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Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Donnerstag 14. Februar 2013, 14:18
von Naseweiß
Präses Nikolaus Schneider wünscht sich mehr Schwung für die Ökumene:

http://aktuell.evangelisch.de/artikel/7 ... ne-bringen

Daraus:
Nikolaus Schneider hat geschrieben:In jedem Fall würde ich mir wünschen, dass der neue Papst auch neue Anstöße für unser ökumenisches Miteinander gibt. Und dass er den Schwung, den das Zweite Vatikanische Konzil vor 5 Jahren brachte, nicht bremst, indem er vorkonziliare Bedenken zementiert. Sondern dass er den ökumenischen Aufbrüchen von damals heute neuen Schwung verleiht.
Was haltet ihr davon? Wird der zukünftige Papst sich offener auf die evangelische Kirche zubewegen? Wie sollte solch eine Ökumene ausschauen?

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Donnerstag 14. Februar 2013, 14:40
von Protasius
Angesichts der langsamen Auflösung der lutherischen und reformierten Kirchen wäre das eher ungewöhnlich. Es wird medial zwar nicht an die große Glocke gehängt, aber der Schwund an Geistlichen und Gläubigen ist in den evangelischen Kirchen gleichfalls vorhanden. Eine Hinwendung ist wenn überhaupt eher in Richtung der Evangelikalen zu erwarten; die wachsen nämlich.

Was ich auf jeden Fall erwarten würde, wäre eine Fortsetzung und Vertiefung der guten Beziehungen zu den orthodoxen Christen.

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Donnerstag 14. Februar 2013, 15:15
von Pilgerer
Protasius hat geschrieben:Angesichts der langsamen Auflösung der lutherischen und reformierten Kirchen wäre das eher ungewöhnlich. Es wird medial zwar nicht an die große Glocke gehängt, aber der Schwund an Geistlichen und Gläubigen ist in den evangelischen Kirchen gleichfalls vorhanden. Eine Hinwendung ist wenn überhaupt eher in Richtung der Evangelikalen zu erwarten; die wachsen nämlich.

Was ich auf jeden Fall erwarten würde, wäre eine Fortsetzung und Vertiefung der guten Beziehungen zu den orthodoxen Christen.
Die EKD sollte selbst erstmal an der eigenen Ökumene mit den Evangelikalen arbeiten. Aus der globalen Perspektive, die die RKK nun einmal hat, nimmt die Bedeutung der "Mainline-Protestants" ab und die der Evangelikalen, Pfingstler, Charismatiker etc. zu. Dort wird die klassische Verhandlungs-Ökumene nicht ganz funktionieren. Hier geht es eher darum, "interkonfessionelle" Vereinigungen zu schaffen, in denen man gemeinsame Ziele (z.B. Lebensschutz, Schutz der Familie, Glaube an Jungfrauengeburt) auf einer gemeinsamen Basis unterstützt.

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Freitag 15. Februar 2013, 10:24
von lutherbeck
Naseweiß hat geschrieben:Präses Nikolaus Schneider wünscht sich mehr Schwung für die Ökumene:

http://aktuell.evangelisch.de/artikel/7 ... ne-bringen

Daraus:
Nikolaus Schneider hat geschrieben:In jedem Fall würde ich mir wünschen, dass der neue Papst auch neue Anstöße für unser ökumenisches Miteinander gibt. Und dass er den Schwung, den das Zweite Vatikanische Konzil vor 5 Jahren brachte, nicht bremst, indem er vorkonziliare Bedenken zementiert. Sondern dass er den ökumenischen Aufbrüchen von damals heute neuen Schwung verleiht.
Was haltet ihr davon? Wird der zukünftige Papst sich offener auf die evangelische Kirche zubewegen? Wie sollte solch eine Ökumene ausschauen?
Mich interessiert eher, wie die Evangelischen sich Ökumene praktisch vorstellen - ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß die gar nicht wirklich gewollt ist!

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Freitag 15. Februar 2013, 10:28
von Bischof
Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kiche (SELK) hat, vertreten durch ihre Lutherische Theologische Hochschule, in den Jahren 2007 bis 2010 mit dem Johann-Adam-Möhler-Institut Paderborn Konultationen abgehalten. Das Abschlussdokument soll wohl sehr vielversprechend sein. Jedenfalls waren die Gespräche so erfreulich, dass sie auf Weltebene zwischen dem International Lutheran Council (Vorsitzender Bischof Hans-Jörg Voigt von der SELK) mit Rund 5 Mio. konfessionellen Lutheranern und dem Einheitssekräteriat des Vatikan vertieft fortgesetzt werden.

