Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Rund um Anglikanertum, Protestantismus und Freikirchenwesen.

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Dieter
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Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Dieter » Donnerstag 16. Juni 2016, 20:48

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist weltberühmt; sie muss nicht mehr vorgestellt werden.

Seit einigen Monaten hat die Kirche eine neue Pastorin, Dorothea Strauß, die zuvor in der Aids-Arbeit tätig war. Sie soll jetzt in der City-Seelsorge der Gedächtniskirche arbeiten.

Jetzt ist sie in allen Berliner Medien, da sie die Obdachlosen an der Kirche loswerden will. Heute berichtete der RBB ausführlich darüber.
"Wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Gott.“ So steht es in der Bibel (Sprüche 22,9). Doch vor der Gedächtniskirche will jetzt Pfarrerin Dorothea Strauß Obdachlose loswerden, weil sie in und am Gotteshaus ihre Notdurft verrichten würden.

Jeden Montag verteilt der Verein „Arche“ vor der Gedächtniskirche Essen an bis zu 15 Bedürftige. Die Aktion gibt es schon seit fast 15 Jahren.

Doch nun soll Schluss sein. „Pfarrerin Strauß rief bei uns an, erklärte, dass wir vor der Kirche unerwünscht sind“, sagt „Arche“-Sprecher Wolfgang Büscher dem KURIER. „Unsere Bedürftigen würden an der Kirche urinieren. Dabei gibt es außer uns noch mehr Menschen vor der Kirche.“
http://www.berliner-kurier.de/berlin/ki ... --24236366

So sammelt man in der Öffentlichkeit Punkte...

Und noch ganz nebenher: In Berlin hat keiner etwas gegen Dialekte. Hauptsache, der Berliner wird verstanden. Ob es allerdings richtig ist, in einer so berühmten Berliner Kirche, die als ein Wahrzeichen der Stadt gilt, eine Pastorin zu beschäftigen, die breites Schwäbisch spricht, wage ich zu bezweifeln. Immerhin wollen die Millionen Touristen dort ein echtes Stück Berlin erleben.
Zuletzt geändert von ziphen am Freitag 17. Juni 2016, 21:46, insgesamt 1-mal geändert.
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taddeo
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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von taddeo » Donnerstag 16. Juni 2016, 21:57

Warum läßt die Dame nicht Sanitärräume für die Obdachlosen bei der Kirche einrichten, wie es Papst Franziskus am Petersplatz machen ließ? :hmm:
Das käme gut an und würde ihre Probleme lösen. Geld dafür müßte sie an so einem prominenten Ort schon auftreiben können.
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Niels
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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Niels » Donnerstag 16. Juni 2016, 22:02

taddeo hat geschrieben:Warum läßt die Dame nicht Sanitärräume für die Obdachlosen bei der Kirche einrichten, wie es Papst Franziskus am Petersplatz machen ließ? :hmm:
Das käme gut an und würde ihre Probleme lösen. Geld dafür müßte sie an so einem prominenten Ort schon auftreiben können.
Eben. Papst Franz hat es ja auch nicht aus seiner eigenen Tasche bezahlt, sondern aus dem Equipment, was ihm kraft seines Amtes zur freien Verfügung steht. Da bittet man einfach analog zum Peterspfennig um einen Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Pfennig. :koenig:
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umusungu
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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von umusungu » Donnerstag 16. Juni 2016, 23:48

Niels hat geschrieben:Eben. Papst Franz hat es ja auch nicht aus seiner eigenen Tasche bezahlt, sondern aus dem Equipment, was ihm kraft seines Amtes zur freien Verfügung steht.
Warum sollte der Papst, ein Bischof oder Pfarrer auch jede gute soziale Idee aus dem eigenen Beutel bezahlen?

