EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Rund um Anglikanertum, Protestantismus und Freikirchenwesen.
Pilgerer
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Pilgerer » Freitag 11. Oktober 2013, 17:25

TillSchilling hat geschrieben:Die evangelische Kirche ist eine Notlösung und hat ihre Grundlage in einem Bekenntnis. Sie existiert bzw. kann eigentlich nur existieren als bekenntnisgebundene Kirche. In der eben nicht jeder frei ist zu glauben was er will und schon gar nicht jeder Pfarrer frei ist zu predigen was er will. Mit dem Glauben an die göttliche Inspiration der Schrift hat die evangelische Kirche auch ihr Bekenntnis aufgegeben und ist jetzt wie ein Schiff auf voller Fahrt aber ohne Steuermann.

Der Glaube an umittelbare Gottesbindung und Leitung durch dem heiligen Geist kann die Bindung ans Bekenntnis nicht ersetzen und wird für viele zum Irrweg. Mit der Freiheit eines Christenmenschen hat diese Illusion nichts zu tun.
Das Bekenntnis zeigt gewisse Richtlinien, in denen sich die Schriftauslegung bewegen sollte. Was ist die christliche Essenz der Kirche? Was unterscheidet sie wesentlich von anderen Religionen? Ein entscheidender Unterschied ist, dass nicht der Mensch sich beweisen muss, sondern dass Gott Werke der Vollkommenheit erbringt, die von Gott her die erlösende Brücke zwischen Menschen und Gott baut. Es ist gut, wenn die anderen Religionen Gott suchen, aber mit ihren menschlichen Leistungen kommen sie nicht an Gottes Tat heran. Christen vertrauen auf Gott, während andere auf sich selbst vertrauen müssen. Die Reformation wollte diese grundsätzlichen Inhalte wieder sichtbar machen, damit die Kirche nicht eine Religion wie jede Religion betreibt, sondern sich unterscheidet.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

TillSchilling
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von TillSchilling » Dienstag 15. Oktober 2013, 14:00

Pilgerer hat geschrieben: Das Bekenntnis zeigt gewisse Richtlinien, in denen sich die Schriftauslegung bewegen sollte.
Die Bekenntnisse nehmen für sich in Anspruch korrekte Auslegung der Schrift zu sein. Die Bekenntnisse sind entweder

1) objektiv falsch und nur historische Zeugnisse des Glaubens von Menschen vergangener Zeiten. Objektiv falsch weil basierend auf Annahmen über die göttliche Inspiration der Schrift, die schon lange als falsch erkannt wurden. Oder
2) korrekt in ihrem Verständnis der Autorität der Schrift aber (teilweise) falsch in ihrer Auslegung der Schrift.


Deine Aussage verstehe ich nicht. Was für Richtlinien sind das?

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Dieter » Dienstag 15. Oktober 2013, 15:39

Bekenntnisse haben in den verschiedenen protestantischen Kirchen einen unterschiedlichen Stellenwert.

Während die Reformierten davon ausgehen, dass jedes Bekenntnis nur vorübergehend sein kann und man also deshalb, wenn neue biblische(!) Erkenntnisse vorliegen, man durchaus ein Bekenntnis abändern könnte, auch den Heidelberger Katechismus. Allerdings ist dies in den letzten 500 Jahren noch nicht einmal vorgekommen.

Das alles wäre bei den Lutheranern undenkbar.

Es ist schwer zu sagen, was sinnvoller ist.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Pollux » Dienstag 15. Oktober 2013, 16:03

Dieter, das ist ja interessant, was Du da schreibst.Dieser Unterschied zwischen Lutheranern und Reformierten/Calvinisten war mir unbekannt.

Pilgerer
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Pilgerer » Mittwoch 16. Oktober 2013, 10:19

TillSchilling hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben: Das Bekenntnis zeigt gewisse Richtlinien, in denen sich die Schriftauslegung bewegen sollte.
Die Bekenntnisse nehmen für sich in Anspruch korrekte Auslegung der Schrift zu sein. Die Bekenntnisse sind entweder

1) objektiv falsch und nur historische Zeugnisse des Glaubens von Menschen vergangener Zeiten. Objektiv falsch weil basierend auf Annahmen über die göttliche Inspiration der Schrift, die schon lange als falsch erkannt wurden. Oder
2) korrekt in ihrem Verständnis der Autorität der Schrift aber (teilweise) falsch in ihrer Auslegung der Schrift.


