500 Jahre Reformation

Rund um Anglikanertum, Protestantismus und Freikirchenwesen.

500 Jahre Reformation - Grund zur Freude?

Für mich ausnahmslos Grund zur Freude!
12
12%
Für mich nur bedingt ein Grund zur Freude!
7
7%
Für mich kein Grund zur Freude.
58
58%
Es gab gute Gründe, aber ich leide unter der Trennung!
19
19%
Mir egal!
4
4%
 
Abstimmungen insgesamt: 100

Benutzeravatar
Granuaile
Beiträge: 731
Registriert: Freitag 5. Mai 2006, 11:31
Wohnort: Zürich

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Granuaile » Mittwoch 22. Mai 2013, 16:38

Niemand ist gezwungen, Käßmann-Bücher zu lesen! (Ich mache es schon seit einiger Zeit nicht mehr. )

Benutzeravatar
tanatos
Beiträge: 543
Registriert: Sonntag 1. Juli 2007, 20:02

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von tanatos » Mittwoch 22. Mai 2013, 19:27

Granuaile hat geschrieben:Niemand ist gezwungen, Käßmann-Bücher zu lesen! (Ich mache es schon seit einiger Zeit nicht mehr. )
Leider ist nicht jeder dazu gezwungen. Ich plädiere sowieso dazu, Käßmanns Sämtliche Werke als Pflichtlektüre den Schülern vorzulegen.

Und zu Dir, der Du diese großartigen Werke verschmähst: Das ist fürwahr ein gewaltiger Verlust!
Wie kann man nur ohne die reformatorische Erkenntnis der Lutherbotschafterin überleben?
Käßmann-Bücher haben schließlich etwas an sich, daß in einem jeden das eigene Selbstwertgefühl steigen läßt!
"ICH KANN CHRISTUS" - WER IST DAGEGEN SCHON JESUS!"
Oder stellst Du Dich etwa gegen die Käsmannsche Erkenntnis, daß Gott sich allein durch gute Werke besänftigen läßt?
Ich hoffe nicht!
Im Übrigen: Jemand, der die falschen Parteien wählt (z.B. die CDU) wird wahrscheinlich nie im jüngsten Gericht bestehen können. Also Leute: Paßt auf, was ihr tut!

Pilgerer
Beiträge: 2697
Registriert: Freitag 3. Juni 2011, 00:45

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Pilgerer » Mittwoch 22. Mai 2013, 20:42

Inwieweit baute die Reformation positiv (bejahend) auf katholischen Voraussetzungen oder Ideen auf? Immerhin unterschied sich die Römisch-katholische Kirche von den orthodoxen und orientalischen Kirchen. War die Reformation die Fortsetzung der RKK in anderer Gestalt oder ein völliger Bruch?
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

Benutzeravatar
tanatos
Beiträge: 543
Registriert: Sonntag 1. Juli 2007, 20:02

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von tanatos » Donnerstag 23. Mai 2013, 00:29

Pilgerer hat geschrieben:Inwieweit baute die Reformation positiv (bejahend) auf katholischen Voraussetzungen oder Ideen auf? Immerhin unterschied sich die Römisch-katholische Kirche von den orthodoxen und orientalischen Kirchen. War die Reformation die Fortsetzung der RKK in anderer Gestalt oder ein völliger Bruch?
Auf dieser Ebene ebenso argumentierend müßte man sagen: Die Römisch-Katholische Kirche ist doch alles andere als eine positiv (bejahende) Fassung des Katholischen, sondern eher die Zementierung der Herrschaft des Bischofs von Rom, der sich anmaßt, über dem Katholischen zu stehen (spätestens seit dem 1. Vatikanum). Letzteres ist der eigentliche Bruch mit dem Katholischen.
Hier könnte man weiter argumentieren.
Aber was bringt ein derartiger Schlagabtausch? Nichts! - Also lassen wir es lieber, sondern konzentrieren uns lieber auf das Einigende!

