Lutheraner hat geschrieben:Ich würde Dir und Bischof Schöne gerne zustimmen, aber so ohne weiteres kann ich das nicht.
Wo steht das in der CA? Für Luther war die Ordination nicht eindeutig als Sakrament festlegbar, weil seiner Auffassung nach ihre Einsetzung durch Jesus Christus mit einem Verheißungswort und einem sichtbaren Zeichen nicht in der Hl. Schrift überliefert ist. Somit kann man die Gültigkeit nach evang.-luth. Auffassung m.E. nicht an der Handauflegung festmachen.
Das ist doch ähnlich wie bei der Absolution oder der Konsekration beim Hl. Abendmahl: Ist die Absolution nur unter Handauflegung gültig? Ist die Konsekration nur mit einem Segenszeichen gültig? (Seit wenn ist es überhaupt gebräuchlich das Kreuz als Segenszeichen zu verwenden? Die Apostel haben das bestimmt nicht gemacht.)
In Apol. CA XIII, 11 wird "das Auflegen der Hände" als
pars pro toto der Ordination verstanden. Es wird dort sogar gesagt, dass die Ordination als Auflegen der Hände Gottes Befehl habe (besonders auch den lat. Text lesen!). Wichtig ist im Zusammenhang, dass in Apol. CA XIII, über die Zahl der Sakramente gehandelt wird. Da die CA Sakramente anders definiert als Luther in seiner Schrift "De captivitate" kommt Apol. CA XIII zur Vierzahl der Sakramente: Taufe, Nachtmahl, Absolutio (4) und Ordination (9-11).
Bischof Bo Giertz schreibt (Die Kirche Jesu Christi): "Weil die Kirche das Organ des lebendigen Herrn ist, in der er sein Werk fortführt, darum wissen wir, daß er selbst bei jeder Ordination gegenwärtig ist. Der Auftrag kommt nicht nur durch die Zeiten, durch die lange Reihe bevollmächtigter Diener [Bo Giertz lehrt dort sehr lebendig die apostolische Sukzession], er kommt im Augenblick der Weihe auch von dem lebendigen und gegenwärigen Herrn. In diesem Sinne spricht auch unser evangelisches Bekenntnis von der Ordination als einem Sakrament."
Woher weißt Du, dass die Apostel kein Kreuzzeichen gemacht haben? Wenn Jesus vom "Zeichen des Menschensohns" spricht, was soll dies anders sein als das Kreuzzeichen? Und es ist auffällig, dass die Alte Kirche durchweg die Taufwasserweihe kennt, nämlich indem ins Taufwasser ein Kreuzzeichen gemalt oder ein Kreuz (aus Metall oder Holz) eingetaucht wird. Das sich Bekreuzigen der Gläubigen lässt sich bis in älteste Zeiten nachweisen, und zwar in West- und Ostkirche. Woher die Allgemeinheit dieses Brauches? Es gab damals keine Internetforen, kein Fax und kein Telefon. Geht man davon aus, dass es tatsächlich gemeinkirchlich war, dann spricht Offb 7,3 offenbar vom Kreuzzeichen. Und wenn man fragt, wie die Christen darauf gekommen sind, dann kann nur Jesus selber als Ursprung genannt werden: Er segnete seine Jünger bei der Himmelfahrt - warum nicht unter Verwendung des Kreuzzeichens? Und er sprach davon, täglich sein Kreuz auf sich zu nehmen - warum nicht dadurch, dass man sich in der heidnischen Öffentlichkeit auch durch das Kreuzzeichen zu Christus dem Gekreuzigten, bekannte? In der Antike wurden Sklaven durch ein Siegel Besitz ihres Herrn. Augustinus berichtet von Christen, die das Kreuzzeichen als Tätowierung auf der Stirn trugen. Viele Belege hierzu bei Gabriel Bunge, Irdene Gefäße, S. 233f.
Natürlich sagst Du jetzt: "Davon steht aber nichts in der Bibel...
ad fontes..." Und ich sage: Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Wir müssen vom gemeinkirchlichen Leben her die Bibel lesen. Wie das Leben der Kirche auszusehen hat, lässt sich nicht aus der Bibel deduzieren, sondern das Leben der Kirche und ihr Gnadenreichtum wird durch die Bibel erschlossen. Dasselbe gilt für die Firmung, die Krankensalbung etc.