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taddeo
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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von taddeo » Freitag 17. Juni 2016, 00:01

umusungu hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Eben. Papst Franz hat es ja auch nicht aus seiner eigenen Tasche bezahlt, sondern aus dem Equipment, was ihm kraft seines Amtes zur freien Verfügung steht.
Warum sollte der Papst, ein Bischof oder Pfarrer auch jede gute soziale Idee aus dem eigenen Beutel bezahlen?
Das verlangt ja keiner. Aber wenigstens die Ideen zu haben, wäre oft schon nicht verkehrt.
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Tinius
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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Tinius » Freitag 17. Juni 2016, 06:49

Dieter hat geschrieben:
Und noch ganz nebenher: In Berlin hat keiner etwas gegen Dialekte. Hauptsache, der Berliner wird verstanden. Ob es allerdings richtig ist, in einer so berühmten Berliner Kirche, die als ein Wahrzeichen der Stadt gilt, eine Pastorin zu beschäftigen, die breites Schwäbisch spricht, wage ich zu bezweifeln.
Diese Anmerkung hättest du dir sparen können. Die Frau ist 55 Jahre alt, hängt seit fast 30 Jahren in Berlin herum und kann kein Englisch. Und da spricht sie noch "breites Schwäbisch"? Dann ist sie eben ein komischer, bunter Vogel im Großstadtdschungel.
Passt doch.

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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von RomanesEuntDomus » Freitag 17. Juni 2016, 10:17

Wahrscheinlich geht es weniger um den Dialekt als um die Reflexe, die dieser Dialekt inzwischen in Berlin auslöst. Die Bewohner Südwestdeutschlands mit ihrem missionarischen Eifer für die schwäbische Scharia ("Kehrwoche" usw.) gelten für viele Berliner im Gegensatz zu anderen Menschen aus sonst aller Herren Länder als nicht integrierbar.

Über die letzten Jahre entwickelte sich eine eigene Literatur, Film- und Plakatkunst zum Thema.

Ein Kurzfilm: "Shit Prenzelschwaben say"
http://www.blogrebellen.de/215/3/18/s ... us-berlin/

Und die paar Berliner, mit denen ich zu tun hatte, würden niemals freiwillig nach Stuttgart fahren.

Bild

Dieter
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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Dieter » Freitag 17. Juni 2016, 10:37

Die Berliner haben nichts gegen Dialekte, auch nicht gegen den schwäbischen Dialekt. Es leben bis zu 200.000 "Schwaben" (= Südwestdeutsche) in Berlin und die meisten Berliner sind froh, dass die ihre gute Küche mitgebracht haben.

Aber: In der Berliner U-Bahn und in der S-Bahn machen nur gebürtige Berliner die Lautsprecherdurchsagen. Warum? Nun, wegen der Millionen Touristen. Die wollen merken, dass sie in Berlin sind.

Ebenso geht es Touristen und Besuchern, die die großen und bekannten Kirchen besuchen.

jackson
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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von jackson » Freitag 17. Juni 2016, 10:45

Wenn man die "Kirche" als reine Touristenattraktion sieht, dann ist das natürlich ein valider Punkt. Man hätte da evtl. vorher ein entsprechendes casting veranstalten können.

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Granuaile
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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Granuaile » Freitag 17. Juni 2016, 11:17

Ich verstehe die Pastorin Strauß. Der Umstand, dass ein Mensch obdachlos ist, gibt ihm nicht einen Anspruch, sich wie ein Schwein aufzuführen und überall hinzupissen. Es gehört nach meinem Verständnis auch zu den Aufgaben aktiver und aufbauender Sozialarbeit mit dem Ziel, Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben, vermehrt in die Gesellschaft zu integrieren, freundlich und dennoch klar darauf hinzuweisen, wenn sie sich offensichtlich daneben benehmen.
In dem Sinne habe ich auf den ersten Blick Mühe, wenn die Arche nun die Pastorin angreift, statt sich mit unerwünschten Nebenerscheinungen ihrer Essensabgabe auseinanderzusetzen. Ich finde es schade, wenn Exponenten zweier Institutionen, welche anerkanntermassen grosse Leistungen im Dienst des bedürftigen Mitmenschen erbringen, nicht miteinander reden. (Ich kenne allerdings die Details der Kommunikation zwischen der Arche und der Kaiser-Willhelms-Gedächtniskirche nicht und hüte mich deshalb vor Schuldzuweisungen.)