TillSchilling
Beiträge: 1361
Registriert: Dienstag 17. März 2009, 17:00

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von TillSchilling » Donnerstag 23. Mai 2013, 00:54

Pilgerer hat geschrieben:Inwieweit baute die Reformation positiv (bejahend) auf katholischen Voraussetzungen oder Ideen auf? Immerhin unterschied sich die Römisch-katholische Kirche von den orthodoxen und orientalischen Kirchen. War die Reformation die Fortsetzung der RKK in anderer Gestalt oder ein völliger Bruch?
Die evangelisch-lutherische Reformation war eine inner-katholische Reformationsbewegung, deren Ziel zu keinem Zeitpunkt eine Trennung war. Auch nach der durch den Papst vollzogenen Trennung kann theologisch von einem "völligen Bruch" überhaupt keine Rede sein. Eigentlich sind viele dogmatischen Unterschiede, die es heute zwischen den Lehren Roms und der Lehre der lutherischen Bekenntnisse gibt, erst nach der Reformation, auf den Konzilen in Trient und im Vatikan entstanden.

Im Vergleich mit den Ostkirchen sind die römisch-katholische Kirche, die anglikanische Kirche und die evangelisch-lutherisch Kirchen liturgisch und in ihrerer Herangehensweise an die Theologie kaum voneinander zu unterscheiden.

Benutzeravatar
tanatos
Beiträge: 543
Registriert: Sonntag 1. Juli 2007, 20:02

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von tanatos » Donnerstag 23. Mai 2013, 08:07

TillSchilling hat geschrieben: Die evangelisch-lutherische Reformation war eine inner-katholische Reformationsbewegung, deren Ziel zu keinem Zeitpunkt eine Trennung war. Auch nach der durch den Papst vollzogenen Trennung kann theologisch von einem "völligen Bruch" überhaupt keine Rede sein. Eigentlich sind viele dogmatischen Unterschiede, die es heute zwischen den Lehren Roms und der Lehre der lutherischen Bekenntnisse gibt, erst nach der Reformation, auf den Konzilen in Trient und im Vatikan entstanden.

Im Vergleich mit den Ostkirchen sind die römisch-katholische Kirche, die anglikanische Kirche und die evangelisch-lutherisch Kirchen liturgisch und in ihrerer Herangehensweise an die Theologie kaum voneinander zu unterscheiden.
:klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch:

Fragesteller
Beiträge: 1691
Registriert: Freitag 18. Mai 2012, 10:41

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Fragesteller » Donnerstag 23. Mai 2013, 10:22

Bei allen (großen!) Sympathien für das Anliegen einer lutherischen Katholizität: Was ist mit der Firmung? Der Krankensalbung? Dem Bischofsamt? Das sind ja alles Dinge, die mit dem sakramentalen Kern sehr viel zu tun haben, und in denen es sehr deutliche Unterschiede gibt, die nicht erst mit Trient zustande gekommen sind.

Paulus Minor
Beiträge: 330
Registriert: Mittwoch 24. November 2010, 00:01

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Paulus Minor » Donnerstag 23. Mai 2013, 10:42

TillSchilling hat geschrieben: ... deren Ziel zu keinem Zeitpunkt eine Trennung war.
Luthers Forderungen nach Abschaffung von Papsttum, Priestertum, Mönchtum und 4 der 7 Sakramente und seine Verwerfung der kirchlichen Tradition stellte keine Trennung von der katholischen Kirche dar?

Das ist ja, wie wenn man ein Kalb ausweidet und nachher sagt. "Aber ich hatte nicht vor, es zu schlachten."

