasser werden Sie kaum finden können. Das liegt daran, dass wir keine Gegenstände segnen, sondern nur Lebendiges."
Beispiel für die Segnung eines Fahrzeuges:
Z: Lasset uns beten. Herr und Gott wir rufen zu dir:
Segne + diese Fahrzeuge, deren wir uns im Alltag auf vielfältige Weise bedienen. Beschütze alle Menschen, die sie in Beruf und Freizeit benützen, vor Unglück und Schaden. Zeige uns, welchen Dienst wir mit unseren Fahrzeugen unseren Familien und unseren Mitmenschen erweisen können, und hilf uns, dass wir sie stets in rechter Weise gebrauchen. Hilf uns, dass wir im Straßenverkehr verantwortungsbewusst bleiben, mach uns rücksichtsvoll und hilfsbereit. Weise uns den rechten Weg in unserem Leben, damit wir uns als Christen bewähren. Durch Christus unseren Herrn. Amen.
Jeder Segen eines Gegenstandes bezieht sich immer auf die Menschen, die sie gebrauchen.

Bei der Segnung von zB Feuerwehrfahrzeugen wirken die evangelischen Kollegen stets mit - nur die Besprengung mit Weihwasser überlassen sie dann mir.

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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von Radulf Thoringi » Dienstag 13. September 2016, 10:07

Hallo liebe "Mitschreiberlinge",
irgendwie komme ich so langsam ins Grübeln über das, was ich hier so als evangelisch lese. Ich kenne da vieles ganz anders und glaube eigentlich nicht, daß das nur an einer hochkirchlichen veranlagten Geistlichkeit liegt. Vielleicht nehme ich mir nochmal das eine oder andere separat vor.

Bei einer Taufe wird nach meiner Erinnerung beim Eingießen des Taufwassers in den Taufstein (gern aus dem Jordan mitgebracht, aber Lourdes gab's auch schon mal ;-) ) ein Segen gesprochen. Ansonsten wird doch auch eine Kirche, Orgel, Altar, Glocke usw. geweiht. Das ist doch nicht "katholisch", oder bin ich jetzt total abgekoppelt. Wasser für eine Nottaufe ist natürlich etwas ganz anderes.

Letztens habe ich übrigens in einer ev. Sonntagspostille einen Artikel über ein Volksfest gelesen, der das zitierte Verbot einer Sachbenediktion, noch dazu von sehr weltlichen Dingen, offenbar überhaupt nicht kennt:
Fragt man die Schausteller nach den Beweggründen, erhält man immer wieder die gleiche Antwort: »Es gehört einfach dazu«. »Ein neues Fahrgeschäft wird durch den Pfarrer geweiht, erhält Gottes Segen. Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten, Trauerfeiern – alles kommt auf den Rummelplätzen vor. Und immer ist dann ein Pfarrer gefragt«, erläutert Fritz Krebs, 1. Vorsitzender des Thüringer Schaustellervereins.
Ein Bild des zugehörigen ev.-luth. Gottesdienstes gibt es auch.
Bild

Um wieder zum Thema zurückzukommen noch eine Frage nach Rom: Wird dort auch bereits der Täufling mit Chrisam gesalbt?
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umusungu
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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von umusungu » Dienstag 13. September 2016, 10:14

Radulf Thoringi hat geschrieben:Um wieder zum Thema zurückzukommen noch eine Frage nach Rom: Wird dort auch bereits der Täufling mit Chrisam gesalbt?
Ja! Der Täufling wird mit Chrisam gesalbt - als Relikt aus der Zeit, in der die Firmung noch mit der Taufe verbunden war - wie heute noch im orthodoxen Ritus.

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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von Fragesteller » Dienstag 13. September 2016, 11:35

Radulf Thoringi hat geschrieben:Hallo liebe "Mitschreiberlinge",
irgendwie komme ich so langsam ins Grübeln über das, was ich hier so als evangelisch lese. Ich kenne da vieles ganz anders und glaube eigentlich nicht, daß das nur an einer hochkirchlichen veranlagten Geistlichkeit liegt. Vielleicht nehme ich mir nochmal das eine oder andere separat vor.