Ich denke, dass Rom zwischen den westlich geprägten Mainline-Protestanten und den konfessionell geprägten Lutheranern weltweit - auch die, die (nocht) nicht im International Lutheran Council sind, sorgfältig unterscheiden wird. Die zweitgrößte Lutherische Kirche - die äthiopische Mekane Yesus Kirche - hat erst letzte Woche die Kirchen- und Abendmahlsgemeinschaft mit der liberalen Evangelical Lutheran Church America und der Schwedischen Kirche abgebrochen.

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Freitag 15. Februar 2013, 18:05
von leander12
Protasius hat geschrieben:Angesichts der langsamen Auflösung der lutherischen und reformierten Kirchen wäre das eher ungewöhnlich. Es wird medial zwar nicht an die große Glocke gehängt, aber der Schwund an Geistlichen und Gläubigen ist in den evangelischen Kirchen gleichfalls vorhanden. Eine Hinwendung ist wenn überhaupt eher in Richtung der Evangelikalen zu erwarten; die wachsen nämlich.

Was ich auf jeden Fall erwarten würde, wäre eine Fortsetzung und Vertiefung der guten Beziehungen zu den orthodoxen Christen.
Genau der Meinung bin ich auch. Die deutschen Evangelischen haben (so wie ich mitbekommen habe) immer nur gefordert. Der Papst soll das oder jenes erlauben, machen oder herstellen. Oftmals habe ich mich echt gefragt, ob die wollen, dass 1Mrd Menschen sich wegen 24 Mio Protestanten in Deutschland total verändert. Man sollte natürlich ständig im Dialog mit den evangelischen Christen sein, aber sofort alle ihre "Forderungen" erfüllen grenzt an einen Witz.

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Freitag 15. Februar 2013, 18:36
von Nassos
Protasius hat geschrieben:Angesichts der langsamen Auflösung der lutherischen und reformierten Kirchen wäre das eher ungewöhnlich. Es wird medial zwar nicht an die große Glocke gehängt, aber der Schwund an Geistlichen und Gläubigen ist in den evangelischen Kirchen gleichfalls vorhanden. Eine Hinwendung ist wenn überhaupt eher in Richtung der Evangelikalen zu erwarten; die wachsen nämlich.

Was ich auf jeden Fall erwarten würde, wäre eine Fortsetzung und Vertiefung der guten Beziehungen zu den orthodoxen Christen.
Zumindest - so glaube ich - hatte Papst Benedikt den Respekt der orthodoxen Kirche, weil er tatsächlich ein Kenner der Väter ist und ein sehr guter Theologe.

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Freitag 15. Februar 2013, 23:43
von Pilgerer
leander12 hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben:Angesichts der langsamen Auflösung der lutherischen und reformierten Kirchen wäre das eher ungewöhnlich. Es wird medial zwar nicht an die große Glocke gehängt, aber der Schwund an Geistlichen und Gläubigen ist in den evangelischen Kirchen gleichfalls vorhanden. Eine Hinwendung ist wenn überhaupt eher in Richtung der Evangelikalen zu erwarten; die wachsen nämlich.

Was ich auf jeden Fall erwarten würde, wäre eine Fortsetzung und Vertiefung der guten Beziehungen zu den orthodoxen Christen.
Genau der Meinung bin ich auch. Die deutschen Evangelischen haben (so wie ich mitbekommen habe) immer nur gefordert. Der Papst soll das oder jenes erlauben, machen oder herstellen. Oftmals habe ich mich echt gefragt, ob die wollen, dass 1Mrd Menschen sich wegen 24 Mio Protestanten in Deutschland total verändert. Man sollte natürlich ständig im Dialog mit den evangelischen Christen sein, aber sofort alle ihre "Forderungen" erfüllen grenzt an einen Witz.
Auf der Weltebene, und da spielt die RKK nunmal, spielt das deutsche EKD-System keine Rolle. Dort gibt es in den USA, in Südamerika, Afrika, China und den Untergrundkirchen der islamischen Länder viel geistliches Leben, was mit der angemessenen Hochschätzung des dreieinigen Gottes verbunden ist. Bei diesen muss sich der Vatikan allerdings klar werden, dass dort die liturgischen Formen oftmals liberal sind, während die Glaubensinhalte konservativ oder evangelikal sind. Manche Gemeinde, die das Abendmahl mit Kirschsaft feiert, hat einen festeren Glauben als andere, die das Abendmahl in einer "konservativen" Gestalt feiern, aber im Glauben modern-relativistisch sind.