Deine Aussage verstehe ich nicht. Was für Richtlinien sind das?
Die Bekenntnisse schützen davor, die Heilige Schrift auf häretische oder unchristliche Weise auszulegen, wie es zum Beispiel bei den Gnostikern, Zeugen Jehovas oder auch im Islam geschieht.
Es gibt zunächst einmal schon die frühchristlichen Bekenntnisse wie das Apostolikum und nizänische Glaubensbekenntnis. Da die christliche Kirche als Ein Leib aus Jesus Christus erwachsen ist, sind diese frühen Bausteine bis heute für alle Christen nach wie vor grundlegend. Die Bekenntnisse der Reformation bringen sodann nur das auf den Punkt, was der wesentliche Inhalt des Evangeliums ist. Sie stellen nur das wieder her, was durch Korruption, Machtinteressen, falsche Prioritäten etc. im Lauf der Kirchengeschichte zeitweilig vernebelt war.
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Dschungelboy » Freitag 1. November 2013, 18:48

Passt irgendwie auch hier rein:

"Christen bitten um Spenden für Moschee"

http://www.rga-online.de/rga_100_110444 ... schee.html

:hae?:
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Juergen » Freitag 1. November 2013, 18:56

Ja, ja, auch in Köln wurde mal katholischerseits von unterbelichteten Priestern für so einen antikirchlichen Protz-Prunk-Tempel gesammelt.
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/ ... g-1.686408

Es geht und geht nicht voran mit der Kölner Zentralmoschee. So ist jedenfalls der Eindruck von außen. Bauliche Veränderungen sind seit langem nicht mehr zu erkennen, die ursprünglich für 2012 geplante Eröffnung wurde immer wieder verschoben.
Gruß
Jürgen
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Ozymandias2 » Mittwoch 6. November 2013, 14:32

Reinhard hat geschrieben:
lutherbeck hat geschrieben: :|
Mit einem gewissen Abstand gesehen ist das aber eine völlig logische, geradezu zwangsläufige Entwicklung !
In wie fern logisch? Welchen Teil Protestantische Theologie hast du im Auge, aus dem das logisch oder zwangsläufig zu si einer Entwicklung führen sollten? In den USA gibt es viele - als Evangelikale und Fundamentalisten verschriene- Gemeinden die sich dem Zeitgeist gerade nicht anpassen.
Das war schon zu Luthers Zeit so: das "zurück zu dem Wurzeln" der Renaissance feierte als "Sola Scriptura" fröhliche Urständ
Da wo heute noch sola scriptura geglaubt wird, da schwimmt man ja gerade nicht mit dem Zeitgeist. Welcher Sicherungsmechanismus sollte denn besser gegen den Zeitgeist sicheren, als alles immer gegen die Schrift zu prüfen? Das das heimlich umgedreht wurde, um man nun die Schrift am Zeitgeist prüft, ist ja keine Schuld der Reformatoren, sondern einer Kirche, die ihren Lehrauftrag nicht wahrgenommen hat. Und überhaupt, hat sich die katholische Kirche nicht auch irgendwie dem Zeitgeist angepasst? Was war denn das zweite Vaticanum?
, zu Bismarcks Zeit war man preußisch- staatstragend, ½ Jahrhundert später dann Deutsch Reichs-tragend, seit den 80-er Jahren grün und friedliebend ohne Ende, und heute ist eben der völlige Relativismus en-vogue.
Da ist was dran. Aber auch die katholische Kirche unterliegt doch der gleichen Versuchung. In Südamerika sieht sie sich vielfach auch als Staatstragend. Woran willst du denn messen, ob die Kirche dieser Versuchung unterlegen ist oder nicht? Woher weisst du, ob das zweite Vaticanum nicht doch einfach ein Eingeständnis an den Zeitgeist war und die Piusbruderschaft nicht doch recht hat?
Und so folgt man als demokratisch-soziales Wesen eben der Mehrheit. :traurigtaps:
Nicht der Mehrheit, dem Wortgottes! Die Entwicklung die wir sehen ist doch darauf zurückzuführen, dass man sola scriptura vergessen hat. Nicht weil man es zu ernst genommen hat.
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Reinhard
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Reinhard » Mittwoch 6. November 2013, 15:23