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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Doro173 » Freitag 17. Juni 2016, 15:32

Ich habe die Meldung in der Berliner "Abendschau" auch gesehen. Fairerweise muss man dazu sagen, dass Frau Strauß ein Ausweichquartier vorgeschlagen hat: den Bahnhof Zoo, unter der Obhut der Stadtmission. Dort gibt es in der Tat sehr ordentliche Sanitärräume - leider sollen diese angeblich abends, zur Zeit der Essensausgabe der "Arche", bereits geschlossen sein.

Ich kann Frau Strauß einerseits verstehen. Wie im Filmbericht gezeigt wurde, geht es nicht nur ums Urinieren, sondern auch um größere "Hinterlassenschaften" in einer bestimmten Ecke, auf denen sich dann munter die Fliegen tummeln. Und das wäre an jedem Ort in einer Stadt eklig - nicht nur an einem Touristenzentrum.

Natürlich könnte man Sanitärcontainer neben der Gedächtniskirche auftstelln. Ob man das will, so an exponierter Stelle, ist eine andere Frage - das Finanzproblem erscheint mir da nicht das größte zu sein. Keine Stadt zeigt ihre Armen/Armut gern an Touristenplätzen. Wenn Frau Strauß ein Herz für diese Armen hat, könnte sie folgendes tun:

a) Sich für den alternativen Essensausgabeplatz in der Stadtmission am Bahnhof stark machen - und dann dafür sorgen, dass die sanitären Einrichtungen dort entsprechend länger geöffnet werden

b) Die Essensausgabe neben ihrer Kirche belassen und tatsächlich Sanitärcontainer dort aufstellen - das würde dann vielleicht sogar der eine oder andere Tourist begrüßen.

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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Schwenkelpott » Freitag 17. Juni 2016, 15:58

RomanesEuntDomus hat geschrieben:Die Bewohner Südwestdeutschlands mit ihrem missionarischen Eifer für die schwäbische Scharia ("Kehrwoche" usw.) [...]
Es soll im "Ländle" Häuser geben, in denen es keine Kehrwoche gibt ... Und Südwestdeutschland ist mehr als Schwaben (und mehr als Baden-Württemberg).
Der Katholik steht und will stehen in Allem auf historischem Boden; nur das Erdreich der Überlieferung gibt ihm Festigkeit und Nahrung; nur was sich an Überliefertes anschließt, gedeiht und treibt zu neuen Blüten und neuem Samen.
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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von taddeo » Freitag 17. Juni 2016, 19:59

Schwenkelpott hat geschrieben:Und Südwestdeutschland ist mehr als Schwaben (und mehr als Baden-Württemberg).
Ich bin Bayer, klär mich bitte auf ... was ist da noch? Schweiz? Elsass? :achselzuck:
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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Sarandanon » Freitag 17. Juni 2016, 20:32

Rheinland-Pfalz, Saarland, Südhessen...


Im Süden ist Bayern wohl eher die Ostzone, oder? :pfeif:


:narr:
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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von taddeo » Freitag 17. Juni 2016, 20:41

Sarandanon hat geschrieben:Rheinland-Pfalz, Saarland, Südhessen...
Das läuft für mich nicht mehr unter "Südwesten" ... weil es nicht südlich oder westlich genug ist. Ist anscheinend eine Frage der Perspektive. Wenn man mal im Passauer Land gelebt hat, gibt's eigentlich nur "Westen" in Deutschland ... denn östlich der Passauer Stadtgrenze ist gleich der Balkan Österreich.
(Wir hier in Bayern bilden die Südostecke, das ist klar. Aber ich würde zB nie Thüringen als "südöstlich" bezeichnen, auch wenn es gleich an Oberfranken angrenzt.)
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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Sarandanon » Freitag 17. Juni 2016, 20:50

Vlt. ist das ja auch eine Frage der Perspektive. Von meinem nördlichen Standpunkt aus empfinde ich die südlichen Anteile von RLP und Hessen sowie das Saarland schon sehr weit im Süden :blinker: .
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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Tinius » Freitag 17. Juni 2016, 21:11

Was Berliner unter "Schwaben" verstehen, ist bekannt. Unter Südwestdeutschland versteht man das heutige Baden-Württemberg, die Pfalz, Rheinhessen und das Saarland. Manchmal wird auch Südhessen hinzugezählt.