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Samstag 16. Februar 2013, 08:57
von wigberti
So wie ich Präses Schneider und andere hochrangige evangelische Aussagen der letzten Jahre deute , geht es der EKD nicht wirklich um eine Annäherung (wenn man das gemeinsame Kaffeetrinken mal ausblendet), sondern um reine Anerkennung auf Augenhöhe. Ziel der Dialoge ist die "Anerkennung als gleichwertige Kirche", nicht das Streben nach Einheit.
Es ist der immer gleiche Versuch, sich selbst ein klares Profil zu geben (was immer das auch sein soll), und die immer wieder, die Hoffnung auf Einheit der Kirchen zerstörende Kritik und Ablehnung des Petrusdienst (aus dem dann die unterschiedlich Ansicht an Priesteramt, Sakramenten usw rührt).
Anstatt wirklich mal zu schauen, was Bendikt XVI. im Augustinerkloster über Luther gesagt hat, und ernsthaft darüber zu arbeiten, wie man den Rohrbruch von vor 500 Jahren kitten könnte, findet eine theologische Auseinandersetzung in der Regel nicht statt.
Da nun zu hoffen, mit dem neuen Papst würde das "besser" oder "einfacher", bzw. er würde gar die Evangelischen als gleichwertige KIRCHE anerkennen , ist Träumerei.

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 11:24
von lutherbeck
Leider sind viele Teile der Kritik an der EKD nicht ganz unbegründet...

:traurigtaps:

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 11:37
von taddeo
Naseweiß hat geschrieben:
Nikolaus Schneider hat geschrieben:In jedem Fall würde ich mir wünschen, dass der neue Papst auch neue Anstöße für unser ökumenisches Miteinander gibt. Und dass er den Schwung, den das Zweite Vatikanische Konzil vor 50 Jahren brachte, nicht bremst, indem er vorkonziliare Bedenken zementiert. Sondern dass er den ökumenischen Aufbrüchen von damals heute neuen Schwung verleiht.
Was haltet ihr davon? Wird der zukünftige Papst sich offener auf die evangelische Kirche zubewegen?
Herr Schneider lebt offensichtlich in einem deutschprotestantischen Elfenbeinturm und hat keine Ahnung von dem, was in der Weltkirche vor sich geht.

Man spiele nur mal die zwei derzeit wahrscheinlichsten Szenarien durch:

1. Der neue Papst kommt aus Europa, aber aus dessen Süden - nehmen wir mal nen Italiener an, was ja alles andere als unwahrscheinlich ist.
In Italien spielt der Protestantismus de facto keine Rolle, ein "natürliches" oder gar noch positives Interesse eines italienischen Papstes an diesen Fragen kann man kaum voraussetzen. Es wäre also davon auszugehen, daß ein solcher Papst bestenfalls den derzeitigen Status quo freundlich, aber unverbindlich beibehält, ohne großartige Akzente zu setzen.

2. Der neue Papst kommt nicht aus Europa.
Sollte es ein Südamerikaner werden, hätte er vermutlich als erstes das aggressive Auftreten der Pfingstbewegungen im Hinterkopf, wenn er "Protestantismus" hört. Da würden vermutlich eher apologetische Töne zu hören sein. Sollte es gar ein Afrikaner werden, dann dürfte der Protestantismus ziemlich in den Hintergrund rücken, denn dort spielt die Auseinandersetzung mit dem Islam eine wesentlich bedeutendere Rolle, und auch für Europa gewinnt diese Frage mehr und mehr an Bedeutung. Das Aussterben des Protestantismus in Europa kann man getrost aussitzen, für den Umgang mit dem Islam muß man sich was überlegen.