Bei einer Taufe wird nach meiner Erinnerung beim Eingießen des Taufwassers in den Taufstein (gern aus dem Jordan mitgebracht, aber Lourdes gab's auch schon mal ;-) ) ein Segen gesprochen. Ansonsten wird doch auch eine Kirche, Orgel, Altar, Glocke usw. geweiht. Das ist doch nicht "katholisch", oder bin ich jetzt total abgekoppelt. Wasser für eine Nottaufe ist natürlich etwas ganz anderes.
Das lässt sich doch mit einem einfachen Blick in die einschlägigen Agendenwerke klären.
Evangelisches Gottesdienstbuch (beim Eingießen des Taufwassers) hat geschrieben:Gieße deinen Heiligen Geist aus über uns und über dies Wasser, damit N. N., mit Christus begraben in der Taufe, auferstehen möge mit ihm in ein neues Leben und, wiedergeboren aus Wasser und Geist, für immer in der Gemeinde bleiben möge, durch Christus, unseren Herrn, dem mit dir und dem Heiligen Geist Ehre und Herrlichkeit sei, nun und für alle Zeit, Amen.
Das Wasser kurz en passant erwähnt, eingebettet in ein Gebet und ohne jede Formel oder Geste, die nach effektivem Segenszuspruch aussieht. Das Ganze ist optional, also weder illegal hochkirchlich, noch verpflichtender Standard. Interessanterweise taucht dieses Gebet auch in der "Reformierten Liturgie" auf - natürlich ebenfalls optional. -- Kennt sich jemand im Mahrenholz'schen Agendenwerk aus? Habe dort auf die Schnelle die Taufordnung nicht gefunden. Schätze, dass dort die Segenshandlung etwas entfalteter ist, womöglich mehr am Römischen angelehnt, aber ebenfalls optional.

Woher kommt eigentlich die Annahme, Sachbenediktionen seien verboten? Hört man ja öfter.

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Lycobates
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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von Lycobates » Dienstag 13. September 2016, 12:24

Radulf Thoringi hat geschrieben: Bei einer Taufe wird nach meiner Erinnerung beim Eingießen des Taufwassers in den Taufstein
Nun wird aber, in der traditionellen lateinischen Praxis, dafür Sorge getragen, daß, bei einer Taufe per infusionem, also durch Aufgießen (auch andere Arten der Taufe sind möglich), das Taufwasser vom Haupte des Täuflings ab nicht wieder in den Taufstein zurückfließt, sondern aufgefangen wird und ins Sacrarium entsorgt.

Dazu die einschlägige Stelle im überlieferten Rituale Romanum:
Ubi vero Baptismus fit per infusionem aquae, cavendum est ne aqua ex infantis capite in Fontem, sed vel in Sacrarium Baptisterii prope ipsum Fontem extructum defluat, aut in aliquo vase ad hunc usum parato recepta, in ipsius Baptisterii, vel in Ecclesiae sacrarium effundatur.
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
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*
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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von ad-fontes » Dienstag 13. September 2016, 14:34

umusungu hat geschrieben:
Radulf Thoringi hat geschrieben:Um wieder zum Thema zurückzukommen noch eine Frage nach Rom: Wird dort auch bereits der Täufling mit Chrisam gesalbt?
Ja! Der Täufling wird mit Chrisam gesalbt - als Relikt aus der Zeit, in der die Firmung noch mit der Taufe verbunden war - wie heute noch im orthodoxen Ritus.
Das ist doch Humbug! Gerade weil Taufe und Firmung seit Alters her im römischen Ritus zwei von einander getrennte Handlungen sind, wird der Täufling bereits unmittelbar nach seiner Taufe erstmalig mit Chrisam (jedoch nur als Scheitelsalbung) gesalbt, und zwar durch einen Priester, selbst dann, wenn er noch am gleichen Tag gefirmt wird (mag sein, daß das in der Neuordnung der Inititation Erwachsener in der RKK-Lat. Ritus durch eine andere Abfolge geregelt ist).
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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von ziphen » Dienstag 13. September 2016, 16:32

Jarom1 hat geschrieben: http://fragen.evangelisch.de/frage/2836 ... heneingang

Zitat: "Zunächst einmal muss ich Ihnen leider sagen: Eine evangelische Kirche mit Weihwasser werden Sie kaum finden können. Das liegt daran, dass wir keine Gegenstände segnen, sondern nur Lebendiges."
:hmm:
Fragesteller hat geschrieben:Woher kommt eigentlich die Annahme, Sachbenediktionen seien verboten? Hört man ja öfter.
:hmm: Mir kommen da gleich die Tischgebete in den Sinn.
Evangelisches Gesangbuch, Ausgabe für die Ev.-Luth. Kirchen in Niedersachsen..., 1994 hat geschrieben:Gebete
Bei Tisch
Vor dem Essen
833.2 Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesus Christus, unsern Herrn.

