Tagesheilige Orthodox

Ostkirchliche Themen.

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Beitrag von Nassos » Freitag 10. Februar 2012, 15:43

10. Februar: Heliger Hieromartyr Charalambos

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Erlitt das Martyrium im Alter von 113 Jahren... Während man versuchte, ihn "umzupolen, versuchte er die anderen zum Glauben zu bringen. Ich habe mir heute seine Vita besorgt und was ich da mal überflogen habe, hat mich schwer schlucken lassen.

Sein Tropar nennt ihn unerschütterliche Säule.

Die gr.-orth. Kirche in Esslingen hat die Ehre eine Reliquie des Heiligen zu haben. Ein großer Heiliger der Kirche, sein Name bedeutet "Freudestrahlender".

Άγιε Χαράλαμπε, πρέσβευε υπέρ ημών.
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Beitrag von Nassos » Freitag 10. Februar 2012, 15:49

Nach dem julianischen Kalender gedenken wir heute der großen syrischen Heiligen, Ephraim und Isaak.
Seit ich meine russisch-orthodoxe App auf dem smartphone habe, ist mir der Kalender vertrauter. Die App ist gut, weil sie auch zu - zumindest für mich - eher unbekannten Heiligen einiges an Info gibt.
Das haben die Programmierer wirklich sehr, sehr gut gemacht.

Wen es interessiert: http://de.appbrain.com/app/orthodox-cal ... oxcalendar
und das dürfte ihre Homepage sein: http://www.holytrinityorthodox.com/calendar/

:daumen-rauf:
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Beitrag von Nassos » Sonntag 12. Februar 2012, 23:55

Sonntag des verlorenen Sohnes
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Beitrag von Nassos » Sonnabend 18. Februar 2012, 07:44

Die Kirche gedenkt heute aller Entschlafener (Seelensamstag).
Gedenken wir auch unseres eigenen Todes und in welchem Zustand wir übertreten werden.
Davor sollen verblassen unsere irdischen Sorgen.

Mögen ihre Seelen ruhen und mögen einst unsere Kinder unserer gedenken.

Habt alle ein gesegnetes Wochenende!
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Beitrag von Nassos » Sonnabend 18. Februar 2012, 15:55

ähm, und auch dessen hier:
Hl. Papst Leo von Rom

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Beitrag von Nassos » Donnerstag 5. Juli 2012, 12:06

5. Juli: Hl. Großfürstin Elisabeth von Russland, Hl. Athanasios der Athonit.

siehe bitte hier
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Beitrag von Nassos » Sonntag 28. Oktober 2012, 13:56

Skepi der Allheiligen Gottesgebärerin.

Hl. Lioba
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Beitrag von Nassos » Mittwoch 14. November 2012, 12:18

Heute: Apostel Phillipus, Beginn der Fastenzeit zur Christgeburt.
Hl. Gregor Palamas.

Gestern: Hl. Johannes Chrysostomus.
Gedenktag der 100000 Georgier, die im 13. Jahrhundert von den Türken abgeschlachtet wurden.

Letzte Woche: Synaxis der Engel, Erzengel Gabriel und Michael. Hl. Nektarios von Ägina.

Ihr Engel und Heilige Gottes, bittet für uns.
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Beitrag von Nassos » Sonnabend 24. November 2012, 15:49

Eine Korrektur: das Philippusfasten beginnt am 15. November, auch wenn der Gedenktag des Apostels am 14.11. ist. Ich bitte um Entschuldigung für diesen Fehler.

Ach ja, bald ist es so weit: die Erde die Höhle, die Wüste die Krippe.
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Beitrag von Nassos » Sonnabend 29. Dezember 2012, 14:26

Wir gedenken heute, nach dem Tag der Christgeburt (25.12), der Synaxis der Allheiligen Gottesgebärerin (26.12.), und dem Gedenktag des Erzmärtyrers Stephanus (27.12.) der von Herodes abgeschlachteten 14.000 Säuglinge.

Wir bitten sie um Fürbitte für alle Kinder (geboren und ungeboren) und all jenen die mit Kindern zu tun haben, die Eltern, Erzieher, Ärzte und Lehrer. Gedenken wir auch jener Kinder, die noch heute unter den modernen Herodesmenschen zum Tode kommen. Zwei sind die größten Sünden: Blasphemie und Abtreibung.

Die Säuglinge, die von Herodes abgeschlachtet wurden, gelten natürlich als getauft. Nicht durch Wasser sondern durch ihr Blut.

