Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Rund um Anglikanertum, Protestantismus und Freikirchenwesen.
Benutzeravatar
ziphen
Beiträge: 1396
Registriert: Donnerstag 26. August 2010, 18:44

Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von ziphen »

Mich beschäftigt seit einiger Zeit folgende Frage und ich hoffe hier einige Anregungen zu bekommen:
Wozu geht man als Protestant, egal ob konservativ, liberal oder was auch immer, eigentlich sonntags, wird ja wohl noch die Regel sein, in den Gottesdienst?
In der Bibel lesen und beten kann man doch eigentlich auch zu Hause mit der Familie oder evtl. mit ein, zwei Gästen. Musik kann man sich dort auch einschalten. Predigten kann man aus Heftchen lesen oder aus dem Netz runterladen. Zur Not gibt es auch noch das Fernsehen.

Gibt es da Vorschriften oder etwas in der Richtung?

Ich kann nachvollziehen, dass dies vielleicht eine etwas merkwürdige Frage ist, aber ich meine die Frage wirklich ernst und würde mich sehr über Antworten freuen.

Zur Info: Ich bin Glied einer Gemeinde der ev.-luth. Landeskirche Hannovers.

Ich bitte in erster Linie diejenigen unter euch, die zu einer der Kirchen bzw. Gemeinschaften gehören, welche in der Tradition der Reformation stehen, ich weiß nicht wie ich es anders ausdrücken soll, um Antworten. Demzufolge bitte ich vorerst röm. Katholiken, Orthodoxe etc. sich zurückzuhalten. Insbesondere bitte ich von Bermerkungen wie: "Bei Protestanten frage ich mich das auch." und Gegenfragen wie:"Warum würdest du denn gehen?" Abstand zu nehmen.
Danke

Amandus2
Beiträge: 894
Registriert: Dienstag 25. August 2009, 19:24
Wohnort: Berlin

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Amandus2 »

Ich bin evangelisch-reformierter Christ. -


Zu deiner Frage:

Man "muss" in der evangelischen Kirche nicht in die Kirche gehen. Es gibt da keinerlei Kirchengebote.

Als Christ lebt man aber in der Dankbarkeit für die Erlösungstat Christi. Aus dieser -richtig verstandenen- Dankbarkeit fließt Freude und der Wunsch, ganz selbstlos gute Werkte zu tun und dort zu sein, wo die Botschaft Jesu verkündet wird. Und das geschieht nun einmal vorrangig im Gottesdienst in der Predigt und durch die Sakramente (Taufe und Abendmahl).

Für einen -überzeugten- evangelischen Christen ist es also kein "Muss", am Sonntag oder an anderen Tagen in die Kirche zu gehen, sondern es ist sein ehrlicher und aufrichtiger Wunsch, der von innen kommt.

Bischof
Beiträge: 313
Registriert: Mittwoch 28. Februar 2007, 18:06

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Bischof »

Das hängt von der Bedeutung des Gottesdienstes ab. Die Vergebung der Sünden in der Beichte und das heilige Abendmahl gibt es nur im Gottesdienst. Mal ein Link, was lutherischer Gottesdienst ist. Andere Artikel auf der Website können auch hilfreich sein:

http://www.lutherisch-berlin.de/index.p ... &Itemid=31

Bischof
Beiträge: 313
Registriert: Mittwoch 28. Februar 2007, 18:06

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Bischof »

Vor allem gilt aber das 3. Gebot: Du sollst den Feiertag heiligen. Siehe dann auch lutherische Bekenntnisschriften wie Augsburger Bekenntnis und Katechismen Luthers

Benutzeravatar
lutherbeck
Beiträge: 4004
Registriert: Montag 21. Dezember 2009, 09:09

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von lutherbeck »

Das meiste ist in den kurzen Statements oben schon gesagt - ich frage befremdet zurück: wie stellt sich Dir nur diese Frage?

:hae?: :achselzuck: :/
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

Benutzeravatar
ziphen
Beiträge: 1396
Registriert: Donnerstag 26. August 2010, 18:44

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von ziphen »

@ amandus und Bischof
:hmm: Ihr schreibt beide von Beichte und Abendmahl.
Beichte habe ich in bzw. vor einem Gottesdienst schon seit Jahren nicht erlebt. Selbst etwas wie ein Schuldeingeständnis ist nicht immer gegeben. So bleibt nur die Bitte im Vater unser, wenn ich jetzt nicht etwas vergessen habe.

Abendmahl ist doch etwas, was in vielen Gemeinden nicht an jedem Sonntag stattfindet, häufig monatlich und dann ist das extra als Abendmahlsgottesdienst deklariert, weil es so etwas besonderes ist.
Wie steht es also mit den anderen Sonntagen?

[Edit: Feiertag heiligen: Das kann ich doch auch zu Hause, wie oben beschrieben.]

@lutherbeck
Manchmal fällt einem halt so etwas ein. Plötzlich fragt man sich "Ja, warum eigentlich?" Hast du das nicht auch mal?

