Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Rund um Anglikanertum, Protestantismus und Freikirchenwesen.
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lifestylekatholik
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von lifestylekatholik »

Christiane hat geschrieben:Sorry, ich weiß, das ist provokativ, aber mir kommt das irgendwie so vor als ob du dir einfach in den Kopf gesetzt hast, dass du Pfarrer werden möchtest.
Diesen Eindruck hatte ich auch.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

Melanchthon
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Melanchthon »

lifestylekatholik hat geschrieben:
Christiane hat geschrieben:Sorry, ich weiß, das ist provokativ, aber mir kommt das irgendwie so vor als ob du dir einfach in den Kopf gesetzt hast, dass du Pfarrer werden möchtest.
Diesen Eindruck hatte ich auch.
Dann hast du einen falschen Eindruck. Siehe meinen letzten Post.

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taddeo
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von taddeo »

lifestylekatholik hat geschrieben:
Christiane hat geschrieben:Sorry, ich weiß, das ist provokativ, aber mir kommt das irgendwie so vor als ob du dir einfach in den Kopf gesetzt hast, dass du Pfarrer werden möchtest.
Diesen Eindruck hatte ich auch.
Das ist aber zunächst nicht schlimm, sondern ganz normal.
Jeder Berufswunsch kann zunächst darauf beruhen, daß man ihn sich "in den Kopf setzt". Ich hatte mir diesen Berufswunsch auch mit spätestens 16 in den Kopf gesetzt und seine Verwirklichung in die Tat umgesetzt.
Wenn man dann die nächsten konkreten Schritte macht, zeigt sich, inwieweit das nur ein Hirngespinst bleibt oder ob mehr dahinter ist. Eine "Berufung" (im katholischen Sinne) zum Priester fällt ja in aller Regel auch nicht vom Himmel, sondern schält sich aus den Lebensschritten Schicht für Schicht heraus wie eine Zwiebel.

pneumatikos
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von pneumatikos »

Das ist ja alles schön und gut, aber warum gerade in die EKD als Pfarrer?
Ich bin kein Gnostiker, auch wenn dies mein Username suggeriert.

Melanchthon
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Melanchthon »

pneumatikos hat geschrieben:Das ist ja alles schön und gut, aber warum gerade in die EKD als Pfarrer?
Mein Onkel war ebenfalls Pfarrer in der EKD. Ist also ein bisschen ein Familiending. Und Kirchen wie die SELK sprechen mich nicht so an. Von der Liturgie her schon, aber der Rest nicht.

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Reinhard
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Reinhard »

Die EKD ist ein absoluter Hort der Beliebigkeit ! - das muss Dir klar sein.
Schau einfach mal, was sie auf ihrer Selbstdarstellung unter "Spiritualität" anbieten: Es gibt dort keinerlei Gebet ! - nur ein paar diffuse "Meditationen". :heul:

Und so, genau so erlebe ich zunehmend den Protestantismus in "Luther's Own Country" (und ich lebe irl mitten zwischen Halle und Wittenberg !):
Die Kraft des Vertrauens auf Gott, des Gebets und der daraus abgeleiteten politischen Verantwortung, die die Wende maßgeblich getragen hat, verflüchtigt sich zusehends zugunsten einer Laber-Beliebigkeit, in der keinerlei persönliche Beziehung zu Gott mehr vorkommt !
Die Mitteldeutsche Ev. Kirche ist uniert, und Luther kommt im gesamten realen Leben (bitte trage hier im Suchfeld einmal "Luther" "in den Überschriften" ein !)
nur noch als lokalpatriotische Nostalgiefigur und "kulturelles Erbe" vor !

Ist das wirklich das, was Du suchst ? - Bedeutet Dir der Glaube wirklich nicht mehr ??
Und ist Dir klar, wie sehr Dir im "Theologie"studium jene aufgeklärt-humanistischen Prämissen des Denkens eingetrichtert werden, die bei Vielen jeden Glauben veröden lassen ?

Was wir (gerade hier in Mitteldeutschland mit seinem übermächtigen Diktat des real existierenden Humanismus) dringend brauchen, ist wirklich eine Neuevangelisierung !
Aber ob dafür ausgerechnet ein protestantisches Theologiestudium hilfreich ist ??