Fazit: Egal, wer neuer Papst wird - die Protestanten (und zumal die deutschen samt ihrem Herrn Schneider) werden ihm ziemlich am Arsch vorbeigehen, um es mal drastisch, aber unmißverständlich zu formulieren.

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 11:42
von lutherbeck
...Das Aussterben des Protestantismus in Europa kann man getrost aussitzen, für den Umgang mit dem Islam muß man sich was überlegen....
Interessant! Nur hast Du hast beim "Aussterben" die RKK in Europa vergessen...

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 11:46
von leander12
Sehr deutlich formuliert- aber du hast eindeutig recht. Die Erwartungen von Seiten der EKD waren einfach mal recht übertrieben. Es gibt sicher Punkte, die man in der Beziehung dieser Religionen verändern könnte, aber letztlich haben "die" sich doch von "uns" abgespalten und nicht anderst herum :pfeif:

Auch ein neuer Papst wird am Verhältnis zur evangelischen Kirche in Deutschland wenig verändern. Die EKD hatte aufgrund des deutschen Papstes irgendwie eine "Legitimation" Forderungen zu stellen und ist natürlich sehr in den Vordergrund gerückt.

Doch das "Aussterben" der Evangelischen Kirche in Deutschland einfach abzusitzen kann ja auch nicht das Ziel sein. Doch in Zukunft wird der Dialog mit dem Islam sicher sehr wichtig werden- Benedikt hat hier ja schon gut begonnen.

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 11:46
von taddeo
lutherbeck hat geschrieben:
...Das Aussterben des Protestantismus in Europa kann man getrost aussitzen, für den Umgang mit dem Islam muß man sich was überlegen....
Interessant! Nur hast Du hast beim "Aussterben" die RKK in Europa vergessen...
Nein, aber diesbezügliche Träume sind Hirngespinste.
Die Wahrheit stirbt nicht aus, und sie läßt sich auch nicht "feindlich übernehmen".

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 11:48
von Maurus
Das Wichtigste wäre, wenn sich beide Seiten zunächst einmal darüber verständigen würde, was sie eigentlich unter »Ökumene« verstehen. Das Verständnis ist nämlich durchaus unterschiedlich.

Dann sollte die EKD einmal unmißverständlich darlegen, was für sie »Kirche« ist und wieso sie unter den katholischen Kirchenbegriff subsumiert werden will, obwohl beispielsweise Bischof Huber das katholische Kirchenverständnis für »unbiblisch« hält.

Schließlich sollte die EKD statt wolkigen Formulierungen wie »mehr Ökumene« konkret sagen, auf welchem Gebiet sie sich was vorstellen kann und wie sie das begründet. Dieses endlose Absondern von abstrakten Vorstellungen ist vollkommen nutzlos.

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 11:55
von lutherbeck
Da hast du nicht unrecht - aber Ziel aller Ökumene sollte doch die Einheit sein! Freilich erkenne ich da weder bei den Protestanten noch den Orthodoxen oder den Katholiken einen wirklichen Willen!

Leider...

Die Kirche in Europa muss aber ökumenisch sein - oder sie wird in der Bedeutungslosigkeit verschwinden...

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 11:58
von Maurus
lutherbeck hat geschrieben:Da hast du nicht unrecht - aber Ziel aller Ökumene sollte doch die Einheit sein! Freilich erkenne ich da weder bei den Protestanten noch den Orthodoxen oder den Katholiken einen wirklichen Willen!

Leider...

Die Kirche in Europa muss aber ökumenisch sein - oder sie wird in der Bedeutungslosigkeit verschwinden...
Bereits der Begriff der Einheit ist zwischen beiden Seiten nicht derselbe. Und woher weißt du, dass eine nicht-ökumenische Kirche in Europa in der Bedeutungslosigkeit verschwindet? Es ist Zeit, solche Sätze mal auf ihren Gehalt kritisch zu prüfen.

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 12:02
von lutherbeck
Maurus hat geschrieben:
lutherbeck hat geschrieben:Da hast du nicht unrecht - aber Ziel aller Ökumene sollte doch die Einheit sein! Freilich erkenne ich da weder bei den Protestanten noch den Orthodoxen oder den Katholiken einen wirklichen Willen!

Leider...