834 Vater, segne diese Speise, uns zur Kraft und dir zum Preise.

836 Komm, Herr Jesus, sei unser Gast, und segne, was du uns bescheret hast.

841 Herr, unser Gott, du gibst der Welt das Leben: Segne diese Mahlzeit. Gib uns Liebe untereinander und den Geist der Dankbarkeit.
Die werden dann sogar in dem Abschnitt im EEK aufgegriffen, der vom Segnen handelt.
Evangelischer Erwachsenenkatechismus, 6. Aufl. 2, S. 66f hat geschrieben:4. Was segnen?
Mancher wird sich über die Frage wundern. Evangelische Christen segnen keine Dinge! – so wird es zumindest behauptet. Und doch gehen dann oft dieselben Menschen nach Hause und beten am Mittagstisch: »Vater segne diese Speise…«. Bitten wir dabei Gott, unser Essen zu segnen? Die Gefahr des Segnens von Dingen ist, dass Menschen dann glauben, dass gesegnete Dinge in irgendeiner Weise selbst Segensspender sein könnten. Segensspender aber bleibt allein Gott. Abzulehnen ist es, wenn sich gesegnete Dinge zwischen Gott und den Menschen schieben durch eine eigene Wirksamkeit. Beim Segnen von Dingen aber geht es wie beim segnen von Menschen um die Relation zu Gott. Menschen werden durch Segen in Beziehung zu Gott gesetzt, damit er sie heile. Auch an Dinge kann sich die Sehnsucht nach Segen und Heilung binden. Aber Gott tut das, nicht die Dinge. Wenn wir Dinge segnen, dann nehmen wir sie in unsere Beziehung zu Gott mit hinein. Die Welt ist die Welt Gottes. Das kann gerade durch das Segnen der Dinge deutlich werden. Wenn etwa ein Wohnhaus gesegnet wird, dann geht es darum, dass Gottes Friede spürbar und erfahrbar wird in diesen Räumen. Wie die Menschen in ihnen leben, hat etwas mit ihrem Glauben zu tun. Der Segen ersehnt: Gottes Friede werde spürbar in diesem Haus.
Nicht alles kann gesegnet werden. Wie steht es mit Flughäfen und Kernkraftwerken? Das Segnen entbindet nicht von ethischer Verantwortung. Die Segnung von Dingen erfordert zuvor eine ethische Diskussion und schließlich eine vor Gott zu verantwortende Entscheidung. Jedenfalls geht es beim Segnen der Dinge nie um die Dinge selbst, sonder darum, dass Gott Menschen segnen und ihnen wohl tun will an Leib und Seele, gerade auch durch die Dinge dieser Welt.
Wenn böse Zungen stechen, / mir Glimpf und Namen brechen, / so will ich zähmen mich; /
das Unrecht will ich dulden, / dem Nächsten seine Schulden / verzeihen gern und williglich.

Paul Gerhardt: O Welt, sieh hier dein Leben

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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von Amanda » Dienstag 13. September 2016, 18:01

ad-fontes hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:
Radulf Thoringi hat geschrieben:Um wieder zum Thema zurückzukommen noch eine Frage nach Rom: Wird dort auch bereits der Täufling mit Chrisam gesalbt?
Ja! Der Täufling wird mit Chrisam gesalbt - als Relikt aus der Zeit, in der die Firmung noch mit der Taufe verbunden war - wie heute noch im orthodoxen Ritus.
Das ist doch Humbug! Gerade weil Taufe und Firmung seit Alters her im römischen Ritus zwei von einander getrennte Handlungen sind, wird der Täufling bereits unmittelbar nach seiner Taufe erstmalig mit Chrisam (jedoch nur als Scheitelsalbung) gesalbt, und zwar durch einen Priester, selbst dann, wenn er noch am gleichen Tag gefirmt wird (mag sein, daß das in der Neuordnung der Inititation Erwachsener in der RKK-Lat. Ritus durch eine andere Abfolge geregelt ist).
Bei meiner Erwachsenentaufe im Jahre 1994 wurde ich nicht unmittelbar nach der vollzogenen Taufe gesalbt, dafür aber bei der direkt sich anschließenden Firmung auf Stirn und Scheitel.
"Die Kirche scheint immer der Zeit hinterher zu sein,
obwohl sie doch in Wirklichkeit jenseits der Zeit ist;
sie wartet, bis der letzte Tick seinen letzten Sommer gehabt hat."
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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von umusungu » Dienstag 13. September 2016, 18:32

