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Formlos den Glauben beerdigen

Verfasst: Freitag 22. April 2011, 18:37
von Gallus
Die Selbstbeschreibung von Golife Dresden, einer "ökumenischen Initiative", auf ihrer Homepage:
Golife - das sind Gottesdienste, wie man sie sich gar nicht vorstellen kann:

Theater statt Kirche
Barhocker statt Kanzel
Band statt Orgel
Scheinwerfer statt Kerzen
Zettelwirtschaft statt Gesangbuch
Comedy statt Weihrauch
Moderation statt Liturgie
Schön formlos. Ich bin bei der Lektüre der "Zeit" darauf aufmerksam geworden, denn dort beantworten diese Woche drei an dieser Initiative beteiligte Pfarrer Fragen zum christlichen Glauben. Kostprobe:
Wie kann eine Jungfrau schwanger werden?
Hm. War sie nun Jungfrau oder nicht, die Maria? Wohl eher nicht. Warum auch? ...

Woher hatte Jesus 8000 Brote?
...vermutlich war das damals schon so: Geschichten leben von Übertreibungen. Niemand hatte die Brote oder die Menschen gezählt. Aber alle wurden satt. Das ist die Pointe: Jesus verteilte, was da war.

Woran glauben Sie pesönlich nicht?
... Dass Gott es wirklich übers Herz bringt, Menschen auf ewig in die Hölle zu schicken.

Wieso sollten Katholiken und Protestanten nicht gemeinsam das Abendmahl feiern? Und was ist der Unterschied zur Kommunion?
... Es ist dasselbe.
Schöne neue ökumenische Welt. Immerhin, Tod und Auferstehung Christi werden nicht geleugnet. Wenigstens etwas.

Die Zeit-Redaktion liefert zum Artikel noch etwas Fotokunst, u.a. ein letztes Abendmahl mit Cello und Digeridoo, sowie eine nackte "Maria" mit Dornenkrone auf dem Kopf.

Re: Ökumene

Verfasst: Freitag 22. April 2011, 18:51
von Juergen
Ökumene-Real

Die evangelische Abdinghofkirche verzichtet nun schon seit Jahren darauf, am Karfreitag zu läuten.
Angeblich ([Punkt] ich weiß nicht ob es stimmt) :detektiv: soll heute morgen die kath. Gaukirche zum Morgenlob (8:30) geläutet haben.
:achselzuck:

Re: Ökumene

Verfasst: Freitag 22. April 2011, 19:34
von anneke6
@ Gallus:
Bei solchen Berichten frage ich mich, warum diese Leute noch nicht in der Psychiatrie sitzen. Ich meine, wie kann man das unter einen Hut bringen ohne nicht den Verstand zu verlieren?

Re: Formlos den Glauben beerdigen

Verfasst: Freitag 22. April 2011, 19:46
von cantus planus
Gallus hat geschrieben:Die Selbstbeschreibung von Golife Dresden, einer "ökumenischen Initiative", auf ihrer Homepage:
Golife - das sind Gottesdienste, wie man sie sich gar nicht vorstellen kann:

Theater statt Kirche
Barhocker statt Kanzel
Band statt Orgel
Scheinwerfer statt Kerzen
Zettelwirtschaft statt Gesangbuch
Comedy statt Weihrauch
Moderation statt Liturgie
Schön formlos. Ich bin bei der Lektüre der "Zeit" darauf aufmerksam geworden, denn dort beantworten diese Woche drei an dieser Initiative beteiligte Pfarrer Fragen zum christlichen Glauben. Kostprobe:
Wie kann eine Jungfrau schwanger werden?
Hm. War sie nun Jungfrau oder nicht, die Maria? Wohl eher nicht. Warum auch? ...

Woher hatte Jesus 8000 Brote?
...vermutlich war das damals schon so: Geschichten leben von Übertreibungen. Niemand hatte die Brote oder die Menschen gezählt. Aber alle wurden satt. Das ist die Pointe: Jesus verteilte, was da war.