Benutzeravatar
lutherbeck
Beiträge: 4004
Registriert: Montag 21. Dezember 2009, 09:09

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von lutherbeck »

ziphen hat geschrieben:@ amandus und Bischof
:hmm: Ihr schreibt beide von Beichte und Abendmahl.
Beichte habe ich in bzw. vor einem Gottesdienst schon seit Jahren nicht erlebt. Selbst etwas wie ein Schuldeingeständnis ist nicht immer gegeben. So bleibt nur die Bitte im Vater unser, wenn ich jetzt nicht etwas vergessen habe.

Abendmahl ist doch etwas, was in vielen Gemeinden nicht an jedem Sonntag stattfindet, häufig monatlich und dann ist das extra als Abendmahlsgottesdienst deklariert, weil es so etwas besonderes ist.
Wie steht es also mit den anderen Sonntagen?

[Edit: Feiertag heiligen: Das kann ich doch auch zu Hause, wie oben beschrieben.]

@lutherbeck
Manchmal fällt einem halt so etwas ein. Plötzlich fragt man sich "Ja, warum eigentlich?" Hast du das nicht auch mal?
Bei diesem Thema nicht!
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

Stephen Dedalus
Beiträge: 5449
Registriert: Dienstag 7. September 2004, 15:28

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Stephen Dedalus »

Ich denke, für den evangelischen Gottesdienst gilt im Grunde nichts anderes als für die katholische Messe, wenn auch die Akzente etwas anders gesetzt sind.

Als Menschen sind wir Geschöpfe Gottes. Unsere tiefste Erfüllung und Berufung finden wir darin, Gott zu dienen und ihn anzubeten. Dies sollen wir natürlich in unserem ganzen Leben tun, aber Gott hat in seiner Schöpfungsordnung besondere Zeiten dafür vorgesehen (Sabbat-Sonntag), an denen unser Dienst oder Opfer für ihn seinen besonderen Platz hat. Gottesdienst im engeren Sinne besteht aus unserem Opfer Gott gegenüber, aber auch aus seinem Dienst an uns in Wort und Sakrament. Gottesdienst ist ein Kommunikationsgeschehen, in dem wir unser Opfer darbringen (Lob, Dank, Anbetung, das eucharistische Opfer) und von Gott Gnade empfangen (in seinem Wort, durch die Vergebung unserer Schuld, durch die Gemeinschaft mit ihm in der Kommunion).
If only closed minds came with closed mouths.

NurNochKatholisch
Beiträge: 133
Registriert: Mittwoch 30. September 2009, 20:33

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von NurNochKatholisch »

ziphen hat geschrieben:Beichte habe ich in bzw. vor einem Gottesdienst schon seit Jahren nicht erlebt. Selbst etwas wie ein Schuldeingeständnis ist nicht immer gegeben. So bleibt nur die Bitte im Vater unser, wenn ich jetzt nicht etwas vergessen habe.

Abendmahl ist doch etwas, was in vielen Gemeinden nicht an jedem Sonntag stattfindet, häufig monatlich und dann ist das extra als Abendmahlsgottesdienst deklariert, weil es so etwas besonderes ist.
Wie steht es also mit den anderen Sonntagen?
Um ehrlich zu sein: Bei Gottesdiensten ohne Sakrament kann ich deine Frage durchaus verstehen!

In der Bibel lesen und fromm sein kannst du auch für dich.
Andererseits geschieht natürlich bei Lesungen und in der Predigt mehr als nur eine Auslegung. Gott spricht dich an, was ein verbales Geschehen ist, das im Gegensatz zum Lesen durchaus einen Mehrwert hat. Außerdem empfängst du am Schluss auch noch Gottes Segen, um den du für dich selber zwar bitten , den du dir aber nicht zusprechen kannst. Auch das ist ein Mehrwert.
Doch dies darf natürlich nicht darüber hinweg täuschen, dass Gottesdienste ohne Sakrament liturgische Krüppel sind, aus denen ein wesentlicher Teil der göttlichen Zuwendung zu den Menschen amputiert wurde. Daher auch mein grundsätzliches Verständnis für deine Frage.

Ach ja: Ich bin übrigens auch Lutheraner (SELK).
Ehemals "KatholischAB" ist nun "NurNochKatholisch" und glücklich in die vollen Gemeinschaft der Kirche aufgenommen zu werden

Benutzeravatar
Marcus
Beiträge: 3077
Registriert: Dienstag 13. Juni 2006, 14:48

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Marcus »

ziphen hat geschrieben:@ amandus und Bischof
:hmm: Ihr schreibt beide von Beichte und Abendmahl.
Beichte habe ich in bzw. vor einem Gottesdienst schon seit Jahren nicht erlebt. Selbst etwas wie ein Schuldeingeständnis ist nicht immer gegeben. So bleibt nur die Bitte im Vater unser, wenn ich jetzt nicht etwas vergessen habe.

Abendmahl ist doch etwas, was in vielen Gemeinden nicht an jedem Sonntag stattfindet, häufig monatlich und dann ist das extra als Abendmahlsgottesdienst deklariert, weil es so etwas besonderes ist.
Wie steht es also mit den anderen Sonntagen?