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Bild

Apolytikion der abgeschlachteten Säuglinge

Hier noch ein Verweis auf den theologischen Hintergrund der Zahl 14.000.
Wer des Altgriechischen mächtig ist, hier ist der Trostkanon zu ihnen.

Durch die Fürbitten der Heiligen Säuglinge, Herr unser Gott, erbarme Dich unser!
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Beitrag von Pilgerer » Sonnabend 29. Dezember 2012, 18:00

Nassos hat geschrieben:Gedenktag des Erzmärtyrers Stephanus (27.12.)
Gott gebe uns den Mut und die Frömmigkeit von Stephanus!
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Beitrag von Nassos » Sonnabend 29. Dezember 2012, 18:52

Amin.
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Beitrag von Nassos » Sonntag 6. Januar 2013, 14:07

Theophanie.

Wurde schon vor dem Weihnachtsfest von der Urkirche gefeiert, die Christgeburt kam später hinzu und wurde mit Theophanie gefeiert, bis sie sich im Westen beginnend von Theophanie trennte.
In der Orthodoxie steht die Theophanie mindestens genau so hoch wie die Christgeburt, wenn nicht höher, am Tag davor ist strenges Fasten angesagt, genau wie am Tag vor der Christgeburt.

Offenbarung der Dreieinigkeit und der Gottessohnschaft.
Tag der Aufnahme der Katechumenen.
Tag der Wasserweihe.
Tag des Großen Hagiasmos.



und in Griechenland die Leute, die bei der Wassersegnung ins Wasser springen, um das Kreuz zu finden.

Bild

Apolytikion der Theophanie mit Video (Kabarnos)

Als du im Jordan wurdest getauft, du unser Herr,
ward offenbart die Anbetung der Dreieinigkeit;
denn des Erzeugers Stimme hat gegeben das Zeugnis dir,
da sie dich nannte den geliebten Sohn.

Und der Geist in der Gestalt der Taube,
er verkündete des Wortes Unertrüglichkeit.
Der du erschienen bist, Christus, Gott,
und die Welt erleuchtet hast, Ehre sei Dir.

http://www.youtube.com/watch?v=iaABXaAWFBo

Lieben Gruß,
Nassos
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Beitrag von Nassos » Sonntag 6. Januar 2013, 14:14

Meinen Geschwistern in Christo, die nach dem julianischen Kalender feiern, wünsche ich morgen ein frohes und gesegnetes Fest der Christgeburt.

Hier eine Info zu serbischen Weihnachtstraditionen:

http://o-nekros.blogspot.de/212/12/ser ... erful.html
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Beitrag von Nassos » Montag 7. Januar 2013, 11:43

Wie gesagt, folgt einem Herrenfest stets eine sog. Synaxis, eine Versammlung der Gläubigen zu Ehen der Person, die am Herrentag mit die “Hauptrolle spielt“.

Daher gedenken wir heute des Hl. Johannes des Vorläufers und Täufers.
Seine Taufe hat natürlich nicht die Sünden gereinigt, doch war ihr Sinn genau das, was wirklich zur Reinigung notwendig ist: die innere Umkehr. Metanoieitai! rief er.
Der Herr hatte natürlich die Metanoia nicht nötig, doch es war ein Akt der Demut, die stets mit seiner Herrlichkeit einhergeht.

Der Akt der ständigen inneren Umkehr begleitet uns ein Leben lang. Möge der Vorläufer für uns bitten, haben wir es doch wahrhaft nötig.

Außerdem gibt das heute eine Menge Anrufe, ist der Name Johannes bei den Griechen nicht gerade selten ;)
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Beitrag von Nassos » Montag 7. Januar 2013, 11:51

Hier noch ein Nachtrag zur Theophanie.
Es sei angemerkt, dass es auf griechisch die Pluralform Theophanien ist und sich wohl auf die Hypostasen bezieht. Immerhin offenbaren und bezeugen Vater und der Heilige Geist Ihre Liebe zum Sohn.

http://o-nekros.blogspot.de/213/1/epi ... y.html?m=1
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Beitrag von Nassos » Sonnabend 19. Januar 2013, 20:47

Die Woche:

15. Januar: Hl. Paulus der Theber - erster Eremit (eremos = die Wüste), den sogar der Heilige Antonius bewunderte und persölich kannte.

