Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

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holzi
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von holzi »

Stephen Dedalus hat geschrieben:Beim Kaffee nach der Messe meinte der Pater, man hätte die Trennung der Methodisten von der Church of England im 18. Jahrhundert unbedingt vermeiden müssen, es sei für die Geschichte der C of E nicht gut gewesen, das Element des Methodismus zu verlieren. Diese Haltung scheint mir heute in der C of E sehr weit verbreitet zu sein.
Wie lief denn diese Trennung ab?
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Stephen Dedalus
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von Stephen Dedalus »

Nachdem Wesley und seine Mitarbeiter ein landesweites Netz von methodistischen Gemeinschaften (innerhalb der C of E) gebildet hatten, gab es zunehmend Spannungen zwischen dem etablierten Klerus und den methodistischen Gemeinschaften.

Zum einen meinte der Klerus und manche Bischöfe, die Methodisten seien radikal und Unruhestifter. Umgekehrt waren die Methodisten nicht mehr überall bereit, die Sakramente aus der Hand der anglikanischen Priester zu empfangen, die man teilweise für sehr wenig fromm hielt. Der Ruf wurde laut, den Predigern der methodistischen Gemeinschaften zu erlauben, die Sakramente zu spenden. Das lehnte Wesley ab. Nur anglikanisch geweihte Priester durften dies auch bei den Methodisten tun.

Das Fundament der Spaltung wurde dann in Amerika gelegt. Durch die amerikanische Unabhängigkeit entstand bei den methodistischen Gemeinden dort ein Notstand: Sie hatten keinen Zugang zu anglikanischen Kirchen. Die Prediger dort waren aber nicht ordiniert, d.h. hatten kein Recht, die Sakramente zu verwalten. Wesley bat den Bischof von London, der für die ehemaligen Kolonien zuständig war, methodistischen Predigern für die ehemaligen Kolonien die Priesterweihe zu spenden. Er lehnte ab. 1784 schließlich ordinierte Wesley selbst. Die zwei von Wesley beauftragten Geistlichen wurden zu den ersten beiden Bischöfen der neuen Methodist Episcopal Church. Dies war ein offener Bruch des anglikanischen kanonischen Rechts. Von da an war absehbar, daß die methodistischen Gemeinschaften sich nicht mehr ohne weiteres den anglikanischen Bischöfen unterordneten. Die Situation blieb jedoch noch bis nach Wesleys Tod ungeklärt. Erst dann ging die methodistische Konferenz daran, Strukturen zu schaffen, die von einer rechtlichen Eigenständigkeit der Methodisten außerhalb der C of E ausgingen.
Zuletzt geändert von Stephen Dedalus am Sonntag 7. März 2010, 18:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Lioba
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von Lioba »

@Don Alfredo Wie sind denn da eure aktuellen Kontakte? Gibt es Beziehungen zu den Gnadauern.?
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DonAlfredo
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von DonAlfredo »

Stephen Dedalus hat geschrieben:Für die Situation in Deutschland erschiene mir eine Vereinigung oder Assoziation mit der EKD realistischer.
Wenn wir schon spekulieren, mein Ding ist es nicht, dann hat Stephen sicher Recht. Es gibt nach meinem Dafürhalten aber keinerlei Ideen / Bewegung / Gespräche in dieser Richtung. Es ist auch unvorstellbar, dass das in überschaubarer Zeit gut gehen könnte. Dafür sind m.E. zu viele sehr bewusst freikirchliche Elemente bei uns verinnerlicht worden.
Wenn sich immer mal wieder aufblubbernde FDP-Wünsche je konkretisieren würden und den Großkirchen ihre Stellung in der Gesellschaft politisch beschnitten würde, verstärkte das vielleicht die Gemeinsamkeiten zwischen EmK (Evangelisch-methodistische Kirche) und EKD. Aber da würden wohl die "C-Parteien" zuerst unter 20% Wählerzustimmung geraten müssen (und die LINKE mit der FDP gemeinsame Sache machen). Danach sieht es ja derzeit nicht aus.
Lioba hat geschrieben:Wie sind denn da eure aktuellen Kontakte? Gibt es Beziehungen zu den Gnadauern?
Viele Methodisten sind wie Gnadauer auch in der Evangelischen Allianz vor Ort und in Bundesgremien aktiv. Die EmK hat sich aber im Rahmen der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) erst neulich wieder gezielt von dem Label "evangelikal" distanziert. Das legt nicht gerade eine große Nähe zu den Landeskirchlichen Gemeinschaften und deren Fort-(Hinaus-)Entwicklungen nahe. Dieser Verband hat ja mit dem Begriff "evangelikal" überhaupt kein Problem beziehungsweise nimmt diesen gerne für sich in Anspruch.
Eine Reihe von Methodisten und ganze Gemeinden haben sich, wie das bei uns so üblich ist, über diese Distanzierung aus dem Mund der turnusmäßigen Vorsitzenden der VEF, unsrer Bischöfin Rosemarie Wenner, eher geärgert. Bei uns gilt: Das Spektrum reicht (anglikanisch?) von ganz konservativ (tatsächlich evangelikal) bis entschieden liberal. Und der "Bauch" ist wie bei jedem kompletten Körper in der Mitte. :)
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holzi
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von holzi »

@Stephen Dedalus: Dankeschön! Jetz bin ich wieder ein bisserl weniger dumm. :unbeteiligttu:
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Stephen Dedalus
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von Stephen Dedalus »

DonAlfredo hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:Für die Situation in Deutschland erschiene mir eine Vereinigung oder Assoziation mit der EKD realistischer.
Wenn wir schon spekulieren, mein Ding ist es nicht, dann hat Stephen sicher Recht. Es gibt nach meinem Dafürhalten aber keinerlei Ideen / Bewegung / Gespräche in dieser Richtung. Es ist auch unvorstellbar, dass das in überschaubarer Zeit gut gehen könnte. Dafür sind m.E. zu viele sehr bewusst freikirchliche Elemente bei uns verinnerlicht worden.
Ach, ich spekuliere ja gerne. :)

Ich denke, DonAlfredo hat recht, wenn er meint, daß eine solche Ehe zwischen EKD und EmK nicht lange glücklich sein könnte.

Abgesehen von den freikirchlichen Elementen in der EmK kommen da auch noch andere Aspekte zum Tragen.

Die Gliedkirchen der EKD sind zu nicht geringem Maße deutsche Beamtenkirchen. Dieser Aspekt fehlt der EmK völlig, schon aufgrund ihrer geringen Größe und Verbreitung.

Der EmK geht auch jegliche Bekenntnisreiterei ab, die in der EKD immer wieder eine Rolle spielt. Bei aller Offenheit im Interpretieren des Bekenntnisses (oft ist man ja sehr liberal), spielt es doch auch für die Zusammenarbeit eine Rolle, ob eine Landeskirche lutherischer oder unierter Tradition ist.

Die EmK in Deutschland ist zwar klein, aber bei aller Kleinheit wesentlich weniger provinziell als die deutschen Landeskirchen. Als Teil der UMC reichte bei den dt. Methodisten der Blick schon über den Tellerrand, als die Landeskirchen daran noch nicht einmal dachten. Eine Verschmelzung mit der EKD würde für die EmK daher zunächst mal eine Verengung des Blicks bedeuten, der ihr nicht zu wünschen wäre. Ein Beleg dafür ist etwa das methodistische Kirchengesangbuch, das weitaus internationaler und ökumenischer ist als das ebenfalls recht neue EG.
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Lutheraner
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von Lutheraner »

Stephen Dedalus hat geschrieben:Ein Beleg dafür ist etwa das methodistische Kirchengesangbuch, das weitaus internationaler und ökumenischer ist als das ebenfalls recht neue EG.
Das wohl zwangsweise. Wie dick wäre denn ein Gesangbuch, das die Methodisten mit eigenem, traditionell deutschsprachigem Liedgut füllen könnten?
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Stephen Dedalus
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von Stephen Dedalus »

Lutheraner hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:Ein Beleg dafür ist etwa das methodistische Kirchengesangbuch, das weitaus internationaler und ökumenischer ist als das ebenfalls recht neue EG.
Das wohl zwangsweise. Wie dick wäre denn ein Gesangbuch, das die Methodisten mit eigenem, traditionell deutschsprachigem Liedgut füllen könnten?
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DonAlfredo
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von DonAlfredo »

Lutheraner hat geschrieben:Das wohl zwangsweise. Wie dick wäre denn ein Gesangbuch, das die Methodisten mit eigenem, traditionell deutschsprachigem Liedgut füllen könnten?
Ich möchte nicht gerne einen neuen Zweig dieser Diskussion unter der alten Überschrift einpropfen. Trotzdem gehe ich das Risiko ein in dem ich auf folgendes hinweise: Lutheraner geht für mich anscheinend von der unzutreffenden Ansicht aus, dass Gesangbücher traditionell nur Liedgut der eigenen (und zwar nationalen) Gemeinschaft aufgenommen hätten.
Schon Dr. Martinus hat seine Arbeit da ganz anders verstanden und sich als Aktiver dieses Verlagsprodukts in einem weiter gefassten Bereich erfolgreich "bedient" und damit verdient gemacht.
Stephen Dedalus hat geschrieben:Der Glaube hat viele Sprachen. Nicht nur Deutsch.
... und die Methodisten verstehen sich grundsätzlich nicht zuerst als nationale (oder gar provinzielle) Kirchen sondern als Weltgemeinschaft.

Das durchgehend mehrstimmig gesetzte EM (Gesangbuch der EmK) kann allen Interessierten wärmstens empfohlen werden.
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Lutheraner
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von Lutheraner »

DonAlfredo hat geschrieben:
Lutheraner hat geschrieben:Das wohl zwangsweise. Wie dick wäre denn ein Gesangbuch, das die Methodisten mit eigenem, traditionell deutschsprachigem Liedgut füllen könnten?
Ich möchte nicht gerne einen neuen Zweig dieser Diskussion unter der alten Überschrift einpropfen. Trotzdem gehe ich das Risiko ein in dem ich auf folgendes hinweise: Lutheraner geht für mich anscheinend von der unzutreffenden Ansicht aus, dass Gesangbücher traditionell nur Liedgut der eigenen (und zwar nationalen) Gemeinschaft aufgenommen hätten.
Nein, das tue ich nicht. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass ein methodistisches Gesangbuch in Deutschland gar nicht anders als "ökumenisch" und "international" sein kann.
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Stephen Dedalus
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von Stephen Dedalus »

Lutheraner hat geschrieben: Nein, das tue ich nicht. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass ein methodistisches Gesangbuch in Deutschland gar nicht anders als "ökumenisch" und "international" sein kann.
Doch, es könnte. Das alte Gesangbuch der methodistischen Kirche in Deutschland war zu großen Teilen deckungsgleich mit dem EKG, ergänzt durch Lieder der eigenen Tradition.

Das hat sich mit dem neuen Gesangbuch grundlegend geändert - hin zu einem wirklich ökumenisch und international inspirierten Gesangbuch. Diese Entwicklung habe ich leider beim Evangelischen Gesangbuch vermißt.
Das durchgehend mehrstimmig gesetzte EM (Gesangbuch der EmK) kann allen Interessierten wärmstens empfohlen werden.
Meines Erachtens das beste deutschsprachige Gesangbuch derzeit, Gotteslob eingeschlossen. Besonders, wenn man es mit dem Murks vergleicht, den die Baptisten nachgeschoben haben ("Feiern und Loben"). Das methodistische Gesangbuch hat neue Maßstäbe gesetzt. :daumen-rauf:
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maliems
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von maliems »

was bedeutet der Name Methodisten?

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DonAlfredo
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von DonAlfredo »

Die inner-anglikanische Gruppe um John (und Charles) Wesley (1703-1791) übernahm mit "Methodisten" eine Bezeichnung, die ihr in der damaligen Öffentlichkeit gegeben worden war ("Die Leute, die man Methodisten nennt").
Nach der Überlieferung bezog sich dieser Begriff auf die Angewohnheit der Studentenbewegung, aus der die Gemeinschaft hervorgegangen war, sich einem fast mönchischen Tagesablauf und Pflichtenkatalog zu unterstellen.
Fürsorge für Bedürftige (Arme, Kranke, Gefangene nach Matthäus 25) erhielt dabei den selben Stellenwert, wie persönliche Wortbetrachtung, Mahlfeier, gemeinschaftliches und individuelles Gebet.
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Lutheraner
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von Lutheraner »

Stephen Dedalus hat geschrieben:
Lutheraner hat geschrieben: Nein, das tue ich nicht. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass ein methodistisches Gesangbuch in Deutschland gar nicht anders als "ökumenisch" und "international" sein kann.
Doch, es könnte. Das alte Gesangbuch der methodistischen Kirche in Deutschland war zu großen Teilen deckungsgleich mit dem EKG, ergänzt durch Lieder der eigenen Tradition.
Damit war es vielleicht nicht besonders "international", aber sehr "ökumenisch". :roll:
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DonAlfredo
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von DonAlfredo »

Stephen Dedalus hat geschrieben: ...
Für die Situation in Deutschland erschiene mir eine Vereinigung oder Assoziation mit der EKD realistischer.
Dazu ist mir eine interessante Veröffentlichung begegnet, die (auszugsweise) auch online erreichbar ist:
Freikirche - Landeskirche
Historische Alternative - Gemeinsame Zukunft?
Theologie Interdisziplinär (Bd. 2)
Holger Eschmann | Jürgen Moltmann | Ulrike Schuler (Hg.) ...
[Umfang: Vorwort, Inhaltsverzeichnis und Beitrag 1]
<http://www.e-cademic.de/data/ebooks/ext ... 722173.pdf>

Die Mitherausgeber Holger Eschmann (Praktische Theologie) und Ulrike Schuler (Kirchengeschichte) sind Professoren an der Theol. Hochschule der EmK in Reutlingen.
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Lioba
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von Lioba »

Don Alfredo schreibt:
Ich möchte nicht gerne einen neuen Zweig dieser Diskussion unter der alten Überschrift einpropfen.
Das ist schon in Ordnung. Du kannst aber auch einen eigenen Strang zu deiner Gemeinschaft aufmachen. Geschichte, Persönlichkeiten etc. :ja:
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DonAlfredo
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von DonAlfredo »

Lioba hat geschrieben:Don Alfredo schreibt:
Ich möchte nicht gerne einen neuen Zweig dieser Diskussion unter der alten Überschrift einpropfen.
Das ist schon in Ordnung. Du kannst aber auch einen eigenen Strang zu deiner Gemeinschaft aufmachen. Geschichte, Persönlichkeiten etc. :ja:
Vielen Dank für die Anregung, aber mein von Dir, Lioba, zitiertes Zögern damals bezog sich auf die aufkommende Diskussion über das methodistische Liedgut und die haben wir ja inzwischen entschlossen abgeschlossen und sind (siehe oben) zum ursprünglichen Thema "versöhnte Verschiedenheit" (zwischen getrennten Kirchen, meine Auslegung) zurückgekehrt.
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Lioba
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von Lioba »

Okay :huhu:
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SpaceRat
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von SpaceRat »

Lioba hat geschrieben:Don Alfredo schreibt:
Ich möchte nicht gerne einen neuen Zweig dieser Diskussion unter der alten Überschrift einpropfen.
Das ist schon in Ordnung. Du kannst aber auch einen eigenen Strang zu deiner Gemeinschaft aufmachen. Geschichte, Persönlichkeiten etc. :ja:
Ich sehe nicht, daß wir diese Verballhornung von anderen Kirchen seitens der römischen Gemeinschaft in den eigenen Sprachgebrauch aufnehmen sollten ... außer ggf. ggü. dem Urheber derselben :)
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Lioba
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von Lioba »

Es gibt allerdings auch hier vertretene oder zumindest vorgestellte Gemeinschaften, die den Titel "Kirche" bewusst vermeiden- Brüder, Baptisten, Amishe...
Von daher sehe ich gerade beim Gebrauch innerhalb der Klausnerei kein grösseres Problem.
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SpaceRat
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von SpaceRat »

Lioba hat geschrieben:Es gibt allerdings auch hier vertretene oder zumindest vorgestellte Gemeinschaften, die den Titel "Kirche" bewusst vermeiden- Brüder, Baptisten, Amishe...
Von daher sehe ich gerade beim Gebrauch innerhalb der Klausnerei kein grösseres Problem.
O.g. Gemeinschaften hin oder her, die Methodisten bezeichnen sich in Deutschland als "Evangelisch-methodistische Kirche/EmK", auf der eigenen Internet-Präsenz auch explizit mit dem Anspruch "Teil der einen Kirche Christi" versehen.
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Niels
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von Niels »

SpaceRat hat geschrieben:[ "Teil der einen Kirche Christi"
Das sind doch hoffentlich alle...
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Lioba
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von Lioba »

Für eine Bild bist du aber ganz schön pingelig.
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DonAlfredo
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von DonAlfredo »

Mit dem "pingelig" Sein im Bezug auf Gruppenbezeichnungen ist das so eine Sache ähnlich wie mit der inklusiven Schreibweise (Achtung, ein Gleichnis!):
- Gehört "man" zu den Betroffenen (z.B. den Frauen, die sich doch trotz ausschließlich männlicher Verbformen angesprochen fühlen sollen), freut "man" sich über ein eventuelles Entgegenkommen per zusätzlichem Schreibaufwand (in Protokollen zum Beispiel).
- Ist man selbst Schriftführer (gleich welchen Geschlechts) möchte man sich gerne die beträchtlichen femininen Weiterungen ersparen (die ja immer noch kein PC-Programm selbsttätig vornimmt).
| Ende des Gleichnisses | :narr:
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SpaceRat
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von SpaceRat »

DonAlfredo hat geschrieben:Mit dem "pingelig" Sein im Bezug auf Gruppenbezeichnungen ist das so eine Sache ähnlich wie mit der inklusiven Schreibweise (Achtung, ein Gleichnis!):
- Gehört "man" zu den Betroffenen (z.B. den Frauen, die sich doch trotz ausschließlich männlicher Verbformen angesprochen fühlen sollen), freut "man" sich über ein eventuelles Entgegenkommen per zusätzlichem Schreibaufwand (in Protokollen zum Beispiel).
- Ist man selbst Schriftführer (gleich welchen Geschlechts) möchte man sich gerne die beträchtlichen femininen Weiterungen ersparen (die ja immer noch kein PC-Programm selbsttätig vornimmt).
| Ende des Gleichnisses | :narr:
Ich finde das Gleichnis nicht passend.
Erstens gibt es keine männliche Verbformen, denn nur Hauptworte (Substantive) haben ein Geschlecht.
Zweitens ist es einfach nur ein perfider Versuch, der Sprache einen weiteren Dolchhieb zu verpassen, indem man/frau versucht, das generische Maskulinum wegzudiskutieren.

Ein angemessenes Beispiel ist das Herbeilügen eines Fachkräftemangels in Deutschland. Damit werden alle die Fachkräfte ins Gesicht geschlagen, die arbeitslos zuhause sitzen oder sich für einen beim besten Willen nicht an einen Mangel erinnernden Preis versklaven lassen.
Gemeint ist somit
- entweder ein Mangel in der klassischsten Deutung des Mangels, der bereits dann gegeben ist, wenn ein Gut (Also Facharbeit) nicht kostenlos verfügbar ist (Knappheit der Güter).
oder
- eine Knappheit von Fachkräften mit einem sehr spezifischen Berufsbild. Bisher sind das faktisch aber nur absolute Einzelfälle, nämlich bestimmte Ingenieursdisziplinen.

Hier finden wir dann auch den Grund, warum ich so gereizt darauf reagiere, wenn unsere Muttersprache gezielt zerstört wird:
Die Leute begreifen zunehmend nicht mehr, was jemand sagt. Es wird nichts mehr kritisch hinterfragt oder nach der Aussage gesucht. Würden mehr Menschen verstehen, was das neoliberale Kapital mit dem Unwort "Fachkräftemangel" wirklich sagen will, nämlich daß es sie wurmt, uns noch nicht kostenlos ans Arbeiten zu kriegen, dann könnten wir sogar in Deutschland irgendwann die dringend notwendige Revolution kriegen.
Durch gezielte Verarmung der Sprache und des Sprachverständnisses lassen sich schöne Worthülsen und sinnleere Aussagen viel einfacher unter's Volk bringen:
So hofft ja auch der Bürgermeister von Herzogenrath, daß das neue Forschungszentrum von AIXTRON mit Platz für 350 Ingenieure die Arbeitsplatzverluste in Herzogenrath durch die Produktionseinstellung von Saint-Gobain-Vetrotex mit 200 Mitarbeitern in der Produktion und Verluste bei Ericsson auffängt.
Soll er hoffen. Ich habe den Wink aber verstanden: Es wird bei der Hoffnung bleiben. Die 50 tatsächlich gesuchten und vielleicht 25 im Endeffekt eingestellten Ingenieure werden die zusätzliche Verarmung der Region durch den Wegfall von >200 weiteren Arbeitsplätzen (Nach z.B. Philips) nicht ansatzweise auffangen.
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von incarnata »

DonAlfredo hat geschrieben:Mit dem "pingelig" Sein im Bezug auf Gruppenbezeichnungen ist das so eine Sache ähnlich wie mit der inklusiven Schreibweise (Achtung, ein Gleichnis!):
- Gehört "man" zu den Betroffenen (z.B. den Frauen, die sich doch trotz ausschließlich männlicher Verbformen angesprochen fühlen sollen), freut "man" sich über ein eventuelles Entgegenkommen per zusätzlichem Schreibaufwand (in Protokollen zum Beispiel).
- Ist man selbst Schriftführer (gleich welchen Geschlechts) möchte man sich gerne die beträchtlichen femininen Weiterungen ersparen (die ja immer noch kein PC-Programm selbsttätig vornimmt).
| Ende des Gleichnisses | :narr:
Also ich-obwohl Frau- freue mich keineswegs über die in den letzten Jahren aufgekommene Unsitte
Funktions-und Berufsbezeichnungen,deren deutsches Wort eben ein männliches Genus hat durch angehängte Feminisierung politisch korrekt zu machen.Wenn es in einer Arbeitsanweisung heisst: Aufgabe des Arztes ist das Legen des zentralen Venenkatheters,Aufgabe der Pflegekraft das Sterilisieren der Instrumente dann versteht das jeder und es ist dabei völlig irrelevant,ob im konkreten
Einzelfall dann eine Ärztin den Katheter schiebt und die Pflegekraft der Pfleger Otto Müller ist.Leider
schleichen sich in immer mehr solche Texte-insbesondere auch aus dem pädagogischen Bereich falsche Femininisierungen bei Funktionen ein:"Der Lehrer/die Lehrerin überprüft die Anwesenheit der Schüler" und ähnliches.Noch greislicher: der Ersatz des Wörtchens "man" durch man/frau.
Zu betonen,dass der Fußgänger auch weiblichen Geschlechts sein kann ebenso wie der Methodist oder der Anglikaner ist völlig überflüssig-ja meist der schnellen textverständlichkeit zuwiderlaufend !
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von SpaceRat »

incarnata hat geschrieben:Noch greislicher: der Ersatz des Wörtchens "man" durch man/frau.
Das habe ich übrigens in meinem vorangegangenen Sermon aus genau diesem Grund absichtlich gemacht :)

Natürlich ist es albern, dem "man" (Kleingeschrieben und mit nur einem n) auch noch ein verhunztes "frau" beizustellen.
Ebenso wie das Beifügen sinnleerer Doppelnennungen der Frauen (Da die Frauen im generischen Maskulinum bereits inklusiv vollumfänglich und vollwertig enthalten sind, werden sie doppelt genannt, wenn sie noch ein zweites Mal exklusiv in der weiblichen Form - die ja eben nicht generisch ist - beigefügt werden) oder das Treten der Regeln zur Groß- und Kleinschreibung durch Beifügen eines Binnen-I.

Insofern sehe ich folgendes, Helmut Kohl untergejubelte, Zitat mit einem lachenden und einem weinenden Auge:
"Liebe Bürger und Bürgerinnen vor den Fernsehern und Fernseherinnen!"

Lachend, weil man merkt, daß diese Sprachverhunzungen nicht auf fruchtbaren Boden fallen (Es ist eine kleine Minderheit, die diesem Unsinn frönt, diese leidet nur zusätzlich unter verbaler Diarrhoe, so daß es einem verbreiteter erscheinen mag, als es ist); weinend, weil ich es fast schon als verharmlosend empfinde, wenn über den grausamen Meuchelmord an der deutschen Sprache Witze gemacht werden.
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von DonAlfredo »

Ich gestehe zu, dass mein zugegeben mangelhafter Beitrag vom Freitag 19. Februar 2010, 08:06 die augenblickliche Debatte über den Missbrauch der deutschen Sprache ausgelöst hat.

Nun möchte ich aber trotz meiner Verfehlung an die Überschrift dieses Forumsabschnittes erinnern. Vielleicht lassen sich die wichtigen Fragen, die hier jetzt erörtert werden, doch in einem eigenen Bereich angemessen fortsetzen.
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von SpaceRat »

DonAlfredo hat geschrieben:Ich gestehe zu, dass mein zugegeben mangelhafter Beitrag vom Freitag 19. Februar 2010, 08:06 die augenblickliche Debatte über den Missbrauch der deutschen Sprache ausgelöst hat.
Nö. Den schwarzen Peter hat Lioba :)
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von Lioba »

Falsch, den hat jeder, der sich hier weiter in off-topics ergeht, die werden dann nämlich gelöscht .Also jetzt weiter in der Diskussion um die Methodistische Kirche- die ich zukünftig stets korrekt benennen werde mit Rücksicht auf die hiesigen Methodisten.
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von DonAlfredo »

Hallo Leute,
es ist ja lustig, hier Bildchen auszutauschen. Ich habe sie alle bei mir archiviert. Aber die Überschrift dieses Bereichs können wir doch jetzt endgültig vergessen, oder?
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Re: Methodisten kehren zur Kirche von England zurück

Beitrag von Lioba »

Schön, dass du die Bilder bei dir archiviert hast- hier sind sie nämlich gelöscht ;D
Um auf meine Anfrage von vor ich weiss nicht wieviel Seiten zurückzukommen: bis sich in Engelland Neues tut, könnte hier doch solange ein bisschen Info über den Methodismus reingestellt werden.
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