Benutzeravatar
Raphael
Beiträge: 13821
Registriert: Sonnabend 11. Oktober 2003, 19:25
Wohnort: Erzdiözese Köln

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Raphael » Donnerstag 23. Mai 2013, 12:47

TillSchilling hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben:Inwieweit baute die Reformation positiv (bejahend) auf katholischen Voraussetzungen oder Ideen auf? Immerhin unterschied sich die Römisch-katholische Kirche von den orthodoxen und orientalischen Kirchen. War die Reformation die Fortsetzung der RKK in anderer Gestalt oder ein völliger Bruch?
Die evangelisch-lutherische Reformation war eine inner-katholische Reformationsbewegung, deren Ziel zu keinem Zeitpunkt eine Trennung war. Auch nach der durch den Papst vollzogenen Trennung kann theologisch von einem "völligen Bruch" überhaupt keine Rede sein. Eigentlich sind viele dogmatischen Unterschiede, die es heute zwischen den Lehren Roms und der Lehre der lutherischen Bekenntnisse gibt, erst nach der Reformation, auf den Konzilen in Trient und im Vatikan entstanden.

Im Vergleich mit den Ostkirchen sind die römisch-katholische Kirche, die anglikanische Kirche und die evangelisch-lutherisch Kirchen liturgisch und in ihrerer Herangehensweise an die Theologie kaum voneinander zu unterscheiden.
Billige Schuldzuweisungskiste, die weder einer theologischen noch einer historischen Faktenprüfung standhält.

Sag 'mal Till: Stammst Du aus Kneitlingen? 8)
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

Dieter
Beiträge: 2347
Registriert: Freitag 22. Juli 2011, 11:01
Wohnort: Berlin

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Dieter » Donnerstag 23. Mai 2013, 13:12

Paulus Minor hat geschrieben:
TillSchilling hat geschrieben: ... deren Ziel zu keinem Zeitpunkt eine Trennung war.
Luthers Forderungen nach Abschaffung von Papsttum, Priestertum, Mönchtum und 4 der 7 Sakramente und seine Verwerfung der kirchlichen Tradition stellte keine Trennung von der katholischen Kirche dar?

Das ist ja, wie wenn man ein Kalb ausweidet und nachher sagt. "Aber ich hatte nicht vor, es zu schlachten."


Erst nach dem Tridentinum setzte die Konfessionalisierung der katholischen Kirche ein. Aus der katholischen Kirche wurde die Römisch-katholische Kirche - eine Denomination unter vielen.

Pilgerer
Beiträge: 2697
Registriert: Freitag 3. Juni 2011, 00:45

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Pilgerer » Donnerstag 23. Mai 2013, 16:33

tanatos hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben:Inwieweit baute die Reformation positiv (bejahend) auf katholischen Voraussetzungen oder Ideen auf? Immerhin unterschied sich die Römisch-katholische Kirche von den orthodoxen und orientalischen Kirchen. War die Reformation die Fortsetzung der RKK in anderer Gestalt oder ein völliger Bruch?
Auf dieser Ebene ebenso argumentierend müßte man sagen: Die Römisch-Katholische Kirche ist doch alles andere als eine positiv (bejahende) Fassung des Katholischen, sondern eher die Zementierung der Herrschaft des Bischofs von Rom, der sich anmaßt, über dem Katholischen zu stehen (spätestens seit dem 1. Vatikanum). Letzteres ist der eigentliche Bruch mit dem Katholischen.
Hier könnte man weiter argumentieren.
Aber was bringt ein derartiger Schlagabtausch? Nichts! - Also lassen wir es lieber, sondern konzentrieren uns lieber auf das Einigende!
Vielleicht habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt: Gab es vor der Reformation bereits eine Vorarbeit in der geeinten Kirche? Zum Beispiel ist im Vergleich zur orthodoxen Kirche die Erlösungs-Theologie sprachlich eher juristisch auf das Jüngste Gericht orientiert. Die RKK lehrte, dass die, die im Jüngsten Gericht schuldig sind, erst ins Fegefeuer kommen und dann in den Himmel. Die Reformation hielt an diesem Bild fest und strich darin nur das Fegefeuer.
In dieser Art frage ich mich, ob es weitere Voraussetzungen gibt, die von der mittelalterlichen Kirche geblieben sind und die reformierte Kirche prägten. Wäre die Reformation, wenn sie ahistorisch aus der Retorte nach Anleitung der Bibel die evangelische Kirche erarbeitet hätte, zu anderen Ergebnissen gekommen?
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

