Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Rund um den traditionellen römischen Ritus und die ihm verbundenen Gemeinschaften.
Herr v. Liliencron
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Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Herr v. Liliencron »

http://www.institut-philipp-neri.de/

Momentan dadurch in Tagesschau und Schlagzeilen von BILD bis NZZ.

Dazu interessant ist folgende Stellungnahme:

https://www.kathnews.de/die-kirche-ist-kein-supermarkt.

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Juergen
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Juergen »

Aus einer Pressemeldung auf der Homepage: https://www.institut-philipp-neri.de/index.php

Der Vorsteher des Instituts St. Philipp Neri, Propst Dr. Gerald Goesche, erklärte dazu:

„In der Entscheidung des Verwaltungsgerichts ist erwähnt, daß eine Beschwerde gegen sie zulässig ist. Dieses Recht nehmen wir nun für uns in Anspruch und schöpfen den Rechtsweg aus. Besonders unverständlich ist für uns insbesondere die Feststellung der ersten Instanz, daß der Staat Art und Umfang der Religionsausübung festlegen darf, indem er eine stille Einkehr in Kirchen gestattet, gottesdienstliche Feiern jedoch verbietet. Hier wollen wir eine Klärung erreichen, denn es steht dem Staat nicht zu, die Formen der Religionsausübung vorzugeben.“
Wenn der Staat die Form der Religionsausübung vorschreiben will, ist das wirklich unverständlich.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

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Siard
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Siard »

Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Mittwoch 8. April 2020, 18:19
Dazu interessant ist folgende Stellungnahme:

https://www.kathnews.de/die-kirche-ist-kein-supermarkt.
Ich finde sie nicht interessant, sondern etwas ganz anderes.

Herr v. Liliencron
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Herr v. Liliencron »

Es ist ja die Frage, ob der Staat das will, oder ob Goesche es nur so auffasst, um einen Ansatzpunkt für seine Beschwerde zu haben.

Herr v. Liliencron
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Herr v. Liliencron »

Siard hat geschrieben:
Mittwoch 8. April 2020, 20:17
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Mittwoch 8. April 2020, 18:19
Dazu interessant ist folgende Stellungnahme:

https://www.kathnews.de/die-kirche-ist-kein-supermarkt.
Ich finde sie nicht interessant, sondern etwas ganz anderes.
Ist Ihr gutes Recht, wenn Sie allerdings für sich behalten, wie Sie es stattdessen finden, ist das doch noch weniger interessant. :)

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Siard
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Siard »

Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Mittwoch 8. April 2020, 20:23
Ist Ihr gutes Recht, wenn Sie allerdings für sich behalten, wie Sie es stattdessen finden, ist das doch noch weniger interessant. :)
Um die glorreiche Mutter und Kanzlerin der BR D. zu zitieren:
Wenig hilfreich.

Die Formulierung dürfte meine Mißbilligung außerdem durchaus erkennbar gemacht haben.

Herr v. Liliencron
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Herr v. Liliencron »

Siard hat geschrieben:
Mittwoch 8. April 2020, 20:26
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Mittwoch 8. April 2020, 20:23
Ist Ihr gutes Recht, wenn Sie allerdings für sich behalten, wie Sie es stattdessen finden, ist das doch noch weniger interessant. :)
Um die glorreiche Mutter und Kanzlerin der BR D. zu zitieren:
Wenig hilfreich.

Die Formulierung dürfte meine Mißbilligung außerdem durchaus erkennbar gemacht haben.

Das atimmt, nicht jedoch Ihre inhaltliche Begründung dieser Missbilligung. Aber ich will nicht weiter in Sie dringen.

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Juergen
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Juergen »

Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Mittwoch 8. April 2020, 20:39
Das atimmt, nicht jedoch Ihre inhaltliche Begründung dieser Missbilligung. Aber ich will nicht weiter in Sie dringen.
Inhaltlich reicht es ja zu sehen, wer den Link hier eingestellt hat. :tuete:
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Mittwoch 8. April 2020, 20:20
Es ist ja die Frage, ob der Staat das will, oder ob Goesche es nur so auffasst, um einen Ansatzpunkt für seine Beschwerde zu haben.
Danke, daß Sie die Urteilsbegründung, aus der offenbar diese Auffassung resultiert, hier veröffentlichen wollen.
Gruß Jürgen

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Herr v. Liliencron
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Herr v. Liliencron »

Nicht sehr thomistisch. Denn wer etwas sagt oder verlinkt, ist unerheblich. Ich habe tatsächlich nach Berlin Kontakt hergestellt, um noch mehr Details zu erfahren. Halte Sie gern auf meinem jeweils neuesten Stand, aber bis morgen, also bis zum Beginn des Triduums, erwarte ich keine weiteren Entwicklungen in der Causa.