Woran glauben Sie pesönlich nicht?
... Dass Gott es wirklich übers Herz bringt, Menschen auf ewig in die Hölle zu schicken.

Wieso sollten Katholiken und Protestanten nicht gemeinsam das Abendmahl feiern? Und was ist der Unterschied zur Kommunion?
... Es ist dasselbe.
Schöne neue ökumenische Welt. Immerhin, Tod und Auferstehung Christi werden nicht geleugnet. Wenigstens etwas.

Die Zeit-Redaktion liefert zum Artikel noch etwas Fotokunst, u.a. ein letztes Abendmahl mit Cello und Digeridoo, sowie eine nackte "Maria" mit Dornenkrone auf dem Kopf.
Wenigstens sagt man offen, dass es nicht um Kirche, sondern um Theater gehe. Der gläubige Christ liest also den ersten Satz und weiss, dass er das nicht braucht.

Re: Formlos den Glauben beerdigen

Verfasst: Freitag 22. April 2011, 20:54
von ziphen
Gallus hat geschrieben:Immerhin, Tod und Auferstehung Christi werden nicht geleugnet. Wenigstens etwas.
:achselzuck: Womöglich hat der Fuzzi der Zeit nur vergessen danach zu fragen?

Re: Ökumene

Verfasst: Freitag 22. April 2011, 21:58
von Robert Ketelhohn
Auf der Tagung der Bezirks-Synode Dresden-Mitte am 19.11.2010 erhielt der Antrag zur weiteren Finanzierung nicht die erforderliche Mehrheit.

Re: Formlos den Glauben beerdigen

Verfasst: Freitag 22. April 2011, 23:50
von Lutheraner
http://www.golife-dresden.de/ hat geschrieben:Das Projekt golife ist in den kirchlichen Strukturen an ein vorläufiges Ende gekommen. Sie erhalten hier durch Fotos und Videos einen Einblick, wie wir golife-Gottesdienste gefeiert haben.
Da hat die Zeit wohl über ein bereits gestorbenes Projekt geschrieben.

Re: Ökumene

Verfasst: Freitag 20. Mai 2011, 08:30
von Sursum Corda
Juergen hat geschrieben:Ökumene-Real

Die evangelische Abdinghofkirche verzichtet nun schon seit Jahren darauf, am Karfreitag zu läuten.
Angeblich ([Punkt] ich weiß nicht ob es stimmt) :detektiv: soll heute morgen die kath. Gaukirche zum Morgenlob (8:30) geläutet haben.
:achselzuck:
Jawohl, sie hat geläutet. Es gibt mehrere seriöse und glaubwürdige Ohrenzeugen, die ihren Ohren sprichwörtlich nicht getraut haben.

Re: Ökumene

Verfasst: Freitag 20. Mai 2011, 12:17
von cathfish
Sursum Corda hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Ökumene-Real

Die evangelische Abdinghofkirche verzichtet nun schon seit Jahren darauf, am Karfreitag zu läuten.
Angeblich ([Punkt] ich weiß nicht ob es stimmt) :detektiv: soll heute morgen die kath. Gaukirche zum Morgenlob (8:30) geläutet haben.
:achselzuck:
Jawohl, sie hat geläutet. Es gibt mehrere seriöse und glaubwürdige Ohrenzeugen, die ihren Ohren sprichwörtlich nicht getraut haben.

...und im Bm Münster darf mancherorts an Karfreitag die Orgel tönen - selbst gehört! - ebenso an Gründonnerstag nach (!) dem Gloria. :dudu:

Re: Formlos den Glauben beerdigen

Verfasst: Montag 30. Mai 2011, 13:59
von Meißner
Da hat die Zeit wohl über ein bereits gestorbenes Projekt geschrieben.
Als Beispiel für das praktizierte Gottesdienstbabylon taugt es allemal und diese komischen Pastoren dürfen wohl weitherin ihren Ungeist mit landeskirchlichem Segen verbreiten. Ja mittlereile gilt es als protestantisches Allgemeingut, sich von kirchlichen Dogmen zu distanzieren.

