Ich erinnere mich an einige Messen am Weihnachtsmorgen, bei denen das Weihwasserbecken noch gefroren war, als ich eine halbe Stunde vorher gekommen bin, um mich an der Orgel etwas warmzuspielen. In derselben Kirche habe ich auch schon bei -4°C Orgel geübt (elektronisches Instrument, also kein kältebedingtes Verstimmen); es geht, wenn man passend gekleidet ist. Die Kirche wird nur selten geheizt, weil nur jeden zweiten Sonntag und dazu versetzt jeden zweiten Dienstag Messe ist.
Mein Pfarrer meinte, man dürfe im Winter nicht über 14° heizen, weil die Leute sonst nicht wissen, wo sie ihren Mantel hintun sollen. Insofern brauchen die nicht allzuviel zu heizen.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009
Ich finde es schade, wenn im Winter Kirchen nicht für Gottesdienste genutzt werden und die Gemeinde in einen Saal ausweichen muss, weil es in der Kirche zu kalt sei. Andererseits verschlingt das Aufheizen der Kirche auf eine angenehme Temperatur massenweise Geld und Energie. Die regelmässigen Kirchenbesucher wissen rasch einmal, dass sie sich eben warm ankleiden und ihre Jacken und Mäntel anbehalten müssen. Auch gibt es noch immer die guten alten Wolldecken, welche man in einer Kirche zum Gebrauch auflegen kann. (Dies habe ich diesen Frühling einmal an einem noch immer kalten Sonntag im Ulmer Münster gesehen.) Mit wenig Phantasie und etwas praktischem Denken lässt sich das Problem meistern oder zumindest mindern.