ad-fontes hat geschrieben:Das ist doch Humbug! Gerade weil Taufe und Firmung seit Alters her im römischen Ritus zwei von einander getrennte Handlungen sind,
Ich emphehle vertiefte Studien!

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Niels
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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von Niels » Dienstag 13. September 2016, 18:46

umusungu hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben:Das ist doch Humbug! Gerade weil Taufe und Firmung seit Alters her im römischen Ritus zwei von einander getrennte Handlungen sind,
Ich emphehle vertiefte Studien!
Dann üb' Du zunächst mal vernünftige Rechtschreibung, bevor Du Ratschläge gibst... :blinker:
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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von ad-fontes » Dienstag 13. September 2016, 22:43

umusungu hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben:Das ist doch Humbug! Gerade weil Taufe und Firmung seit Alters her im römischen Ritus zwei von einander getrennte Handlungen sind,
Ich emphehle vertiefte Studien!
P. Burkhard Neunheuser OSB., Faszikel 2: Taufe und Firmung, in: Handbuch der Dogmengeschichte, Bd 4: Sakramente, hrsg. Von Michael Schmaus, Josef Geiselmann und Aloys Grillmeier SJ., Freiburg 1956, S. 78f. hat geschrieben:Bei aller Kürze sind diese beiden Kapitel [Isidor, De eccl. off., c. 26 und 27] deshalb wichtig, weil sie zeigen, mit welcher Selbstverständlichkeit die Doppelhandlung Salbung und Handauflegung als eine von der Taufhandlung zu unterscheidende selbständige Größe angesehen wird.
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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von Jarom1 » Mittwoch 14. September 2016, 08:30

Calvin, Institutio, IV,15,19 hat geschrieben: Was nun das äußerliche Merkzeichen (d.h. die äußerliche Gestaltung der Taufe) betrifft - ach, wenn da doch Christi ursprüngliche Einrichtung in dem Maße ihre Gültigkeit behalten hätte, dass sie imstande gewesen ware, den Vorwitz der Menschen in Schranken zu halten! (Tatsächlich aber war es ganz anders) Als ob es eine verächtliche Sache wäre, nach Christi Weisung mit Wasser getauft zu werden, so hat man eine Einsegnung oder besser eine Verzauberung des Wassers erfunden, dass die wahrheitsgemäße Weihe des Wassers befleckt wurde.

...

Daher wäre es besser, man ließe allen schaubühnenhaften Prunk beiseite, der die Augen der Einfältigen blendet und ihre Sinne abstumpft, und hielte folgendes Verfahren ein: Sooft jemand getauft werden soll, läßt man ihn bei der Versammlung der Gläübigen gegenwärtig sein und stellt ihn Gott vor, wobei die ganze Gemeinde wie ein Zeuge ihr Augenmerk auf den Vorgang hat und über den Täufling betet; darauf wird das Glaubensbekenntnis gesprochen, in welchem der Neuling unterwiesen werden soll, die Verheißungen werden mitgeteilt, die für die Taufe gelten; dann wird der Neuling auf den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist getauft (Matth. 28,19) und schließlich wieder unter Gebet und Danksagung entlassen. Bei diesem Verfahren wird nichts ausgelassen, was zur Sache gehört, und jene eine Zeremonie, die von Gott, dem Urheber des Sakraments, ausgegangen ist, würde ohne Überdeckung durch irgendwelchen fremdartigen Schmutz aufs klarste erstrahlen.
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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von Niels » Mittwoch 14. September 2016, 15:25

Da irrt Herr Calvin.
Nolite timere pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum.