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Benedikt
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Benedikt »

Könnt ihr mal mit dem Siezen aufhören!
"Kommt ihm der Staatsumwälzer nicht wie Sisyphus vor? Die Last wird nie oben bleiben, wenn nicht eine Anziehung gegen den Himmel sie auf der Höhe schwebend erhält." - Novalis: Europa

Herr v. Liliencron
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Herr v. Liliencron »

Ich kann gern jeden per Du ansprechen, der dies wünscht und hab auch selbst nichts dagegen, aber hier ist die Diskussion bisher nicht weitergegangen, lieber Benedikt.

Hilarius
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Hilarius »

Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Mittwoch 8. April 2020, 18:19


Dazu interessant ist folgende Stellungnahme:

https://www.kathnews.de/die-kirche-ist-kein-supermarkt.
Dort heißt es:
Der Beschluss, mit dem der Antrag abgewiesen wird, stammt vom gestrigen Kardienstag. Dessen Lesung aus dem 11. Kapitel des Propheten Jeremias enthält im 19. Vers die schwierige Stelle: „Mittamus lignum in panem eius“. Im klassischen Schott ist sie ein Beispiel der sehr freien Übersetzungen und lautet: „Laßt uns vergiften sein Brot“, das Volksmissale übersetzt auch hier wortgetreuer und sinnreicher: „Lasst uns Holz in sein Brot tun“. Mit diesem Hinweis soll weder Propst Goesche, seinem Institut, noch den Gläubigen, die der Gemeinde von St. Afra sich zugehörig fühlen, der Vorwurf gemacht werden, vergiftetes Brot reichen oder in der Eucharistie empfangen zu wollen. Vielmehr mögen sie im Holz, von dem der Prophet spricht, das Kreuz erkennen, durch das die Eucharistie zur Heilsspeise wird.
Auf welche Lesung bezieht sich der Autor? Ich finde sie weder im Schott noch im Stundenbuch.
LG
Hilarius

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Lycobates
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Lycobates »

Hilarius hat geschrieben:
Mittwoch 8. April 2020, 23:55
Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Mittwoch 8. April 2020, 18:19


Dazu interessant ist folgende Stellungnahme:

https://www.kathnews.de/die-kirche-ist-kein-supermarkt.
Dort heißt es:
Der Beschluss, mit dem der Antrag abgewiesen wird, stammt vom gestrigen Kardienstag. Dessen Lesung aus dem 11. Kapitel des Propheten Jeremias enthält im 19. Vers die schwierige Stelle: „Mittamus lignum in panem eius“. Im klassischen Schott ist sie ein Beispiel der sehr freien Übersetzungen und lautet: „Laßt uns vergiften sein Brot“, das Volksmissale übersetzt auch hier wortgetreuer und sinnreicher: „Lasst uns Holz in sein Brot tun“. Mit diesem Hinweis soll weder Propst Goesche, seinem Institut, noch den Gläubigen, die der Gemeinde von St. Afra sich zugehörig fühlen, der Vorwurf gemacht werden, vergiftetes Brot reichen oder in der Eucharistie empfangen zu wollen. Vielmehr mögen sie im Holz, von dem der Prophet spricht, das Kreuz erkennen, durch das die Eucharistie zur Heilsspeise wird.
Auf welche Lesung bezieht sich der Autor? Ich finde sie weder im Schott noch im Stundenbuch.
LG
Hilarius
Die Epistel vom Kardienstag ist Jer. 11,18-20.
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
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Fac me Tibi semper magis credere, in Te spem habere, Te diligere
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... una cum omnibus orthodoxis, atque catholicae et apostolicae fidei cultoribus

Hilarius
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Hilarius »