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Haiduk
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Haiduk »

Reinhard hat geschrieben:Die EKD ist ein absoluter Hort der Beliebigkeit ! - das muss Dir klar sein.
Wenn er sich damit wohl fühlt.

"So will ich denn Dieses ebenso festhalten wie Jedes, ohne aber das Eine oder Andere gesagt zu haben."

Sätze dieser Art fließen Melanchton förmlich aus den Fingern.

Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. (2. Kor. 10,4)

Melanchthon
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Melanchthon »

Reinhard hat geschrieben:Die EKD ist ein absoluter Hort der Beliebigkeit ! - das muss Dir klar sein.
Schau einfach mal, was sie auf ihrer Selbstdarstellung unter "Spiritualität" anbieten: Es gibt dort keinerlei Gebet ! - nur ein paar diffuse "Meditationen". :heul:

Und so, genau so erlebe ich zunehmend den Protestantismus in "Luther's Own Country" (und ich lebe irl mitten zwischen Halle und Wittenberg !):
Die Kraft des Vertrauens auf Gott, des Gebets und der daraus abgeleiteten politischen Verantwortung, die die Wende maßgeblich getragen hat, verflüchtigt sich zusehends zugunsten einer Laber-Beliebigkeit, in der keinerlei persönliche Beziehung zu Gott mehr vorkommt !
Die Mitteldeutsche Ev. Kirche ist uniert, und Luther kommt im gesamten realen Leben (bitte trage hier im Suchfeld einmal "Luther" "in den Überschriften" ein !)
nur noch als lokalpatriotische Nostalgiefigur und "kulturelles Erbe" vor !

Ist das wirklich das, was Du suchst ? - Bedeutet Dir der Glaube wirklich nicht mehr ??
Und ist Dir klar, wie sehr Dir im "Theologie"studium jene aufgeklärt-humanistischen Prämissen des Denkens eingetrichtert werden, die bei Vielen jeden Glauben veröden lassen ?

Was wir (gerade hier in Mitteldeutschland mit seinem übermächtigen Diktat des real existierenden Humanismus) dringend brauchen, ist wirklich eine Neuevangelisierung !
Aber ob dafür ausgerechnet ein protestantisches Theologiestudium hilfreich ist ??
Ich bin eben Anhänger des evangelischen Glaubens und den finde ich nicht in der katholischen Kirche. Natürlich macht die Evangelische Kirche in Deutschland Fehler. Jene Fehler sind aber für mich und meinen Glauben nicht so gravierend, als das ich nicht der EKD beitreten wollte. Und mein Ziel als Pfarrer wird es ja auch sein, die Menschen wieder zum Glauben zu führen. Wenn jeder die Evangelische Kirche verlassen würde, nur weil man mit ihr teilweise unzufrieden ist, wären am Ende nur noch jene in ihr, die mit ihr zufrieden sind. Dann würde sich ja auch nichts ändern.

Ebenso in der katholischen Kirche. Wenn jeder Reformer die Kirche verlassen würde, gäbe es unter Umständen keine Veränderungen innerhalb der katholischen Kirche, was bedeutet, dass nur noch Konservative und Traditionalisten in der Kirche verbleiben. Und dann kann man sehr wohl den Anspruch der katholischen Kirche bezweifeln, jeden Christen in sich zu vereinen, egal ob liberal oder konservativ.

Die EKD ist wie ein Rohdiamant, der von jedem, das heißt von Laien als auch von den Klerikern, geschliffen werden muss, um am Ende an einen schönen Diamanten heranzukommen.

Stephen Dedalus
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Stephen Dedalus »

Reinhard hat geschrieben:Die EKD ist ein absoluter Hort der Beliebigkeit ! - das muss Dir klar sein.
Schau einfach mal, was sie auf ihrer Selbstdarstellung unter "Spiritualität" anbieten: Es gibt dort keinerlei Gebet ! - nur ein paar diffuse "Meditationen". :heul:
Doch, natürlich. Die Gebete stehen direkt darunter. Die Bekenntnisse auch. Die Bibel steht sogar noch darüber. Man muß nur richtig schauen.
Zuletzt geändert von Stephen Dedalus am Samstag 15. September 2012, 13:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Stephen Dedalus
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Stephen Dedalus »

Melanchthon hat geschrieben: Ich bin eben Anhänger des evangelischen Glaubens und den finde ich nicht in der katholischen Kirche. Natürlich macht die Evangelische Kirche in Deutschland Fehler. Jene Fehler sind aber für mich und meinen Glauben nicht so gravierend, als das ich nicht der EKD beitreten wollte. Und mein Ziel als Pfarrer wird es ja auch sein, die Menschen wieder zum Glauben zu führen. Wenn jeder die Evangelische Kirche verlassen würde, nur weil man mit ihr teilweise unzufrieden ist, wären am Ende nur noch jene in ihr, die mit ihr zufrieden sind. Dann würde sich ja auch nichts ändern.