[Edit: Feiertag heiligen: Das kann ich doch auch zu Hause, wie oben beschrieben.]

@lutherbeck
Manchmal fällt einem halt so etwas ein. Plötzlich fragt man sich "Ja, warum eigentlich?" Hast du das nicht auch mal?
Im früheren Luthertum war die Beichte zu Beginn des Abendmahlsgottesdienst fester Bestandteil der liturgischen Ordnung gemäß der Deutschen Messe Luthers von 1526. Bis vor ein paar wenigen Jahrzehnten dürfte zumindest noch ein gemeinsames Schuldbekenntnis zu Beginn des Gottesdienstes gesprochen worden sein. Dass das heute nicht mehr überall der Fall zu seien scheint, dürfte daran liegen, dass das allgemeine Bewusstsein darüber, was Sünde ist, ständig mehr und mehr verlorengegangen ist.

Die Feier des Hl. Abendmahls fand im früheren Luthertum ebenfalls sonntäglich statt. Die Häufigkeit der Abendmahlsfeier nahm erst mit Beginn des Zeitalters der Aufklärung ab. Nur viermal im Jahr Abendmahl zu feiern, entspricht der reformierten Tradition.

LG Marcus, evangelisch-lutherischer Christ (SELK)
Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

Benutzeravatar
Lioba
Beiträge: 3584
Registriert: Dienstag 6. Januar 2009, 19:46

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Lioba »

Gute Frage- und sehr gute Antworten. :)
Ein Aspekt ist auch die Gemeinschaft. Gerade im Sonntagsgottesdienst kommen die verschiedensten Christen zusammen. Natürlich können wir auch ausserhalb Gemeinschaft miteinander haben, aber da treffen sich schnell die, die ein emotionales Zusammengehörigkeitsgefühl haben- der Jugendkreis, der Seniorenkreis, das Frauenfrühstück, der Hauskreis der noch ein bisschen Frömmeren.
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

Benutzeravatar
Lioba
Beiträge: 3584
Registriert: Dienstag 6. Januar 2009, 19:46

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Lioba »

Ehe die Luttis wieder durch ihre reine Masse die Reformierten aushebeln- über Amandus Antwort habe ich mich ganz besonders gefreut. Er verdeutlicht ganz besonders die evangelische Lehre vom christlichen Wandel als Frucht des Geistes und Antwort auf Gottes Liebe. :daumen-rauf:
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

NurNochKatholisch
Beiträge: 133
Registriert: Mittwoch 30. September 2009, 20:33

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von NurNochKatholisch »

Lioba hat geschrieben:Ein Aspekt ist auch die Gemeinschaft. Gerade im Sonntagsgottesdienst kommen die verschiedensten Christen zusammen. Natürlich können wir auch ausserhalb Gemeinschaft miteinander miteinander haben, aber da treffen sich schnell die, die ein emotionales Zusammengehörigkeitsgefühl haben- der Jugendkreis, der Seniorenkreis, das Frauenfrühstück, der Hauskreis der noch ein bisschen Frömmeren.
Aber entsteht geistliche Gemeinschaft im Sinne des alten Wortes Gemeine (ohne "d") im Hauskreis? Ich meine: Nein! Die Gemeinschaft von der das Credo spricht, also communio, die entsteht nur wo ich am Altar den Leib Christi empfange und mit den anderen Gläubigen zum Leib der Kirche vereinigt werde. Geistliche Gemeinschaft in diesem Sinn wird nur in der Tischgemeinschaft des Altars sichtbar und wirklich.

Die Gemeinschaft von der du sprichst ist eine Gebets- und Hörgemeinschaft für die es eigentlich nicht unbedingt einen Gottesdienst braucht.

PS: Sorry, dass wir "Luttis" (danke Lioba) hier so erdrückend wirken :pfeif:
Ehemals "KatholischAB" ist nun "NurNochKatholisch" und glücklich in die vollen Gemeinschaft der Kirche aufgenommen zu werden

Benutzeravatar
Lioba
Beiträge: 3584
Registriert: Dienstag 6. Januar 2009, 19:46

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Lioba »

Die tiefste geistliche Gemeinschaft, die Einheit in und mit Christus geschieht wirklich im Mahl- danke für die Erinnerung, KatholischAB- aber auch das sonstige Zusammensein sofern geistlich motiviert ist christliche Gemeinschaft, aber doch eben stärker durchmischt mit rein menschlichen Sympathien.
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

Benutzeravatar
ziphen
Beiträge: 1396
Registriert: Donnerstag 26. August 2010, 18:44

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von ziphen »