Lycobates hat geschrieben:
Mittwoch 8. April 2020, 23:59


Die Epistel vom Kardienstag ist Jer. 11,18-20.
Danke, Lycobates, die Stelle, war ja schon angegeben - ich finde sie nur nicht als Lesung, weder hier
https://www.stundengebet.de/jetzt-beten/#gebet
noch hier
https://erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html
jedenfalls nicht für den 7.4.
Was mache ich falsch?
LG
Hilarius

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Lycobates
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Lycobates »

Hilarius hat geschrieben:
Donnerstag 9. April 2020, 00:06
Lycobates hat geschrieben:
Mittwoch 8. April 2020, 23:59


Die Epistel vom Kardienstag ist Jer. 11,18-20.
Danke, Lycobates, die Stelle, war ja schon angegeben - ich finde sie nur nicht als Lesung, weder hier
https://www.stundengebet.de/jetzt-beten/#gebet
noch hier
https://erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html
jedenfalls nicht für den 7.4.
Was mache ich falsch?
LG
Hilarius
Die beiden Links betreffen den NOM, der einer synagogalen Bahnlesung frönt („Lesejahr A“).
Im überlieferten römischen Meßbuch ändern sich die Lesungen von Jahr zu Jahr nicht.

Vergleiche etwa hier:
https://www.mariawalder-messbuch.de/as6 ... index.html
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Hilarius
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Hilarius »

Danke!
Hilarius

Herr v. Liliencron
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Herr v. Liliencron »

Das Institut ist altrituell. Deshalb logisch und sinnvoll, sich auf den alten Ritus zu beziehen. Wer Oldendorf kennt, weiß zudem, dass er das grundsätzlich macht. Außer natürlich, er bezieht sich aus irgendeinem sachlichen Grund konkret auf einen Sachverhalt im Ritus Pauls VI. Aber Lycobates hat es ja schon für diesen Einzelfall aufgeklärt. Dankeschön. Und schönen Gründonnerstag!

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Libertas Ecclesiae
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Libertas Ecclesiae »

Herr v. Liliencron hat geschrieben:
Mittwoch 8. April 2020, 18:19
http://www.institut-philipp-neri.de/

Momentan dadurch in Tagesschau und Schlagzeilen von BILD bis NZZ.

Dazu interessant ist folgende Stellungnahme:

https://www.kathnews.de/die-kirche-ist-kein-supermarkt.
Hier ist das Interview mit Propst Goesche in der NZZ. Möge auch sein Teil gehört werden.
«Söder verhält sich wie King Kong, der sich auf die Brust trommelt, und dann rennt Laschet ihm hinterher»: Ein Priester kämpft darum, trotz der Corona-Krise mit seiner Gemeinde Ostern feiern zu können
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

Herr v. Liliencron
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Herr v. Liliencron »

Danke für den Link zur NZZ! Sehr gut. Ich hatte es nur als Pdf-Datei und den Link auf die Schnelle nicht gefunden. Natürlich ist es wichtig, auch Propst Goesches Sicht der Dinge im O-Ton zu kennen.

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Libertas Ecclesiae
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Libertas Ecclesiae »

Propst Goesche zieht jetzt alle Register:

Freundeskreis St. Philipp Neri legt Verfassungsbeschwerde ein
Nachdem das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg am Mittwoch die Beschwerde gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin vom Vortag zurückgewiesen hat, möchte der Freundeskreis jetzt noch das Instrument der Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe nützen.
Propst Goesche: „Gleichwohl ist aus unserer Sicht die Kernfrage immer noch nicht geklärt, ob der Staat Art und Form der Religionsausübung bestimmen darf.“
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

Vir Probatus
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Vir Probatus »

Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Freitag 10. April 2020, 09:36
Propst Goesche zieht jetzt alle Register:

Freundeskreis St. Philipp Neri legt Verfassungsbeschwerde ein
Nachdem das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg am Mittwoch die Beschwerde gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin vom Vortag zurückgewiesen hat, möchte der Freundeskreis jetzt noch das Instrument der Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe nützen.
Propst Goesche: „Gleichwohl ist aus unserer Sicht die Kernfrage immer noch nicht geklärt, ob der Staat Art und Form der Religionsausübung bestimmen darf.“
Es wäre gar nicht auszudenken, wenn diese alberne Berliner Sekte mit ihrer Prozessiererei durchkäme und das dann als Nachricht um die Welt ginge.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

Stefan

Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Stefan »

Vir Probatus hat geschrieben:
Freitag 10. April 2020, 10:49
Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Freitag 10. April 2020, 09:36
Propst Goesche zieht jetzt alle Register:

Freundeskreis St. Philipp Neri legt Verfassungsbeschwerde ein
Nachdem das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg am Mittwoch die Beschwerde gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin vom Vortag zurückgewiesen hat, möchte der Freundeskreis jetzt noch das Instrument der Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe nützen.
Propst Goesche: „Gleichwohl ist aus unserer Sicht die Kernfrage immer noch nicht geklärt, ob der Staat Art und Form der Religionsausübung bestimmen darf.“
Es wäre gar nicht auszudenken, wenn diese alberne Berliner Sekte mit ihrer Prozessiererei durchkäme und das dann als Nachricht um die Welt ginge.
Genau. Die Richter schieben den schwarzen Peter nach oben, wenn es dort angekommen ist, ist Ostern vorbei.
Aber rechtlich ist es bedenklich, so zu handeln.

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Protasius
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Protasius »

Vir Probatus hat geschrieben:
Freitag 10. April 2020, 10:49
Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Freitag 10. April 2020, 09:36
Propst Goesche zieht jetzt alle Register:

Freundeskreis St. Philipp Neri legt Verfassungsbeschwerde ein
Nachdem das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg am Mittwoch die Beschwerde gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin vom Vortag zurückgewiesen hat, möchte der Freundeskreis jetzt noch das Instrument der Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe nützen.
Propst Goesche: „Gleichwohl ist aus unserer Sicht die Kernfrage immer noch nicht geklärt, ob der Staat Art und Form der Religionsausübung bestimmen darf.“
Es wäre gar nicht auszudenken, wenn diese alberne Berliner Sekte mit ihrer Prozessiererei durchkäme und das dann als Nachricht um die Welt ginge.
Das ISPN ist keine alberne Sekte, sondern eine Gemeinschaft päpstlichen Rechts. Und da die Bundesrepublik (hoffentlich) immer noch ein Rechtsstaat ist, hat jeder Betroffene das Recht eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht zu machen. In der derzeitigen Situation, in der sich die Staatsgewalt anmaßt, die Art und Weise der Religionsausübung zu beschränken, ist das mE nicht nur legitim, sondern geboten.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

Stefan

Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Stefan »

https://rp-online.de/panorama/coronavir ... d-50011311

BVerfG bestätigt Verbote (in einen anderen Fall) das dürfte auch hier gelten.
Ab 19.4 muss aber die Verhältnismäßigkeit erneut geprüft werden.

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Juergen
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Juergen »

Stefan hat geschrieben:
Freitag 10. April 2020, 18:53
https://rp-online.de/panorama/coronavir ... d-50011311

BVerfG bestätigt Verbote (in einen anderen Fall) das dürfte auch hier gelten.
Ab 19.4 muss aber die Verhältnismäßigkeit erneut geprüft werden.
Allerdings zielt die Klage des ISPN auf die Begründung des OVG, welches sich gleichsam in die Form der Religionsausübung einmischt. Damit ist der Fall anders gelagert.
Gruß Jürgen

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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Herr v. Liliencron »

Juergen hat geschrieben:
Freitag 10. April 2020, 19:00
Stefan hat geschrieben:
Freitag 10. April 2020, 18:53
https://rp-online.de/panorama/coronavir ... d-50011311

BVerfG bestätigt Verbote (in einen anderen Fall) das dürfte auch hier gelten.
Ab 19.4 muss aber die Verhältnismäßigkeit erneut geprüft werden.
Allerdings zielt die Klage des ISPN auf die Begründung des OVG, welches sich gleichsam in die Form der Religionsausübung einmischt. Damit ist der Fall anders gelagert.

Trotzdem nicht so sehr, dass mit einer wesentlich anderen Entscheidung zu rechnen ist, zumal kein (!) staatlicher Eingriff in die Art und Weise der Religionsausübung besteht. Denn es wird ja nicht vorgeschrieben, wie Gottesdienste zu gestalten sind, sondern nur, dass keine Versammlungen stattfinden dürfen, also auch keine Gottesdienste, zu denen sich Menschen versammeln.

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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von ar26 »

Hübsch an dieser Entscheidung finde ich die Randnummern 14 und 15. Die Ausführungen zur zeitlichen Begrenztheit der Maßnahmen bieten den Verordnungsgebern die Möglichkeit, am 20.04.20 Ramadan unter Auflagen zu gewähren. Mal sehen, was man daraus machen wird.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

Herr v. Liliencron
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Herr v. Liliencron »

Dass die gestrige Entscheidung der Karlsruher Richter sich formal nicht auf Propst Goesches Verfassungsbeschwerde bezieht, wird nicht überall berücksichtigt. Hier immerhin angedeutet:

https://www.kathnews.de/hl-philipp-neri-bitte-fuer-sie.

Petrus
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Petrus »

Zunächst war ich sauer über die Klage. Dann habe ich kapiert, dass die "bayerischen Verhältnisse" nicht in ganz Deutschland gelten. Das erzeugte in mir dann ein sehr großes Kopfschütteln (Kopf ist trotzdem noch da, wo er hingehört). Baumärkte geöffnet? hä? hamse die noch alle? :hae?: Hier geht's um Leben und Tod, und die haben die Baumärkte offen?

Zu den "bayerischen Verhältnissen" schreibe ich dann noch was im Corona-thread (vorab: Hut ab, Herr Söder! :ikb_thumbsup: )

Stefan

Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Stefan »

Petrus hat geschrieben:
Samstag 11. April 2020, 08:25
Zunächst war ich sauer über die Klage. Dann habe ich kapiert, dass die "bayerischen Verhältnisse" nicht in ganz Deutschland gelten. Das erzeugte in mir dann ein sehr großes Kopfschütteln (Kopf ist trotzdem noch da, wo er hingehört). Baumärkte geöffnet? hä? hamse die noch alle? :hae?: Hier geht's um Leben und Tod, und die haben die Baumärkte offen?

Zu den "bayerischen Verhältnissen" schreibe ich dann noch was im Corona-thread (vorab: Hut ab, Herr Söder! :ikb_thumbsup: )
Bayern hat nur 2/3 der Einwohnerzahl von NRW, aber 50 % mehr Infektionen.
Entweder sind die bayrischen Maßnahmen nicht passgenau, oder das Verhalten der Bevölkerung.

Laschet versucht zumindest noch mit einem Hauch von Vernunft eine halbwegs angemessene Lösung zu finden. Hier in NRW verhalten sich auch ca. 90% der Menschen vernünftig. Frische Luft und Bewegung fördert das Immunsystem, dazu gehört auch Gartenarbeit. Daher: Offene Baumärkte sind der richtige Weg.

Jetzt muss man nur noch eine Lösung für Gläubige finden. Es ist nachgewiesen, dass Gläubige gesünder sind und länger leben.

Herr v. Liliencron
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von Herr v. Liliencron »

Hochinteressant: Demnach konnte die einstweilige Anordnung, in St. Afra Gottesdienste halten bzw. besuchen zu können, gerade deshalb nicht erlassen werden, weil in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit nicht entschieden werden kann, ob der Verfassungsbeschwerde Erfolg beschieden sein wird oder nicht:

https://www.bundesverfassungsgericht.de ... 03120.html.

Wenn also Goesche und der Freundeskreis seines Instituts wirklich konkret erreichen wollten, kurzfristig zu Ostern Gottesdienste in St. Afra feiern zu können, war die Verfassungsbeschwerde dazu von vornherein ein untauglicher Weg. Was mich nicht verwundert.

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taddeo
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Re: Institut St. Philipp Neri und Coronakrise

Beitrag von taddeo »

Stefan hat geschrieben:
Samstag 11. April 2020, 12:16
Bayern hat nur 2/3 der Einwohnerzahl von NRW, aber 50 % mehr Infektionen.
Entweder sind die bayrischen Maßnahmen nicht passgenau, oder das Verhalten der Bevölkerung.
Das weiß man inzwischen recht genau, wieso das so ist: Die meisten Ansteckungen in Bayern, die sich seither verbreitet haben, kamen von den Skiurlaubern, die in den Faschingsferien in Südtirol und Österreich waren. Dort galten damals noch keine Beschränkungen, obwohl das Virus schon verbreitet war. Man sieht das u. a. auch daran, dass die meisten Ansteckungen in Oberbayern liegen (von wo man gern Tagesausflüge in die Alpen macht), während Nordbayern viel weniger betroffen ist.

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