Niederaltaich/ Chevetogne

Ostkirchliche Themen.

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Guerric
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Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von Guerric » Dienstag 8. November 2011, 11:31

Vieleicht wurde das schon mal besprochen habe es aber nicht gefunden.

1: Was haltet Ihr davon wenn "Römer" so Lithurgie feiern?
2: Was haltet Ihr davon wenn z.B. Texte...aus der orthodoxen Lithurgie von "Römern" für z.B.: Stundengebet...Verwendung finden.

Gruss Guerric

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lifestylekatholik
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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von lifestylekatholik » Dienstag 8. November 2011, 11:41

Guerric hat geschrieben:1: Was haltet Ihr davon wenn "Römer" so Lithurgie feiern?
2: Was haltet Ihr davon wenn z.B. Texte...aus der orthodoxen Lithurgie von "Römern" für z.B.: Stundengebet...Verwendung finden.
Nichts.

(Edit: Ach so, pardong, hab nicht gesehen, dass das hier in der Sakristei steht, und gedacht, die Frage richte sich an Römer. :tuete: )
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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von Sascha B. » Dienstag 8. November 2011, 13:29

Wenn man eine eigene Tradition hat sollte man diese auch nutzen. Aber nachdem man alles eigene verteufelt hat muss man sich eben wo anders umsehen.

Die tridentinische Messe und Latein uvm sind ja gaaaaaanz Böse.

Ansonsten find ich es generell blödsinnig Riten anderer einfach mal zu übernehmen. Degradiert selbige dadurch zu rein äußerlichen Dingen da man ja theologische Inhalte nicht mitübernimmt. Das wär wie eine tridentinische Messe in einer Freikirche.
Um den Frieden von oben und das Heil unserer Seelen lasset zum Herrn uns beten.
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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von Nietenolaf » Dienstag 8. November 2011, 13:32

lifestylekatholik hat geschrieben:
Guerric hat geschrieben:1: Was haltet Ihr davon wenn "Römer" so Lithurgie feiern?
2: Was haltet Ihr davon wenn z.B. Texte...aus der orthodoxen Lithurgie von "Römern" für z.B.: Stundengebet...Verwendung finden.
Nichts.
Das tun doch die Uniaten schon. Was kann man schon davon halten?
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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von Linus » Dienstag 8. November 2011, 13:32

Deo iuvante hat geschrieben:Das wär wie eine tridentinische Messe in einer Freikirche.
Du meinst FSSPX? :breitgrins:

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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von Florianklaus » Dienstag 8. November 2011, 13:37

Deo iuvante hat geschrieben:Wenn man eine eigene Tradition hat sollte man diese auch nutzen. Aber nachdem man alles eigene verteufelt hat muss man sich eben wo anders umsehen.

Die tridentinische Messe und Latein uvm sind ja gaaaaaanz Böse.

Ansonsten find ich es generell blödsinnig Riten anderer einfach mal zu übernehmen. Degradiert selbige dadurch zu rein äußerlichen Dingen da man ja theologische Inhalte nicht mitübernimmt. Das wär wie eine tridentinische Messe in einer Freikirche.

Papst Pius XI. hat bereits 1924 Benediktiner gebeten, den byzantinischen Ritus zu übernehmen. Die erste Kapelle für diesen Ritus in Niederailtaich hat man 1955 eingerichtet.

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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von Florianklaus » Dienstag 8. November 2011, 13:40

Nietenolaf hat geschrieben:
lifestylekatholik hat geschrieben:
Guerric hat geschrieben:1: Was haltet Ihr davon wenn "Römer" so Lithurgie feiern?
2: Was haltet Ihr davon wenn z.B. Texte...aus der orthodoxen Lithurgie von "Römern" für z.B.: Stundengebet...Verwendung finden.
Nichts.
Das tun doch die Uniaten schon. Was kann man schon davon halten?

Das kann man m.E. nicht miteinander vergleichen. Die Unierten hatten schließlich schon immer den byzantinischen Ritus, die erwähnten Klöster haben ihn erst im letzten Jahrhundert angenommen.