Hi Ozymandias2,

erstmal willkommen in der Diskussion, und überhaupt hier im Kreuzgang !
Ozymandias2 hat geschrieben:
Reinhard hat geschrieben:Mit einem gewissen Abstand gesehen ist das aber eine völlig logische, geradezu zwangsläufige Entwicklung !
In wie fern logisch? Welchen Teil Protestantische Theologie hast du im Auge, aus dem das logisch oder zwangsläufig zu si einer Entwicklung führen sollten? In den USA gibt es viele - als Evangelikale und Fundamentalisten verschriene- Gemeinden die sich dem Zeitgeist gerade nicht anpassen.
Hier war eigentlich nur der Hauptzweig der Reformation Thema, wie er sich in Europa, und in D'land in Gestalt der EKD zeigt. Sicherlich gibt es auch andere, eher "erweckliche" Reformationszweige, aber die haben sowieso eine eigene, ganz andere Dynamik, eher mehr in Richtung der Piusbruderschaft und deren Vaganten.
- - dazu hatte ich früher an andere Stelle mal was geschrieben.
(die evangelikale Szene kenne ich recht gut von innen, schließlich entstamme ich selber einer freikirchlich-pietistischen Prägung !)
Ozymandias2 hat geschrieben:Da wo heute noch sola scriptura geglaubt wird, da schwimmt man ja gerade nicht mit dem Zeitgeist. Welcher Sicherungsmechanismus sollte denn besser gegen den Zeitgeist sicheren, als alles immer gegen die Schrift zu prüfen?
Das Problem liegt durchweg, auch im evangelikalen Lager, darin, dass man vorgibt, "Nur die Schrift (schlechthin)" als Maßstab zu nehmen, aber sich dabei keinerlei Rechenschaft darüber ablegt, dass man sie (natürlich !) durch die Brille der Neu-Tradition seiner jeweiligen Fraktion liest. Dadurch, dass diese wissenschaftstheoretische Reflexion einfach nicht stattfindet, ist sehr wohl dem unreflektierten Subjektivismus Tür und Tor geöffnet. (Es hat schon einen guten Grund, dass katholische Theologen nicht nur Theologie, sondern auch Philosophie studieren müssen !)
Auf diese Frage bin ich auch schon früher an verschiedenen Stellen eingegangen.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Ozymandias2 » Mittwoch 6. November 2013, 16:18

Reinhard hat geschrieben:Hi Ozymandias2,

erstmal willkommen in der Diskussion, und überhaupt hier im Kreuzgang !
Hallo und Dankeschön :huhu: :klatsch:

Das Problem liegt durchweg, auch im evangelikalen Lager, darin, dass man vorgibt, "Nur die Schrift (schlechthin)" als Maßstab zu nehmen, aber sich dabei keinerlei Rechenschaft darüber ablegt, dass man sie (natürlich !) durch die Brille der Neu-Tradition seiner jeweiligen Fraktion liest.
Dort wo das geschieht, hast du sicherlich recht. Wenn "Sola Scriptura" nur heißt, dass ich alleine mit meiner Bibel im Wald bin (was auch sehr schön sein kann), dann wäre es wohl ein unhaltbares Prinzip. Ich habe es aber eher so verstanden, dass "Sola Scriptura" nur sagt, dass die Bibel die einzige unfehlbare Autorität für die Gläubigen ist. D.h. alles muss immer am Wort geprüft werden.
Dadurch, dass diese wissenschaftstheoretische Reflexion einfach nicht stattfindet, ist sehr wohl dem unreflektierten Subjektivismus Tür und Tor geöffnet. (Es hat schon einen guten Grund, dass katholische Theologen nicht nur Theologie, sondern auch Philosophie studieren müssen !)

In der Tat, das ist sicher richtig. Nur sollte man bei aller Philosophie nicht vergessen, dass schon die Bibel selbst ein philosophisches Buch ist und seine eigene Epistemologie hat. D.h. auch die Philosophie muss sich vor der Bibel verantworten. Eine Philosophie, welche mit der Bibel unvereinbar ist muss daher für einen "sola scriptura" Gläubigen abgelehnt werden (z.B. der reduktionistische Materialismus oder der logische Positivismus etc.pp). Das hat z.B. ganz konkrete Auswirkungen wenn es darum geht, ob der Mensch in seinem gefallenen Zustand durch Philosophische Argument (die es sicher gibt und die meines Erachtens oft unterschätzt werden) von der Wahrheit des Christentums überzeugt werden können oder ob Gott den Menschen zuerst retten muss, und ihn erst so in die Lage versetzt die Wahrheit zu erkennen. Will sagen, bevor man auf Philosophie zurückgreift, sollte man versuchen, die Bibel mit der Bibel auszulegen. Erst wenn das nicht geht, kann man immer noch auf die Tradition und/ oder auf weltliche Philosophie zurückgreifen. Auf jeden Fall spannende Fragen.
(P.S: dazu hab ich grad auch ein tolles Buch gefunden "Misreading Scripture with Western Eyes". Danach habe ich das erste mal verstanden, dass die Bibel ich die Bibel grundsätzlich zu individualistisch lese)
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Reinhard
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Reinhard » Mittwoch 6. November 2013, 17:25

