Priesterbruderschaft St. Petrus

Rund um den traditionellen römischen Ritus und die ihm verbundenen Gemeinschaften.
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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 29. Juni 2018, 16:51

ich bleibe mal bei einem praktischen Beispiel daß deutsche Amt ist teil der liturgischen Tradition da es in den 30ern bereits genehmigt war
also spricht nichts dagegen die Messe so zu lesen
es gibt hier 2 Punkte die für die traditionelle Bewegung zum Problem werden die Mentalität "je älter je besser"
und sich an den Rubriken zu "delektieren"
was damit gemeint ist kann man hier im Forum sehr schön
hier sehen
https://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?f=20&t=18463
es geht nicht um die Möglichkeit hier konkrete Fragen zu stellen sondern um die "Genießer Mentalität"die da zum Teil sichtbar wird
Auch war die Liturgie ja auch nur ein Teil der Probleme die die Traditionelle Bewegung ins Leben gerufen hat
heute reduziert man allen auf die Liturgie

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Lycobates
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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Lycobates » Freitag 29. Juni 2018, 17:34

CIC_Fan hat geschrieben:
Freitag 29. Juni 2018, 16:51
es gibt hier 2 Punkte die für die traditionelle Bewegung zum Problem werden die Mentalität "je älter je besser"
und sich an den Rubriken zu "delektieren"
...
es geht nicht um die Möglichkeit hier konkrete Fragen zu stellen sondern um die "Genießer Mentalität"die da zum Teil sichtbar wird
sed contra:
Zelus domus tuae comedit me

CIC_Fan hat geschrieben:
Freitag 29. Juni 2018, 16:51
Auch war die Liturgie ja auch nur ein Teil der Probleme die die Traditionelle Bewegung ins Leben gerufen hat
heute reduziert man allen auf die Liturgie
Da stimme ich zu.
Das Grundproblem ist dogmatischer Art, das Liturgiemassaker ist Symptom.
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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 29. Juni 2018, 17:59

genau das war die sichtweise bis 1988 danach wurde das schnell vergessen bei vielen und die schönen Liturgien gaukeln vor alles ist bestens

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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Siard » Freitag 29. Juni 2018, 19:05

Lycobates hat geschrieben:
Freitag 29. Juni 2018, 17:34
Das Grundproblem ist dogmatischer Art, das Liturgiemassaker ist Symptom.
Beides ist untrennbar. Das Liturgiemassaker ist nicht Symptom, sondern ein Aspekt des Massakers an Lehre und Beten der Kirche.

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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Petrus » Freitag 29. Juni 2018, 19:18

zu den letzten Beiträgen hier:

1) Deutsches Amt, von CIC_Fan erwähnt (vgl. hierzu auch https://de.wikipedia.org/wiki/Betsingmesse )
Das hatte mit "Liturgie" nach damaligem Verständnis nichts zu tun. Alleiniger Träger der Liturgie war der zelebrierende Priester. Was das "Volk" machte, (Schubert-"Messe", Mozart-"Messe", Rosenkranz, deutsche Kirchenlieder), war für die Liturgie nach damaligem Verständnis nicht relevant.

2) Der ursprüngliche Konflikt geht tiefer, als der Konflikt um den Meßritus. Da stimme ich Dir zu, Lycobates. Allerdings - da unterscheiden wir uns in der Beurteilung - ist der Grundkonflikt m. E. nicht dogmatischer Art, sondern die Ablehnung der Moderne.

"Die Weltherrschaftspläne der Juden werden in unserer Zeit Wirklichkeit seit der Gründung der Freimaurerei und der Revolution, die die Kirche enthauptet und die sozialistische Weltdemokratie eingeführt hat".