San Marco
Beiträge: 545
Registriert: Dienstag 7. August 2012, 10:43
Wohnort: Stuttgart

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von San Marco » Donnerstag 23. Mai 2013, 16:41

TillSchilling hat geschrieben: Im Vergleich mit den Ostkirchen sind die römisch-katholische Kirche, die anglikanische Kirche und die evangelisch-lutherisch Kirchen liturgisch und in ihrerer Herangehensweise an die Theologie kaum voneinander zu unterscheiden.
Das stimmt überhaupt nicht. Offensichtlich hast du keine Ahnung. Besuche bitte Gottesdienste z.B. der lutherischen Landeskirche Württemberg (da habe ich früher gewohnt) und vergleiche sie mit anglikanischen und katholischen Gottesdiensten

Dieter
Beiträge: 2347
Registriert: Freitag 22. Juli 2011, 11:01
Wohnort: Berlin

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Dieter » Donnerstag 23. Mai 2013, 16:57

San Marco hat geschrieben:
TillSchilling hat geschrieben: Im Vergleich mit den Ostkirchen sind die römisch-katholische Kirche, die anglikanische Kirche und die evangelisch-lutherisch Kirchen liturgisch und in ihrerer Herangehensweise an die Theologie kaum voneinander zu unterscheiden.
Das stimmt überhaupt nicht. Offensichtlich hast du keine Ahnung. Besuche bitte Gottesdienste z.B. der lutherischen Landeskirche Württemberg (da habe ich früher gewohnt) und vergleiche sie mit anglikanischen und katholischen Gottesdiensten


Die lutherische Landeskirche von Württemberg ist eine Ausnahme. Sie ist historisch -auch- von der zwinglianischen Reformation geprägt und daher liturgisch schlicht.

Benutzeravatar
tanatos
Beiträge: 543
Registriert: Sonntag 1. Juli 2007, 20:02

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von tanatos » Donnerstag 23. Mai 2013, 17:50

Dieter hat geschrieben:
San Marco hat geschrieben:
TillSchilling hat geschrieben: Im Vergleich mit den Ostkirchen sind die römisch-katholische Kirche, die anglikanische Kirche und die evangelisch-lutherisch Kirchen liturgisch und in ihrerer Herangehensweise an die Theologie kaum voneinander zu unterscheiden.
Das stimmt überhaupt nicht. Offensichtlich hast du keine Ahnung. Besuche bitte Gottesdienste z.B. der lutherischen Landeskirche Württemberg (da habe ich früher gewohnt) und vergleiche sie mit anglikanischen und katholischen Gottesdiensten


Die lutherische Landeskirche von Württemberg ist eine Ausnahme. Sie ist historisch -auch- von der zwinglianischen Reformation geprägt und daher liturgisch schlicht.
Zum angemessenen Vergleich sollte man im Übrigen auch nur genuin lutherische Gemeinden heranziehen - und keine faktisch unierten Gemeinden, die auch innerhalb der VELKD die Mehrheit stellen!

Pilgerer
Beiträge: 2697
Registriert: Freitag 3. Juni 2011, 00:45

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Pilgerer » Donnerstag 23. Mai 2013, 19:43

tanatos hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:
San Marco hat geschrieben:
TillSchilling hat geschrieben: Im Vergleich mit den Ostkirchen sind die römisch-katholische Kirche, die anglikanische Kirche und die evangelisch-lutherisch Kirchen liturgisch und in ihrerer Herangehensweise an die Theologie kaum voneinander zu unterscheiden.
Das stimmt überhaupt nicht. Offensichtlich hast du keine Ahnung. Besuche bitte Gottesdienste z.B. der lutherischen Landeskirche Württemberg (da habe ich früher gewohnt) und vergleiche sie mit anglikanischen und katholischen Gottesdiensten