Ebenso in der katholischen Kirche. Wenn jeder Reformer die Kirche verlassen würde, gäbe es unter Umständen keine Veränderungen innerhalb der katholischen Kirche, was bedeutet, dass nur noch Konservative und Traditionalisten in der Kirche verbleiben. Und dann kann man sehr wohl den Anspruch der katholischen Kirche bezweifeln, jeden Christen in sich zu vereinen, egal ob liberal oder konservativ.

Die EKD ist wie ein Rohdiamant, der von jedem, das heißt von Laien als auch von den Klerikern, geschliffen werden muss, um am Ende an einen schönen Diamanten heranzukommen.
Laß Dich von den Leuten hier nicht ins Bockshorn jagen. Die versuchen, Dir die Ev. Kirche madig zu machen, sind aber zugleich der Meinung, dass ihre eigene Kirche längst 'protestantisiert' oder 'protestantisch durchseucht' ist. 80% der Beiträge im sog. 'katholischen' Bereich dieses Forums bestehen aus Klagen über die eigene Kirche, Anprangern von 'modernistischen' Tendenzen, Haßtiraden auf die eigenen Bischöfe und endloses Gezeter über angebliche 'liturgische Mißbräuche'.

Zwar halten diese Herrschaften sich für durchaus berufen, den Protestantismus zu bewerten, ob sie aber als ernstzunehmende katholische Gesprächspartner taugen, magst Du selbst entscheiden. Sie sind allerdings ein Symptom für eine Entwicklung, die in der katholischen Kirche immer mehr um sich greift: Eine neue Form des gesprächsunwilligen Konfessionalismus, der Katholizismus stark milieugebunden versteht, bewußt jegliche Offenheit ablehnt, eine knallharte Durchsetzung liturgischer, kirchenrechtlicher und theologischer Standards fordert und sich dabei fortwährend auf einen verengten Traditionsbegriff beruft, ohne wirklich ernsthaft theologisch zu argumentieren. Dinge sind richtig oder falsch, weil die Kirche es sagt. Punkt. Und jeder in diesen Kreisen betätigt sich darin, bei anderen festzustellen, ob sie noch katholisch sind oder nicht.

Ernsthafte ökumenische Bemühungen und Gespräche, die es (nicht erst) seit dem Vatikanum II ja durchaus gibt, werden von diesen Leuten als 'Geschwätz' und 'faule Kompromisse' abgelehnt. (Ähnliche Tendenzen gibt es auch im Protestantismus, aber sie begrenzen sich dort eher auf einzelne Bewegungen und Gruppen, etwa die Evangelikalen, bestimmte Bekenntnisgruppen, Teile der der SELK und einzelne neuere Freikirchen).

Zwar ist dieses Forum ein gutes Mittel, einen denkenden Menschen mit wehenden Fahnen ins Lager der Protestanten zu treiben, aber man sollte fairerweise anfügen, dass das nicht repräsentativ für die katholische Kirche und schon gar nicht für die katholische Theologie ist.
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Pilgerer
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Pilgerer »

Ein wichtiger Punkt der Reformation war die Freiheit sowie das Ende von religiöser Tyrannei und Verfolgung. Wer in die Entwicklung Luthers schaut, sieht wie die gewaltsame Verfolgung zur Spaltung führte. Schon in den Jahrhunderten zuvor hatte sich das bei Jan Hus angedeutet. In der EKD - und das ist ihr großes Plus - weiß ich, dass ich nicht wegen meines Glaubens verfolgt werden kann.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Protasius
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Protasius »

Pilgerer hat geschrieben:Ein wichtiger Punkt der Reformation war die Freiheit sowie das Ende von religiöser Tyrannei und Verfolgung. Wer in die Entwicklung Luthers schaut, sieht wie die gewaltsame Verfolgung zur Spaltung führte. Schon in den Jahrhunderten zuvor hatte sich das bei Jan Hus angedeutet. In der EKD - und das ist ihr großes Plus - weiß ich, dass ich nicht wegen meines Glaubens verfolgt werden kann.
Großes Plus gegenüber wem?
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Niels
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Niels »

Pilgerer hat geschrieben: In der EKD - und das ist ihr großes Plus - weiß ich, dass ich nicht wegen meines Glaubens verfolgt werden kann.
Irrtum: http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Baumann_(Theologe)
Nolite timere, pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum.