Amandus2 hat geschrieben:
durch die Sakramente (Taufe und Abendmahl).
Entschuldige, dies ist mir jetzt erst aufgefallen. Die reformierte Kirche sieht das Abendmahl als Sakrament? Ich hatte das mal so verstanden, das dies dort nur eine reine Erinnerungsangelegenheit ist, so völlig unsakral.
Stephen Dedalus hat geschrieben:
Lob, Dank, Anbetung
kann ich doch sonntags auch außerhalb des Gotteshauses.
Stephen Dedalus hat geschrieben: "Gottesdienst ist ein Kommunikationsgeschehen, in dem wir unser Opfer darbringen(in seinem Wort, durch die Vergebung unserer Schuld, durch die Gemeinschaft mit ihm in der Kommunion)."
Kommunikationsgeschen geht das nicht auch außerhalb? Und wenn es mal wieder keine Kommunion/Abendmahl gibt?
KatholischAB hat geschrieben:
Andererseits geschieht natürlich bei Lesungen und in der Predigt mehr als nur eine Auslegung. Gott spricht dich an, was ein verbales Geschehen ist, das im Gegensatz zum Lesen durchaus einen Mehrwert hat. Außerdem empfängst du am Schluss auch noch Gottes Segen, um den du für dich selber zwar bitten , den du dir aber nicht zusprechen kannst. Auch das ist ein Mehrwert.
:hmm: Aufbauend auf das Priestertum aller Gläubigen kann doch auch in einer kleinen Runde irgendjemand lesen und den Segen sprechen, wobei dann wohl "segne euch" durch "segne uns" ersetzt wird. Das gilt doch auch.
Lioba hat geschrieben: Ein Aspekt ist auch die Gemeinschaft. Gerade im Sonntagsgottesdienst kommen die verschiedensten Christen zusammen.
Wenn ich ehrlich bin, würde ich so manche nicht ernsthaft vermissen.

Punkt Lesung und Predigt
Ihr meint also, es ist etwas vollkommen anders, ob ich mir die gleiche Predigt oder Lesung live von Kanzel/Pult anhöre, per Fernübertragung, egal welcher Art, anhöre, in der kleinen privaten Runde höre/lese oder allein vorlese und höre? :detektiv:
Ich erinnere mich dunkel, dass es mal hieß, das Segen aus dem Fernsehgottesdienst gleichbedeutend zu live-Segen sei.

Benutzeravatar
Lutheraner
Beiträge: 3914
Registriert: Donnerstag 9. November 2006, 10:50

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Lutheraner »

ziphen hat geschrieben:(...) Beichte habe ich in bzw. vor einem Gottesdienst schon seit Jahren nicht erlebt. Selbst etwas wie ein Schuldeingeständnis ist nicht immer gegeben. So bleibt nur die Bitte im Vater unser, wenn ich jetzt nicht etwas vergessen habe.

Abendmahl ist doch etwas, was in vielen Gemeinden nicht an jedem Sonntag stattfindet, häufig monatlich und dann ist das extra als Abendmahlsgottesdienst deklariert, weil es so etwas besonderes ist.
Hallo Ziphen,

hast Du Dich schon mal nach anderen Gemeinden umgeschaut? Es gibt in der Tat welche, wo es eher kontraproduktiv sein kann, wenn man dort zu häufig in die Kirche geht...

Ich persönlich finde den Gottesdienst wichtig, wegen der dort sichtbaren Gemeinschaft der Christen, den Sakramenten, der Predigt und dem gemeinsamen Singen.
(Ich gehöre der SELK an, gehe aber auch häufig in Kath. und landeskirchliche Gottesdienste)
"Ta nwi takashi a huga bakashi. Ta nwi takashi maluka batuka"

Benutzeravatar
ziphen
Beiträge: 1396
Registriert: Donnerstag 26. August 2010, 18:44

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von ziphen »

Lutheraner hat geschrieben: hast Du Dich schon mal nach anderen Gemeinden umgeschaut? Es gibt in der Tat welche, wo es eher kontraproduktiv sein kann, wenn man dort zu häufig in die Kirche geht...
:hae?: Verstehe ich nicht. Falls sie es sollen, wie hängen hier der erste Teil (Frage) und der zweite Teil (Aussage) inhaltlich zusammen?
Könntest du mir das mit dem kontraproduktiv erklären. Da kann ich mir keinen rechten Reim drauf machen. Das ist mir zu nebulös.

Benutzeravatar
Lioba
Beiträge: 3584
Registriert: Dienstag 6. Januar 2009, 19:46

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Lioba »

Wenn ich ehrlich bin, würde ich so manche nicht ernsthaft vermissen.
Da liegt nun ein echter Knackpunkt.
Der heidnische Römer Tertullian schrieb über die frühen Christen:
"Seht, wie sie einander lieben."
Christliche Geschwisterliebe und allgemeine Nächstenliebe beruhen nicht auf zuerst auf Sympathie, sondern darauf, dass wir lieben sollen, weil wir von Gott geliebt werden.
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