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Die Hll. Paulus und Antonius

17. Januar: Hl. Antonius

18. Januar: Hll. Athanasios und Kyrillos, Patriarchen von Alexandrien

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19. Januar: Hl. Markus Eugenikos, und die Hll. Makarios der Ägypter und Makarios der Alexandriner

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20. Januar: Hl. Euthymios

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Ein wahrer Riese unter den Heiligen. Bekehrte zahlreiche Häretiker zur Orthodoxie (Manichäer, Nestorianer, Eutychianer) und sogar Kaiserin Eudoxia vom Monophysitismus.
Wenn ich mich recht erinnere, hat ihn sogar der Hl. Symeon der Stylit besucht, und letzter ist auch einer der ganz Großen (wenn ich das so sagen darf).
Er hatte die Gabe der geistlichen Sicht (wie nennt man προορατικό χάρισμα am besten auf Deutsch?): er konnte während der Liturgie die Engel konzelebrieren sehen, er sah in die Herzen und Seelen der Menschen (und konnte dadurch viele auf den rechten Weg bringen) und er konnte wohl auch zukünftige Ereignisse voraussehen.
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Beitrag von Nassos » Sonntag 20. Januar 2013, 21:18

Eine kleine Korrektur: Kaiserin Eudoxia ging zum Heiligen Symeon den Styliten, um sich über den Monophytisismus zu erkundigen und dieser schickte sie zum Heiligen Euthymius.
Es ist auch sehr schön, was über ihn im Prolog von Ochrid steht.

Menno, wir haben so viele bedeutende Heilige und viele davon sind - wenn ich das so ausdrücken darf - unbekannt / haben keinen hohen Marktwert.
Beispielsweise sind Ikonen der Hll. Raphael, Nikolaus und Irene praktisch allgegenwärtig (was ja auch gut ist). Aber zum Beispiel kenn kaum jemand den Hl. Judas Thaddäus.



oder eben den Hl. Paulus von Theben.

Grmpf, und ich muss gestehen, dass die Kenntnis der Heiligen des Westens auch zu wünschen übrig lässt (vor wenigen Tagen gedachten wir z.B. der Hl. Genevieve von Paris, die Heilige mit der Kerze in der Hand)

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Beitrag von Nassos » Montag 28. Januar 2013, 21:09

28. Januar: Die Heiligen Syriens, Ephraim und Isaak:





Der 28. Januar ist Gedenktag der Entschlafung des Dieners Gottes, des Erzbischofs von Athen und Griechenland Christodoulos (+ 28. Januar 2008)

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Die Amphia der Kleriker werden mit ihnen beerdigt, weil das Mysterium der Chirotonie nicht vom Tod beendet wird.

Vater Christodoule, bitte für uns. Ewig Dein Gedenken.
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Beitrag von holzi » Dienstag 29. Januar 2013, 08:48

Was sind Amphia?
Die Zeit ist, bei Licht besehen, immer gleich gut und gleich schlecht am Ende vom Jahre wie am Anfange desselben, nur die besseren Menschen machen die Zeiten besser, und bessere Menschen macht nur das treu geübte Christentum.
Adolph Kolping

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Beitrag von Nassos » Donnerstag 31. Januar 2013, 18:12

Hallo holzi,

ursprünglich ist das die Bezeichnung für wertvolle und schöne Kleidung.
In der byzantinischen Zeit wurde damit die Gesamtheit der kaiserlichen und klerikalen Kleidung bezeichnet. Heutzutage bezieht sich dies ausschließlich auf die klerikale Kleidung, die in den Gottesdiensten getragen wird (Diakon, Priester, Bischof).
Man nennt sie komplett hieratiká ámfia (ιερατικά άμφια).

Das bedeutet, dass die Kleriker in kompletter “Ausstattung“ (der Bischof auch mit Stab) beerdigt werden.

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Beitrag von Nassos » Sonntag 12. Mai 2013, 12:46

Heute, am Thomassontag, gedenken wir auch der Hll. Fünf Märtyrer von Samothraki

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Χριστός ανέστη!
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Beitrag von Nassos » Donnerstag 2. Januar 2014, 12:53

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Beitrag von Lupus » Donnerstag 2. Januar 2014, 17:47

Wir haben heute die hl. Bischöfe Basilius der Große und Gregor von Nazianz gefeiert.
+L.
Christus mein Leben, Maria meine Hoffnung, Don Bosco mein Ideal!

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Beitrag von Nassos » Montag 27. Januar 2014, 20:39

Anselmus hat geschrieben:
Heute nach dem julianischen Kalender feiern wir die heilige Nina.

Heilige apostelgleiche Nina (georgisch: Nino), Erleuchterin Georgiens


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Beitrag von Nassos » Montag 27. Januar 2014, 20:39

Nassos hat geschrieben:
28. Januar, zwei große Heilige, Syrer:

Hl. Ephraim
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Hl. Isaak
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Beitrag von Nassos » Montag 27. Januar 2014, 20:42

Bei der Gelegenheit, hier das Gebet des Hl. Ephraim des Syrers, das während der Großen und Heiligen Fastenzeit gebetet wird (eigentlich auch in der Weihnachtsfastenzeit)

Herr und Gebieter meines Lebens,
gib mir nicht den Geist der Trägheit, der Neugier, der Herrschsucht und der Geschwätzigkeit.

Schenke mir vielmehr, Deinem Diener, den Geist der Erkenntnis, der Demut,
der Geduld und der Liebe.

Ja, Herr, mein König, gewähre mir, meine Sünden zu sehen
und meinen Bruder nicht zu verdammen,
denn Du bist gepriesen in die Ewigkeit der Ewigkeiten. Amen.


Begleitet wird dieses Gebet jeweils durch große und kleine Verbeugungen (der Körper betet mit).
Vielleicht werde ich hier mal was wiedergeben, was in einem griechischen Buch zur Fastenzeit über die Liebe gesagt wird (im Griechischen gibt es mehrer Wörter für die Liebe).

Gruß,
Nassos
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Beitrag von HeGe » Dienstag 28. Januar 2014, 11:49

Nassos hat geschrieben:Vielleicht werde ich hier mal was wiedergeben, was in einem griechischen Buch zur Fastenzeit über die Liebe gesagt wird (im Griechischen gibt es mehrer Wörter für die Liebe).
Würde mich sehr freuen! :ja:
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: Tagesheilige Orthodox

Beitrag von Nassos » Dienstag 4. Februar 2014, 21:33

Hallo HeGe,

ich habe das mal übersetzt und ich hoffe, dass es legal ist, das hier reinzusetzen. Wenn nicht, dann lasst die Mods von den Leinen.... ;D

Der Text stammt aus dem Buch von Vassilios Papavassiliou "Meditations for Great Lent - Refections on Tridodion", also das Osterfasten (was sehr gut passt, denn das Triodion und die Große Fastenzeit geht demnächst los).
In dem entsprechenden Abschnitt befasst sich das Buch mit dem Gebet des Heiligen Ephraim des Syrers und den Tugenden, die darin enthalten sind - so also auch die Liebe.

Das Gebet des Hl. Ephraim des Syrers:

Herr und Gebieter meines Lebens,
gib mir nicht den Geist der Trägheit, der Neugier, der Herrschsucht und der Geschwätzigkeit.
Schenke mir vielmehr, Deinem Diener, den Geist der Erkenntnis, der Demut,
der Geduld und der Liebe
.
Ja, Herr, mein König, gewähre mir, meine Sünden zu sehen
und meinen Bruder nicht zu verdammen,
denn Du bist gepriesen in die Ewigkeit der Ewigkeiten. Amen.

So, nun der Text zur Liebe:
Die größte der Tugenden ist die Liebe. Uns wird gesagt, Gott sei die Liebe, und wenn wir sagen, dass wir Gott lieben und nicht unseren Mitmenschen lieben, dann seien wir Lügner (1 Johannes 4:20). Aber was meinen Christen bzw was sollten sie meinen, wenn sie von Liebe sprechen?

Es gibt vier verschiedene griechische Wörter für Liebe: agape (Bruderliebe), eros (sexuelle Liebe), philia (Freundschaft) und storge (Mitgefühl). Das Wort, das fürgewöhnlich für die christliche Liebe verwendet wird - die Liebe zu Gott und die Liebe zum Mitmenschen - ist agape. Die drei anderen Wörter können jedoch auch auf die christliche Liebe angewandt werden.

Philia
Es gibt eine interessante Passage im Evangelium (Johannes 21:15-17), als Jesus Petrus drei mal fragt: “Liebst du mich?” und Petrus antwortet “Du weißt, dass ich Dich liebe.” Im griechischen Originaltext, fragt Christus die ersten zwei mal “Agapas me?” Das dritte mal fragt Er “Phileis me?”, wie wenn er fragen würde “Liebst du mich wirklich?”, “Liebst du mich wie einen Freund?” Philia impliziert eine engere, persönlichere Liebe als agape, und unsere Liebe für Gott sollte eine nahe und persönliche Beziehung sein.

Storge
Mitgefühl ist eine Art der Liebe, die jeder Christ besitzen sollte. Die Liebe, die der gute Samarit dem ausgeraubtem Opfer zeigte, war Mitgefühl (Lukas 10:25-37). Die Liebe, die dem Verlorenem Sohn gezeigt wurde, war Mitgefühl (Lukas 15:11-32). Mitgefühl ist was unsere Herzen dazu bewegt zu vergeben und barmherzig zu sein, jenen zu helfen, die in Not sind. Gott gebietet uns, unsere Feinde zu lieben. Die Liebe für unsere Feinde ist nicht philia oder eros. Agape und Storge sind die Arten Liebe, die wir unseren Feinden zeigen sollen. Von uns wird nicht erwartet, unsere Feinde zu mögen, uns ihrer Anwesenheit zu erfreuen oder ihnen zu vertrauen. Aber wir sollen Mitgefühl zeigen und vergeben, barmherzig sein, sie auch als Kinder Gottes sehen und daher auch als Brüder. Es ist das Mitgefühl, das Nächstenliebe und Güte aufrichtig macht. Wenn wir anderen mit Widerwillen oder Bitterkeit helfen, dann sind wir nicht wirklich mitfühlen.

Eros
Eros wird fürgewöhnlich als sexuelle oder intime Liebe aufgefasst. Es ist jedoch interessant , dass manche Kirchenväter dieses Wort benutzen, um den höchsten Grad der Liebe für Gott zu beschreiben. Das liegt daran, dass Eros die leidenschaftlichste Art der Liebe ist - er grenzt an Bessesenheit. Jeder, der verliebt war kann erzählen, dass er nicht essen oder schlafen konnte, weil er verliebt war, dass das Objekt ihrer Liebe das erste ist, an was sie beim Aufwachen denken und das letzte, wenn sie zu Bett gehen - und weitere solcher Dinge. So sollte unsere Liebe zu Gott sein.
Der Heilige Johannes vom Sinai (dem der vierte Fastensonntag gewidmet ist), bekannter unter dem Namen Johannes von der Leiter (Klimakos) wegen seines berühmten Werkes “Himmelsleiter”, sagt dass dies der Grund sei, warum viele jener Heiligen, die einst von dieser Leidenschaft des Eros bzw seinem sündigen Gegenpart, der Lust, besessen waren, zu denen Heiligen wurden, die Gott am leidenschaftlichsten liebten.
Ein großes Beispiel für solch einen Heiligen ist Maria von Ägypten (der der fünfte Fastensonntag gewidmet ist), eine wohlhabende Prostituierte, die zu einer der größten Asketinnen der Kirche wurde. Gemäß einigen Geschichten aus ihrem Leben, prostituierte sie sich nicht des Geldes wegen, da sie ja schon sehr wohlhabend war, sondern weil sie es genoss. Als sie das Christentum umarmte, gab sie alles auf und lebte ein Leben rigoroser Askese und Reue in der Wüste.
Solche Heilige gaben nicht so sehr ihre Leidenschaft auf, sondern leiteten sie vielmehr auf Gott um, und ersetzten somit das Objekt ihrer Begierde mit der Sehnsucht nach Gott. Das ist eine große Angelegenheit. Bereuen wird oft als etwas negatives aufgefasst, im Sinne von man gibt etwas auf. Aber tatsächlich ist Reue etwas positives - sie findet das richtige und angemessene Objekt für unsere Leidenschaften. Unsere Leidenschaften sind sogar notwendig; sie sind ein Geschenk. Ohne sie laufen wir Gefahr lauwarm zu sein, desinteressiert, etwas über das Christus in der Offenbarung sagt: “weil ihr lauwarm seid, weder kalt noch heiß, speie Ich euch aus Meinem Mund aus” (Off 3:16). Die Heiligen hatten eine brennende Liebe zu Gott. Sie waren die “leidenschaftlichsten” Menschen der Kirche, aber sie leiteten ihre Leidenschaften richtig, gaben ihnen ihren richtigen Sinn, und - mit einer Einzigartikeit an Herz und Verstand - übertrugen sie sie auf das eine Objekt ihrer Sehnsucht - Gott.

Agape
Im Sinne unserer Liebe für jemand anders, sind alle vier Arten von Liebe gut. Aber unsere Liebe zu unseren Mitmenschen wurzelt in unserer Liebe zu Gott. Für die Christenheit ist die Liebe zum Menschen nicht Humanitarianismus, der im Menschen das höchste Gut und Lebensziel sieht. Unsere Liebe zueinander kann oft gestört und sündig werden. Philia, eros und storge, die in sich gut sind, können pervertiert und übertrieben werden. Deshalb ist agape das Wort, das am häufigsten für die christliche Liebe verwendet wird. Agape ist die reinste Form der Liebe. Es ist die Liebe zu allen Menschen. Liebe für eine Person, die die Liebe zu anderen ausschließt, ist keine christliche Liebe.
Die Liebe zu Freunden (philia) kann uns beispielsweise zu Begünstigung und Parteilichkeit führen, und jene, die nicht unserem Freundeskreis angehören, unfair zu behandeln.
Eros, sexuelle Liebe, kann sogar schlimmer sein, weil sie die leidenschaftlchste Art der Liebe ist und kann sogar andere schaden. Er kann uns dazu bringen, der Person, die wir lieben, um jeden Preis gefällig zu sein. Seine niedrigste und gestörteste Form ist zügellose Lust, wenn sexuelle Befriedigung der ultimative Zweck wird.
Storge, Mitgefühl, muss auch gesteuert werden. Übertriebenes Mitleid für jemanden kann uns dazu bringen, die Bedürfnisse anderer zu übersehen. Sie kann uns sogar dazu führen, andere zu verwöhnen, zu verziehen, was insbesondere gewöhnlich in Eltern-Kind-Beziehungen auftritt.
Philia, storge und eros müssen daher durch agape geleitet werden, durch göttliche Liebe. Es ist nicht so, dass die anderen Formen der Liebe schlecht sind und nicht existieren sollten, aber die Objekte unserer Freundschaft, des Mitgefühls und des sexuellen Verlangens dürfen nicht zum Selbstzweck verkommen. Liebe zu Gott, göttliche Liebe, ist das, was allen anderen Formen der Liebe echten Sinn verleiht; in ihr finden sie ihren angemessenen Platz und Anteil.

Somit ist der geistige Kampf der Fastenzeit und des christlichen Lebens nicht eine Angelegenheit des Vermeidens von Leidenschaften, sondern sie zu beherrschen. Diese Herrschaft verlangt Disziplin. Diese Disziplin, diese Herrschaft über die Leidenschaften ist in der orthodoxen Spiritualität als “Leidenschaftslosigkeit” (apatheia) bekannt und wird als ein hoher Rang an Tugend angesehen. Nicht im Sinne von Gefühllosigkeit. Der Hl. Isaak der Syrer sagt: “Apatheia bedeutet nicht, dass man die Leidenschaften nicht mehr fühlt, sondern sie nicht mehr akzeptiert.” Apatheia ist die Harmonie zwischen Körper und Seele. Es ist die Erreichung der Ganzheit oder Reinheit.
Also ich fand diesen Text sehr :daumen-rauf:
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Re: Tagesheilige Orthodox

Beitrag von Sascha B. » Sonnabend 5. April 2014, 02:23

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Ehrw. Nikon und seine 199 Jünger († 250).

Der ehrwürdige Nikon wurde in Neapolis geboren. Er war ein Soldat von Beruf, heidnischen Glaubens, obwohl seine Mutter Christin war. Als er einst auf dem Schlachtfeld den sicheren Tod vor Augen hatte, betete er schließlich zu Christus und gelobte, sollte er am Leben bleiben, sich taufen zu lassen. Darauf suchte er auch solche Gelegenheit, und wurde vom Bischof Theodosios von Kysikos in Trakien bekehrt und getauft. Danach lebte er mit dem Bischof Theodosios als Einsiedler in der Wüste.
Nach dem Tod des Theodosios übernahm der Heilige sein Amt, wurde Bischof und Seelenführer von 190 Brüdern des Klosters. Die Brüderschaft begab sich nach Sizilien. Unterwegs wurden weitere neun Menschen bekehrt und der Brüderschaft angeschlossen. Jedoch bei der Stadt Tauromenon wurden sie alle angehalten, und von Christenverfolgern enthauptet. Das geschah unter Kaiser Decios, im Jahre 250.
Um den Frieden von oben und das Heil unserer Seelen lasset zum Herrn uns beten.
Herr, erbarme dich.

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Beitrag von Fragesteller » Sonnabend 5. April 2014, 10:07

Nassos hat geschrieben: Also ich fand diesen Text sehr :daumen-rauf:
Ja! :daumen-rauf:

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Beitrag von ad-fontes » Mittwoch 7. Januar 2015, 11:32

Christus ist geboren!
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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