Pilgerer
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Pilgerer »

Niels hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben: In der EKD - und das ist ihr großes Plus - weiß ich, dass ich nicht wegen meines Glaubens verfolgt werden kann.
Irrtum: http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Baumann_(Theologe)
Das geschah aber ohne Kanonen und Schwerter.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Niels
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Niels »

Na prima... also alles in Butter... :anton:
Nolite timere, pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum.

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Reinhard
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Reinhard »

Melanchthon hat geschrieben:Die EKD ist wie ein Rohdiamant, der von jedem, das heißt von Laien als auch von den Klerikern, geschliffen werden muss, um am Ende an einen schönen Diamanten heranzukommen.
Das mag Dir auf den ersten Blick so erscheinen ...
Allerdings ist das, was ich Dir als Interntext herübergereicht habe, nicht erfunden, sondern die Essenz der letzten 20 Jahre hier in der Gegend !
(Z.B. mit dem früheren Bischof der Krichenprovinz Sachsen bin ich persönlich bekannt, meine Frau ist mit seiner Frau befreundet !)

(Dass ich das Kapitel "Gebet" bei der EKD übersehen hatte: sorry, :tuete: ich hatte es wirklich nicht gesehen, weil ich nicht weit genug herunter gescrollt hatte. - meine Beobachtungen sind allerdings trotzdem so wie sie sind - und das sage ich ausdrücklich als überzeugter Ökumeniker, der sehr unter der Zerteiltheit der Kirche leidet !)
Zuletzt geändert von Reinhard am Samstag 15. September 2012, 16:17, insgesamt 1-mal geändert.

Melanchthon
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Melanchthon »

Stephen Dedalus hat geschrieben:Laß Dich von den Leuten hier nicht ins Bockshorn jagen. Die versuchen, Dir die Ev. Kirche madig zu machen, sind aber zugleich der Meinung, dass ihre eigene Kirche längst 'protestantisiert' oder 'protestantisch durchseucht' ist. 80% der Beiträge im sog. 'katholischen' Bereich dieses Forums bestehen aus Klagen über die eigene Kirche, Anprangern von 'modernistischen' Tendenzen, Haßtiraden auf die eigenen Bischöfe und endloses Gezeter über angebliche 'liturgische Mißbräuche'.
Keine Angst, mir liegt viel an der Evangelischen Kirche, so leicht macht mir die keiner madig. :blinker:
Stephen Dedalus hat geschrieben:Zwar halten diese Herrschaften sich für durchaus berufen, den Protestantismus zu bewerten, ob sie aber als ernstzunehmende katholische Gesprächspartner taugen, magst Du selbst entscheiden. Sie sind allerdings ein Symptom für eine Entwicklung, die in der katholischen Kirche immer mehr um sich greift: Eine neue Form des gesprächsunwilligen Konfessionalismus, der Katholizismus stark milieugebunden versteht, bewußt jegliche Offenheit ablehnt, eine knallharte Durchsetzung liturgischer, kirchenrechtlicher und theologischer Standards fordert und sich dabei fortwährend auf einen verengten Traditionsbegriff beruft, ohne wirklich ernsthaft theologisch zu argumentieren. Dinge sind richtig oder falsch, weil die Kirche es sagt. Punkt. Und jeder in diesen Kreisen betätigt sich darin, bei anderen festzustellen, ob sie noch katholisch sind oder nicht.
Inwiefern macht sich das denn bemerkbar? Bisher traf ich fast ausschließlich liberale Katholiken, die, so wie es manche hier im Forum beschreiben würden, den evangelischen Christen in nichts nachstehen.