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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von Jarom1 » Mittwoch 14. September 2016, 15:43

Niels hat geschrieben:Da irrt Herr Calvin.
Ich wollte nur mal den Standpunkt der Reformierten ins Spiel bringen :)
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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von Niels » Mittwoch 14. September 2016, 15:54

Schon klar. :)

Das ändert nichts an der Feststellung, dass Herr Calvin (nicht nur in dieser Frage) irrt.
Nolite timere pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum.

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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von Raphael » Mittwoch 14. September 2016, 16:51

Jarom1 hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Da irrt Herr Calvin.
Ich wollte nur mal den Standpunkt der Reformierten ins Spiel bringen :)
Das Thema, um das es da jedoch geht, ist mehr als ein Glasperlenspiel! :ja:
Wenn der Humanismus den Menschen an die erste Stelle setzt,
dann ist der Anti-Humanismus eine gerechtfertigte Ideologie!

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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von umusungu » Mittwoch 14. September 2016, 21:10

"Im Westen beginnt sich seit dem 4. Jh. die bischöfliche Handauflegung vond er Taufe zu lösen.Vor allem drei Faktoren sind an dieser sich über Jahrhunderte hinziehenden Entwicklung beteiligt:
1. die im Zusammenhang mit der Erbsündenlehre wachsende Überzeugung von der Notwendigkeit einer frühen Kindertaufe
2. die Aufnahme von getauften Häretikern; sie geschah unter bischöflicher Handauflegung -a ber ohne taufe
3. die Gründung von Filialgemeinden und die damit verbundene Auffächerung des bischöflichen Amtes: die Presbyter taufen, die Handauflegung erfolgt später durch den Bischof.

In der Ostkirche dagegen wurde, auch nachdem die Kirche größer und die Kindertaufe üblich geworden war, der ganzheitliche Initiationsritus beibehalten."

aus: Theodor Schneider, Handbuch der Dogmatik,Bd 2, 1992; Seite 263

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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von Hubertus » Mittwoch 14. September 2016, 21:48

umusungu hat geschrieben:aus: Theodor Schneider, Handbuch der Dogmatik,Bd 2, 1992; Seite 263
Das ist aber keine Monographie! :dudu:
Wer andern vertiefte Studien empfiehlt, sollte sich wenigstens die Mühe machen, korrekt zu zitieren.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von umusungu » Mittwoch 14. September 2016, 22:09

Ich lasse mir von Dir doch nciht vorschreiben, welche Quellen ich zitere!

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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von asderrix » Mittwoch 14. September 2016, 22:14

Niels hat geschrieben:Schon klar. :)

Das ändert nichts an der Feststellung, dass Herr Calvin (nicht nur in dieser Frage) irrt.
Ne, er zeigt nur die Irrung der Römer auf.

Wie gesagt, Besprengen ist unchristlich, die christliche Taufe durch Untertauchen führt die Frage ad absurdum, da geweihte Flüsse, Seen oder Bäder wohl nicht die Regel sind.
Jedes Gedächtnismahl sagt: Das Beste kommt noch!

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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von Hubertus » Mittwoch 14. September 2016, 22:35

umusungu hat geschrieben:Ich lasse mir von Dir doch nciht vorschreiben, welche Quellen ich zitere!

Nicht die Quelle an sich, sondern die Zitation ("korrekt zu zitieren")!

Der Text stammt von Franz-Josef Nocke, "Spezielle Sakramententheologie", in: Schneider, Theodor (Hrsg.), Handbuch der Dogmatik etc. pp.
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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von umusungu » Mittwoch 14. September 2016, 22:38

Jarom1 hat geschrieben:
Calvin, Institutio, IV,15,19 hat geschrieben: Daher wäre es besser, man ließe allen schaubühnenhaften Prunk beiseite, der die Augen der Einfältigen blendet und ihre Sinne abstumpft, und hielte folgendes Verfahren ein: Sooft jemand getauft werden soll, läßt man ihn bei der Versammlung der Gläübigen gegenwärtig sein und stellt ihn Gott vor, wobei die ganze Gemeinde wie ein Zeuge ihr Augenmerk auf den Vorgang hat und über den Täufling betet; darauf wird das Glaubensbekenntnis gesprochen, in welchem der Neuling unterwiesen werden soll, die Verheißungen werden mitgeteilt, die für die Taufe gelten; dann wird der Neuling auf den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist getauft (Matth. 28,19) und schließlich wieder unter Gebet und Danksagung entlassen. Bei diesem Verfahren wird nichts ausgelassen, was zur Sache gehört, und jene eine Zeremonie, die von Gott, dem Urheber des Sakraments, ausgegangen ist, würde ohne Überdeckung durch irgendwelchen fremdartigen Schmutz aufs klarste erstrahlen.
Lasst doch mal alle reformatorische Polemik beiseite: Calvin beschreibt eine wunderbare Tauffeier:
in der Gemeinschaft der Glaubenden (nicht als private Familienfeier), Fürbitte der Gemeinde für den Täufling, Glaubensbekenntnis und Taufe auf den dreieinigen Gott.