Benutzeravatar
Marcus
Beiträge: 3077
Registriert: Dienstag 13. Juni 2006, 14:48

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Marcus »

ziphen hat geschrieben:
KatholischAB hat geschrieben:
Andererseits geschieht natürlich bei Lesungen und in der Predigt mehr als nur eine Auslegung. Gott spricht dich an, was ein verbales Geschehen ist, das im Gegensatz zum Lesen durchaus einen Mehrwert hat. Außerdem empfängst du am Schluss auch noch Gottes Segen, um den du für dich selber zwar bitten , den du dir aber nicht zusprechen kannst. Auch das ist ein Mehrwert.
:hmm: Aufbauend auf das Priestertum aller Gläubigen kann doch auch in einer kleinen Runde irgendjemand lesen und den Segen sprechen, wobei dann wohl "segne euch" durch "segne uns" ersetzt wird. Das gilt doch auch.
Das Allgemeine Priestertum der Getauften bedeutet in erster Linie, dass man selbst unmittelbaren Zugang zu Gott hat und zwischen einem und Gott kein geweihter Priester als Mittler notwendig ist. Der Mittler zwischen Gott und uns ist nämlich Jesus Christus. So kann ich als Christ einerseits unmittelbar zu Gott beten und meine Bitten und Fürbitten in Jesu Namen bekräftigen und brauche auch andererseits keinen Priester, der mich regelmäßig durch ein dargebotenes Opfer von meinen Sünden erlöst und mich mit Gott wieder versöhnt, da Jesus Christus ein einmaliges und vollgültiges Sühnenopfer am Kreuz auf Golgatha erbracht hat.

Dennoch berichtet aber bereits die Bibel davon, dass die Urchristen regelmäßig zusammenkamen, um das Wort Gottes zu hören, um zu beten und um gemeinsam das Hl. Abendmahl zu feiern. Auch gab es damals bereits kirchliche Ämter. Der Christenmensch suchte also von Anfang an die Gemeinschaft seiner Brüder und Schwestern in Christo und nicht zuletzt auch die Gemeinschaft mit Gott. Jesus Christus verhieß bereits: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich zugegen.“ Eine individuelle Glaubenspflege mag zwar dem heutigen modernen Zeitgeist entsprechen. Das Christentum war aber noch nie eine Individualistenreligion. Auch Martin Luther hielt das kirchliche Amt (Predigtamt als Amt der Wortverkündigung, der Schlüssel und Sakramentsverwaltung) für notwendig. In späteren Schriften Luthers und auch in den Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche wird das kirchliche Amt sogar zu den Kennzeichen der Kirche gezählt. Die Kirche Jesu Christi ist dort sichtbar, wo das Evangelium rein gepredigt und die Sakramente einsetzungsgemäß verwaltet werden. Auch wenn im äußersten Notfall jeder Christ eine Sakramentsverwaltung vornehmen kann (z. B. Nottaufe), so war die Predigt sowie die Sakramentsverwaltung von Beginn der Kirchengeschichte an, dem ordinierten Amt übertragen, welche sakramentale Handlungen sowie die Wortverkündigung in persona christi vollzieht. Eine andere Struktur widerspräche daher nicht nur der kirchlichen Tradition, sondern vor allem der göttlichen Ordnung. Ob auf Handlungen, die vorsätzlich gegen die göttliche Ordnung gerichtet sind, noch dessen Segen liegt, kann darum bezweifelt werden. Der Mensch ist zwar allein aus Gnade aufgrund des Heils- und Erlösungstaten Christi gerechtfertigt, die wiederum nur allein durch den Glauben ergriffen werden kann. Allerdings zählen zu sola gratia auch die Verkündigung des Wortes Gottes bzw. von Gesetz und Evangelium sowie die Sakramente und die Lossprechung von der Sünde.


ziphen hat geschrieben: Punkt Lesung und Predigt
Ihr meint also, es ist etwas vollkommen anders, ob ich mir die gleiche Predigt oder Lesung live von Kanzel/Pult anhöre, per Fernübertragung, egal welcher Art, anhöre, in der kleinen privaten Runde höre/lese oder allein vorlese und höre? :detektiv:
Ich erinnere mich dunkel, dass es mal hieß, das Segen aus dem Fernsehgottesdienst gleichbedeutend zu live-Segen sei.
Ungefähr in der selben Weise wie ich beim Zuschauen von Kochsendungen meinen eigenen Hunger stillen könnte, auch mittlerweile zum Schaden der kirchlichen Gemeinschaft und der eigenen Seele von Kirchenmännern und -Frauen etwas anderes behauptet wird.
Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

Benutzeravatar
Marion
Beiträge: 7492
Registriert: Donnerstag 21. Mai 2009, 18:51
Kontaktdaten:

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Marion »

Lioba hat geschrieben:
Wenn ich ehrlich bin, würde ich so manche nicht ernsthaft vermissen.
Da liegt nun ein echter Knackpunkt.
Der heidnische Römer Tertullian schrieb über die frühen Christen:
"Seht, wie sie einander lieben."
Christliche Geschwisterliebe und allgemeine Nächstenliebe beruhen nicht auf zuerst auf Sympathie, sondern darauf, dass wir lieben sollen, weil wir von Gott geliebt werden.
Meinst du wir sollen irgendwie lernen sie alle trotz fehlender Sympathie sympathisch zu finden, also sie dann doch vermissen?
Christus vincit - Christus regnat - Christus imperat

Benutzeravatar
ziphen
Beiträge: 1396
Registriert: Donnerstag 26. August 2010, 18:44

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von ziphen »

Lioba hat geschrieben: Da liegt nun ein echter Knackpunkt. (...) Christliche Geschwisterliebe und allgemeine Nächstenliebe beruhen nicht auf zuerst auf Sympathie, sondern darauf, dass wir lieben sollen, weil wir von Gott geliebt werden.
Ich weiß. Gegen die regelmäßigen Besucher habe ich nichts, Meinungsunterschiede gibt es halt immer mal. Jedoch ist es schwer, diejenigen zu lieben, die, wenn man sie im Zusammenhang mit Kirche sieht, geneigt sind Ablehnung und Gift versprühen. Und auch die gehören zur Gemeinde, schaden ihr und der großen Gemein(d)e in meinen Augen jedoch eher.
Stimme Marions frage zu.