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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von Nietenolaf » Dienstag 8. November 2011, 14:05

Florianklaus hat geschrieben:Das kann man m.E. nicht miteinander vergleichen. Die Unierten hatten schließlich schon immer den byzantinischen Ritus, die erwähnten Klöster haben ihn erst im letzten Jahrhundert angenommen.
Hast recht! Ich kenne mich mit den "erwähnten Klöstern" zu wenig aus. Ich weiß trotzdem nicht, was ich davon halten soll. Die Liturgie lebt nicht vom Ritus, sondern von der Orthodoxie...
Linus hat geschrieben:
Deo iuvante hat geschrieben:Das wär wie eine tridentinische Messe in einer Freikirche.
Du meinst FSSPX? :breitgrins:
;D
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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von Mary » Dienstag 8. November 2011, 15:18

Guerric hat geschrieben:Vieleicht wurde das schon mal besprochen habe es aber nicht gefunden.

1: Was haltet Ihr davon wenn "Römer" so Lithurgie feiern?
2: Was haltet Ihr davon wenn z.B. Texte...aus der orthodoxen Lithurgie von "Römern" für z.B.: Stundengebet...Verwendung finden.

Gruss Guerric
zu 1. Mir fiel schon vor längerer Zeit auf, dass in Niederaltaich zwar die äussere Form der Chrysostomosliturgie gefeiert wird, jedoch gewisse Gebete "verrömert" wurden. (zumindest in der Aufnahme der Göttlichen Liturgie auf deutsch aus Niederaltaich)
Man muss also klar sehen, dass dort eben nicht eine orthodoxe Liturgie gefeiert wird, sondern eine römische.

Oder, etwas provokativer gesagt, es handelt sich um schöne Gewänder und Gesänge, ist aber durch und durch römisch.

zu 2. Davon halte ich garnichts.
Das ist Patchwork oft ohne jegliches Verständnis. So begegnete mir beispielsweise eine Gemeinde, die das Trishagion übernommen hatte, und es nur zweimal wiederholt hat (einmal deutsch, einmal griechisch), ...
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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von Linus » Dienstag 8. November 2011, 16:54

Mary hat geschrieben:Das ist Patchwork oft ohne jegliches Verständnis. So begegnete mir beispielsweise eine Gemeinde, die das Trishagion übernommen hatte, und es nur zweimal wiederholt hat (einmal deutsch, einmal griechisch), ...
Nicht jeder Römer kann Latein....
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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von Sascha B. » Dienstag 8. November 2011, 17:53

Florianklaus hat geschrieben:
Deo iuvante hat geschrieben:Wenn man eine eigene Tradition hat sollte man diese auch nutzen. Aber nachdem man alles eigene verteufelt hat muss man sich eben wo anders umsehen.

Die tridentinische Messe und Latein uvm sind ja gaaaaaanz Böse.

Ansonsten find ich es generell blödsinnig Riten anderer einfach mal zu übernehmen. Degradiert selbige dadurch zu rein äußerlichen Dingen da man ja theologische Inhalte nicht mitübernimmt. Das wär wie eine tridentinische Messe in einer Freikirche.

Papst Pius XI. hat bereits 1924 Benediktiner gebeten, den byzantinischen Ritus zu übernehmen. Die erste Kapelle für diesen Ritus in Niederailtaich hat man 1955 eingerichtet.
Das ist mir bekannt, nur kann ich mir nicht vorstellen dass damals Leute jeden Sonntag extra nach Niederaltaich fuhren. Während ja mittlerweile eine eigene kleine Gemeinde entstanden ist.
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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von Ilija » Dienstag 8. November 2011, 21:38

Also, ich finde das die Römer auch eine schöne alte Liturgische Tradition haben und diese solltet ihr Pflegen ohne dabei das Gedankengut der Piusbrüder zu übernehmen, denn diese empfinde ich als Frechheit...

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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von taddeo » Dienstag 8. November 2011, 22:36

Mary hat geschrieben:Mir fiel schon vor längerer Zeit auf, dass in Niederaltaich zwar die äussere Form der Chrysostomosliturgie gefeiert wird, jedoch gewisse Gebete "verrömert" wurden. (zumindest in der Aufnahme der Göttlichen Liturgie auf deutsch aus Niederaltaich)
Man muss also klar sehen, dass dort eben nicht eine orthodoxe Liturgie gefeiert wird, sondern eine römische.

Oder, etwas provokativer gesagt, es handelt sich um schöne Gewänder und Gesänge, ist aber durch und durch römisch.
Daß eine Orthodoxe so undifferenziert daherredet, wundert mich jetzt schon ein bißchen.

Niederaltaich feiert die byzantinische Liturgie, das stimmt. Dabei nicht nur, aber auch die Chrysostomus-Liturgie.
Niemand hat jemals behauptet, daß dort eine "orthodoxe" (im konfessionellen Sinne) Liturgie gefeiert würde - die byzantinische Liturgie ist Gemeingut sowohl der orthodoxen als auch der katholischen (ebenfalls im konfessionellen Sinne) Kirchen. Aber wenn Katholiken sie feiern, wird sie deswegen noch lange nicht "römisch", der römische ist ein ganz anderer, aber ebenfalls katholischer Ritus.

Daß in den Ektenien für "unseren Hochgeweihten Patriarchen Benedikt, Papst von Altrom" gebetet wird, ist in einer katholischen Liturgie selbstverständlich. In anderen Gebeten kann ich mir nicht vorstellen, daß irgendwas von der byzantinischen Norm abweicht - ich kenn die Patres alle persönlich, die für die deutschen Übersetzungen verantwortlich waren und sind, von P. Irenäus, P. Abraham und Co. bis P. Romanos. Die halten alle nichts von Ritusvermischungen, soviel steht fest. Und P. Chrysostomus selig, der als Exilrusse in Niederalteich maßgeblich die byzantinische Dekanie mit aufgebaut hatte, erst recht nicht.

In Chevetogne war das meiner bescheidenen Kenntnis nach ebenso. Ich habe in Rom den früheren Archidiakon Denis Guillaume kennengelernt, der aus dieser Abtei stammte, und hab als Co-Referent mit ihm auch mal nen Kurs über die Eindeutschung byzantinischer (hier griechischer) Gesänge gehalten. Da war auch nie was von "Verrömerung" byzantinischer Originale zu spüren.

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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von Mary » Dienstag 8. November 2011, 23:35

taddeo hat geschrieben:
Mary hat geschrieben:Mir fiel schon vor längerer Zeit auf, dass in Niederaltaich zwar die äussere Form der Chrysostomosliturgie gefeiert wird, jedoch gewisse Gebete "verrömert" wurden. (zumindest in der Aufnahme der Göttlichen Liturgie auf deutsch aus Niederaltaich)
Man muss also klar sehen, dass dort eben nicht eine orthodoxe Liturgie gefeiert wird, sondern eine römische.

Oder, etwas provokativer gesagt, es handelt sich um schöne Gewänder und Gesänge, ist aber durch und durch römisch.
Daß eine Orthodoxe so undifferenziert daherredet, wundert mich jetzt schon ein bißchen.

Niederaltaich feiert die byzantinische Liturgie, das stimmt. Dabei nicht nur, aber auch die Chrysostomus-Liturgie.
Niemand hat jemals behauptet, daß dort eine "orthodoxe" (im konfessionellen Sinne) Liturgie gefeiert würde - die byzantinische Liturgie ist Gemeingut sowohl der orthodoxen als auch der katholischen (ebenfalls im konfessionellen Sinne) Kirchen. Aber wenn Katholiken sie feiern, wird sie deswegen noch lange nicht "römisch", der römische ist ein ganz anderer, aber ebenfalls katholischer Ritus.

Daß in den Ektenien für "unseren Hochgeweihten Patriarchen Benedikt, Papst von Altrom" gebetet wird, ist in einer katholischen Liturgie selbstverständlich. In anderen Gebeten kann ich mir nicht vorstellen, daß irgendwas von der byzantinischen Norm abweicht - ich kenn die Patres alle persönlich, die für die deutschen Übersetzungen verantwortlich waren und sind, von P. Irenäus, P. Abraham und Co. bis P. Romanos. Die halten alle nichts von Ritusvermischungen, soviel steht fest. Und P. Chrysostomus selig, der als Exilrusse in Niederalteich maßgeblich die byzantinische Dekanie mit aufgebaut hatte, erst recht nicht.

In Chevetogne war das meiner bescheidenen Kenntnis nach ebenso. Ich habe in Rom den früheren Archidiakon Denis Guillaume kennengelernt, der aus dieser Abtei stammte, und hab als Co-Referent mit ihm auch mal nen Kurs über die Eindeutschung byzantinischer (hier griechischer) Gesänge gehalten. Da war auch nie was von "Verrömerung" byzantinischer Originale zu spüren.
Ich bezog mich auf die Aufnahme "Die Göttliche Liturgie unseres Vaters unter den Heiligen Johannes Chrysostomus" 1994 mit einem Zelebranten und Chormitgliedern aus Niederaltaich. In dieser Aufnahme sind mir Veränderungen und Kürzungen vor allem im Hochgebet aufgefallen. Ob die fehlenden Teile nicht gebetet werden oder nur nicht auf der Aufnahme sind, kann nicht nicht abschliessend sagen.(hatte ich auch in meinem ersten Beitrag so geschrieben) Insbesondere fehlte mir die Epiklese nach den Wandlungsworten, und dieses Fehlen empfand ich eben als "römisch".
Lg Mary
(nicht einfach so daherredend... sondern sich schon was dabei denkend :unbeteiligttu: )
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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von taddeo » Mittwoch 9. November 2011, 08:26

Mary hat geschrieben:Ich bezog mich auf die Aufnahme "Die Göttliche Liturgie unseres Vaters unter den Heiligen Johannes Chrysostomus" 1994 mit einem Zelebranten und Chormitgliedern aus Niederaltaich. In dieser Aufnahme sind mir Veränderungen und Kürzungen vor allem im Hochgebet aufgefallen. Ob die fehlenden Teile nicht gebetet werden oder nur nicht auf der Aufnahme sind, kann nicht nicht abschliessend sagen.(hatte ich auch in meinem ersten Beitrag so geschrieben) Insbesondere fehlte mir die Epiklese nach den Wandlungsworten, und dieses Fehlen empfand ich eben als "römisch".
Lg Mary
(nicht einfach so daherredend... sondern sich schon was dabei denkend :unbeteiligttu: )
Sorry, Mary, das war mir entgangen, daß Du Dich auf eine konkrete Aufnahme einer Liturgie bezogen hast.
Bitte entschuldige daher meine Äußerung vom "Daherreden" - daß Du das normalerweise eben nicht tust, weiß ich, und war gerade deshalb etwas verwundert.

Allerdings würde ich gerade in so einem Fall das "Fehlen" von Teilen nicht überbewerten - diese CD hat 77 Minuten Spielzeit, also das Maximum, was auf eine Scheibe an Laufzeit überhaupt draufpaßt. Eine Liturgie dauert aber meistens um einiges länger, so daß Schnitte unumgänglich sind. Ich kann Dir versichern, daß in der "real zelebrierten Liturgie" in Niederaltaich garantiert nichts rausfällt, was nicht rausfallen dürfte, und eine Epiklese schon gar nicht.
Die Niederaltaicher achten sehr pingelig darauf, den byzantinischen Ritus nicht zu verunstalten.

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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von Guerric » Mittwoch 9. November 2011, 08:46

Wieviel Mönche sind zur Zeit in Niederaltaich?
Und wieviel im byzantinischen Ritus?
Guerric

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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von Mary » Mittwoch 9. November 2011, 09:48

taddeo hat geschrieben: Ich kann Dir versichern, daß in der "real zelebrierten Liturgie" in Niederaltaich garantiert nichts rausfällt, was nicht rausfallen dürfte, und eine Epiklese schon gar nicht.
Die Niederaltaicher achten sehr pingelig darauf, den byzantinischen Ritus nicht zu verunstalten.
Hmm....
ich wollte ja schon immer mal nach Niederaltaich fahren, um mir das anzusehen. :D Zumal ich einen der Mönche dort persönlich kannte, bevor er ins Kloster eintrat. Wenns nur nicht so arg weit wäre ....

Lg Mary
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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von taddeo » Mittwoch 9. November 2011, 11:52

Guerric hat geschrieben:Wieviel Mönche sind zur Zeit in Niederaltaich?
Und wieviel im byzantinischen Ritus?
Guerric
Auf dem Papier (bzw. auf der Website) sind es angeblich um die dreißig.
Zu Gesicht kriegt man davon bestensfalls um die zehn, davon derzeit nur noch vier Priester, die regelmäßig öffentlich zelebrieren (P. Ratmund und P. Dominikus in der Pfarrseelsorge, Abt Marianus und P. Romanos sowohl byzantinisch als auch lateinisch). Dazu kommen ein paar Fratres wie der Prior Fr. Vinzenz, Fr. Gabriel, Fr. Emmeram, oder bei den Byzantinern Fr. Markus und Fr. Johannes. Bei den Byzantinern sind es wohl derzeit ca. 5 aktive Mönche, davon m. W. zwei junge, die noch im Theologiestudium sind und zu Priestern geweiht werden sollen. Ob die Römer derzeit Nachwuchs haben, weiß ich gar nicht sicher.

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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von Guerric » Mittwoch 9. November 2011, 13:30

Danke taddeo
Hab auch vermutet das es nicht so viele sind - schade das ich da richtig lag...
ich meine es geht sicher auch mit fünfen, aber bei der Anlage den vielen Angeboten...
Gruss Guerric

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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von Nassos » Mittwoch 9. November 2011, 13:45

taddeo hat geschrieben:Allerdings würde ich gerade in so einem Fall das "Fehlen" von Teilen nicht überbewerten - diese CD hat 77 Minuten Spielzeit, also das Maximum, was auf eine Scheibe an Laufzeit überhaupt draufpaßt. Eine Liturgie dauert aber meistens um einiges länger, so daß Schnitte unumgänglich sind. Ich kann Dir versichern, daß in der "real zelebrierten Liturgie" in Niederaltaich garantiert nichts rausfällt, was nicht rausfallen dürfte, und eine Epiklese schon gar nicht.
Die Niederaltaicher achten sehr pingelig darauf, den byzantinischen Ritus nicht zu verunstalten.
Ähm, Einspruch: ich kürz doch keine Liturgie wegen der Spieldauer einer CD ab. Entweder wird eine Doppel-CD daraus oder man lässt es bleiben.

Lieben Gruß,
Nassos
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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von lifestylekatholik » Mittwoch 9. November 2011, 14:38

Nassos hat geschrieben:Ähm, Einspruch: ich kürz doch keine Liturgie wegen der Spieldauer einer CD ab.
Du bist ja auch kein Römer.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von songul » Mittwoch 9. November 2011, 17:28

taddeo hat geschrieben:Daß in den Ektenien für "unseren Hochgeweihten Patriarchen Benedikt, Papst von Altrom" gebetet wird, ist in einer katholischen Liturgie selbstverständlich. In anderen Gebeten kann ich mir nicht vorstellen, daß irgendwas von der byzantinischen Norm abweicht - ich kenn die Patres alle persönlich, die für die deutschen Übersetzungen verantwortlich waren und sind, von P. Irenäus, P. Abraham und Co. bis P. Romanos. Die halten alle nichts von Ritusvermischungen, soviel steht fest. Und P. Chrysostomus selig, der als Exilrusse in Niederalteich maßgeblich die byzantinische Dekanie mit aufgebaut hatte, erst recht nicht.
Die Niederaltaicher weichen in nichts, aber auch gar nichts von dem Ablauf einer byz. Liturgie ab. Es ist alles eigentlich genau wie in Russland.
Was nicht wie in Russland ist, ist das Verhalten der Gläubigen.
Die sind ja in der Regel ganz normale Katholiken oder auch andere und habe von der Orthodopraxie meist keine Ahnung. Das fällt einem schon auf denn bis auf ein mehr oder weniger dezentes Ikonenküssen ist da nix.
Das heisst: die Leute - auch langjährige Mitglieder des Vereins dort oder der Gemeinde - wohnen dem ganzen bei ohne wirklich ein religiöses Leben im Alltag (auf orth. Manier meine ich) zu haben wie das ja bei vielen Orthodoxen der Fall ist
Das finde ich zumindest schade, denn viele oder fast alle gehen hin wie man eben heute auch in jede Hl. Messe hingeht.
Nassos hat geschrieben:Ähm, Einspruch: ich kürz doch keine Liturgie wegen der Spieldauer einer CD ab. Entweder wird eine Doppel-CD daraus oder man lässt es bleiben.
Natürlich kürzt man; es geht ja nur um die Gesänge und nicht um die ganze Liturgie. Habe ich von einer CD von Ormilia (Griechenland) auch so: nur die Gesänge und nicht die Teile der Ektenien oder Gebete.
lifestylekatholik hat geschrieben:
Nassos hat geschrieben:Ähm, Einspruch: ich kürz doch keine Liturgie wegen der Spieldauer einer CD ab.
Du bist ja auch kein Römer.
Orthodoxe kürzen im Real Life auch mitunter.

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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von taddeo » Mittwoch 9. November 2011, 17:35

songul hat geschrieben:Die Niederaltaicher weichen in nichts, aber auch gar nichts von dem Ablauf einer byz. Liturgie ab. Es ist alles eigentlich genau wie in Russland.
Es gibt sogar den boshaften Witz: Wenn in Moskau bei der Patriarchalliturgie der Diakon bei der Inzens versehentlich mit dem Rauchfaß an die Ikonostase anstößt, wird das in Niederaltaich gleich als authentisch orthodoxer Ritus eingeführt ... :pfeif: ;D

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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von Nassos » Mittwoch 9. November 2011, 18:02

taddeo hat geschrieben:Es gibt sogar den boshaften Witz: Wenn in Moskau bei der Patriarchalliturgie der Diakon bei der Inzens versehentlich mit dem Rauchfaß an die Ikonostase anstößt, wird das in Niederaltaich gleich als authentisch orthodoxer Ritus eingeführt ...
Brüllus maximus!
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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von taddeo » Mittwoch 9. November 2011, 19:56

songul hat geschrieben:Was nicht wie in Russland ist, ist das Verhalten der Gläubigen.
Die sind ja in der Regel ganz normale Katholiken oder auch andere und habe von der Orthodopraxie meist keine Ahnung. Das fällt einem schon auf denn bis auf ein mehr oder weniger dezentes Ikonenküssen ist da nix.
Das stimmt allerdings - für die meisten Besucher, die halt ganz normale römische Katholiken sind und entweder aus Neugier oder Unzufriedenheit mit ihren Pfarreien zu den Byzantinern kommen.
Daneben gibt's aber auch die NSDS-Fraktion ("Niederaltaich sucht den Superbyzantiner"), vorzugsweise weiblichen Geschlechts, die sich für orthodoxer als die Orthodoxie hält, jede Metanie und Bekreuzigung zur orthopädischen und osteopathischen Arbeitsbeschaffung nutzt und auf alles lateinische nur mit milder Verachtung herabschaut.

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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von musicus » Mittwoch 30. November 2011, 00:50

Daneben gibt's aber auch die NSDS-Fraktion ("Niederaltaich sucht den Superbyzantiner"), vorzugsweise weiblichen Geschlechts, die sich für orthodoxer als die Orthodoxie hält, jede Metanie und Bekreuzigung zur orthopädischen und osteopathischen Arbeitsbeschaffung nutzt und auf alles lateinische nur mit milder Verachtung herabschaut.
:D

@taddeo: Super (lustig) beschrieben. Das ist mir bei meinem Niederaltaichbesuch auch aufgefallen. Die Geschwindigkeit der Metanien erinnert an Speed-Yoga. Einige Besucher dort sind sicher frustrierte und enttäuschte Katholiken, die arg viel Konvertiten(über)eifer an den Tag legen und in Ihrem Verliebt-in-die-Orthodie-Stadium noch etwas übertreiben. Insofern war ich auch etwas abgestoßen, trotz der schönen Stundengebete und Liturgiefeiern.

Der von songul geschilderte Eindruck, viele Besucher seien
in der Regel ganz normale Katholiken oder auch andere und habe von der Orthodopraxie meist keine Ahnung. Das fällt einem schon auf denn bis auf ein mehr oder weniger dezentes Ikonenküssen ist da nix.
scheint mir etwas unfair. Lieber ein paar nüchterne Katholiken, die sich Zeit nehmen die Riten und Gebräuche zu verinnerlichen. Ich selbst habe gemerkt, dass es - trotz Offenheit und Respekt - nicht so einfach ist, schnell alle Gepflogenheiten nach- und mitzumachen. Ich fand es für mich als zu schnell und unecht.

Was die Mönche dort angeht: Pater Romanos und Frater Johannes (beide sehr nett und sympathisch) schienen mir der Orthodoxie deutlich näher zu stehen, als ihrem römisch-katholischen Erbe. Ich fragte mich, was sie letztlich davon abhält zu konvertieren. Die eigentlich bizarre Frage, wie man in Niederaltaich als benediktinischer Mönch so orthodox leben kann, finde ich nicht nur "positiv" spannend. Siehe auch die Geschichte von Gabriel Bunge. Die Spannungen innerhalb der Mönchsgemeinschaft zwischen Römern und Byzantinern waren für mich deutlich zu spüren.

Ob dort eine liebevolle und gelungene Ökumene (vor-)gelebt wird, war nach einem Besuch eher nicht zu erkennen, ... möchte aber auch nichts hineininterpretieren. Werde dem bei meinen nächsten Aufenthalten gerne weiter nachgehen.

Ich habe dort zum ersten Mal eine Göttliche Liturgie erlebt und war sehr ergriffen und begeistert. Würde jedem Interessierten einen Besuch in Niederaltaich sehr empfehlen.

P.S. Bin neu hier. Nach interessierter Lektüre in den letzten Woche habe ich mich nun angemeldet, um mich einzubringen für unseren wundervollen katholischen Glauben. Gott segne alle Autoren und Leser dieses Forums.

iustus
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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von iustus » Mittwoch 30. November 2011, 08:03

musicus hat geschrieben:P.S. Bin neu hier. Nach interessierter Lektüre in den letzten Woche habe ich mich nun angemeldet, um mich einzubringen für unseren wundervollen katholischen Glauben. Gott segne alle Autoren und Leser dieses Forums.
:huhu:

Willkommen im Forum und vielen Dank für Deinen interessanten Bericht!
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

musicus
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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von musicus » Sonntag 8. Juli 2018, 12:20

Hallo zusammen,

Pater Romanos soll nicht mehr in Niederaltaich sein. Weiß jemand was darüber?

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Siard
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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von Siard » Sonntag 8. Juli 2018, 21:28

musicus hat geschrieben:
Sonntag 8. Juli 2018, 12:20
Hallo zusammen,

Pater Romanos soll nicht mehr in Niederaltaich sein. Weiß jemand was darüber?
In der Liste der Niederaltaicher Mönche ist er noch verzeichnet.
Es gibt dort auch eine Kontaktadresse.

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holzi
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Re: Niederaltaich/ Chevetogne

Beitrag von holzi » Sonntag 8. Juli 2018, 21:34

Siard hat geschrieben:
Sonntag 8. Juli 2018, 21:28
musicus hat geschrieben:
Sonntag 8. Juli 2018, 12:20
Hallo zusammen,

Pater Romanos soll nicht mehr in Niederaltaich sein. Weiß jemand was darüber?
In der Liste der Niederaltaicher Mönche ist er noch verzeichnet.
Es gibt dort auch eine Kontaktadresse.
Ich hatte beiläufig gehört, nur erinnere ich mich nicht mehr von wem, dass er an einer Musikhochschule Unterricht geben soll.
Die Zeit ist, bei Licht besehen, immer gleich gut und gleich schlecht am Ende vom Jahre wie am Anfange desselben, nur die besseren Menschen machen die Zeiten besser, und bessere Menschen macht nur das treu geübte Christentum.
Adolph Kolping

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