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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Schwenkelpott » Freitag 17. Juni 2016, 21:18

Tinius hat geschrieben:Unter Südwestdeutschland versteht man das heutige Baden-Württemberg, die Pfalz, Rheinhessen und das Saarland.
So würde ich das auch sehen ... Aber:
taddeo hat geschrieben:Ist anscheinend eine Frage der Perspektive.
(P.S.: Hier könnte man schon zwei neue Stränge aufmachen: "Deutschland, eine Frage der Perspektive" und "Müssen Priester "Locals" sein?")
Der Katholik steht und will stehen in Allem auf historischem Boden; nur das Erdreich der Überlieferung gibt ihm Festigkeit und Nahrung; nur was sich an Überliefertes anschließt, gedeiht und treibt zu neuen Blüten und neuem Samen.
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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von TillSchilling » Sonnabend 18. Juni 2016, 10:56

Schwenkelpott hat geschrieben: Und Südwestdeutschland ist mehr als Schwaben (und mehr als Baden-Württemberg).
Vor allem, und nur dass auch ganz sicher keine Missverständnisse aufkommen: Baden-Württemberg ist mehr als Schwaben. Schwaben wiederum mehr als (ein Teil) Baden-Württemberg(s).

Dieter
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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Dieter » Sonnabend 18. Juni 2016, 11:25

Schwenkelpott hat geschrieben:
Tinius hat geschrieben:Unter Südwestdeutschland versteht man das heutige Baden-Württemberg, die Pfalz, Rheinhessen und das Saarland.
So würde ich das auch sehen ... Aber:
taddeo hat geschrieben:Ist anscheinend eine Frage der Perspektive.
(P.S.: Hier könnte man schon zwei neue Stränge aufmachen: "Deutschland, eine Frage der Perspektive" und "Müssen Priester "Locals" sein?")
Priester "müssen" sicherlich keine "Locals" sein, aber selbst in der RKK habe ich beobachtet, dass man zumindest versucht, einen Priester zu finden, der einen regionalen Tonfall hat. Bei dem heutigen Priestermangel in der RKK ist das aber nicht immer ganz einfach. So gibt es im Priesterseminar in Münster zur Zeit nur einen einzigen Kandidaten. Da hat man keine große Auswahl.

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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von umusungu » Sonnabend 18. Juni 2016, 12:43

In den 1930er Jahren gab es im Rheinland zuviele Kandidaten. Sie wurden dann nach Bayern vermittelt, wo es Mangel gab.

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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Niels » Sonnabend 18. Juni 2016, 13:39

Oder nach Meißen wie Pfr. Hermann Scheipers (Gott habe ihn selig).
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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von RomanesEuntDomus » Sonnabend 18. Juni 2016, 13:51

Dieter hat geschrieben:Priester "müssen" sicherlich keine "Locals" sein, aber selbst in der RKK habe ich beobachtet, dass man zumindest versucht, einen Priester zu finden, der einen regionalen Tonfall hat. Bei dem heutigen Priestermangel in der RKK ist das aber nicht immer ganz einfach. So gibt es im Priesterseminar in Münster zur Zeit nur einen einzigen Kandidaten. Da hat man keine große Auswahl.
Na ja, den Namen unseres Kaplans aus Südindien kriege ich nur reibungslos über die Lippen, wenn ich vorher ein bißchen heimlich geübt habe.

Das stört mich aber nicht die Bohne, denn unsere Kirche dient glücklicherweise nicht dazu, daß "die Millionen Touristen dort ein echtes Stück Berlin erleben." Derartige Einrichtungen gibt's bei uns zwar auch, aber die nennen sich dann nicht Kirche, sondern beispielsweise "Museum" oder "Freizeitpark", und die Leute, die sich darum kümmern, heißen auch nicht Pfarrer, sondern Museumswärter, Kneipenwirte oder Reiseverkehrskaufleute.