Die Kirche in Europa muss aber ökumenisch sein - oder sie wird in der Bedeutungslosigkeit verschwinden...
Bereits der Begriff der Einheit ist zwischen beiden Seiten nicht derselbe. Und woher weißt du, dass eine nicht-ökumenische Kirche in Europa in der Bedeutungslosigkeit verschwindet? Es ist Zeit, solche Sätze mal auf ihren Gehalt kritisch zu prüfen.
Mag sein - aber es ist nicht mehr die Zeit eine Einheit auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben, nur weil alle Seiten "ihr" eigenes theologisches Süppchen kochen wollen und sich dabei besonders heilig fühlen...

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 12:10
von lutherbeck
Siehe dazu auch:

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=d ... C41zIjPt2Q
Fulbert Steffensky: Was wird aus dem Christentum?

„Wird die Kirche sterben? Nein! Die Kirche stirbt nicht. Wohl wird die uns bekannte und herkömmliche Gestalt der Kirche sterben. Wir haben hier keine bleibende Gestalt, auch keine bleibende Kirchengestalt. Die Beweglichkeit, die Vorläufigkeit, die Wandelbarkeit müssten, ehe sie Signatur des postmodernen Subjekts sind, schon längst Eigenart der Christen und ihrer Kirche sein. Man kann nur Vermutungen darüber anstellen, wie die Kirche von morgen aussehen wird, aber mit einiger Sicherheit kann man folgende Prognose wagen:

1. Die Kirche von morgen wird weniger staatsverbunden sein. Was aus den Feiertagen und Sonntagen wird, wissen wir nicht. Ob der Name Gottes in der europäischen Verfassung genannt wird, wissen wir nicht. Ob der Staat so selbstverständlich die theologischen Fakultäten fördert und den Religionsunterricht in den Schulen, ist ungewiss. Das ist Chance einer neuen Freiheit der Kirche. Sie muss nicht mehr zwei Herren dienen, sie hat nur mehr einen.

2. Die Kirche von morgen wird kleiner und ärmer sein. Sie wird die reichen Mittel für ihre Kirchbauten, Akademien und sozialen Einrichtungen nicht mehr haben. Das ist die Chance einer neuen Konzentration der Kirche. Sie wird neu lernen können und müssen, wer sie ist und was sie soll.

3. Die Kirche von morgen wird ökumenisch sein. Sie wird sich den Schwachsinn der konfessionellen Doppelstrukturen nicht mehr erlauben. Es wird nicht mehr ein katholisches neben einem evangelischen Gemeindehaus stehen und das katholische Altenheim neben dem lutherischen. Die neue Ökumenizität befreit von den falschen und kindischen Fragen, in die die Konfessionen heute noch verstrickt sind. Die verschiedenen Konfessionen können einander dienen mit ihren spezifischen Charismen.

4. Die Kirche von morgen wird weniger klerikal dirigiert sein. Sie wird angewiesen sein und beschenkt werden von den Charismen der Laien und der Ehrenamtlichen.

5. Die Kirche von morgen wird stärker von Frauen bestimmt sein. Vermutlich wird dadurch ihre Theologie riskanter und vielfältiger. Theologische Korrektheit und Irrtumsvermeidung werden eine geringere Rolle spielen.

6. Die Kirche von morgen wird weniger eurozentrisch bestimmt sein. Es werden andere Formen der Frömmigkeit und der Gottesdienste in sie eindringen, das ist Gefahr und Chance zugleich.

7. Die Mitglieder der Kirche von morgen kommen aus einer so traditionsfernen Gesellschaft, dass sie sich in Freiheit und mit wenig Ressentiment den Überlieferungen des Christentums wieder zuwenden können. Traditionsbrüche erzeugen Aufgeschlossenheit für Traditionen.

Man kann die Zukunft der Kirche kritischer lesen, und es fallt sicher leichter, die zukünftigen Schwierigkeiten zu beschreiben. Wenn man aber die Hoffnung behalten und handeln will, muss man sich der Mühe unterziehen, die Möglichkeiten unter all den Unmöglichkeiten herauszulesen und sich nicht in der Beschreibung des Unglücks zu erschöpfen. Was also werden und sollen die spirituellen Züge und die Aufgaben der Kirche von morgen sein?"