Ozymandias2 hat geschrieben:
Das Problem liegt durchweg, auch im evangelikalen Lager, darin, dass man vorgibt, "Nur die Schrift (schlechthin)" als Maßstab zu nehmen, aber sich dabei keinerlei Rechenschaft darüber ablegt, dass man sie (natürlich !) durch die Brille der Neu-Tradition seiner jeweiligen Fraktion liest.
Dort wo das geschieht, hast du sicherlich recht. Wenn "Sola Scriptura" nur heißt, dass ich alleine mit meiner Bibel im Wald bin (was auch sehr schön sein kann), dann wäre es wohl ein unhaltbares Prinzip. Ich habe es aber eher so verstanden, dass "Sola Scriptura" nur sagt, dass die Bibel die einzige unfehlbare Autorität für die Gläubigen ist. D.h. alles muss immer am Wort geprüft werden.
Das "Sola Scriptura" verkennt oder leugnet zwei wichtige Linien:
1.) Wenn Du die Schrift "mit sich selbst" beweisen willst, führst Du einen klassischen Zirkelschluss durch. Du kannst unmöglich die Kanonbildung der Hl. Schrift aus sich selbst heraus absichern, sondern nur aus der kirchlichen Tradition heraus, in der sie entstanden ist. Von daher fällt die Hl. Schrift in jedem Fall auf die Tradition der Kirche zurück. (Sie ist ja nicht "aus dem Himmel gefallen" wie angeblich das Buch Mormon !)
2.) Selbst die biblischen Zeugnisse berufen sich auf die Überlieferung des Glaubens von den Glaubenszeugen, und klären lehrmäßige Fragen im Zweifel in einem Konzil. Welchen Grund sollte es dafür geben, dass das heute nicht noch genauso ist ? (außer bornierten, willkürlich- dogmatischen Festlegungen)
(P.S: dazu hab ich grad auch ein tolles Buch gefunden "Misreading Scripture with Western Eyes". Danach habe ich das erste mal verstanden, dass die Bibel ich die Bibel grundsätzlich zu individualistisch lese)
Da bist Du dem Problem schon auf der Spur ! - nur: meinst Du wirklich, dass es davon "richtiger" wird, wenn man sich in einer Gruppe gegenseitig in seinen Überzeugungen bestärkt ?? - man bestärkt sich ggf. doch nur gegenseitig in seinen Irrtümern ?!

Allerdings sind wir hier ziemlich Off-Topic, und sollten diese Diskussion in einem anderen Strang weiterführen !

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Jarom1 » Donnerstag 7. November 2013, 09:48

Reinhard hat geschrieben: Das "Sola Scriptura" verkennt oder leugnet zwei wichtige Linien:
1.) Wenn Du die Schrift "mit sich selbst" beweisen willst, führst Du einen klassischen Zirkelschluss durch. Du kannst unmöglich die Kanonbildung der Hl. Schrift aus sich selbst heraus absichern, sondern nur aus der kirchlichen Tradition heraus, in der sie entstanden ist. Von daher fällt die Hl. Schrift in jedem Fall auf die Tradition der Kirche zurück. (Sie ist ja nicht "aus dem Himmel gefallen" wie angeblich das Buch Mormon !)
2.) Selbst die biblischen Zeugnisse berufen sich auf die Überlieferung des Glaubens von den Glaubenszeugen, und klären lehrmäßige Fragen im Zweifel in einem Konzil. Welchen Grund sollte es dafür geben, dass das heute nicht noch genauso ist ? (außer bornierten, willkürlich- dogmatischen Festlegungen)
Zu 1: Das Buch Mormon ist nicht "aus dem Himmel gefallen", sondern aus einem Hügel geborgen und anschließend übersetzt worden.

Zu 2: Wer liefert die Gewißheit, das die Konzilien die Wahrheit bzw. die wahre Lehre verkündet haben? M.E. gibt es nur zwei Kriterien: Die Übereinstimmung mit den Schriften und ein Zeugnis des Heiligen Geistes.

Zum Strangthema: Die EKD muss sich auf ihre zentralen Aufgaben besinnen: Das Verkünden des Evangeliums, die Verwaltung der Sakramente, Seelsorge und den Aufbau von Gemeinden. Und dies alles hier vor Ort. Wenn die EKD sich darauf konzentrieren würde (und die "weltlichen Dinge" wie z.B. die Geldverteilung in die sog. Dritte Welt aufgeben würde), hätte sie eine Zukunft.
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Ozymandias2 » Donnerstag 7. November 2013, 10:04

Reinhard hat geschrieben: 1.) Wenn Du die Schrift "mit sich selbst" beweisen willst, führst Du einen klassischen Zirkelschluss durch. Du kannst unmöglich die Kanonbildung der Hl. Schrift aus sich selbst heraus absichern, sondern nur aus der kirchlichen Tradition heraus, in der sie entstanden ist. Von daher fällt die Hl. Schrift in jedem Fall auf die Tradition der Kirche zurück. (Sie ist ja nicht "aus dem Himmel gefallen" wie angeblich das Buch Mormon !)
Nicht jeder Zirkelschluss ist Automatisch schlecht und ein logischer Fehler. Auch die Vernunft kann sich wiederum nur aus der Vernunft begründen. Es ist halt vernünftig, vernünftig zu sein. Gerade in Weltanschauungsfragen, ist eine gewisse Zirkularität immer vorhanden. Die Frage ist nur: Beisst sich die Ratte in den Schwanz? Zerstört sich die Weltanschauung am Ende des Tages selbst? Zum Beispiel: Viele Atheisten behaupten von sich Rationalisten zu sein. Gleichzeitig sind sie aber auch Naturalisten, d.h. sie glauben, es gibt nur die Natur und nichts anderes. Nun liegt es aber gerade im Begriff der "Ratio", dass es etwas völlig anderes gibt als die Natur. Das es etwas gibt, was eben nicht den "Naturgesetzen", sondern den "Vernunftgesetzen" unterworfen ist. Aber das geht natürlich nicht in einem Naturalistischen Weltbild. Daher müsste der konsequente Naturalist behaupten, dass es keinen rationalen Grund gibt Naturalist zu sein, da es soetwas wie ein ratio nicht gibt. Es gibt nur Materie und ihre Naturgesetze und die machen was sie wollen und nicht das was Vernünftig ist. Warum sollte Materie auch Vernünftig sein? Daher bin ich der Meinung, der Atheismus, zumindest wenn er rational sein will, zerstört sich am Ende des tages selber.
Daher lautet die Frage nicht: Ist meine Argumentation Zirkulär? Sondern: Ist sie widerspurchsfrei denkbar? (Ich weiss nicht was Mormonen glauben, daher weiss ich nicht, wie man mit jenen Argumentieren sollte, habe es meist mit Atheisten zu tun)

2.) Selbst die biblischen Zeugnisse berufen sich auf die Überlieferung des Glaubens von den Glaubenszeugen, und klären lehrmäßige Fragen im Zweifel in einem Konzil. Welchen Grund sollte es dafür geben, dass das heute nicht noch genauso ist ? (außer bornierten, willkürlich- dogmatischen Festlegungen)
Ja. Aber auch hier berufen sich die Jünger auf die Schrift: "Vers 15: Und dazu stimmen die Worte der Propheten, wie geschrieben steht (Amos 9,11-12)...:" Auch Jesus sagt immer wieder: Wisst ihr nicht wie geschrieben steht...? D.h. auch Jesus benutzt die Schrift um als Maßstab vor dem Jeder Gläubige rechenschaft ablegen muss!
Nichts gegen Konzilien! Sie sind wichtig, aber für mich sind sie nicht autoritärer und unfehlbarer Maßstab. Dieser ist für mich nur die Schrift. Und nur wenn ich der Meinung bin, dass das was in der Konzilien gelehrt wird mit dieser übereinstimmt, benutze ich diese Lehren als weitere Orientierung.