Danke Marcus für die Ausführungen. Ich denke, in meiner Kirche wird das weniger eng gesehen. Pfarrer werden doch nur noch für Taufe, Konfirmation, Hochzeit, Beerdigung und Abendmahl benötigt. Alles andere wird doch ohnehin schon von ausgebildeten Laien (Prädikanten, Lektoren ) oder nicht ausgebildeten Laien übernommen. Dazu etwas aus einem Sprengel meiner LK: http://cmsbox.kondek.de/sprengel.evlka. ... epunkt=667

Marcus hat geschrieben: Die Kirche Jesu Christi ist dort sichtbar, wo das Evangelium rein gepredigt

Das nimmt ja (quasi) jeder, der bei einer gottesdienstlichen Veranstaltung vor eine Menge tritt, für sich in Anspruch.
Marcus hat geschrieben: und die Sakramente einsetzungsgemäß verwaltet werden.

Oder sie fallen einfach mal aus, was nicht gegen eine bei Spendung der Sakramente einsetzungsgemäße Verwaltung spricht. Es folgt nicht aus diesem Bekenntniszitat, dass "Die Kirche Jesu Christi" ,wenn es kein Abendmahl gibt, nicht gegenwärtig ist.

Marcus hat geschrieben: Ungefähr in der selben Weise wie ich beim Zuschauen von Kochsendungen meinen eigenen Hunger stillen könnte, auch mittlerweile zum Schaden der kirchlichen Gemeinschaft und der eigenen Seele von Kirchenmännern und -Frauen etwas anderes behauptet wird.
:hae?: Wie jetzt? Selbst bei den Katholiken heißt es doch immer an Ostern, dass der durch den Papst gesprochene urbi-et-orbi-Segen auch über den Flimmerkasten seine volle wirkung entfaltet.(Korrigiert mich bitte, falls ich etwas durcheinanderwürfele.). Du würdest das also als Irrlehre auffassen, verstehe ich das richtig?

Benutzeravatar
Alexander
Beiträge: 1989
Registriert: Donnerstag 19. Mai 2005, 15:36
Wohnort: Berlin

Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Alexander »

Ist es um die alte protestantische Sitte dahin, sich auf die Bibel zu berufen?

Hebräer 10, 24-25:
24 καὶ κατανοῶμεν ἀλλήλους εἰς παροξυσμὸν ἀγάπης καὶ καλῶν ἔργων, 25 μὴ ἐγκαταλείποντες τὴν ἐπισυναγωγὴν ἑαυτῶν, καθὼς ἔθος τισίν, ἀλλὰ παρακαλοῦντες, καὶ τοσούτῳ μᾶλλον ὅσῳ βλέπετε ἐγγίζουσαν τὴν ἡμέραν.
Herr Gott,
großes Elend ist über mich gekommen.
Meine Sorgen wollen mich erdrücken,
ich weiß nicht ein noch aus.
Gott, sei gnädig und hilf.
Gib Kraft zu tragen, was du schickst,
laß die Furcht
nicht über mich herrschen.
(D. Bonhoeffer)

Benutzeravatar
Lioba
Beiträge: 3584
Registriert: Dienstag 6. Januar 2009, 19:46

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Lioba »

@Ziphen und Marion
Sympathie und Antipathie sind individuelle Reaktionen auf bestimmte Äusserlichkeiten oder Verhaltensweisen. Diese Reaktionen mögen bei einem gut ausgebildeten Gewissen und Verstand tatsächlich wichtige Punkte betreffen- ich spüre zum Beispiel oft unbewusst, dass eine Person sehr schlechte Gewohnheiten und Haltungen hat oder umgekehrt sehr lobenswerte Charakterzüge besitzt. Dadurch wird mein Bedürfnis gesteuert, mit dieser Person Kontakt zu haben oder sie mir fernzuhalten- zu meinem eigenen Wohl. Genausogut kann ich aber auch von falschen oder völlig unbedeutenden Neigungen gesteuert werden. Alles das ist aber allgemein menschlich, teilweise sogar allgemein natürlich, sogar höherstehende Tiere zeigen dies hin und wieder. Es dient dem praktischen Zweck, meine individuellen Beziehungen für mich vorteilhaft zu gestalten.
Das ist nicht in sich schlecht, aber es ist
a. nicht unbedingt ein objektives Urteil über eine Person und
b. ist nicht das Gleiche wie christliche Bruderliebe und Nächstenliebe.
Sie kann aber durch die die göttliche Liebe gereinigt und vertieft werden ähnlich wie der Eros, indem sie gereinigt wird von allem rein Selbstsüchtigen oder falscher Abhängigkeit.
Sowohl Sympathie als auch Antipathie müssen sozusagen durch die Waschanlage der göttlichen Liebe. ;)
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