Stephen Dedalus hat geschrieben:Ernsthafte ökumenische Bemühungen und Gespräche, die es (nicht erst) seit dem Vatikanum II ja durchaus gibt, werden von diesen Leuten als 'Geschwätz' und 'faule Kompromisse' abgelehnt. (Ähnliche Tendenzen gibt es auch im Protestantismus, aber sie begrenzen sich dort eher auf einzelne Bewegungen und Gruppen, etwa die Evangelikalen, bestimmte Bekenntnisgruppen, Teile der der SELK und einzelne neuere Freikirchen).
Ist mir aufgefallen, ja. :(
Stephen Dedalus hat geschrieben:Zwar ist dieses Forum ein gutes Mittel, einen denkenden Menschen mit wehenden Fahnen ins Lager der Protestanten zu treiben, aber man sollte fairerweise anfügen, dass das nicht repräsentativ für die katholische Kirche und schon gar nicht für die katholische Theologie ist.
Mir ist aufgefallen, dass bisher keiner ein Statement bezüglich deines Kommentares geleistet hat. Scheint also was dran zu sein?!

Los, die Herrschaften! Verteidigt euch! :D

Fragesteller
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Fragesteller »

Stephen Dedalus hat geschrieben: Eine neue Form des gesprächsunwilligen Konfessionalismus, der Katholizismus stark milieugebunden versteht, bewußt jegliche Offenheit ablehnt, eine knallharte Durchsetzung liturgischer, kirchenrechtlicher und theologischer Standards fordert und sich dabei fortwährend auf einen verengten Traditionsbegriff beruft, ohne wirklich ernsthaft theologisch zu argumentieren. Dinge sind richtig oder falsch, weil die Kirche es sagt. Punkt. Und jeder in diesen Kreisen betätigt sich darin, bei anderen festzustellen, ob sie noch katholisch sind oder nicht.
Fairerweise muss man sagen, dass hierzulande ein anderer Traditionsbegriff als der "verengte" kaum im Umlauf ist. Außer Traditionalismus und Relativismus gibt es ja in der kirchlichen Landschaft hier wenig, habe ich den Eindruck (höchstens irgendeine seltsame, undurchdachte Mischung aus beidem, wie die deutschen katholischen Bischöfe sie oft bringen). Das gilt auch für den liturgischen Bereich.

Kilianus
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Kilianus »

Melanchthon hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:Zwar ist dieses Forum ein gutes Mittel, einen denkenden Menschen mit wehenden Fahnen ins Lager der Protestanten zu treiben, aber man sollte fairerweise anfügen, dass das nicht repräsentativ für die katholische Kirche und schon gar nicht für die katholische Theologie ist.
Mir ist aufgefallen, dass bisher keiner ein Statement bezüglich deines Kommentares geleistet hat. Scheint also was dran zu sein?!

Los, die Herrschaften! Verteidigt euch! :D
Den (Sola-scriptura-)Protestantismus zu verteidigen, indem man anderen einen verengten Traditionsbegriff vorwirft, bezeugt eine Form von Humor, die ich irgendwie auch wieder schätze.

Kilianus
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Kilianus »

Melanchthon hat geschrieben: Die EKD ist wie ein Rohdiamant, der von jedem, das heißt von Laien als auch von den Klerikern, geschliffen werden muss, um am Ende an einen schönen Diamanten heranzukommen.
Das scheint mir kein erfolgversprechender Ansatz. Die schleifenden Kleriker müßten - da die EKD solche Leute (nach eigenem Verständnis!) nicht hat - katholisch, orthodox oder altorientalisch sein. Ich fürchte, das käme dann doch nicht so gut an.

(Oder ging's Dir um Ordinierte, die sich heimlich eine Vagantenweihe geholt haben?)