Allerdings sind wir hier ziemlich Off-Topic, und sollten diese Diskussion in einem anderen Strang weiterführen ![/size]
Das stimmt. Wo wollen wir hingehen?
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Dschungelboy » Sonntag 10. November 2013, 12:18

Der frühere Bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) kandidiert für das Amt des EKD-Präses. Mal sehen, welches Wahlergebnis es am Schluss wird und ob nicht doch noch ein linker Überraschungskadidat aus dem Hut gezaubert wird.
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Bischof » Sonntag 10. November 2013, 21:00

Nachdem Beckstein zweimal nicht gewählt worden ist, zieht er seine Kandidatur zurück. http://www.tagesschau.de/inland/ekd-synode12.html . Konservativere Christen haben in ersten Reihe der EKD nichts verloren.

Schneider verteidigt das unsägliche Familienpapier. Es wird sich nichts ändern. Aber das war ja zu erwarten. Ein jeder, der zur EKD gehört, möge selbst sehen ob und welche Konsequenzen er daraus ziehen mag. Die Sächsische Bekenntnisinitaitve beispielweise sollte sich überlegen, wie sie weiter mit der ganzen Problematik umgeht.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Ozymandias2 » Sonntag 10. November 2013, 21:19

Bischof hat geschrieben:Nachdem Beckstein zweimal nicht gewählt worden ist, zieht er seine Kandidatur zurück. http://www.tagesschau.de/inland/ekd-synode12.html . Konservativere Christen haben in ersten Reihe der EKD nichts verloren.

Schneider verteidigt das unsägliche Familienpapier. Es wird sich nichts ändern. Aber das war ja zu erwarten. Ein jeder, der zur EKD gehört, möge selbst sehen ob und welche Konsequenzen er daraus ziehen mag. Die Sächsische Bekenntnisinitaitve beispielweise sollte sich überlegen, wie sie weiter mit der ganzen Problematik umgeht.
:auweia: :/ :heul: :bedrippelt: :irritiert: Manchmal ist einem echt zum heulen zumute. Warum um Himmelswillen ist man bei der EKD so darauf bedacht den Weg weiter zu gehen der nichts bringt?
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Ozymandias2 » Sonntag 10. November 2013, 21:22

Ich und meine Familie sind seid Generationen eng mit dieser Kirche verbunden. Aber ich glaube, wenn meine Vorfahren das sehen würden, dann würden Sie mich fragen, warum ich mit meinem Geld so etwas unterstütze. :bedrippelt: :naja:
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Reinhard » Sonntag 10. November 2013, 21:27

Ozymandias2 hat geschrieben: :auweia: :/ :heul: :bedrippelt: :irritiert: Manchmal ist einem echt zum heulen zumute. Warum um Himmelswillen ist man bei der EKD so darauf bedacht den Weg weiter zu gehen der nichts bringt?
Weil man eben doch dem Zeitgeist verfallen ist ? :achselzuck: Man kann es nun drehen und wenden wie man will, aber das Problem liegt im System, würde ich sagen.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Ozymandias2 » Sonntag 10. November 2013, 21:31

Wenigstens weiss man jetzt woran man bei dieser Führung ist. Mann kann keinerlei wie auch immer geartete theologische Weisheit mehr von ihr erwarten. Einfach nicht mehr darauf hören. Sie hat sich bewusst für die Häresie entschieden. Aber ich begreife es nicht. Diese Ganzen möchte gern Aufklärer legen doch immer soviel wert auf Wissenschaftlichkeit. Und empirisch ist doch die Lage klar. Progressive Christenheit stirbt. Es gibt Weltweit keine Kirche, die vom Wort Gottes abweicht und nicht das Gericht über sich ergehen lassen muss.
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Ozymandias2 » Sonntag 10. November 2013, 21:32

Reinhard hat geschrieben:
Ozymandias2 hat geschrieben: :auweia: :/ :heul: :bedrippelt: :irritiert: Manchmal ist einem echt zum heulen zumute. Warum um Himmelswillen ist man bei der EKD so darauf bedacht den Weg weiter zu gehen der nichts bringt?
Weil man eben doch dem Zeitgeist verfallen ist ? :achselzuck: Man kann es nun drehen und wenden wie man will, aber das Problem liegt im System, würde ich sagen.
Natürlich liegt es am System. Aber das System hat nichts mehr mit sola scriptura zu tun.
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Ozymandias2 » Sonntag 10. November 2013, 21:32

Mann könnte es eher als "contra scriptura" bezeichnen.
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Dompfaff
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Dompfaff » Sonntag 10. November 2013, 21:48

Der "lifestyle" der EKD ist schon zu viele Jahrzehnte: "Markt der Möglichkeiten"...
Diese "Denke" macht halt auch vor den "basics" nicht halt. :zirkusdirektor: :narr:

(Grüß' Dich, lieber Ozy, leide mit Dir! Halte Dich an den Spruch von Hartmann von Aue in meiner Signatur - das hilft...)
[

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Ozymandias2 » Sonntag 10. November 2013, 22:02

Danke :)
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Bischof
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Bischof » Sonntag 10. November 2013, 22:15

Nun soll es Irmgard Schwaetzer richten... http://aktuell.evangelisch.de/artikel/8 ... ses-werden

Der liberale Kurs bleibt. Denn dafür steht Frau Schwaetzer. Die EKD geht ihren Weg konsequent weiter.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von TillSchilling » Sonntag 10. November 2013, 22:21

Bischof hat geschrieben: Ein jeder, der zur EKD gehört, möge selbst sehen ob und welche Konsequenzen er daraus ziehen mag. Die Sächsische Bekenntnisinitaitve beispielweise sollte sich überlegen, wie sie weiter mit der ganzen Problematik umgeht.
Wo sollen sie denn hingehen? Ausgetreten ist man schnell. Und was dann?

Irgendwann wird der Spuk auch vorbei sein.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Ozymandias2 » Sonntag 10. November 2013, 22:34

Bischof hat geschrieben:Nun soll es Irmgard Schwaetzer richten... http://aktuell.evangelisch.de/artikel/8 ... ses-werden.
Oha. Ich meine, dass ist eine von denen, die verhinderte, dass der Marsch fürs Leben seinen Abschlussgottesdienst im Berliner Dom feiern konnte. Weil zu "kontrovers".
In the tragic vision, individual sufferings and social evils are inherent in the innate deficiencies of all human beings, whether these deficiencies are in knowledge, wisdom, morality, or courage. Thus there are no “solutions”, only trade-offs.

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Ozymandias2
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Ozymandias2 » Sonntag 10. November 2013, 22:37

TillSchilling hat geschrieben:
Bischof hat geschrieben: Ein jeder, der zur EKD gehört, möge selbst sehen ob und welche Konsequenzen er daraus ziehen mag. Die Sächsische Bekenntnisinitaitve beispielweise sollte sich überlegen, wie sie weiter mit der ganzen Problematik umgeht.
Wo sollen sie denn hingehen? Ausgetreten ist man schnell. Und was dann?

Irgendwann wird der Spuk auch vorbei sein.
Für euch alle gilt: Werdet stark, weil ihr mit dem Herrn verbunden seid, mit seiner Macht und seiner Stärke! Greift zu den Waffen Gottes, damit ihr alle heimtückischen Anschläge des Teufels abwehren könnt! Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen, sondern gegen Mächte und Gewalten des Bösen, die über diese gottlose Welt herrschen und im Unsichtbaren ihr unheilvolles Wesen treiben. Darum nehmt die Waffen Gottes! Nur gut gerüstet könnt ihr den Mächten des Bösen widerstehen, wenn es zum Kampf kommt. Nur so könnt ihr das Feld behaupten und den Sieg erringen. Rüstet euch gut für diesen Kampf! Die Wahrheit ist euer Gürtel und Gerechtigkeit euer Brustpanzer. Macht euch auf den Weg, und verkündet überall die rettende Botschaft, dass Gott Frieden mit uns geschlossen hat. Verteidigt euch mit dem Schild des Glaubens, an dem die Brandpfeile des Teufels wirkungslos abprallen. Die Gewissheit, dass euch Jesus Christus gerettet hat, ist euer Helm, der euch schützt. Und nehmt das Wort Gottes. Es ist das Schwert, das euch sein Geist gibt. Hört nie auf, zu bitten und zu beten! [/b]Gottes Geist wird euch dabei leiten. Bleibt wach und bereit. Bittet Gott inständig für alle Christen. Betet auch für mich, damit Gott mir zur rechten Zeit das rechte Wort gibt und ich überall das Geheimnis der rettenden Botschaft frei und offen verkünden kann. Auch hier im Gefängnis will ich das tun. Betet darum, dass ich auch in Zukunft diese Aufgabe mutig erfülle, so wie Gott sie mir aufgetragen hat. (Eph 6 10ff.)
In the tragic vision, individual sufferings and social evils are inherent in the innate deficiencies of all human beings, whether these deficiencies are in knowledge, wisdom, morality, or courage. Thus there are no “solutions”, only trade-offs.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Alt-Katholik » Montag 11. November 2013, 11:05