Marcel Levebvre, zitiert nach http://www.kathpedia.com/index.php/Marcel_Lefebvre


Um auf das eigentliche Thema des threads zurückzukommen: Welche Existenzberechtigung meint die Petrusbruderschaft denn, zu haben? "Weil die Alte Messe halt so schön ist", reicht mir nicht so ganz.
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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Siard » Freitag 29. Juni 2018, 20:45

Petrus hat geschrieben:
Freitag 29. Juni 2018, 19:18
1) Deutsches Amt, von CIC_Fan erwähnt (vgl. hierzu auch https://de.wikipedia.org/wiki/Betsingmesse )
Das hatte mit "Liturgie" nach damaligem Verständnis nichts zu tun. Alleiniger Träger der Liturgie war der zelebrierende Priester. Was das "Volk" machte, (Schubert-"Messe", Mozart-"Messe", Rosenkranz, deutsche Kirchenlieder), war für die Liturgie nach damaligem Verständnis nicht relevant.
Allerdings! Als das Volk zum Mitträger der Liturgie wurde hat man das Handels des Volkes zur Richtschnur gemacht, wesentliche Grundlagen des liturgischen Handels und zentrale Texte wurden entsorgt wie Müll.

Formulierung wie "zum Glaubensbekenntnis singen wir" sind ein deutlichen Kennzeichen der Planlosigkeit – auch der Priester. Wenn schon, dann wird das als Glaubensbekenntnis gesungen. Das der Priester dabei das Credo betet ist im NOM nicht nur nicht vorgesehen, sondern falsch!
Petrus hat geschrieben:
Freitag 29. Juni 2018, 19:18
Um auf das eigentliche Thema des threads zurückzukommen: Welche Existenzberechtigung meint die Petrusbruderschaft denn, zu haben? "Weil die Alte Messe halt so schön ist", reicht mir nicht so ganz.
Leider sehe ich aber gerade für die Petrusbruderschaft keine andere Grundlage, da sie ja völlig auf Konzilskurs ist.

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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Lycobates » Freitag 29. Juni 2018, 20:54

Petrus hat geschrieben:
Freitag 29. Juni 2018, 19:18
2) Der ursprüngliche Konflikt geht tiefer, als der Konflikt um den Meßritus. Da stimme ich Dir zu, Lycobates. Allerdings - da unterscheiden wir uns in der Beurteilung - ist der Grundkonflikt m. E. nicht dogmatischer Art, sondern die Ablehnung der Moderne.
Man muß sich im klaren sein, was denn konkret mit "Ablehnung der Moderne" gemeint ist!
Wenn damit nicht eine skurrile Ablehnung des Automobils, des Fernsprechers und der Eisenbahn, sondern die beständige und beharrliche Ablehnung durch das Lehramt, und somit auch durch die Gläubigen, und aus lehramtlichen Gründen, des Geistes und der Prinzipien der Aufklärung und der Französischen Revolution seit dem 18. Jh. gemeint ist, dann ist dies durchaus eine Ablehnung, bzw. ein Konflikt, dogmatischer Art.

Es gibt dazu zwei kurze aber gehaltvolle und noch immer lesenswerte Essays in den Ergänzungsheften zu den Stimmen aus Maria Laach von 1877, von P. Alexander Baumgartner, Lessing's religiöser Entwicklungsgang. Ein Beitrag zur Geschichte des "modernen Gedankens", und von P. Tilman Pesch, Die Haltlosigkeit der "modernen Wissenschaft". Eine Kritik der Kant'schen Vernunftkritik für weitere Kreise.
Auch kann immer noch mit Nutzen auf die Schriften von P. Friedrich Klimke und P. Albert Weiß verwiesen werden. Wer Neuere bevorzugt, lese dazu Walter Hoeres.
Zuletzt geändert von Lycobates am Freitag 29. Juni 2018, 21:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Lycobates » Freitag 29. Juni 2018, 21:17

Siard hat geschrieben:
Freitag 29. Juni 2018, 19:05
Lycobates hat geschrieben:
Freitag 29. Juni 2018, 17:34
Das Grundproblem ist dogmatischer Art, das Liturgiemassaker ist Symptom.
Beides ist untrennbar. Das Liturgiemassaker ist nicht Symptom, sondern ein Aspekt des Massakers an Lehre und Beten der Kirche.
Möglicherweise habe ich mich undeutlich ausgedrückt.
Ja, beides ist untrennbar.
Der Verlust des Offenbarungsglaubens, bzw. zunächst seine Verwässerung, kommt zwar an erster Stelle, hat aber in der Regel immer eine Veränderung in einem heterodoxen Sinne der lex orandi zur notwendigen Folge.
In diesem Sinne ist das Liturgiemassaker, das schon 1948, bzw. 1955-56 einsetzt, ein Symptom dieses (einsetzenden) Verlustes.

Die Heterodoxie führt zwangsläufig zur Heteropraxie, die dann ebenso zwangsläufig ihrerseits eine Beständigung dieser Heterodoxie zur Folge hat.
Darum ist, ohne radikale Ablehnung der Glaubensirrtümer, ein "Motu Proprio" zur Festigung einer konziliaren High Church mit smells & bells letztendlich nur Augenwischerei eines theologischen Dottor Dulcamara.
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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Siard » Freitag 29. Juni 2018, 22:04

:ja:

Wobei eigentlich schon Pius x das Gemetzel begonnen hat.
Schon die übliche Fokusierung auf die Meßliturgie ist bedenklich.

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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Lycobates » Freitag 29. Juni 2018, 22:26

Siard hat geschrieben:
Freitag 29. Juni 2018, 22:04
:ja:

Wobei eigentlich schon Pius x das Gemetzel begonnen hat.
Ja und Nein.
Die Reform des hl. Pius X. betraf ja in erster Linie das Brevier, blieb also den Gläubigen größtenteils verborgen, viel weniger das Missale, und da in erster Linie die Rubriken und den Kalender, nicht die eigentlichen Riten.
Wenn auch einiges in Divino afflatu bedenklich ist, bzw. als überstürzt bedauert werden kann, darf man es keineswegs mit dem Umsturz sämtlicher Sakramentsriten und des ordo Missae an sich, sowie der gesamten Ordnung des Kirchenjahres im Missale und Brevier, wie das ab 1968 verbrochen wurde, vergleichen.
Eine solche Umwertung aller Werte war bisher nur jenen Sekten vorbehalten, als sie sich von der Catholica getrennt haben, und folglich auch das psychologische Bedürfnis spürten, sich auch in ihren Riten von ihr abzusetzen.
Q.E.D.
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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Petrus » Freitag 29. Juni 2018, 23:05

danke Euch,
für Eure Beiträge, die gelesen habe, und die ich interessant finde.

da es hier um die Petrusbruderschaft geht,
schreibe ich hier jetzt nichts mehr offtopic.

so.

stets die mir offiziell noch nicht bekanntgebenen Unterforumsregeln beachten wollend,

Petrus.
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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Lycobates » Freitag 29. Juni 2018, 23:38

Petrus hat geschrieben:
Freitag 29. Juni 2018, 23:05
danke Euch,
für Eure Beiträge, die gelesen habe, und die ich interessant finde.
:blinker:
na na na na
Prima lectio (nimis) brevis

:breitgrins:

Ich hoffe, das heutige Hochfest samt Namenstag war segensreich.
Ich habe leider, wegen Probleme mit der Bahn, auf die Messe verzichten müssen, obwohl wir heute zwei hatten.
Nächsten Freitag, am Oktavtag, werde ich mich aber schadlos halten, und ein Memento für die Peter & Paul meiner Bekanntschaft einlegen.
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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Petrus » Samstag 30. Juni 2018, 00:10

Lycobates hat geschrieben:
Freitag 29. Juni 2018, 23:38
Nächsten Freitag, am Oktavtag, werde ich mich aber schadlos halten, und ein Memento für die Peter & Paul meiner Bekanntschaft einlegen.
gelt's Dir Gott.
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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von CIC_Fan » Samstag 30. Juni 2018, 08:13

Petrus hat geschrieben:
Freitag 29. Juni 2018, 19:18
zu den letzten Beiträgen hier:

1) Deutsches Amt, von CIC_Fan erwähnt (vgl. hierzu auch https://de.wikipedia.org/wiki/Betsingmesse )
Das hatte mit "Liturgie" nach damaligem Verständnis nichts zu tun. Alleiniger Träger der Liturgie war der zelebrierende Priester. Was das "Volk" machte, (Schubert-"Messe", Mozart-"Messe", Rosenkranz, deutsche Kirchenlieder), war für die Liturgie nach damaligem Verständnis nicht relevant.

2) Der ursprüngliche Konflikt geht tiefer, als der Konflikt um den Meßritus. Da stimme ich Dir zu, Lycobates. Allerdings - da unterscheiden wir uns in der Beurteilung - ist der Grundkonflikt m. E. nicht dogmatischer Art, sondern die Ablehnung der Moderne.

"Die Weltherrschaftspläne der Juden werden in unserer Zeit Wirklichkeit seit der Gründung der Freimaurerei und der Revolution, die die Kirche enthauptet und die sozialistische Weltdemokratie eingeführt hat".

Marcel Levebvre, zitiert nach http://www.kathpedia.com/index.php/Marcel_Lefebvre


Um auf das eigentliche Thema des threads zurückzukommen: Welche Existenzberechtigung meint die Petrusbruderschaft denn, zu haben? "Weil die Alte Messe halt so schön ist", reicht mir nicht so ganz.
nein das deutsche Amt ist keine Betsingmesse sondern ein vom Priester zelebriertes Hochamt wo anstelle der Texte des Ordinarium und Propriums deute Messlieder gesungen werden

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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von CIC_Fan » Samstag 30. Juni 2018, 08:16

Siard hat geschrieben:
Freitag 29. Juni 2018, 22:04
:ja:

Wobei eigentlich schon Pius x das Gemetzel begonnen hat.
Schon die übliche Fokusierung auf die Meßliturgie ist bedenklich.
hier haben wir ein Beispiel für das Phänomen je älter je besser :blinker:

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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von CIC_Fan » Samstag 30. Juni 2018, 08:18

Siard hat geschrieben:
Freitag 29. Juni 2018, 20:45
Petrus hat geschrieben:
Freitag 29. Juni 2018, 19:18
1) Deutsches Amt, von CIC_Fan erwähnt (vgl. hierzu auch https://de.wikipedia.org/wiki/Betsingmesse )
Das hatte mit "Liturgie" nach damaligem Verständnis nichts zu tun. Alleiniger Träger der Liturgie war der zelebrierende Priester. Was das "Volk" machte, (Schubert-"Messe", Mozart-"Messe", Rosenkranz, deutsche Kirchenlieder), war für die Liturgie nach damaligem Verständnis nicht relevant.
Allerdings! Als das Volk zum Mitträger der Liturgie wurde hat man das Handels des Volkes zur Richtschnur gemacht, wesentliche Grundlagen des liturgischen Handels und zentrale Texte wurden entsorgt wie Müll.

Formulierung wie "zum Glaubensbekenntnis singen wir" sind ein deutlichen Kennzeichen der Planlosigkeit – auch der Priester. Wenn schon, dann wird das als Glaubensbekenntnis gesungen. Das der Priester dabei das Credo betet ist im NOM nicht nur nicht vorgesehen, sondern falsch!
Petrus hat geschrieben:
Freitag 29. Juni 2018, 19:18
Um auf das eigentliche Thema des threads zurückzukommen: Welche Existenzberechtigung meint die Petrusbruderschaft denn, zu haben? "Weil die Alte Messe halt so schön ist", reicht mir nicht so ganz.
Leider sehe ich aber gerade für die Petrusbruderschaft keine andere Grundlage, da sie ja völlig auf Konzilskurs ist.
und genau das war die Absicht von Kardinal Ratzinger 1988 und Benedikt XVI 2007

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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Samstag 30. Juni 2018, 09:54

Wolfram Schrems hat geschrieben:Formal gesehen war die Weihe [der vier Bischöfe durch Erzbischof Lefebvre am 30. Juni 1988] ein Akt des Ungehorsams. […] Von daher ist es nachzuvollziehen, daß einige Weggefährten hier nicht mitgehen wollten und die Bruderschaft verließen. […] Jetzt, dreißig Jahre nach den Ereignissen, wird wohl niemand, der bei Sinnen ist, das eigenmächtige Handeln von Erzbischof Lefebvre moralisch verurteilen können, wenn man die unfaßbare Verwüstung der sich auf „das Konzil“ berufenden Kirche, des Papsttums, der Hierarchie, der Orden und der akademischen Theologie mit allen Auswirkungen auf die weltlichen Bereiche, besonders auf die ehemals katholischen Staaten und Gesellschaften, in Betracht zieht. […]

Im Sommer 1988 konnte man bei bestem Wissen und Gewissen zu gegensätzlichen Schlußfolgerungen für das eigene Handeln kommen. Erzbischof Lefebvre hatte angesichts seiner Erfahrungen mit dem Papst und der vatikanischen Bürokratie gute Gründe, den Schritt der formal nicht erlaubten Bischofsweihen zu setzen. Die Gründer der Priesterbruderschaft St. Petrus hatten ebenfalls gute Gründe, den Weg in einen formal irregulären Zustand nicht mitzugehen. Beide folgten ihrem recht gebildeten Gewissen, damit dem, was sie als Willen Gottes für sich erkannten. Beide Initiativen brachten gute Früchte hervor. Ohne die Petrusbruderschaft wären viele Katholiken (und Nicht-Katholiken) niemals zur Messe aller Zeiten gelangt, denn die Piusbruderschaft lag für viele jenseits einer mentalen Hürde.

Von daher sollten beide Seiten einander respektieren. Meiner Beobachtung nach gehören gegenseitige Distanzierungen oder gar Polemiken erfreulicherweise ohnehin der Vergangenheit an. Auf der Ebene der Gläubigen gibt es sogar, wie es letztes Jahr jemand humorvoll ausdrückte, eine „Osmose“.
Quelle
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von CIC_Fan » Samstag 30. Juni 2018, 12:14

ich hoffe daß jeder damals seinem Gewissen gefolgt ist objektive Tatsache ist das die Petrusbruderschaft ihre gesamte Kritik an den Konzil Dokumenten eingestellt hat und sich so den Adenauer Spruch zu eigen machte
"ich weiß nicht ob ich noch meiner Meinung bin"
Auch ist zu kritisieren daß man 1988/89 mit der Aussage hausieren ging
"wir sind so wie die Piusbruderschaft vor den Bischofsweihen" das hat schlicht nicht gestimmt

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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Siard » Samstag 30. Juni 2018, 12:45

Lycobates hat geschrieben:
Freitag 29. Juni 2018, 22:26
Die Reform des hl. Pius X. betraf ja in erster Linie das Brevier, blieb also den Gläubigen größtenteils verborgen, ….
Das macht es nicht besser und öffnete letztlich dem großen Abfall die Tür.
Ansonste stimme ich Dir zu. :)

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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Siard » Samstag 30. Juni 2018, 12:46

CIC_Fan hat geschrieben:
Samstag 30. Juni 2018, 08:13
nein das deutsche Amt ist keine Betsingmesse sondern ein vom Priester zelebriertes Hochamt wo anstelle der Texte des Ordinarium und Propriums deute Messlieder gesungen werden
Das ist für das Phänomen unerheblich.

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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Siard » Samstag 30. Juni 2018, 12:57

CIC_Fan hat geschrieben:
Samstag 30. Juni 2018, 12:14
… Tatsache ist das die Petrusbruderschaft ihre gesamte Kritik an den Konzil Dokumenten eingestellt hat …
Damit gilt für die Petrusbruderschaft letztlich das Verdikt von P. Recktenwald
Man hat eine schiefe Bahn betreten, an deren Ende Liturgie als Liebhaberei eines exklusiven Clubs exotischer Ästheten erscheint.
Die Petrusbruderschaft hat als Existenzberechtigung demnach im Prinzip nur die Versorgung eines kleinen Kreises von Liturgieliebhabern mit einer überflüssigen exotisch Liturgie.

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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von CIC_Fan » Samstag 30. Juni 2018, 13:00

ich habe nur erklärt was ein deutsches Amt ist und das es eine legitime Art ist die hl.Messe zu lesen mehr ist dazu zu sagen

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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von CIC_Fan » Samstag 30. Juni 2018, 13:06

Siard hat geschrieben:
Samstag 30. Juni 2018, 12:57
CIC_Fan hat geschrieben:
Samstag 30. Juni 2018, 12:14
… Tatsache ist das die Petrusbruderschaft ihre gesamte Kritik an den Konzil Dokumenten eingestellt hat …
Damit gilt für die Petrusbruderschaft letztlich das Verdikt von P. Recktenwald
Man hat eine schiefe Bahn betreten, an deren Ende Liturgie als Liebhaberei eines exklusiven Clubs exotischer Ästheten erscheint.
Die Petrusbruderschaft hat als Existenzberechtigung demnach im Prinzip nur die Versorgung eines kleinen Kreises von Liturgieliebhabern mit einer überflüssigen exotisch Liturgie.
die Idee die von röm.Seite hinter der Gründung der Petrusbruderschaft gestanden hat war die Gläubigen weg von der FSSPX zu führen das hat nicht stattgefunden heute kann die Petrusbruderschaft im rahmen des sen wirken was Benedikt XVI erfunden hat
das oft nicht im idealen Rahmen in Wien z.b. haben sie bis heute keine eigene Kirche und sind untermieter in den verschiedensten Kirchen gewesen

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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Siard » Samstag 30. Juni 2018, 18:40

CIC_Fan hat geschrieben:
Samstag 30. Juni 2018, 13:06
die Idee die von röm.Seite hinter der Gründung der Petrusbruderschaft gestanden hat war die Gläubigen weg von der FSSPX zu führen das hat nicht stattgefunden heute kann die Petrusbruderschaft im rahmen des sen wirken was Benedikt XVI erfunden hat
das oft nicht im idealen Rahmen in Wien z.b. haben sie bis heute keine eigene Kirche und sind untermieter in den verschiedensten Kirchen gewesen
Eben.

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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Samstag 30. Juni 2018, 21:06

CIC_Fan hat geschrieben:
Samstag 30. Juni 2018, 13:06
in Wien z.b. haben sie bis heute keine eigene Kirche und sind untermieter in den verschiedensten Kirchen gewesen
Hat die Petrusbruderschaft überhaupt eigene Kirchengebäude im deutschen Sprachraum, von St. Sebastian in Salzburg einmal abgesehen? Zumindest in Deutschland ist mir davon nichts bekannt. Meines Wissens genießt die Bruderschaft an ihren Gottesdienstorten lediglich eine Art Gastrecht und darf nicht einmal über eine eigene Seminarkirche in Wigratzbad verfügen. In dieser Hinsicht ist das doch eine eher schwache Bilanz 30 Jahre nach ihrer Gründung.
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Petrus » Samstag 30. Juni 2018, 21:50

Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Samstag 30. Juni 2018, 21:06

Hat die Petrusbruderschaft überhaupt eigene Kirchengebäude im deutschen Sprachraum, von St. Sebastian in Salzburg einmal abgesehen?
Saarlouis: http://petrusbruderschaft.de/pages/wo-w ... kirche.php
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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Hanspeter » Samstag 30. Juni 2018, 22:29

Ich meine, auch die Damenstiftskirche in München wird von den Petrusbrüdern betreut.

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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 1. Juli 2018, 09:11

Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Samstag 30. Juni 2018, 21:06
CIC_Fan hat geschrieben:
Samstag 30. Juni 2018, 13:06
in Wien z.b. haben sie bis heute keine eigene Kirche und sind untermieter in den verschiedensten Kirchen gewesen
Hat die Petrusbruderschaft überhaupt eigene Kirchengebäude im deutschen Sprachraum, von St. Sebastian in Salzburg einmal abgesehen? Zumindest in Deutschland ist mir davon nichts bekannt. Meines Wissens genießt die Bruderschaft an ihren Gottesdienstorten lediglich eine Art Gastrecht und darf nicht einmal über eine eigene Seminarkirche in Wigratzbad verfügen. In dieser Hinsicht ist das doch eine eher schwache Bilanz 30 Jahre nach ihrer Gründung.
München dort hat die Petrusbruderschaft doch den gleichen Status wie in Salzburg ja und das Priesterseminar in Wigratzbad wo keine weihen gespendet werden können was die Absurdität schön zeigt

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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Petrus » Sonntag 1. Juli 2018, 10:01

Hanspeter hat geschrieben:
Samstag 30. Juni 2018, 22:29
Ich meine, auch die Damenstiftskirche in München wird von den Petrusbrüdern betreut.
ja. die sind bei uns zur Miete:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Damenst ... sonderheit
Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist gebe Dir seine Gnade,
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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Sonntag 1. Juli 2018, 11:39

Die Damenstiftskirche in München ist eine Filialkirche der Stadtpfarrei St. Peter („Alter Peter“). Der Petrusbruderschaft ist die Seelsorge an der Damenstiftskirche anvertraut, ihr „gehört“ die Kirche aber nicht.

Wenn ich es richtig sehe, gibt es im deutschen Sprachraum nur zwei Rektoratskirchen der Petrusbruderschaft: in Salzburg und in Saarlouis. Es sind jedoch keine Pfarrkirchen, und bei den dort ansässigen Gemeinden handelt es sich um keine Personalpfarreien im kanonischen Sinn.

Immerhin bestehen in der deutschsprachigen Schweiz im Bistum Chur zwei Personalpfarreien der Petrusbruderschaft im kanonischen Sinn, jedoch ohne eigentliche Pfarrkirchen. Die beiden Personalpfarreien haben ihren Sitz jeweils in einer Kapelle: die Pfarrei Maria Immaculata in der Marienkapelle in Oberarth und die Pfarrei Hl. Maximilian Kolbe in einer Hauskapelle in Thalwil.
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

Petrus
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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Petrus » Dienstag 3. Juli 2018, 19:21

Das Generalkapitel der Petrusbruderschaft (alle sechs Jahre) steht nun bevor. Dies entnahm ich dem aktuellen Münchner Einlageblättchen desaktuellen Mitteilungsblatts der Petrusbruderschaft, das ich beziehe und gestern erhalten habe.

Die beiden Münchner Patres haben sich für sechs Wochen nach USA verabschiedet. Es gibt eine Vertretung.

Dies zur Info.
Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist gebe Dir seine Gnade,
Schutz und Schirm vor allem Argen,
Stärke und Hilfe zu allem Guten,
daß Du bewahrt zum ewigen Leben. (Amen).

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Siard
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Re: Priesterbruderschaft St. Petrus

Beitrag von Siard » Dienstag 3. Juli 2018, 20:37

Petrus hat geschrieben:
Dienstag 3. Juli 2018, 19:21
… für sechs Wochen …
Eine beachtliche Dauer.

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