Die lutherische Landeskirche von Württemberg ist eine Ausnahme. Sie ist historisch -auch- von der zwinglianischen Reformation geprägt und daher liturgisch schlicht.
Zum angemessenen Vergleich sollte man im Übrigen auch nur genuin lutherische Gemeinden heranziehen - und keine faktisch unierten Gemeinden, die auch innerhalb der VELKD die Mehrheit stellen!
Nach der Reformation gab es eine lange weitere Entwicklung der protestantischen Christenheit. Diese hat die Lutheraner und Reformierten von ihren eigenen Wurzeln emanzipiert und bereitete in Deutschland den Boden für die schleichende Vereinigung zu einer gesamtprotestantischen Konfession.
In anderen europäischen Ländern ist die Trennung von Lutheranern und Reformierten noch klarer ausgeprägt als in Deutschland. Doch auch dort hat z.B. die liberale Theologie und die generelle Skepsis gegenüber der Autorität der Bibel zu einer deutlichen Veränderung geführt. Ohne die Bibel haben Protestanten nichts mehr in der Hand, woran sie sich halten können. Das ist das große Dilemma des modernen liberalen Protestantismus.
Im 16. und 17. Jahrhundert war die Reformation noch weitgehend frei von den späteren säkularen Verunreinigungen. Unter dem Druck der Verfolgungen und des 30jährigen Krieges war die Frömmigkeit sehr rein und stark. Das zeigen gut die Gesangslieder aus den ersten zwei Jahrhunderten, die ein starkes bleibendes Zeugnis für Jesus Christus und die herzliche Liebe/Leidenschaft für Gott sind. In dieser frühen Zeit der Reformation stellt sich also die Frage, wie stark sie noch auf den Fundamenten der alten römisch-katholischen Kirche aufbaute, der all unsere Vorfahren ursprünglich angehörten.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

Benutzeravatar
berneuchen
Beiträge: 333
Registriert: Donnerstag 18. Juni 2009, 22:15
Wohnort: Königreich Bayern

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von berneuchen » Freitag 24. Mai 2013, 21:11

Dieter hat geschrieben:
Paulus Minor hat geschrieben:
TillSchilling hat geschrieben: ... deren Ziel zu keinem Zeitpunkt eine Trennung war.
Luthers Forderungen nach Abschaffung von Papsttum, Priestertum, Mönchtum und 4 der 7 Sakramente und seine Verwerfung der kirchlichen Tradition stellte keine Trennung von der katholischen Kirche dar?

Das ist ja, wie wenn man ein Kalb ausweidet und nachher sagt. "Aber ich hatte nicht vor, es zu schlachten."
.
Na ja, ein paar Dinge sind doch ein bißchen komplizierte als diese Metzgerei- Gleichung:
1. Das Priestertum wollte ML nicht abschaffen, sondern auf seine neutestamentlichen Wurzeln zurückführen (ministerium statt sacerdotium).
2) die Siebenzahl der Sakramente ist eine Festlegung der Scholasitk; ihre Reduktion auf 2 oder 3 war schon vor ML diskutiert worden. Er hat hier eine Linie vertreten, die vor dem Trideninum noch katholisches Denkmodell war.
3) die Tradition der Kirche in Gestalt der Kirchenväter hat ML nicht verworfen, sondern selbst mit Zitaten von ihnen argumentiert. Er hat der Tradition lediglich ihren Platz unterhalb der Autorität der Hl Schrift zugewiesen.
4) Die Abschaffung des Papsttums forderte ML erst, nachdem seine Appelle an Rom mit der Exkomminikation beantwortet wurden. Auch hier galt wie beim Papsttum sein Protest dem Mißbrauch.

NB: In beiden Fällen hat ML m. E. das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, aber kein Kalb ausgeweidet.