Das ist der Kern der Tauffeier. Alles andere sind ausdeutende Riten, die nicht den Kern der Taufe berühren.

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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von Raphael » Donnerstag 15. September 2016, 06:43

asderrix hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Schon klar. :)

Das ändert nichts an der Feststellung, dass Herr Calvin (nicht nur in dieser Frage) irrt.
Ne, er zeigt nur die Irrung der Römer auf.
..........
Das kann schon deswegen nicht sein, weil Calvin sich in dem zitierten Text weder darüber ausläßt wie getauft wird noch womit. :doktor:

Mithin bleibt er im Ungefähren .............
Wenn der Humanismus den Menschen an die erste Stelle setzt,
dann ist der Anti-Humanismus eine gerechtfertigte Ideologie!

Mary
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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von Mary » Donnerstag 15. September 2016, 12:07

asderrix hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Schon klar. :)
Wie gesagt, Besprengen ist unchristlich, die christliche Taufe durch Untertauchen führt die Frage ad absurdum, da geweihte Flüsse, Seen oder Bäder wohl nicht die Regel sind.
Oh... nicht so schnell.
Natürlich kann auch das Wasser ganzer Flüsse, Seen, und ja, auch Schwimmbäder vor der Taufe geweiht werden. Orthodoxe jedenfalls machen das.
(Es gibt wohl weltweit kein einziges Wassermolekül, das nicht schon einem orthodoxen Priester untergekommen ist :tuete: )

lg Mary
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Jarom1
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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von Jarom1 » Donnerstag 15. September 2016, 12:35

Raphael hat geschrieben:
asderrix hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Schon klar. :)

Das ändert nichts an der Feststellung, dass Herr Calvin (nicht nur in dieser Frage) irrt.
Ne, er zeigt nur die Irrung der Römer auf.
..........
Das kann schon deswegen nicht sein, weil Calvin sich in dem zitierten Text weder darüber ausläßt wie getauft wird noch womit. :doktor:

Mithin bleibt er im Ungefähren .............
Calvin behandelt das Sakrament der Taufe ausführlich im gesamten Kapitel IV,15 seiner Institutio (siehe http://www.calvin-institutio.de/display ... ementId=12).
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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von umusungu » Donnerstag 15. September 2016, 13:01

Raphael hat geschrieben:Das kann schon deswegen nicht sein, weil Calvin sich in dem zitierten Text weder darüber ausläßt wie getauft wird noch womit. :doktor:
Mithin bleibt er im Ungefähren .............
für die achso zarten Seelen hier der weiterführende Text:
"Im übrigen macht es rein nichts aus, ob der Täufling ganz untergetaucht wird, ob das einmal oder dreimal geschieht, oder ob man ihn bloß mit Wasser übergießt und damit besprengt. Das muß vielmehr nach der Verschiedenheit der Länder den Kirchen freistehen. Allerdings bedeutet das Wort „Taufen“ selbst soviel wie „Untertauchen“, und es steht fest, daß die Alte Kirche den Brauch der Untertauchung festgehalten hat."

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Raphael
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Re: Muss Taufwasser geweihtes Wasser sein ?

Beitrag von Raphael » Donnerstag 15. September 2016, 13:26

Jarom1 hat geschrieben:Calvin behandelt das Sakrament der Taufe ausführlich im gesamten Kapitel IV,15 seiner Institutio (siehe http://www.calvin-institutio.de/display ... ementId=12).
Sorry, aber das macht es unterm Strich nicht besser, sondern eher die von niels weiter oben getätigte Feststellung erklärlich. :achselzuck:
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