Fragen zum Thema Orthodoxie

Ostkirchliche Themen.
San Marco
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von San Marco »

Wer kann in Köln eine orthodoxe Gemeinde empfehlen ? Ich bin Deutscher ohne Migrationshintergrund .:-)))
Zum Reinschnuppern, zum Kennenlernen.
An Fremdsprachen kann ich nur Englisch.
Ich wohne derzeit im Belgischen Viertel, bin aber mobil.

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Ilija
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Ilija »

Rum-Orthodoxe Kirche
Gemeinde "Hl. Dimitrios" in Köln

Geranien Weg 27-29
50769 Köln

Erzpriester Dr. Elias Esber
Tel.: 02166-390909
Mob.: 0172-2131103

EE@rum-orthodox.de

P.S Da kommst du auch gut mit Deutsch aus:) Du brauchst dafür keine Fremdsprache aber Orientalische Flair solltest du ab können. DIe Gemeindemitglieder stammen meist aus der Türkei, Syrien, Libanon, Deutschland u.s.w

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Jeremias
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Jeremias »

San Marco hat geschrieben:Wer kann in Köln eine orthodoxe Gemeinde empfehlen ? Ich bin Deutscher ohne Migrationshintergrund .:-)))
Zum Reinschnuppern, zum Kennenlernen.
An Fremdsprachen kann ich nur Englisch.
Ich wohne derzeit im Belgischen Viertel, bin aber mobil.
Hallo,

ich studiere zwar in Köln, gehe da aber leider nicht zur Kirche und könnte dir daher nur Bonn anbieten, dort ist die Metropolitankirche des ökumenischen Patriarchats. In Köln gibt es allerdings viele orthodoxe Kirchen, in Deutz bspw. die Kirche vom ök. Patriarchat.
Orthodoxer. Physikdidaktiker. Rollenspieler. Liberaler. Konservativer. Modernist. Ökumenist.
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Pilgerer
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Pilgerer »

Joseph hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben:Gibt es Riten für den Beginn der religiösen Mündigkeit der Kinder, vergleichbar mit der Konfirmation oder Firmung?
Nein, leider sind wir noch nicht auf eine solche wunderbare Idee gekommen. Dummerweise sind unsere Kinder durch die Taufe schon mündige Christen geworden und müssen daher ihr zukünftiges Leben ohne aufregende Initiationsriten im grauen Nebel ihres täglichen Daseins bis zum Tode gelangweilt durchleben.
Nun geschehen diese drei Sakramente oder Mysterien ohne aktive Mitwirkung des Kindes. In welchem Rahmen kann das heranwachsende Kind später aktiv "ja" zu dieser Gnade sagen?
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Jeremias
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Jeremias »

Pilgerer hat geschrieben: Nun geschehen diese drei Sakramente oder Mysterien ohne aktive Mitwirkung des Kindes. In welchem Rahmen kann das heranwachsende Kind später aktiv "ja" zu dieser Gnade sagen?
Gegenfrage: Wann setzt denn diese hypothetische religiöse Mündigkeit ein?
Orthodoxer. Physikdidaktiker. Rollenspieler. Liberaler. Konservativer. Modernist. Ökumenist.
Alles Titel, mit denen man mich bedenken kann, die deswegen mich trotzdem nicht gänzlich beschreiben.

Pilgerer
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Pilgerer »

Jeremias hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben: Nun geschehen diese drei Sakramente oder Mysterien ohne aktive Mitwirkung des Kindes. In welchem Rahmen kann das heranwachsende Kind später aktiv "ja" zu dieser Gnade sagen?
Gegenfrage: Wann setzt denn diese hypothetische religiöse Mündigkeit ein?
Wenn es fähig wird, eine Entscheidung für oder gegen den Weg der Kirche zu treffen, wird es faktisch religiös mündig.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

San Marco
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von San Marco »

Pilgerer hat geschrieben:
Jeremias hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben: Nun geschehen diese drei Sakramente oder Mysterien ohne aktive Mitwirkung des Kindes. In welchem Rahmen kann das heranwachsende Kind später aktiv "ja" zu dieser Gnade sagen?
Gegenfrage: Wann setzt denn diese hypothetische religiöse Mündigkeit ein?
Wenn es fähig wird, eine Entscheidung für oder gegen den Weg der Kirche zu treffen, wird es faktisch religiös mündig.

Wie viele Kinder gibt es denn, die die Erstkommunion verweigern ?
Wie viele Jugendliche machen ihren Eltern klar. dass sie sich nicht firmen lassen ?
Die Abwendung und das Neinsagen erfolgt meist mit den ersten Lohnabrechnungen mit Steuerklasse Eins.

Pilgerer
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Pilgerer »

San Marco hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben:
Jeremias hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben: Nun geschehen diese drei Sakramente oder Mysterien ohne aktive Mitwirkung des Kindes. In welchem Rahmen kann das heranwachsende Kind später aktiv "ja" zu dieser Gnade sagen?
Gegenfrage: Wann setzt denn diese hypothetische religiöse Mündigkeit ein?
Wenn es fähig wird, eine Entscheidung für oder gegen den Weg der Kirche zu treffen, wird es faktisch religiös mündig.

Wie viele Kinder gibt es denn, die die Erstkommunion verweigern ?
Wie viele Jugendliche machen ihren Eltern klar. dass sie sich nicht firmen lassen ?
Die Abwendung und das Neinsagen erfolgt meist mit den ersten Lohnabrechnungen mit Steuerklasse Eins.
Warum macht die katholische Kirche dann die Erstkommunion erst in einem gewissen Alter? Da steht (wie bei der ev. Konfirmation) der Gedanke hinter, dass das Kind dann weiß, was es da macht und es folglich bewusst mitmachen kann.
Innerlich kann das Kind (meiner Meinung nach) schon dann eine Entscheidung treffen, wenn es den Heiligen Geist in der Kirche wahrnimmt. Dann kann es entscheiden, ob es den Weg mit der Heiligen Gemeinde geht oder sich den weltlichen Dingen ergibt. Allerdings geschieht diese Entscheidung zumeist unmerklich, nur vor den Augen des himmlischen Vaters.
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Ilija
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Ilija »

San Marco hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben:
Jeremias hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben: Nun geschehen diese drei Sakramente oder Mysterien ohne aktive Mitwirkung des Kindes. In welchem Rahmen kann das heranwachsende Kind später aktiv "ja" zu dieser Gnade sagen?
Gegenfrage: Wann setzt denn diese hypothetische religiöse Mündigkeit ein?
Wenn es fähig wird, eine Entscheidung für oder gegen den Weg der Kirche zu treffen, wird es faktisch religiös mündig.

Wie viele Kinder gibt es denn, die die Erstkommunion verweigern ?
Wie viele Jugendliche machen ihren Eltern klar. dass sie sich nicht firmen lassen ?
Die Abwendung und das Neinsagen erfolgt meist mit den ersten Lohnabrechnungen mit Steuerklasse Eins.
Auch Gegenfrage! Ich habe bei vielen Evangelischen Jugendlichen auch keine richtige Mündigkeit für ihre "Konfermation" erlebt! Es ist meist in vielen Familien Tradition und das liebe "Geld" der Verwandten lockt :) Wo ist da die Mündigkeit? Jeder entscheidet selber ob es später in die Kirche geht oder nicht!

Mary
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Mary »

Pilgerer hat geschrieben:
Nun geschehen diese drei Sakramente oder Mysterien ohne aktive Mitwirkung des Kindes. In welchem Rahmen kann das heranwachsende Kind später aktiv "ja" zu dieser Gnade sagen?
Weshalb braucht es dazu eine (gemeinschaftliche) Feier in einem bestimmten Alter?

Unsere Kinder sagen ihr Ja zu Gott, indem sie im Glauben bleiben, weiter in der Kirche sind, kirchlich heiraten.....

Lg Mary
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Joseph
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Joseph »

Pilgerer hat geschrieben:Nun geschehen diese drei Sakramente oder Mysterien ohne aktive Mitwirkung des Kindes. In welchem Rahmen kann das heranwachsende Kind später aktiv "ja" zu dieser Gnade sagen?
Pilgerer,

es ist Holy Week und ich muß/sollte mich benehmen. Wie Du vielleicht schon bemerkt hast reagiere ich "leicht" gereizt zu Deiner Fragenlitanei hier im Orthodoxen Teil des Forums. Die Art und Weise wie Du Deine Fragen stellst, ich hatte sie schon einmal mit einer budhistischen Gebetsmühle verglichen, zeugt entweder von einer Dickholzbohrerei mit stumpfem Drill durch gesetzlich geschützte Tropenhölzer, oder sie stellt einen nun wirklich mislungenem Versuch dar sich in sokratischer Fragerei (http://www.umich.edu/~elements/probsolv ... inking.htm) zu versuchen. Wie gesagt, wegen Holy Week, gebe ich Dir den "benefit of the daubt" und nehme das Letztere an. Glaube mir, es klappt nicht bei Dir...!

Der Trick mit der sokratischen Fragerei ist, daß der Befragte nicht schon drei Kilometer gegen den Wind merkt wo Du mit der Fragerei hin willst. Und noch wesentlicher ist, daß der Fragende selbst wissen sollte wo er mit der Fragerei hin möchte. Beides ist bei Dir "unterentwickelt." Die meisten Deiner Fragen beantworten sich selbst, in dem sie offensichtlich sind oder sich doch zumindest durch einfaches Nachschlagen beantworten lassen. Wo Du mit Deinen Fragen hin willst und welchen Zweck sie erfüllen sollen entzieht sich mir, trotz dem Versuch Sinn aus ihnen zu machen. Hast Du eigentlich bemerkt, daß fast keine Deiner sokratischen Versuche auch nur weiter als zwei oder drei Schritte hin zu einer Diskussion führen?

Fragen will gelernt sein. Gescheites Fragen ist schwieriger als gescheites Antworten. Und ja, obgleich das Sprichwort anderes besagt, es gibt wirklich dumme und sogar saudumme Fragen...

So, daß sollte genug sein. Nichts für ungut, es ist Holy Week und ich werde nun bis Pas'cha nun meinen Mund halten.

God bless,

Joseph
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Athanasius0570
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Athanasius0570 »

Ich weiß nicht, welcher Kirche pilgerer angehört, aber aus katholischer Sicht ist die Frage auch seltsam. :achselzuck:

Die Firmung ist ja nicht einfach ein "Ja"-Sagen zur Taufe, sondern das Sakrament, in dem man durch den Hl. Geist gestärkt wird etc.

Die Annahme der Taufgnade geschieht in einem Leben aus dem Glauben, wie Mary geschrieben hat und wird vor allem auch im Empfang der anderen Sakrament (Buße, Eucharistie) zum Ausdruck gebracht.
Freut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass! Dankt für alles; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus. (1 Thess 5, 16-18)

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Linus
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Linus »

Pilgerer sitzt dem szientistischen Irrtum auf, man könne etwas nur dann bejahen wenn mans von vorn bis hinten schon durchdacht hat. Mit dem Glauben aber, spezifischer mit Gott ist es aber so, daß man sich auf ihn - den unfassbaren - einlassen muss, um (fortschreitende) Erkenntnis des Gegenübers zu erhalten, ohne je völlig und restlos Ihn erkannt zu haben. Andernfalls wärs ja auch kein Mysterium.
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein

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Jeremias
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Jeremias »

Pilgerer hat geschrieben:Da steht (wie bei der ev. Konfirmation) der Gedanke hinter, dass das Kind dann weiß, was es da macht und es folglich bewusst mitmachen kann.
Dann irrt da aber jemand ganz gewaltig.

Es gibt einfach keine "religiöse Mündigkeit". Man wächst in den Glauben hinein und die persönliche Entscheidung für den Glauben (wenn sie denn überhaupt nötig ist) kommt irgendwann. Mit 10, 30 oder 60 Jahren.
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berneuchen
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von berneuchen »

Jeremias hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben:Da steht (wie bei der ev. Konfirmation) der Gedanke hinter, dass das Kind dann weiß, was es da macht und es folglich bewusst mitmachen kann.
Dann irrt da aber jemand ganz gewaltig.

Es gibt einfach keine "religiöse Mündigkeit". Man wächst in den Glauben hinein und die persönliche Entscheidung für den Glauben (wenn sie denn überhaupt nötig ist) kommt irgendwann. Mit 10, 30 oder 60 Jahren.
Ich habe in der syrisch -orthodoxen Kathedralkirche in Aleppo eine Art Erstkommunionfeier miterlebt: die etwa 12-jährigen Kinder, festlich gekleidet mit einer Albe, empfingen mit ihren Eltern und Paten gemeinsam die Eucharistie. Sehr beeindruckt hat mich die gesammelte Stimmung der Feier. Sie war getragen von einer spürbaren Ehrfurcht ohne dass man das Gefühl hatte, hier sei irgendetwas aufgesetzt . Auf Rückfrage erfuhr ich, dass diese Neuerung eine Initiative des Metropoliten ist, der damit den jungen Gemeindegliedern, die z. T. aus Flüchtlingsfamilien stammen, eine Hilfe zum Hineinwachsen in den Glauben und das liturg. Leben ihrer Kirche geben will. Wohltuend empfand ich auch das Fehlen von irgendwelchen Katechismusfragen oder Bekenntnisakten.
Traurig macht mich der Gedanke, dass diese lebendige Kirche im Bürgerkrieg praktisch ausgelöscht wurde. Ich nehme an, dass einer beiden entführten Erzbischöfe ihr Oberhirte ist. Das Gebet für die Christen in Syrien lege ich allen Foranten ans Herz

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Peregrin
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Peregrin »

berneuchen hat geschrieben: Traurig macht mich der Gedanke, dass diese lebendige Kirche im Bürgerkrieg praktisch ausgelöscht wurde.
Das ist kein Bürgerkrieg. Das ist ein von der NATO geplantes und betriebenes Kriegsverbrechen, in dem Deine Kanzlerin ihre Griffel ganz dick drinnen hat.
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

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Jeremias
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Jeremias »

Peregrin hat geschrieben:
berneuchen hat geschrieben: Traurig macht mich der Gedanke, dass diese lebendige Kirche im Bürgerkrieg praktisch ausgelöscht wurde.
Das ist kein Bürgerkrieg. Das ist ein von der NATO geplantes und betriebenes Kriegsverbrechen, in dem Deine Kanzlerin ihre Griffel ganz dick drinnen hat.
Na klaaaar. Die böse NATO. Na, wer hat denn den Angriffsbefehl gegeben? Im Hinterhof qualmende Entscheider?
Die traurige Wahrheit: Weder die NATO noch sonst eine spezielle Organisation, die man so einfach als Schuldigen erkennt, ist daran schuld. Sondern ein ganzes Geflecht von wirtschaftlichen und politischen Interessen treibt die Rebellen an und unterstützt diese.
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Walter
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Walter »

San Marco hat geschrieben:Wer kann in Köln eine orthodoxe Gemeinde empfehlen ? Ich bin Deutscher ohne Migrationshintergrund .:-)))
Zum Reinschnuppern, zum Kennenlernen.
An Fremdsprachen kann ich nur Englisch.
Ich wohne derzeit im Belgischen Viertel, bin aber mobil.
Besuche doch einmal in unsere deutschsprachige Kirchengemeinde zu den Hll. Erzengeln in Düsseldorf !

Mit dem Auto habe ich gestern (trotz der zur Zeit zahlreichen Baustellen auf der A57) von der Antwerpener Str. aus weniger als eine halbe Stunde gebraucht.
;D
γενηθήτω το θέλημά σου·

Ralf
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Ralf »

In Düsseldorf bei den dtsprachigen Orthodoxen war ich auch schon ein paar Mal (welch' Überraschung, ich wohne in dem ja in der schönsten Stadt am Rhein).
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Clemens
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Clemens »

Darf ich mal eine etwas intime Frage stellen?
(Evtl. Antworten nehme ich natürlich auch per PN entgegen.)

Ein Ex-russ.-Orthodoxer (nicht selbst betroffener, weil anständiger und lediger Mann) behauptete, die orthodoxe Fastenpraxis erlege den Eheleuten für ca. die Hälfte des Jahres Enthaltsamkeit auf, was er als sehr schwer zu erfüllen betrachtete (und bei anderen mitbekam). Nun finde ich die spannende Frage weniger die Gesamtsumme der Enthaltsamkeitstage (jeden 2.Tag wird natürlich anders erlebt als ein halbes Jahr am Stück ;-) ), sondern deren Verteilung. Kann und mag mir darauf jemand mal eine Antwort geben?
Vielen Dank!

Germanus
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Germanus »

Die Fastenpraxis ist eigentlich, wie irgendwo anders schon besprochen, so geregelt, dass man eine persönliche Fastenregel hat, an die man sich hält. Die kirchlichen Regeln sehen allgemein aber wohl vor, dass an Fasttagen alle "hochzeitlichen" Elemente in die Warteschleife zurücktreten: Kommunion, ausgewählte Speisen, Sex, etc. Bzgl. der Enthaltsamkeit gelten dann in den geschriebenen allgemeinen Regeln die entsprechenden Zeiten und Tage der Fasten, wovon die längste Fastenzeit die vorösterliche ist. Alles das ist aber an die persönlichen Verhältnisse und Möglichkeiten anzupassen.
Gruß G.
"Her, denke an mui, wenn diu met duinem Ruike kümmes." (Lk 23,42)

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songul
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von songul »

Clemens hat geschrieben:Darf ich mal eine etwas intime Frage stellen?
(Evtl. Antworten nehme ich natürlich auch per PN entgegen.)

Ein Ex-russ.-Orthodoxer (nicht selbst betroffener, weil anständiger und lediger Mann) behauptete, die orthodoxe Fastenpraxis erlege den Eheleuten für ca. die Hälfte des Jahres Enthaltsamkeit auf, was er als sehr schwer zu erfüllen betrachtete (und bei anderen mitbekam). Nun finde ich die spannende Frage weniger die Gesamtsumme der Enthaltsamkeitstage (jeden 2.Tag wird natürlich anders erlebt als ein halbes Jahr am Stück ;-) ), sondern deren Verteilung. Kann und mag mir darauf jemand mal eine Antwort geben?
Vielen Dank!
Also ich hab auch manchmal gefragt (kann man ja - ist nicht peinlich) und da war es so, dass man enthaltsam bleibt wenn man zur Kommunion gehen möchte (wie sonst ja auch) . Die erste Woche in den Fasten als auch die Heilige Woche - auch Freitage oder Mittwochs sollte man enthaltsam sein.
Das gilt für gläubige und praktizierende Menschen; andere die zwar zu Ostern zur Kirche gehen aber sonst eher weniger oder garnicht, die kümmern sich darum nicht.
Es wird eher noch gefastet als enthaltsam gelebt.

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Clemens
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Clemens »

Danke! Das heißt also, die von mir eingangs zitierte Behauptung ist maßlos übertrieben.

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berneuchen
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von berneuchen »

Peregrin hat geschrieben:
berneuchen hat geschrieben: Traurig macht mich der Gedanke, dass diese lebendige Kirche im Bürgerkrieg praktisch ausgelöscht wurde.
Das ist kein Bürgerkrieg. Das ist ein von der NATO geplantes und betriebenes Kriegsverbrechen, in dem Deine Kanzlerin ihre Griffel ganz dick drinnen hat.
Wenn dir sonst nichts dazu einfällt, dann ist dir eh nicht mehr zu helfen. :achselzuck:

Mary
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Mary »

Clemens hat geschrieben:Danke! Das heißt also, die von mir eingangs zitierte Behauptung ist maßlos übertrieben.
Nein, Clemens, das ist keineswegs übertrieben. :unbeteiligttu:

Alle "fleischlosen" Tage sind im Prinzip auch enthaltsame Tage.
Fleischlos sind alle Fastenzeiten (7 Wochen vor Weihnachten, 7 Wochen vor Ostern plus die Karwoche, 2 Wochen das Gottesmutterfasten im August und das variable Apostelfasten von 1-5 Wochen. Da hast Du schon 18-22 Wochen zusammen. Drei Wochen im Jahr sind fastenfrei, verbleiben also noch 27-31 Wochen, an denen Mittwoch und Freitag enthaltsam sind. Also 54-63 Tage... gleich 8-9 Wochen.

Rechne :P

Jaja, unser Leben ist schon schwer...

Maria, ausgehungert und mit kaputten Füssen, einen Tag vor Pas'cha :kussmund:
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Germanus
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Germanus »

Der betreffende Bekannte, der die Sachlage zur Enthaltsamkeit anführte, scheint allerdings eher von der rechnerischen Seite auszugehen. Traditionell war in Ost und West die Praxis der Enthaltsamkeit (und auch des Fastens) nicht grundsätzlich unterschiedlich. Der Osten hat allerdings einen stärkeren Akzent auf die menschlich-aktive Seite des Glaubenslebens gelegt, also an Fasttagen etc. festgehalten. Die Anfrage schien mir aber eher in die Richtung zu gehen: Stimmt es, dass die Praxis der Orthodoxen für den Normalchristen unzumutbar ist? (Was nicht den Tatsachen entspricht...)
Gruß G.
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San Marco
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von San Marco »

Hat jemand schon dieses Buch gelesen?


http://www.verlagderweltreligionen.de/s ... &x=11&y=14


Im Geist des Ostens leben
Orthodoxe Spiritualität und ihre Aufnahme im Westen. Eine Einführung

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Jeremias
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Jeremias »

@clemens
Gehe ich zur Kommunion, ist das Minimum an sich das liturgische Fasten, eine völlige Enthalsamkeit. Also nicht Essen, Trinken oder andere fleischliche Freuden. Es geht da um die Vorbereitung zur Kommunion.
Die Fastenregeln sind ansonsten aus dem mönchischen Umfeld. Da ist Sex nun wirklich nicht Thema. Man kann aber davon ausgehen, dass darauf wohl auch verzichtet werden sollte.
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taddeo
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von taddeo »

Jeremias hat geschrieben:Die Fastenregeln sind ansonsten aus dem mönchischen Umfeld. Da ist Sex nun wirklich nicht Thema.
:D
Zumindest in der Theorie, nicht wahr ...? :pfeif: ;D
(Kennst Du den kleinen Roman "Frau Abt und ihr Reich" von Josef Kallinikow?
Eine sehr amüsante und aufschlußreiche Lektüre, die auf - angeblich - wahren Begebenheiten beruht.)

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Alexej Veselov
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Alexej Veselov »

Germanus hat geschrieben:Die Anfrage schien mir aber eher in die Richtung zu gehen: Stimmt es, dass die Praxis der Orthodoxen für den Normalchristen unzumutbar ist? (Was nicht den Tatsachen entspricht...)
Gruß G.
In der Praxis der Russischen Orthodoxen Kirche fastet man, wie es im Typikon vorgeschrieben ist. Also die Mehrwöchigen Faßtenzeiten plus Mittwoch und Freitag. Dazu gehört auch die Enthaltung vom Ehebett. Unzumutbar ist es nicht - die meisten frommen Gläubigen halten sich daran. Es ist auch die Norm, die von den Geistlichen empfohlen wird. Ich denke, wenn man einen bestimmtes geistliches Niveau erreicht hat, stellt sich diese Frage gar nicht mehr. Irgendwann fastet man also nicht mehr der Regel wegen,sondern weil das eigene Leben danach verlangt.

San Marco
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von San Marco »

Alexej Veselov hat geschrieben:
Germanus hat geschrieben:Die Anfrage schien mir aber eher in die Richtung zu gehen: Stimmt es, dass die Praxis der Orthodoxen für den Normalchristen unzumutbar ist? (Was nicht den Tatsachen entspricht...)
Gruß G.
Also die Mehrwöchigen Faßtenzeiten plus Mittwoch und Freitag. Dazu gehört auch die Enthaltung vom Ehebett. Unzumutbar ist es nicht - die meisten frommen Gläubigen halten sich daran. Es ist auch die Norm, die von den Geistlichen empfohlen wird. Ich denke, wenn man einen bestimmtes geistliches Niveau erreicht hat, stellt sich diese Frage gar nicht mehr. Irgendwann fastet man also nicht mehr der Regel wegen,sondern weil das eigene Leben danach verlangt.
Leibfeindlichkeit lebt sich natürlich besser, wenn man wegen Alters oder Gewöhnung seltenst sexuell mit dem Ehepartner aktiv ist. Ich vermute die "frommen Gläubigen" eher in der fortgeschrittenen Frauengeneration. Dass sich junge Menschen an so etwas halten, glaube ich nicht. Das wäre widernatürlich. Und in dieser Lebensphase "verlangt das eigene Leben" kaum danach.

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Lupus
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Lupus »

San Marco hat geschrieben:
Leibfeindlichkeit lebt sich natürlich besser, wenn man wegen Alters oder Gewöhnung seltenst sexuell mit dem Ehepartner aktiv ist. Ich vermute die "frommen Gläubigen" eher in der fortgeschrittenen Frauengeneration. Dass sich junge Menschen an so etwas halten, glaube ich nicht. Das wäre widernatürlich. Und in dieser Lebensphase "verlangt das eigene Leben" kaum danach.
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Lieber Freund, ist Deine Betrachtungsweise nicht etwas zu materialistisch gedacht?

a) wenn ein Mensch sich zu etwas entschlossen hat und seine Entschlüsse auch tatkräftig umsetzen will, dann erwachsen ihm mit Gottes Hilfe auch die entsprechenden Hilfen. Ich kann in diesem Zusammenhang keine "Leibfeindlichkeit" erblicken!
b) Es gibt genügend Beispiele dafür, dass auch junge Menschen, also solche, die noch in Saft und Kraft stehen, wie man so sagt, sich ehrlich und intensiv um die hier angesprochene Haltung bemühen. Und: "Fallen ist keine Schande, aber das Liegenbleiben!"
Nicht alles, wodurch wir unsere Natur im Zaum zu halten versuchen ist deshalb gleich widernatürlich!

+L.
Zuletzt geändert von holzi am Samstag 15. Juni 2013, 15:34, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat repariert
Christus mein Leben, Maria meine Hoffnung, Don Bosco mein Ideal!

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