Benutzeravatar
Marion
Beiträge: 7492
Registriert: Donnerstag 21. Mai 2009, 18:51
Kontaktdaten:

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Marion »

ziphen hat geschrieben:Gegen die regelmäßigen Besucher habe ich nichts, Meinungsunterschiede gibt es halt immer mal. Jedoch ist es schwer, diejenigen zu lieben, die, wenn man sie im Zusammenhang mit Kirche sieht, geneigt sind Ablehnung und Gift versprühen. Und auch die gehören zur Gemeinde, schaden ihr und der großen Gemein(d)e in meinen Augen jedoch eher.
Du magst also nicht mehr in die Kirche gehen weil du dich dort über die andern ärgerst?
Nen Grund warum du da trotzdem hinsollst kann ich dir nicht geben. Da würde eine der Antworten kommen die du im ersten Beitrag bereits abgewehrt hast. Ich bin nämlich katholisch :)
ziphen hat geschrieben:Stimme Marions frage zu.
So war meine Frage nicht gemeint. Wir sollen den Nächsten lieben. Das ist schon richtig. Nur was ist Liebe? Ist das sympatisch finden, oder zumindest versuchen sympatisch zu finden oder ist das helfen wenn einer in Not ist. Muss die Liebe aus dem Gefühl kommen oder soll die Liebe mit Taten kommen auch wenn das (Liebes)Gefühl fehlt?
Christus vincit - Christus regnat - Christus imperat

Benutzeravatar
Marion
Beiträge: 7492
Registriert: Donnerstag 21. Mai 2009, 18:51
Kontaktdaten:

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Marion »

Lioba hat geschrieben:Das ist nicht in sich schlecht, aber es ist
a. nicht unbedingt ein objektives Urteil über eine Person und
b. ist nicht das Gleiche wie christliche Bruderliebe und Nächstenliebe.
Sie kann aber durch die die göttliche Liebe gereinigt und vertieft werden ähnlich wie der Eros, indem sie gereinigt wird von allem rein Selbstsüchtigen oder falscher Abhängigkeit.
Sowohl Sympathie als auch Antipathie müssen sozusagen durch die Waschanlage der göttlichen Liebe. ;)
Oh, da war ja schon die Antwort :)

Interessant diese Waschanlage! Muss ich mir mal Gedanken drüber machen ...
Christus vincit - Christus regnat - Christus imperat

Benutzeravatar
ziphen
Beiträge: 1396
Registriert: Donnerstag 26. August 2010, 18:44

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von ziphen »

Alexander hat geschrieben:Ist es um die alte protestantische Sitte dahin, sich auf die Bibel zu berufen?
Hättest du das nicht gleich in deutsch posten können, jetzt musste ich extra aufstehen.
:daumen-runter: "verlassen unsere Versammlungen" Wer sagt hier etwas von verlassen? Meine Frage bezieht sich mehr auf das überhaupt hingehen. Insbesondere bei den heutigen Möglichkeiten und Gegebenheiten. Ich vermute, das orthodoxe Verständnis ist diesbezüglich eindeutiger.
Lioba hat geschrieben: Bibelvers um die Ohren zu hauen
Lass den armen Jungen doch mal zeigen, was er kann. Er war immerhin so freundlich die Fundstelle anzugeben. Dann hat man es nach ein paar Klicks oder Buchseiten ja auch auf deutsch.
Marion hat geschrieben: Du magst also nicht mehr in die Kirche gehen weil du dich dort über die andern ärgerst?
Falsch. Habe ich das behauptet? Ich bin wirklich nur an der Thematik interessiert. Mein "Wenn ich ehrlich bin, würde ich so manche nicht ernsthaft vermissen." war eher eine Nebenbemerkung, obwohl es solche Leute gibt.
(Meine Zustimmung zu deiner Frage war in die Richtung gedacht: Gute Frage, wüsste ich auch gern. )

Benutzeravatar
ziphen
Beiträge: 1396
Registriert: Donnerstag 26. August 2010, 18:44

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von ziphen »

Alexander hat geschrieben:@Lioba:
" Zitiert man auf Deutsch, so geht eine Menge Sinn verloren).
:D Zitiert man auf Griechisch, erschließt sich dem Pöbel der Sinn gar nicht. Anmerkung des Verfassers: Ich zähle mich zum Pöbel.
Zuletzt geändert von ziphen am Freitag 27. August 2010, 14:15, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Marion
Beiträge: 7492
Registriert: Donnerstag 21. Mai 2009, 18:51
Kontaktdaten:

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Marion »

ziphen hat geschrieben:Falsch. Habe ich das behauptet?
Nein, das hast du nicht behauptet. Ich fragte nur, weil es nahe liegt und ich Gewissheit haben wollte :)
Christus vincit - Christus regnat - Christus imperat

Benutzeravatar
Alexander
Beiträge: 1989
Registriert: Donnerstag 19. Mai 2005, 15:36
Wohnort: Berlin

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Alexander »

ziphen hat geschrieben: :D Zitiert man auf Griechisch, erschließt sich dem Pöbel der Sinn gar nicht. Anmerkung des Verfassers: Ich zähle mich zum Pöbel.
Das ist klar, Ziphen. Ich zitiere auch immer auf deutsch, wenn der Sinn dessen, was ich durch das Zitat sagen will, durch die deutsche Übertragung ausreichend gedeckt ist.