Benutzeravatar
Raphael
Beiträge: 13821
Registriert: Sonnabend 11. Oktober 2003, 19:25
Wohnort: Erzdiözese Köln

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Raphael » Sonnabend 25. Mai 2013, 08:22

Pilgerer hat geschrieben:Ohne die Bibel haben Protestanten nichts mehr in der Hand, woran sie sich halten können. Das ist das große Dilemma des modernen liberalen Protestantismus.
So wird ein Schuh d'raus:
Ohne die Bibel haben Protestanten nichts mehr in der Hand, woran sie sich halten können. Das ist das große Dilemma des Protestantismus.
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

Benutzeravatar
Protasius
Moderator
Beiträge: 5679
Registriert: Sonnabend 19. Juni 2010, 19:13

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Protasius » Sonnabend 25. Mai 2013, 09:36

Raphael hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben:Ohne die Bibel haben Protestanten nichts mehr in der Hand, woran sie sich halten können. Das ist das große Dilemma des modernen liberalen Protestantismus.
So wird ein Schuh d'raus:
Ohne die Bibel haben Protestanten nichts mehr in der Hand, woran sie sich halten können. Das ist das große Dilemma des Protestantismus.
Der Unterschied ist aber, daß ein traditioneller Protestant seine Bibel wohl nicht einfach aus der Hand legen würde, während der moderne liberale Protestant sie als Märchenbuch/historisch zweifelhaft/mit welcher Ausrede auch immer in hohem Bogen aus dem Fenster wirft. In diesem Punkt sind sie den modernen liberalen Katholiken nicht unähnlich, wenngleich diesen an sich die Tradition als weitere Säule noch beistünde, wenn sie sich daran festhalten wollten.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

Benutzeravatar
Raphael
Beiträge: 13821
Registriert: Sonnabend 11. Oktober 2003, 19:25
Wohnort: Erzdiözese Köln

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Raphael » Sonnabend 25. Mai 2013, 11:41

Protasius hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben:Ohne die Bibel haben Protestanten nichts mehr in der Hand, woran sie sich halten können. Das ist das große Dilemma des modernen liberalen Protestantismus.
So wird ein Schuh d'raus:
Ohne die Bibel haben Protestanten nichts mehr in der Hand, woran sie sich halten können. Das ist das große Dilemma des Protestantismus.
Der Unterschied ist aber, daß ein traditioneller Protestant seine Bibel wohl nicht einfach aus der Hand legen würde, während der moderne liberale Protestant sie als Märchenbuch/historisch zweifelhaft/mit welcher Ausrede auch immer in hohem Bogen aus dem Fenster wirft. In diesem Punkt sind sie den modernen liberalen Katholiken nicht unähnlich, wenngleich diesen an sich die Tradition als weitere Säule noch beistünde, wenn sie sich daran festhalten wollten.
Exakt so ist das! :daumen-rauf:

Kompliziert wird die Situation dadurch, daß sich mittlerweile ein konservativer Katholik mit einem konservativen Protestanten besser versteht (= eher auf Wesentliches einigen kann) als mit einem modernistischen Katholiken. In gleicher Weise kann sich mittlerweile ein modernistischer Katholik mit einem modernistischen Protestanten besser verstehen (= eher auf Wesentliches einigen) als mit einem konservativen Katholiken.
Bei katholischen Tradis auf der einen Seite und bei evangelikalen Fundis auf der anderen Seite verschärft sich das Problem ...........
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

Tritonus
Beiträge: 1451
Registriert: Sonnabend 25. Juni 2011, 03:03

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Tritonus » Sonnabend 6. Juli 2013, 08:28

Eine knackige Kritik an den Vorbereitungen zur 5-Jahr-Feier der Reformation:

http://www.jesus.de/blickpunkt/detailan ... 93155.html

Wo Herr Zimmermann Recht hat, da hat er Recht.

(Hat hier in der Klausnerei nicht neulich jemand geschrieben, es sei ein Ökumenehindernis, dass die orthodoxen Kirchen eine zu enge Verbindung zum Staat haben?)

Benutzeravatar
lutherbeck
Beiträge: 3991
Registriert: Montag 21. Dezember 2009, 09:09

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von lutherbeck » Mittwoch 19. März 2014, 09:53

Etwas über die "Luthers"...

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=& ... 241,d.Yms

Was haltet ihr davon?
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

San Marco
Beiträge: 545
Registriert: Dienstag 7. August 2012, 10:43
Wohnort: Stuttgart

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von San Marco » Mittwoch 19. März 2014, 10:20

lutherbeck hat geschrieben:Etwas über die "Luthers"...

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=& ... 241,d.Yms

Was haltet ihr davon?
Nichts.

Das wird wieder so eine Darstellung wie sich Lieschen Müller und Heinz Doof vor der Glotze das Mittelalter und das 16.Jahrhundert vorstellen.

heiliger_raphael
Beiträge: 775
Registriert: Dienstag 18. März 2014, 22:16
Wohnort: Urlaub

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von heiliger_raphael » Mittwoch 19. März 2014, 13:19

lutherbeck hat geschrieben: Was haltet ihr davon?
Klingt für mich nach der Vermischung von Themen verschiedener Ebenen. Welchen Nutzen man in so einem Film vermuten mag?
Mein Bauchgefühl sagt ja, dass es eine Heroisierung von Luther als (Vor)Kämpfer gegen die angeblich verstaubte Heilige Kirche, vermitteln wird, gekleidet in ein modernes und actionreiches 'Bonny and Clyde' Kostümchen.

Benutzeravatar
lutherbeck
Beiträge: 3991
Registriert: Montag 21. Dezember 2009, 09:09

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von lutherbeck » Mittwoch 19. März 2014, 14:12

Hmmm - wer weiß...

Ich finde v. a. interessant, wie sich die kath. Kirche an den Feierlichkeiten beteiligen wird.
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

Benutzeravatar
Maurus
Beiträge: 6813
Registriert: Donnerstag 2. März 2006, 12:56
Wohnort: Kurmainz

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Maurus » Mittwoch 19. März 2014, 14:20

lutherbeck hat geschrieben:Hmmm - wer weiß...

Ich finde v. a. interessant, wie sich die kath. Kirche an den Feierlichkeiten beteiligen wird.
Am besten mit Akademien zu der Frage, wie es zu dem Unglück überhaupt kommen konnte und wie man das in Zukunft vermeidet.

Benutzeravatar
lutherbeck
Beiträge: 3991
Registriert: Montag 21. Dezember 2009, 09:09

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von lutherbeck » Mittwoch 19. März 2014, 15:01

Maurus hat geschrieben:
lutherbeck hat geschrieben:Hmmm - wer weiß...

Ich finde v. a. interessant, wie sich die kath. Kirche an den Feierlichkeiten beteiligen wird.
Am besten mit Akademien zu der Frage, wie es zu dem Unglück überhaupt kommen konnte und wie man das in Zukunft vermeidet.
Interessant wäre auch die Frage, wie man wieder zusammenkommt!
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

Benutzeravatar
Maurus
Beiträge: 6813
Registriert: Donnerstag 2. März 2006, 12:56
Wohnort: Kurmainz

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Maurus » Mittwoch 19. März 2014, 17:17

lutherbeck hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
lutherbeck hat geschrieben:Hmmm - wer weiß...

Ich finde v. a. interessant, wie sich die kath. Kirche an den Feierlichkeiten beteiligen wird.
Am besten mit Akademien zu der Frage, wie es zu dem Unglück überhaupt kommen konnte und wie man das in Zukunft vermeidet.
Interessant wäre auch die Frage, wie man wieder zusammenkommt!
Erstmal müsste man klären, was man unter "Zusammenkommen" überhaupt jeweils versteht. Das hat man bislang vergessen.

Benutzeravatar
Florianklaus
Beiträge: 3494
Registriert: Donnerstag 20. November 2008, 12:28
Wohnort: Bistum Münster

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Florianklaus » Mittwoch 19. März 2014, 17:20

lutherbeck hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
lutherbeck hat geschrieben:Hmmm - wer weiß...

Ich finde v. a. interessant, wie sich die kath. Kirche an den Feierlichkeiten beteiligen wird.
Am besten mit Akademien zu der Frage, wie es zu dem Unglück überhaupt kommen konnte und wie man das in Zukunft vermeidet.
Interessant wäre auch die Frage, wie man wieder zusammenkommt!
Vergiß` es! ;D

Benutzeravatar
lutherbeck
Beiträge: 3991
Registriert: Montag 21. Dezember 2009, 09:09

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von lutherbeck » Mittwoch 19. März 2014, 17:42

Aber nein...