Re: Formlos den Glauben beerdigen

Verfasst: Montag 30. Mai 2011, 23:12
von ChrisCross
Meißner hat geschrieben:
Da hat die Zeit wohl über ein bereits gestorbenes Projekt geschrieben.
Als Beispiel für das praktizierte Gottesdienstbabylon taugt es allemal und diese komischen Pastoren dürfen wohl weitherin ihren Ungeist mit landeskirchlichem Segen verbreiten. Ja mittlereile gilt es als protestantisches Allgemeingut, sich von kirchlichen Dogmen zu distanzieren.
Deswegen spricht man ja auch von Protestantismus ;)

Re: Formlos den Glauben beerdigen

Verfasst: Dienstag 7. Juni 2011, 11:03
von Niels
"Der Kirchentag in Dresden hat gezeigt: Die evangelische Kirche ist da, wo die Grünen stehen - gegen Atomkraft, zu viel Wachstum, die Globalisierung. Für diese Selbstsäkularisierung zahlt die Kirche einen hohen Preis": http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 64,.html

Re: Formlos den Glauben beerdigen

Verfasst: Dienstag 7. Juni 2011, 23:41
von ChrisCross
Niels hat geschrieben:"Der Kirchentag in Dresden hat gezeigt: Die evangelische Kirche ist da, wo die Grünen stehen - gegen Atomkraft, zu viel Wachstum, die Globalisierung. Für diese Selbstsäkularisierung zahlt die Kirche einen hohen Preis": http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 64,.html
Plötzlich ergibt auch der grüne Schal einen Sinn im Programm.

Re: Formlos den Glauben beerdigen

Verfasst: Montag 13. Juni 2011, 19:51
von Lioba
8) Gut erkannt. Schnuckelig finde ich, dass man sich teilweise bemüht, die übermäßige Anhänglichkeit an den Staat in vergangenen Zeiten zu reflektieren und gar nicht merkt, dass man schon wieder auf dem gleichen Trip ist, nur in der anderen politischen Richtung. Ev. Christen sollen zwar das Wohl des Volkes suchen und die Obrigkeit prinzipiell achten, aber sich nicht zu Bütteln irgendeiner Partei oder Ideologie machen, egal ob rechts oder links oder sonstwo.

Re: Formlos den Glauben beerdigen

Verfasst: Montag 13. Juni 2011, 20:11
von Sascha B.
Lioba hat geschrieben: Ev. Christen sollen zwar das Wohl des Volkes suchen und die Obrigkeit prinzipiell achten
Gilt das auch für Regierungen an denen die SED oder die Grünen beteiligt sind?

Re: Formlos den Glauben beerdigen

Verfasst: Montag 13. Juni 2011, 21:56
von Lioba
Ich weiss, worauf du hinauswillst, aber das sind 2 Paar Schuhe. Ich muss Gott zuerst gehorchen, ich muss auch eine gottlose Regierung nicht aktiv unterstützen, dennoch kann ich sie da akzeptieren, wo sie die ganz regulären Aufgaben jeder Regierung erfüllt- gebt dem Kaiser was des Kaisers ist. Wenn ich z.b. in einer Stadt wohne, deren Bürgermeister der Linkspartei angehört, heisst das nicht, dass ich jetzt keine Steuern mehr zahle, falschparke, wo es mir passt oder dergleichen. Ich kann aber in die Situation geraten, dass ich um des Evangeliums willen ungehorsam sein muss.

Detaillierte Fragen hierzu gehören allerdings nicht in diesen Strang.

Re: Formlos den Glauben beerdigen

Verfasst: Dienstag 14. Juni 2011, 08:45
von Lutheraner
Deo iuvante hat geschrieben:
Lioba hat geschrieben: Ev. Christen sollen zwar das Wohl des Volkes suchen und die Obrigkeit prinzipiell achten
Gilt das auch für Regierungen an denen die SED oder die Grünen beteiligt sind?
Ja. Lies mal den Römerbrief (aber das gehört, wie Lioba schon sagte und wie vieles andere hier nicht mehr in diesen Strang).