Orthodoxe Gottesdienste

Ostkirchliche Themen.
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Alexander
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Alexander » Mittwoch 25. April 2012, 19:48

Im Gottesdienstplan gibt es keine Angabe von deutschprachigen Gottesdiensten, also gibt es keine.

Aber beachte: eine deutschpracchige gemeinde gibt es in Mainz.
Herr Gott,
großes Elend ist über mich gekommen.
Meine Sorgen wollen mich erdrücken,
ich weiß nicht ein noch aus.
Gott, sei gnädig und hilf.
Gib Kraft zu tragen, was du schickst,
laß die Furcht
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Marcus
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Marcus » Mittwoch 25. April 2012, 19:54

Vielen Dank für die Auskunft, Alexander!

Bedeutet deutschsprachig hier in erster Linie, dass die Liturgie auf Deutsch zelebriert wird oder sogar auch, dass das eine Gemeinde ist, die überwiegend aus orthodoxen Christen deutscher Herkunft besteht?
Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

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Alexander
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Alexander » Mittwoch 25. April 2012, 19:59

Mein Guter, so genau weiß ich es nicht. Ich kenne den Priester gut, war aber nie in seiner Gemeinde. Der Priester ist Deutscher, Deutsch ist die liturgische Hauptsprache dort.

Ansonsten: komm und sieh.

Hl.-Märtyrer-Christophor-Gemeinde

am Karmeliterplatz, 55118 Mainz

Pfarrer: Priester Johannes Nothhaas
Mühlweg 55, 55128 Mainz
Tel.: (06131)35925

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Zuletzt geändert von Alexander am Mittwoch 25. April 2012, 20:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Alexander » Mittwoch 25. April 2012, 20:01

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Marcus
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Marcus » Mittwoch 25. April 2012, 20:12

Danke schön!

Ich habe eben noch etwas gegoogelt und dabei etwas über Vater Johannes und seine Gemeinde in Mainz gefunden. Auf der Internetseite werden meine Fragen bereits ausführlich beantwortet.
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Anselmus
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Anselmus » Mittwoch 25. April 2012, 20:21

Lieber Marcus,

Ich kann einen Besuch in der Gemeinde in Mainz nur wärmstens empfehlen. Die Gottesdienste bestehen immer aus einer Mischung aus deutsch und kirchenslawisch, wobei der Schwerpunkt auf deutsch liegt.

In der Tat ist der Anteil an Orthodoxen Deutscher Herkunft im Vergleich zu anderen Gemeinden sehr hoch, aber dort sind auch viele Russen, Ukrainer und Georgier zu Hause (und wohl noch viele mehr). Die Gemeinde ist sehr herzlich und man fühlt sich dort direkt sehr wohl.

Das Bild wurde übrigens aufgenommen am Fest des heiligen Lubentius. Dieser ist der Heilige des dortigen Chores. In der Mitte ist auch eine eigens dafür geschriebene Ikone zu sehen.

Ich muss doch auch bald mal wieder nach Mainz fahren und die Gemeinde besuchen.

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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von songul » Mittwoch 25. April 2012, 21:06

Marcus hat geschrieben:Vielen Dank für die Auskunft, Alexander!

Bedeutet deutschsprachig hier in erster Linie, dass die Liturgie auf Deutsch zelebriert wird oder sogar auch, dass das eine Gemeinde ist, die überwiegend aus orthodoxen Christen deutscher Herkunft besteht?
Mittlerweile bin ich ja auch dahin gezogen (zwar nach Wiesbaden, aber Mainz is ja nur über'n Fluss rüber) und kann meinen Vorredner nur bestätigen.
Es sind sehr innige Gottesdienste und Vater Johannes selbst so freundlich und bescheiden. Der Chor singt gut, die Leute sind relaxed und es sind alle Generationen vertreten. Junge Erwachsene sind nicht Mangelware.
Willkommen ist wirklich jeder und nach der Liturgie gibt es immer noch ein Zusammensein bei Speis und Trank.
Ach ja...: Kreuzgängster-Minitreffen sind vielleicht auch möglich.... :ja:

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Marcus
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Marcus » Donnerstag 26. April 2012, 00:06

Ein herzliches Dankeschön für Eure lieben Antworten. Und ein Mini-Kreuzgang-Treffen kann man immer mal ins Auge fassen. Gerne auch in Mainz. :)
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von holzi » Donnerstag 26. April 2012, 10:43

Marcus hat geschrieben:Ein herzliches Dankeschön für Eure lieben Antworten. Und ein Mini-Kreuzgang-Treffen kann man immer mal ins Auge fassen. Gerne auch in Mainz. :)
:daumen-rauf: dafür!
Die Zeit ist, bei Licht besehen, immer gleich gut und gleich schlecht am Ende vom Jahre wie am Anfange desselben, nur die besseren Menschen machen die Zeiten besser, und bessere Menschen macht nur das treu geübte Christentum.
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von songul » Donnerstag 26. April 2012, 11:44

Wartet nich zu lang damit. :kussmund:

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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Alexander » Donnerstag 26. April 2012, 13:11

Von daselbst:

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Sebastian
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Sebastian » Freitag 4. Mai 2012, 09:04

hier zwei Videos von unserer Gemeinde, noch mit Vater Constantin (ewiges Gedenken!) in der alten Friedhofskapelle in Hamburg Wandsbek.
Auszüge aus Gottesdiensten:
http://www.deutsch-orthodox.de/unsere-kirche/video/
"Selig sind die, die nicht gesehen und doch geglaubt haben" (Joh. 20,31)

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Marcus
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Marcus » Freitag 4. Mai 2012, 20:41

Vielen Dank für das Video. Ich finde es immer ergreifend, wenn in der Göttlichen Liturgie die Seligpreisungen gesungen werden. So auch in dem Video ab 1:33:

http://www.youtube.com/watch?v=nrJgXIZBeTw

Einfach wunderschön. :)
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ad-fontes
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von ad-fontes » Samstag 5. Mai 2012, 13:32

Morgen 9:30 Uhr im ZDF:
ZDF hat geschrieben:Orthodoxer Gottesdienst aus Stuttgart

Die Gemeinde Jesu Christi Geburt von Stuttgart gehört zur rumänischen orthodoxen Metropolie für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa mit Sitz in Nürnberg. Der Metropolit, Erzbischof Serafim, steht der Heiligen Liturgie vor. Mit ihm feiert der Pfarrer der Gemeinde Mihaita Bratu.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Sebastian » Sonntag 6. Mai 2012, 15:23

"Selig sind die, die nicht gesehen und doch geglaubt haben" (Joh. 20,31)

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Nichkonsekriertes Brot zur Kommunion?

Beitrag von Fragesteller » Donnerstag 19. Dezember 2013, 17:34

In der Kommentarspalte zu seiner Ausgabe der Chrysostomus- und Basilius-Liturgie (Mainz 1989) schreibt Anastasios Kallis:
[S. 170, vor der Gläubigenkommunion:] In neueren griechischen liturgischen Formularen findet sich der Hinweis, daß an dieser Stelle der Diakon auch die nichtkonsekrierten Partikel in den Kelch hineinlegt. Dies wird der Symbolik nicht gerecht. Den Kommunikanten dürfen als Leib Christi eigentlich nur Teile aus dem konsekrierten Lamm gereicht werden (vgl. Symeon von Thessalonike, de sacra liturgiea PG 155, 281, C. 284 D; Exp. de divino templo 103: ebd. 748 D).
[S. 172, nach der Gläubigenkommunion:] Nach der russischen Praxis legt der Diakon sinnvollerweise erst nach der Kommunion der Gläubigen die nichtkonsekrierten Partikel in den Kelch hinein.
Ist das korrekt? Gilt das für alle Griechen, oder betrifft das nur manche Formulare (Kallis verwendet hier keinen Artikel)? Wie wird das begründet? Gibt es da innerorthodox Streit (denn es scheint sich ja schon um ein eher ernsthaftes sakramententheologisches Problem zu handeln)?
OT: Und kennt einer von den Cracks diese Ausgabe und kann sie hinsichlich ihrer Brauchbarkeit bewerten?

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Alexander
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Alexander » Dienstag 2. September 2014, 02:12

Herr Gott,
großes Elend ist über mich gekommen.
Meine Sorgen wollen mich erdrücken,
ich weiß nicht ein noch aus.
Gott, sei gnädig und hilf.
Gib Kraft zu tragen, was du schickst,
laß die Furcht
nicht über mich herrschen.
(D. Bonhoeffer)

PascalBlaise
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von PascalBlaise » Mittwoch 9. Dezember 2015, 10:48

Sorry, dass ich den alten Zwirn ausgrabe, habe keine bessere Stelle gefunden.
Ein paar Fragen, da ich jetzt auch öfters zur orthodoxen Liturgie gehe:

Ich bleibe soweit hinten wie möglich und mache eigentlich "nicht mit":
Keine Kreuzzeichen (ist ja seitenverkehrt), keine Verbeugungen, natürlich kein Gang zu den Ikonen
oder Anzünden von Kerzen.
Das Vaterunser bete ich mit (unproblematisch), auch das Credo.
Fragt mich nicht, was ich tue, wenn es darin zu einer gewissen Stelle kommt. 8)

Einerseits kommt es mir seltsam vor, so passiv zu bleiben - wie ein Tourist.
Schließlich werden ja all die richtigen Dinge getan, die Liturgie ist feierlich und angemessen.

Auf der anderen Seite gehöre ich am Ende überhaupt nicht dazu und fühle mich tatsächlich als Beobachter.
Da ist ein gewisser innerer Widerstand, so einfach mitzufeiern. Es geht einfach nicht.
Das hört sich vielleicht kindisch an, aber so fühlt es sich für mich an. :achselzuck:
Ich kann mir jetzt auch nicht vorstellen, dass das nur Gewohnheitssache ist -
ich war ja jetzt doch schon einige Male dabei.

Mir ist klar, dass das letztlich meine eigene private Entscheidung/ mein eigenes Problem ist, aber:

Was macht ihr in solchen Situationen? Wie sollte man sich als Katholik verhalten?
Findet ihr das zu zurückhaltend ? - letztlich ist es ja eine Eucharistiefeier, Gott wird real gegenwärtig!
Mache ich mir ganz unnötig zuviele Gedanken?
– et lux in tenebris lucet et tenebrae eam non comprehenderunt –

taddeo
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von taddeo » Mittwoch 9. Dezember 2015, 11:17

PascalBlaise hat geschrieben:Sorry, dass ich den alten Zwirn ausgrabe, habe keine bessere Stelle gefunden.
Ein paar Fragen, da ich jetzt auch öfters zur orthodoxen Liturgie gehe:

Ich bleibe soweit hinten wie möglich und mache eigentlich "nicht mit":
Keine Kreuzzeichen (ist ja seitenverkehrt), keine Verbeugungen, natürlich kein Gang zu den Ikonen
oder Anzünden von Kerzen.
Das Vaterunser bete ich mit (unproblematisch), auch das Credo.
Fragt mich nicht, was ich tue, wenn es darin zu einer gewissen Stelle kommt. 8)

Einerseits kommt es mir seltsam vor, so passiv zu bleiben - wie ein Tourist.
Schließlich werden ja all die richtigen Dinge getan, die Liturgie ist feierlich und angemessen.

Auf der anderen Seite gehöre ich am Ende überhaupt nicht dazu und fühle mich tatsächlich als Beobachter.
Da ist ein gewisser innerer Widerstand, so einfach mitzufeiern. Es geht einfach nicht.
Das hört sich vielleicht kindisch an, aber so fühlt es sich für mich an. :achselzuck:
Ich kann mir jetzt auch nicht vorstellen, dass das nur Gewohnheitssache ist -
ich war ja jetzt doch schon einige Male dabei.

Mir ist klar, dass das letztlich meine eigene private Entscheidung/ mein eigenes Problem ist, aber:

Was macht ihr in solchen Situationen? Wie sollte man sich als Katholik verhalten?
Findet ihr das zu zurückhaltend ? - letztlich ist es ja eine Eucharistiefeier, Gott wird real gegenwärtig!
Mache ich mir ganz unnötig zuviele Gedanken?
Ganz grundsätzlich: Du kannst eine orthodoxe Liturgie mitfeiern, ohne irgendwelche (theologischen) Bedenken zu haben. Darin wird nichts Wesentliches gesagt oder gebetet, was dem katholischen Glauben widersprechen würde. Auch das Credo ist dem Wortlaut nach nicht anders, als es in der katholischen Kirche jahrhundertelang gebetet wurde, und entspricht genau dem Nizäno-Konstantinopolitanum. Nur das "filioque" fehlt. Es ist ja nicht falsch, daß der Geist vom Vater ausgeht; es heißt ja nicht "der nur vom Vater ausgeht". Auch den Glauben an die eine, heilige, katholische/rechtgläubige und apostolische Kirche ("vo jedinu, svjatuju, sobornuju i apostolskuju Zerkov") kann man als Katholik legitim bekennen. Es heißt ja nicht "an die konfessionell orthodoxe" Kirche. Es liegt in Deinem eigenen Ermessen, ob Du deswegen auf das Mitbeten verzichten willst oder nicht.

Ein kleiner Unterschied zu unierten byzantinischen Liturgien ist freilich in den Ektenien zu finden: Dort wird bei der Kommemoration für die Hierarchie auch der römische Papst erwähnt, das gibt es in der Orthodoxie natürlich nicht. Auch das ist aber normal, da der Patriarch von Altrom eben nicht als hierarchisches Haupt der orthodoxen Kirchen gilt. Man erwähnt ja auch nicht den Patriarchen von Konstantinopel, wenn man russisch-orthodox ist.

Die sonstigen Andachtsformen - Kreuzzeichen, Metanien, Ikonenverehrung - kannst Du jederzeit mitmachen, wenn Du willst. Wenn Du freilich einen "inneren Widerstand" spürst, dann laß es einfach bleiben und verhalte Dich wie ein Gast, der der Liturgie in innerer Andacht beiwohnt, ohne sich aktiv zu beteiligen. Die Frage ist dann höchstens, warum Du überhaupt hingehen solltest, wenn Du Dich innerlich dagegen sträubst. Ich weiß, Du hast Deine Gründe - aber laß Dich nicht verbiegen, und laß Dich auch nicht einfach von der missionarischen Atmosphäre der orthodoxen Liturgie einfangen ... :pfeif: das geht schneller, als Du denkst.

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songul
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von songul » Mittwoch 9. Dezember 2015, 11:58

Gut geschrieben. :huhu:

PascalBlaise
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von PascalBlaise » Mittwoch 9. Dezember 2015, 13:25

@taddeo: Vielen Dank für deine Einschätzung, das ist im Prinzip genau das, was ich mir gedacht habe.
taddeo hat geschrieben:Man erwähnt ja auch nicht den Patriarchen von Konstantinopel, wenn man russisch-orthodox ist.
Ja, natürlich auch nicht für Franziskus und Reinhard, sondern für Mark.

Tatsächlich würde ich mich gern mehr beteiligen, aber es fühlt sich nicht richtig an,
zumindest im Moment.
taddeo hat geschrieben:und laß Dich auch nicht einfach von der missionarischen Atmosphäre der orthodoxen Liturgie einfangen...
Keine Angst :breitgrins: , wobei die Liturgie schon wirklich ganz schön ist. Ist wohl nicht ganz ungefährlich, gerade für Katholiken ...
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Amanda » Mittwoch 9. Dezember 2015, 14:48

@taddeo:

Danke für die gute und fundierte Erläuterung, ich hatte mich nämlich schon manches Mal dasselbe gefragt wie PascalBlaise. Sehr gern würde ich an einer Göttlichen Liturgie teilnehmen. Das war mir vor knapp 20 Jahren einmal vergönnt, seither hatte ich dazu leider nicht mehr die Gelegenheit.
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Mary » Mittwoch 9. Dezember 2015, 15:10

Amanda hat geschrieben: Sehr gern würde ich an einer Göttlichen Liturgie teilnehmen. Das war mir vor knapp 20 Jahren einmal vergönnt, seither hatte ich dazu leider nicht mehr die Gelegenheit.
Wenn Du bei einer Liturgie einer mit Rom unierten Kirche dabei bist, sollte das doch kein Problem sein?
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Mary » Mittwoch 9. Dezember 2015, 15:14

taddeo hat geschrieben: und laß Dich auch nicht einfach von der missionarischen Atmosphäre der orthodoxen Liturgie einfangen ... :pfeif: das geht schneller, als Du denkst.
Der ist gut :breitgrins:

Aber im Ernst: Ich glaube, die "Gefahr" besteht nur dann, wenn einer sich sowieso schon zur Orthodoxie hingezogen fühlt. Leute die mich begleiten, sagen meist: ... sehr feierlich, mystischer Gesang, etc... aber im Grunde doch fremd.
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Amanda » Mittwoch 9. Dezember 2015, 15:15

Oh, meine geschätzte Mary :kussmund:

Ja klar, ich weiß sogar, wo sich die nächstgelegene orthodoxe Kirche befindet. In Bad Ems an der Lahn. Muss nur noch rausfinden, wie oft dort Gottesdienst ist.
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Amanda » Mittwoch 9. Dezember 2015, 15:17

Mary hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben: und laß Dich auch nicht einfach von der missionarischen Atmosphäre der orthodoxen Liturgie einfangen ... :pfeif: das geht schneller, als Du denkst.
Der ist gut :breitgrins:

Aber im Ernst: Ich glaube, die "Gefahr" besteht nur dann, wenn einer sich sowieso schon zur Orthodoxie hingezogen fühlt. Leute die mich begleiten, sagen meist: ... sehr feierlich, mystischer Gesang, etc... aber im Grunde doch fremd.
Taddeo hat aber recht, irgendwie. Ich sage immer, wäre ich nicht katholisch, dann wohl am ehesten orthodox. Die sinnlichen Elemente der Liturgie sprechen mich zutiefst an.
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obwohl sie doch in Wirklichkeit jenseits der Zeit ist;
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Niels » Mittwoch 9. Dezember 2015, 15:26

Amanda hat geschrieben:Oh, meine geschätzte Mary :kussmund:

Ja klar, ich weiß sogar, wo sich die nächstgelegene orthodoxe Kirche befindet. In Bad Ems an der Lahn. Muss nur noch rausfinden, wie oft dort Gottesdienst ist.
Bittesehr: http://www.ruskirche-bad-ems.de/index.p ... enstplan12
:)
O Herr, verleih, dass Lieb' und Treu'
in dir uns all verbinden,
dass Hand und Mund zu jeder Stund'
dein' Freundlichkeit verkünden,
bis nach der Zeit den Platz bereit'
an deinem Tisch wir finden.

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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von PascalBlaise » Mittwoch 9. Dezember 2015, 15:32

Amanda hat geschrieben:Ich sage immer, wäre ich nicht katholisch, dann wohl am ehesten orthodox.
Ich weiß nicht...
Die allermeisten Leute bleiben doch in der Kirche, die sie von den Eltern mitbekommen haben.
Wenn ich heute 25 Jahre katholisch war, dann werde ich doch nicht konvertieren,
weil andere teilweise eine festlichere Liturgie haben. Da kann ich mich hingezogen fühlen, so viel ich will.
Ist doch kein Mobilfunkanbieterwechsel. ;D

Was viel ausmacht, ist aber die Eucharistiefeier. Das spricht schon für die Orthodoxen.
Die gibt es etwa bei den Protestanten ja nicht, allein deswegen könnte ich nie in deren Richtung gehen.

Außerdem "warn mir in Bayern scho katholisch, da habt´s ihr noch gar nicht gewusst, von wem´s euch abspalten sollts"
:klatsch:
(ist glaub ich ein Pfarrer Braun - Zitat im Hinblick auf die evangelische Kirche)
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Amanda » Mittwoch 9. Dezember 2015, 15:43

@Niels:

Danke sehr, frater carissime... :kussmund:

@PascalBlaise:

Ich wurde nicht "hineingeboren", sondern wuchs ohne Konfession auf und ließ mich 1994 taufen.
"Die Kirche scheint immer der Zeit hinterher zu sein,
obwohl sie doch in Wirklichkeit jenseits der Zeit ist;
sie wartet, bis der letzte Tick seinen letzten Sommer gehabt hat."
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von PascalBlaise » Mittwoch 9. Dezember 2015, 15:58

Amanda hat geschrieben:Ich wurde nicht "hineingeboren", sondern wuchs ohne Konfession auf und ließ mich 1994 taufen.
Bei mir wars ziemlich genau andersrum:

Kindheit schon eher konservativ katholisch geprägt, wir haben viel Rosenkranz gebetet in der Familie, waren selbstverständlich sonntags immer in der Kirche, Freitags gabs kein Fleisch, später war dann eine Zeit lang auch nur noch die tridentinische Messe das richtige, die neue suspekt, usw.
Einige Verwandte waren damals ziemlich fundamentalistisch "extra ecclesiam nulla salus", genau wie einige Forenmitglieder hier.

Dann hat mich Gott leider eine Zeitlang überhaupt nicht recht interessiert.
Seit einiger Zeit habe ich wieder im Großen und Ganzen zurückgefunden, allerdings nicht mehr auf der traditionellen Schiene.
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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von taddeo » Mittwoch 9. Dezember 2015, 16:45

Mary hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben: und laß Dich auch nicht einfach von der missionarischen Atmosphäre der orthodoxen Liturgie einfangen ... :pfeif: das geht schneller, als Du denkst.
Der ist gut :breitgrins:

Aber im Ernst: Ich glaube, die "Gefahr" besteht nur dann, wenn einer sich sowieso schon zur Orthodoxie hingezogen fühlt. Leute die mich begleiten, sagen meist: ... sehr feierlich, mystischer Gesang, etc... aber im Grunde doch fremd.
Dann schätzst Du Deine eigene Liturgie als harmloser ein, als sie ist. :blinker:

Dir brauche ich sicher nicht die Legende auftischen von den Gesandten der Kiewer Rus, die in Konstantinopel in die Kaiserliturgie der Hagia Sophia gerieten und dann daheim sagten, was anderes brauche man gar nicht annehmen, wenn man sich zum Christentum bekehren wolle. Die byzantinische Liturgie hat bis heute eine immanente missionarische Kraft, der sich wohl nur Menschen entziehen können, die total hirngesteuert sind. Diese Liturgie ist wie der Ruf in den Klageliedern des Jeremia: "Jerusalem, Jerusalem, convertere ad Dominum Deum tuum - bekehre dich zum Herrn, deinem Gott!", ein einziger Anruf an den Menschen, sich zu Gott zu wenden. Ich hab es ja am eigenen Leib erlebt, und ich hätte früher auch gesagt, wenn ich nicht (römisch-)katholisch wäre, dann möchte ich orthodox sein.

Bei mir waren es dann aber andere Einflüsse, die dazu geführt haben, daß ich das heute nicht mehr sagen kann. Ich nehme inzwischen lieber alle Unzulänglichkeiten unseres katholischen Saustalls in Kauf, bevor ich mich einem anderen Saustall zuwenden würde. Und das, obwohl ich diesen Unzulänglichkeiten persönlich und beruflich vielleicht intensiver ausgesetzt bin als die allermeisten Katholiken sonst. Aber mit jeder Faser des Herzens und des Verstandes ein lateinischer Katholik zu sein, das könnte man aus mir wohl nicht mal mehr rausprügeln. :ikb_bash:

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Re: Orthodoxe Gottesdienste

Beitrag von Amanda » Mittwoch 9. Dezember 2015, 16:53

Gleiches kann ich von mir sagen: in den letzten 26 Jahren habe ich meine Wurzeln dermaßen tief ins römisch-katholische Erdreich versenkt, die kriegt keiner mehr da heraus...
:neinfreu: :breitgrins:
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