© (213) KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 12:17
von taddeo
Ziemlicher Blödsinn. Da verkauft einer sein Wunschdenken als "Weissagung".
Ne alte Masche aller Scharlatane.

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 12:47
von Maurus
lutherbeck hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
lutherbeck hat geschrieben:Da hast du nicht unrecht - aber Ziel aller Ökumene sollte doch die Einheit sein! Freilich erkenne ich da weder bei den Protestanten noch den Orthodoxen oder den Katholiken einen wirklichen Willen!

Leider...

Die Kirche in Europa muss aber ökumenisch sein - oder sie wird in der Bedeutungslosigkeit verschwinden...
Bereits der Begriff der Einheit ist zwischen beiden Seiten nicht derselbe. Und woher weißt du, dass eine nicht-ökumenische Kirche in Europa in der Bedeutungslosigkeit verschwindet? Es ist Zeit, solche Sätze mal auf ihren Gehalt kritisch zu prüfen.
Mag sein - aber es ist nicht mehr die Zeit eine Einheit auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben, nur weil alle Seiten "ihr" eigenes theologisches Süppchen kochen wollen und sich dabei besonders heilig fühlen...
Was ich mit meiner Ausführung sagen will: Man kann auf keine Einheit zugehen, wenn man nichteinmal weiß, was darunter zu verstehen ist. Ohne eine Klärung grundsätzlicher Fragen wird sich im ökumenischen Dialog überhaupt nichts mehr tun. Man wird noch bis in alle Ewigkeit irgendwelche Absichtserklärungen austauschen und dann seines Weges gehen.
lutherbeck hat geschrieben:Siehe dazu auch:

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=d ... C41zIjPt2Q
Da werden zentrale Fragen einfach als »Schwachsinn« deklariert. Wenn du dieser Meinung bist, dann werde doch römischer Katholik! Die entgegenstehenden Fragen sind ja bloß »Schwachsinn«. Zögere nicht ;).

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 12:59
von lutherbeck
taddeo hat geschrieben:Ziemlicher Blödsinn. Da verkauft einer sein Wunschdenken als "Weissagung".
Ne alte Masche aller Scharlatane.
So? Na, dann erklär doch DU einmal DEINE Sicht der Dinge - aber bitte: laß die üblichen Phrasen der Tradis dabei einfach mal weg...

:)

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 13:01
von taddeo
lutherbeck hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Ziemlicher Blödsinn. Da verkauft einer sein Wunschdenken als "Weissagung".
Ne alte Masche aller Scharlatane.
So? Na, dann erklär doch DU einmal DEINE Sicht der Dinge...
Wieso sollte ich? Die nächsten paar Jahre werd ich es wohl selber erleben, wie das weitergeht - und warum soll ich mir Gedanken machen über danach ... "euch steht es nicht zu, die Zeiten und Fristen zu kennen ...".

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 13:06
von lutherbeck
taddeo hat geschrieben:
lutherbeck hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Ziemlicher Blödsinn. Da verkauft einer sein Wunschdenken als "Weissagung".
Ne alte Masche aller Scharlatane.
So? Na, dann erklär doch DU einmal DEINE Sicht der Dinge...
Wieso sollte ich? Die nächsten paar Jahre werd ich es wohl selber erleben, wie das weitergeht - und warum soll ich mir Gedanken machen über danach ... "euch steht es nicht zu, die Zeiten und Fristen zu kennen ...".
Na, dann unterlassen wir am besten jedes weitere Gespräch zum Thema "Glauben"...

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 13:10
von taddeo
lutherbeck hat geschrieben:Na, dann unterlassen wir am besten jedes weitere Gespräch zum Thema "Glauben"...
Nein, das müssen wir nicht. Aber Kaffeesatzleserei zur Zukunft der Kirche ist kein fruchtbares Gesprächsthema.
Ich weiß, das ist einfach beliebt und in der Natur des Menschen, gerade WEIL er nix gwiß ned darüber sagen kann - genau wie über das Wetter oder den Ausgang der Papstwahl. Aber hilfreich sind solche apodiktischen Prophetien "die Kirche wird ... sein" gewiß nicht.