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Marcus
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Marcus »

lifestylekatholik hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:
Melanchthon hat geschrieben:Bitte stellt mir Fragen, falls etwas unklar sein sollte. Wenn ich provoziert habe, tut es mir leid. In diesem Forum muss man ja, so wie ich es bisher mitbekommen habe, als evangelischer Christ aufpassen, was man schreibt. :|
Dafür gibt es ja die Klausnerei. :ja:
Wobei ich schlicht nicht verstehe, was das in einem Internetforum, das sich als »katholisch« und als »Der katholische Treffpunkt im Internet« bezeichnet, soll. Als Protti würde ich mir doch nicht ausgerechnet ein katholisches Internetforum aussuchen.
Bild
Die Klausnerei ist ein protestantisches (Unter-)Forum, das auch von Leuten aus der Mitte der Zielgruppe moderiert wird. Zwar sind die meisten Stammuser hier ebenfalls konservativ, sehr schrift- und bekenntnisorientiert eingestellt und keine Freunde der Entwicklungen der EKD, nichtdestotrotz ist die Klausnerei aber weder als katholisches Forum eröffnet worden, in dem Katholiken vor allem über den Protestantismus herziehen können noch ist die Klausnerei explizit als Forum für die protestantische „Tradi-Szene“ gegründet worden. Vielmehr ist die Klausnerei ein Unterforum, das in erster Linie Protestanten aus allen protestantischen Richtungen die Möglichkeit bieten soll, sich über protestantische Themen austauschen zu können. Nicht-Protestanten können sich dabei gerne an Diskussionen im Unterforum beteiligen, Fragen stellen etc., haben aber dabei zu bedenken, dass sie hier „protestantischen Boden“ betreten und die Regeln des Unterforums zu beachten. Daher ist es legitim, dass Melanchthon hier äußern darf, sich zum ev. Pfarrer berufen zu fühlen, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Zwar ist die EKD samt ihren Landeskirchen nicht meine Heimat und sie wird es auch nicht werden. Ich kann aber niemandem einen Anschluss an die Landeskirche persönlich verübeln, wenn er davon überzeugt ist, dort nach seiner Glaubensüberzeugung besser aufgehoben zu sein, auch wenn ich den Weg, den die EKD derzeit geht, als falsch empfinde und das entsprechend meiner Überzeugung auch zum Ausdruck bringe.
Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

Melanchthon
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Melanchthon »

Marcus hat geschrieben:Zwar ist die EKD samt ihren Landeskirchen nicht meine Heimat und sie wird es auch nicht werden. Ich kann aber niemandem einen Anschluss an die Landeskirche persönlich verübeln, wenn er davon überzeugt ist, dort nach seiner Glaubensüberzeugung besser aufgehoben zu sein, auch wenn ich den Weg, den die EKD derzeit geht, als falsch empfinde und das entsprechend meiner Überzeugung auch zum Ausdruck bringe.
In welcher Kirche bist du denn zu Hause?

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Marcus
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Marcus »

Meine Pfarrgemeinde gehört zur SELK.
Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

Kilianus
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Kilianus »

Pilgerer hat geschrieben:Ein wichtiger Punkt der Reformation war die Freiheit sowie das Ende von religiöser Tyrannei und Verfolgung. Wer in die Entwicklung Luthers schaut, sieht wie die gewaltsame Verfolgung zur Spaltung führte. Schon in den Jahrhunderten zuvor hatte sich das bei Jan Hus angedeutet. In der EKD - und das ist ihr großes Plus - weiß ich, dass ich nicht wegen meines Glaubens verfolgt werden kann.
Nachdem meine ursprüngliche, ironisch gefaßte Replik hinwegmoderiert worden ist, jetzt noch eimal der ganz und gar unironische Hinweis: Äußeren Zwang in Glaubensfragen hat es auf protestantischer Seite ebenso gegeben wie auf katholischer.

Stephen Dedalus
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Stephen Dedalus »

Kilianus hat geschrieben: Den (Sola-scriptura-)Protestantismus zu verteidigen, indem man anderen einen verengten Traditionsbegriff vorwirft, bezeugt eine Form von Humor, die ich irgendwie auch wieder schätze.
Vielleicht solltest Du Dich einmal mit dem Inhalt des evangelischen Schriftprinzips beschäftigen, um zu verstehen, was mit dem Lehrsatz 'sola scriptura' gemeint ist. Und das besser anhand seriöser theologischer Literatur, nicht unbedingt anhand von Clemens' Traktat.
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Marcus
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Marcus »

Kilianus hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben:Ein wichtiger Punkt der Reformation war die Freiheit sowie das Ende von religiöser Tyrannei und Verfolgung. Wer in die Entwicklung Luthers schaut, sieht wie die gewaltsame Verfolgung zur Spaltung führte. Schon in den Jahrhunderten zuvor hatte sich das bei Jan Hus angedeutet. In der EKD - und das ist ihr großes Plus - weiß ich, dass ich nicht wegen meines Glaubens verfolgt werden kann.
Nachdem meine ursprüngliche, ironisch gefaßte Replik hinwegmoderiert worden ist, jetzt noch eimal der ganz und gar unironische Hinweis: Äußeren Zwang in Glaubensfragen hat es auf protestantischer Seite ebenso gegeben wie auf katholischer.
Das kann auch niemand leugnen. Es galt schließlich, „Cuius regio, eius religio“.
Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

Stephen Dedalus
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Stephen Dedalus »

Melanchthon hat geschrieben: Inwiefern macht sich das denn bemerkbar? Bisher traf ich fast ausschließlich liberale Katholiken, die, so wie es manche hier im Forum beschreiben würden, den evangelischen Christen in nichts nachstehen.
Die von mir angesprochen Katholiken spielen im Leben der normalen Pfarreien eine sehr geringe Rolle. Meine Vermutung ist, dass sie dort in der Regel keine Chance haben, ihre Vorstellungen durchzusetzen. Man trifft und vernetzt sich anders, zum Teil über das Internet, zum Teil über geistliche Gemeinschaften und Organisationen (PMT, FSSPX, FSSP, neue geistliche Gemeinschaften, Kirche in Not, Netzwerk katholischer Priester, Forum Deutscher Katholiken usw.).

Im Internet sind es vor allem zwei Entwicklungen: Einmal eine Reihe von Nachrichtenportalen, die den Anspruch vertreten, 'katholische' Nachrichten zu verbreiten und die sich als Gegengewicht zur liberalen offiziellen katholischen Kirchenpresse (Radio Vatikan, Bistumsblätter, KNA etc.) verstehen. Diese Portale sind journalistisch mehr oder weniger gut gemacht und fallen vor allem durch eine unjournalistische Vermischung von Nachrichten und Meinungen auf. Prinzip: Propaganda ist gut, solange sie uns dient. Das Spektrum ist breit, es reicht von kath.net bis zum Drecksportal +.net.

Ein anderes Phänomen sind zahlreiche Blogs, die sogenannten 'Blogozoese' - oder vom Berliner Kardinal Woelki einmal ironisch das 'unfehlbare Internetlehramt' genannt. Kein Bischofswort, keine Äußerung des ZDK, das nicht hin und her durch die Blogs gejagt und zerpfückt würde. Durch gegenseites Dauerzitieren und -verlinken verstärken sich diese Blogger unablässig gegenseitig, obwohl sie - wie oben genannt - in den Pfarrgemeinden eine völlig untergeordnete Rolle spielen.

Eine (faule) Frucht dieser medialen Präsenz ist die Flut von Beschwerden und Denunziationen, die in der katholischen Kirche Einzug gehalten hat. Da muss nur irgendwo eine Frauengruppe eine eigene Liturgie veranstalten oder ein Priester etwas tun, das nach den liturgischen Büchern nicht korrekt ist, schon wird es verbreitet und dazu aufgerufen, beim zuständigen Bischof Beschwerde einzulegen - oder sich (in schwereren Fällen) gleich nach Rom zu wenden. (Ich verweise einfach auf den Strang 'Liturgische Mißbräuche', der sich auch in diesem Forum allergrößter Beliebtheit erfreut. So viele Messen kann man gar nicht besuchen, wie dort niedergemacht werden.)

Ein weiteres Symptom: Die wenigen Priesteramtskandidaten, die es noch gibt, werden deutlich konservativer. Bei manchen hat man den Eindruck, die sind schon in Soutane auf die Welt gekommen und haben sich durch die Kindheit und Jugend gefiebert, bis sie ENDLICH ins Priesterseminar eintreten durften. Dafür mag es mehrere Gründe geben. Einer ist sicherlich, dass in einer komplizierter gewordenen Welt, in der Pluralismus und Atheismus eher die Regel als die Ausnahme sind, ein Katholizismus, der sich durch Abgrenzung zu allem anderen (Moderne, andere christliche Konfessionen und andere Religionen) definiert, sicherer wirkt. Wenn schon Christ, dann aber so richtig KATHOLISCH und GEGEN alle anderen.
(Eine radikale Gegenposition würde hier etwa Bonhoeffer einnehmen).

Das ist natürlich eine Option, das muß man ganz klar sagen. Bedenklich ist aber, dass diese Option häufig eine Option sogar gegen die katholische 'Mehrheitsmeinung' ist. D.h. ihre Vertreter bringen sich durch ihre radikale Haltung sehr schnell in Opposition zu den eigenen Pfarrgemeinden, den Bischöfen, der DBK und dem ZDK (das sie ohnehin hassen wie die Pest). Offenbar kann man nur richtig katholisch sein, wenn man gegen den größten Teil der katholischen Kirche in Deutschland verbal zu Felde zieht... Und bedenklich ist auch, dass diese Option für das 'richtig' katholische meist in eklatanter Unkenntnis anderer Traditionen getroffen wird. Erstaunlicherweise kann man das sehr gut beobachten, wie die beiden Phänomene einhergehen: Das Anwachsen eines extrem selbstgewissen und selbstgerechten Konfessionalismus bei gleichzeitiger Abnahme der theologischen Reflexion und des theologisch-religiösen Sachwissens.
Zuletzt geändert von Stephen Dedalus am Sonntag 16. September 2012, 18:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von taddeo »

Du solltest Dich fürs ZDK bewerben - wer soviele Vorurteile auf einmal in einem Text unterbringen kann wie Du, scheint zu Höherem berufen. :vogel:

Melanchthon
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Melanchthon »

taddeo hat geschrieben:Du solltest Dich fürs ZDK bewerben - wer soviele Vorurteile auf einmal in einem Text unterbringen kann wie Du, scheint zu Höherem berufen. :vogel:
Und was ist falsch an seinen Aussagen deiner Meinung nach?

Kilianus
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Kilianus »

Stephen Dedalus hat geschrieben: Vielleicht solltest Du Dich einmal mit dem Inhalt des evangelischen Schriftprinzips beschäftigen, um zu verstehen, was mit dem Lehrsatz 'sola scriptura' gemeint ist. Und das besser anhand seriöser theologischer Literatur, nicht unbedingt anhand von Clemens' Traktat.
Danke für die Empfehlung. Mir war allerdings auch so schon bekannt, daß Widerspruch gegenüber protestantischem Glaubensgut für Dich ausschließlich damit erklärbar ist, daß es dem Widersprechenden an rechter Kenntnis fehle.

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Protasius
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von Protasius »

Melanchthon hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Du solltest Dich fürs ZDK bewerben - wer soviele Vorurteile auf einmal in einem Text unterbringen kann wie Du, scheint zu Höherem berufen. :vogel:
Und was ist falsch an seinen Aussagen deiner Meinung nach?
Unter anderem die Behauptung, daß das ZDK die Katholiken verträte, denn gewählt werden die nicht. Sogar das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Volksrepublik China wahrt einen demokratischeren Anschein. Außerdem ist die katholische Kirche nicht auf Deutschland beschränkt, sondern eine Weltkirche, und mit der stehen wir lehrmäßig auf gutem Fuß.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

San Marco
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Re: Warum ich evangelischer Pfarrer werden möchte

Beitrag von San Marco »

Kilianus hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben: Vielleicht solltest Du Dich einmal mit dem Inhalt des evangelischen Schriftprinzips beschäftigen, um zu verstehen, was mit dem Lehrsatz 'sola scriptura' gemeint ist. Und das besser anhand seriöser theologischer Literatur, nicht unbedingt anhand von Clemens' Traktat.
Danke für die Empfehlung. Mir war allerdings auch so schon bekannt, daß Widerspruch gegenüber protestantischem Glaubensgut für Dich ausschließlich damit erklärbar ist, daß es dem Widersprechenden an rechter Kenntnis fehle.
Ich habe dieses schmale Bändchen gelesen und gebe es gerne an jemand Interessierten weiter. Stellenweise errinnert das Geschreibsel an das Werk eines Abiturienten, der sich seinen Aufsatz aus Wikipedia zusammenschreibt.
Zur Entstehungsgeschichte der einzelnen Bücher des Neuen Testaments hat "Clemens" das Niveau eines pietistischen Hauskreises nicht überschritten.
Ich denke, dass er bei der römisch-katholischen Kirche viel besser aufgehoben ist, als in diesen dumpfen Welten der Württembergischen Landeskirche mit ihren pietistisch geprägten Herz-Jesu-Gemeinden.

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