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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Dieter » Sonnabend 18. Juni 2016, 15:49

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Priester "müssen" sicherlich keine "Locals" sein, aber selbst in der RKK habe ich beobachtet, dass man zumindest versucht, einen Priester zu finden, der einen regionalen Tonfall hat. Bei dem heutigen Priestermangel in der RKK ist das aber nicht immer ganz einfach. So gibt es im Priesterseminar in Münster zur Zeit nur einen einzigen Kandidaten. Da hat man keine große Auswahl.
Na ja, den Namen unseres Kaplans aus Südindien kriege ich nur reibungslos über die Lippen, wenn ich vorher ein bißchen heimlich geübt habe.

Das stört mich aber nicht die Bohne, denn unsere Kirche dient glücklicherweise nicht dazu, daß "die Millionen Touristen dort ein echtes Stück Berlin erleben." Derartige Einrichtungen gibt's bei uns zwar auch, aber die nennen sich dann nicht Kirche, sondern beispielsweise "Museum" oder "Freizeitpark", und die Leute, die sich darum kümmern, heißen auch nicht Pfarrer, sondern Museumswärter, Kneipenwirte oder Reiseverkehrskaufleute.


Der Kölner Dom, der von noch mehr Touristen besucht wird als der Berliner Dom, dient nicht dazu, ein echtes Stück Köln zu erleben?

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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von holzi » Sonnabend 18. Juni 2016, 19:35

Dieter hat geschrieben:Der Kölner Dom, der von noch mehr Touristen besucht wird als der Berliner Dom, dient nicht dazu, ein echtes Stück Köln zu erleben?
Dafür sind die Domschweizer in ihrer unnachahmlichen eckt kölschen Art zuständig.
Die Zeit ist, bei Licht besehen, immer gleich gut und gleich schlecht am Ende vom Jahre wie am Anfange desselben, nur die besseren Menschen machen die Zeiten besser, und bessere Menschen macht nur das treu geübte Christentum.
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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Dieter » Donnerstag 23. Juni 2016, 15:15

Gottesdienst in der Gedächtniskirche aus Sicht eines Amerikaners:

http://www.shipoffools.com/mystery/213/2616.html

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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Rikdag » Freitag 1. Juli 2016, 21:46

Ich bin Bayer, klär mich bitte auf ... was ist da noch? Schweiz? Elsass?
Südwestdeutschland ist exakt Schwaben. Das - und nichts anderes. :narr: Zu Schwaben zählt historisch allerdings tatsächich auch die Deutschschweiz und das Elsaß bis zum Wasgenwald. :zirkusdirektor:

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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Petrus » Sonntag 2. Oktober 2016, 22:13

um auf den Titel zurückzukommen:

warum ist dort dem Kaiser Wilhelm eine Kirche gewidmet, zum Gedächtnis?

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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Dieter » Montag 3. Oktober 2016, 09:17


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Re: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Beitrag von Lupus » Montag 3. Oktober 2016, 10:59

Rikdag hat geschrieben:
Ich bin Bayer, klär mich bitte auf ... was ist da noch? Schweiz? Elsass?
Südwestdeutschland ist exakt Schwaben. Das - und nichts anderes. :narr: Zu Schwaben zählt historisch allerdings tatsächich auch die Deutschschweiz und das Elsaß bis zum Wasgenwald. :zirkusdirektor:
.......................................................................................................................................................................................................

Nicht ganz den Tatsachen entsprechend.
Schweiz, Elsaß bis zum Wasgenwald, dazu Baden; das sind zumeist Allemanen.Also streng Südwest; sodann das Allgäu mit Memmingen und Kempten; dann, nördlich davon, beginnt erst Schwaben und zwar bis einschließlich evtl. Stuttgart und ein wenig noch nördlich davon; denn Heilbronn ist z.B. bereits fränkisch. Und Schwaben erstreckt sich weiter nach Osten z.B. Augsburg etc (bayrisch Schwaben) bis einschließlich Landsberg am Lech. Der Lech ist die Grenze zu Baiern (Oberbayern).
+L.
Christus mein Leben, Maria meine Hoffnung, Don Bosco mein Ideal!

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