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 13:21
von lutherbeck
taddeo hat geschrieben:
lutherbeck hat geschrieben:Na, dann unterlassen wir am besten jedes weitere Gespräch zum Thema "Glauben"...
Nein, das müssen wir nicht. Aber Kaffeesatzleserei zur Zukunft der Kirche ist kein fruchtbares Gesprächsthema.
Ich weiß, das ist einfach beliebt und in der Natur des Menschen, gerade WEIL er nix gwiß ned darüber sagen kann - genau wie über das Wetter oder den Ausgang der Papstwahl. Aber hilfreich sind solche apodiktischen Prophetien "die Kirche wird ... sein" gewiß nicht.
Mag sein - aber die Kirche kann nicht einfach so bleiben wie sie war...

Schließlich ist sie das "pilgernde Gottesvolk" - also auf einer Reise; das aber setzt Bewegung voraus...

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 13:28
von Maurus
lutherbeck hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
lutherbeck hat geschrieben:Na, dann unterlassen wir am besten jedes weitere Gespräch zum Thema "Glauben"...
Nein, das müssen wir nicht. Aber Kaffeesatzleserei zur Zukunft der Kirche ist kein fruchtbares Gesprächsthema.
Ich weiß, das ist einfach beliebt und in der Natur des Menschen, gerade WEIL er nix gwiß ned darüber sagen kann - genau wie über das Wetter oder den Ausgang der Papstwahl. Aber hilfreich sind solche apodiktischen Prophetien "die Kirche wird ... sein" gewiß nicht.
Mag sein - aber die Kirche kann nicht einfach so bleiben wie sie war...

Schließlich ist sie das "pilgernde Gottesvolk" - also auf einer Reise; das aber setzt Bewegung voraus...
»Es muss anders werden« führt aber zu nichts. Man muss schon wissen und sagen, wie es werden soll.

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 14:35
von taddeo
Dieser da oben zitierte Mensch sagt sinngemäß: Die Kirche muß menschlicher werden.
Ich persönlich würde sagen: Menschlich ist die Kirche schon sauber zu viel, göttlicher müßte sie werden.
Ich bin mir zwar bewußt, daß das eine Utopie ist - aber noch lang kein Grund, nicht darauf hinzuarbeiten.

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 14:51
von Camillo
taddeo hat geschrieben:Dieser da oben zitierte Mensch sagt sinngemäß: Die Kirche muß menschlicher werden.
Ich persönlich würde sagen: Menschlich ist die Kirche schon sauber zu viel, göttlicher müßte sie werden.
Ich bin mir zwar bewußt, daß das eine Utopie ist - aber noch lang kein Grund, nicht darauf hinzuarbeiten.

:klatsch:
Joseph Ratzinger hat geschrieben:Denn das Problem des Menschen von heute ist doch nicht, daß er von sakralem Tabus eingeengt wird; sein Problem ist doch, daß er in einer Welt hoffnungsloser Profanität lebt, die ihn bis in die Freizeit hinein unnachsichtig programmiert
Dass manche das noch nicht verstanden haben, oder sogar die Ökumene bewusst als höherrangiges Ziel als die konsequente Ausrichtung der Kirche auf Gott verkaufen, geht mir kaum in den Kopf.

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 14:59
von Cornetto
Einen Papst wie Johannes XXXlll. wünsche ich mir - ist das zuviel velangt?

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 15:15
von Lupus
Nun, ich meine die Protestanten werden einem neuen Papst nicht gerade(in taddeischer Ausdrucksweis) irgendwo da hinten vorbeigehen; aber doch frage ich mich als ehem. Protestant, heißt Ökumenismus denn nur, dass die KK Schritte setzt und den anderen nur entgegenkommt, während die quasi auf der bequemen Couch sitzend auf Anfragen und Angebote zu warten geruhen und selbst kaum einen Tippelschritt auf die KK zugehen?

Muss denn auch das letzte Hochgebet noch protestantisiert werden wie der "Quell"enkanon?

+L.

Re: Künftiger Papst soll Schwung für Ökumene bringen

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 15:18
von lutherbeck
Cornetto hat geschrieben:Einen Papst wie Johannes XXXlll. wünsche ich mir - ist das zuviel velangt?
Ha - Du bist mein Mann! Genau meine Meinung! Womöglich würde ich dann doch noch katholisch?! :kussmund:

Allein die lähmenden Kommentare der Tradis hier im Forum lassen mich verzagen... :auweia: