Tridentinische Messorte

Rund um den traditionellen römischen Ritus und die ihm verbundenen Gemeinschaften.
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Hubertus
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Re: Tridentinische Messorte

Beitrag von Hubertus » Sonntag 21. April 2019, 18:35

Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 08:40
Dem am nächsten kam seinerzeit Pfr. Schoonbroodt, der abwechselnd eine Prophetie sang und die nächste las.
Genau diese Regelung hatte ich gestern im Stillen erwogen, wußte aber nicht, ob das sich auf eine gewisse "Tradition" berufen könnte.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Lycobates
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Re: Tridentinische Messorte

Beitrag von Lycobates » Sonntag 21. April 2019, 20:33

Hubertus hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 18:35
Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 08:40
Dem am nächsten kam seinerzeit Pfr. Schoonbroodt, der abwechselnd eine Prophetie sang und die nächste las.
Genau diese Regelung hatte ich gestern im Stillen erwogen, wußte aber nicht, ob das sich auf eine gewisse "Tradition" berufen könnte.
Das kann ich leider auch nicht sagen.
In den Decreta authentica und im Memoriale rituum pro minoribus ecclesiis finde ich heute abend auf Anhieb dazu nichts, außer, daß bei den Sängern der Prophetien immer von Clericis die Rede ist, diese also keine Laien sein können, wenn auch diese Regel (für die Prophetien) vielleicht nicht so strikte gilt als für den Gesang der Passion (die ja ein Evangelium ist, wofür striktissime nur ein Sänger von Diakon an aufwärts in Frage kommt, mit Ausnahme der Partie des Synagoge, die vom Chor gesungen werden kann).
Wenn nur ein Zelebrant vorhanden ist, obliegt natürlich ihm allein die Lektüre bzw. das Singen.

Selber bin ich kein Augenzeuge der Situation vor 1955.
Möglicherweise hat sich Pfr. Schoonbroodt aber auf irgendeine legitime Gewohnheit diesbezüglich berufen. Wir können ihn leider nicht mehr fragen, er verstarb im Mai 2012 in St.Vith an den Spätfolgen eines Autounfalls, der ihn ereilte, als er von Marienbad in Böhmen, wo er eine Gruppe Gläubigen einmal monatlich betreute, zurück nach Hause fuhr.
Paul Schoonbroodt war 1933 in Eupen geboren (wie Erzbischof Simar, dessen Dogmatik noch immer eines der führenden Lehrbücher ist) und 1958 für das Bistum Lüttich zum Priester geweiht worden. Er hat den NOM immer beharrlich abgelehnt, wurde dafür vom Bischof aus dem Schuldienst entlassen und in ein 130-Seelendorf geschickt.
Im Laufe der Jahre war er zur Überzeugung der Sedes vacans gekommen, und zelebrierte etwa seit Mitte der 70er Jahre so wie es in meiner Signatur steht. Die prä-1955er Karwoche hatte er in den letzten etwa zehn Jahren seines Wirkens wieder eingeführt, nachdem er bis dahin (nur für die Karwoche) die Reform von 1955/6 mitgemacht hatte. Das haben wir alle begrüßt.

Als "tridentinischer Meßort", um beim Thema zu bleiben, blieb die einstige Wirkungsstätte des Pfarrers im Dreiländereck B-D-L erhalten, sie wird glaube ich jetzt von der FSSPX betreut. Ich bin aber nicht mehr dort gewesen.
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
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Re: Tridentinische Messorte

Beitrag von holzi » Sonntag 21. April 2019, 21:32

Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 12:19
Wir?
Es war doch die Rede von den Prophetien. Die singt aber grundsätzlich nur der Zelebrant bzw. ein Kleriker alleine.
:hmm:
Im Repertorium Rituum von Hartmann (1873) steht dort als Nebenbemerkung, dass wenn Kantoren anwesend sind, der Celebrant dieselben still mitbeten solle: https://reader.digitale-sammlungen.de/d ... 00544.html

Von daher ein durchaus alter Brauch und keinesfalls ein modernistisches Greuel! Eigentlich schon komisch, dass die Papstlosen noch päpstlicher als der Papst sein wollen. :breitgrins:
Diese Nachricht wurde CO²-neutral, umweltfreundlich, aus wiederverwerteten Buchstaben von weggeworfenen E-Mails geschrieben und ist digital voll abbaubar.

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Re: Tridentinische Messorte

Beitrag von Lycobates » Sonntag 21. April 2019, 21:39

holzi hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 21:32
Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 12:19
Wir?
Es war doch die Rede von den Prophetien. Die singt aber grundsätzlich nur der Zelebrant bzw. ein Kleriker alleine.
:hmm:
Im Repertorium Rituum von Hartmann (1873) steht dort als Nebenbemerkung, dass wenn Kantoren anwesend sind, der Celebrant dieselben still mitbeten solle: https://reader.digitale-sammlungen.de/d ... 00544.html

Von daher ein durchaus alter Brauch und keinesfalls ein modernistisches Greuel! Eigentlich schon komisch, dass die Papstlosen noch päpstlicher als der Papst sein wollen. :breitgrins:
Klar, daß der Zelebrant die Prophetien still liest (an der Epistelseite), wenn einer oder mehrere Kantoren vorhanden sind, um dieselben zu singen. (Der Zelebrant muß immer still lesen, was immer vom Chor, bzw. von Kantoren, Subdiakon oder Diakon gesungen wird).
Die Kantoren der Prophetien sind aber Kleriker, Lectoren steht bei Hartmann!
(was bedeutet, von Lector an aufwärts)
(Und natürlich singt nur jeweils ein Kantor eine Prophetie, nicht alle Kantoren zusammen!)
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Re: Tridentinische Messorte

Beitrag von Protasius » Montag 22. April 2019, 09:00

Wenn ein Laie als Ministrant die Aufgaben eines Akolythen übernehmen kann, kann er auch die Aufgaben eines Lektors übernehmen; schließlich ist die Weihe zum Lektor der Weihe zum Akolythen vorausgehend. Ich habe – obgleich nie tonsuriert – keine Bedenken eine Prophetie zu singen oder im Bedarfsfalle die Epistel in einer Missa cantata.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Tridentinische Messorte

Beitrag von CIC_Fan » Montag 22. April 2019, 09:07

Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 20:33
Hubertus hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 18:35
Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 08:40
Dem am nächsten kam seinerzeit Pfr. Schoonbroodt, der abwechselnd eine Prophetie sang und die nächste las.
Genau diese Regelung hatte ich gestern im Stillen erwogen, wußte aber nicht, ob das sich auf eine gewisse "Tradition" berufen könnte.
Das kann ich leider auch nicht sagen.
In den Decreta authentica und im Memoriale rituum pro minoribus ecclesiis finde ich heute abend auf Anhieb dazu nichts, außer, daß bei den Sängern der Prophetien immer von Clericis die Rede ist, diese also keine Laien sein können, wenn auch diese Regel (für die Prophetien) vielleicht nicht so strikte gilt als für den Gesang der Passion (die ja ein Evangelium ist, wofür striktissime nur ein Sänger von Diakon an aufwärts in Frage kommt, mit Ausnahme der Partie des Synagoge, die vom Chor gesungen werden kann).
Wenn nur ein Zelebrant vorhanden ist, obliegt natürlich ihm allein die Lektüre bzw. das Singen.

Selber bin ich kein Augenzeuge der Situation vor 1955.
Möglicherweise hat sich Pfr. Schoonbroodt aber auf irgendeine legitime Gewohnheit diesbezüglich berufen. Wir können ihn leider nicht mehr fragen, er verstarb im Mai 2012 in St.Vith an den Spätfolgen eines Autounfalls, der ihn ereilte, als er von Marienbad in Böhmen, wo er eine Gruppe Gläubigen einmal monatlich betreute, zurück nach Hause fuhr.
Paul Schoonbroodt war 1933 in Eupen geboren (wie Erzbischof Simar, dessen Dogmatik noch immer eines der führenden Lehrbücher ist) und 1958 für das Bistum Lüttich zum Priester geweiht worden. Er hat den NOM immer beharrlich abgelehnt, wurde dafür vom Bischof aus dem Schuldienst entlassen und in ein 130-Seelendorf geschickt.
Im Laufe der Jahre war er zur Überzeugung der Sedes vacans gekommen, und zelebrierte etwa seit Mitte der 70er Jahre so wie es in meiner Signatur steht. Die prä-1955er Karwoche hatte er in den letzten etwa zehn Jahren seines Wirkens wieder eingeführt, nachdem er bis dahin (nur für die Karwoche) die Reform von 1955/6 mitgemacht hatte. Das haben wir alle begrüßt.

Als "tridentinischer Meßort", um beim Thema zu bleiben, blieb die einstige Wirkungsstätte des Pfarrers im Dreiländereck B-D-L erhalten, sie wird glaube ich jetzt von der FSSPX betreut. Ich bin aber nicht mehr dort gewesen.
soweit ich weiß sind dort jetzt Dominikaner

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Re: Tridentinische Messorte

Beitrag von Lycobates » Montag 22. April 2019, 11:27

Protasius hat geschrieben:
Montag 22. April 2019, 09:00
Wenn ein Laie als Ministrant die Aufgaben eines Akolythen übernehmen kann, kann er auch die Aufgaben eines Lektors übernehmen; schließlich ist die Weihe zum Lektor der Weihe zum Akolythen vorausgehend. Ich habe – obgleich nie tonsuriert – keine Bedenken eine Prophetie zu singen oder im Bedarfsfalle die Epistel in einer Missa cantata.
Aber dann doch ohne Manipel und ohne den Offertoriumsdienst zu verrichten.
Die Praxis kommt vor, ist aber contra legem.

Nur bei Bedarf (si adsit rationabilis causa) darf ein zumindest tonsurierter Kleriker das Amt des Subdiakons übernehmen, dann aber nur die Epistel singen, in Tunizella (oder planeta plicata), aber ohne Manipel.
Dazu bis heute maßgeblich das Dekret De Clerico loco Subdiaconi vel Cappellani in Missa ministrante der Ritenkongregation, vom hl. Pius X. bestätigt am 14. März 1906 (Acta Sanctae Sedis 39, 119-121).

Text:
1. Clericus ad munus Subdiaconi obeundum in Missa solemni, nunquam deputetur, nisi adsit rationabilis causa et in minoribus ordinibus sit constitutus aut saltem sacra tonsura initiatus.
2. Clericus pro Subdiacono inserviens, alba super amictu, cingulo et tunica absque manipulo sit indutus, atque omnia quae ad Subdiaconum ex Rubricis spectant rite expleat hisce tamen exceptis: a) aquam ante Offertorium in calicem non infundat, quod in casu Diaconus praestabit; b) calicem ipsum infra actionem nunquam tangat, neque pallam ab eodem removeat aut super eum reponat; c) post ablutionem calicem non abstergat (abstergente ipso Celebrante) sed tantummodo illum componat more solito et velo cooperiat cum bursa et ad mensam deferat.
Was das Singen der Prophetien angeht, kann man möglicherweise größere Kulanz walten lassen.
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Re: Tridentinische Messorte

Beitrag von Lycobates » Montag 22. April 2019, 11:28

CIC_Fan hat geschrieben:
Montag 22. April 2019, 09:07
Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 20:33
Hubertus hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 18:35
Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 08:40
Dem am nächsten kam seinerzeit Pfr. Schoonbroodt, der abwechselnd eine Prophetie sang und die nächste las.
Genau diese Regelung hatte ich gestern im Stillen erwogen, wußte aber nicht, ob das sich auf eine gewisse "Tradition" berufen könnte.
Das kann ich leider auch nicht sagen.
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Wenn nur ein Zelebrant vorhanden ist, obliegt natürlich ihm allein die Lektüre bzw. das Singen.

Selber bin ich kein Augenzeuge der Situation vor 1955.
Möglicherweise hat sich Pfr. Schoonbroodt aber auf irgendeine legitime Gewohnheit diesbezüglich berufen. Wir können ihn leider nicht mehr fragen, er verstarb im Mai 2012 in St.Vith an den Spätfolgen eines Autounfalls, der ihn ereilte, als er von Marienbad in Böhmen, wo er eine Gruppe Gläubigen einmal monatlich betreute, zurück nach Hause fuhr.
Paul Schoonbroodt war 1933 in Eupen geboren (wie Erzbischof Simar, dessen Dogmatik noch immer eines der führenden Lehrbücher ist) und 1958 für das Bistum Lüttich zum Priester geweiht worden. Er hat den NOM immer beharrlich abgelehnt, wurde dafür vom Bischof aus dem Schuldienst entlassen und in ein 130-Seelendorf geschickt.
Im Laufe der Jahre war er zur Überzeugung der Sedes vacans gekommen, und zelebrierte etwa seit Mitte der 70er Jahre so wie es in meiner Signatur steht. Die prä-1955er Karwoche hatte er in den letzten etwa zehn Jahren seines Wirkens wieder eingeführt, nachdem er bis dahin (nur für die Karwoche) die Reform von 1955/6 mitgemacht hatte. Das haben wir alle begrüßt.

Als "tridentinischer Meßort", um beim Thema zu bleiben, blieb die einstige Wirkungsstätte des Pfarrers im Dreiländereck B-D-L erhalten, sie wird glaube ich jetzt von der FSSPX betreut. Ich bin aber nicht mehr dort gewesen.
soweit ich weiß sind dort jetzt Dominikaner
Die sind schon wieder weg.
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Re: Tridentinische Messorte

Beitrag von Protasius » Montag 22. April 2019, 14:05

Lycobates hat geschrieben:
Montag 22. April 2019, 11:27
Protasius hat geschrieben:
Montag 22. April 2019, 09:00
Wenn ein Laie als Ministrant die Aufgaben eines Akolythen übernehmen kann, kann er auch die Aufgaben eines Lektors übernehmen; schließlich ist die Weihe zum Lektor der Weihe zum Akolythen vorausgehend. Ich habe – obgleich nie tonsuriert – keine Bedenken eine Prophetie zu singen oder im Bedarfsfalle die Epistel in einer Missa cantata.
Aber dann doch ohne Manipel und ohne den Offertoriumsdienst zu verrichten.
Die Praxis kommt vor, ist aber contra legem.

Nur bei Bedarf (si adsit rationabilis causa) darf ein zumindest tonsurierter Kleriker das Amt des Subdiakons übernehmen, dann aber nur die Epistel singen, in Tunizella (oder planeta plicata), aber ohne Manipel.
Dazu bis heute maßgeblich das Dekret De Clerico loco Subdiaconi vel Cappellani in Missa ministrante der Ritenkongregation, vom hl. Pius X. bestätigt am 14. März 1906 (Acta Sanctae Sedis 39, 119-121).

Text:
1. Clericus ad munus Subdiaconi obeundum in Missa solemni, nunquam deputetur, nisi adsit rationabilis causa et in minoribus ordinibus sit constitutus aut saltem sacra tonsura initiatus.
2. Clericus pro Subdiacono inserviens, alba super amictu, cingulo et tunica absque manipulo sit indutus, atque omnia quae ad Subdiaconum ex Rubricis spectant rite expleat hisce tamen exceptis: a) aquam ante Offertorium in calicem non infundat, quod in casu Diaconus praestabit; b) calicem ipsum infra actionem nunquam tangat, neque pallam ab eodem removeat aut super eum reponat; c) post ablutionem calicem non abstergat (abstergente ipso Celebrante) sed tantummodo illum componat more solito et velo cooperiat cum bursa et ad mensam deferat.
Was das Singen der Prophetien angeht, kann man möglicherweise größere Kulanz walten lassen.
Ich bezog mich explizit auf eine Missa cantata, also ohne ministri sacri, in der es nicht notwendig, aber möglich ist, daß die Epistel nicht vom Zelebranten sondern einem Lektor gesungen wird (was ich tatsächlich schon getan habe und bspw. auch bei der FSSPX im Seminar übliche Praxis ist). Den Dienst des Subdiakons zu versehen ist eine ganz andere Angelegenheit, dazu ist nach Ansicht der Kommission Ecclesia Dei die Beauftragung zum Akolythen nach den nachkonziliaren Büchern erforderlich, über die ich nicht verfüge.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Tridentinische Messorte

Beitrag von CIC_Fan » Montag 22. April 2019, 16:02

was blödsinn ist wenn die Regeln von 1962 gelten

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Re: Tridentinische Messorte

Beitrag von Protasius » Montag 22. April 2019, 19:38

CIC_Fan hat geschrieben:
Montag 22. April 2019, 16:02
was blödsinn ist wenn die Regeln von 1962 gelten
Mein Beitrag war vllt. etwas verkürzend, aber der Punkt ist, daß die Vertretung des Subdiakons durch jemanden ohne diese Weihe nur einem Minoristen bzw. einem beauftragten Akolythen erlaubt ist. Da de facto Minoristen praktisch nur in Seminarien vorhanden sind (entgegen der Bestimmungen des Tridentinums), wo auch in ausreichender Zahl Leute mit höheren Weihen zu finden sind, gibt es da, wo die Regeln von 1962 gelten, schwerlich einen vernünftigen Grund auf Minoristen zurückzugreifen.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Tridentinische Messorte

Beitrag von Lycobates » Montag 22. April 2019, 21:09

Protasius hat geschrieben:
Montag 22. April 2019, 14:05
Lycobates hat geschrieben:
Montag 22. April 2019, 11:27
Protasius hat geschrieben:
Montag 22. April 2019, 09:00
Wenn ein Laie als Ministrant die Aufgaben eines Akolythen übernehmen kann, kann er auch die Aufgaben eines Lektors übernehmen; schließlich ist die Weihe zum Lektor der Weihe zum Akolythen vorausgehend. Ich habe – obgleich nie tonsuriert – keine Bedenken eine Prophetie zu singen oder im Bedarfsfalle die Epistel in einer Missa cantata.
Aber dann doch ohne Manipel und ohne den Offertoriumsdienst zu verrichten.
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Dazu bis heute maßgeblich das Dekret De Clerico loco Subdiaconi vel Cappellani in Missa ministrante der Ritenkongregation, vom hl. Pius X. bestätigt am 14. März 1906 (Acta Sanctae Sedis 39, 119-121).

Text:
1. Clericus ad munus Subdiaconi obeundum in Missa solemni, nunquam deputetur, nisi adsit rationabilis causa et in minoribus ordinibus sit constitutus aut saltem sacra tonsura initiatus.
2. Clericus pro Subdiacono inserviens, alba super amictu, cingulo et tunica absque manipulo sit indutus, atque omnia quae ad Subdiaconum ex Rubricis spectant rite expleat hisce tamen exceptis: a) aquam ante Offertorium in calicem non infundat, quod in casu Diaconus praestabit; b) calicem ipsum infra actionem nunquam tangat, neque pallam ab eodem removeat aut super eum reponat; c) post ablutionem calicem non abstergat (abstergente ipso Celebrante) sed tantummodo illum componat more solito et velo cooperiat cum bursa et ad mensam deferat.
Was das Singen der Prophetien angeht, kann man möglicherweise größere Kulanz walten lassen.
Ich bezog mich explizit auf eine Missa cantata, also ohne ministri sacri, in der es nicht notwendig, aber möglich ist, daß die Epistel nicht vom Zelebranten sondern einem Lektor gesungen wird (was ich tatsächlich schon getan habe und bspw. auch bei der FSSPX im Seminar übliche Praxis ist).
OK!
Die Seminaristen wären aber doch Minoristen oder zumindest eingekleidet und tonsuriert, bevor sie dazu kämen, das Epistel-Singen einzuüben.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden.
Ich möchte diesen Punkt (oder auch andere) nicht über Gebühr dramatisieren.
Aber in einer Zeit, wo absolute Anarchie und grobe Unwissenheit herrschen in liturgicis, und auch in "Tradi-Kreisen" viele glauben, das tun zu können, was ihnen gerade beliebt, ohne sich um Rubriken und Dekrete zu scheren (die sie oft nicht kennen), Stichwort: "Notlage", finde ich es notwendig, immer wieder darauf hinzuweisen, daß die Liturgie als Dienst Gottes bis in Einzelheiten eine etablierte Ordnung hat, die eingehalten werden soll, und nicht dem Belieben des Einzelnen überlassen ist.
Dabei befürworte ich in der Tat, u.U. auch auf seinerzeit legitim erlassene Indulte und legitime Gewohnheiten und Eigenheiten gewisser Diözesen oder Kongregationen zu verzichten, und sich dem usus Romanae Curiae, wie er in den Büchern und Dekreten der Ritenkongregation vor dem ab 1955 massiv einsetzenden liturgischen Zusammenbruch zum Ausdruck kommt, ohne wenn und aber unterzuordnen. Wenn mal wieder geordnete und sichere Verhältnisse herrschen, kommt möglicherweise wieder die Zeit, die Zügel zu lockern und eine größere Variation zu befürworten.
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Re: Tridentinische Messorte

Beitrag von Maternus87 » Sonntag 30. Juni 2019, 15:21

In Essen tut sich offenbar etwas:

Gemeindezukunft – Petrusbruderschaft künftig in St. Joseph?

https://www.waz.de/staedte/oberhausen/g ... 3Khho00m5Q

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Re: Tridentinische Messorte

Beitrag von Juergen » Sonntag 30. Juni 2019, 18:49

Ich habe mal hier die vom Erzbistum Paderborn eingerichteten Meßorte eingetragen.
http://www.altemessepb.info/node/169

Sollte wer Orte/Kirchen/Kapellen mit regelmäßigen Messen in der a.o. Form des röm. Ritus im Erzbistum Paderborn kennen, die nicht vom Erzbistum eingerichtet wurden, so kann ich die dort gerne nachtragen.
Gruß
Jürgen
Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

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Re: Tridentinische Messorte

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Sonntag 30. Juni 2019, 19:11

Juergen hat geschrieben:
Sonntag 30. Juni 2019, 18:49
Ich habe mal hier die vom Erzbistum Paderborn eingerichteten Meßorte eingetragen.
http://www.altemessepb.info/node/169

Sollte wer Orte/Kirchen/Kapellen mit regelmäßigen Messen in der a.o. Form des röm. Ritus im Erzbistum Paderborn kennen, die nicht vom Erzbistum eingerichtet wurden, so kann ich die dort gerne nachtragen.
„Pro Missa Tridentina“ führt in seiner Gottesdienstliste noch die Messorte Drolshagen und Lippstadt-Cappel auf:
57489 Drolshagen (Erzbistum Paderborn)

Kapelle St. Michael, Sendschotten, Im Neuen Garten 1,
erster Montag um 18.30 Uhr (Sommerzeit 19.00 Uhr)
Termin nachfragen über Tel. 02761 / 71124 oder in den Pfarrnachrichten auf der Internet-Seite des Pastoralverbunds Kirchspiel Drolshagen nachlesen
59556 Lippstadt-Cappel (Erzbistum Paderborn)

Mariä Himmelfahrt, Beckumer Str. 120 a,
zweiter Sonntag um 10.00 Uhr
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

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Re: Tridentinische Messorte

Beitrag von Juergen » Sonntag 30. Juni 2019, 19:36

Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Sonntag 30. Juni 2019, 19:11
Juergen hat geschrieben:
Sonntag 30. Juni 2019, 18:49
Ich habe mal hier die vom Erzbistum Paderborn eingerichteten Meßorte eingetragen.
http://www.altemessepb.info/node/169

Sollte wer Orte/Kirchen/Kapellen mit regelmäßigen Messen in der a.o. Form des röm. Ritus im Erzbistum Paderborn kennen, die nicht vom Erzbistum eingerichtet wurden, so kann ich die dort gerne nachtragen.
„Pro Missa Tridentina“ führt in seiner Gottesdienstliste noch die Messorte Drolshagen und Lippstadt-Cappel auf:
57489 Drolshagen (Erzbistum Paderborn)

Kapelle St. Michael, Sendschotten, Im Neuen Garten 1,
erster Montag um 18.30 Uhr (Sommerzeit 19.00 Uhr)
Termin nachfragen über Tel. 02761 / 71124 oder in den Pfarrnachrichten auf der Internet-Seite des Pastoralverbunds Kirchspiel Drolshagen nachlesen
59556 Lippstadt-Cappel (Erzbistum Paderborn)

Mariä Himmelfahrt, Beckumer Str. 120 a,
zweiter Sonntag um 10.00 Uhr
Bei Drolshagen habe ich nichts im Pfarrbrief gefunden.
Bei Cappel habe ich es tatsächlich auf der Homepage überlesen
http://mariae-himmelfahrt-cappel.de/Mar ... lfahrt.php
Gruß
Jürgen
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Re: Tridentinische Messorte

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Sonntag 30. Juni 2019, 19:50

Juergen hat geschrieben:
Sonntag 30. Juni 2019, 19:36
Bei Drolshagen habe ich nichts im Pfarrbrief gefunden.
Leider scheint es in Deutschland eine ganze Reihe von offiziellen Messorten zu geben, die nicht im jeweiligen Pfarrbrief publiziert werden, aus welchen Gründen auch immer.

Vielleicht kann in diesem Fall das Pastoralverbundsbüro von Drolshagen telefonisch Auskunft erteilen, ob der Messort noch aktuell ist.
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

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