Andernfalls mach ich es (und nicht nur ich) auf griechisch. Der Leser kann in der dt. Fassung selber nachschauen, und ich kann mich auf auch auf alternative Bedeutungen berufen. Man kann sich, will man mit dem Bibeltext seriös arbeiten, nun mal nicht auf eine Übersetzung beschränken. Weil Übersetzungen allesamt --- ähm --- ein bisschen inandäquat sind.
ziphen hat geschrieben::daumen-runter: "verlassen unsere Versammlungen" Wer sagt hier etwas von verlassen? Meine Frage bezieht sich mehr auf das überhaupt hingehen. Insbesondere bei den heutigen Möglichkeiten und Gegebenheiten. Ich vermute, das orthodoxe Verständnis ist diesbezüglich eindeutiger.
"Verlassen" bedeutet in diesem Fall übrigens exegetisch gesehen eben das "Nicht mehr hingehen" und nicht das "Aus der Kirche während des Gottesdienstes rausgehen". Was das orthodoxe Verständnis diesbezüglich anbetrifft, ist nicht der Gegenstand dieser Diskussion.

Ich habe mein Zitat eben wegen der darin enthaltenen Erklärungen angeführt.
Zuletzt geändert von Alexander am Freitag 27. August 2010, 14:47, insgesamt 2-mal geändert.
Herr Gott,
großes Elend ist über mich gekommen.
Meine Sorgen wollen mich erdrücken,
ich weiß nicht ein noch aus.
Gott, sei gnädig und hilf.
Gib Kraft zu tragen, was du schickst,
laß die Furcht
nicht über mich herrschen.
(D. Bonhoeffer)

Benutzeravatar
ziphen
Beiträge: 1396
Registriert: Donnerstag 26. August 2010, 18:44

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von ziphen »

Alexander hat geschrieben: "Verlassen" bedeutet in diesem Fall übrigens exegetisch gesehen eben das "Nicht mehr hingehen" und nicht "Das aus der Kirche während des Gottesdienstes rausgehen". (...)
Ich habe mein Zitat eben wegen der darin enthaltenen Erklärungen angeführt.
Ich dachte mir schon, dass dies gemeint sein sollte, wollte es aber gern nochmal von dir hören.
Du würdest dies also schon als Aufforderung ansehen den Gottesdienst zu besuchen? Ist der Diavortrag von Opa Müller am Donnerstagabend im Gemeindehaus über die Fahrt des Seniorenkreises ins Kloster Hinterwaldlingen nicht eine Versammlung wie die genannte? Ist es nicht vielmehr einfach die Aufforderung mit anderen Christen-Menschen zusammen zu kommen, unabhängig vom folgenden Geschehen, Gottesdienst oder gemeinsames anschauen der Fußballbundesliga?

Benutzeravatar
Alexander
Beiträge: 1989
Registriert: Donnerstag 19. Mai 2005, 15:36
Wohnort: Berlin

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von Alexander »

@ Lioba: Link

@Ziphen: Ist es wahrscheinlich, dass der Verfasser es so gemeint hat?
Herr Gott,
großes Elend ist über mich gekommen.
Meine Sorgen wollen mich erdrücken,
ich weiß nicht ein noch aus.
Gott, sei gnädig und hilf.
Gib Kraft zu tragen, was du schickst,
laß die Furcht
nicht über mich herrschen.
(D. Bonhoeffer)

Benutzeravatar
ziphen
Beiträge: 1396
Registriert: Donnerstag 26. August 2010, 18:44

Re: Wozu eigentlich in den Gottesdienst?

Beitrag von ziphen »

Alexander hat geschrieben: @Ziphen: Ist es wahrscheinlich, dass der Verfasser es so gemeint hat?
:D Die hatten weder Diaprjektor noch Bundesliga, also...
Aber ernsthaft, du meinst also, dass mit "unsere Versammlungen" bzw, was das auch immer im original heißt, ausschließlich etwas gemeint war, das dem Gottesdienst entspricht, das heißt im protestantischen Minimalsinn Wortverkündigung? Ich würde es nicht ausschließen, dass auch Versammlungen anderer Art als Gottesdienst gemeint sein könnten. Organisatorische Treffen, Konfliktmanagement innerhalb der Gemeinde, solche Dinge. Aber da wirst du mir ja sicherlich noch etwas zu sagen können.

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema