Ähnlichkeiten zwischen Orthodoxie und Altkatholiken

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ad-fontes
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Re: Ähnlichkeiten zwischen Orthodoxie und Altkatholiken

Beitrag von ad-fontes »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben:Wie denkt ihr als Orthodoxe über das Samstagfasten*, wie es bei uns Lateinern üblich ist?
:hae?: :achselzuck: Wat’n ditte? Samstag? Wat fürn Stag? Und haste ’n Rezept dafür?
Im übrigen ist mir Sonnabend zu sehr pars pro toto.

Und was spricht gegen so ein schönes, altes Lehnwort wie "Samstag"?
Die vulgärgriechische Nasalierung?
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Nassos
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Re: Ähnlichkeiten zwischen Orthodoxie und Altkatholiken

Beitrag von Nassos »

Ich denke, dass die Orthodoxie auch auf die innerliche Überzeugung setzt, also an der Hingabe im Glauben. Das Wesen des Glaubens ist bei uns ja nicht die Strafe, sondern die Heilung. Wenn man von vornherein mit Druck durch Angst reingeht, dann hat man etwas nicht begriffen oder es wurde wirklich falsch weitergegeben (das entspräche ja wie die von uns strikt abgelehnte Zwangschristianisierung).

Der Unterschied scheint eher daran zu liegen, wie genau man das nimmt ("entweder-oder" statt individueller Abstufungen) und welche Auswirkungen das jeweils hat.
Selbstverständlich ist mir der orthodoxe Weg lieber. Er ist konsequent und dies scheint auch immer diesen "bestrafenden" bzw. manchmal auch als "eingebildeten" und "unnahbaren" Eindruck zu erzeugen - was aber so nicht stimmt.
Ich glaube; hilf meinem Unglauben

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ad-fontes
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Re: Ähnlichkeiten zwischen Orthodoxie und Altkatholiken

Beitrag von ad-fontes »

Christ86 hat geschrieben: In der deutschen Kirche wird sie wohl eher nicht als über den Engeln stehend gesehen, da sagt man ja auch nicht mehr Hl Muttergottes bitte für uns, sondern mit Maria preisen wir deinen Namen (etwas so Hässliches unter dem Namen Liturgiereform ist mir noch nie untergekommen). angesprochen wird?
Henriette Crüwell hat geschrieben:Friedrich [Döllinger-Schüler] hat zwar in seinem Gebetbuch die Lauretanische Litanei nicht, dafür aber die Allerheiligen-Litanei, welche die Gottesmutter und Himmelskönigin Maria an erster Stelle vor den Engeln und Heiligen nennt. [...] Maria wird in den Gebetbüchern von Friedrich und Reusch als Mutter des Erlösers, als Mutter Gottes, als himmlische Mutter und Gebieterin, als Erste der Glaubenden und als Fürsprecherin verehrt. [...]
In den 1980er Jahren kommen auch wieder die Heiligen in die Litanei, die bei den Weihen und in der Osternacht gesungen wird. Allerdings hat Maria über längere Zeit auch hierin keinen festen Platz gefunden. So wurde sie mal traditionell an erster Stelle genannt, mal hinter Johannes dem Täufer, mal mit Josef zusammen hinter Joachim und Anna, mal als Mutter Jesu, mal als Mutter des Herrn und mal als Mutter Gottes apostrophiert. Allerdings lassen sich Steigerungen feststellen: Bei der Bischofsweihe von Sigisbert Kraft 1985 lautete die Anrufung noch <Heilige Maria, bitte für uns>, und zwar an erster Stelle; bei der Bischofsweihe von Joachim Vobbe 1995, wiederum an erster Stelle, aber mit einer neuen Anrufung: <Mit der heiligen Jungfrau und Gottesmutter Maria preisen wir deinen Namen.> In der Folge geht es bei Priester- und Diakonatsweihen bis 2003 dennoch recht unterschiedlich zu, sowohl was die Titulatur Marias als auch ihre Stellung in der Heiligenliste angeht.
Hierin spiegelt sich m.E. gut die Unsicherheit und vielleicht auch das Unbehagen, das viele Altkatholiken mit Maria haben. Erst ab 2004 wird Maria einheitlich bei allen Weihen wieder an erster Stelle der Heiligen genannt und mindestens als <Heilige Gottesmutter> apostrophiert.
in: IKZ 99, 2009, S. 83, 85.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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