Lutheraner hat geschrieben:
Wir sind durch unsere Sünden schuldig vor Gott. Jeder (humane) Mensch kennt dieses Gefühl etwas Gutes tun zu müssen, als Ausgleich für eine böse Tat oder als Ausgleich dafür, dass es einem so gut geht oder in der Hoffnung, dass das Schicksal einen später nicht so hart treffen möge. Das ist aber alles viel zu kurz gegriffen.
Ja, das ist klar! Natürlich sind wir schuldig vor Gott. Eben deshalb verstehe ich ja das "schuldlos erkannt" nicht. Wir SIND schuldig, und wir HABEN Strafe verdient. Eigentlich. Aber Gott straft nicht, sobald ein Mensch umkehrt und ihn, Gott, um Verzeihung bittet.
Ich hab mal ein Gebet gelesen, weiss leider nicht mehr von wem, aber es hat mich beeindruckt. Es ging ungefähr so: "Gott, Du leugnest meine Sünde nicht. Du vergibst mir, und das ist Deine Wahrheit."
Seine Wahrheit und Gerechtigkeit ist ganz anders, als menschliche Gerechtigkeit. ER vergibt dem reuigen Sünder. Immer wieder. (und, by the way, er erwartet das Gleiche von uns.. sieben mal siebzigmal an einem Tag...)
Welches Gute könnte gut genug sein, als "Ausgleich für eine böse Tat"? Ach ja, laut Anselm von Canterbury muss es eben Gott selbst sein, der Satisfaktion leistet für die Beleidigung Gottes!
Dabei, ist es doch so einfach: Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! Das war der erste Satz, der uns von Jesus überliefert ist. Mehr braucht es nicht, als: Umkehr und Glaube an die Frohe Botschaft von der Menschenliebe Gottes. (Die Bibel ist voll davon, wer Augen hat, zu lesen, der tue also)
Lutheraner hat geschrieben:Wie würdest Du die Theorie von der Heilung biblisch begründen (ich glaube wir hatten die Diskussion schon einmal in der Klausnerei gehabt und da fanden sich auch nicht viele Anhaltspunkte....).
Ich werde mich natürlich nicht auf dieses Spiel einlassen. DU bist derjenige, der alles anhand der Bibel begründen muss, nicht ich. Sola scriptura ist nicht
Die Kirche hat IMMER schon Erlösung als Heilung, als Heiligung und als Vergöttlichung gelehrt und gelebt.
Was nicht heisst, dass das nicht "biblisch belegbar" wäre. Aber ich habe jetzt keine Lust auf Versepuzzelei, sondern werde mir lieber mal wieder einen der Briefe in Gänze zu Gemüte führen... Römer, oder Hebräer zum Beispiel.
Lutheraner hat geschrieben:Ein Missionar fragte eine alte, erst getaufte Christin, die im Sterben lang, ob sie sich nicht vor dem Tod fürchte.
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Das mag manchem zu einfach und zu naiv klingen, aber diese Frau ist Christin. Sie hat das Christentum und den Weg zum Heil verstanden - ohne, dass sie vielleicht richtig erfasst hat, was "Licht von Licht" im Credo oder die Tatsache, dass der Heilige Geist vom Vater ausgeht, bedeutet.
Naja... ich hab die Erzählung schon gekannt und sie ist wirklich etwas naiv... und vor allem falsch. Jesus Christus ist der Richter der Lebenden und der Toten. Nicht der "böse" Vater. Und wir müssen uns auch nicht vor dem Vater verstecken...
(Was allerdings nicht heisst, dass diese Frau nicht gerettet wäre wegen mangelnder Theologiekenntnisse.. da erlaub ich mir kein Urteil)
Lg Maria