Ist doch schön, wenn die EKD so liberal ist. Wäre ja sehr fad, wenn jede Kirche konservativ wäre, oder nicht? Dann hätten einige Freikirchen wie zum Beispiel die SELK ohnehin keine Existenzberechtigung mehr und die römische Kirche könnte kaum mehr ihre Austritte zählen, wäre die EKD hochkirchlich-konservativ.

Also seid's mal lieber froh, liebe Altlutheraner und Römer, dass die EKD so ist, wie sie ist.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Bischof » Montag 11. November 2013, 11:39

Wäre schön, wenn die SELK keine Existenzberechtigung mehr hätte. Denn kann können Wunden am Leibe Christi heilen.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Dschungelboy » Montag 11. November 2013, 12:38

Dass Beckstein nicht gewählt wird war ja eigentlich zu erwarten.

Die weitaus größere Sauerei an der Sache ist, dass man ihm im Vorfeld eindeutig signalisierte, es werde keinen Gegenkandidaten geben. Und dann wird diesem alten Mann, der sich noch einmal in den Dienst seiner Kirche stellen will, so an dr Karren gefahren. So geht man mit Menschen einfach nicht um. :nein:
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

TillSchilling
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von TillSchilling » Montag 11. November 2013, 13:23

Alt-Katholik hat geschrieben:Ist doch schön, wenn die EKD so liberal ist. Wäre ja sehr fad, wenn jede Kirche konservativ wäre, oder nicht? Dann hätten einige Freikirchen wie zum Beispiel die SELK ohnehin keine Existenzberechtigung mehr und die römische Kirche könnte kaum mehr ihre Austritte zählen, wäre die EKD hochkirchlich-konservativ.

Also seid's mal lieber froh, liebe Altlutheraner und Römer, dass die EKD so ist, wie sie ist.
Tatsächlich würde ich mich nicht wundern wenn einige Römer sich heimlich freuen über den Zustand der evangelischen Kirche in Deutschland. Dabei sind auch sie nur ein, zwei Päpste entfernt von einer vergleichbaren Situation.

Die SELK ist ja eigentlich nicht konservativ im Gegensatz zu liberal, sondern zuerst einmal konfessionsgebunden lutherisch. Im Gegensatz zu den Landeskirchen, die eben uniert sind oder lutherisch mit weniger deutlichem Profil. Ihr Fokus der deutlichen Abgrenzung vom reformierten Christentum hat IMHO mit den Herausforderungen, die sich den Gläubigen in einem weitgehend entchristlichten Land stellen, nichts mehr zu tun. Es gilt die Menschen wieder für den christlichen, d.h. evangelischen Glauben zu gewinnen. Mir scheint die einzigen, die diese Herausforderung wirklich wahrnehmen und danach handeln sind evangelikale bzw. pfingstlerische Kreise in Freikirchen wie Landeskirchen. Für die Gläubigen im landeskirchlichen Teil dieser evangelikalen Bewegung zählt meistens die eigene Ortsgemeinde viel mehr als die Landeskirche, zu der sie gehört. Und oft ist die Zusammenarbeit mit freikirchlichen Gruppen intensiver als mit anderen, dem Glauben feindlich gegenüberstehenden Teilen der eigenen Landeskirche. Es ist das alte Problem des Pietismus, der Stündler, die den Fokus auf die Reformierung der ganzen Landeskirche nicht finden und das Feld den Glaubensfeinden mehr oder weniger kampflos überlassen. Und es ist auch das alte Problem der Pietisten, die unter dem Einfluss der Freikirchen, mit denen sie zusammenarbeiten, und wegen des - dank der liberalen Theologie, die in den Landeskirchen vorherrscht - Mangels an Belehrung im biblischen, evangelischen Glauben, alle möglichen anderen Lehren annehmen.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Dschungelboy » Montag 11. November 2013, 16:33

Beckstein heute im Bayerischen Rundfunk, sinngemäß, ihn wundere sein Abschneiden bei der Wahl nicht, die EKD-Synode sei an der Spitze nunmal rosarot bis dunkelrot.

Das sagt doch alles :narr:
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

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