Ostkirchliche Liturgie für Tridentiner?

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Wahlkatholik
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Ostkirchliche Liturgie für Tridentiner?

Beitrag von Wahlkatholik » Donnerstag 28. Dezember 2017, 21:03

Welche ostkirchlich-unierte Liturgie würdet Ihr für einen Tridentiner empfehlen? Bei meiner Reise nach Istanbul stehen nach meinen Recherchen die armenisch-katholische und die syrisch-katholische Kirche zur Auswahl..

Kann mir jemand generell noch mehr zu den Riten sagen (Wikipedia de/en habe ich gelesen)?

Isidor Matamoros
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Re: Ostkirchliche Liturgie für Tridentiner?

Beitrag von Isidor Matamoros » Dienstag 9. Januar 2018, 17:46

Schönes und gesegnetes Neues Jahr,

ja, das ist schwierig, ganz einfach weil der Zelebrationstil der nachkonziliaren Ostkirchen sich mehr und mehr dem der neuen Messe anpaßt.

Zwar scheint vieles auf den ersten Blick nicht so schlimm zu sein, aber wenn man dahinter schaut, ....

Frauen tragen Lesungen vor, Zelebration zum Volk wird mehr und mehr die Regel. Bei Chaldäern kann man zuweilen Messdienerinnen beobachten und die geben auch noch die Kommunion in die Hand, weil die Assyrer das auch tun.

Die Maroniten haben inzwischen andere Anaphoren eingeführt, darunter die syrische Version der Chrysostomos-Anaphora mit verstümmelten Worten über den Kelch. In der Xystus-Anaphora wird der Einsetzungsbericht in indirekter Rede vorgetragen, so als ginge es um ein entfernt zurückliegendes Ereignis.

Bei den Maroniten in Paris konnte man die Priester in "Kartoffelsäcken" zelebrieren sehen.
Bei den Melkiten in Paris konnte ich Kommunionen von Kleinkindern beobachten, wo der Priester nicht beachtete, ob sie geschluckt wurde. Ich sah, wie ein Kind die mit dem kostbaren Blut getränkte Hostie auf den Boden spuckte. Den Vater kümmerte das nicht. Als ich ihn darauf hinwies, meinte er nur, es sei ein Kind. Als ich Anstalten machte den "Matsch" vom Boden mit der Zunge aufzulecken, nahm er alles mit der Hand auf.

Wie es bei den Armeniern ist, weiß ich nicht.

CIC_Fan
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Re: Ostkirchliche Liturgie für Tridentiner?

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 10. Januar 2018, 10:06

Isidor Matamoros hat geschrieben:
Dienstag 9. Januar 2018, 17:46
Schönes und gesegnetes Neues Jahr,

ja, das ist schwierig, ganz einfach weil der Zelebrationstil der nachkonziliaren Ostkirchen sich mehr und mehr dem der neuen Messe anpaßt.

Zwar scheint vieles auf den ersten Blick nicht so schlimm zu sein, aber wenn man dahinter schaut, ....

Frauen tragen Lesungen vor, Zelebration zum Volk wird mehr und mehr die Regel. Bei Chaldäern kann man zuweilen Messdienerinnen beobachten und die geben auch noch die Kommunion in die Hand, weil die Assyrer das auch tun.

Die Maroniten haben inzwischen andere Anaphoren eingeführt, darunter die syrische Version der Chrysostomos-Anaphora mit verstümmelten Worten über den Kelch. In der Xystus-Anaphora wird der Einsetzungsbericht in indirekter Rede vorgetragen, so als ginge es um ein entfernt zurückliegendes Ereignis.

Bei den Maroniten in Paris konnte man die Priester in "Kartoffelsäcken" zelebrieren sehen.
Bei den Melkiten in Paris konnte ich Kommunionen von Kleinkindern beobachten, wo der Priester nicht beachtete, ob sie geschluckt wurde. Ich sah, wie ein Kind die mit dem kostbaren Blut getränkte Hostie auf den Boden spuckte. Den Vater kümmerte das nicht. Als ich ihn darauf hinwies, meinte er nur, es sei ein Kind. Als ich Anstalten machte den "Matsch" vom Boden mit der Zunge aufzulecken, nahm er alles mit der Hand auf.

Wie es bei den Armeniern ist, weiß ich nicht.
das kann man so nicht generalisieren das ist lokal völlig unterschiedlich aus eigener Erfahrung kann ich am besten die Armenier empfehlen die Mechitaristen hier in Wien sind seit Jahrzehnten ein "Exil" für Tradis

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ad-fontes
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Re: Ostkirchliche Liturgie für Tridentiner?

Beitrag von ad-fontes » Montag 15. Januar 2018, 16:34

CIC_Fan hat geschrieben:
Mittwoch 10. Januar 2018, 10:06
Isidor Matamoros hat geschrieben:
Dienstag 9. Januar 2018, 17:46
Schönes und gesegnetes Neues Jahr,

ja, das ist schwierig, ganz einfach weil der Zelebrationstil der nachkonziliaren Ostkirchen sich mehr und mehr dem der neuen Messe anpaßt.

Zwar scheint vieles auf den ersten Blick nicht so schlimm zu sein, aber wenn man dahinter schaut, ....

Frauen tragen Lesungen vor, Zelebration zum Volk wird mehr und mehr die Regel. Bei Chaldäern kann man zuweilen Messdienerinnen beobachten und die geben auch noch die Kommunion in die Hand, weil die Assyrer das auch tun.

Die Maroniten haben inzwischen andere Anaphoren eingeführt, darunter die syrische Version der Chrysostomos-Anaphora mit verstümmelten Worten über den Kelch. In der Xystus-Anaphora wird der Einsetzungsbericht in indirekter Rede vorgetragen, so als ginge es um ein entfernt zurückliegendes Ereignis.

Bei den Maroniten in Paris konnte man die Priester in "Kartoffelsäcken" zelebrieren sehen.
Bei den Melkiten in Paris konnte ich Kommunionen von Kleinkindern beobachten, wo der Priester nicht beachtete, ob sie geschluckt wurde. Ich sah, wie ein Kind die mit dem kostbaren Blut getränkte Hostie auf den Boden spuckte. Den Vater kümmerte das nicht. Als ich ihn darauf hinwies, meinte er nur, es sei ein Kind. Als ich Anstalten machte den "Matsch" vom Boden mit der Zunge aufzulecken, nahm er alles mit der Hand auf.

Wie es bei den Armeniern ist, weiß ich nicht.
das kann man so nicht generalisieren das ist lokal völlig unterschiedlich aus eigener Erfahrung kann ich am besten die Armenier empfehlen die Mechitaristen hier in Wien sind seit Jahrzehnten ein "Exil" für Tradis
die armenische Liturgie ist ja auch deutlich und seit geraumer Zeit latinisiert.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Ostkirchliche Liturgie für Tridentiner?

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 16. Januar 2018, 10:16

was wurde den bei den Armeniern geändert und wann

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Wahlkatholik
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Re: Ostkirchliche Liturgie für Tridentiner?

Beitrag von Wahlkatholik » Donnerstag 18. Januar 2018, 12:30

Ich war in Istanbul bei den Armeniern und es war sehr schön und würdig. Ich war aber nach dem Evangelium ziemlich verloren. Das Evangelium von der Beschneidung war das gleiche wie im Vetus Ordo. Die Wandlung habe ich nicht so ganz mitbekommen, und im Volk saßen irgendwie alle während des vermeintlichen Hochgebets. Lesungen waren zum Volk und zum Friedensgruß gab's Handshakes. Das wirkte etwas modernistisch und passte nicht zum traditionellen Rest der Liturgie. Ist das ein Zugeständnis an Rom bzw. der schlechte Einfluss des römischen Ritus?

Andere Frage: Ich wollte in Berlin mal zur Ukrainisch-Katholischen Personalpfarrei St. Nikolaus. War jemand schonmal dort und weiß ob das traditionell ist oder reformiert? Und feiern die die Feste zeitgleich mit uns oder nach dem julianischen Kalender?

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