:kussmund:
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

Benutzeravatar
Clemens
Beiträge: 3581
Registriert: Dienstag 2. Oktober 2007, 18:16
Wohnort: Bayern

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Clemens » Mittwoch 19. März 2014, 20:16

lutherbeck hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
lutherbeck hat geschrieben:Hmmm - wer weiß...

Ich finde v. a. interessant, wie sich die kath. Kirche an den Feierlichkeiten beteiligen wird.
Am besten mit Akademien zu der Frage, wie es zu dem Unglück überhaupt kommen konnte und wie man das in Zukunft vermeidet.
Interessant wäre auch die Frage, wie man wieder zusammenkommt!
Ganz einfach. Es gibt einen Weg. Und es gibt nur einen Weg.

Pilgerer
Beiträge: 2697
Registriert: Freitag 3. Juni 2011, 00:45

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Pilgerer » Mittwoch 19. März 2014, 21:37

Maurus hat geschrieben:
lutherbeck hat geschrieben:Hmmm - wer weiß...

Ich finde v. a. interessant, wie sich die kath. Kirche an den Feierlichkeiten beteiligen wird.
Am besten mit Akademien zu der Frage, wie es zu dem Unglück überhaupt kommen konnte und wie man das in Zukunft vermeidet.
Helfen würde: Die Freiheit und Mündigkeit des Christenmenschen entdecken, zu der schon die Apostel hinführen wollten.
Wer kann nun ausdenken die Ehre und Höhe eines Christenmenschen? Durch sein Königreich ist er aller Dinge mächtig, denn Gott tut, was er bittet und will, wie da steht geschrieben im Psalter: „Gott tut den Willen derer, die ihn fürchten, und erhöret ihr Gebet“, zu welchen Ehren er nur allein durch den Glauben und durch kein Werk kommt. Daraus man klar siehet, wie ein Christenmensch frei ist von allen Dingen und über alle Dinge, also daß er keiner guter Werke dazu bedarf, daß er fromm und selig sei; sondern der Glaube bringt's ihm alles überflüssig.
http://www.glaubensstimme.de/doku.php?i ... enmenschen
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

Benutzeravatar
Maurus
Beiträge: 6813
Registriert: Donnerstag 2. März 2006, 12:56
Wohnort: Kurmainz

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Maurus » Mittwoch 19. März 2014, 22:58

Pilgerer hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
lutherbeck hat geschrieben:Hmmm - wer weiß...

Ich finde v. a. interessant, wie sich die kath. Kirche an den Feierlichkeiten beteiligen wird.
Am besten mit Akademien zu der Frage, wie es zu dem Unglück überhaupt kommen konnte und wie man das in Zukunft vermeidet.
Helfen würde: Die Freiheit und Mündigkeit des Christenmenschen entdecken, zu der schon die Apostel hinführen wollten.
Wer kann nun ausdenken die Ehre und Höhe eines Christenmenschen? Durch sein Königreich ist er aller Dinge mächtig, denn Gott tut, was er bittet und will, wie da steht geschrieben im Psalter: „Gott tut den Willen derer, die ihn fürchten, und erhöret ihr Gebet“, zu welchen Ehren er nur allein durch den Glauben und durch kein Werk kommt. Daraus man klar siehet, wie ein Christenmensch frei ist von allen Dingen und über alle Dinge, also daß er keiner guter Werke dazu bedarf, daß er fromm und selig sei; sondern der Glaube bringt's ihm alles überflüssig.
http://www.glaubensstimme.de/doku.php?i ... enmenschen
Ich wüsste wirklich nicht, wo das angesichts der Gegenwartsphilosophie noch ein Problem darstellt. Mittlerweile ist es ja nun eher so, dass man es mit der eigenen Freiheit etwas übertrieben hat und sie mit Individualismus und Egoismus verwechselt.

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema